Makroökonomische Daten stammen aus standardisierten Rechenwerken, insbesondere aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR).
Wichtige Teilbereiche: BIP-Berechnung: Erfassen der gesamtwirtschaftlichen Produktion.
Arbeitsmarktstatistik: Erhebung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit.
Preisstatistik: Beobachtung der Preisentwicklung und Inflation.
Finanzstatistik: Daten über Staatsfinanzen und Unternehmensbilanzen.
Input-Output-Tabellen: Darstellung der wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Sektoren.
Umweltökonomische Gesamtrechnungen (UGR): Ergänzung durch Umweltaspekte.
Makroökonomische Indikatoren
Zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage werden viele Indikatoren herangezogen:
Bruttoinlandsprodukt (BIP): Misst die Produktion und das Einkommen. Wirtschaftswachstum: Veränderung des BIP im Zeitverlauf.
Inflation: Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, gemessen durch Preisindizes.
Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenquote und offene Stellen zeigen den Zustand des Arbeitsmarktes.
Monetäre und fiskalische Indikatoren: Leitzins: Orientierung der Geldpolitik der Zentralbank.
Haushaltsdefizit: Ausrichtung der Fiskalpolitik.
Weitere soziale und ökologische Indikatoren: Konsumklima und Lebenszufriedenheit als Maß für Konsumentenstimmung. Einkommens- und Vermögensverteilung (z. B. Gini-Index). Klimaschädlichkeit, z. B. durch CO₂-Emissionen.
Strom- und Bestandsgrößen
Definitionen: Stromgrößen: Beziehen sich auf Zeiträume (z. B. Einkommen pro Jahr, Investitionen pro Quartal).
Bestandsgrößen: Beziehen sich auf einen Zeitpunkt (z. B. Vermögen am Jahresende, Kapitalstock).
Zusammenhang: Stromgrößen beeinflussen Bestandsgrößen (z. B. Ersparnisse erhöhen das Finanzvermögen, Investitionen erhöhen den Kapitalstock).
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Definition: Der Wert aller Güter und Dienstleistungen, die innerhalb eines Zeitraums in einem Land für den Endverbrauch produziert werden. Merkmale: Stromgröße: Meist bezogen auf ein Jahr oder ein Quartal. Bewertung in Geld: Multipliziert Mengen mit aktuellen Preisen (nominales BIP). Nur Endprodukte: Zwischenprodukte werden nicht berücksichtigt, um Doppelzählungen zu vermeiden. Drei Berechnungsansätze: Entstehungsseite: Wertschöpfung der Unternehmen (Produktion minus Vorleistungen). Verteilungsseite: Summe der Einkommen (Löhne, Gewinne, Zinsen). Verwendungsseite: Ausgaben der Sektoren (Konsum, Investitionen, Staatsausgaben, Nettoexporte).
Nominales vs. Reales BIP
Nominal: Bewertet zu aktuellen Preisen. Real: Bewertet zu Preisen eines Basisjahres, um reine Mengenveränderungen zu isolieren.
Grenzen des BIP
Nicht erfasst: Nichtmarktleistungen: Hausarbeit, ehrenamtliche Tätigkeiten.
Umweltverbrauch: Kosten durch Ressourcenabbau, Umweltverschmutzung.
Verteilung: Ungleichheit in Einkommen und Vermögen wird nicht berücksichtigt.
Missverständnisse: Das BIP wird oft als Wohlfahrtsmaß interpretiert, obwohl es nur die Produktionsleistung misst.
Alternative Wohlfahrtsmaße
Genuine Progress Indicator (GPI):
Umfasst wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte.
Addiert wohlfahrtssteigernde Aktivitäten (z. B. Hausarbeit) und zieht wohlfahrtsmindernde Kosten (z. B. Umweltverschmutzung) ab.
Berücksichtigt auch Einkommensungleichheit.
Inflation und Preisindizes
Inflation: Anhaltender Anstieg des Preisniveaus.
Messung: Verbraucherpreisindex (VPI): Basierend auf einem repräsentativen Warenkorb.
BIP-Deflator: Verhältnis von nominalem zu realem BIP.
Inflationsrate: Prozentuale Veränderung des Preisniveaus im Vergleich zur Vorperiode.