Forschung als Konsequenz kritischen Denkens
"Das einzige Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft"
-> kritisches Denken kann laut KMK als Schlüsselkompetenz für das Lernen, Leben und Arbeiten in einer digitalisierten Welt angesehen werden
Forschendes Lernen soll den Lernenden dazu anregen...
-> forschendes Lernen ermöglicht ergebnisoffene Lernsituationen, in denen mehrere Lösungen möglich sind
Macht Mozart schlau?
die Leistung im Intelligenztest war nach dem Anhören von Mozarts Sonate signifikant höher
Aber: Wirkung zeitlich begrenzt auf Testzeitraum (ca. 10-15 Minuten)
Das Ergebnis wurde in der Folge als Mozart-Effekt bekannt sowie weiter tradiert und erforscht -> führte zu Änderungen in US-amerikanischer Bildungspolitik und Frühförderindustriereagierte mit Produkten, mit denen die kognitive Entwicklung von Kindern gefördert werden sollte
kognitive Erregung und verbesserte Stimmung wirken sich günstig auf die kognitive Leistung, z.B. in Intelligenztestaufgaben, aus
der Effekt ist nicht auf Mozarts Musik begrenzt, sondern zeigt sich auch bei anderen Komponisten, Popgruppen, etc.
-> die allgemeine Intelligenz wird hierdurch nicht verbessert
Forschungsmethodische Grundlagen: Normalverteilung
Auch bekannt als Gauß-sche Normalverteilung bzw. Glockenkurve. Ereignisse im mittleren Bereich (z.B. ein IQ von ca. 100) haben eine höhere Wahrscheinlichkeit als Ereignisse im Randbereich (IQ über 130/ unter 70). Viele statistische Verfahren beruhen auf der Annahme einer Normalverteilung
Forschungsmethodische Grundlagen: Standardabweichung
Statistisches Maß für die Unterschiedlichkeit einer Stichprobe in Bezug auf ein bestimmtes Merkmal. Gemeint ist die Standardabweichung (durchschnittliche Entfernung) vom Mittelwert
Forschungsmethodische Grundlagen: Konfidenzintervall
Vertrauensintervall; Bereich, in dem sich der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet
Forschungsmethodische Grundlagen: Korrelation
(statistischer) Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen (kann positiv und negativ sein)
Forschungsvorhaben planen: Theoretische Phase
Präzisierung des Forschungsproblems zu konkreten Forschungsfragen mit Fachliteratur und bestehenden Theorien
Forschungsvorhaben planen: Empirische Phase
Planung und Vorbereitung der Studie inkl. Konzeptspezifikation, Operationalisierung und Instrumentauswahl bzw. Entwicklung sowie Datenerhebung
Forschungsvorhaben planen: Auswertungsphase
Datenanalyse, z.B. durch Anwendung statistischer Verfahren und unter Verwendung spezieller Analysesoftware (wie z.B. SPSS oder R)
Forschungsvorhaben planen: Interpretation und Dissemination
Interpretation der Befunde im Hinblick auf die Fragestellung, Ableitung von Forschungsdesideraten und Implikationen für die Praxis, Phase der Veröffentlichung bzw. Verbreitung der Ergebnisse
Was bedeutet UV?
unabhängige Variable
Was bedeutet AV?
abhängige Variable
Quantitative Forschungsdesigns
Ex-post-facto Design
Störfaktoren der internen Validität
Zwischenzeitliches Geschehen: z.B. Schwankungen bzgl. Situationsbedingungen
Reifung/ Entwicklung der Individuen: z.B. altersbedingte Veränderungen
Messeffekte: z.B. Störung durch Messung/ Training durch Tests
Verzerrte Auswahl: z.B. Unterschied durch Alter und Gesundheit
Störfaktoren der externen Validität
Reaktive Effekte des Messens: z.B. wenn Versuchspersonen hinsichtlich eines gemessenen Merkmals sensibilisiert werden, bspw. Wahrnehmung von Diskriminierung
Reaktive Effekte durch die experimentelle Situation: z.B. wenn die Alltagssituation extrem von der Testsituation abweicht, siehe auch Einschränkungen bzw. der ökologischen Validität
Was ist ein Trenddesign?
Was ist ein Kohortendesign?
Was ist ein Paneldesign?
PISA-Studie
= Programme for International Student Assessment
IGLU/ PIRLS
= Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung
IQB-Bildungstrends
= Untersuchungen des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
VERA
TIMSS
= Trends in International Mathematics and Science Studies)
Handlungsbedarf für Schul- und Unterrichtsentwicklung
ein hoher Anteil der Viertklässler droht in Mathematik bzw. den Naturwissenschaften den Anschluss zu verlieren -> etwa 1/4 befindet sich auf den unteren beiden Kompetenzstufen
Erziehungsberechtigte versuchen Lerndefizite ihrer Kinder durch private Nachhilfe zu kompensieren
Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern: Jungs > Mädchen
herkunftsbedingte Disparitäten
Lernstörungen - Definitionen und Klassifikationen
In der von der WHO herausgegebenen International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10) wird der Begriff "umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten" verwendet
Lernschwäche und Lernstörung sind keine Synonyme und auch nicht jede Beeinträchtigung beim Lernen zählt zu den Lernstörungen
Notwendige Bedingungen für die Diagnose einer Lernstörung
lernbereichsspezifische Minderleistung in Diskrepanz zu den aufgrund des Alters und des Beschulungszustands zu erwartenden Leistungsniveaus
lernbereichsspezifische Minderleistung in Diskrepanz zur Intelligenz; keine deutliche allgemeine Intelligenzminderung -> IQ min. 70
Doppeltes Diskrepanzkriterium gemäß ICD-10
Störungen im Bereich des Lesens und des schriftlichen Ausdrucks (F81.0)
"Das Hauptmerkmal ist eine umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht alleine durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wiederzuerkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche Lesefertigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei umschriebenen Lesestörungen sind Rechtschreibstörungen häufig und persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn einige Fortschritte im Lesen gemacht werden. Umschriebenen Entwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache voraus. Während der Schulzeit sind begleitende Störungen im emotionalen und Verhaltensbereich häufig"
Isolierte Rechtschreibstörung (F81.1)
"Es handelt sich um eine Störung, deren Hauptmerkmal in einer umschriebenen und bedeutsamen Beeinträchtigung der Entwicklung von Rechtschreibfähigkeiten besteht, ohne Vorgeschichte einer Lesestörung. Sie ist nicht allein durch ein zu niedriges Intelligenzalter, durch Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar. Die Fähigkeiten, mündlich zu buchstabieren und Wörter korrekt zu schreiben, sind beide betroffen."
Rechenstörung (F81.2)
"Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar sind. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten"
Störungen schulischer Fähigkeiten können auch kombiniert auftreten (F81.3)
"Dies ist eine schlecht definierte Restkategorie für Störungen mit deutlicher Beeinträchtigung der Rechen- , des Lese und der Rechtschreibfähigkeiten. Die Störung ist jedoch nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar. Sie soll für Störungen verwendet werden, die die Kriterien für F81.0, F81.1 oder F81.2 erfüllen
Risiken für und durch Lernstörungen - Biogenetische Risiken
Risiken für und durch Lernstörungen - Risiken aufgrund eingeschränkter kognitiver Funktionen (unabhängig von deren Ursache)
Risiken für und durch Lernstörungen - Soziale und didaktische Risiken
Komorbidität spezifizierter Lernstörungen
Komorbiditäten (=weiteres Krankheitsbild) in Verbindung mit spezifizierten Lernstörungen (häufig nicht näher bestimmt)
Was ist Angst?
Generalisierte Angststörung (F41.1)
-> Angststörungen sind die häufigste psychische Erkrankung bei Jugendlichen und auch Kinder sind schon betroffen
"Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umweltbedingungen beschränkt, oder auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei flottierend". Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig wird die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben"
Phobien (F40.-)
= häufigste Form der Angststörungen
"Eine Gruppe von Störungen, bei denen Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depressionen auf."
Soziale Phobien (F40.1)
"Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden"
Im Kindesalter:
"Bei dieser Störung besteht ein Misstrauen gegenüber Fremden und soziale Besorgnis oder Angst, in neuen, fremden oder sozial bedrohlichen Situationen. Diese Kategorie sollte nur verwendet werden, wenn solche Ängste in der frühen Kindheit auftreten und sie ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und zu deutlichen Problemen in der sozialen Funktionsfähigkeit führen."
Trennungsangst
"Reaktion eines Kindes, nachdem es in einer meist nicht sehr vertrauten Umgebung von der primären Bezugsperson für kürzere oder längere Zeit zurückgelassen wurde. Sie äußert sich in einem mehr oder weniger heftigen Protest gegen die Trennung, dem aktiven Versuch, der Bezugsperson zu folgen, einem Absinken der Stimmung, das bis hin zum Weinen und verzweifelten Schreien gehen kann, sowie einer Abnahme der Explorations- und Spielaktivität. Trennungsangst tritt i.d.R. um den siebten Lebensmonat herum erstmal auf und klingt nach dem 2./3. Lebensjahr wieder ab"
Leistungsangst
"spezifische Form von Angst, wobei die soziale Identität und der Selbstwert als bedroht erlebt wird. Leistungsangst manifestiert sich in (sozialen) Bewertungssituationen, insbesondere in expliziten Prüfungssituationen und wird dann als Prüfungsangst bezeichnet"
Situationsgebundene Angst mit mehreren Komponenten:
Gewalt
"Macht oder das Recht, über Dinge und Menschen zu herrschen. Meistens wird Gewalt im Zusammenhang mit psychischem und/ oder physischem Zwang verwendet, durch den Menschen und Dinge einer fremden Herrschaft unterworfen und geschädigt werden."
mögliche Ausgangspunkte von Gewalt
Gewalt kann...
... Dauerzustand oder kurz- bzw. längerfristiges Ereignis sein
... physisch oder psychisch ausgeübt werden
... ordnend oder zerstörend sein
... als legitim oder illegitim empfunden werden
Mobbing
"Ist ein aggressives Verhalten, das in allen sozialen Kontexten auftreten kann, in denen Menschen regelmäßig zusammenkommen und in denen die Opfer ihren Angreifern nicht ohne weiteres entfliehen können. Dies trifft besonders häufig in der Arbeitswelt und in Schulen zu"
Kennzeichen:
Cybermobbing
"bezeichnet die gezielte und wiederholte Schädigung einer Person mithilfe elektronischer Medien (Mediengewalt)"
Direkte Form: Betroffene Personen erhalten via SMS, E-Mail, Messenger oder durch ähnliche Dienste Nachrichten mit unerwünschtem, beleidigendem, bedrohlichem oder in anderer Form, negativem Inhalt
Indirekte Form: Es werden Gerüchte, Anschuldigungen, falsche Behauptungen oder Bildmaterial mit kompromittierenden Inhalten in virtuellen sozialen Netzwerken an Dritte verbreitet
Cyberlive-IV-Studie
untersuchte (Cyber-)Mobbing aus der Perspektive von Schülern, Eltern und Lehrkräften
Standardisierte Online-Fragebogenbefragung
Farsta-Methode
Risikomuster und Lehrergesundheit - Muster G
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Risikomuster und Lehrergesundheit - Muster B