- Bildungsstandards der KMK für Mathematik für den Primarbereich in 2004
- Neue Lehrpläne in den Bundesländern
TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study)
Sitzung 1
- erfasst mathematisches und naturwissenschaftliches Grundverständnis am Ende der 4. Klasse
- vierjähriger Rhythmus
- Durchführung durch Institut für Schulentwicklung
PISA (Programme for International Student Assessment)
Sitzung 1
- entwickelt von Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Indikatoren für Fähigkeiten Kenntnisse und Fertigkeiten von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen: Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften
- 3 jähriger Rhythmus
- erste Durchführung 2000 vertieft im Hauptbereich lesen
Sitzung 1
Definition: Inhalte (Gegenstände)
Sitzung 1
Inhalte systematisieren mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten die im Unterricht verbindlichen und unverzichtbaren Gegenstände und liefern Hinweise für die inhaltliche Ausrichtung des Lehrens und Lernens.
Die 5 Inhalte (Gegenstände)
Sitzung 1
1. Zahlen und Operation
2. Raum und Form
3. Größen und Messen
4. Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeiten
5. Muster und Strukturen
Definition: Kompetenzbereiche
Sitzung 1
Kompetenzbereiche repräsentieren die Grunddimensionen des fachlichen Handelns. Sie dienen dazu, die einzelnen Teiloperationen entlang der fachlichen Prozesse zu strukturieren und den Zugriff für die am Lehr und Lernprozess Beteiligten zu verdeutlichen.
- beschreiben die fachlichen Anforderungen und intendierten Lernergebnisse
- beziehen sich auf beobachtbare Handlungen und machen transferierbares Wissen und Können sichtbar
- stellen im Sinne von Regelstandards die erwarteten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem mittleren Abstraktionsgrad dar
- beschreiben Ergebnisse eines kumulativen, systematisch vernetzten Lernens
- können in Aufgabenstellungen umgesetzt und überprüft werden
Sitzung 1
10 Bildungsbereiche des vorschulischen Lernens
Sitzung 2
Das Kind steht im Mittelpunkt und erlernt Selbstkompetenz, Sach- und Methodenkompetenz und Sozialkompetenz durch Gesellschaftliche Teilhabe
1. Religion und Ethik 2. Körper, Gesundheit und Ernährung 3. Medien 4. Mathematische Bildung 5. Naturwissenschaftlich- technische Bildung 6. Bewegung 7. Ökologische Bildung 8. musisch-ästhetische Bildung 9. Soziale und (inter-)kulturelle Bildung 10. Sprache und Kommunikation
Grundsätze der vorschulischen Mathematikförderung
Sitzung 2
- Mathematik in der Lebenswelt entdecken: Unsere Welt steckt voller Mathematik
- Informelles Mathematiklernen und -wissen
- Beziehungen entdecken, Strukturen und Regelmäßigkeiten aufspüren, beschreiben und nutzen
- Handlungs- und Spielerfahrungen
- Wecken von Neugierde, Interesse und Selbstvertrauen
- Kinder als Forscher*innen und Entdecker*innen
- Austausch mit anderen Kindern und Erwachsenen
KEINE Grundsätze der vorschulischen Mathematikförderung
Sitzung 2
- Vorschnelles Vorsagen von Lösungen: Keine fertige Mathematik
- Vorsagen und Nachmachen
- Einüben von Regeln oder Trainieren von Fertigkeiten
Freies Spiel und gezielte Förderung
( Doppeltes Spannungsfeld früher mathematischer Bildung nach Peter Koop)
Sitzung 2
Sitzung 2
Freies Spiel und gezielte Förderung ( die Verschiedene Settings, nach Benz et al)
Sitzung 2
1. durch Kinder völlig selbst initiierte Spiele ohne Einbeziehung der Erwachsenen
2. durch Kinder selbst initiierte Spiele an denen sich Erwachsene in sehr unterschiedlichem Maß beteiligen
3. von Erzieher*innen / Lehrer*innen mit gezieltem Blick auf spezielle Inhalte und Lernziele initiierte Spiele unter Bereitstellung der benötigten Materialien mit Handlungsspielräumen, die von den Kindern individuell gestaltet werden können
4. gezielte Eins-zu-Eins-Situationen, die durchaus auch spielbasiert sein können
Sitzung 2
Sitzung 2
Mathematische Vorläuferfähigkeiten
Sitzung 2
Sitzung 2
Pränumerischer Bereich „vor“-numerisch, also noch ohne Verwendung von Zahlen, noch ohne zählen und ohne konkrete Erfassung von Mengen (etwa durch Abzählen9
Numerischer Bereich Mengen erfassen und benennen, zählen etc
Was gehört zu den pränumerischen Fähigkeiten
Sitzung 2
Sitzung 2
Z.B - Dinge nach bestimmten Eigenschaften oder Merkmalen sortieren können
- Dinge in Klassen mit bestimmten Merkmalen einteilen
- Reihen erkennen, logische Reihenfolgen erkennen und fortsetzen, Bildergeschichten sortieren
- Eins-zu-eins-Zuordnung
....
Muster und Strukturen
Was sind Muster und was sind Strukturen?
Sitzung 2
Muster : zahlenmäßige oder räumliche Regelmaßigkeit
Strukturen: Beziehung zwischen verschiedenen Komponenten eines Musters
Sitzung 2
Muster und Strukturen
Was sind Musterfolgen und was sind dynamische und statische Musterfolgen?
Sitzung 2
Musterfolgen: Aneinanderreihen und Vervielfachen von einfachen Alltagsgegenständen
Statische Musterfolgen: Musterfolgen mit einer regelmäßig wiederholenden Struktur
Dynamische Musterfolgen: Musterfolgen mit wachsender Struktur
Sitzung 2
Räumliche Muster:
regelmäßige Wiederholungen von Gegenständen, wie z. B. Würfelmuster oder andere geometrische Formen
Muster und Strukturen
Was sind räumliche Muster?
Sitzung 2
Sitzung 2
Raum und Form:
Welcher Zusammenhang besteht zwischen räumlichen Fähigkeiten und Kompetenzen in Bezug auf Zahlen und Operationen sowie zu mathematischer Kompetenz allgemein?
Sitzung 2
- Die Verbindung einer räumlichen Struktur mit einer arithmetischen Struktur – einer Struktur, die sich auf Anzahlen bezieht
- wie nehmen Kinder die räumliche Anordnung von Objekten wahr um arithmetische Probleme zu lösen
- Zum Beispiel können Kinder die Anzahl von Eiern in einer Eierkarton bestimmen, indem sie die räumliche Struktur der Anordnung der Eier in der Schachtel nutzen. Die Kinder können die Eier als "3 und 3" oder "2 und 2 und 2" wahrnehmen und dadurch die Anzahl der Eier in der Schachtel bestimmen
Größen und Messen
Welche Größen spielen im Kindergartenalter schon eine Rolle?
Sitzung 2
Im Kindergartenalter kommen Kinder mit verschiedenen Größen wie Längen, Gewichten und Zeiten in Berührung
Größen und Messen
Wie können Kinder sich intuitiv und spielerisch dem Messen von Längen nähern ?
Sitzung 2
Kinder können sich dem Messen von Längen spielerisch mit Alltagsmaterialien wie Bauklötzen und Schnüren nähern
Größen und Messen
Welche Aktivitäten mit Gewichten sind im Kindergartenalter sinnvoll und möglich
Sitzung 2
- Im Kindergartenalter können Kinder durch Vergleichen mit Spielzeug-Waagen und Küchenwaagen Erfahrungen im Gewichtsmessen sammeln
- Auch das Messen von Gewichten durch das Experimentieren mit Balkenwaagen und anderen Arten von Waagen ist eine Möglichkeit
Sitzung 2
Größen und Messen
Was ist das Besondere an Zeiten als Größen und inwiefern können Zeiten im Kindergartenalter thematisiert werden?
Sitzung 2
- Kinder können beispielsweise auf einem Kalender das aktuelle Datum oder Geburtstage der Kinder eintragen und somit ein Verständnis für Zeiten und den Umgang mit ihnen entwickeln
- ebenfalls eine Anloge Wanduhr kann erste Eindrücke von zeit schaffen
Daten und Wahrscheinlichkeiten
Welche Daten können Kinder im Kindergartenalter bereits sammeln bzw. erheben und wie können sie diese darstellen ?
- Lieblingsdingen (Farbe,Tier...)
- Fragen wie: was möchtest du essen/machen
- wer hat wieviele Geschwister und wer ist wie alt
- sie können auch die Körpergröße messen oder selbstgepflanzte Pflanzen
Darstellen können die kinder die Daten durch Duplosteine, Klebezettel, perlen...
Sitzung 2
Daten und Wahrscheinlichkeiten
Welche kombinatorischen Aktivitäten und Wahrscheinlichkeiten spielen im Kindergartenalter eine Rolle?
Sitzung 2
Das Thema der Wahrscheinlichkeit ist bei Würfelspielen im Kindergartenalltag immer präsent
Die 5 Zählprinzipien
Sitzung 3
1. Eindeutigkeitsprinzip (Eins-zu-eins-Zuordnung)
2. Prinzip der stabilen (Zahl-)Ordnung
3. Kardinalzahlprinzip
4. Prinzip der Irrelevanz der Anordnung
5. Prinzip der Irrelevanz des Zählinhalts (Abstraktionsprinzip)
Welches Zählprinzip ? Die Kinder sagen die Zahlwortreihe bis 10 auf
Sie zählen Mengen und ordnen jedem Element ein Zahlwort zu
Sitzung 3
Sitzung 3
Eindeutigkeitsprinzip
Welches Zählprinzip ? Die Kinder sagen die Zahlwortreihe bis 10 auf
verwenden die Zahlwortreihe in der richtigen Reihenfolge
Sitzung 3
Prinzip der stabilen Ordnung
Welches Zählprinzip ? Die Kinder sagen die Zahlwortreihe bis 10 auf
benennen das letzte Zahlwort als Mächtigkeit der Menge
Sitzung 3
Kardinalprinzip
Welches Zählprinzip ? Die Kinder sagen die Zahlwortreihe bis 10 auf
Zählen Gegenstände unabhängig ihrer Art und Eigenschaften
Sitzung 3
Abstraktionsprinzip
Welches Zählprinzip ? Die Kinder sagen die Zahlwortreihe bis 10 auf
Wissen, dass sich das Zählergebnis nicht ändert auch wenn die Elemente in anderer Reihenfolge gezählt werden
Sitzung 3
Prinzip der Irrelevanz der Anordnung
Abzählen : Mögliche Herausforderungen
Mögliche Fehler beim Abzählen
Sitzung 3
Logische Verzählungen, z.B. - Auslassung von Zahlwörtern - Irreguläre Reihenfolge
Koordinationsfehler, z.B. - Zeigen auf Objekt ohne Zahlwort - Überspringen von Objekten - Doppeltes (mehrfaches) Zählen von Objekten
Abzählen: Wie kann man Kinder fördern
Sitzung 3
Förderaspekte
- Beschaffenheit der zu zählenden Objekte - Anordnung der Objekte - Unterstützung durch Gesten
Maßnahmen zur Förderung des Zählens und Abzählens im Unterricht
ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten)
Sitzung 4
- Aktuelle international gültige Version: ICD-10 (ICD-11 verabschiedet, aber noch nicht in Deutschland eingeführt)
- Ärzte und Psychotherapeuten und die von diesen geleiteten Einrichtungen verschlüsseln Diagnosen nach ICD-10
- weltweit anerkanntes Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen
ICD-10: Rechenstörung
Sitzung 4
Sitzung 4
- Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar sind
- Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten
ICD-11: Lernentwicklungsstörung mit Beeinträchtigung in Mathematik
Sitzung 4
- Beeinträchtigung durch erhebliche und anhaltende Schwierigkeiten beim Erlernen akademischer Fähigkeiten im Zusammenhang mit Mathematik oder Arithmetik
- Leistungen liegen deutlich unter dem was für das alter zu erwarten wäre
Definition: Diskrepanzkriterium & 2 Merkmale
Sitzung 4
In ICD und analogen Definitionen: Es wird eine Diskrepanz (Widersprüchlichkeit) der Rechenleistungen zum allgemeinen Entwicklungsalter angenommen
- Es zeigen sich bei Kindern mit guter Intelligenz und Kindern mit niedriger Intelligenz keine wesentlichen Unterschiede in der Art der Rechenschwierigkeiten
- Kinder mit allgemeinen Lernschwierigkeiten haben dieselben Schwierigkeiten wie Kinder mit isolierter Rechenschwäche, jedoch teilweise in höherem Ausmaß.
Welche drei zentralen Inhalte des arithmetischen Basisstoffs werden bei Schwierigkeiten im Mathematiklernen betroffen ?
Sitzung 4
Sitzung 4
1. Verständnis natürlicher Zahlen
2. Verständnis von Rechenoperationen
3. Verständnis des dezimalen Stellenwertsystems
Welche sind die drei Hauptkennzeichen im Zentrum Diagnose- und Förderarbeit bei besonders großen Schwierigkeiten beim lernen von Mathe ?
Sitzung 4
Sitzung 4
1. verfestigtes zählendes Rechnen (fehlende Grundvorstellung von zahlen, verhindert Aufbau von Rechenstrategien)
2. Grundvorstellungsdefizite
3. Unzureichendes Stellenwertverständnis
Verfestigtes zählendes Rechnen
1. Zeitpunkt der Auffälligkeit
2. Beobachtungsmöglichkeiten
3. Begleiterscheinungen
4. Förderkonzepte und -schwerpunkte
Sitzung 4
1. Tritt in der Regel schon vor Schulbeginn auf (z.B abzählen von Plättchen)
2. - standardisierte tests - Beobachtung im Unterricht - Befragung der Eltern
3. - Unterscheidung von links und rechts - Rechenrichtungsfehler ( Verwechslung addition und Subtraktionen) - Zahlendreher
4. drei Schwerpunkte: - schnelles sehen - Operationalisierte Zahlenvorstellungen - Strategien des Rechnens
Ursachen von Lernschwierigkeiten
Sitzung 4
- Lernschwierigkeiten in der Regel nicht auf eine Ursache zurück zu führen
- Meist mehrere Ursachen in Wechselwirkung zueinander
- Risikofaktoren im Sinne von möglichen Ursachenfeldern:
Individuum, schulisches Umfeld, Soziokulturelles und familiäres Umfeld
Nachteilsausgleich bei Lernschwierigkeiten
Sitzung 4
- Richtlinien der KMK
- Unterstützungsmaßnahmen für Kinder mit Behinderungen oder Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung
- Nachteile können: zeitlich, räumlich, technisch und personell ausgeglichen werden