Flashcards in the set

Haven't started (22)

Was sind die 5 Entscheidungsfelder des Finanzmanagement?

Liquiditätsmanagement

Investitionsentscheidungen

Finanzierungsentscheidungen

Risikomanagement

Informationsmanagement, Kommunikation und Corporate Governance

Beweggründe internationaler Geld- und Kapitalbewegungen

Globale Investition

  • Portfolioentscheidungen

Finanzierung von Handelsgeschäften

  • Zahlungsverkehr, Garantiezahlungen, Handelskredite, Forfaitierungen, Factoring, Leasing

Kredite

  • Kreditaufnahmen, Tilgung und Zinszahlungen von Unternehmen, Staaten, Versicherungen

Clearing

  • Ausgleich von Salden, meist zw. Banken

Wechselkurssicherung

  • Derivative Finanzgeschäfte

Worum geht es im internationalen Finanzmanagement?

internationales Finanzmanagement passiert in mehr akls einem kulturellen, ökonomischen bzw. politischen Umfeld

Hierbei fällt das Länderrisiko an, also das Risiko, dass sich das geschäftliche Umfeld im Ausland verändert

  • politisches Risiko und Finanzielles Risiko

Zielsetzung: Wertorientierte Unternehmensführung

Themenbereiche:

  • Management der Risiken aus Internationalen Aktivitäten, insbesondere Steuerung des Fremdwährungsrisikos
  • Internationale Finanzmärkte zur Beschaffung von Fremd- und Eigenkapital
  • Internationale Investitionsentscheidungen
  • Währungsraum übergreifendes Liquiditätsmanagement

Unterschied Risiko und Exposure

Risiko: negative Abweichung einer realisierten Ergebnisgröße von einer geplanten Ergebnisgröße

  • Wechselkursrisiko = Unsicherheit über die zukünftige Wechselkursentwicklung

Exposure: Wert einer Position ändert sich aufgrund unerwarteter Veränderungen im Geschäftsfeld

  • Währungs-Exposure = Positionen in fremder Währung

Translation Risk, Transaction Risk and Operating Risk


Umrechnungsrisiko oder auch Bilanzrisiko (Translation Risk)

Beim Translations- oder Umrechnungsrisiko werden Bilanzpositionen und deren Reagibilität bei Wechselkursänderungen betrachtet.

  • Reduktion des Währungsverlustpotenzials

Transaktionsrisiko (Transaction Risk)

Beim Transaktions- oder Umwechslungsrisiko werden einzelne künftige Ein- oder Auszahlungen in Fremdwährung betrachtet.

  • Reduktion des Währungsverlustpotenzials

Ökonomisches Risiko oder auch Operationsrisiko (Economic oder Operating Risk)

Beim ökonomischen Risiko wird auf die Gesamtheit der Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens abgestellt, und zwar komprimiert in Form eines Kapitalwerts.

  • Optimierung des relativen Währungs-Exposure

Steuerungsmöglichkeiten im Währungsmanagement

strategisch / realwirtschaftlich ( Transaction Risk)

Intern:

  • Standortentscheidung, Beschaffungsentscheidung, Produktions- und Absatzentscheidung

operativ / finanziell (Operating Risk)

Intern:

  • Leading, Lagging; Pooling, Matching, Netting; Währungsklauseln, Re-Invoicing

Extern:

  • Forwards, Traditionelle Optionen, Exotische Optionen

Vier idealtypische Muster zur Absicherung des Transaktions- und des ökonomischen Risikos

(1) Absolute Risikovermeidung:

Es wird versucht, alles zu tun, das Wechselkursrisiko zu vermeiden, indem grundsätzlich in Heimatwährung fakturiert wird. Diese Strategie, die alle Risiken auf den Geschäftspartner abwälzt, ignoriert die Tatsache, dass eine Abwälzung von Risiken immer einen Preis hat, d.h. der Partner wird bei anderen Punkten eines Vertrages Zugeständnisse verlangen oder er wird sich einen anderen Partner suchen.

(2) Die Strategie des „ehrbaren Kaufmanns“ bzw. der „ehrbaren Kauffrau“:

Das Wechselkursrisiko wird als Störfaktor empfunden, dem aber aktiv „ins Auge geblickt wird“, d.h. es wird eine Absicherung meist durch Devisentermingeschäfte oder Zinsarbitrage betrieben oder ein geringes Risiko auch einmal bewusst offen gelassen. Der Kaufmann ist der Ansicht, dass die Hauptaufgabe des Unternehmens darin besteht, seine Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen und sich nicht auf das „Glatteis“ der Währungsspekulation, von der man nichts versteht, zu begeben.

(3) Laisser-Faire-Einstellung:

Das Management ist der Ansicht, dass sich längerfristig die Gewinne und Verluste ausgleichen und deshalb die Beschäftigung mit Währungsabsicherung, die Geld kostet und wertvolle Arbeitskraft bindet, unnötig ist.

(4) Bewusste Spekulation:

Das Management nimmt die Chancen aus der Währungsunsicherheit bewusst wahr und versucht, mit den offenen Risiken Gewinne zu erzielen, sei es durch offen lassen der Positionen oder sei es mit der Absicherung durch Optionen, die einen Gewinn ermöglichen.

pro und contra Argumente für die Absicherung des Transaktionsrisikos

+ Schafft Kalkulierbarkeit

+ Sicherheit vor extremen Kurseinbrüchen (Kurskatastrophen)

+ Kosten sind in Relation zu möglichen Verlusten gering

+ Kleinere Gewinnmitnahmen durch Fremdwährungsaufschläge sind auch bei Devisentermingeschäften möglich

(-) Kosten und Ressourcenbindung für administrative Abwicklung

(-) Verhindert größere Gewinnmitnahmen

pro und contra Argumente für die Nichtabsicherung des Transaktionsrisikos

+ Keine Absicherungskosten

+ Gewinnmitnahmemöglichkeit

+ Geringe Wahrscheinlichkeit hoher Verluste: Längerfristiger Ausgleich wahrscheinlich, wenn auch nicht sicher

(-) Große einseitige Positionen bedrohen Gewinn und Liquidität („Kurskatastrophen“)

Notierung von Wechselkursen

Grundregel:

Die erste angegebene Währung ist die Basiswährung, der Wert der Basiswährung ist immer gleich 1.

Der US-Dollar ist die Zentralwährung des Forex-Devisenhandels und tritt in der Regel als Basiswährung für Notierungen in den „Hauptpaaren“ auf

Die Notierungen werden als eine USD-Einheit im Verhältnis zur zweiten Währung ausgedrückt. 

Drei Ausnahmen:

  • Euro (EUR), Britisches Pfund (GBP), Australischer Dollar (AUD)

Bei diesen drei Paaren, wo der US-Dollar nicht die Rolle der Basiswährung erfüllt, bedeutet der Anstieg der Notierung die Abschwächung des US-Dollars, da für den Kauf der Basiswährung, ob Euro, Pfund oder Australischer Dollar, mehr US-Dollars ausgegeben werden müssen.

D.h. wenn eine Notierung steigt, nimmt auch der Wert der Basiswährung zu. Eine niedrige Notierung entspricht einer Abschwächung der Basiswährung. 

(Devisen-) Kassa- bzw. Spotgeschäft


Kauf oder Verkauf einer Währung gegen eine andere mit Zahlung am zweiten Valutatag nach Geschäftsabschluss

Devisenkurs (z.B. EUR/CHF):

  • Geldkurs = Ankaufkurs der Bank (z.B. 1,0940)
  • Briefkurs = Verkaufskurs der Bank (z.B. 1,0942)
  • Differenz = Geld-Brief-Spanne bzw. Marge

Da auf Devisengeschäften keine Gebühren erhoben werden (Nettokurs) gilt der Grundsatz: Je kleiner der Betrag, desto höher die Geld-Brief-Spanne bzw. Marge.

Kurs hängt vom gehandelten Betrag ab. Interbankenkurse werden für marktgängige Beträge angewendet, das heißt für Beträge über 3 Mio. USD oder deren Gegenwert. 

Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zur Risikosteuerung im Finanzmanagement


Der Einsatz von Zins- und Währungsgeschäften im finanziellen Risikomanagement kann

  • einerseits im Bereich der Finanzierung (Passivseite der Bilanz) bzw. erwarteten zukünftigen Zahlungsverpflichtungen,
  • andererseits aber auch im Bereich der Finanzanlagen (Aktivseite der Bilanz) bzw. erwarteten zukünftigen Zahlungseingängen erfolgen.

Dabei können zwei grundsätzliche Zielsetzungen verfolgt werden:

  • Absicherung von Zins- und Währungspositionen (Hedging) durch Gegengeschäfte, welche die Ergebniswirkungen der Zins- und Währungsentwicklung teilweise oder ganz ausgleichen
  • -> Finanzmanagement hat die Aufgabe, die leistungswirtschaftlichen Bereich mit den erforderlichen Finanzierungsmitteln zu versorgen
  • Bewusstes Eingehen von Risiken, um aus der erwarteten Entwicklung von Zinsen bzw. Währungsentwicklungen zu profitieren

Übersicht über derivative Finanzinstrumente

unbedingte Termingeschäfte

  • börsengehandelt: Futures
  • OTC: Forward-Geschäfte, Forward Rate Agreements, Swaps

bedingte Termingeschäfte

  • börsengehandelt: Optionen, Optionsscheine
  • OTC: OTC-Optionen, Swaptions, Caps, Floors, Collars


Die Preise von derivativen Finanzinstrumenten leiten sich von den zugrundeliegenden originären Geschäften, den so genannten „Underlyings“, ab.

Zugrunde liegende Anlageformen („Underlyings‘“) können sein: Aktien, zinstragende Anlagen wie Anleihen und Geldmarktgeschäfte, Fremdwährungspositionen, Indizes, Edelmetalle, Rohstoffe, Agrarprodukte |

Futures und Forward-Geschäfte

gegenseitig bindende Vereinbarung zweier Vertragsparteien, einen qualitativ genau bestimmten Vertragsgegenstand, den sog. Basiswert („Underlying“), wie z.B. Devisen, Aktien, Zinstitel oder sonstige Verfügungsrechte, in einer ganz bestimmten Quantität (Kontrakteinheit, Kontraktvolumen, Terminkontraktbetrag) zu einem fixierten zukünftigen Zeitpunkt (dem „Termin“) zu einem konkreten, bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis (dem Futureskurs, FuturesPreis, Abschlusspreis) zu liefern (Verkauf des Futures = Short-Futures-Position) bzw. abzunehmen und zu bezahlen (Kauf des Futures = Long-Futures-Position) oder gegebenenfalls einen Wertausgleich vorzunehmen.


Futures werden durch Standardverträge begründet und können somit an spezialisierten Börsen, den Terminbörsen, gehandelt werden. Charakteristisch für laufende Geschäfte mit Futures ist, dass während der Laufzeit anfallende Gewinne oder Verluste, die infolge von Marktwertänderungen des Kontrakts entstehen, über eine spezielle Verrechnungsstelle (Clearingstelle) börsentäglich finanziell zum Ausgleich gebracht werden.

Forward-Geschäfte weisen die gleichen grundsätzlichen Merkmale auf, sind allerdings individuell zwischen den beiden Vertragsparteien ausgehandelt und werden nicht an der Börse gehandelt (OTC-Geschäfte).

(Devisen-) Termingeschäft

Außerbörslicher Kauf oder Verkauf einer Währung gegen eine andere. Die Lieferung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Terminkurs entspricht dem Kassakurs, der um die Zinsdifferenz (bezogen auf die Laufzeit), den Swapsatz, bereinigt wurde.

  • Terminkurs = Kassakurs + Aufschlag (Report) bzw. - Abschlag (Deport)
  • Abschlag: Zinsniveau der Fremdwährung ist höher als EUR-Zinsniveau
  • Aufschlag: Zinsniveau der Fremdwährung ist niedriger als EUR-Zinsniveau

Financial Futures: standardisierte Termingeschäfte, die an Terminbörsen gehandelt werden

Einsatzmöglichkeiten: Sicherung von Devisenkursen für zukünftige Zahlungen

Merkmale von Finanzoptionen (Financial Options)

Der Käufer eines Optionskontraktes erwirbt gegen Zahlung einer Prämie das Recht,

  • eine bestimmte Menge (Kontraktgröße) eines bestimmten Wertobjektes (Basiswert; z.B. Aktien, Anleihen, Währungen, Aktienindizes, Financial Futures) zu einem im voraus festgelegten Preis (Basispreis) bis zu (bei amerikanischen Optionen) bzw. an einem (bei europäischen Optionen) bestimmten Termin, (1) zu kaufen (Kauf- bzw. Call Option) (2) oder zu verkaufen (Verkaufs- bzw. Put Option).

Der Verkäufer eines Optionskontraktes hat gegen Empfang der Prämie die Pflicht, den Basiswert

  • (1) zu liefern (Kauf- bzw. Call-Option)
  • (2) bzw. abzunehmen (Verkaufs-bzw. Put-Option).

Risikofreie Rendite

aktuelle Rendite auf Verfall risikofreier Null-Kupon-Anleihen mit bester Bonität (z.B. Staatsanleihen)

Alternativ dazu: für Laufzeiten bis zu einem Jahr: Renditen für Euromarktgelder, für Laufzeiten ab einem Jahr: Swapsätze

Möglich wäre die Fristigkeitenstruktur der Zinsen zu berücksichtigen, worauf jedoch im Rahmen der Klassischen Kalküle verzichtet wird. 

Marktrisikoprämie

Durchschnittliche Differenz zwischen der Rendite des Marktportfolios und der risikofreien Verzinsung

Marktportfolio = Portfolio sämtlicher handelbarer risikobehafteter Anlagen in einem Markt (Aktien, Obligationen, Immobilien, Kunst, Edelmetalle)

Approximation für die Herleitung der Marktrendite aus historischen Renditen bei unzureichender Datenlage: Wahl eines Index in Orientierung an dem Referenzmarkt, in den investiert werden soll ” 

Beta-Faktor

Der Betafaktor misst die Abhängigkeit der Rendite einer Aktie von der Renditeentwicklung des Gesamtmarkts.

Der Gesamtmarkt wird durch einen Aktienindex (z. B. ATX®, DAX®) repräsentiert und hat einen Beta-Faktor von 1.

Je weniger die Beobachtungswerte um die Regressionsgerade streuen, desto höher ist das Bestimmtheitsmaß, das ein Ausdruck für die Güte der Regressionsgeraden darstellt. 


Schätzung über eine lineare Regression aus historischen Daten (performance-basierte Renditen)

Sofern keine historischen Daten über ein Investitionsobjekt vorliegen, kann die Schätzung des Beta über an der Börse kotierte Unternehmen mit ähnlichen Risikoeigenschaften in der gleichen Branche vorgenommen werden.

Bei Verwendung historischer Daten von börsennotierten Unternehmen werden Marktrisikoprämien für das Eigenkapital von Unternehmen bestimmt. Die Eigenkapitalgeber tragen neben dem Investitionsrisiko das finanzielle Risiko, so dass das Beta des Eigenkapitals höher ist als das Beta des operativen Geschäfts.

Möglichkeiten zur Bewertung von Investitionsprojekten in fremder Währung

Foreign Currency Approach

Schätzung der zukünftigen Chas Flows des Investitionsprojekts in Fremdwährung, Diskontierung mit den risikoadjustieren Kapitalkosten für Projekte in Fremdwährung und Umrechnung des Barwerts mit dem aktuellen Wechselkurs


Home Currency Approach

Schätzung der zukünftigen Cash Flows des Investitionsprojekts in Fremdwährung, Umrechnung mit dem erwarteten Wechselkursen der Fremdwährung und Diskontierung mit den risikoadjustieren Kapitalkosten für Projekte in Heimwährung

  • Wechselkursprognosen sind notwendig

Ansätze für Wechselkursprognosen

Terminkurse als Prognose für erwartete zukünftige Kassakurse

Wechselkursprognose über die absolute oder relative Kaufkraftparitäts-Hypothese

Technische Modelle

Fundamentale Modelle

Beurteilung der beiden Ansätze

Beide Ansätze führen durch die Abstimmung von Wechselkursen und Diskontierungssätzen zu demselben Ergebnis.

Vorteil des Foreign Currency Approach ist, dass dieser ohne die oftmals schwierige Prognose von Wechselkursen auskommt.

Problematisch für den Foreign Currency Approach ist allerdings, dass Daten zur Schätzung der ausländischen Kapitalkosten vorhanden sein müssen.

Der Home Currency Approach ist immer dann sinnvollerweise anzuwenden,

  • wenn ausländische Kapitalmarktdaten nicht vorliegen
  • oder langfristige Projekte, wie z.B. Immobilienprojekte, in Ländern mit hohen Inflationsraten zu bewerten sind, da in diesem Fall die Wechselkursprognose gut über die relativen Kaufkraftparitäten vorgenommen werden kann oder
  • wenn die Wechselkursprognose über die Forward Rates gut prognostizier bar ist.