Gruppendiskussion ist Teil der ...
Formalen theorie der dokumentarischen Methode
Dokumentarische Methode Begründer
Ralf Bohnsack
Dokumentarische Methode ist nicht nur zur Auswertung von Gruppendiskussion, sondern auch zur Auswertung von ...
Einzelinterviews, Bildanalyse, Filmanalyse, ...
Dokumentarische Methode Orientierung an ...
Wissenssoziologie von Karl Mannheim
Kommunikatives generalisierbares Wissen
Wissen aus dem Wörterbuch
z.B. Familie Gemeinschaft von Eltern und Kindern; eventuell Verwandschaft
Immanenter Sinn oder kommunikativ generalisierbarer Sinn
Kommunikatives generalisierbares Wissen
Immanenter Sinn oder kommunikativ generalisierbarer Sinn steht was für einem anderen Sinn gegenüber?
Dem Dokumentsinn oder konjunktiven Sinn
Dokumentsinn oder konjunktiver Sinn
Konjunktiver Erfahrungsraum
-> Handlungspraktisches Wissen
(Konkrete Erfahrung)
Beispiel: Sinn von dem Wort "Familie" unterschiedlich bei Alkoholikerkinderm
Konjunktiver Erfahrungsraum
Handlungspraktisches Wissen
(Konkrete Erfahrung)
Beispiel: Kinder von Patchworkfamilien
Beispiel 2: Generationsunterschiede
-> WAS ist für WEN "neue Technik"?
Zwei Formen der Verständigung nach Bohnsack
Explizite und Implizite Verständigung
Explizite Verständigung
Für alle zugänglich
(Wörterbuch-Wissen)
Forscher fragt nach dem WAS
Implizite Verständigung
Nicht für alle zugänglich
(Handlungspraktisches bzw. Erfahrungswissen)
Forscher fragt nach dem WIE
Zwei Formen der Interpretation von Texten einer Gruppendiskussion nach der dokumentarischen Methode nach Bohnsack
Formulierende Interpretation
Frage nach dem WAS
Reflektierende Interpretation
Frage nach dem WIE
Ablauf der Auswertung von Gruppendiskussionen nach der dokumentarischen Methode
1) Thematischer Verlauf, Auswahl von Passagen , Transkription
2) Formulierende Interpretation - Gliederung in Ober- und Unterthemen
-> WAS wird gesagt?
3) Reflektierende Interpretation - für die ausgewählten Passagen
-> WIE wird etwas gesagt?
Thematischer Verlauf bei der Auswertung von Gruppendiskussionen nach der dokumentarischen Methode
Erster Schritt
Gesamter Tonträger wird abgehört und die Themen werden der Reihe nach notiert
Wann tauchen Sprecherwechsel auf?
Welche Stellen sind interaktiv sehr dicht?
Welche Themen wurden vom Interviewer eingebracht?
Auswahl von Passagen bei der Auswertung von Gruppendiskussionen nach der dokumentarischen Methode
Erster Schritt nach erster Strukturierung
"Passagen" werden ausgewählt => kleinste Einheit für die Interpretation; zeichnen sich durch ein einheitliches Thema aus
Wichtig sind:
- Eingangs- und Anfangspassagen
- Passagen, die sich formal vom Rest unterscheiden
- -> interessant snd "Fokussierungen" (interaktiv dicht)
- Für die Forschungsfrage relevant
Transkription bei der Auswertung von Gruppendiskussionen nach der dokumentarischen Methode
Erster Schritt nach der ersten Strukturierung und der Auswahl von Passagen
- nur ausgewählte Passagen werden transkribiert
Formulierende Interpretation bei der Auswertung von Gruppendiskussionen nach der dokumentarischen Methode
Zweiter Schritt
Immanenter oder kommunikativ generalisierbarer Sinngehalt
-> WAS wird gesagt?
->> thematische Feingliederung in Ober- und Unterthemen (OT und UT)
Reflektierende Interpretation bei der Auswertung von Gruppendiskussionen nach der dokumentarischen Methode
Dritter Schritt
Konjunktiver oder dokumentarische Sinngehalt
-> Wie wird etwas gesagt?
--> Welcher gemeinsam geteilite konjunktive Erfahrungsraum erschließt sich daraus?
---> Es geht um Orientierungswissen
Orientierungswissen
Implizites Wissen
Erschließt sich über begrenzende Horizonte
-> Suche nach positiven und negativen Horizonten
~ Synonym wäre vielleicht so etwas wie Perspektiven
also positive Perspektiven mit den negativen gegenüberstellen um ein Gesamtbild der Perspektiven herzustellen
Analyse der Textsorte und Diskursorganisation bei der Auswertung von Gruppendiskussionen nach der dokumentarischen Methode
Textsorte:
Beschreibung, Bericht, Erzählung, Argumentation
Diskursorganisation:
Wie der Diskurs organisiert ist
(Für die Organisation des Diskurs gibt es gefühlt tausend Fachwörter)
Orientierungsfigur und positive bzw. negative Horizonte
Orientierungsfigur besteht aus dem Them, zu dem Horizonte gefunden werden sollen
Beispiel 1:
Orientierungsfigur: Berufswahl
Person 1: Berufswahl hat mir super gefallen (positiver Horizont)
Person 2: Berufswahl war kagga (negativer Horizont)
Beispiel 2:
Orientierungsfigur: Zukunft
P: "Bis auf die Arbeit ist alles gut im Moment"
(Arbeit = negativer Horizont)
(Restliche Lebenslage bzw. Gegenwart = positiver Horizont)
Ziel von Bohnsack's Gruppendiskussion
Rekonstruktion von unterschiedlichen konjunktiven Erfahrungsräumen
WAS ist das Orientierungswissen (das sie miteinander teilen) und WIE wird das deutlich?
Enaktierungspotential
Wie ich den positiven und negativen Horizont zusammenbringe
(Synthese aus den beiden Gegenhorizonten)
Beispiel:
Arbeit scheiße und auch in Zukunft scheiße
Gegenwart ist aber ansonsten toll und macht spaß
-> Enaktierung: "Es wird schon wieder bessere Zeit kommen"