Flashcards in the set

Haven't started (53)

Forschung als Konsequenz kritischen Denkens

"Das einzige Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft"

-> kritisches Denken kann laut KMK als Schlüsselkompetenz für das Lernen, Leben und Arbeiten in einer digitalisierten Welt angesehen werden

Forschendes Lernen soll den Lernenden dazu anregen...

  • Phänomene zu beobachten und zu hinterfragen
  • zu versuchen, das Beobachtbare zu erklären
  • Experimente zur Prüfung ihrer Theorie zu entwickeln und durchzuführen
  • die erhobenen Daten zu analysieren
  • Schlussfolgerungen aus den experimentellen Daten zu ziehen
  • Modelle zu entwerfen und zu bauen


-> forschendes Lernen ermöglicht ergebnisoffene Lernsituationen, in denen mehrere Lösungen möglich sind

Macht Mozart schlau?

die Leistung im Intelligenztest war nach dem Anhören von Mozarts Sonate signifikant höher


Aber: Wirkung zeitlich begrenzt auf Testzeitraum (ca. 10-15 Minuten)


Das Ergebnis wurde in der Folge als Mozart-Effekt bekannt sowie weiter tradiert und erforscht -> führte zu Änderungen in US-amerikanischer Bildungspolitik und Frühförderindustriereagierte mit Produkten, mit denen die kognitive Entwicklung von Kindern gefördert werden sollte


kognitive Erregung und verbesserte Stimmung wirken sich günstig auf die kognitive Leistung, z.B. in Intelligenztestaufgaben, aus


der Effekt ist nicht auf Mozarts Musik begrenzt, sondern zeigt sich auch bei anderen Komponisten, Popgruppen, etc.


-> die allgemeine Intelligenz wird hierdurch nicht verbessert

Forschungsmethodische Grundlagen: Normalverteilung

Auch bekannt als Gauß-sche Normalverteilung bzw. Glockenkurve. Ereignisse im mittleren Bereich (z.B. ein IQ von ca. 100) haben eine höhere Wahrscheinlichkeit als Ereignisse im Randbereich (IQ über 130/ unter 70). Viele statistische Verfahren beruhen auf der Annahme einer Normalverteilung



Forschungsmethodische Grundlagen: Standardabweichung

Statistisches Maß für die Unterschiedlichkeit einer Stichprobe in Bezug auf ein bestimmtes Merkmal. Gemeint ist die Standardabweichung (durchschnittliche Entfernung) vom Mittelwert

Forschungsmethodische Grundlagen: Konfidenzintervall

Vertrauensintervall; Bereich, in dem sich der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet

Forschungsmethodische Grundlagen: Korrelation

(statistischer) Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen (kann positiv und negativ sein)

Forschungsvorhaben planen: Theoretische Phase

Präzisierung des Forschungsproblems zu konkreten Forschungsfragen mit Fachliteratur und bestehenden Theorien

Forschungsvorhaben planen: Empirische Phase

Planung und Vorbereitung der Studie inkl. Konzeptspezifikation, Operationalisierung und Instrumentauswahl bzw. Entwicklung sowie Datenerhebung

Forschungsvorhaben planen: Auswertungsphase

Datenanalyse, z.B. durch Anwendung statistischer Verfahren und unter Verwendung spezieller Analysesoftware (wie z.B. SPSS oder R)

Forschungsvorhaben planen: Interpretation und Dissemination

Interpretation der Befunde im Hinblick auf die Fragestellung, Ableitung von Forschungsdesideraten und Implikationen für die Praxis, Phase der Veröffentlichung bzw. Verbreitung der Ergebnisse

Was bedeutet UV?

unabhängige Variable

Was bedeutet AV?

abhängige Variable

Quantitative Forschungsdesigns

  • vorexperimentelle Versuchsordnung
  • einfaches experimentelles Design
  • echtes experimentelles Design
  • quasi-experimentelles Design

Ex-post-facto Design

  • Querschnittsdesign
  • Längsschnittdesign
  • Trenddesign
  • Panel-/ Kohortendesign

Störfaktoren der internen Validität

Zwischenzeitliches Geschehen: z.B. Schwankungen bzgl. Situationsbedingungen


Reifung/ Entwicklung der Individuen: z.B. altersbedingte Veränderungen


Messeffekte: z.B. Störung durch Messung/ Training durch Tests


Verzerrte Auswahl: z.B. Unterschied durch Alter und Gesundheit

Störfaktoren der externen Validität

Reaktive Effekte des Messens: z.B. wenn Versuchspersonen hinsichtlich eines gemessenen Merkmals sensibilisiert werden, bspw. Wahrnehmung von Diskriminierung


Reaktive Effekte durch die experimentelle Situation: z.B. wenn die Alltagssituation extrem von der Testsituation abweicht, siehe auch Einschränkungen bzw. der ökologischen Validität

Was ist ein Trenddesign?

  • mehrere Messungen im Querschnitt mit zeitlichem Abstand
  • zum selben Thema
  • mit gleichen Messinstrumenten
  • an gleicher Grundgesamtheit und mit derselben Auswahlmethode
  • ermöglicht (potenziell) generalisierbare Aussagen über Veränderungen auf Aggregatebene (nicht individuell)
  • geeignet zur Erforschung von Trends
  • Problem der Trennung zw. tatsächlicher Veränderung und Stichprobenfehler

Was ist ein Kohortendesign?

  • mehrere Messungen an einer/ mehrerer Kohorten
  • Kohorte: Personengruppe, die zu annähernd gleichen Zeitpunkten gleiche Ergebnisse durchlaufen haben
  • Intra- vs. Inter-Kohorten-Vergleich
  • Alters-Kohorten & Periodeneffekte können konfundiert sein

Was ist ein Paneldesign?

  • mehrere Messzeitpunkte (Wellen)
  • selbe Untersuchungsobjekte/ -personen
  • selbe Variablen
  • geeignet um Entwicklung zu analysieren
  • Vorteile: kausale Zusammenhänge können analysiert werden, zeitversetzte Informationen können erfasst werden, intraindividuelle Prozesse können analysiert werden, Heterogenität kann kontrolliert werden
  • Probleme: Aufwand, Kosten, Fehler-& Ausfallanfälligkeit (Panelmortalität), Bedeutungsverschiebung von Variablen, Paneleffekte

PISA-Studie

= Programme for International Student Assessment

  • größte internationale Schulleistungsstudie
  • i.d.R. alle 3 Jahre
  • zentrale Testbereiche: Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften
  • Schüler im Alter zwischen 15;3 und 16;2/ mind. 7. Klasse
  • ausgeschlossen: Schüler mit kognitiven/ körperlichen Einschränkungen/ mangelndem Wissen über Testsprache

IGLU/ PIRLS

= Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung

  • internationale Schulleistungsstudie
  • alle 5 Jahre
  • zentrale Testbereiche: Lesen + Kontextinformationen zu verschiedenen Bedingungen des Lesenlernens
  • Viertklässler
  • Trenddesign
  • Deutschland landet im Mittelfeld

IQB-Bildungstrends

= Untersuchungen des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

  • alle 5 Jahre
  • zentrale Testbereiche im Primarbereich: Deutsch (Lesen, Zuhören, Orthographie) und Mathematik (Zahlen und Operationen, Raum und Form, Muster und Strukturen, Größen und Messen, Daten, Häufigkeit, Wahrscheinlichkeit)
  • Viertklässler aus allen Bundesländern

VERA

  • auf Bildungsstandards bezogene Kompetenzen in Deutsch und Mathematik
  • VERA3 und VERA8
  • jährliche Erhebung
  • Teilnahme an mind. einem Fach verpflichtend

TIMSS

= Trends in International Mathematics and Science Studies)

  • beschreibt Kompetenzen am Ende der Grundschulzeit/ Ende der Pflichtschulzeit
  • Mathematik und Naturwissenschaften
  • alle vier Jahre

Handlungsbedarf für Schul- und Unterrichtsentwicklung

ein hoher Anteil der Viertklässler droht in Mathematik bzw. den Naturwissenschaften den Anschluss zu verlieren -> etwa 1/4 befindet sich auf den unteren beiden Kompetenzstufen


Erziehungsberechtigte versuchen Lerndefizite ihrer Kinder durch private Nachhilfe zu kompensieren


Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern: Jungs > Mädchen


herkunftsbedingte Disparitäten

Lernstörungen - Definitionen und Klassifikationen

In der von der WHO herausgegebenen International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10) wird der Begriff "umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten" verwendet


Lernschwäche und Lernstörung sind keine Synonyme und auch nicht jede Beeinträchtigung beim Lernen zählt zu den Lernstörungen

Notwendige Bedingungen für die Diagnose einer Lernstörung

lernbereichsspezifische Minderleistung in Diskrepanz zu den aufgrund des Alters und des Beschulungszustands zu erwartenden Leistungsniveaus


lernbereichsspezifische Minderleistung in Diskrepanz zur Intelligenz; keine deutliche allgemeine Intelligenzminderung -> IQ min. 70


Doppeltes Diskrepanzkriterium gemäß ICD-10

Störungen im Bereich des Lesens und des schriftlichen Ausdrucks (F81.0)

"Das Hauptmerkmal ist eine umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht alleine durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wiederzuerkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche Lesefertigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei umschriebenen Lesestörungen sind Rechtschreibstörungen häufig und persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn einige Fortschritte im Lesen gemacht werden. Umschriebenen Entwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache voraus. Während der Schulzeit sind begleitende Störungen im emotionalen und Verhaltensbereich häufig"

Isolierte Rechtschreibstörung (F81.1)

"Es handelt sich um eine Störung, deren Hauptmerkmal in einer umschriebenen und bedeutsamen Beeinträchtigung der Entwicklung von Rechtschreibfähigkeiten besteht, ohne Vorgeschichte einer Lesestörung. Sie ist nicht allein durch ein zu niedriges Intelligenzalter, durch Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar. Die Fähigkeiten, mündlich zu buchstabieren und Wörter korrekt zu schreiben, sind beide betroffen."

Rechenstörung (F81.2)

"Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar sind. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten"

Störungen schulischer Fähigkeiten können auch kombiniert auftreten (F81.3)

"Dies ist eine schlecht definierte Restkategorie für Störungen mit deutlicher Beeinträchtigung der Rechen- , des Lese und der Rechtschreibfähigkeiten. Die Störung ist jedoch nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar. Sie soll für Störungen verwendet werden, die die Kriterien für F81.0, F81.1 oder F81.2 erfüllen

Risiken für und durch Lernstörungen - Biogenetische Risiken

  • familiäre Häufung von Lernstörungen, Leserechtschreibstörungen sowie auch Rechenstörungen deuten auf genetische Prädetermination hin
  • zu vermuten: Zusammenwirken biogenetischer Voraussetzungen und Umweltbedingungen
  • genetischer Einfluss scheint v.a. neurokognitive Mechanismen der Wahrnehmung & Informationsverarbeitung zu betreffen

Risiken für und durch Lernstörungen - Risiken aufgrund eingeschränkter kognitiver Funktionen (unabhängig von deren Ursache)

  • LRS: Auffälligkeiten im Hinblick auf Funktionsdefizite bezüglich der phonologischen Informationsverarbeitung
  • Rechenstörung: Defizite im Bereich der basisnumerischen Fertigkeiten bzw. im Verständnis von Anzahlen und Zahlen

Risiken für und durch Lernstörungen - Soziale und didaktische Risiken

  • negative Leistungsrückmeldungen können sich negativ auf das Selbstkonzept und Lernmotivation auswirken
  • erst späte Auseinandersetzung mit orthographischem Schreiben

Komorbidität spezifizierter Lernstörungen

Komorbiditäten (=weiteres Krankheitsbild) in Verbindung mit spezifizierten Lernstörungen (häufig nicht näher bestimmt)

  • systematische Literaturrecherche
  • Angstsymptome bei Kindern mit Lernstörungen häufiger als bei Kindern ohne -> bis Erwachsenenalter möglich
  • bei LRS: Zusammenhänge mit sowohl internalisierenden als auch externalisierenden Störungen; direkter Zusammenhang mit Angststörung scheint zu bestehen; häufigste Komorbidität mit ADHS
  • bei Rechenstörung: signifikante Zusammenhänge z.B. zwischen Rechenstörungen und Verhaltensproblemen

Was ist Angst?

  • "emotionaler Zustand (state), gekennzeichnet durch Anspannung, Besorgtheit, Nervosität, innere Unruhe und Furcht vor zukünftigen Ereignissen"
  • in vielen Sprachen finden sich jedoch Ausdrücke, die das Thema Angst karikieren
  • "Soziale Ängste im Kindesalter sind Teil einer normalen Entwicklung"
  • "Überlebensnotwendige Reaktion auf gefährliche Situationen, die bspw. als Zeichen normaler Entwicklung im Alter von ca. 8 Monaten fremden Erwachsenen gegenüber gezeigt wird (Fremdreaktion)"

Generalisierte Angststörung (F41.1)

-> Angststörungen sind die häufigste psychische Erkrankung bei Jugendlichen und auch Kinder sind schon betroffen


"Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umweltbedingungen beschränkt, oder auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei flottierend". Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig wird die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben"

Phobien (F40.-)

= häufigste Form der Angststörungen


"Eine Gruppe von Störungen, bei denen Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depressionen auf."

Soziale Phobien (F40.1)

"Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden"


Im Kindesalter:

"Bei dieser Störung besteht ein Misstrauen gegenüber Fremden und soziale Besorgnis oder Angst, in neuen, fremden oder sozial bedrohlichen Situationen. Diese Kategorie sollte nur verwendet werden, wenn solche Ängste in der frühen Kindheit auftreten und sie ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und zu deutlichen Problemen in der sozialen Funktionsfähigkeit führen."

Trennungsangst

"Reaktion eines Kindes, nachdem es in einer meist nicht sehr vertrauten Umgebung von der primären Bezugsperson für kürzere oder längere Zeit zurückgelassen wurde. Sie äußert sich in einem mehr oder weniger heftigen Protest gegen die Trennung, dem aktiven Versuch, der Bezugsperson zu folgen, einem Absinken der Stimmung, das bis hin zum Weinen und verzweifelten Schreien gehen kann, sowie einer Abnahme der Explorations- und Spielaktivität. Trennungsangst tritt i.d.R. um den siebten Lebensmonat herum erstmal auf und klingt nach dem 2./3. Lebensjahr wieder ab"

Leistungsangst

"spezifische Form von Angst, wobei die soziale Identität und der Selbstwert als bedroht erlebt wird. Leistungsangst manifestiert sich in (sozialen) Bewertungssituationen, insbesondere in expliziten Prüfungssituationen und wird dann als Prüfungsangst bezeichnet"


Situationsgebundene Angst mit mehreren Komponenten:

  • physiologische Komponente: gesteigerte Erregung des autonomen Nervensystems
  • kognitive Komponente: subjektive Wahrnehmung der Erregungsmerkmale & Besorgniskognitionen
  • Verhaltenskomponente: Aufschieben bzw. Vermeiden von Leistungssituationen & deren Vorbereitung

Gewalt

"Macht oder das Recht, über Dinge und Menschen zu herrschen. Meistens wird Gewalt im Zusammenhang mit psychischem und/ oder physischem Zwang verwendet, durch den Menschen und Dinge einer fremden Herrschaft unterworfen und geschädigt werden."

mögliche Ausgangspunkte von Gewalt

  • Individuen (z.B. einzelne Schläger)
  • Kollektive (z.B. Staaten)
  • Gesellschaftliche Institutionen (z.B. Militär)
  • Soziale Strukturen (z.B. Armut)
  • Ideologien (z.B. Totalitarismus)

Gewalt kann...

... Dauerzustand oder kurz- bzw. längerfristiges Ereignis sein

... physisch oder psychisch ausgeübt werden

... ordnend oder zerstörend sein

... als legitim oder illegitim empfunden werden

Mobbing

"Ist ein aggressives Verhalten, das in allen sozialen Kontexten auftreten kann, in denen Menschen regelmäßig zusammenkommen und in denen die Opfer ihren Angreifern nicht ohne weiteres entfliehen können. Dies trifft besonders häufig in der Arbeitswelt und in Schulen zu"


Kennzeichen:

  • (subtiles) aggressives Verhalten über eine gewisse Zeit (keine Einzelaktion)
  • üblicherweise von mehreren Personen ausgehend
  • Opfer kann sich kaum effizient gegen die Mobbinghandlung wehren

Cybermobbing

"bezeichnet die gezielte und wiederholte Schädigung einer Person mithilfe elektronischer Medien (Mediengewalt)"


Direkte Form: Betroffene Personen erhalten via SMS, E-Mail, Messenger oder durch ähnliche Dienste Nachrichten mit unerwünschtem, beleidigendem, bedrohlichem oder in anderer Form, negativem Inhalt


Indirekte Form: Es werden Gerüchte, Anschuldigungen, falsche Behauptungen oder Bildmaterial mit kompromittierenden Inhalten in virtuellen sozialen Netzwerken an Dritte verbreitet

Cyberlive-IV-Studie

untersuchte (Cyber-)Mobbing aus der Perspektive von Schülern, Eltern und Lehrkräften


Standardisierte Online-Fragebogenbefragung


Farsta-Methode

  • konfrontierender Ansatz, bei dem die Täter bei der Verbesserung der Situation aktiv mitarbeiten sollen
  • die Opfer sind in die Durchführung der eigentlichen Intervention nicht direkt involviert
  • nachdem die Schule Kenntnis von einem Verdachtsfall hat, wird im Verlauf ein Aktionsteam gebildet, sensible Gespräche mit dem Opfer geführt, Unterstützung sowie Zeit für Gespräche mit Mobbenden organisiert. Die Mobbenden werden mit den Handlungen konfrontiert
  • im nächsten Schritt geht es um die Erarbeitung von Lösungen, um ein kooperatives Miteinander herzustellen. Die Maßnahme endet mit einem Abschlussgespräch

Risikomuster und Lehrergesundheit - Muster G

  • (nicht exzessives) berufliches Engagement
  • Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen, offensives Bewältigungsverhalten
  • Distanzierungsfähigkeit gegenüber Arbeitsproblemen
  • positives Lebensgefühl
  • gesundes Verhältnis zur Arbeit
  • günstige Voraussetzungen für den Lehrberuf

Risikomuster und Lehrergesundheit - Muster S

  • geringes berufliches Engagement
  • typisch: Schonungs- & (Selbst-)Schutzhaltungen im Arbeitskontext
  • starke Distanzierung gegenüber Arbeitsproblemen
  • (relative) Zufriedenheit
  • nicht gesundheitsbedenklich
  • ungünstig für Lehrerberuf

Risikomuster und Lehrergesundheit - Muster A

  • (extrem) hohes berufliches Engagement
  • Tendenz zur Selbstüberforderung
  • geringe Distanzierungsfähigkeit gegenüber Arbeitsproblemen
  • verminderte Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen
  • eingeschränktes Lebensgefühl
  • gesundheitsgefährdendes Verhalten
  • Gefahr in Burnout/ Muster B abzurutschen

Risikomuster und Lehrergesundheit - Muster B

  • (eher) geringes berufliches Engagement
  • verminderte Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen
  • Erleben von Überforderung, Erschöpfung und Resignation
  • deutlich eingeschränktes Lebensgefühl
  • gesundheitsgefährdendes Verhalten
  • ungünstig für Lehrerberuf