Prozess der Befähigung zum Umgang mit ,,Schriftlichkeit" -> auch nichtliterarische Texte
bezieht sich auf lineare (literarische und nichtliterarische Texte), aber auch z.B. auf Tabellen, Grafiken, Lexikon- und Hypertexte
Literarische Sozialisation (eng gefasst)
Erwerb der Kompetenz zur Rezeption und Verarbeitung von fiktionalen/ ästhetischen Texten in unterschiedlichen Präsentationsformen
Literarische Sozialisation (weiter gefasst)
Schrifttexte, szenische Theaterstücke, mündliche Verse, etc.
Literarische Erfahrung werden auch jenseits der Schriftlektüre gewonnen
z.B. Vorlesen, auditiv und audiovisuelle Medien, Theateraufführungen,...
Wie ist das Verhältnis zwischen Lese- und literarischer Sozialisation?
- parallel und wechselseitig (nicht hierarchisch!)
- literarische Sozialisation ist der prototypische Kern der Lesesozialisation
Bedeutet: - literarische Texte von Anfang an: Vorlesen (Leseanregung und Anschlusskommunikation) - Elternhaus und Schule ergänzen sich gegenseitig in Leseförderung
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie Phase 1
- ab circa 1 Jahr
Primäre literarische Initiation
Umgang mit konzeptioneller Schriftlichkeit: Vorlesen, Sprachspiele, Kasetten, CDs, ...
Prä- und paraliterarische Erfahrungen
Motivation zum Lesenlernen steigt, entwickeltes Sprachbewusstsein, Gratifikationserwartungen
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie Phase 2
- circa 6 Jahre
,,Krise" des Schriftspracherwerbs
Schere zwischen literarischen Interessen und Lesefähigkeiten
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie Phase 3
- circa 9 Jahre
Kindliche Viellesephase
Intensive Lektüre altersangemessener Kinderliteratur, hohe Übereinstimmung zwischen Schul- und Freizeitlektüre
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie Phase 4
- ab circa 12 Jahre
Literarische Pubertät
Diskrepanz zwischen Schul- und Freizeitlektüre, Interessenverschiebung
Motivationseinbruch
Idealtypischer Verlauf einer Lesebiografie Phase 5