Aufgabe der Bildungsforschung
-Bildungskontext <-> Individuum
-Wir sehen nur durch den Vergleich
vergleichende Bildungsforschung
Kontext vergleichen (Sport oder Musik in der Schule, Sport oder Musik im Verein)
-formale, non-formale, informelle Kontexte
Systemvergleichen (Ländervergleiche,...)
-> Makrovergleiche
-internationale Vergleichsstudien (OECD, PISA, ...)
-National Educational Panel Study (NEPS)
Vergleichen auf Mikroebene (einzelne Individuen, Bildungssequenzen)
-Bildungsbiografie
-qualitative Bildungsforschung
Konzeptionellen Vergleichen
-Bildungstheorie
-Bildungsphilosophie
Historischen Vergleichen
-Historität
-Entstehung der Schule und der modernen Bildung
Indikatorenvergleichen
-Methode der vergleichenden Bildungsforschung
-Indikatorisierung, Operationalisierung
formale Bildungskontexte (Institutionenbezug)
-institutionell-organisationell gebunden
-legitime Zertifizierung
-zu Grunde liegt in der Regel pädagogisch intentionales Handeln (aus Anbietersicht)
-(häufig) pflichtcharakter für die TeilnehmerInnen
-intentionales lernen aus TeilnehmerInnensicht
-organisatorisch, methodisch und inhaltlich ist das lernen in diesem Kontexten vornehmlich nicht selbstgesteuert
Non-formale Bildungskontexte (Institutionenbezug)
-institutionell-organisationell gebunden
-teilweise Zertifizierung
-zu Grunde liegt in der Regel pädagogisch intentionales lernen (Anbietersicht)
-Angebotscharakter (freiwillige Teilnahme)
-intentionales lernen (TeilnehmerInnensicht)
-organisatorisch, methodisch und inhaltlich ist das lernen diesen Kontexten vornehmlich nicht selbstgesteuert
informelle bildungskontexte (Lebensweltbezug)
-nicht institutionell-organisationell gebunden
-alltagsgebunden, lebensweltorientiert
-keine Zertifizierung
-in der Regel liegt kein pädagogisch intentionales Handeln des Anbieters zu Grunde
-häufig inzidentelles Lernen (seltener intentionales Lernen)
-organisatorisch, methodisch und inhaltlich ist das lernen diesen Kontexten häufig selbstgesteuert
Bildungskontexte
theoretische Grundlagen
-entscheidend ist die Frage, inwieweit wir Konzepte identifizieren können, die die Leistungen unterschiedlicher Kontexte kommensurabel machen (gemeinsame Bezugspunkte)
zwei zentrale Konzepte:
1. Bildungsqualität als Perspektive auf Kontext
2. Bildungspraxis als Perspektive auf Subjekt
Ergebnisqualität
Angebote: erzieherische Wirkung
-Schulzufriedenheit
-Leistungsmotivation
-interkulturelles lernen
-positives selbstkonzept
-entwicklung von weltorientierung
-soziales lernen
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∆ V
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Angebote: Wirkung auf Leistung und Schulerfolg
-Schulleistung
-Lernnutzen der Angebote
-Lernstrategie
Strukturqualität
Schulqualität
-Ziel und Werte
-organisationskultur
-Verknüpfung Angebot und Unterricht
-Ganztagsausbau
externer Kontext
-Kooperationspartner
-Gemeinde
Individueller und familiärer Kontext
Prozessqualität
Unterricht: prozessmerkmale
Angebote: prozessmerkmale
Angebote: Nutzung
-Teilnahme, unter anderem zeitliche Intensität
-Teilnahmeprofil, z.b Teilnahme an lern- vs freizeitbezogenen Angeboten
Prozessperspektive
Grunddimensionen guten Unterrichts
-strukturierte, klare und störungspräventive Unterrichtsführung
-schülerorientiertes, unterstützendes Sozialklima
-kognitive Aktivierung (zu der je nach fachlichem Kontext z.b die Qualität der Nutzung von Experimenten im physikunterricht, herausfordernde, offene Aufgaben in der Mathematik,....)
Prozessperspektive
Grunddimensionen guter Lerngelegenheiten
-Verlässlichkeit, Sicherheit, Strukturiertheit der Lernumgebung, klare Regeln, altersangemessene Führung (Strukturdimension)
-akzeptierende, respektvolle Beziehung zu anderen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Gefühl von Zugehörigkeit, positive soziale Normen (Unterstützungs- und Orientierungsdimension)
-Herausforderungen, Gelegenheiten zur Entfaltung der körperlichen, intellektuellen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten (Herausforderungs- und Aktivierungsdimension)
Aufgabe der Forschung
Struktur, Unterstützung, Orientierung und Herausforderungen als Qualitätsmerkmal von unterrichtlichen, außerunterrichtlichen, auch außerschulischen und familiären Lernumgebung
was ist Sozialisation?
-Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt
-wechselspiel Anlage und Umwelt
-Verknüpfung innere Realität (genetische Veranlagung, körperliche Konstitution, Intelligenz, psychisches Temperament, Grundstrukturen der Persönlichkeit) und äußere Realität (Familie, Freundesgruppe, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, soziale Organisationen, Medien, Wohnbedingungen)
-Persönlichkeit: spezifisches Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellung und Handlungskompetenzen, das ein einzelnen Menschen kennzeichnet
Selbstbildung
Selbstbildung hat neben der Eigenenaktivität des Kindes immer auch die Entwicklung eines eigenen Selbst zum Gegenstand, nach dessen Eigenarten und Struktur die Alltagserfahrung geordnet und bewertet und dementsprechend als mehr oder weniger bedeutsam erfahren werden
Bildungspraxis Grundlagen
-Bildung als Angebots-Nutzungs-Prozess
-Bildungspraxis: produktiver Umgang (lernfreude, Lernstrategien, lernvermeidendes verhalten) mit den Angeboten (und Anforderungen) des Bildungssystems (Kindergarten, Schule, Uni, berufliche und allgemeine Weiterbildung)
-Grundlage der bildungspraxis ist der bildungshabitus als praxisgenerierendes Schema
ökonomisches Kapital
materielles Machtmittel (Geld, Eigentum)
kulturelles Kapital
Bildungstitel, kulturelles Wissen
Soziales Kapital
Machtmittel, die sich aus Ressourcennutzung sozialer Beziehung ergeben
Kapitalvolumen
Gesamtmenge soziales, ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital
Kapitalstruktur
Verhältnis der Kapitalarten in bezug auf Kapitalvolumen
Lebenslauf Definition
-beschreibt Ablauf von Ereignissen im Leben
-orientiert sich an Insitutionenstruktur/Funktionsbereichen der Gesellschaft
-Ordnungskriterien: Lebensalter (Individuum), zeitliche Ordnung von Übergangen (Institutionen)
-stellt objektive institutionelle Angebote dar
-beschreibt, dokumentiert objektive Ereigniskette
Biografie Definition
-interpretiert und rekonstruiert die Ereignisse des Lebenslauf
-zusammenhängende Lebensgeschichte
Biografieforschung
fragt danach, wie die Individuen mit den Strukturen umgehen, wie sie sich von ihnen herausfordern lassen, sie aneignen, benutzen, variieren, abwandeln, unterlaufen, sich ihnen widersetzen und auch an ihnen scheitern
Frage an Lebenslauf und Biografie
-Berufliche Lebenswünsche (Was ich bin und werden will)
-Objektive gesellschaftliche Voraussetzungen und Zugänge (Was ich erreichen kann)
-Und: was ich daraus mache und wie ich das bewerte
Bildungsbezogene Einträge
-Hohe Bildung-hohes Einkommen
-Guter Schulabschluss-gute Ausbildungschancen
-Bildung als Schutzfaktor vor Arbeitslosigkeit
Aspekte eines Konzepts der signifikanten Lernerfahrung
-Feinstruktur der Lernbiografie
-Lebenslanges Lernen über alle Lebensalter
-Anknüpfung an Selbstwirksamkeits- und Motivationskonzept
-Bezug zum Sozialisations- und Habituskonzept und zum selbstgesteuerten Lernen
-Verweis auf Strukturabhängigkeit von Erfahrungen
Extended Education
-Erweiterung von Unterricht
-(teilweise) freiwillig
-(teilweise) altersgemischte Gruppen
-Keine Benotung
-Erweiterte Partizipationsmöglichkeiten der SchülerInnen
Extended Education Kunst
-Verbesserung geometrischer Grundfähigkeiten
-Förderung von Kreativität
-Kaum Einfluss auf soziale Kompetenz
Extended Education Musik
-Verbesserung von Schulleistungen
-IQ-Förderung
-Phonologische Bewusstheit
-Kaum Einfluss auf soziale Kompetenzen
Sozialisation Thesen
1. Sozialisation = Wechselspiel Anlage und Umwelt
2. Sozialisation = Prozess Persönlichkeitsentwicklung jn wechselseitiger Abhängigkeit von körperlichen/psychischen Grundstrukturen und sozialen/physikalischen Umweltbedingungen
3. Sozialisation = Prozess der dynamischen und 'produktiven' Verarbeiterung der inneren und äußeren Realität
Definition Produktiv
- nicht wertend, sondern beschreibend
- Verarbeiterung innere/äußere Realität
- Individuum wählt individuelle, den eigenen Voraussetzungen und Bedürfnissen angemessene Form
- flexible und individuell kreative Anpassung der inneren und äußeren Bedingungen
Makro-Mikro-Makro Modell

generalisiertes Modell der Bildungsqualität von Angeboten im Bereich Extended Education

Subjektperspektive
-Lernen als aktiver Prozess der Auseinandersetzung des Individuums mit der umgebenden Umwelt
-eigene Aktivität (vor allem mit Blick auf informelle Bildungskontexte)
-Bildung als Selbstbildung
-Selbstsozialisation
Kontexte sind nicht per se lernförderlich, sie sind nur Bildungsmöglichkeiten
-(spezifische) Lernangelegenheiten: Bildung als Angebot
-selektionsbedingte Lernmilieus
-Unterstützung von selbstbildungsprozessen
Kontextperspektive
formale Kontexte
- Schule
-Berufsbildung
-Hochschule
-Institutionen der Weiterbildung
non-formale Kontexte
-Schülerhilfe
-private Nachhilfe
-Musikschule
-Institutionen der Weiterbildung
-Volkshochschule
-Vereine
-Angebote der Jugendhilfe
informelle Kontexte
-Freundeskreis
-Familie
-Medjen
-Vereine
-Angebote der Jugendhilfe
Sitzungseinstieg
- Einstieg auf Stundeninhalt abstimmen
- Interesse am Thema interaktiv von Beginn an fördern
- Aufmerksamkeit erzeugen
- Persönliche Bezüge zum Thema herstellen
- Vorkenntnisse aktivieren
- Orientierung geben
- z.B. Stummer Impuls, Anekdote zu Beginn, Dreieck der Gemeinsamkeiten, Freewriting
Störfaktoren
- beeinflussen Konzentration, Arbeitsphase, Ergebnis (kompletter Lernprozess und Setting)
- Arten: visuell (Licht), akustisch (Ruhe), klimatisch (nicht zu warm/kalt)
- Handy -> Konzentrationskiller, akustisch störend, Mobbinggefahr (Lösung -> einheitliche Regeln für Handy-Nutzung)
Walk and Talk
- Besprechung im Gehen
- in kleinen Gruppen
- fördert austausch
- verbessert Wohlbefinden
- Anregungen für Ideen
- Teamstärkung
Lerntypen
- visueller (sehen), auditiver (hören) oder kinästhetischer Lerntyp (anfassen, ausprobieren)
- alle Lerntypen mit einbeziehen
Biorhythmus und Lernen
- Lernpausen (sonst sinkt Aufmerksamkeit) !Körpersignale wahrnehmen!
- Bewegung, frische Luft, essen, trinken, Fantasiereisen, Powernap
- nach 10 min - 1-2 min
- nach 30 min - 5 min
- nach 2 Std - 15-20 min
- nach 4 Std - 1-2 Std
- Biorhythmus Schlüssel für Motivation, Konzentration, Zeitmanagement
- Tipps: Selbstbeobachtung, genug Schlaf, Pausen, Leistungshoch nutzen, Leistungstief nutzen
Anerkennungstheorie
- Selbstvertrauen, Selbstachtung, Selbstwertgefühl zentral beim Lernen
1. emotionale Anerkennung
- emotionale Zuwendung
- Selbstvertrauen wird gefördert
- Feinfühligkeit, Empathie, Verlässlichkeit
2. kognitive Anerkennung
- wechselseitige Anerkennung grundsätzlich Gleichberechtigter
- fördert Selbstachtung
- Respekt, Gleichberechtigung
3. soziale Anerkennung
- individuelles Selbstwertgefühl wird begründet und gefördert
- Selbstschätzung
Benotung Vor- und Nachteile
Vorteile
- geben Orientierung
- vergleiche zwischen Schülern
- Ansporn weiter zu lernen
- Umgang mit Misserfolgen üben
- Eltern erkennen, ob Nachhilfe notwendig
Nachteile
- ungerecht
- wenig objektiv (abhängig vom Lehrer, seiner Tagesform und Sympathie)
- unnötig Druck
Mündigkeit - Realität oder Illusion?
- Realität, weil Mündigkeit = Verantwortung tragen
- in allen Lebensaspekten tragen wir Verantwortung und entscheiden, ob wir Verantwortung tragen wollen
- zb. Mülltrennung
- z.b bewusst entscheiden zu studieren
- mündigkeit in allen Lebensbereichen da, daher Realität
Mündigkeit Definition
- inneres/äußeres Vermögen zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung
- Zustand der Unabhängigkeit
- für sich selbst sprechen/sorgen können
- eigenes/ soziales Leben, Beruf, Umwelt, Politik bewältigen können