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Haven't started (63)

Womit beschäftigen sich Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie und welche Grundlagendisziplinen liegen ihnen zugrunde?

- In der Arbeitspsychologie steht die Arbeitsaufgabe im Vordergrund. Grundlagendisziplin: Rückgriff auf Modelle der Allgemeinen Psychologie.

- Die Organisationspsychologie beschäftigt sich mit den Beziehungen und Interaktionen der Mitarbeitenden untereinander in sozialen Einheiten. Grundlagendisziplin: Sozialpsychologische Erklärungsansätze.

-  Die Personalpsychologie zielt auf die interindividuellen Unterschiede von Verhalten, Leistungen und Eignungsmerkmalen von Arbeitenden ab. Grundlagendisziplin: Rückgriff auf die Differenzielle Psychologie und Diagnostik.

Welche Betrachtungsebenen nimmt die Arbeits- und Organisationspsychologie ein?

- Ebene des Individuums: Verhaltens- und Leistungsbedingungen von Menschen in Organisationen

- Ebene von Gruppen bzw. Interaktionsbeziehungen: Betrachtung von Prozessen in Arbeitsgruppen und Führungsbeziehungen

- Ebene der Organistion: Spezifika der Organisation wie z. B. die Unternehmenskultur betrachtet

Welche Bearbeitungsperspektiven nimmt die Arbeits- und Organisationspsychologie ein?

- Grundlagen: theoretische Konzepte erforscht und entwickelt.

- Diagnose: diagnostischen Instrumente vorangetrieben

- Intervention: Entwicklung von Maßnahmen zur Veränderung von Gruppen- und Organisationsprozessen.

- Evaluation: Überprüfung der Wirksamkeit der stattgefundenen Interventionsmaßnahmen.

Welches wissenschaftliche und fachliche Selbstverständnis hat die Arbeits und Organisationspsychologie?

1. Psychologische Grundlagenforschung: Theorien

2. Angewandte Psychologie: Methoden

3. Praxisbezug: Analyse und Intervention

Womit befassen sich Arbeits- und OrganisationspsychologInnen in der Praxis?

- Verbesserung der Effizienz von Organisationen und der Humanisierung des Arbeitslebens

- Arbeit, Organisationen und Strukturen menschengerecht zu gestalten, und Menschen zu befähigen, mit hohen Anforderungen zurechtzukommen

- Personalpsychologie

- Führungstrainings und Organisationsentwicklungsmaßnahmen

Was sind Funktionen von Arbeit?

- Aktivität und Kompetenz

- Zeitstrukturierung

- Kooperation, Kontakt

- Soziale Anerkennung

- Persönliche Identität

Was sind Quellen für Belastungen in der Arbeitswelt?

- Belastungen aus der Arbeitsaufgabe

- Belastungen aus der Arbeitsrolle

- Belastungen aus der materiellen Umgebung

- Belastungen aus der sozialen Umgebung

- Belastungen aus dem „behavior setting“

- Belastungen aus dem Personsystem

Worin unterscheiden sich bedingungsbezogene und personenbezogene Arbeitsanalyseverfahren?

bedingungsbezogene:

- Erfassung von Anforderungen und Ausführungsbedingungen der Arbeitstätigkeit unabhängig von Personen

- Methoden: v.a. Beobachtung

personenbezogene:

- Subjektive Wahrnehmung und Einschätzung der Arbeitstätigkeit und ihrer Ausführungsbedingungen im Vordergrund

- Methode: v.a. schriftliche Befragung

Welche Kriterien werden an eine humane Arbeitsgestaltung angesetzt?

- Ausführbarkeit

- Schädigungslosigkeit

- Beeinträchtigungsfreiheit

- Persönlichkeitsförderlichkeit

Was sind Merkmale einer vollständigen Aufgabe?

- Zielbildung: Selbständiges Setzen von Zielen

- Vorbereitung: Selbständige Handlungsvorbereitung

- Entscheiden: Auswahl der Arbeitsmittel und Aktionen zur adäquaten Zielerreichung

- Ausführung: Ausführung der Handlung mit Feedback über Ablauf

- Kontrolle: Kontrolle der Zielerreichung

Die Personalauswahl sollte bei der „Zuordnung“ von Arbeitsplatz und Bewerber das Ziel verfolgen, dass eine Passung zwischen Tätigkeit und Person zustande kommt. Was genau ist darunter zu verstehen?

- Tätigkeitsspezifische Anforderungen passend mit Fähigkeiten, Kenntnisse, Fertigkeiten

- Befriedigungspotential passend mit Interessen, Bedürfnisse, Werthaltungen, Motive

- Tätigkeitsübergreifende Anforderungen, Laufbahnanforderungen passend mit Generell erfolgsrelevante Eigenschaften, Entwicklungspotential

Was versteht man unter dem trimodalen Ansatz der beruflichen Eignungsdiagnostik?

Personalauswahlverfahren werden in biographie-, eigenschafts- und simulationsorientierte Verfahren unterteilt

Was versteht man unter einem biographischen Fragebogen?

Vorhersage zukünftigen Arbeitsverhaltens und zukünftigen Berufserfolgs anhand vergangener Erfahrungen und Verhaltensweisen und deren subjektiver Wiedergabe

Wie ist ein multimodales Interview aufgebaut?

1. Gesprächsbeginn

2. Selbstvorstellung des Bewerbers

3. Freies Gespräch

4. Berufsinteresse, Berufs- und Organisationswahl

5. Biographiebezogene Fragen

6. Realistische Tätigkeitsinformation

7. Situative Fragen

8. Gesprächsabschluss

Was ist ein Assessment Center und welche Einzelverfahren können zum Einsatz kommen?

Assessment Center:

- Kombination mehrerer (überwiegend) standardisierter Übungen (meist verhaltensorientiert), Mehrere Teilnehmer gleichzeitig, Mehrere geschulte Beobachter, Beurteilung mehrerer vorab definierter Anforderungen

Einzelverfahren:

- Individuell auszuführende Arbeitsproben und Aufgabensimulationen, Gruppendiskussionen mit und ohne Rollenvorgaben, Gruppenaufgaben mit Wettbewerbs- und/oder Kooperationscharakter, Vorträge und Präsentationen, Rollenspiele,  Komplexe Simulationsszenarien, Selbstvorstellung, Einzel- und Gruppeninterviews, Fähigkeits- und Leistungstests, Persönlichkeits- und Interessentests, Biographische Fragebögen

Nach welchen Gütekriterien können Auswahlverfahren beurteilt werden und was besagen sie?

- Objektivität: Ergebnisse einer begutachteten Person sind unabhängig davon, wer das Auswahlinstrument administriert, wer die Ergebnisse auswertet, wer die Ergebnisse interpretiert

- Reliabilität: Genauigkeit, mit der ein Verfahren misst, was es messen soll

- Validität: Verfahren misst das, was es messen soll

- Testfairness: Validität des Instruments wird nicht durch verschiedene Faktoren moderiert

- Normierung: Möglichkeit gegeben, das Abschneiden einer Person im Test mit dem Abschneiden der relevanten Zielgruppe des Tests in Beziehung zu setzen

- Ökonomie: effizienz 

- Einsatzbreite: Test kann für viele verschiedene Tätigkeiten eingesetzt werden

- Nützlichkeit: für den Anwender des Verfahrens von Bedeutung

- Akzeptanz: Verfahren und seine Anwendung sollten auch von abgelehnten Bewerbern als akzeptabel empfunden werden

Welche Funktionen hat die Leistungsbeurteilung und auf welchen Ebenen kann sie stattfinden?

1. Ebene: Day-to-day-Feedback: Verhaltenssteuerung, Lernen

2. Ebene: Regelbeurteilung: Leistungseinschätzung, Zielsetzung

3. Ebene: Potentialbeurteilung: Fähigkeitseinschätzung, Prognose

Was versteht man unter Personalentwicklung und welche Ziele / Gründe hat sie?

- Unter dem Begriff Personalentwicklung werden alle geplanten Maßnahmen gefasst, die geeignet sind, die individuelle berufliche Handlungskompetenz der Mitarbeitenden zu entwickeln und zu erhalten

- Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen; Flexibilität der Belegschaft erhöhen, Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden sichern; Motivation und Integration der Mitarbeitenden erhöhen, z. B. durch Einarbeitungsprogramme für neue Mitarbeitende; Qualifikationen sichern und anpassen, z. B. für Nachfolgeplanungen; Mitarbeitende an das Unternehmen binden

Was versteht man unter Potenzialanalyse und welche Instrumente können dazu z.B. eingesetzt werden?

- Bestimmung des Niveaus an kognitiven Fähigkeiten, sozialer Kompetenz, emotionaler Stabilität, Lern-, Veränderungs- und Entwicklungsbereitschaft

- Tests zur allgemeinen Intelligenz; Persönlichkeitstests; Potenzial-Assessment-Center;  Lernpotenzial-Assessment-Center; Leistungsbeurteilungen; 360°-Feedback

Wie läuft eine Personalentwicklung häufig ab und welche Maßnahmen können z.B. eingesetzt werden?

- Entwicklungs-AC --> Rückmeldungsgespräch --> Fördergespräch --> Nachfolgebesprechung 

- Maßnahmen: Persönlichkeits- und erlebnisorientierte Maßnahmen; Verhaltensorientierte Maßnahmen; Kommunikationsorientierte Verfahren; Selbstmanagementorientierte Verfahren; Zuweisung von entwicklungsförderlichen Aufgaben; Coaching, Mentoring

Was versteht man unter einem Team?

mindestens zwei Individuen,

• die gemeinsam an einem bestimmen Ziel arbeiten

• die interagieren (z.B. kommunizieren, koordinieren)

• die abhängig voneinander sind

Wie lassen sich Teams unterscheiden und beschreiben (Typen, Beschreibungsdimensionen)?

- Formale und Informale Gruppen

-Beschreibungsdimensionen: Spezialisierung; Hierarchie;  Beständigkeit; Integration

Was besagen die beiden Modelle des zeitlichen Verlaufs der Teamzusammenarbeit: Phasen der Teamentwicklung nach von Tuckman (1965) und Punctuated Equilibrium Model nach Gersick (1988)?

Phasen der Teamentwicklung von Tuckman (1965):

- Teams sind nicht sofort voll leistungsfähig, sondern durchlaufen linear verschiedene Entwicklungsphasen (Forming, Storming und Norming), bevor sie in der Performing-Phase produktiv zusammenarbeiten können und in Adjourning-Phase enden

Punctuated Equilibrium Model nach Gersick (1988):

- 2 Phasen bei der Bearbeitung von Projekten mit Transition in der Mitte

- Phase 1: Einschätzung, Fetlegung des Rahmens, Ausformung von Verhaltensroutinen 

- Phase 2: Leistungsteigerung; neue Stratgien und Herangehensweisen

Wie lässt sich Teamleistung definieren?

Tatsächliche Gruppenleistung = Gruppenpotenzial – Prozessverluste + Prozessgewinne

Welche Teamaufgaben lassen sich unterscheiden?

- Additiv

- Disjunktiv

- Kompensatorisch

- Konjunktiv

Was versteht man unter einer Teamentwicklung (als geplante Maßnahme)?

Eine Teamentwicklung ist eine aktive Maßnahme zur Entwicklung einer Gruppe

Welche Inhalte kann eine Teamentwicklungsmaßnahme haben?

- Strukturierung der Gruppe

- Arbeitstechniken und Vorgehensweisen

- Soziale Fertigkeiten

- Gruppendynamische Prozesse

- Beziehungen

Welchen Ablauf hat eine Teamentwicklungsmaßnahme?

- Einleitungsphase

- Diagnosephase

- Interventionsphase

- Evaluationsphase

Was ist eine Teamentwicklung als „rollierender Prozess“?

experimenteller Lernansatz der Schwerpunkt sowohl auf Forschung als auch Aktion legt 

Was versteht man unter einem Konflikt?

ein Prozess, der beginnt, wenn Individuen oder Gruppen Unterschiedlichkeiten oder Gegensätze wahrnehmen zwischen ihnen und anderen Individuen oder Gruppen bezüglich Interessen, Ressourcen, Meinungen, Werten, oder Tätigkeiten, die für sie wichtig sind

Welche Folgen haben Konflikte?

negative:

- Andauerende, destruktiven Prozessen; Produktivitätseinbußen; Zeitverluste, Prozeßverluste; Stress; Negative Emotionen, Ärger; Unzufriedenheit mit dem Leben; Burnout; Somatische Beschwerden; Gesundheitsprobleme; Counterproductive Work Behavior; Fehlzeiten

positive:

- Steigerung von Produktivität; Verbesserung von Entscheidungen; Innovationen; Kreativität; Synergien von unterschiedlichem Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten

Welche zentrale Typisierung sich bei Konflikten vornehmen und welche Konsequenzen haben diese Konflikttypen?

Aufgabenkonflikt:

- Konflikt bezieht sich auf den Inhalt und die Ziele der Arbeit

- negative Konsequenzen bei routine tasks

- positive Konsequenzen bei non-routine tasks

Beziehungskonflikt:

- Konflikt bezieht sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen

- negative Konsequenzen 

Was versteht man unter „Cooperation“ und „Competition“ und welche Konsequenzen haben diese?

Cooperation

• „We swim together or we sink together“

• Positive Zielabhängigkeit

Competition

• „I swim, you sink; you swim, I sink“

• Negative Zielabhängigkeit

Was besagt das Dual Concern Modell nach Pruitt & Carnevale (1993)?

• Verhalten im Kontext sozialer Konflikte wird durch zwei Motive bestimmt (Eigeninteresse vs. Fremdinteresse)

• Motive existieren unabhängig voneinander und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein

Wie kann man konstruktive Konfliktverläufe fördern oder unterstützen?

Fokus auf Interessen und v.a. Bedürfnisse (z.B. verbreiteter Ansatz bei Mediationen)

Was versteht man unter Führung?

„Personale Führung in Organisationen findet statt, wenn eine Person andere Personen dazu motiviert, beeinflusst und befähigt, zur Effektivität und zum Erfolg jener Organisation beizutragen, deren Mitglieder sie sind.“

Welchen Fokus haben Persönlichkeitsorientierte Führungstheorien?

- „Zum Führen wird man geboren“

- Persönlichkeitsvariablen machen „gute Führung“ aus

Welchen Fokus haben Verhaltensorientierte Führungstheorien?

„Effektives Führen ist erlernbar“

Welchen Fokus haben Situative Ansätze der Führung?

Die gleiche Führungspersönlichkeit oder das gleiche Führungsverhalten funktioniert in einer Situation aber nicht der anderen.

Welchen Fokus haben Austausch- & beziehungsorientierte Führungstheorien?

• Wechselseitige Beeinflussung von Führenden und Geführten

• Qualität der Beziehung zwischen Führenden und Geführten

• Was haben Führende und Geführte einander in Austauschbeziehungen zu bieten haben?

• Welche Vorstellungen haben Führende und Geführte voneinander?

Was bedeutet Kultur und welche Bedeutung hat Kultur für Führung?

- Kultur = “The way things are / should be / done around here.”

 

Was sind implizite Führungstheorien und welche Bedeutung haben Sie für internationale Führung (auch deren Passung mit Führungsverhaltensweisen)?

- Implizite Führungstheorien sind im weitesten Sinne kognitive Repräsentationen (Schemata, Prototypen), aufgrund derer Personen (Geführte) zwischen (guten/schlechten) ‚Führern‘ bzw. ‚Nicht-Führern‘ unterscheiden.

- Implizite Führungstheorien sind kulturgeprägt

Welche Dimensionen wurden im GLOBE-Projekt untersucht?

- Charismatisch, Transformatiive Führung

- Hierarchisch-Defensive Führung

Welche neueren Ansätze gibt es in der Führungsforschung und welche Foki haben diese?

- Fokus: Mit/durch Werte/n führen Ansatz: Ethical Leadership

- Fokus: Innovationen fördern Ansatz: Ambidextrous Leadership

- Fokus: Den „Mensch“ führen Ansatz: Servant Leadership

- Fokus: Zusammenarbeit in vernetzten Teams Ansatz: Shared Leadership

- Fokus: Komplexe und widersprüchliche Anforderungen Ansatz: Paradoxical leader behaviors

Was ist eine Organisation?

Eine Organisation ist ein eigenständiges System

Welche Phasen lassen sich bei der Entstehung von Organisationen erkennen?

• Pionierphase

• Differenzierungsphase

• Integrationsphase

• Assoziationsphase

Wie lassen sich Organisationen charakterisieren / typisieren und welche beispielhaften organisationalen Designs lassen sich unterscheiden?

- Arbeitsteilung

- Abteilungsbildung

- Weisungskette, Dienstwege

- Führungsspanne

- Zentralisierung versus Dezentralisierung

- Formalisierung

Beispielhafte organisationale Designs:

- Einfach Strukturen (häufig kleine Firmen)

- Bürokratie (z.B. Behörden)

- Matrix Struktur (z.B. häufig große Unternehmen)

Was versteht man unter Organisationskultur und welche Ebenen der Kultur gibt es?

Organisationskultur ist das Muster der Grundannahmen, die eine bestimmte Gruppe erfunden, entdeckt oder entwickelt hat, um ihre Probleme externer Anpassung und interner Integration zu bewältigen

Ebenen:

- grundlegende Annahmen

- Werte

- artefakte, Schöpfungen

Welche Funktionen hat Organisationskultur?

• Identifikationsfunktion

• Stabilisierungsfunktion

• Orientierungs- und Kontrollfunktion

• Sozialisationsfunktion

Was besagt das Competing Values Framework?

Ein Instrument, das es Organisationen ermöglicht, ihre interne Kultur zu bewerten

Was versteht man unter Person-Organization Fit?

Fit zwischen Person und Organisation (Person-Organization Fit) =

• Die Kompatibilität zwischen den entsprechenden Charakteristika der Person und der Organisation

• der Grad an Übereinstimmung zwischen den Werten einer Person und den Werten, die die meisten anderen in der Organisation teilen

Wie kommt Person-Organization Fit zustande und welche Konsequenzen hat ein (Nicht-)Fit?

• Personen suchen sich Organisationen, die zu ihnen passen

• Organisationen suchen die Personen aus, die zur Organisation passen

• Wenn kein Fit besteht, dann verlassen Personen oftmals die Organisationen wieder

Was versteht man unter Wandel (kontinuierlich und episodisch) und Organisationsentwicklung?

• Organisationsentwicklung sind Methoden, um Wandel gezielt zu erzeugen und zu begleiten

• Episodischer Wandel:

    - nicht ständig / selten, nicht kontinuierlich, intentional

    - Oft „groß angekündigt“, Management artikuliert den Weg des             Wandels und die Ziele

• Kontinuierlicher Wandel:

    - Andauernder, kumulativer Wandel

    - Charakterisiert durch kleine kontinuierliche Anpassungen über           die Organisation hinweg

    - Addiert sich auf zu einem Wandel

Was besagen die genannten Phasenmodelle von Veränderungsprozessen und welche Sichtweise steht im Fokus? (Es muss nicht die genaue Reihenfolge der Phasen auswendig gelernt werden, aber die Phasen sollten den Sichtweisen und Modellen zugeordnet werden können)

- 3-Phasen-Modell von Kurt Lewin ➢ Generische Sichtweise

- 7-Phasen-Modell von Richard Streich ➢ Sicht der Betroffenen

- 8-Phasen-Modell von Kotter ➢ Sicht der Akteure

Welche Anlässe und Inhalte gibt es für Organisationalen Wandel und Organisationsentwicklung?

• Innovationen

• Führung

• Gesundheit

• Internationalität

• Mergers & Acquisitions

• Kulturveränderung

Welche Formen von und Gründe für Widerstände bei Veränderungen gibt es? Was kann bei solchen Widerständen gemacht werden?

• Formen:

   - offen oder implizit

   - direkt oder verzögert

Schritte, um Widerstände zu überwinden:

1. Unterstützung der “mächtigen” in der Organisation gewinnen

2. Die Belegschaft über die Veränderung aufklären mit dem Fokus darauf Ängste zu reduzieren

3. Mitarbeiter in die Change Initiative miteinbeziehen

4. Feedback über die Erfolge des Wandels geben und erfolgreichen Wandel belohnen

5. Nach einem erfolgreichen Wandel den Fokus vom episodischen Wandel zum kontinuierlichen Wandel lenken um zukünftige Widerstände vorzubeugen

Was versteht man unter Survey Feedback und Appreciative Inquiry als beispielhafte Methoden der Organisationsentwicklung?

Survey Feedback:

- Systematisch Daten sammeln und an die Organisation (auf allen Ebenen) zurück spiegeln

Appreciative Inquiry:

- Ansatz mit Fokus auf die positiven Aspekte, Stärken und das vorhandene Potenzial

- „Selbsterforschung“ der Mitarbeiter im Rahmen von Interviews

Welche methodischen Ansätze dominieren in der A&O Psychologie?

Fragebogenstudien (meist nicht-experimentell)

Welche Hindernisse stehen dem „klassischen Experiment“ im Wege und wie versuchen die Forscher*innen in der A&O Psychologie damit umzugehen?

• „Echte“ Kontrollbedingungen im Feld nur sehr selten/schwer möglich (weil unethisch, Widerstände von Betriebsrat, Datenschutz, zeitintensiv, etc.)

• Keine „kontrollierbare“ Umgebung

• Untersuchungsgegenstand sind häufig Führungskräfte, Gruppen oder Organisationen

• Vorhandenes / potenzielles N ist zu gering

• Keine Zeit für langwierige Forschung in den Organisationen

• Fluktuation / Umstrukturierung in Unternehmen

• Widerstände von Betriebsrat, Datenschutz etc.

 

Welche beispielhaften methodischen Ansätze findet man in der in der A&O Psychologie neben dem klassischen Experiment und Korrelationsstudien?

• Qualitative Methoden, längsschnittliche Designs, Mehrebenen-Designs, Tagebuchstudien, Prozessbetrachtungen, etc.

• V.a. aber auch Methodenmix

Was sind die Grundzüge folgender Forschungsansätze: qualitative Studien, Mehrebenen-Modelle, Betrachtung von Prozessen, Längsschnittstudien?

- qualitative Forschung: Interviews, Fokusgruppen, Q-Sorting, Case Studies

- Mehrebenen-Modelle: Mitarbeitende in Organisationen als Mitglieder von Teams oder Abteilungen sowie als Organisationsmitglieder im Ganzen wahrnehmen

- Betrachtung von Prozessen: Sie bieten z.B. Hinweise für Veränderungsmöglichkeiten, Team- und Organisationsentwicklung, etc.

- Längsschnittliche Studien: Zeitliche Dynamiken berücksichtigen

Was versteht man unter „Evidenzbasiertem Management“ und was bedeutet ein großes E und ein kleines e bei der E/evidenz?

- Evidenzbasiertes Management: Die Umsetzung von Gesetzmäßigkeiten, die auf bestmöglicher Evidenz basieren, in organisationale Verfahren und Entscheidungen.

- „Groß E“: Generalisiertes Wissen über kausale Zusammenhänge

- „Klein e“: Organisationsspezifisches Wissen

Was ist eine Meta-Analyse?

Quantitative Zusammenfassung von Primärstudien