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Haven't started (11)

Regelkreis der Energieaufnahme

  • Hunger: Verlangen nach Nahrung
  • Sättigung (satiation): Kurzfristiges Ereignis, das zur Beendigung der Mahlzeit führt
  • Sattheit (satiety): Langfristiges Ereignis, das die Sättigung unterstützt und 10-15 Minuten nach Nahrungsaufnahme einsetzt (Verdauungstätigkeit, Metabolisierung von Energielieferanten und Nährstoffen, hormonelle Einflüsse)
  • Orexigen: „Verlangen“ auslösend = stimuliert den Appetit
  • Anorexigen: „Verlangen“ unterdrückend = hemmt den Appetit

Ghrelin (das Hungerhormon)

  • Peptid aus 28 Aminosäuren
  • Produziert und sezerniert in den X/A-Zellen des Magenfundus
  • Anreiz für die Freisetzung ist ein leerer Magen
  • Nahrungsaufnahme hemmt die Ghrelinfreisetzung (Spiegel sinkt schnell wieder ab, ca. 1 h)
  • Injiziert man Ghrelin in Hohlräume des Gehirns (intracerebroventrikular) oder in die Bauchhöhle (intraperitoneal), wird eine Appetit-stimulierende Wirkung festgestellt (→ Orexigene Wirkung)
  • Afferenzen über die Blutbahn als Hormon oder über Nervenbahnen, die aus der Magenregion ins Gehirn ziehen

 Fettgewebe – Leptin (Mäuseversuch)

  • Untersuchung zweier Mausstämme, die durch Inzuchtmodell übergewichtig und adipös sind --> obese (ob/ob), diabetic (db/db)
  • Experimente mit parabiotisch lebenden Tieren

o   ob/ob fehlt ein zirkulierender Faktor, der Sättigung verursacht

o   db/db bilden diesen Faktor zwar, können aber nicht mehr sensitiv genug auf ihn reagieren

  • Hauptquelle der Leptinproduktion (167 Aminosäuren) im Organismus ist das Fettgewebe
  • Die zirkulierende Menge an Leptin spiegelt den Umfang des Fettgewebes wieder

o    Überfütterung erhöht den Leptin-Spiegel

o   Hungern senkt den Leptin-Spiegel

o   Leptin ist anorexigen

o   Wirkung als Hormon im Gehirn oder durch Nervenbahnen, die aus dem Fettgewebe ins Gehirn ziehen

  • ob/ob weisen eine Funktionsmutation im Gen für Leptin auf
  • Gibt man ob/ob-Mäusen Leptin, werden alle auffälligen Phänotypen beseitigt (Hyperphagie, Adipositas, Hypothermie, neuroendokrine und immunologische Abnormalitäten)

Leptinmangel und Leptinresistenz

  • Auch bei Menschen gibt es eine sehr seltene erbliche Form des absoluten Leptinmangels verbunden mit extremer Adipositas → Rechtzeitige Leptintherapie hilft
  • Die meisten Adipösen weisen jedoch erhöhte Plasmaleptinspiegel auf
  • Selbst bei zusätzlicher Zufuhr von Leptin ist dessen Effekt minimal → Leptinresistenz (die mit zunehmender Adipositas ebenfalls zunehmende Unfähigkeit des Organismus, die Größe seiner Fettdepots zu regulieren)
  • Leptinresistenz kann sein: Keine Übertragung des Signals ins Gehirn, zu wenig Ob-R im Gehirn, zu schwache Antwort nach Binden des Leptins an Ob-R im Gehirn

Reglerzentrum

o   Ventromedialer Hypothalamus als Sättigungszentrum

o   Lateraler Hypothalamus als Hungerzentrum

Neurone erster Ordnung (Nucleus arcuatus; AR)

  • Innerhalb des Nucleus arcuatus wirken periphere Signale auf spezielle Nervenzellen, die daraufhin Überträgerstoffe freisetzten (Neuropeptide)
  • Orexigene Signale (Ghrelin) setzen orexigene Neuropeptide frei und hemmen die Freisetzung von anorexigenen Neuropeptiden
  • Anorexigene Signale (Leptin) setzen anorexigene Neuropeptide frei und hemmen die Freisetzung von orexigenen Neuropeptiden
  • Die Neuropeptide wirken auf nachgelagerte Neurone im Gehirn (Neurone zweiter Ordnung)
  • Orexigene Neuropeptide sind das Neuropeptid Y (NPY) und das Agouti-related Peptide (AgRP)
  • Anorexigene Neuropeptide sind Proopiomelanocortin (POMC) und das Cocaine and Amphetamine Related Transcript (CART) (POMC ist eine Vorstufe, die zum α-Melanozyten-stimulierendem Hormon (α-MSH) umgesetzt wird)
  • Wechselwirkungen zwischen den orexigenen und anorexigenen Neuropeptiden sind möglich (z.B. NPY-bildende Neurone hemmen POMC-bildende Neurone)

Neurone zweiter Ordnung

  • Im Hypothalamus (Paraventrikulärer Nukleus (PV), Ventromedialer Hypothalamus (VM), Dorsomedialer Nukleus (DM), Lateraler Hypothalamus (LT))
  • Im Stammhirn
  • In übergeordneten Hirnstrukturen (z.B. Cortex)
  • Übergeordnete Hirnstrukturen können sich über die Informationen aus dem Hypothalamus „hinwegsetzen“

Neurone zweiter Ordnung - Beispiel Leptin

  • Bildung im Fettgewebe
  • Transfer ins Gehirn über die Blutbahn
  • Bindung an Leptinrezeptoren auf Neuronen im Nucleus arcuatus
  • POMC/CART-bildende Neurone werden aktiviert
  • NPY/AgRP-bildende Neurone werden gehemmt
  • Weiterleitung entsprechender anorexigener Signale

Effektoren

  • Anorexigene Signale wie Leptin sollen bewirken, dass wir weniger essen und mehr Energie verbrauchen
  • Orexigene Signale wie Ghrelin sollen bewirken, dass wir mehr essen und weniger Energie verbrauchen
  • Verhaltensorientierte Steuerungsmechanismen des Gehirns zu untersuchen, gestaltet sich schwierig
  • Vermittlung motivierten Verhaltens:

o   Koordination bestimmter Verhaltensmuster

o   autonome Systeme

o   neuroendokrine Systeme

Effektormechanismus Verhalten

  • Mechanismen der Regulation der Energieaufnahme wurden evolutionär ausgebildet zu einer Zeit mit langen Phasen der Nahrungsknappheit und größeren Gefahren bei der Nahrungsbeschaffung
  • Ausbilden eines „Nahrungs“gedächtnisses und die Entwicklung eines emotionalen Belohnungssystems für das Aufsuchen, Finden und Erwerben von Nahrung hat also evolutive Vorteile
  • An der Merkfähigkeit sind viele Gehirnareale beteiligt, u.a. der Hippokampus (eine der ältesten Regionen des Gehirns und Bestandteil des limbischen Systems (Sitz von Emotionen und Triebverhalten))
  • Ghrelin fördert im Hippokampus die Bildung synaptischer Verbindungen zwischen den Neuronen
  • Frühe Freisetzung von Ghrelin in der Hungerphase könnte Merkfähigkeit verbessern
  • Intravenöse Gabe von Ghrelin bei Menschen → genauere Beschreibung der Lieblingsmahlzeit als Kontrollen

Effektormechanismus Energieverbrauch

  • Homöostatische Regulation auf Seiten des Energieverbrauchs
  • Anorexigene Signale hemmen nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern erhöhen den Energieverbrauch
  • Orexigene Signale induzieren die Nahrungsaufnahme und hemmen den Energieverbrauch
  • Leptin erhöht den Energieverbrauch über

o   Zitterfreie Thermogenese in braunem Fettgewebe über Synthese des UCP-1 in der regio interscapularis, „Winterschlafdrüse“ bei Ratten

o   Thermogenese in anderen Fettgeweben (Isolier- und Baufett der Muskulatur u.a. Organe) über alternative Formen der UCP bei Schafen

o   Stimulation des UCP-3 in der Skelettmuskulatur des Menschen