Diagnostik
Diagnostik ist ein Teilbereich der Psychologie, der sich mit der Theorie, der Konstruktion und der Analyse von Diagnoseverfahren befasst. Diagnose ist dabei die Feststellung des Vorhandenseins oder der Ausprägung von psychologischen Merkmalen (Zimbardo, 1988).
Schulleistungsdiagnostik
Schulleistungsdiagnostik ist „die systematische Beschreibung und anschließende Bewertung eines aktuellen Wissens- oder Fähigkeitsstatus von Lernenden bzgl. eines umschriebenen Inhaltsbereiches“ (Langfeldt & Imhof, 1999).
Objektivität
Ein Test wäre vollkommen objektiv, wenn verschiedene Untersucher bei denselben Probanden zu gleichen Ergebnissen gelangen (Lienert, 1967
Durchführungsobjektivität
Gleiche Bedingung für alle Prüflinge und die Untersuchung soll unabhängig von zufälligen und systemischen Verhaltensvariationen des Untersuchers sein.
Auswertungsobjektivität
Ergebnis unabhängig vom Untersucher.
Interpretationsobjektivität
Verschiedene Beurteiler interpretieren das gleiche Auswertungsergebnis gleich.
Reliabilität
Unter Reliabilität eines Tests versteht man den Grad der Genauigkeit, mit dem er ein bestimmtes Persönlichkeits- oder Verhaltensmerkmal misst (Lienert, 1967)
Wiederholungsreliabilität (Test-Retest-Methode)
Erneute Messung nach einiger Zeit.
Split-Half-Reliabilität (Testhalbierungsmethode)
Teilung der Testergebnisse im Nachhinein. (Nur ein Testdurchgang)
Paralleltestreliabilität
Verwendung mehrerer gleichartiger Testformen
Konsistenzanalyse
Zerlegung eines Tests in einzelne Items
Validität
Die Validität eines Verfahrens sagt etwas darüber aus, ob tatsächlich das Gemessen wird, was man messen will und nicht irgendetwas anderes (Ingenkamp, 2008).
Inhaltsvalidität
Test (bzw. Items) repräsentiert das zu messende Merkmal optimal.
Empirische Validität
Aus Ergebnissen kann Verhalten vorhergesagt werden.
Konstruktvalidität
Es wird das Konstrukt gemessen, das man messen will.
Testfairness
„Darunter ist die Forderung zu verstehen, dass die Testitems keinen Probanden oder keine Probandengruppe benachteiligen dürfen (Lukesch, 1998).
Normierung
Einordnung der Ergebnisse in ein Bezugssystem.
Nützlichkeit und Zumutbarkeit
Bestehendes Bedürfnis für das Verfahren.
Ökonomie
Einfach und schnelle Handhabung
Vergleichbarkeit
Übereinstimmung mit ähnlichen Verfahren lässt sich untersuchen
Akzeptanz
Verfahren von der Öffentlichkeit anerkannt.
Test
Ein Test ist ein nach bestimmten Methoden entwickeltes und nach bestimmten Regeln durchzuführendes Untersuchungsverfahren (Ingenkamp & Lissmann, 2008).
Beobachtung
Beobachtung ist das grundlegende Verfahren der empirisch forschenden Sozialwissenschaften und der Erziehungswissenschaften (Roth, 2001).
Interaktionsanalysen
Nach Lukesch (1998) sind Interaktionsanalysen alltägliche und wissenschaftliche Versuche, Informationen über zwischenmenschliche Beziehungen (Interaktionen) unter spezifischer Fragestellung zu gewinnen und zu verarbeiten.
Beobachtungssystem
Unter einem Beobachtungssystem oder Kodierschema versteht man eine Menge von Regeln, die spezifizieren, welche Verhaltensaspekte jeweils beachtet und registriert werden müssen (Krohne & Hock, 2007)
Beurteilung
Beurteilung ist die abstrahierende Beschreibung des Verhaltens mit anschließender Deutung des Verhaltens, wobei ein Vergleich der Beobachtungseinflüsse mit Milieueinflüssen und Lebenslaufdaten stattfindet.
Inferenz
Als Inferenz bezeichnet man die Wertungs- und Interpretationsprozesse, die sich an eine Wahrnehmung anschließen (können) (Ingenkamp, 2005).
Gespräch
Vorgehensweise der Informationssuche, bei der der Proband durch gezielte Fragen zu Angaben über sich und sein Umfeld angeregt werden soll (Fisseni, 2004).
Anamnese
„Anamnese ist das Insgesamt der Mitteilungen eines Probanden oder einer wesentlichen Bezugsperson über seine Persönlichkeit, Lebensgeschichte, soziale Bezüge, Erlebnisse Handlungen, Einstellungen und Wünsche im Allgemeinen(!) oder in speziellen Bereichen.“ (Schraml, 1964)
Exploration
Eine Exploration ist eine fachkundig vorgenommene psychologische Befragung (Undeutsch, 1983).
Interview
Unter Interview als Forschungsinstrument versteht man ein planmäßiges Vorgehen mit wissenschaftlicher Zielsetzung, bei dem die Versuchsperson durch eine Reihe gezielter Fragen oder mitgeteilter Stimuli zu verbalen Informationen veranlasst werden soll (Scheuch, 1962).
Lüge
„Die Lüge ist eine Aussage mit dem Willen, Falsches zu sagen.“ (Augustinus, 1953)
Dokumente
Dokumente sind alle Zeugnisse menschlichen Handelns, Denkens und Erlebens, die in natürlichen Situationen entstanden sind und erst nachträglich zur Beantwortung einer Forschungsfrage herangezogen werden. (Ballstaedt, 1987)
Fragebogen
Wissenschaftliche gesehen ist ein Fragebogen „[…] die schriftlich fixierte Strategie einer strukturierten Befragung“ (Atteslander, 2000).
Soziometrie
„Soziometrie ist die quantitative Untersuchung zwischenmenschlicher Beziehungen unter dem Aspekt der Bevorzugung, Gleichgültigkeit und Ablehnung in einer Wahlsituation.“ (Bjernstedt, 1956)
Schulleistungsdiagnostik
Schulleistungsdiagnostik ist „die systematische Beschreibung und anschließende Bewertung eines aktuellen Wissens- oder Fähigkeitsstatus von Lernenden bzgl. eines umschriebenen Inhaltsbereiches“ (Langfeldt & Imhof, 1999).
Schulleistungstests
Schulleistungstests sind Verfahren der Pädagogischen Diagnostik, mit deren Hilfe Ergebnisse geplanter und an Curricula orientierten Lernvorgänge möglichst objektiv, zuverlässig und gültig gemessen und durch Lehrende oder Beratende ausgewertet, interpretiert und für pädagogisches Handeln nutzbar gemacht werden können (Ingenkamp & Lissmann, 2008).
Bezugsgruppenorientierte Schulleistungstests
Bezugsgruppenorientierte Schulleistungstests sind Tests […], bei denen das individuelle Ergebnis mit den an einer relevanten Stichprobe ermittelten Ergebnissen verglichen werden kann (Ingenkamp & Lissmann, 2008).
(sozial-)normorientierter Schulleistungstest
Ein (sozial-)normorientierter Schulleistungstest ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Feststellung des Kenntnisstandes in einem (oder mehreren) inhaltlich spezifizierten kognitiven Lehrzielbereich(en); dabei werden Aussagen über die Leistungshöhe aufgrund des Vergleichs mit den Leistungen einer für die jeweilige Altersstufe, Schulstufe oder Schulart repräsentativen Stichprobe getroffen (Lukesch, 1998).
kriteriumsorientierter Test
Ein kriteriumsorientierter Test ist ein „wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung der Frage, ob und eventuelle wie gut ein bestimmtes Lehrziel erreicht ist.“ (Fricke, 1973)
Informelle Schulleistungstests
Informelle Schulleistungstests sind Verfahren der Pädagogischen Diagnostik, die hauptsächlich von Lehrkräften konstruiert werden, um die Ergebnisse der von ihnen geplanten Lernvorgänge in ihrer Klasse möglichst objektiv zu erfassen und für ihr pädagogische Handeln nutzbar zu machen (Ingenkamp & Lissmann, 2008).
Mündliche Prüfungen
Mündliche Prüfungen sind eine Form zielgerichteter Kommunikation zwischen einem oder mehreren Prüfern und Prüflingen, bei der auf die Schriftform verzichtet wird (Ingenkamp & Lissmann, 2008).
Intelligenz
Intelligenz wird als Fähigkeit verstanden, sich neuen Gegebenheiten anzupassen, zugleich aber auch als Fähigkeit, die Umwelt zu verändern (Sternberg, 1997).
Intelligenz
Intelligenz ist die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzusetzen (Wechsler, 1944).
Lernbehinderung
Lernbehinderung wird angenommen, sofern die Intelligenzleistung im Bereich zwischen der negativen ersten und dritten Standardabweichung eines validen standardisierten Intelligenzmessverfahrens liegt und wenn zugleich ein erhebliches Schulversagen gegeben oder zu erwarten ist (Deutscher Bildungsrat, 1973).
Teilleistungsstörungen
Teilleistungsstörungen werden diagnostiziert, wenn die Schulleistungen im Lesen, Schreiben oder Rechnen erheblich beeinträchtigt sind, die IQ-Werte aber größer als 84 sind (Hasselhorn & Gold, 2013).
Hochbegabung
Man spricht von Hochbegabung, wenn die allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit mindestens zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert der Referenzpopulation liegt (Hasselhorn & Gold, 2013).
Underachiever
Lernende, die trotz sehr hoher Intelligenz nur bestenfalls durchschnittliche Schulleistungen erbringen, werden als „Underachiever“ bezeichnet (Hasselhorn & Gold, 2013).
Evaluation
Evaluation ist die systematische Anwendung sozialwissenschaftlicher Forschungsmethoden (von der Planungsphase bis hin zur Entwicklung und Umsetzung eines Programms) zur Beurteilung des Konzepts, des Designs, der Umsetzung und des Nutzens sozialer Interventionsprogramme (Rossi & Freemann, 1983).