Was sind die 5 Entscheidungsfelder des Finanzmanagement?
Liquiditätsmanagement
Investitionsentscheidungen
Finanzierungsentscheidungen
Risikomanagement
Informationsmanagement, Kommunikation und Corporate Governance
Beweggründe internationaler Geld- und Kapitalbewegungen
Globale Investition
Finanzierung von Handelsgeschäften
Kredite
Clearing
Wechselkurssicherung
Worum geht es im internationalen Finanzmanagement?
internationales Finanzmanagement passiert in mehr akls einem kulturellen, ökonomischen bzw. politischen Umfeld
Hierbei fällt das Länderrisiko an, also das Risiko, dass sich das geschäftliche Umfeld im Ausland verändert
Zielsetzung: Wertorientierte Unternehmensführung
Themenbereiche:
Unterschied Risiko und Exposure
Risiko: negative Abweichung einer realisierten Ergebnisgröße von einer geplanten Ergebnisgröße
Exposure: Wert einer Position ändert sich aufgrund unerwarteter Veränderungen im Geschäftsfeld
Translation Risk, Transaction Risk and Operating Risk
Umrechnungsrisiko oder auch Bilanzrisiko (Translation Risk)
Beim Translations- oder Umrechnungsrisiko werden Bilanzpositionen und deren Reagibilität bei Wechselkursänderungen betrachtet.
Transaktionsrisiko (Transaction Risk)
Beim Transaktions- oder Umwechslungsrisiko werden einzelne künftige Ein- oder Auszahlungen in Fremdwährung betrachtet.
Ökonomisches Risiko oder auch Operationsrisiko (Economic oder Operating Risk)
Beim ökonomischen Risiko wird auf die Gesamtheit der Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens abgestellt, und zwar komprimiert in Form eines Kapitalwerts.
Steuerungsmöglichkeiten im Währungsmanagement
strategisch / realwirtschaftlich ( Transaction Risk)
Intern:
operativ / finanziell (Operating Risk)
Intern:
Extern:
Vier idealtypische Muster zur Absicherung des Transaktions- und des ökonomischen Risikos
(1) Absolute Risikovermeidung:
Es wird versucht, alles zu tun, das Wechselkursrisiko zu vermeiden, indem grundsätzlich in Heimatwährung fakturiert wird. Diese Strategie, die alle Risiken auf den Geschäftspartner abwälzt, ignoriert die Tatsache, dass eine Abwälzung von Risiken immer einen Preis hat, d.h. der Partner wird bei anderen Punkten eines Vertrages Zugeständnisse verlangen oder er wird sich einen anderen Partner suchen.
(2) Die Strategie des „ehrbaren Kaufmanns“ bzw. der „ehrbaren Kauffrau“:
Das Wechselkursrisiko wird als Störfaktor empfunden, dem aber aktiv „ins Auge geblickt wird“, d.h. es wird eine Absicherung meist durch Devisentermingeschäfte oder Zinsarbitrage betrieben oder ein geringes Risiko auch einmal bewusst offen gelassen. Der Kaufmann ist der Ansicht, dass die Hauptaufgabe des Unternehmens darin besteht, seine Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen und sich nicht auf das „Glatteis“ der Währungsspekulation, von der man nichts versteht, zu begeben.
(3) Laisser-Faire-Einstellung:
Das Management ist der Ansicht, dass sich längerfristig die Gewinne und Verluste ausgleichen und deshalb die Beschäftigung mit Währungsabsicherung, die Geld kostet und wertvolle Arbeitskraft bindet, unnötig ist.
(4) Bewusste Spekulation:
Das Management nimmt die Chancen aus der Währungsunsicherheit bewusst wahr und versucht, mit den offenen Risiken Gewinne zu erzielen, sei es durch offen lassen der Positionen oder sei es mit der Absicherung durch Optionen, die einen Gewinn ermöglichen.
pro und contra Argumente für die Absicherung des Transaktionsrisikos
+ Schafft Kalkulierbarkeit
+ Sicherheit vor extremen Kurseinbrüchen (Kurskatastrophen)
+ Kosten sind in Relation zu möglichen Verlusten gering
+ Kleinere Gewinnmitnahmen durch Fremdwährungsaufschläge sind auch bei Devisentermingeschäften möglich
(-) Kosten und Ressourcenbindung für administrative Abwicklung
(-) Verhindert größere Gewinnmitnahmen
pro und contra Argumente für die Nichtabsicherung des Transaktionsrisikos
+ Keine Absicherungskosten
+ Gewinnmitnahmemöglichkeit
+ Geringe Wahrscheinlichkeit hoher Verluste: Längerfristiger Ausgleich wahrscheinlich, wenn auch nicht sicher
(-) Große einseitige Positionen bedrohen Gewinn und Liquidität („Kurskatastrophen“)
Notierung von Wechselkursen
Grundregel:
Die erste angegebene Währung ist die Basiswährung, der Wert der Basiswährung ist immer gleich 1.
Der US-Dollar ist die Zentralwährung des Forex-Devisenhandels und tritt in der Regel als Basiswährung für Notierungen in den „Hauptpaaren“ auf
Die Notierungen werden als eine USD-Einheit im Verhältnis zur zweiten Währung ausgedrückt.
Drei Ausnahmen:
Bei diesen drei Paaren, wo der US-Dollar nicht die Rolle der Basiswährung erfüllt, bedeutet der Anstieg der Notierung die Abschwächung des US-Dollars, da für den Kauf der Basiswährung, ob Euro, Pfund oder Australischer Dollar, mehr US-Dollars ausgegeben werden müssen.
D.h. wenn eine Notierung steigt, nimmt auch der Wert der Basiswährung zu. Eine niedrige Notierung entspricht einer Abschwächung der Basiswährung.
(Devisen-) Kassa- bzw. Spotgeschäft
Kauf oder Verkauf einer Währung gegen eine andere mit Zahlung am zweiten Valutatag nach Geschäftsabschluss
Devisenkurs (z.B. EUR/CHF):
Da auf Devisengeschäften keine Gebühren erhoben werden (Nettokurs) gilt der Grundsatz: Je kleiner der Betrag, desto höher die Geld-Brief-Spanne bzw. Marge.
Kurs hängt vom gehandelten Betrag ab. Interbankenkurse werden für marktgängige Beträge angewendet, das heißt für Beträge über 3 Mio. USD oder deren Gegenwert.
Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zur Risikosteuerung im Finanzmanagement
Der Einsatz von Zins- und Währungsgeschäften im finanziellen Risikomanagement kann
Dabei können zwei grundsätzliche Zielsetzungen verfolgt werden:
Übersicht über derivative Finanzinstrumente
unbedingte Termingeschäfte
bedingte Termingeschäfte
Die Preise von derivativen Finanzinstrumenten leiten sich von den zugrundeliegenden originären Geschäften, den so genannten „Underlyings“, ab.
Zugrunde liegende Anlageformen („Underlyings‘“) können sein: Aktien, zinstragende Anlagen wie Anleihen und Geldmarktgeschäfte, Fremdwährungspositionen, Indizes, Edelmetalle, Rohstoffe, Agrarprodukte |
Futures und Forward-Geschäfte
gegenseitig bindende Vereinbarung zweier Vertragsparteien, einen qualitativ genau bestimmten Vertragsgegenstand, den sog. Basiswert („Underlying“), wie z.B. Devisen, Aktien, Zinstitel oder sonstige Verfügungsrechte, in einer ganz bestimmten Quantität (Kontrakteinheit, Kontraktvolumen, Terminkontraktbetrag) zu einem fixierten zukünftigen Zeitpunkt (dem „Termin“) zu einem konkreten, bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis (dem Futureskurs, FuturesPreis, Abschlusspreis) zu liefern (Verkauf des Futures = Short-Futures-Position) bzw. abzunehmen und zu bezahlen (Kauf des Futures = Long-Futures-Position) oder gegebenenfalls einen Wertausgleich vorzunehmen.
Futures werden durch Standardverträge begründet und können somit an spezialisierten Börsen, den Terminbörsen, gehandelt werden. Charakteristisch für laufende Geschäfte mit Futures ist, dass während der Laufzeit anfallende Gewinne oder Verluste, die infolge von Marktwertänderungen des Kontrakts entstehen, über eine spezielle Verrechnungsstelle (Clearingstelle) börsentäglich finanziell zum Ausgleich gebracht werden.
Forward-Geschäfte weisen die gleichen grundsätzlichen Merkmale auf, sind allerdings individuell zwischen den beiden Vertragsparteien ausgehandelt und werden nicht an der Börse gehandelt (OTC-Geschäfte).
(Devisen-) Termingeschäft
Außerbörslicher Kauf oder Verkauf einer Währung gegen eine andere. Die Lieferung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Der Terminkurs entspricht dem Kassakurs, der um die Zinsdifferenz (bezogen auf die Laufzeit), den Swapsatz, bereinigt wurde.
Financial Futures: standardisierte Termingeschäfte, die an Terminbörsen gehandelt werden
Einsatzmöglichkeiten: Sicherung von Devisenkursen für zukünftige Zahlungen
Merkmale von Finanzoptionen (Financial Options)
Der Käufer eines Optionskontraktes erwirbt gegen Zahlung einer Prämie das Recht,
Der Verkäufer eines Optionskontraktes hat gegen Empfang der Prämie die Pflicht, den Basiswert
Risikofreie Rendite
aktuelle Rendite auf Verfall risikofreier Null-Kupon-Anleihen mit bester Bonität (z.B. Staatsanleihen)
Alternativ dazu: für Laufzeiten bis zu einem Jahr: Renditen für Euromarktgelder, für Laufzeiten ab einem Jahr: Swapsätze
Möglich wäre die Fristigkeitenstruktur der Zinsen zu berücksichtigen, worauf jedoch im Rahmen der Klassischen Kalküle verzichtet wird.
Marktrisikoprämie
Durchschnittliche Differenz zwischen der Rendite des Marktportfolios und der risikofreien Verzinsung
Marktportfolio = Portfolio sämtlicher handelbarer risikobehafteter Anlagen in einem Markt (Aktien, Obligationen, Immobilien, Kunst, Edelmetalle)
Approximation für die Herleitung der Marktrendite aus historischen Renditen bei unzureichender Datenlage: Wahl eines Index in Orientierung an dem Referenzmarkt, in den investiert werden soll ”
Beta-Faktor
Der Betafaktor misst die Abhängigkeit der Rendite einer Aktie von der Renditeentwicklung des Gesamtmarkts.
Der Gesamtmarkt wird durch einen Aktienindex (z. B. ATX®, DAX®) repräsentiert und hat einen Beta-Faktor von 1.
Je weniger die Beobachtungswerte um die Regressionsgerade streuen, desto höher ist das Bestimmtheitsmaß, das ein Ausdruck für die Güte der Regressionsgeraden darstellt.
Schätzung über eine lineare Regression aus historischen Daten (performance-basierte Renditen)
Sofern keine historischen Daten über ein Investitionsobjekt vorliegen, kann die Schätzung des Beta über an der Börse kotierte Unternehmen mit ähnlichen Risikoeigenschaften in der gleichen Branche vorgenommen werden.
Bei Verwendung historischer Daten von börsennotierten Unternehmen werden Marktrisikoprämien für das Eigenkapital von Unternehmen bestimmt. Die Eigenkapitalgeber tragen neben dem Investitionsrisiko das finanzielle Risiko, so dass das Beta des Eigenkapitals höher ist als das Beta des operativen Geschäfts.
Möglichkeiten zur Bewertung von Investitionsprojekten in fremder Währung
Foreign Currency Approach
Schätzung der zukünftigen Chas Flows des Investitionsprojekts in Fremdwährung, Diskontierung mit den risikoadjustieren Kapitalkosten für Projekte in Fremdwährung und Umrechnung des Barwerts mit dem aktuellen Wechselkurs
Home Currency Approach
Schätzung der zukünftigen Cash Flows des Investitionsprojekts in Fremdwährung, Umrechnung mit dem erwarteten Wechselkursen der Fremdwährung und Diskontierung mit den risikoadjustieren Kapitalkosten für Projekte in Heimwährung
Ansätze für Wechselkursprognosen
Terminkurse als Prognose für erwartete zukünftige Kassakurse
Wechselkursprognose über die absolute oder relative Kaufkraftparitäts-Hypothese
Technische Modelle
Fundamentale Modelle
Beurteilung der beiden Ansätze
Beide Ansätze führen durch die Abstimmung von Wechselkursen und Diskontierungssätzen zu demselben Ergebnis.
Vorteil des Foreign Currency Approach ist, dass dieser ohne die oftmals schwierige Prognose von Wechselkursen auskommt.
Problematisch für den Foreign Currency Approach ist allerdings, dass Daten zur Schätzung der ausländischen Kapitalkosten vorhanden sein müssen.
Der Home Currency Approach ist immer dann sinnvollerweise anzuwenden,