Defizitperspektive
Sprachliches Verhalten eines Lerners wird nicht in Eigengesetzlichkeiten betrachtet sondern in vordefinierter Form – Situationsbedingte Faktoren werden vernachlässigt
notweniges Wissen zur Konstruktion eines Satzes
Verwendung von Artikeln, bestimmt vs. unbestimmt
Genus der Nomen
Verbal – und Nominalreflexion
Stellung der einzelnen Satzglieder
Muttersprachliches Wissen
ohne Nachdenken – implizit
Anwendung sprachlicher Regeln ist unbewusst
Mehrsprachigkeit
Fähigkeit, in mehr als einer Sprache zu kommunizieren und sich ausdrücken zu können
Erstsprache / Erstspracherwerb (ESE) / L1
jede bis zum dritten Lebensjahr erworbene Sprache
Monoligualer ESE
Erwerb von nur einer Sprache bis zum dritten Lebensjahr
Bilingualer ESE
Erwerb zweier Sprachen innerhalb der ersten drei Lebensjahre (oft nicht balanciert, also eine Sprache ist dominanter)
auch: trilingualer ESE usw.
Zweitsprache / Zweitspracherwerb (ZSE) / L2
jede im weiteren Lebensverlauf erworbene Sprache
(weitgehend) ungesteuert, i.d.R. im Zielsprachenland
Kindlicher ZSE vs. ZSE Erwachsener
Eintritt ins Erwachsenendasein (Pubertät) als Grenze
Sonderform des kindlichen ZSE
früher kindlicher ZSE --> vor Schuleintritt
Fremdsprachenerwerb (FSE)
Erwerb einer Sprache unter institutionellen Bedingungen, d.h. gesteuert, i.d.R. im Muttersprachenland
Muttersprache
= Erstsprache
Herkunftssprache
Sprache(n) des Herkunftslandes von Zuwanderern
Ausgangssprache im ZSE
L1
Zielsprache im ZSE
L2
Erwerbstypen
ESE, ZSE, FSE, kindlicher ZSE, ZSE Erwachsener usw.
Bildungssprache
- sprachliches Register, das in Bildungskontexten verwendet wird (z.B. Schule, Universität)
- dient der Darlegung komplexer und abstrakter Sachverhalte
- geht oft einher mit bestimmten Texthandlungen wie Beschreiben, Vergleichen, Erklären, Erörtern, Analysieren, etc.
- zeigt Merkmale von Schriftlichkeit
Sprache in alltäglichen Kontexten
- einfache, oft unvollständige Sätze
- unpräziser Wortgebrauch, Umschreibungen
- viele Füllwörter
- Wiederholungen
- oft zirkuläre Argumentation
- handlungsbezogen, kontextgebunden
Sprache in Bildungskontexten
- komplexe und vollständige Sätze
- präziser Wortgebrauch
- wenig Füllwörter (hohe Informationsdichte)
- wenige Wiederholungen
- meist lineare Argumentationen
- nicht handlungsbezogen, kontextfrei
Bildungssprache und SuS mit Deutsch als Zweitsprache
in Deutschland aufgewachsene Kinder: können bei Schuleintritt meist unauffällige Alltagsgespräche führen
5-8 Jahren bis mühelose Teilnahme an Unterricht in Mehrheitssprache wegen Unterschieden zwischen Alltagssprache und Unterrichtssprache / Bildungssprache
Notwendigkeit von kontinuerlicher Unterstützung beim Ausbau schulrelevanter sprachlicher Varietäten