Flashcards in the set

Haven't started (16)

Was sind die Teilbereiche der Sozialisation?
1. Lesesozialisation

2. Literarische Sozialisation
Lesesozialisation
Prozess der Befähigung zum Umgang mit ,,Schriftlichkeit" -> auch nichtliterarische Texte

bezieht sich auf lineare (literarische und nichtliterarische Texte), aber auch z.B. auf Tabellen, Grafiken, Lexikon- und Hypertexte
Literarische Sozialisation (eng gefasst)
Erwerb der Kompetenz zur Rezeption und Verarbeitung von fiktionalen/ ästhetischen Texten in unterschiedlichen Präsentationsformen
Literarische Sozialisation (weiter gefasst)
Schrifttexte, szenische Theaterstücke, mündliche Verse, etc.

Literarische Erfahrung werden auch jenseits der Schriftlektüre gewonnen

z.B. Vorlesen, auditiv und audiovisuelle Medien, Theateraufführungen,...
Wie ist das Verhältnis zwischen Lese- und literarischer Sozialisation?
- parallel und wechselseitig (nicht hierarchisch!)

- literarische Sozialisation ist der prototypische Kern der Lesesozialisation

Bedeutet:
- literarische Texte von Anfang an: Vorlesen (Leseanregung und Anschlusskommunikation)
- Elternhaus und Schule ergänzen sich gegenseitig in Leseförderung
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie
Phase 1
- ab circa 1 Jahr

Primäre literarische Initiation

Umgang mit konzeptioneller Schriftlichkeit:
Vorlesen, Sprachspiele, Kasetten, CDs, ...

Prä- und paraliterarische Erfahrungen

Motivation zum Lesenlernen steigt, entwickeltes Sprachbewusstsein, Gratifikationserwartungen
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie
Phase 2
- circa 6 Jahre

,,Krise" des Schriftspracherwerbs

Schere zwischen literarischen Interessen und Lesefähigkeiten
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie
Phase 3
- circa 9 Jahre

Kindliche Viellesephase

Intensive Lektüre altersangemessener Kinderliteratur, hohe Übereinstimmung zwischen Schul- und Freizeitlektüre
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie
Phase 4
- ab circa 12 Jahre

Literarische Pubertät

Diskrepanz zwischen Schul- und Freizeitlektüre, Interessenverschiebung

Motivationseinbruch
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie
Phase 5
- ab circa 16/17 Jahre

Wiedereinstieg ins Lesen
Neuanfang

Differenzierung der Lesehaltungen und -interessen
Was sind die Sozialisationsinstanzen?
- Medien

- Familie

- Kita

- Schule

- Peers
Lesemodi
1. partizipatorisch, um mitreden zu können

2. Konzeptlesen: Interesse

3. Ästhetisch: Vergnügen, Genuss

4. Instrumentell: gezielt, Wissensaneignung

5. intimes Lesen: Identifikation, intrinsische Motivation
Was zeigen sich diese in der GS?
- Instrumentelles Lesen für verschiedenen Genremerkmale

- ästhetisches Lesen beim Vorlesen, Hörbücher

- intimes Lesen in Lesephasen/ Leseecken

Modi überschneiden sich oft
Modi des Literarischen (begegnen Kindern sehr früh, manchen aber in der Schule das erste Mal)
- auditive Erfahrungen (Vorlesen, erzählen,..)

- Gespräch und gemeinsame Sinndeutung (Bilderbuch, Lesegespräche)

- Mediale Vorerfahrungen (TV,CD), intermediale Lektüren
Weitere Modi des Literarischen
- lyrische Texte (Lieder, Reime)

- epische Texte (Märchen, Fantastische Geschichten)

- Bilderbücher (Bild-Text-Verknüpfung)

- dramatische Texte (Puppenspiele)

- Zeichentrickfilme etc.
Warum prä- und paraliterarische Kommunikation?
= mündlicher bzw.. kreativer Umgang mit ästhetisch vorstrukturierter Sprache

Funktion:
  • wichtige Vorstufe bzw. Begleitformen einer wirksamen Leseerziehung
  • leseanregendes, pädagogisches Klima schaffen
  • Entwicklung phonologischer Bewusstheit

Vorläuferbedingung für Lesen und Schreiben