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Haven't started61

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Haven't started (61)

Auswahl der fertigungsverfahren für FVWs ist abhängig von:

  • verwendeten Kunststoffsorte (Thermo- oder Duroplast)
  • Faser- bzw. Faser-Matrix-Halbzeug (Trockene Fasern oder Prepreg/Towpreg systeme)
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Warum sind thermoplastischen Kunststoffen umformbar?

thermoplaste sind aufschmelzbar, daher immer wieder Umformbar

Was versteht man unter Viskosität?

  • Viskosität bezeichnet die Zähflüssigkeit von Flüssigkeiten
  • je höher die vIskosität, desto geringer die Fließfähigkeit


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Welche Parameter beeinflussen die Viskosität auf welche Weise?

1) Temperatur:

  • steigender Temp. reduziert Viskosität


2) Scherrate bzw. Schergeschwindigkeit:

  • entspricht in vielen Fällen der Fließgeschwindigkeit bzw. ergibt sich aus dieser
  • steigender Scherrate, reduziert Viskosität


3) Aushärtegrad bei Duroplaste:

  • steigende Vernetzung steigert Viskosität
  • innere Reibung der Polymerketten steigt


4) Feuchtigkeit:

  • Lagerung von thermoplastischen Kunststoffen
  • kann sogar Formfüllung bei Spritzguss negativ beeinträchtigen



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Was beschreibt der Aushärtegrad (α)?

Gibt an, wie weit die chemische Vernetzung (Härtung) eines Duroplasts fortgeschritten ist.


Maß für den Reaktionsfortschritt in Prozent (%).


Formel:

α=Δh/H

  • Δh = bereits freigesetzte Reaktionsenthalpie
  • H = gesamte Reaktionsenthalpie bei vollständiger Vernetzung
  • α = 0 → keine Vernetzung
  • α = 1 → vollständig vernetzt


Englischer Ausdruck: Degree of Cure (DoC)


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Einflussfaktoren auf den Aushärtegrad (α)

Temperaturverlauf:

  • höhere Temp. steigert aushärterate und max. Aushärtegrad

Katalysatoren

  • steigern aushärterate und max. Aushärtegrad


Materialeigenschaften


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Wie hängen Aushärtegrad (α) und Glasübergangstemp. (T_g) zusammen?

steigt mit zunehmendem Aushärtegrad


Tg und α verlaufen ähnlich


für ausgehärteter Werkstoff:

  • T < T_g : Material glasartig (spröder Festkörper)
  • T > T_g : Material gummiartig (viskoelastischer Festkörper)


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Wie beeinflusst Aushärtegrad die Viskosität?

steigender Aushärtegrad steigert die Viskosität

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Gelpunkt (α_gel)

  • Ab diesem Punkt beginnt der Werkstoff gummiartig zu werden
  • Keine Fließfähigkeit mehr
  • Viskosität geht gegen ∞

Aushärtegradverlauf beeinflusst...

  • Bauteil verzug
  • α_gel erst überschreiten, wenn finale Härtetemp. erreicht

Finaler Aushärtegrad beeinflusst...

Steifigkeit (E-Modul) und Festigkeit

3 Aushärtephasen eines Duroplasts

Flüssig:

  • T > Tg & α < α_gel
  • Kein Kraft-/Spannungstransport möglich


Gummiartig:

  • T > Tg & α > α_gel
  • Werkstoff kann Kräfte übertragen, verformt sich viskoelastisch
  • Innere Spannungen entstehen, können durch Relaxation abgebaut werden


Glasartig:

  • T < Tg & α > α_gel
  • Festkörperverhalten
  • Spannungen bleiben im Material gefangen


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Welche Information enthält der Parameter Permeabilität?

Flüssigkeitsdurchlässigkeit eines porösen Festkörpers


bringt Viskosität, Fließgeschwindigkeit und Druckgradient in Beziehung

  • hoher Druckgradient erzeugt hohe Fließrate
  • niedrige Viskosität erzeugt hohe Fließrate


geringe Permeabilität erfordert niedrige Viskosität, um Infiltration zu erzeugen


geringe Permeabilität erzeugt auch bei hohe Druckdifferenz nur eine geringe Fließrate

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Wovon ist die Permeabilität des Fasermaterials maßgeblich abhängig?

1) Faservolumengehalt:

  • je höher der Faservolumengehalt, desto niedriger die Permeabilität
  • Fließkanäle im Faserhalbzeug werden kleiner


2) Faseraufbau:

  • je nachdem ob Gewebe oder UD


3) Fließrichtung:

  • Permeabilität ist anisotrope Eigenschaften
  • parallel zu Fasern besseres Fließen
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Für welche Fertigungsverfahren ist Permeabilität besonders relevant?

1) Harzinjektion beim RTM-verfahren


2) Harzinfusion beim Vakuuminfusionsverfahren


3) Fließverhalten des Harzes bei Prepreg-Systemen

  • untergeordnete Rolle aufgrund sehr kurzer Fließwege
  • Harz bereits auf jede einzelne Laminatlage aufgebracht

Extrusion

Ziel, Ablauf und Aufbau

Ziel: Kontinuierliche Herstellung von Profilen, Rohren, Halbzeugen, Folien

Ablauf & Aufbau:

1) Extruder mit Schnecke:

  • Förderschnecke bewegt Granulat Richtung Düse
  • Reibung + beheizte Zylinderwände → Aufschmelzen (Plastifizierung)
  • Schnecke homogenisiert das Schmelzgemisch

2) Werkzeug (Düse):

  • Formt die gewünschte Geometrie

3) Kalibrierung & Kühlung:

  • Stabilisierung der Form
  • Kühlung durch Wasser o. Ä.

4) Abzug + Konfektionierung:

  • Fertigteile werden auf Länge geschnitten


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Extrusion

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Hoher Materialdurchsatz
  • Geeignet für komplexe Profile
  • Auch mit Kurzfaserverstärkung


Nachteile:

  • Nur für Großserie geeignet
  • Keine Endlosfaserverstärkung möglich
  • Begrenzter Fasergehalt


Extrusion

Plastifizierung (in Schnecke/Extruder)

Ziel: Verflüssigung des Kunststoffs für Weiterverarbeitung


Mechanismen:

1) Wärmezufuhr:

  • Durch Reibung (Schneckenbewegung)
  • Beheizte Zylinderwände

2) Scherung:

  • Hohe Scherraten → Viskositätsreduktion


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Extrusion

Plastifizierung (in Schnecke/Extruder) - Zonen einer 3-Zonen-Schnecke

1) Einzugszone:

  • Aufnahme von Granulat
  • Anheizen & Beginn des Aufschmelzens


2) Kompressionszone:

  • Drucksteigerung
  • Intensives Aufschmelzen & Scherung


3) Meteringzone:

  • Homogenisierung
  • Erreichen der Zieltemperatur


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Spritzguss

Ziel, Ablauf und Aufbau

Ziel: Herstellung komplex geformter Geometrien


Aufbau einer Spritzgießanlage:

1) Plastifiziereinheit (wie Extruder):

  • Schnecke erzeugt Druck für Einspritzen
  • Plastifiziert das Granulat

2) Werkzeug (Form):

  • Formkavität mit integrierter Kühlung

3) Schließeinheit:

  • Hohe Schließkräfte (bis 2500 bar)

4) Auswerfer:

  • Entfernen des erkalteten Formteils


Ablauf:

  1. Werkzeug schließen
  2. Schnecke vorschieben (ohne Rotation) → Einspritzen
  3. Nachdruckphase zum Ausgleich von Schwindung
  4. Kühlen & Formteil auswerfen
  5. Schnecke rotiert rückwärts → Dosierung für nächstes Bauteil


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Spritzguss

Wichtige Fertigungsparameter

  • Schmelztemperatur: beeinflusst Viskosität, Formfüllung, Einspritzdruck


  • Einspritzgeschwindigkeit: bestimmt Einspritzdruck & Füllzeit


  • Nachdruckhöhe/-zeit: kompensiert Schwindung beim Abkühlen


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Spritzguss

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Komplexe Geometrien inkl. Hinterschnitte
  • Verwendung von Glas-/Kohlenstofffasern möglich


Nachteile:

  • Teure Werkzeuge
  • Nur für Großserie
  • Keine Endlosfaserverstärkung


Organosheets

Laminat mit thermoplastischer Matrix


Faserverstärkt (Kurz- oder Endlosfasern)


Formen:

  • Tape Laying: unidirektionale Einzelfasern mit Thermoplast
  • Gewebe + Thermoplastfolie: meist gepresst
  • Kurzfaserfolien (Organofoil): z. B. durch Tiefziehen verformbar


Umformen von Thermoplast Organosheets

Ablauf

1) Aufheizen der Organobleche:

  • Ofen, Strahler (IR), Heizplatte


2) Einlegen in Presse: oft automatisiert durch Roboter


3) Schließen der Presse:

  • Umformen des Werkstücks
  • Gleichzeitiges Abkühlen


4) Öffnen & Entformen

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Welche verschiedenen Möglichkeiten zur Umformung von Organoblechen kennen Sie?


1) Pressenfertigung:

  • vollständige Aufheizung des Organoblechs
  • Einlegen in presse
  • Umformen durch schließen der Presse


2) Biegefertigung:

  • lokales aufheizen
  • Biegeumformen in Presse
  • Achtung: kein freies Biegen wie bei Metall


3) Doppeldiaphragma- Umformung:

  • vollständige Aufheizung
  • Umformung zwn. zwei dehnbaren Membranen mittels über- und unterdruck
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Umformen von Thermoplast Organosheets

Wichtige Fertigungsparameter

Aufheiztemperatur: Material darf nicht tropfen


Umformtemperatur/-verlauf: beeinflusst Viskosität

  • Hohe Temperatur → niedrige Viskosität → gutes Umformen
  • Schnelles Abkühlen → Viskosität steigt → Gefahr von Fehlern


Laminataufbau/Scherwinkel:

  • Einfluss auf Faltenbildung und Verzug
  • Unterschiedlicher max. Scherwinkel je nach Gewebeart


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Umformen von Thermoplast Organosheets

Fertigungsfehler und Ursachen

  • Resin Migration: sehr geringe Viskosität + hohe Temperatur
  • Faltenbildung: Viskosität zu hoch → Lagen gleiten nicht
  • Konsolidierungsverlust / Poren: fehlender Druck + zu niedrige Viskosität
  • Delamination: Lagen trennen sich bei falscher Verarbeitung
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Umformen von Thermoplast Organosheets

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Endlosfaserverstärkung möglich
  • Komplexe Geometrien formbar (z. B. durch Tiefziehen)
  • Mehrfachumformung möglich
  • Schweißen als Verbindungstechnik einsetzbar


Nachteile:

  • Hohe Halbzeugkosten
  • Teure Werkzeuge, hohe Prozesszeiten
  • Häufig nur quasi-isotrope Platten


Additive Fertigung

Allgemeiner Ablauf

1) CAD-Modell erstellen.


2) Slicing: Umrechnung in Schichten mit:

  • Kontur (x-y)
  • Schichtdicke (dz)
  • Schichtnummer
  • Faserorientierung (optional)


3) Druckprozess (Additive Fertigung):

  • Schichten werden aufgetragen und verbunden.
  • Ggf. Fasern gezielt orientieren.
  • Ggf. Stützstruktur aufbauen.


4) Entformen: Bauteil und Stützstruktur entnehmen.


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Additive Fertigung

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Hohe Gestaltungsfreiheit.
  • Ohne Fertigungsvorrichtung möglich.
  • Digitale Prozesskette, vom CAD Modell direkt zum Bauteil
  • Kurzfaser + Endlosfaserverstärkung können kombiniert werden
  • Sandwichkerne bzw. hohle Innenstrukturen möglich (Infill) ==> Gewichtsersparnis


Nachteile

  • Hohe Prozesszeit.
  • Verzüge und Schwindung schon bei Bauteilgestaltung zu berücksichtigen
  • Schichtweiser Aufbau → längere Fertigungszeit.
  • beschränkte Bauteilgrößen


Additive Fertigung

Selektives Lasersintern (SLS)

Werkstoff: Thermoplastpulver (20–50 μm).


Ablauf:

  • Pulverschicht auf Kolben.
  • Laser schmilzt gewünschte Bereiche.
  • Kolben fährt ab → neue Pulverschicht.
  • Abkühlen → Stabilität durch Rückverfestigung.


Kein Fasereinsatz möglich.

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Additive Fertigung

Fused Layer Modeling (FLM)

  • Kontinuierliche Zufuhr von Kunststoffdraht (0,1–0,25 mm).
  • Aufschmelzen im Extrusionskopf.
  • Schichtweises Auftragen der Schmelze.
  • Viele Kunststoffarten verwendbar.
  • Kunststoff kann Kurzfasern oder Endlosfasern enthalten.
  • Fasern sind meist gerichtet (durch Druckrichtung).
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Additive Fertigung

FLM mit Faserverstärkung

CFC (Composite Fiber Co-Extrusion):

  • Trockene Fasern im Düsenkopf.
  • Imprägnierung im Extrusionskopf.
  • Frei wählbarer Faserwinkel.
  • Kombination von Endlos- und Kurzfasern möglich.


FFF (Fused Filament Fabrication):

  • Kurzfasern schon im Draht.
  • Gleiches Prinzip wie CFC.


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Additive Fertigung

Duroplastischer 3D-Druck

  • Kein Aufschmelzen, sondern UV-ausgehärtete Flüssigharze.
  • Polymerisation durch UV-Licht.
  • Ggf. Nachhärtung im Ofen.
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Preforming

Zweck und Ablauf

Was ist Preforming?

Preforming ist die Herstellung von 3D-Faserhalbzeugen (Preforms) aus trockenen Fasermaterialien vor der Harzinjektion.


Ablauf des Preforming-Prozesses

1) Zusammenstellung von Lagen:

  • Trockene 2D-Lagen zu einem Laminataufbau kombinieren.
  • Lagen werden mit Thermoplast- oder Duroplastbindern geheftet (z. B. per Ultraschall).

2) Fixierung & Umformung:

  • Binden fixiert Faserausrichtung.
  • Flächige Preforms werden zu 3D-Geometrien umgeformt (L-/U-Profil).
  • Binder wird aktiviert (z. B. im Ofen bei 70–120 °C) → Formstabilität.

3) Zusammensetzen komplexer Geometrien:

  • Einzelne 3D-Preforms können kombiniert werden.
  • Weiterer Binderauftrag (Ofen oder Ultraschall).
  • Zusammenbau erfolgt in Injektionsvorrichtung.

4) Harzinfusion (RTM / Vakuuminfusion):

  • Injektion von Harz in die Preform.
  • Aushärtung im Werkzeug.



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Preforming

Fehlerquellen & Prozessvariabilität

Zuschneidefehler:

  • Jede Lage braucht eigene Kontur.
  • Überstände vermeiden (→ Faltenbildung durch Vakuumfolie).
  • Book-ends bei konvexer Umformung vermeiden.


Lagenzentrierung:

  • Lagen haften nicht am Tooling.
  • Nutzung von Sprühklebern oder Positionierungspins notwendig.


Wärmeausdehnung beachten:

  • Werkzeug meist aus Alu (hohe Ausdehnung), Faserstoffe kaum → Spannungen.


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Preforming

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Laminieren & Aushärten sind parallelisierbar.
  • Einfache Umformschritte.
  • Automatisierbar → hohe Produktionsrate.
  • Komplexe Geometrien möglich.
  • Flexible Laminatgestaltung → hohes Leichtbaupotenzial.


Nachteile

  • Hohe Werkzeugkosten (Preform & Injektion).
  • Hinterschnitte sehr aufwändig.
  • Prozess ist komplex → evtl. instabil.


Weben

Zweck und Ablauf

Zweck:

  • Herstellung von Halbzeugen für Preforming oder Prepregs.


Ablauf:

1) Kettfäden vom Kettbaum über Streichbaum geführt.

2) Streichbaum:

  • Umlenkung & Spannungsausgleich.
  • Konstante Kettfadenspannung = hohe Gewebequalität.

3) Schäfte mit Litzen:

  • Führen Kettfäden durch Litzenaugen.
  • Auf/Ab-Bewegung erzeugt Öffnung fürs Einlegen des Schussfadens.

4) Riet:

  • Schussfaden wird angeschlagen.
  • Verdichtung des Gewebes.

5) Warenbaum:

  • Aufwicklung des fertigen Gewebes.
  • Bestimmt Schussdichte.


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Weben

Bindungsarten

  • Leinwandbindung (einfachste, sehr fest).


  • Köperbindung (schräges Muster).


  • Atlasbindung (glatte Oberfläche).
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Flechten

Unterscheidung und Ablauf

Unterscheidung:

  • Biaxial: 2 Fadensysteme, gekreuzt.
  • Triaxial: Zusätzliche Stehfäden (0°-Richtung, entlang der Bauteilachse).


Ablauf:

  • Geflecht entsteht durch kreuzende Fäden in schräger Richtung.
  • Fäden durch Klöppel geführt.
  • Flechtpunkt: Fäden werden verwoben.
  • Abzugseinrichtung zieht Geflecht ab.


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Flechten

Rundflechten / Umflechten

  • Stationärer Kern + rotierender Flechtkopf.
  • Klöppel bewegen sich auf gegenläufigen Kreisbahnen.
  • Moderne Systeme: 5-Achs-Roboter für komplexe Formen.
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Flechten

Konstruktive HInweise

Vermeiden von konkaven Strukturen:

  • Problematisch zu umflechten.
  • Lösung: konvexer Kern.


Vermeiden stark gekrümmter Konturen:

  • Gefahr von:
  • Faltenbildung.
  • Variierendem Faseranteil (Vf).
  • Matrixrissen.


Design:

  • Bauteilgeometrie an Fertigung anpassen!
  • Fertigungsgerechte Lagenverteilung planen.


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Hand- bzw. Naßlaminierverfahren

Vorbereitung

  • Materialien: Trockenes Fasermaterial (UD-Gewebe, Gewebe, Vliese, Matten; meist Glasfaser)
  • Lagenzuschnitte:
  • händisch (Schere, Messer, Rollmesser)
  • oder automatisiert (Cutter)
  • Werkzeug eintrennen (Wachs oder flüssiges Trennmittel):
  • erleichtert das Entformen
  • glättet Oberflächenrauigkeit


Harzsystem vorbereiten

  • Mischen von Harz und Härter
  • genaues Mischverhältnis beachten
  • ggf. entgasen zur Luftblasenvermeidung
  • Topfzeit beachten → danach ist Material gummiartig und nicht mehr verarbeitbar
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Hand- bzw. Naßlaminierverfahren

Ablauf

1) Vorbereitung


2) Laminierprozess

  • Auftrag der ersten Harzschicht auf die Form
  • Laminieren: Abwechselnd Harz und Faserlagen auftragen
  • Durchtränken: mit Pinsel oder Rolle
  • Entlüftungsrolle: zur Vermeidung von Lufteinschlüssen


3) Vakuumaufbau

Folienlagen aufbringen (von innen nach außen):

  • Abreißgewebe
  • Lochfolie oder Trennfolie
  • Saugvlies
  • Vakuumfolie mit Dichtband

Vakuum anlegen:

  • verpresst Laminat
  • verbessert Harzdurchtränkung
  • reduziert Porenbildung


4) Aushärtung

  • Raumtemperatur (RT): 8–12 h
  • Ofenhärtung: kürzere Zeiten, kontrollierter Temperaturzyklus
  • Vakuum aufrechterhalten bis zum Ende der Aushärtung


5) Entformen

  • Vakuumfolie entfernen
  • Abreißgewebe ablösen (nur Werkzeugseite glatt)
  • Fertiges Bauteil entnehmen



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Topfzeit

Zeitraum, in dem das Harz verarbeitbar bleibt


danach:

  • kein Faserimprägnieren mehr möglich
  • Risiko: trockene Stellen, Porosität, schlechte mechanische Eigenschaften


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Hand- bzw. Naßlaminierverfahren

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • einfach umsetzbar
  • kostengünstige Werkzeuge, Hilfsmittel und Halbzeuge
  • gut für Prototypen, Reparaturen


Nachteile

  • arbeitsintensiv, hohe Lohnkosten
  • stark erfahrungsabhängig
  • schwankende Qualität (Harzmenge/-verteilung)
  • niedriger Faservolumengehalt (35–45 %)


Vakuuminfusionsverfahren (VAP)

Aufbau und Ablauf

Aufbau:

  • Laminataufbau aus trockenem Fasermaterial (UD-Gewebe, Vliese, Matten)
  • Vakuumaufbau mit:
  • Vakuumfolie (luftundurchlässig)
  • Saugvlies (luftdurchlässig)
  • VAP®-Membran (luftdurchlässig → trennt Harz- und Vakuumbereich)
  • Fließhilfe (verteiltes Harz)
  • Abreißgewebe


Ablauf:

  1. Preform platzieren (ggf. vorgeformt)
  2. Harzbehälter anschließen
  3. Vakuum erzeugen → Harz wird gesaugt
  4. Harz durchtränkt Fasern
  5. Aushärten (RT oder Ofen)


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Vakuuminfusionsverfahren (VAP)

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • kostengünstige Formen, Halbzeuge, Geräte
  • höhere Fasergehalte (bis ~50 %)
  • parallele Prozesse möglich
  • stabiler Prozess, geringe Lohnkosten


Nachteile:

  • höhere Porosität als bei Prepreg
  • aufwendigerer Vakuumaufbau
  • Schlauchsystem muss pro Bauteil angepasst werden
  • schwierig bei Doppelseitigkeit / Druckformen


Wickeln (Filament Winding)

Prinzip und Ablauf

Prinzip:

  • Fasern werden in festgelegtem Winkel auf einen drehenden Kern „aufgespult“.
  • Besonders für rotationssymmetrische Bauteile geeignet.


Ablauf:

  1. Trockenfasern: durch Harzbad imprägniert → Harzmenge durch Abstreifer einstellbar
  2. ODER:
  3. Towpregs (vorgeharzte Fasern): ohne Harzbad, exakte Harzmenge
  4. Aufspulen der Fasern unter kontrollierter Spannung und Winkel
  5. Aushärtung direkt auf dem Wickelkern (ggf. mit Vakuum)


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Wickeln (Filament Winding)

Wichtige Parameter und Konstruktive Hinweise

Wichtige Parameter:

  • Harzmenge (für Fasergehalt)
  • Fadenspannung:
  • zu hoch: Harz wird rausgepresst / Rovings beschädigt
  • zu niedrig: schlechte Imprägnierung


Konstruktive Hinweise:

  • ±54° ideal für Innendruck (z. B. Tanks)
  • Wickelkerne oft teuer/segmentiert
  • keine konkaven Geometrien möglich
  • Robotergeführte Wickelköpfe → hohe Flexibilität


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Wickeln (Filament Winding)

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • hohe Ablagegeschwindigkeit
  • hohe Fasergehalte (bis 70 %)
  • hohe Reproduzierbarkeit
  • auch dickwandige Strukturen möglich
  • auf Baustellen einsetzbar


Nachteile:

  • nur rotationssymmetrische Teile
  • keine konkaven Formen
  • hohe Kosten für Wickelkerne
  • keine Faserrichtungen < 15° möglich


Funktionsweise des Autoklavs

Aufbau: Druckbehälter mit Heiz-/Kühlregistern, betrieben mit Luft oder Inertgas (z. B. Stickstoff).


Luftzirkulation:

(Radial-)Gebläse im hinteren Teil -> Luft strömt durch Kanäle zur Tür -> Umleitung -> gleichmäßige Erwärmung (erzwungene Konvektion).


Innendruck: erhöht -> Fasermaterial wird verdichtet.


Effekte der Strömung:

  • turbulente Strömung mit lokalen Schwankungen.
  • Windschatten- und Totwasserzonen möglich.
  • Einfluss auf Aufheizverhalten und Homogenität.


Problem: hohes Gewicht der Formen (z. B. 15 kg CFK in 1,5 t Stahlform).

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Prepreg-Autoklav-Verfahren

Ablauf der Fertigung

Schritt 1–2: Zuschnitt und Werkzeugvorbereitung

  • Zuschnitt automatisiert, CAD-basiert (z. B. aus CATIA).
  • Werkzeug mit Trennmittel beschichten.


Schritt 3: Laminieren

  • Lagenweise Auftragen der Prepregs.
  • Schutzfolie einseitig entfernen.
  • Zuschneiden + Drapieren, z. B. durch Laser unterstützt.
  • Faserausrichtung wird beachtet.


Schritt 4: Vakuumaufbau (Bild 62)

  • wie beim Handlaminieren.
  • Abreißgewebe, Trennfolie, Lochfolie, Saugvlies, Vakuumfolie.
  • ggf. zusätzliche Druckstücke zur Oberflächenqualität.
  • „no-bleed“: Harzverlust begrenzen.


Schritt 5: Aushärtung im Autoklav (Bild 63–64)

definierter Temperatur- und Druckzyklus:

  • Imprägnierungs- / Verpressungsphase: 80–120 °C.
  • Härtung: 135–195 °C, 2–7 bar Autoklavdruck.
  • Unterdruck im Laminat zur Porenreduktion.

abhängig vom Prepreg (Hot-Melt oder vollimprägniert) und Harzsystem.


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Prepreg-Autoklav-Verfahren

Zyklusabweichungen und Fehler

Zu schnelles Härten:

  • Gelpunkt zu früh → Spannungen durch Wärmedehnung → Verzüge.


Zu langsames / unvollständiges Härten:

  • unvollständige Reaktion → reduzierte mechanische Eigenschaften.


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Prepreg-Autoklav-Verfahren

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • extrem hohe Bauteilqualität.
  • volle Flexibilität in Laminatgestaltung.
  • geringe Porosität.
  • geeignet für große, komplexe Strukturen.


Nachteile

  • hoher Personal- und Investitionsaufwand.
  • teure Halbzeuge (Prepregs).
  • nur eine Seite (Toolingseite) in hoher Qualität.


Resin Transfer Molding (RTM)

Ablauf

1.Preforming

  • Trockene Fasern (z. B. UD, Gewebe) werden zu 3D-Preforms geformt.
  • Formung erfolgt auf separaten Preforming-Werkzeugen.
  • Binder wird aktiviert, damit Form erhalten bleibt.


2. Einlegen der Preforms in RTM-Werkzeug

  • Preform wird in ein zweiteiliges Werkzeug eingelegt (Unterform + Oberform).
  • Je nach Geometrie: zusätzliche Kerne oder Teilbarkeit nötig.
  • Dichtkonzept erforderlich (z. B. Dichtschnur).


3. Werkzeug schließen & Dichtheitsprüfung

  • Bauteil wird komplett umschlossen.
  • Dichtheitsprüfung mittels Vakuum.
  • Vorbereitung für Injektion.


4. Einlegen in Presse

  • Presse erzeugt Schließkräfte.
  • Werkzeug wird auf Injektionstemperatur vorgeheizt (50–135 °C).
  • Harzbehälter und Leitungen werden ebenfalls vorgeheizt.


5. Harzinjektion

  • Harz wird unter Druck (bis zu 20 bar) injiziert.
  • Flussrichtung meist in Faserebene.
  • Ziel: vollständige Durchtränkung ohne Race-Tracking.


6. Spülen & Nachdrücken

  • Weiteres Einpumpen von Harz nach erstem Austritt (Spülen).
  • Verbleibende Luft & Poren werden entfernt.
  • Nachdrücken = Kompensation der Schrumpfung.


7. Aushärtung

  • Temperatur wird auf Härtetemperatur erhöht.
  • Harz härtet unter Druck aus → vernetzter, fester Werkstoff.


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Resin Transfer Molding (RTM)

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • hohe Gestaltungsfreiheit (Geometrie & Lagenaufbau)
  • hohe Fasergehalte (bis 60 %)
  • gute Oberflächenqualität auf beiden Seiten
  • automatisierbar → weniger manuelle Arbeit
  • parallele Prozesse (Preforming & Härten)


Nachteile:

  • sehr komplexe und teure Werkzeuge (bes. bei Hinterschneidungen)
  • hohe Investitionskosten (Presse, Formen, Heizung)
  • Größenbeschränkung durch Werkzeugabmessung


Pultrusion

Ablauf


1) Materialzufuhr

  • Verwendung von Rovings (trockene, unidirektionale Fasern).
  • Optional auch Matten oder Vliese zur Verstärkung.


2) Harzauftrag (Imprägnierung)

  • Fasern werden mit Harz durch Injektion oder Harzbad imprägniert.
  • Harzverteilung erfolgt in einer Imprägnierzone.


3) Formgebung und Aushärtung

  • Fasern durchlaufen ein beheiztes Formwerkzeug.
  • Das Harz härtet thermisch aus, während das Profil durchgezogen wird.


4) Abziehen (Pultrusion)

  • Ein Zugmechanismus zieht das Profil kontinuierlich durch das Werkzeug.
  • Anschließend Sägen (Cutoff Saw) auf gewünschte Länge.


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Pultrusion

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Sehr kosteneffizient bei Serienproduktion.
  • Hohe Fertigungsraten.
  • Minimale Abfälle.
  • Automatisierbar.


Nachteile

  • Komplexer Anlauf: Fasereinzug, Prozessstart aufwendig.
  • Höherer Porengehalt als bei RTM, VAP, Autoklav.
  • Nur 0°-Faserrichtung → eingeschränkte mechanische Belastbarkeit.
  • Keine dünnwandigen oder stark toleranzbehafteten Bauteile möglich.


Bulk Molding Compound (BMC)

Definition:

  • Duroplastische Formmasse mit Kurzfasern (Vf = 20–30 %, Faserlänge: 6–12 mm).
  • Mit Füllstoffen (z. B. Baumwollflocken) zur Dichteverringerung (bis 50 %).


Eigenschaften:

  • Sehr zähflüssig/pastös → wie Knetmasse handhabbar.
  • Hohe Viskosität → reduzierte Topfzeit (weniger Vorvernetzung nötig).


Fertigungsprozess:

1) BMC in vorgeheizte Presse einfüllen.

  • Wärme senkt Viskosität → bessere Fließfähigkeit.

2) Presse schließen → Material wird in Form gepresst.

3) Temperaturerhöhung → Aushärtung in wenigen Minuten.


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Sheet Molding Compound (SMC)

Definition:

  • Ähnlich wie BMC, aber zu plattenförmigem Halbzeug weiterverarbeitet.
  • Kurzfaserverstärkt, teils mit 0°, ±45° UD-Anteilen (Vf < 35 %).


Besonderheiten:

  • Gewisse Voraushärtung nötig → Materialstabilität vor Verarbeitung.
  • Topfzeit meist nur noch ~2 Wochen.


Fertigungsprozess:

1) SMC wird aus Rollen geschnitten.

2) Zuschnitte werden gestapelt und in Presse gelegt.

3) Presse ist vorgeheizt:

  • Senkt Viskosität der Matrix → erleichtert Umformen.

4) Presse schließt → Umformung erfolgt.

5) Temperatursteigerung → Aushärtung (typisch: wenige Minuten).


Typische Bauteile:

  • Stoßstangen
  • Dach- und Türverkleidungen
  • Spoiler, Kofferraumklappen (oft mehrteilig verklebt)


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