Turnerische Grundformen
• Hangschwung
• Stützsprung
• Stützschwung
Basiselemente des Bodenturnens
• Rollen
• Handstände
• Räder
Verschiedene Hangarten
Langhang = im Hang hängt der Kopf oberhalb des Körpers
• Sturzhang = im Hang hängt der Kopf unterhalb des Körpers
Beschleunigung = Annähern der Masse an die Drehachse
• Langhang: Beschleunigung durch Beugen der Beine
• Sturzhang: Beschleunigung durch Strecken der Beine
Verhalten zum Gerät
• Vorlings = Körpervorderseite zum Gerät
• Rücklings = Körperrückseite zum Gerät
• Seitverhalten = Hüfte ist parallel zum Gerät (Bsp.: Seitstand vorlings)
• Querverhalten = Hüfte im rechten Winkel zum Gerät (Bsp.: Stand im Parallelbarren)
-> immer wenn ich das Gerät vor der Hüfte habe (=vorlings), dann beschleunige ich durch
Beugen! (nach Langhangbedingungen)
-> immer wenn ich das Gerät hinter der Hüfte habe (=rücklings), dann beschleunige ich
durch Strecken! (nach Sturzhangbedingungen)
Helfen und Sichern - Allgemeine Regeln und Grundsätze
→ Helfer*innen und Turner*innen müssen sich absprechen!
• Was wird geturnt?
• Mit welchem Ziel helfe ich?
• evtl. Bewegungsbeginn anzählen (z.B. auf dem Trampolin)
→ Helfer*innen müssen den Bewegungsablauf genau kennen!
• müssen Gefahrenpunkte kennen
• Bewegungssehen und Fähigkeit zur Antizipation muss vorhanden sein
→ Helfer*innen müssen die Helfergriffe beherrschen (Klammer- und Drehgriffe als Schub-,
Zug-, Dreh-, Gleichgewichts- und kombinierte Hilfe)!
• Welcher Helfergriff ist geeignet?
• Gibt es andere Möglichkeiten, die das Gelingen des Vorhabens ermöglichen
→ Gegebenenfalls auf Kleidung achten (sowohl beim Turnenden als auch beim Helfenden
kann ungünstige Kleidung gefährlich sein)
→ Helfer*innen müssen auf Verhalten des Turnenden auch vor dem eigentlichen Turnen
achten (Gestik, Körpersprache ... sicher, unsicher oder gar ängstlich?)
→ In Schule und Breitensport sollten ggfs. 2 Helfer*innen helfen, insbesondere, wenn der
ÜL oder Lehrer nicht helfen kann, bzw. hilft
Helfer*innen
→ müssen dicht am Turnenden stehen,
→ so früh wie möglich helfen und helfen, bis der Turnende sicher steht, bzw. seine
(sichere) Endposition erreicht hat
→ beim Helfergriff sind möglichst keine Gelenke zwischen den Händen (insbesondere am
Arm)
→ möglichst körperschwerpunktnah (rumpfnah) helfen (Kopf und WS schützen)
→ müssen sich mitbewegen
→ dürfen nicht zögern, müssen aufmerksam sein
→ dürfen nur „so viel helfen wie nötig“
→ den Turnenden nicht behindern!
→ Bei Paar- bzw. Gruppenbildung (insbesondere bei Ungeübten Helfer*innen) auf
Körpergröße und – gewicht achten
→ Helfer*innen müssen auch auf ihre eigene Sicherheit achten (Matten, Holme,
Reckstangen....)
→ sich durch Wahl der Richtung und Position zum Turnenden vor Fehlbelastungen
schützen
Schlechte Hilfe ist schlechter, als keine Hilfe!
Springen im Turnen 3 Kategorien:
1) allgemeines Springen (vielfältiges Springen, nicht relevant)
2) gemischte Stützsprünge (wichtig für fließendes Turnen) - keine/kleine Flugphase,
z.B. Hockwende, Flanke, Kehre/Laufkehre)
3) Stützsprünge (sehr relevant):
2 klare Flugphasen:
• Brett und Stütz
• Stütz und Landung
mit Gegendrehung in der 2. Flugphase:
• Hocke (Hecht, Grätsche, Bücke, etc.)
mit Weiterdrehen in der 2. Flugphase:
• alle Handstandüberschlagsprünge
-> Grundlage dafür ist die Hocke!
Sützsprung
Voraussetzungen schaffen:
"stützen" - "(ab)springen - "landen.
A. Springen (Voraussetzung: einbeinig vor, beidbeinig auf dem Brett (prellend), kleine ,
flache Flugphase)
B. Stützen (Vorbereitung: z.B. Schubkarre)
C. Landen (Knie über Füße, Knie-, Fuß-, Hüftgelenk nachgeben)
-> Absprung braucht Körperspannung
Sprungtisch als methodisches Hilfsmittel
• (Aufbau / Sicherheit / Geräthöhe entsprechend der Ziele / Inhalte / Körpergröße /
Leistungsfähigkeit)
• Geräthöhen/-dimensionen werden i.d.R. in Bezug zur Körpergröße und zum
Leistungsstand, seltener absolut angegeben.
Hilfestellung
-> 3 W’s: WO, WIE und WANN greife ich zu?
Beim Flieger:
Wo: - zwischen Brett und Sprungtisch auf Höhe der Brettkante
Wie: - Tischnahe Hand: vor dem Körper des Turnenden, darf nicht werfen,
verhindern vor den Tisch zu laufen
- Brettnahe Hand: so früh wie möglich auf die Wade, Drehung abbremsen
Wann: - so früh wie möglich
Gliederung des Stützsprungs
-> Anlauf
-> Absprung (Einsprung/Absprung)
-> 1. Flugphase
-> Stützphase (Stützaufnahme/Stützentlastung)
-> 2. Flugphase
-> Landung
Biomechanische Grundlagen des Absprungs
• großer Einsprungwinkel
• kleiner Abflugwinkel
• Kontaktzeit: je länger man auf dem Brett steht, desto größer wird der Absprungwinkel
• Anlaufgeschwindigkeit: je größer sie ist, desto größer muss der letzte Schritt sein
• letzter Schritt vor dem Brett ist weit entfernt (methodisches Hilfsmittel: Matte aufs
Sprungbrett legen)
• Prellen: gestecktes Verlassen des Brettes (methodisches Hilfsmittel: Seil)
• im Anfängerbereich wird flach eingesprungen, damit der Turner hoch herauskommt
• im Leistungsbereich erfolgt der Einsprung hoch, damit der Turner flach herauskommt
und ein hohes Drehmoment erreicht
Sprunghocke
Doppelkasten und Längskasten mit Mattenberg:
• Aufknien in die Bankstellung
• Aufknien in die Bankstellung mit "Hüpfer" der Hände
• Leistungsdifferenzierung Quer- und Längsgerät
• Feststellen des optimalen Brettabstandes
Sprunghocke
Bewegungsbeschreibung
• flacher, beidbeiniger Absprung auf das Reuterbrett
• „Anschweben“ (gestreckte Hüfte) = Qualitätsmerkmal
• weites Vorsetzen der Hände
• Arme beim Abstützen gestreckt
• kein aktives Abdrücken, Arme entlasten
• Gegen das Pferd drücken (prellen), NICHT die Beine „durchziehen“
• Anhocken nach unten
• Knie hinter dem Körper/Schulter
• Körperschwerpunkt hinter dem Körper!
• Schulter immer ein Stück vor der Hüfte bei der Landung
• Landung: Strecken der Beine und Hüfte
Hilfestellung bei der Hocke über das Querpferd
-> WO: zwei Helfer rechts und links vor der Aufsatzstelle der Hände
-> WIE: Klammergriff am Oberarm (Stütz- und Zughilfe), innere (körpernahe) Hand ist
oben (nicht an den Gelenken!)
-> WIE LANGE: Hilfe vom Aufsetzen der Hände auf dem Pferd, bis zum Stand
Handstand
Aufschwingen in den Handstand (Grundlage)
• bevor der Turnende versucht im Handstand stehen zu bleiben, sollte er das Abrollen
lernen! (damit er eine sinnvolle Lösung für die Situation des Überkippens kennt,
Abdrehen vermeiden!)
• Arme stützen gestreckt (Fingerspitzen zeigen nach vorne)
• weites „nach-vorne-greifen“ (Arm-Rumpf-Winkel öffnen, Arme von unten nach oben
führen)
• Standbein gebeugt
• Schwungbein schwingt gestreckt in die Senkrechte
• Beine schließen sich in der Senkrechten
• Körperstreckung vom Stütz bis zu den Füßen
• Hände anschauen, wobei Kopfhaltung die Streckung des Körpers nicht beeinflussen
darf
• Rückgang: ein Bein beginnt gestreckt aus dem Handstand in den Stand zu senken
• Ziel im Breiten- und Schulsport ist das Aufschwingen in den Handstand mit Erreichen
der Senkrechten in gestreckter Körperhaltung (Normen).
• jedoch in einer Lernzielkontrolle kann dies sekundäres Kriterium sein und die gestreckte
Handstandposition darf in den Hintergrund treten.