Flashcards in the set

Haven't started (44)

Definieren Sie den Begriff Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Das BIP ist der Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts

Erläutern Sie kurz drei Möglichkeiten, wie das BIP berechnet werden kann.

1. C + I + G (+ NX)

2. Produktionswert - Vorleistungen

3. Arbeitnehmer-Entgelde + Einkommen Unternehmer / Vermögen

Warum werden bei der Berechnung des BIP nach der Entstehung die Vorleistungen vom Produktionswert abgezogen?

Weil die Vorleistungen im Begriff des Produktionswerts schon vorhanden sind und ohne die Subtraktion doppelt gezählt werden würden.

Erläutern Sie den Unterschied zwischen dem BIP und dem Bruttonationaleinkommen bzw. dem Nettonationaleinkommen

Inlands- vs. Inländerprinzip, mit und ohne Abschreibungen berechnet

Erläutern Sie den Unterschied zwischen dem BIP und dem Volkseinkommen.

BNE/NNE - Staatsabgaben + Subventionen vom Staat

Erläutern Sie den Unterschied zwischen dem realen BIP und dem nominalen

BIP. Warum ist es sinnvoll das reale BIP zu betrachten?

Das reale BIP nutzt ein zuvor definiertes Basisjahr und nimmt dessen Preis zur Berechnung des BIP. Dadurch kommt es nicht zu Verzerrungen, denn würde man nur das nominale BIP nutzen, würde man nicht wissen, ob ein Anstieg aufgrund von einem höheren Output oder Inflation ist.

Warum spiegelt das Bruttoinlandsprodukt nicht exakt die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft wider?

Das BIP betrachtet nur marktgehandelte Waren und Dienstleistungen.


Hausarbeit, Ehrenamt, Schwarzarbeit, sowie negative externe Effekte werden dabei nicht in Betracht gezogen.

Was spricht gegen die Verwendung des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf als

Maß für die Lebensqualität in einer Volkswirtschaft?

1. immaterielle Werte (Freizeit, Gesundheit, Sicherheit) sind nicht messbar

2. der Grad politischer Freiheit und Bildung wird nicht gemessen

3. Die Einkommensverteilung (Schere zwischen arm und reich) wird nicht akkurat abgebildet.

Wann spricht man in der Regel davon, dass eine Volkswirtschaft sich in einer
Rezession befindet?

negatives Wachstum 2 Jahre aufeinander

Wann befand sich die deutsche Wirtschaft in einer Rezession?

  1. Ölpreiskrisen (1974, 1981) -> Jom-Kippur-Krieg und Iran-Irak-Krieg
  2. Globale Finanzkrise (2008) -> US-Immobilienblase
  3. Corona-Pandemie (2020) -> Lockdowns, alles drumherum

Erläutern Sie kurz, warum es 2008 zur globalen Finanzkrise kam.

Platzen der US-Immobilienblase. Riskante Hypotheken (Subprime) wurden gebündelt und weltweit an Investoren verkauft, was zu Kreditausfällen und letztlich dem Zusammenbruch des Vertrauens zwischen Banken führte.

Erläutern Sie kurz das Instrument zur Verbriefung von Forderungen.

Kreditforderungen werden  zu handelbaren Papieren gebündelt und an Investoren weltweit verkauft, um das Risiko aus der Bilanz der Bank zu nehmen und Kapital zu gewinnen.

Warum wurden auch deutsche Banken von der Finanzkrise erfasst?

Deutsche Banken hielten viele riskante US-Immobilienpapiere (Subprime-Kredite). Die Banken waren global sehr stark vernetzt, weshalb die Investitionen 2007 werlos wurden. Danach liehen sich Banken aufgrund von Misstrauen kein Geld mehr.

Was versteht man unter einer Systemkrise im Bankensektor?

Das Vertrauen im Bankensysten ist so gestört, dass der Interbankenhandel zusammenbricht und die Stabilität der Volkswirtschaft gefährdet wird (Domino-Effekt).

Wie hat die EZB, wie hat die Bundesregierung auf die Finanzkrise reagiert

(jeweils ein Satz)?

Die EZB senkte den Leitzins und stellte den Banken unbegrenzte Liquidität zur Verfügung.


Die Bundesregierung dagegen verabschiedete mehrere Rettungspakete, um Einlage zu garantieren, Kapitalhilfe bereitzustellen und die Krise sicher zu überbrücken

Die 4 konjunkturellen Phasen

Boom (Hochkonjunktur)

Rezession (Abschwung)

Depression (Tiefkonjunktur)

Aufschwung

Definition der Arbeitslosenquote

Arbeitslose/Erwerbspersonen *100


- Erwerbspersonen sind dabei Erwerbstätige und Arbeitslose

Arbeitslosenquote Bundesagentur für Arbeit & ILO

- BAfA: nur registrierte Arbeitslose


- ILO: wenn jemand weniger als 1 Std./Woche arbeitet und dabei einen Job sucht, gilt die Person als erwerbslos.


ILO < BAfA

Kosten der Arbeitslosigkeit

Einzelwirtschaftlich:
  • psychische Belastung
  • wohlfahrtsverlust

Gesamtwirtschaftlich:
  • Steuereinnahmen sinken
  • Arbeit/Produktionsfaktor nicht genutzt
  • Humankapital der Volkswirtschaft sinkt
  • negative externe Effekte
  • Sozialsystem überlastet

Produktionspotential einer Wirtschaft

Maximale Produktionsmenge von Gütern und Dienstleistungen bei normaler Auslastung aller Produktionsfaktoren (ohne neue Inflation)

wie kann man dem sinkenden Potentialwachstum entgegenwirken?

- Investitionen

- Zuwanderung in den Arbeitsmarkt

- Verlangsamen durch Anreize -> Aufnahme von Arbeit, Ausweitung der Arbeitszeit

Inflation, Deflation, Desinflation

Inflation: andauernde Steigung des Preisniveaus


Deflation: andauernde Senkung des Preisniveaus

Desinflation: Sinkende Inflation

Wie wird das Preisniveau gemessen?

Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) -> Warenkorb mit typischen Waren und Dienstleistungen + deren Gewichtungen

Preisindex nach Laspeyres

[ (Preis im Jahr t * Menge im Basisjahr) / (Preis im Basisjahr * Menge im Basisjahr) ] * 100

Probleme mit der Messung von Preisniveauverändeungen mithilfe eines statischen Preisindexes

Güterauswahl, Substitutionseffekte, Qualitätsänderungen

Ursachen Inflation/Deflation

- Veränderung der Geldmenge

- Kosten steigen oder sinken

- Nachfrage verändert sich stark/schnell

(+ Blasen, wie z.B. die Immobilienblase in 2008)

Kosten der Inflation/Deflation

Inflation:

Kaufkraft sinkt, Schuhsohlenkosten


Deflation:

Umsatzgewinne sinken, Verschuldung steigt, Abwärtsspirale


beides:

Menue Costs, Verzerrung relativer Preise, Vermögensumverteilung

EZB, Eurosystem, Europäisches System der Zentralbanken

EZB:

eines der zentralen Organe der EU mit eigener Rechtpersöhlichkeit und Unabhängigkeit. Leitet die Geldpolitik und hat den Hauptsitz in Frankfurt.


Eurosystem:

EZB + nationle Zentralbanken, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben.


Europäisches System der Zentralbanken (ESZB):

EZB + ALLE Zentralbanken von EU-Mitgliedern, auch ohne Euro als Währung.

Geldpolitik

Steuerung des Leitzinses durch die Zentralbank mit dem Ziel der Preisstabilität.


Expansiv: Zinsen senken, damit Investitionen/Nachfrage privater Haushalte steigen.


Kontraktiv/restriktiv: Zinsen erhöhen, damit Investitionen und somit Nachfrage sinken, Preis sinkt ebenfalls.

Fiskalpolitik

Regierungen und Parlamente versuchen, Konjunkturschwankungen zu glätten, Wirtschaftskrisen zu vermeiden und Wirtschaftswachstum zu fördern, indem Staatsausgaben und Einnahmen angepasst werden.


expansiv: Der Staat erhöht seine Ausgaben oder senkt Steuern, um die Nachfrage künstlich zu beleben


restriktiv: Staat baut Schulden durch Ausgabenkürzungen oder Steuererhöhungen ab

3 Elemente der geldpolitischen Strategie des Eurosystems

1. Zielinflationsrate

2. Instrumente (geld-/fiskalpolitisch)

3. Informationsaufbereitung

Zielinflationsrate EZB

2% symmetrisch

Reserven

Sichteinlagen der GB bei der ZB + Bargeld der GB (ZBG oder GB)

Mindestreserven

geforderte Mindesteinlage der GB bei der ZB

Überschussreserven

Alle Sichteinlagen der GB bei der ZB über der Mindestanlage

Zentralbankgeld

Wird von ZB geschöpft, "produziert", Monopol.

Bargeld + Sichteinlagen => Bargeldumlauf + Sichteinlagen der GB bei der ZB + Bargeld der GB

Geldmengenaggregat M1

Bargeldumlauf + Sichteinlagen von Nichtbanken bei gewerblichen Banken

Überschussliquidität

Überschussreserve + Einlagefazilität (also Girokonto-Einlagen) - Spitzenfinanzierungsfazilität (Kreditfazilität)
Die 4 Formen der Arbeitslosigkeit
  1. Strukturell (Fähigkeiten nicht nachgefragt, Mismatch zwischen Angebot und Nachfrage)
  2. Friktionell (temporäre Arbeitslosigkeit, z.B. nach dem Studium oder Abitur)
  3. Konjunkturell (Nachfragemangel führt zu geringerer Produktion und somit weniger angefragten Arbeitern)
  4. saisonell (z.B. Freibad-Bademeister im Winter)
Geldpolitisches Instrument: Transmissionsmechanismus
Bei Deflation:

Zins auf ZB-Kredite , Zins auf Überschussliquidität ⬇️ -> Liquititätskosten der Banken ⬇️ -> Kreditzinsen ⬇️ -> Kreditvergabe ⬆️-> Gesamtwirtschaftliche Nachfrage ⬆️-> Preise ⬆️ -> (Produktion ⬆️)


Bei Inflation:
Zins auf ZB-Kredite , Zins auf Überschussliquidität ⬆️ -> Liquititätskosten der Banken ⬆️ -> Kreditzinsen ⬆️-> Kreditvergabe ⬇️ -> Gesamtwirtschaftliche Nachfrage ⬇️ -> Preise ⬇️ -> Produktion ⬇️

Beeinflussung des kurzfristigen Zinses am Geldmarkt und somit auch der Kosten der Banken für Kredite
Quantitative Easing und Tightening
Quantitative Easing:

Ziel: Wirtschaft ankurbeln, Wirtschaftswachstum erhöhen, zusätzliche Liquidität im Bankensystem

EZB kauft sehr viele Anleihen, vor allem langlaufende Staatsanleihen, welche tendenziell zu einem Anstieg der Anleihekurse und einer Senkung der entsprechenden Renditen führen. Das beeinflusst das allgemeine Zinsniveau.
QE wird vor allem benutzt, wenn die kurzfristigen Zinsen bereits nahe null sind.
Beim Ankauf von Anleihen wird ZB-Geld geschaffen, wodurch die Menge (Quantität) des ZB-Geldes zunimmt.


Quantitative Tightening:

Ziel: Geldmenge verknappen, Liquidität aus Finanzsystem entziehen, Zins erhöhen, Inflation entgegenwirken (WP verkaufen und fällig werdende Anleihen nicht erneut anlegen)
Das Gegenstück zu QE.

Die beiden werden genutzt, wenn der Transmissionsmechanismus allein nicht mehr ausreicht.
Aufbereitung von Informationen: Integrierter Analyserahmen
  • wirtschaftliche Analyse
BIP, Löhne, Wechselkurse, Güterpreise, Ölpreis als Indikatoren

  • Monetäre/finanzielle Analyse
Geldmengenaggregat M1, Kredite, Finanzstabilitätsaspekte als Indikatoren
Auswirkungen der Hyperinflation
wirtschaftlich:

  • Geld verlor ständich an Kaufkraft
  • Geld wurde in Sachwerte getauscht
  • Handel brach zusammen, nur noch Tauschhandel

sozial:
  • Erspartes, Rente, Kriegsaleihen wurden wertlos und führten zur Verarmung der Ober-/ Mittelschicht
  • Schuldner konnten Schulden sehr gut begleichen, da Geld nun wertlos war
  • Vertrauen in die Weimarer Republik schwindete
Wie die Hyperinflation bekämpft wurde
  • Währungsreform in Rentenmark (1:1 Billion)
  • Sachwertdeckung statt Gold
  • Staat darf nicht mehr einfach so mehr Geld drucken
  • Senkung der Staatsausgaben und des passiven Widerstands