Deduktion
= Ableitung
Allgemeine Aussage wird auf den Einzelfall abgeleitet
Induktion
=hineinführen
Einzelfall zur Verallgemeinerung
Abduktion
= Wegführung, Entführung
klärende Hypothese (Schlussfolgerungsprozess, der im Gegensatz zur
Induktion/Deduktion eine Erkenntniserweiterung beinhaltet)
Was ist das Ziel aller Wissenschaften ?
Das Ziel aller Wissenschaften ist die Generierung von beständigem,
zuverlässigem und gültigem Wissen.
Wissenschaftliche Theorien Auflistung
Visualisierte Theorie
Verbale Theorien
Formale Theorien
Visualisierte Theorie
-Geometrische Figuren, Verbindungen, um Zusammenhänge darzustellen
-oft in der Sozialwissenschaft verwendet
-Visualisierte Theorien haben Modellcharakter, mit logischen Verbindungen
mehrerer abhängiger Hypothesen
Vier wesentliche Merkmale von Modellen:
1. Abbildung eines Objekts
2. Systemcharakter
3. Abstraktion unwichtiger Merkmale
4. Reduktion von Komplexitäten
Beispiel: Modelleisenbahn, ist ein vereinfachtes Abbild der realen Bahn
Verbale Theorien
-häufigste Art der Theorien
Vorgaben:
1. Klare definierte Termini (Eindeutig)
2. Widerspruchsfreie Aussage
3. Ableitbare Hypothese
-Zielen auf allgemeine Aussagen ab
-Idealfall als Gesetz
-in Sozialwissenschaften sind absolute Aussagen jedoch selten und Theorien
können nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit getätigt werden
Formale Theorien
-Zusammenhänge als Systeme mathematischer Formeln
-Vor allem in den Naturwissenschaft genutzt
-eignet sich als Simulation von Realitäten am Computer
-Sozialwissenschaften häufig Realität zu Komplex um sie als mathematische Formel
darzustellen
Beispiel (Psychologie):
Rescorla-Wagner-Formel:
-Erklärt das Phänomen der klassischen Konditionierung und besagt, dass lernen nur
dann stattfindet, wenn der Betroffene überrascht wird.
Was ist eine Theorie ?
Eine Theorie ist ein System von Aussagen, das in sich widerspruchsfrei ist, komplexe
Phänomene beschreibt oder vorhersagt und meistens mit bekanntem Wissen in
Verbindung zu bringen ist oder auf dieses zurückgeführt werden kann
Alltags-, naive-, populärwissenschaftliche Psychologie
-jeder Mensch betreibt es bewusst oder unbewusst, um die Welt für sich begreifbar
und sicher zu machen
Fehler:
1. Beliebiger und missverständlicher Sprachgebrauch
2. Menschliche Wahrnehmung-, Erinnerungs- und Denkfehler
3. Fehlerhafter Umgang mit Wahrscheinlichkeiten
4. Unzureichende Prüfung von Vermutungen
Wissenschaftliche Psychologie
-muss allgemeingültige Erkenntnisse hervorbringen
-versucht Alltagspsychologie zu verstehen
-Erforscht Prozesse, Mechanismen des menschlichen Verhaltens und Erlebens
Die Wissenschaftliche Psychologie teilt die Basisziele der Wissenschaft
(Beschreibung, Erklärung, Vorhersage) und erweitert sie um Verhaltenskontrolle und
Verbesserung der Lebensqualität.
Basisziele einer Wissenschaft ?
Beschreiben:
Das Beschreiben ist eine normale Alltagstätigkeit, doch in der Wissenschaft wird es
exakter, systematisch und zielgeleitet.
1.Benennen bedeutet in diesem Zusammenhang, jemanden oder etwas einen
Namen zu geben.
2.Ordnen und klassifizieren
3.Definieren legt fest, was unter einem bestimmten Begriff zu verstehen ist
4. Angaben zu Häufigkeiten bzw. Ausprägungsgrad
Erklären:
Voraussetzung sind Beschreibungen. Geben antworten auf „Warum-Fragen“ und
enthalten Angaben über Bedingungen von Sachverhalten. Allgemeine Gesetze
unterordnen
Vorhersagen:
Prognose. Von bekannten Zusammenhängen wird eine Vorhersage für die Zukunft
gemacht
Verändern:
1.Korrektur von Entwicklungen
2.Förderung von Prozessen
3.Prävention zur Verhinderung schlechter Zustände
Verhaltenskontrolle
Hauptaspekte:
1. Experimentelle Forschung:
Aspekte kontrolliert und konstant halten, um ihre Wirksamkeit zu prüfen und
valide Ergebnisse zu erzielen
2. Anwendung in der Praxis:
Verhalten ihrer Klienten kontrollieren oder zu helfen, ihr eigenes Verhalten zu
kontrollieren.
Bedeutung Kontrolle
-Verhalten auftreten oder nicht auftreten lassen
-Verhalten zu initiieren oder zu beenden
-die Wahrscheinlichkeit, Form und Stärke des Verhaltens zu beeinflussen
Lebensqualität
„Lebensqualität ist die subjektive Wahrnehmung einer Person über ihre Stellung
im Leben in Relation zur Kultur und den Wertesystemen, in denen sie lebt und in
Bezug auf ihre Ziele, Erwartungen, Maßstäbe und Anliegen. Es Handelt sich um
ein breites Konzept, das in komplexer Weise beeinflusst wird durch die
körperliche Gesundheit einer Person, den psychischen Zustand, die sozialen
Beziehungen, die persönlichen Überzeugungen und ihre Stellung zu den
hervorstechenden Eigenschaften der Umwelt“ WHO
Eponyme
-Begriffe, die auf Eigennamen zurückgehen, ursprünglich zur Ehrung von Personen
-Bsp. Alzheimer (Alois Alzheimer)
Akronyme
-Kunstwörter, gebildet aus Anfangsbuchstaben oder Abkürzungen mehrere Wörter.
-bsp. B.A. ( Bachelor of Arts)
Synonyme
-Sinnverwandte Worte, die in einem bestimmten Kontext dieselbe Bedeutung haben,
dienen zur Vermeidung von Wiederholungen und Sprachlichen Stilisierung
-bsp. Psychologie= Seelenheilkunde, Common-Sense-Psychologie=
Alltagspsychologie
Anglizismen
-Aus dem englischen stammende Wörter, die im Deutschen verwendet werden
-bsp. Map= Karte, Social loafing= soziales Faulenzen
Problemgeschichte
Konzepte und deren Verlauf
Ideengeschichte
Chronologische Entstehung gedanklicher Veränderungen
Sozialgeschichte
Auswirkung vergangener Sozialer Entwicklung auf die
Gegenwart
Personalisiertes Modell
bedeutende Persönlichkeiten und deren Einfluss auf die
Wissenschaft
Wissenschaftstheorie
Theoretische Grundlagen des Erkenntnisgewinnes
Wilhelm Maximilian Wundt (1832-1920)
-Gründervater der Deutschen Psychologie
-erstes Labor für experimentelle Psychologie
-Versuchte, mit messbare Variablen die Struktur des Geistes zu erfassen
William James (1842-1910)
-Gründer der amerikanischen Psychologie
-Untersuchte Funktionalität der Psyche im Anpassungsprozess des Menschen an
seine Umwelt
Iwan Pawlow (1849-1936)
-Russischer Physiologe
-Bekannt für seine Experimente zur Klassischen Konditionierung
Sigmund Freud (1856-1939)
Sigmund Freud (1856-1939)
-Begründer der Tiefenpsychologie
-Traumdeutung und Unterbewussten, welches das menschliche Handeln beeinflusst
Jean Piaget (1896-1980)
-Entwicklung des Menschlichen Denkens als Prozess der Anpassung
-genetischen Epistemologie (untersuchte menschliche Erkenntnisse durch aktive
Handlung und Interaktionen mit der Umwelt)
Carl Rogers (1902-1987)
-Personenzentrierten Gesprächstherapie
-setzt auf Kongruenz, Empathie und bedienungslose positive Zuwendung
-Mitbegründer der humanistischen Psychologie
Skinner (1904-1990)
-Entwickelte operante Konditionierung, bei der verhalten durch positive und negative Verstärker beeinflusst wird
Abraham Harold Maslow (1908-1970)
-Bekannt für sein Bedürfnismodell, das hierarchisch geordnete lebenswichtige
Bedürfnisse beschreibt, mit Selbstverwirklichung als höchstem Bedürfnis
-entwickelte die transpersonale Psychologie, die sich mit höheren
Bewusstseinsstufen und parapsychologischen Phänomenen befasst
Albert Bandura (1925-2021)
-Begriff Modelllernens, viele Auszeichnungen für seine Arbeiten im sozialen Lernen
Behaviorismus
-Fokus auf beobachtbares Verhalten
1. Aufgaben der Psychologie: aufdecken von zusammenhängen zwischen
umweltreizen und beobachtbaren Verhaltensweisen
2. Mensch als passives Wesen: verhalten steht ausschließlich unter Kontrolle der
Umwelt
3. Vertreter wie John Watson und Skinner: betonen die Rolle der Umweltreize und
des beobachtbaren Verhalten
Dualismus (Substanzdualismus,Eigenschaftsdualismus)
Seele und Körper sind zwei unabhängige Substanzen
Substanzdualismus: Annahme von zwei Anteilen im Gehirn für Körper und Seele
Eigenschaftsdualismus: Mentale Zustände sind keine physikalischen
Eigenschaften des Gehirns
Monismus
Körper und Seele als zwei Seiten einer Medaille
Anlagen-Umwelt-Debatte
- Auswirkungen/Einfluss von Genetik (Anlage) und Umwelt (-Bedingungen) auf das Verhalten und die Entwicklung eines Individuums hat
Forschungsparadigmen
Nomothetische Forschung, Idiografische Forschung
Nomothetische Forschung
- Zielt darauf ab, allgemeingültige Gesetze und Theorien zu formulieren, die
universell auf viele Individuen anwendbar sind.
- Setzt auf experimentelle Methoden und quantitative Auswertungen, um Daten
systematisch zu sammeln, analysieren
Charakteristika des Nomothetischen Ansatzes:
1. Allgemeingültigkeit
2. Quantitative Methoden
3. Fokussierung auf molekulare Verhaltensweisen
Idiografische Forschung
Die idiografische Forschungsrichtung konzentriert sich auf das Verständnis individueller
Erlebnisse und Verhaltensweisen. Im Gegensatz zur nomothetischen
Herangehensweise, die allgemeingültige Gesetze anstrebt, setzt die idiografische Forschung auf die detaillierte Untersuchung des Einzelnen.
Bedeutung und Ziele des Idiografischen Ansatzes
1. Individuelle Fokussierung: Ziel ist es, das Erleben und Verhalten einzelner Individuen zu verstehen und zu beschreiben.
2. Situations- und Persönlichkeitsinteraktion: Der moderne Interaktionismus
postuliert, dass menschliches Verhalten durch die Wechselwirkung zwischen Persönlichkeit und Situation vorhergesagt werden kann
Wissenschaftstheorien
Positivismus
Der Positivismus betont die Bedeutung empirischer Daten für die Wissensgewinnung
und lehnt nicht-empirische Erkenntniswege ab
(Kritischer) Rationalismus
Rationalismus:
- Definition: Erkenntnistheoretische Auffassung, dass Erkenntnisse über die Welt
ohne Voraussetzungen und ohne vorheriges Wissen erworben werden können
- Merkmale: Erkenntnisquelle->Vernunft, Ähnlichkeit zur Mathematik:
eigenständige Lösungen
- Vertreter: Platon, Rene Descartes, Leibniz
- Beitrag: Bedeutungsgewinn der Vernunft, Maßstab des Handelns in der
modernen Gesellschaft
Kritischer Rationalismus:
- Begründer: Karl Raimund Popper
- Prinzip: Erweiterung des Rationalismus durch Falsifikation von Hypothesen
- Grundannahmen:
1. Ablehnung der Induktion: Allgemeingültige Gesetze können nicht aus einzelnen Aussagen abgeleitet werden
2. Deduktive Logik: Theorien haben immer nur einen vorläufigen Charakter
- Schwanenbeispiel:
1. Theorie: „Alle Schwäne sind weiß“
2. Beobachtung: ein einziger andersfarbiger Schwan falsifiziert die Theorie
Wissenschaftlicher Realismus
- Definition: Versucht zu erklären, wie unsere Vorstellung und Überzeugung mit der Welt zusammenhängen. Das zentrale Anliegen ist, dass es eine unabhängig von uns existierende Welt gibt, zu der der Mensch Zugang hat
- Grundannahme:
1. Existenz einer unabhängigen Welt: Die Welt existiert unabhängig von menschlicher Wahrnehmung oder Vorstellung.
2. Wahrheit und Begründung: Unsere Überzeugungen über die Welt sind wahr und begründet.
3. Vertrauen in wissenschaftliche Theorien: Wissenschaftliche Theorien, die sich bewährt haben, gelten als wahr.
Evolutionäre Erkenntnistheorie
Biologische Grundlagen
• Neurophysiologie: Grundlegendes Wissen über Aktionspotenziale,
Nervenzellen, Bewusstsein und Schmerz ist entscheidend für die
Erkenntnistheorie.
• Interpretation von Nervenimpulsen: Jede Wahrnehmung, Empfindung und
Kognition ist eine Interpretation von Nervenimpulsen, was bedeutet, dass
Wahrnehmungen hypothetische Rekonstruktionen sind
Strukturalistische Wissenskonzeption
Die strukturalistische Wissenschaftskonzeption ist eine Methodologie zur formalenRekonstruktion empirisch-wissenschaftlicher Theorien, entwickelt in den 1970er Jahren.
Sie wird auch als Non-Statement View bezeichnet und betrachtet Theorien nicht als Systeme von Aussagen, sondern als mathematische Strukturen.
Theoretischer Pluralismus
Der theoretische Pluralismus steht im Gegensatz zum theoretischen
Monismus und postuliert die Notwendigkeit mehrerer gleichwertiger Theorien in der Wissenschaft.
“Die Leipziger Schule“ (Strukturalismus)
Gründung und Grundidee
- Begründer: Wilhelm Wundt (1879).
- Ziel: Erkundung der Struktur des Geistes durch die Analyse seiner kleinsten
Einheiten, ähnlich der chemischen Elementarlehre.
Grundannahmen des Strukturalismus
1. Subjektivismus: Alle Erfahrungen sind subjektiv.
2. Elementarismus: Die Psyche und ihre Wahrnehmung lassen sich in Einzelteile
aufteilen.
3. Sensualismus: Der Ursprung von Denken und Handeln liegt in der
Reizempfindung.
4. Mechanismus: Einzelne Elemente verbinden sich durch Assoziationen zu Ketten
basierend auf mechanischen Verarbeitungsprozessen.
5. Dualistischer Parallelismus: Trennung von Leib und Seele.
Funktionalismus (Schule)
Entwicklung und Hauptvertreter
- Begründer: William James.
- Wichtiger Vertreter: John Dewey.
Ziel und Schwerpunkt
- Untersuchung der Funktion und des Ziels von Bewusstseinsprozessen und
Verhalten.
- Fokus auf Lernprozesse und Anpassungsmechanismen.
Grundkonzepte
- Bewusstseinsprozesse: Bewusstsein als fortwährendes Strömen, das sich
ständig an die Umwelt anpasst.
- Anpassungsmechanismen (nach Piaget):
1. Assimilation: Einbau neuen Wissens in bestehende Denkschemata.
2. Akkommodation: Anpassung und Erweiterung vorhandener
Denkschemata durch neue Erfahrungen.
Psychoanalyse (Wiener-Schule)
Leitfigur und Ursprung
- Sigmund Freud ist die zentrale Figur der Psychoanalyse.
- Entwickelte die strukturelle Theorie der Persönlichkeit mit den Instanzen
„Ich“, „Es“ und „Über-Ich“.
Behaviorismus (Schule)
Grundlagen des Behaviorismus
- Ablehnung der Introspektion: Behaviorismus lehnt nicht beobachtbare mentale
Prozesse ab und fokussiert sich ausschließlich auf objektiv messbares
Verhalten.
- Methoden: Primäre Methode ist das Experiment. Introspektive Methoden werden
ausgeschlossen
- Erlerntes Verhalten: Schwerpunkt liegt auf dem erlernten Verhalten, untersucht
durch klassische und operante Konditionierung.
Berliner Schule, Gestaltpsychologie
Grundlagen der Gestaltpsychologie
- Erweiterung des Elementarismus: Die Gestaltpsychologie geht über die Vorstellung hinaus, dass die Wahrnehmung aus einzelnen Elementen
zusammengesetzt ist. Sie betont die Fähigkeit des Menschen, Informationen zu sinnvollen Gesamtheiten zu organisieren.
- Gründer der Gestaltpsychologie: Max Wertheimer, Kurt Koffka und Wolfgang Köhler gründeten die Berliner Schule zur Erforschung der Gestalttheorie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Subjektivismus (Geisteswissenschaftliche Schule)
Begründer und Ansätze
- Wilhelm Dilthey und Edmund Husserl: Dilthey betont die Bedeutung des Kontextes für die Erklärung psychischer Phänomene, während Husserl das subjektive Erleben in den Fokus seiner Beschreibung innerpsychischer Prozesse stellt.
- Kritik am Objektivismus des Behaviorismus: Die geisteswissenschaftliche Psychologie lehnt den Objektivismus des Behaviorismus ab und argumentiert, dass psychische Phänomene nicht allein durch Experimente erfasst werden können.
Hauptströmungen der Psychologie
Biologische Psychologie
Grundlagen und Aufgabenbereiche
- Verbindung von Gehirn und Verhalten: Untersuchung von Prozessen im zentralen Nervensystem und deren Einfluss auf Verhaltensphänomene.
- Neuropsychologie: Fokus auf Verhaltensstörungen durch Hirnschädigungen, z.B. Sprach- und Gedächtnisdefizite.
- Psychophysiologie: Wechselwirkungen zwischen psychischen und
physiologischen Prozessen, z.B. Stress und Emotionen.
- Klinische Psychophysiologie: Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und körperlichen Veränderungen.
Menschenbild der biologischen Psychologie
- Determinismus: Verhalten wird durch biologische Prozesse bestimmt und durch Evolution beeinflusst.
- Wechselwirkung von Psyche und Physis: Ständige Anpassung und Selektion durch die Umwelt.
- Überleben als Ziel: Verhalten dient dem individuellen und spezieübergreifenden
Überleben.
Behaviorismus
Menschenbild des Behaviorismus
- Determinismus: Menschliches Verhalten ist durch Konditionierung geprägt.
- Reiz-Reaktions-Theorie: Verhalten als Reaktion auf externe Reize.
- Verhaltensänderung: Durch gezielte Lernprozesse möglich, basierend auf operanter Konditionierung.
Kognitive Psychologie
Gegenbewegung zum Behaviorismus: Betont Eigeninitiative, zielgerichtete und planbare Handlungen des Menschen.
- Bezug zur biologischen Kybernetik: Überträgt Prinzipien der Steuerungs- und Regulationsmechanismen auf psychologische Prozesse.
- Bewusste Kybernetik: Verhalten zielt auf Verringerung wahrgenommener Diskrepanzen, basierend auf Wahrnehmung und Informationsverarbeitung.
Menschenbild
- Informationsverarbeitung: Verhalten und Erleben basieren auf der Verarbeitung von Informationen.
- Interaktion von Denken, Wahrnehmen und Handeln: Mensch bewertet Inputs und generiert Outputs basierend auf Vorerfahrungen.
Psychoanalyse
Topografisches Modell: Unbewusst, Vorbewusst, Bewusst.
- Strukturmodell: Es, Ich, Über-Ich.
Phasen:
1. Orale Phase (0-1 Jahr): Lust durch Mundaktivitäten, Entwicklung von Urvertrauen.
2. Anale Phase (2-3 Jahre): Kontrolle der Darmentleerung, Grundmodell von Besitzen und Hergeben.
3. Phallische Phase (4-7 Jahre): Genitale Lust, Ödipuskomplex.
4. Latenzphase (7-11 Jahre): Zurücktreten des sexuellen Interesses, Fokus auf Schule und gleichgeschlechtliche Freunde.
5. Genitalphase (ab 12 Jahren): Reife sexuelle Beziehungen, Identitätssuche in Pubertät und Adoleszenz.
Humanistische Psychologie
Grundlagen
- Ganzheitliche Betrachtung: Psychische Phänomene werden als Ganzheiten untersucht, bestehend aus interdependenten Teilen.
- Selbstverwirklichung: Der zentrale menschliche Trieb ist das Streben nach Selbstverwirklichung, im Gegensatz zur Triebtheorie der Psychoanalyse.
- Freier Wille und Selbstkonzept: Jeder Mensch hat einen freien Willen und ein Selbstbild, das sich an angeborenen und umweltbedingten Werten orientiert.