Average Process
Know0
Don't know0
Haven't started30

Recommended flashcard sets

Flashcards in the set

Haven't started (30)

Allgemeine Psychologie:

• befasst sich mit psychischen Funktionen, die allen Menschen – kulturunabhängig – gemein sind (-> generelle, fundamentale Regelhaftigkeiten)

• zugrundeliegende Strukturen und Prozesse psychischer Grundfunktionen (v.a. Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken, Lernen, Sprache, Motivation,..)

• mehr „wie“ als „was“ ® z.B. Gedächtnis vs. Gedächtnisinhalt

Persönlichkeits- und Differentielle Psychologie:

• interindividuelle Unterschiede in psychischen Prozessen/Merkmalen: erfassen, beschreiben, erklären

• Erklärung von Unterschieden in Bezug zu Strukturvariablen, z.B. Geschlecht, Alter, Bildungsgrad

• Wie (stark) beeinflussen Anlage und/oder Umwelt die Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen?

• Differentielle Psychologie: Fokus auf Unterschiede und ihre Feststellbarkeit Persönlichkeitspsychologie: Fokus auf bestimmte Merkmale/Eigenschaften und deren Muster (Persönlichkeit „an sich“) – typisches Verhalten & Erleben

• verschiedene theoretische Ansätze und „Menschenbilder“,

Persönlichkeitstheorien: psychodynamische Ansätze =

innerpsychische Kräfte/Konflikte, die großteils unbewusst wirken und Verhalten beeinflussen

 

Persönlichkeitstheorien: eigenschaftstheoretische Ansätze

aus einigen Eigenschaften, die andere zusammensetzen -> Eigenschaftsprofil: (zu diagnostischen Zwecken)

Persönlichkeitstheorien: phänomenologische (und humanistische) Ansätze

wie sieht sich jemand selbst = Ziele, Prioritäten, Selbstverwirklichung

Persönlichkeitstheorien: lerntheoretische Ansätze

= Mensch Resultat seiner Lernerfahrung; wenn diese bekannt, so kann Verhalten vorhergesagt werden

Persönlichkeitstheorien: Dynamisch-interaktionistische Ansätze

= Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt – Kombination der Ansätze, um Vor-/Nachteile auszugleichen (Modernste)

Big 5

Bsp,: NEO-five-factor-inventory:

- Neurotizismus (¹ emotionale Stabilität)

- Extraversion (¹ Intraversion)

- Offenheit (¹ Konservatismus)

- Verträglichkeit (¹ Psychotizismus) 

- Gewissenhaftigkeit (¹ Unzuverlässigkeit)

-> Basis für zahlreiche Persönlichkeitstests

Entwicklungspsychologie

• relativ überdauernde intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens über Lebensspanne hinweg

• Erfassung und Beschreibung von (tendenziell irreversiblen) Entwicklungsprozessen:

- allgemeine Prinzipien

- individuelle Besonderheiten

- maßgebenden Umstände (-> biologische, genetische, kognitive, soziale, emotionale, kulturelle Determinanten)

- große praktische Relevanz (z.B. in Erziehung, Ausbildung) Þ Fokus der Forschung/Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

 

Ziele: Diagnose, Prognose, Beeinflussung, dynamische/sinnvolle Kombination von Quer- und Längsschnittdesigns

Entwicklungsprozesse

nicht: spontane, variable Änderungen (z.B. Ermüdung, Tagesverfassung)

= Entstehung/Veränderung psychischer Funktionen, Reaktion/Anpassung auf wichtige äußere Ereignisse und Veränderungen

 

Querschnittsfach

alle psychischen Merkmale bilden sich im Laufe der Lebesspanne heraus/verändern sich (z.B. Intelligenz, Persönlichkeit, soziale Kompetenz, psychische Gesundheit/Störung, etc.)

Entwicklungsmodelle

 komplexes Zusammenwirken von

- unterschiedlichen Entwicklungsfaktoren

- unterschiedlichen Entwicklungsbereichen

- unterschiedlicher Intensität und Dauer

- in wechselnden Situationen/Kontexten è „Gesamtmuster“ daher schwer zu entflechten

-> Bsp.: „Ich“-Entwicklung, Fähigkeit zur Perspektivenübernahme, Moralentwicklung

Sozialpsychologie

• Einflüsse und Wechselwirkungen durch reale oder vorgestellte Anwesenheit anderer, v.a.:

- psychologische Aspekte von Kommunikation/Interaktion

- Entstehung und Veränderung von Einstellungen und Vorurteilen

- Diskriminierung

- zwischenmenschliche Beziehungen

- Gruppenprozesse

- Konformität

- Gerechtigkeit und soziale Konflikte

- prosoziales Verhalten und Altruismus

- Aggression und Gewalt

• 2 mögliche „Ausgangspunkte“: soziales Individuum, sozialer Kontext

Biologische Psychologie:

• Analyse biologischer Grundlagen psychischer Funktionen (anatomische, physiologische, neurochemische ¬ aufeinander aufbauend)

• Humanethologie = erforscht Verhaltensweisen, die angeboren sein könnten

• „einfachere Probleme“ des Leib-Seele Problems: z.B. Menschen mit nur einer Hirnhälfte

Umweltpsychologie

• Einflüsse der nicht-menschlichen Umwelt auf psych. Prozesse und WW -> Umwelt als „Anreger“ und „Ergebnis“ menschlichen Verhaltens

• auch: „Ökologische Psychologie“

• als Grundlagenfach: Fragen nach Wirkung von Umwelt auf Menschen

• als Anwendungsfach: Fragen nach optimaler Gestaltung von Umwelt für unterschiedliche Zwecke

• typische Themenfelder:

- Wahrnehmung

- Beurteilung und Bewertung von Umwelten

- Planung und Gestaltung von Umwelten

- raumbezogenes Verhalten und Mobilität

- Umweltstressoren

- Umgang mit (knappen) Ressourcen

- Umweltbewusstsein und umweltschützendes Verhalten

Wie finden die Themenbereiche wieder zueinander?

lebens- bzw. alltagsrelevante Themen/Fragestellungen der Psychologie umfassen fast immer Bereiche aus mehreren Fächern/Nachbarsdisziplinen

21451605556363b47c83c6a0.77735765phpxwmJqy.png

Ethik:

= Normen und Maximen der Lebensführung, die sich aus Verantwortung gegenüber anderen herleiten

- „Morallehre“, gr. ethos: Haltung, Gepflogenheit, Sitte

- Bereich der Philosophie: Lehre vom sittlichen Wollen und Handeln - Aristoteles: Kunst und Wissen vom rechten Handeln zur Erreichung von „Glückseligkeit“, Tugendhaftigkeit und Tugenden -> das richtige Maß zwischen Extremen finden

MORAL

= Gesamtheit von ethisch-sittlichen Normen; sittliches Verhalten

Unterschied zwischen Ethik und Moral:

- Moral als Ableitung aus z.B. religiösen Dogmen -> steht fest § z.T. als Resultat ethischer Überlegungen gesehen:

Moral als Zustand, Ethik als Prozess

- Ethik als Prozess (und Ergebnis) von Überlegungen, Übereinkünften etc., beruft sich meist nicht auf „übermenschliche“ Instanzen -> muss immer wieder neu erarbeitet werden

Auffassungen von Ethik:

Essentialistische Zugänge:

= „natürliche Grundgesetze“, reine „Essenz“ der Ethik gesucht:

- „Goldene Regel“ = Was du nicht willst das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu

- Kategorischer Imperativ (Kant) = eigenes Verhalten sollte sich als Norm für alle eignen

- Hobbes: jeder nimmt sich nur so viel Freiheit heraus, wie er auch allen anderen zugesteht

 

Utilitaristische Zugänge:

= ethisches Verhalten als Notwendigkeit/Nützlichkeit für eine Gemeinschaft:

- „Gesellschaftsvertrag“ (Thomas Hobbes), Konventionen

- Prinzip: Einzelne so zusammenwirken, dass es für Gemeinschaft am besten ist

- Letztbegründungsproblem: oft Delegation ethischer Fragen an „Fachleute“ (z.B. Berufsverbände, Politik), welche Konsens ermitteln sollen

wichtige Übereinkünfte zu Ethik:

-Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, UNO- Vollversammlung

-Deklaration von Helsinki, World Medical Association

-Eid des Hippokrates, ca. 4. Jh. v.C:

• Ausbildung, Weitergabe von Fachwissen

• therapeutische Prinzipien: - „zuerst keinen Schaden zufügen“ (= primum nihil nocere)

- Heil der Kranken oberstes Gebot

- Verbot von Euthanasie (=Sterbehilfe), Schwangerschaftsabbruch und sexuellen Missbrauchs

- Schweigegebot

- nur innerhalb eigener Kompetenzen handeln

Wissenschaftsethik (» gute wissenschaftliche Praxis)

- Empfehlungen zu „guter wissenschaftlicher Praxis“ z.B. von DFG

- Wahrhaftigkeit (= Denkhaltung, die das streben nach Wahrheit beinhaltet)

- (Selbst-)Täuschung vermeiden – Arbeit nach bestem Wissen und wissenschaftlichen Standards (Wissenschaftstheorie/Methodik)

- Publikationspflicht:

> Enger Bezug: „sozialer Charakter von Wissenschaft“

> Publikation/(Fach-)Vorträge notwendige Voraussetzung für „wissenschaftliche Öffentlichkeit“ bzw. scientific communities

> Publication Bias: bestimmte Studien nicht veröffentlicht

> „p-hacking“, selektives Berichten etc.: verzerrte, unvollständige Berichte über Studien Beispiel: Tamiflu-Campaign, BMJ gegen Roche - Urheberrechte wahren; keine Plagiate! - Angemessener Umgang mit Autorenschaft in Publikationen

Forschungsethik (v.a. Umgang mit Versuchspersonen)

Forschungsethik (v.a. Umgang mit Versuchspersonen)

- Grundfrage: Was ist zumutbar und für welchen Zweck?

- v.a. Experimente mit Menschen, gewisse Untersuchungsmethoden (z.B. Interviews, Fragebögen)

- Aufklärung der Versuchspersonen

- Einwilligung der Versuchspersonen ->  „informed consent“

- manchmal Täuschung nötig (z.B. Asch, Milgram) -> VP im Nachhinein aufklären/beraten bzw. informed consent danach einholen: Zustimmung zur Weiterverwendung der Daten

- Datenschutz, Verschwiegenheit

- Archivierung von Originaldaten

Ethik in (therapeutischer) Anwendung und Praxis:Datenschutz und Schweigepflicht

- Patientenakten unter Verschluss halten

- Arbeiten dokumentieren/archivieren

- Einverständnis von Patienten/Klienten einholen, bevor Dritte informiert werden

- bei Datenweitergabe (Supervisionen, Fallgeschichten, Lehr- /Ausbildungszwecke..): Material verfremden/anonymisieren

- Zeugnisverweigerungsrecht: Diskussion – Anzeigepflicht vs. Schweigepflicht

Ethik in (therapeutischer) Anwendung und Praxis: Abhängigkeit:

- Therapie etc. schafft besondere Situation: meist asymmetrisches Verhältnis zw. „HelferIn“ – KlientIN/PatientIn

-> Ausnutzung des besonderen Verhältnisses unbedingt vermeiden! (z.B. finanziell, sexuell, etc.)

- Abstinenzregel: keine sexuellen (und allgemein möglichst keine privaten) Kontakte während Dauer einer Therapie + gewisse Zeit danach nicht

- Schutz der KlientInnen vor sich selbst und anderen (z.B. keine wichtigen Lebensentscheidungen „im Affekt“ während Therapie treffen)

- gute Aus-/Fortbildungen, Supervision etc. als Qualitätssicherung für TherapeutInnen

 

Ethik in (therapeutischer) Anwendung und Praxis: Güterabwägung:

- Schutz der Privatsphäre der KlientInnen vs. Schutz der Öffentlichkeit/anderer Personen

- „Anzeigepflicht“ vs. „Schweigepflicht“

- Umgang z.B. mit Drohungen, gefährlichen Absichten, die Klienten äußern?

- Steht öffentliches Gut höher als privates? Kann Brechen der Schweigepflicht Schlimmeres verhindern?

- Bsp.: Fall Tarasow (Opfer: Tatiana Tarasoff, Täter: Prosenjit Poddar, vgl.: People v. Poddar , 10 Cal.3d 750 (1974) - gefährliche Gedanken etc. müssen in Therapie Platz haben, um sie bearbeiten zu können

- „Grenzen“ unklar -> Entscheidung muss im Einzelfall getroffen werden

Ethik in (therapeutischer) Anwendung und Praxis: Grenzprobleme:

(Grenze zum) Missbrauch psychologischen Fachwissens für z.B.

- Förderung gesundheitsschädlichen Verhaltens

- Marketingtricks, Manipulationen

- „weiße Folter“ und „alternative Verhörmethoden“ für Sicherheitsdienste, etc. -> z.B. „Folterplaylist“: nervige, z.T. beleidigende Songs in Dauerschleife oder in der Nacht

- Grundlegendes Problem: „Kein richtiges System im Falschen?“

->z.B. Therapeut als „Mechaniker“ der Störung „repariert“ und Klient als geheilt wieder in krankmachende Verhältnisse „zurückschiebt“?

- Aufnahme/Fortsetzung von Therapien etc. nur, wenn realistische Erfolgsaussichten bestehen

- ethische/fachliche Grenzen beachten (z.B. der Eignungsdiagnostik)

Ethik in (therapeutischer) Anwendung und Praxis: Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit:

 - werden wichtige Sachverhalte aufgeklärt, müssen u.U. gesetzliche Rahmenbedingungen geändert werden (z.B. Kinderbetreuung, Lehrmethoden in Schulen, Arbeitszeitregelungen etc.)

- Gutachtertätigkeiten nur auf fundierter Wissensbasis

- Datenfälschung können erste Auswirkungen haben (Bsp.: Burt – gefälschte Zwillingsuntersuchungen) -> unreflektierte weltanschauliche Subjektivitäten, unzureichende Ausbildung etc. von Psychologen können zu gewichtigen Fehlbehandlungen führen

Ethik in (therapeutischer) Anwendung und Praxis: Ethikrichtlinien in der Psychologie:

- seit 1990er-Jahren in Europa zunehmend formalisiert (in Zshg. mit anderen gesetzlichen Regelungen zur Psychologie)

- organisierte Berufs-/Interessensverbände häufig als Initiatoren

- Beispiel: Berufskodex/Ethikrichtlinien der (ös.) Ethik-Kommission des Psychologenbeirats beim Bundesministerium für Gesundheit (2018): https://www.boep.or.at/berufspolitik/ethikrichtlinie

 

„Die Grenzen des eigenen beruflichen Wissens, der Kompetenz und Methoden sind zu berücksichtigen und die Entwicklung der Kenntnisse der Wissenschaft stets zu beachten. Daraus erwächst die besondere Verpflichtung, sich fortzubilden und auf eine wechselseitige Befruchtung von Grundlagenforschung und Praxis hinzuwirken.“

 Ethik im alltäglichen Handeln

-