Flashcards in the set

Haven't started (67)

Definition der Diagnostik: 

Definition der Diagnostik: 

  • Systematisches Sammeln und Aufarbeiten von Informationen mit dem Ziel, Entscheidungen und daraus resultierende Handlungen zu begründen, zu kontrollieren und zu optimieren 


Definition Diagnose: 


  • Explizite Aussage über Zustände oder Merkmale einer Person – Unterschiede zwischen Personen oder Veränderungen innerhalb einer Person sollen identifiziert werden 


Diagnostische Kompetenz: 

Diagnostische Kompetenz: 

  • Fähigkeit eines Urteilers, Personen zutreffend zu beurteilen 
  • Grundlage für die Genauigkeit von Urteilen und Diagnosen 
  • Leistungsunterschiede innerhalb einer Klasse erkennen 
  • Lernfortschritte erkennen 
  • Wissen, ob und warum eine Aufgabe schwer oder leicht ist 
  • Bewertungen sind für SuS wichtig – sollten nicht nur auf subjektiven Meinungen basieren 
  • Auswahl geeigneter Maßnahmen und Anpassungen pädagogischen Handelns bedarf korrekter Diagnose des Ist-Zustands 
  • Bestimmte Fragestellungen (Diagnostik von Lernschwierigkeiten) bedürfen externer Unterstützung durch z.b. Schulpsychologen

Untersuche zur diagnostischen Kompetenz bei Lehrkräften 

Untersuche zur diagnostischen Kompetenz bei Lehrkräften 

  • Rangfolge funktioniert, aber: Niveau wird oft überschätzt 
  • Kognitive Leistungsfähigkeit wird bei Entsprechung mit Leistung richtig eingeschätzt 
  • Schwierig: korrekte Einschätzung von Fähigkeitskonzept, Lernmotivation, Leistungsängstlichkeit 


Diagnostische Kompetenz hängt nicht zusammen mit: 

Diagnostische Kompetenz hängt nicht zusammen mit: 

  • Lehrer*innenmerkmalen wie Berufserfahrung, jahrgangsspezifischer Unterrichtserfahrung, Fachkompetenz, Bezugsnormorientierung 
  • Unterrichtsmerkmalen wie Klassenführung oder Beziehung von Lehrkräften zu SuS 
  • Klassengröße, Kontaktdauer zur Klasse 
  • Diagnostische Kompetenz ist nichts was „mit den Jahren schon kommt“ 


Aspekt diagnostischen Handelns 

Aspekt diagnostischen Handelns 

  • Vergleich 
  • Analyse 
  • Prognose 
  • Interpretation 


Vergleich: 

Vergleich: 

  • Mit Verhalten des gleichen Individuums zu einem früheren Zeitpunkt (individuelle Bezugsnorm) 
  • Mit Verhalten anderer Individuen (soziale Bezugsnorm) 
  • Mit inhaltlichen Anforderungen an das Verhalten (sachliche Bezugsnorm) 


Analyse: 


Analyse: 

  • Warum weicht das Verhalten von früheren Verhalten, vom Verhalten anderer, vom Standard ab? 
  • Stärken und Schwächen 


Prognose: 


Prognose: 

  • Wie entwickelt sich Schüler*in weiter 

Interpretation

Interpretation: 

  • Gewichtung und Wertung der Informationen zu einem Gesamturteil 


Diagnostische Kompetenz von Eltern & Lehrern 


Diagnostische Kompetenz von Eltern & Lehrern 

  • Funktionale Bedeutung – Worin besteht der Nutzen genauer diagnostischer Urteile? 
  • Qualität diagnostischer Urteile – Bewertung anhand der klassischen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) 

Kompetenzen der Eltern 


Kompetenzen der Eltern 

  • Relativ gute Einschätzung des kognitiven Entwicklungsstandards 
  • Tendenzielle Überschätzung der schulischen Leistungen 
  • Zutreffendere Beurteilung affektiver Variablen (Leistungsängstlichkeit, Selbstvertrauen) durch Mütter (im Vergleich zu Vätern) 



Kompetenz der Lehrkräfte 


Kompetenz der Lehrkräfte 

  • Unterschiedliche Beurteilung der gleichen Leistung durch verschiedene Lehrkräfte (geringe Objektivität) 
  • Wiederholte Beurteilungen fallen unterschiedlich aus (geringe Reliabilität) 
  • Orientierung an Klasseninternen Bezugssystem sowie Performanz  

Diagnostische Verfahren im Schulkontext: 


Diagnostische Verfahren im Schulkontext: 

  • Internationale Verfahren – vergleichbare Kompetenzen – PISA, Iglu 
  • Nationale Verfahren– Standortsbestimmung bzgl. Bildungsstandards, Unterrichtsentwicklung, Bildungsmonitoring – VERA 8 
  • Standardisierte Schultests – Feststellung von Lernschwierigkeiten, Schuleintrittsdiagnostik – Eignungstest 
  • Lehrerkonstruierte Verfahren – Überprüfung vom Gelernten und Lernfortschritten, Ausgangspunkt für Förderung im Unterricht – Informelle Schulleistungstests (Klassenarbeit, Portfolioarbeit) 


Veränderte Prüfungsformate durch KI 


Veränderte Prüfungsformate durch KI 

  • KI-Hilfsmittel obligatorisch transparent machen (Zitieren, Kapitel zu Hilfsmitteln 
  • Weg von reinen Produktbewertung und hin zur Prozessorientierung (Stärkere Berücksichtigung von Reflexion und Lernprozessen zum Beispiel Portfolio) 
  • Mehrdimensionalität (schriftlich, mündlich, praktisch, digital) – 3P-Bewertungssystem (Prozess – Produkt – Präsentation) 
  • Wechsel der Prüfungsform (mündlich, Klausur, Referat, kompetenzorientierte Prüfung), wenn zu Lernziel passend 


Funktionen von Feedback: 


Funktionen von Feedback: 

  • Feedback als Kommunikationsprozess: Rückmeldung über frühere Leistungen beeinflusst zukünftige Leistungen 
  • Feedback als Lerngelegenheit: tiefere Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand und Kompetenzentwicklung 
  • Feedback als Reflexionsmöglichkeit: zusätzlicher Lerneffekt durch Orientierung im eigenen Lernprozess und Evaluation eigener Maßstäbe/Kriterien („internal feedback“) 

Effekt von Feedback: 


Effekt von Feedback: 

  • Effekte von Feedback auf den Lernerfolg sind durchschnittlich sehr hoch – aber auch sehr variabel – Ausgestaltung und Rahmenbedingungen des Feedbacks sind wichtig 
  • Positive Fehlerkultur kann Effektivität von Feedback erhöhen

Feedback sollte: 


Feedback sollte: 

  • Zielgerichtet sein – Fokus der lernenden Personen auf bestimmte Aspekte des Lernprozesses mit besonderen Entwicklungspotenzial – Reduktion des Cognitive Loads 
  • Nützlich sein – Vermittlung neuer Ideen/Impulse/Strategien etc. zur Anregung positiver Veränderung 
  •  Spezifisch sein – Bezug zu konkreten, beobachtbaren Leistungen 
  • Ausgewogen formuliert sein – Berücksichtigung von Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten 
  • Professionell-sachlich sein - Keine Bedrohung für das Selbstkonzept 
  • Die Perspektive der empfangenden Person auf oder knapp über dem aktuellen Leistungsniveau berücksichtigen 

Der diagnostische Prozess

238944556a3fa99445d284.73814160phparau36aa37cb4MH7zBH.png

Gütekriterien: 


Gütekriterien: 

  • Objektivität 
  • Reliabilität 
  • Validität 

Objektivität: 


Objektivität: 

  • Abschneiden in einem Test wird nicht durch die Testsituation, die während der Arbeit anwesenden Lehrkraft und/oder Interpretation in der Auswertung beeinflusst 
  • Durchführungsobjektivität 
  • Auswertungsobjektivität 
  • Interpretationsobjektivität 


Reliabilität: 


Reliabilität: 

  • „Zuverlässigkeit“ 
  • Ergebnis = "wahrer" (z.B. Fähigkeit) Anteil + Fehleranteil (z.B. Tageszeit)
  • Liegt vor, wenn ein Test ein Merkmal sicher und genau misst 
  • Lieber auf mehrere Messungen vertrauen, um den Einfluss von Fehleranteilen zu verringern 


Validität: 


Validität: 

  • „Gültigkeit“ 
  • Liegt vor, wenn der Test tatsächlich das misst, was er erfassen soll, und nicht irgendwas anderes 
  • Inhaltsgültigkeit (Curricula/Bildungsstandards) 
  • Übereinstimmungsgültigkeit (z.B. standardisierter Rechentest – Mathematikzensur) 
  • Vorhersagegültigkeit (z.B. Gymnasialempfehlung in der Primarstufe) 
  • Konstruktionsgültigkeit (stimmen theoretisch vermutete Zusammenhänge) 


Nebengütekriterien: 


Nebengütekriterien: 

  • Normierung 
  • Vergleichbarkeit 
  • Ökonomie 
  • Nützlichkeit 
  • Zumutbarkeit 
  • Unverfälschbarkeit 
  • Testfairness 


Arten von Beurteilungsfehlern: 


Arten von Beurteilungsfehlern: 

  • Fehler der zentralen Tendenz 
  • Tendenz zur Milde oder zur Strenge 
  • Logischer Fehler (Halo-Effekt) 
  • Primacy- und Recency-Effekt 
  • Fundamentaler Attributionsfehler 
  • Emotionale Beteiligung 
  • Kontrast- und Reihenfolgefehler 


Fehler der zentralen Tendenz: 


Fehler der zentralen Tendenz: 

  • Vermeiden von Extremurteilen

Tendenz zur Milde oder zur Strenge: 


Tendenz zur Milde oder zur Strenge: 

  • Individuelle Bevorzugung besonders guter oder besonders strenger Bewertung 


Logischer Fehler (Halo-Effekt) 


Logischer Fehler (Halo-Effekt) 

  • Hervorstechendes Merkmal beeinflusst die Wahrnehmung anderer Merkmale 
  • „Naive Persönlichkeitstheorien“ können zu Trage kommen, z.B. Brillenträger sind intelligent 


Primacy- und Recency-Effekt: 


Primacy- und Recency-Effekt: 

  • Urteilsverzerrung durch „ersten Eindruck“ oder das letzte Ergebnis

Fundamentaler Attributionsfehler: 


Fundamentaler Attributionsfehler: 

  • Verhaltensweisen werden systematisch eher der Person und nicht der Situation zugeschrieben 


Emotionale Beteiligung: 


Emotionale Beteiligung: 

  • Verzerrung des Urteils durch emotionale Eingebundenheit in Situationen 


Kontrast- und Reihenfolgefehler: 


Kontrast- und Reihenfolgefehler: 

  • Urteil über Schüler A (besonders gut/schlecht) beeinflusst das Urteil über Schüler B (im Kontrast besser/schlechter) 


Taxonomie kognitiver Lernziele nach Bloom: 

  • Ebene Wissen/Fakten: Wiedererkennen/Reproduktion von exaktem Wissen (Begriffe/Fakten), allgemeine Gesetzmäßigkeiten kennen 
  • Verständnis: Bedeutung und Zusammenhänge verstehen, Schlussfolgerung aufgrund gegebener Informationen ziehen 
  • Übertragen auf analoge Situationen 
  • Anwendung: Anwendung von Wissen in unbekannten Kontext, Regeln erkennen, Generalisierung, Hypothesen aufstellen 
  • Analyse: Struktur und Organisation von Material erkennen, Beziehungen zwischen Elementen erkennen, Gesetzmäßigkeiten der Organisation erkennen 
  • Synthese: Eigenständige und kreative Problemlösung, Angemessene Darstellung eines Problems, Pläne zur Vorgehensweise zur Überprüfung von Sachverhalten entwickeln 
  • Evaluation: Beurteilung nach bestimmten Standards, Unterscheidung von begründeten und unbegründeten Schlussfolgerungen, Beurteilung der Relevanz von Argumenten 
18497932606a3fabb0022c33.29512469phpbvktf1k09pfe45UMhnu.png

Aufgabenformate: 


Aufgabenformate: 

  • Gebunden 
  • Halbgebildete 
  • Frei

Gebunden: 


Gebunden: 

  • Richtig / Falsch 
  • Multiple-Choice 
  • Zuordnungsaufgaben 
  • Umordnungsaufgaben 
  • + schnelle Bearbeitung 
  • +einfache Auswertung 
  • + hohe Objektivität 
  • - anspruchsvolle Konstruktion 
  • - fragliche Validität 


Halbgebundene: 


Halbgebundene: 

  • Kurzantwortaufgaben 
  • Lückentexte 
  • Einfache Reche

Frei

Frei: 

  • Aufsätze 
  • Komplexe Versuchsanordnungen 
  • +einfache Konstruktion 
  • Leichter hohe Inhaltsvalidität 
  • - zeitaufwendige Beantwortung 
  • -Aufwändige Auswertung 
  • -fragliche Objektivität 

Gebundene Aufgabenformate: 


Gebundene Aufgabenformate: 

  • Richtig-Falsch-Aufgaben 
  • Multiple-Choice-Aufgaben 
  • Zuordnungsaufgaben 
  • Umordnungsaufgaben 

Richtig-Falsch-Aufgaben: 


Richtig-Falsch-Aufgaben: 

  • Ökonomisch (einfache Entwicklung und Auswertung, kurze Bearbeitungszeit 
  • Antwort muss eindeutig richtig oder falsch sein (-> geeignet für Faktenwissen) 
  • Hohe Ratewahrscheinlichkeit! (-> Blockweise verwenden, Mindestanzahl an richtigen Antworten)

Multiple Choice-Aufgaben: 


Multiple Choice-Aufgaben: 

  • Nur ein wichtiger Lerninhalt pro Frage! 
  • Schwierigkeit durch Variation des Aufgabenstamms und der Distraktoren beeinflussbar 
  • Distraktoren sollen eindeutig falsch, aber plausibel sein 
  • Aufgabenstamm sollte klar und ohne Lesen der Antwortalternativen verständlich sein; möglichst positive Formulierungen 
  • Wortwiederholungen bei den Antwortalternativen vermeiden 
  • Disktraktoren und korrekte Lösungen müssen grammatikalisch und logisch zum Stamm passen 
  • Richtige Lösung sollte kein ausfälliges Format haben 
  • “nie”, “alle”, “keine” oder “immer” sind oft Zeichen für eine falsche Antwort 
  • Positionen der richtigen Antwort variieren 
  • Abfolge der Position der richtigen Antwort nicht nach einem festen Muster 
  • Auch mehrere korrekte Antworten möglich -> Muss aus Aufgabenstellung hervorgehen 

Zuordnungsaufgaben: 


Zuordnungsaufgaben: 

  • 2 Listen von Begriffen oder Teilen einer Aufgabe; Instruktionen machen Zuordnungsregeln klar 
  • Die Items nennen sich Prämissen auf diese gibt es Antwortalternativen 
  • Homogenität der Inhalte beachten -> nicht mehrere Kategorien vermischen 
  • Für jede Prämisse alle Antwortalternativen plausibel, aber nur eine richtig 
  • Instruktion: Regeln spezifizieren; festlegen, ob Antwortalternativen einmal, mehrmals oder gar nicht in Frage kommen würden 
  • Mehr Antwortalternativen als Prämissen -> auch für die letzte Prämisse noch Alternativen

Umordnungsaufgaben

Umordnungsaufgaben: 

  • Ziel: Ungeordnet aufgelistete Elemente nach bestimmten Kriterien in eine Reihenfolge bringen 
  • Ordnungskriterium und –richtung müssen genannt werden 

Freie Formate:

Freie Formate: 

  • Unter anderem Aufsätze und Begründungen 
  • Freie Antworten möglich 
  • Für komplexe Sachverhalte geeignet 
  • Fragen beginnen z.B. mit: Warum, Erkläre, Vergleiche, Interpretiere (ungünstig: Wer, Was, Wann, Wo, Nenne) 
  • Zusätzliche Bearbeitungshinweise können die Schwierigkeit senken 
  • Kriterien für die Unterscheidung von richtigen und falschen Antworten festlegen 

Schriftliche Kommunikation beim Aufsatz: 


Auswertung offener Aufgaben 

Schriftliche Kommunikation beim Aufsatz: 

  • Einseitig 
  • Gerichtet 
  • Begrenzt

Erfordert: 


Erfordert: 

  • Reflektion über genannten Merkmale 
  • Kognitive Reise 
  • Wortschatz 
  • Verfügbarkeit sprachlicher Ausdrucksmittel  
  • Sachwissen 

Kriterien für die Beurteilung von Aufsätzen 

Negativ formulierte Merkmale: 

Kriterien für die Beurteilung von Aufsätzen 

Negativ formulierte Merkmale: 

  • Verstöße gegen lexikalisch-semantische oder morphologisch-syntaktische Sprachnormen 
  • Solche Fehler sind relativ leicht identifizierbar, aber: Fehlerfreiheit ist nicht gleichbedeutend mit Aufsatzgüte 

Positiv formulierte Merkmale: 


Positiv formulierte Merkmale: 

  • z.B. sprachliche Gestaltung, Inhalt, Gesamtaufbau 
  • Solche Kriterien sind sehr viel schwerer zu identifizieren, sehr viel anfälliger für subjektive Interpretationen und Gewichtung

Mögliche Dimensionen: 


Mögliche Dimensionen: 

  • Inhalt 
  • Formale Merkmale: Grammatikalische Richtigkeit, Rechtschreibung, Interpunktion, Handschrift, Sauberkeit 
  • Aufbau 
  • Originalität

Probleme übergreifender Kriterienkataloge: 


Probleme übergreifender Kriterienkataloge: 

  • Damit ein Kriterienkatalog insgesamt objektiv ist, muss jedes enthaltene Einzelkriterium objektiv sein -> Beurteiler müssen hinsichtlich Zuordnung von Aufsatzmerkmalen zu Kriterium übereinstimmen 
  • Damit die Gesamtbewertung objektiv ist, muss es klare Gewichtungsanweisungen für die Einzelkriterien geben 

Hinweise zur Aufgabenkonstruktion freier Formate 


Hinweise zur Aufgabenkonstruktion freier Formate 

  • Klare, eindeutige Instruktionen 
  • Art und Umfang der geforderten Leistung erkenntlich machen 
  • Sprachliche Klippen vermeiden 
  • Keine ungewollten Lösungshilfen, aber auch keine Fallen oder irreführende Details in der Fragestellung 
  • Angemessene Länge der Fragestellung, da sonst Konfundierung der Ergebnisse mit der Gedächtnisleistung 
  • Im Vorfeld Bewertungslinien festlegen

Aufgabenfairness: 


Aufgabenfairness: 

Die Chance auf eine richtige Antwort sollte nur von der Fähigkeit abhängen, die die Aufgabe fordert, D.h.: 

  • Eine bestimmte Einstellung sollte nicht gewertet werden 
  • Eine Aufgabe sollte so gestellt und formuliert werden, dass Personengruppen nicht benachteiligt werden 
  • Aufgaben sollten aus dem Text heraus, aber nicht rein durch Vorwissen beantwortet werden können 
  • Inhaltlich aufeinander aufbauende Fragen sollten vermieden werden -> Beantwortung einer Aufgabe darf durch die richtige oder falsche Beantwortung einer anderen nicht leichter oder schwerer werden 

Worauf sollte man bei Vorbereitung von Klausuren achten? 


Worauf sollte man achten? 

  • Große Brandbreite an beteiligten Prozessen und Fähigkeiten fordern (Lernziele!) 
  • Auf Passung zwischen im Unterricht und in Lernerfolgskontrolle geforderten Prozessen/Fähigkeiten achten 
  • Inhalte repräsentativ für Lerninhalte 
  • Inhalte sollten relevant für SuS sein 
  • Sicherstellen, dass die Aufgabenformate vertraut sind -> Ein Test ist nicht günstig, um neue Aufgabenformate einzuführen 
  • Genügend Zeit einplanen, um Qualität statt Geschwindigkeit bewerten zu können 
  • Volle Punktzahl sollte mit dem, was in der Aufgabenstellung verlangt ist, erreichbar sein 
  • Lernziele und Lerninhalte sollten bekannt sein  
  • Tests ankündigen -> Allen die Möglichkeit geben, sich vorbereiten zu können 

Prüfungsangst in der Schule: 


Prüfungsangst in der Schule: 

  • Prüfungsangst entsteht, wenn SuS mit einem Misserfolg in Leistungssituationen rechnen und unangenehme Konsequenzen befürchten

Zusammenhang zwischen Angst und Leistung

13962787326a3fae2bd56b89.45341623phphbbugg4uk8d1bQDtRDG.png

Schritte zur Reduzierung der Prüfungsangst 

1002271566a3fae89342403.48464430php6f9o7gmtc8tu1Vz3VwJ.png

Vier-Komponenten-Modell für Stress 

13720675036a3fae9c545811.72228411phpqpfkshlqs5igfqidue5.png

Mögliche negative Auswirkungen von Angst in Prüfungssituationen 


Mögliche negative Auswirkungen von Angst in Prüfungssituationen 

  • Konzentration 
  • Gedächtnis 
  • Problemlösefähigkeit 
  • Bewältigung von Misserfolgen 
  • Selbstkonzept

Lehrkräfte können unterstützen bei: 


Lehrkräfte können unterstützen bei: 

  • Stärkung subjektiver Kompetenz 
  • Setzten eines realistischen Anspruchsniveaus 
  • Senkung negativer Befürchtungen bei Misserfolg

Erhöhung der Transparenz: 


Erhöhung der Transparenz: 

Anforderungen und Modalitäten: 

  • Lernziele 
  • Vorbereitungshilfen (Textstellen, Übungen, Beispiele) 
  • Aufgabentypen, Frageformen 

Bewertungsrichtlinien: 

  • Gewichtung 
  • Fehleranzahl -> Note 

Konsequenzen: 

  • Einfluss des Ergebnisses auf die Gesamtnote 

Aufgabenanalyse:  


Aufgabenanalyse:  

  • Auswertungskriterien: bsp. Übereinstimmung bei kollegialem Austausch 
  • Distraktoren (Bei Mc-Aufgaben): Wurden einige gar nicht oder kaum gewählt? -> Gründe 
  • Schwierigkeit: Wie viele Schüler haben die Aufgabe richtig gelöst? 
  • Trennschärfe: Kann die Aufgabe zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern unterscheiden 

Aufgabenschwierigkeit: 


Aufgabenschwierigkeit: 

  • Anteil der Schüler, die eine Aufgabe richtig haben 
  • Schwierigkeitsindex P= (Nr/N)*100 
  • N = Anzahl der Schüler 
  • Nr= Anzahl der Schüler mit richtiger Lösung 
  • Günstig: Viele Aufgaben mit mittlerer Schwierigkeit (P = 50-60) 
  • Zu leicht: P>80, zu schwer: P < 20 -> bringen zu wenige Informationen, schwerer zu differenzieren 
  • Leichte Aufgaben zu Beginn, da sie die Motivation steigern können und die Schwierigkeit während der Klausur steigern

Trennschärfe: 


Trennschärfe: 

  • Mangelnde Trennschärfe ist immer ein Indiz für fehlende Validität (evtl. Durch unklare Instruktion oder extreme Schwierigkeit (zu einfach oder zu schwer) 
  • Trennschärfeindex T = (Ro-Ru) / N 
  • Ro = Oberen 50%, Ru = Unteren 50% 
  • >.15 -> gut 
  • >.10 -> befriedigend 
  • <.10 -> keine Differenzierung

Hinweise zur Rückmeldung von Leistungsergebnissen 


Hinweise zur Rückmeldung von Leistungsergebnissen 

  • So bald wie möglich 
  • Bewertungsmuster transparent machen 
  • Beispiele für gute Schülerantworten geben (nicht immer dieselben) 
  • Häufig falsche Antworten aufgreifen und erklären 
  • Richtige Antworten zur Verfügung stellen und Möglichkeit zum Nachlesen der richtigen Antworten geben -> Textverweise 
  • Bewertung soll begründbar sein -> nur bei Rechenfehlern ändern

Bezugsnormen bei der Rückmeldung und motivationale Wirkung: 


Bezugsnormen bei der Rückmeldung und motivationale Wirkung: 

  • Individuelle -> beeinflusst alle tendenziell positiv und für Schwächere besonders profitabel 
  • Soziale -> beeinflusst Schwächere negativ und Stärkere positiv 
  • Sachlich/Kriteriale -> beeinflusst alle Schüler schwach positiv

Motivational günstige Ergebnisrückmeldung: 


Motivational günstige Ergebnisrückmeldung: 

  • Lernphasen von Überprüfungsphasen abgrenzen -> Vermeidung sozialer Maßstäbe in Lernphasen 
  • Bei Leistungsbeurteilung anhand von Noten kriteriale Normen anlegen und diese auch transparent machen 
  • Quotierung vermeiden -> prinzipiell hat jeder die Möglichkeit für gute oder sehr gute Noten 
  • Zur Note neben Benotung auch einen kurzen Kommentar über die Lernentwicklung 
  • Mündliche Leistungsrückmeldung anhand individueller oder kriterialer Norm als Gegengewicht zu sozialen Vergleichen 
  • Lerntagebücher / Portfolios zur Verdeutlichung des individuellen Fortschritts 
  • Absprache mit Kollegen

Ursachenzuschreibung – Attributionen:

5710218736a4e11cc4ef2e5.52061937phpc39l1tcg9j20fC0w7jI.png

Attributionen – Unterschiede: 


Attributionen – Unterschiede: 

  • Bei erfolgszuversichtlichen Schülern bestätigt sich das positive Selbstbild beim Erfolg und Misserfolge beinträchtigen das Selbstbild nicht -> Internal-Variabel oder external –variabel 
  • Bei Misserfolgsängstlichen: Bei Erfolg werden Erfolge nicht als Erfolge akzeptiert – External, bei Misserfolg wird das negative Selbstbild bestätigt - Internal