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Haven't started (27)

Nennen Sie Positiv- & Negativsymptome die bei schizophrenen Menschen auftreten können.

Positiv:

  • Wahnideen (z.B. Verfolgungs-/Größenideen, religiöse Wahrnehmung, Gedanken von außen eingegeben/von anderen wahrgenommen)
  • Halluzinationen (meistens akustisch in Form von kommentierenden oder befehlenden Stimmen)
  • formale Denkstörung & desorganisiertes verhalten

 

Negativ:

  • verflachter/ inadäquater Affekt
  • Sprachverarmung
  • sozialer & emotionaler Rückzug
  • Reduktion sozialer Leistung

Wie lässt sich der Verlauf einer Schizophrenie i.d.R. einteilen?

  • Prodromalphase - unspezifische Symptome & Einußen des Leistungsniveaus
  • Akut psychotische Episode - Positivsymptome dominieren, Verhalten und Denken ist sprunghaft und desorganisiert
  • Residualphase - Negativsymptome
  • in 3/4 der Fälle mehrere akute Episoden

Nennen Sie die Diagnosekriterien der Schizophrenie.

mind. eins der folgenden:

  • Wahnphänomene bezüglich eigener Gedanken
  • Kontroll-/Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten
  • Kommentierende/ dialogische Stimmen
  • Anhaltender kulturell unangemessener Wahn

ODER mind. zwei dieser:

  • Anhaltende Halluzinationen
  • Zerfahrenheit des Denkens
  • Katatone Symptome
  • Negativsymptomatik

 

-> Fremd- und Selbstbeurteilung wertvoll, hierbei neben Schwere der Symptome auch auslösende/aufrechterhaltende Bedingungen (Verhaltensanalysen)

Welche Subtypen der Schizophrenie unterscheidet man?

  • paranoide Schizophrenie - Wahnideen & Halluzinationen (Verfolgung oder Glaube Mission erfüllen zu müssen)
  • hebephrene/ desorganisierte Schizophrenie - wenig planvolles Verhalten, Denken & Sprechen undgeordnet, Stimmung und emotionaler Ausdruck unpassend
  • katatone Schizophrenie - motorische Störungen (Übererregung/ Haltungsstereotypien), verbal schwer zu erreichen

 

-> werden Merkmale meherere Subtypen erfüllt = undifferenzierte Schizophrenie

 

Wie wird das Zustande kommen der Schizophrenie erklärt?

Dem Kontinuumsmodell zufolge gibt es einen fließenden Übergang zwischen normalem Erleben und psychotischen Symptomen. Zahlreiche kleine Einflüsse bestimmen die individuelle Auftretenswahrscheinlichkeit.

  • biologisch - genetische Komponente, Dopaminhypothese (Störung verschiedener Transmittersysteme vorallem Positivsymptomatik), prä-/perinatale Schädigung
  • psychosozial - Stress-Reaktivität, alltägliche Stressoren, Traumata, psychotrope Substanzen (Cannabis)
  • neuropsychologisch - Defizite des verbalen Gedächtnis, Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen, allg. intellektuelle Leistungsfähigkeit (Risikofaktoren z.T. Symptome)
  • kognitive Verzerrung - Tendenz zu voreiligen Schlüssen, externale Attribution, Defizit Fähigkeit der Perspektivenübernahme (begünstigen Auftreten der Symptome)

Welche Behandlungsansätze empfehlen sich bei schizophrenen Menschen?

  • antipsychotische Medikation - Linderung der akuten psychotischen Symptomatik
  • KVT - individuelles Störungsmodell auf lebensgeschichtlichen Erfahrungen entwickeln und kognitive Verzerrung (Wahnideen) als natürliche Reaktionen darstellen, Bearbeitung wahnhafter Überzeugungen
  • Metakognitive Trainings - Sensibilisierung für Verzerrung
  • Kognitive Remedation - Defizite trainieren und Strategien entwickeln
  • Psychoedukation

Wie hoch ist die Lebenszeitprävalenz schizophrener Störungen?

Labenszeitprävalenz: 0,5-1%

Wie lassen sich Persönlichkeitsstörungen definieren und kategorisieren?

Persönlichkeitsstörungen sind »überdauernd[e] Muster von innerem Erleben und Verhalten, d[ie] merklich von den Erwartungen der soziokulturellen Umgebung abweicht, tiefgreifend und unflexibel [sind] […] und zu Leid oder Beeinträchtigungen führ[en]« (Saß, Wittchen & Zaudig, 1996).  Abgrenzung zu Persönlichkeitsänderung ergibt sich durch das bestehen der Symptomatik über einen längeren Zeitraum. Da sie sehr verschieden ausfallen hat man symptomähnliche Cluster gewählt:

  • Cluster A - sonderbares, exzentrisches Verhalten
  • Cluster B - dramatische, emotionale, launische Verhaltenszüge
  • Cluster C - ängstliche, vermeidende Gedanken-/Verhaltensmuster
     

Gibt es einen Unterschied zwischen der Prävalenz von Persönlichkeitsstörungen in der allgemein Bevölkerung und den sich bereits in Behandlung befindenden Menschen?

Ja, in der allgemein Bevölkerung liegt sie bei 5-15% wärend die "behandelte Prävalenz" bei 40-60% liegt.
Außerdem weist die PS eine hohe Komorbidität auf, besonders mit anderen PS (60,4%). (Paranoide und schizotypische PS haben einen hohen Zusammenhang.)

Tatsächlich weist die PS eine Stabilität von nur 40% auf. Besonders Borderline PS haben eine gute Remissionsrate.

Welche biologischen und psychosozialen Faktoren interagieren in der Entstehung von Persönlichkeitsstörungen?

biologisch:

  • Genotyp (bis zu 60%)
  • prä-/peri-/postnatale Komplikationen
  • Temperament (ängstlich-vermeidendes, impulsives oder emotional instabiles)
  • Unterschiede der serotonergen und noradrenergen Aktivität

Psychosozial:

  • traumatische Lebensereignisse (Missbrauch, Vernachlässigung)
  • interpersonelle Stressoren
  • Erziehungsstil
  • Angststörungen, Depression und Suizidalität sowie ein Mangel an sozialer Unterstützung  innerhalb der Familie

 

Welche Theorien/Modelle sind für PS relevant?

  • Kognitiv-verhaltenstherapeutische Theorie - überlebensdienliche Schemata (Handlungsstrategien und Annahmen)
  • Modell der doppelten Handlungsregulation (Interaktionsstörungen) - Motivebene (Ebene der authentischen Handlungsregulation) und dysfunktionale Schemata im Widerspruch deswegen auf Spielebene (Ebene der manipulativen Handlungsregulation) kurzfristige Lösung

Welches Ziel verfolgt die KVT bei PS und wie erreicht sie es?

Ziel ist nicht die Heilung sondern vielmehr in der Behandlung der Einschränkungen durch die Symptome (Interaktionsschwierigkeiten, Impulskontrolle). Daher wird eine realitätsnahe Therapie angestrebt, welche nach einer klaren Behandlungshierarchie aufgebaut ist.

  1. Behandlung akuter Suizidalität/ Fremdgefährdung
  2. allgemeine Gefährdung der Therapie
  3. Verhaltenskontrolle (sozialen Kompetenzen, Problemlösestrategien)
  4. emotionales Erleben (Modifizierung kognitiver Schemata)
  5. Hilfestellung bei der Lebensgestaltung

 

 

Welche Therapieverfahren existieren zur Behandlung von PS neben der KVT?

  • Dialektisch-behavioral - Verbesserung emotionaler Bewältigungsfertigkeiten, Reduktion der Symptomatik
  • Psychoanalytisch - verstärkter Ansatz bei Persönlichkeitsstruktur
  • Schematherapie - Schemata, maladaptive Bewältigungsstile und Schemamodi bearbeitet (1. Einschätzung und Edukation 2. Veränderung)

Wie unterscheidet sich "schädlicher Gebrauch/Missbrauch" von "Abhängigkeit"?

Während schädlicher Gebrauch/ Missbrauch zunächst nur den wiederkehrenden Gebrauch einer psychotropen Substanz, trotz Wissen über dadurch verursachte soziale, berufliche, psychologische und körperliche Probleme meint, ist Abhängigkeit als "Steigerung" dessen anzusehen. Körperliche oder psychische Entzugserscheinungen treten bei Abstinenz auf und Betroffene erleben übermächtige Konsumverlangen die sich zunehmend steigern.

Welche Wirkungen können psychotrope Substanzen übergeordnet haben?

  • Dämpfend
  • Halluzinogen
  • Aktivierend

Nennen Sie stoffungebundene Süchte.

  • Spielsucht
  • Kaufsucht
  • Arbeitssucht
  • Internet- & Computersucht
  • Sexsucht
  • Sportsucht

Nennen Sie die Diagnosekriterien von Abhängigkeit nach ICD-10.

mind 3 Kriterien seit mind. 1 Monat oder wiederholt in den letzten 12 Monaten:

  • starkes Verlangen/ Art Zwang nach Konsum
  • verminderte Kontrolle über Substanzgebrauch
  • körperliches Entzugssyndrom (nach Abstinenz Entzugssymptome)
  • Toleranzentwicklung
  • Vernachlässigung anderer Aktivitäten/ Lebensbereiche
  • anhaltender Gebrauch trotz eindeutiger schädlicher Folgen

Welche Probelme sind potenziell bei der Diagnose von Missbrauchs-/Abhängigkeitsstörungen denkbar?

  • Betroffene sind sich negativer Folgen nicht bewusst
  • schambehaftete Thematik (Verheimlichung, Leugnen, Bagatellisierung)
  • illegales Millieu daher evtl. keine wahrheitsgemäßen Aussagen (alternative Informationsquellen ranziehen)

Wie hoch sind Prävalenzzahlen für Alkoholabhängigkeit und schädlichen Gebrauch? Wieso ist der Konsum von legalen Drogen ein Risikofaktor?

12-Monats-Prävalenz des schädlichen Gebrauchs: 29,7%

Punktprävalenz Alkoholabhängigkeit: 2,4%

 

Für junge Menschen sind legale Drogen häufig die ersten Suchtmittel mizt denen sie in Kontakt kommen. Sie können als Einstiegsdrogen dienen.

 

Skizzieren Sie schemenhaft den Verlauf von Substanzgebrauch und -störung. (3 Phasen, Vulnerabilitäten und Risikofaktoren, Achsen)

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Welche Faktoren (übergeordnet) spielen in der Entstehung von Sucht nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell eine Rolle? Welche weiteren Prozesse tragen zur Entwicklung bei?

Nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell sorgen sowohl Bedingungsfaktoren der Person (z.B. Traumatisierung), Umweltfaktoren (z.B. Einstellung der Peergroup) als auch Merkmale der Substanz (z.B. Dauer der Wirkung) eine Rolle bei der Entstehung. Weiterhin sind klassische Konditionierung (z.B. Orte oder Erinnerungen als Assoziationen mit Drogeneinnahme) und operante Konditionierung Erklärungen für das Zustandekommen und Aufrechterhalten der Störung.

Welche Schritte sind neben den allgemein gültigen Richtlinien zu Abhängigkeitsstörungen wichtig?

  • Abstinenz als erster Schritt - bei körperlicher Abhängigkeit Entgiftung
  • Motivations- und Rückfallbehandlung - Einsicht wichtig
  • Rückfallprävention als Hauptbestandteil der Therapie - Strategien entwickeln, einmaligen Konsum nicht als kompletten Rückfall sehen

-> Abstinenzraten: Alkohol bei 76 %, Opiate bei 36 %, Kokain bei 32 % Cannabis bei 26 % -> Rückfälle sind Teil des Krankheitsbilds

Welche Kriterien muss eine nicht-organischen (primären) Insomnie (F51.0) nach ICD-10 erfüllen?

  1. Klagen über Ein-/Durchschlafstörungen oder schlechte Schlafqualität ohne erfrischende Wirkung
  2. Schlafstörungen mind. dreimal pro Woche mind. 1 Monat
  3. Schlafst. verursachen deutlichen Leidensdruck oder stören alltägliche Funktionsfähigkeit
  4. organische Faktoren (z.B. psychotrope Substanzen, neurologische/somatische Krankheitsbilder)

Was ist die differenzierteste Methode zur Schlafdiagnostik? Was beinhaltet sie?

Die Polysomnografie umfasst folgende Aufzeichnungen:

  • Elektroenzephalogramms (EEG)
  • Elektrookulogramms (EOG)
  • Elektromyogramms (EMG)
  • bei Bedarf - Atmung, Schnarchgeräusche und Beinbewegungen

-> lediglich bei organischen Ursachen oder bei chronischer therapierefraktärer Insomnie indiziert

Wie kann man "Risikofaktor" im Bezug auf Schlafstörungen interpretieren?

Wärend es sowohl Risikofaktoren für Schlafstörungen gibt (z.B. organische Erkrankungen, psychische Störungen), ist die Schlafstörung selbst ebenso ein Risikofaktor für die Entwicklung anderer psychischer Störungen.

Erklären Sie (grafisch) die vier Faktoren des psychophysiologischen Modells für primäre Insomnie und nennen Sie Beispiele.

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Welche Behandlungsmethoden empfehlen sich bei Schlafstörungen?

  • Entspannungsmethoden (z.B. PMR, autogenes Training)
  • Psychoedukation und Schlafhygiene (z.B. unrealistische Annahmen klären & eigene Regeln entwickeln)
  • Strukturierung des Schlaf-Wach-Rhythmus (Stimuluskontrolle, Restriktion der Zeit im Bett)
  • Kognitive Techniken (paradoxe Intention, Problemlösetechniken [Sorgenstunde, Gedankenstopp mit anschließendem Ruhebild])