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Haven't started (64)

Banken (Definition)
"Kreditinstitute sind Unternehmen, die Bankgeschäfte gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreiben, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert."
Bankgeschäfte
- Annahme fremder Gelder als Einlagen

- Gewährung von Gelddarlehen & Akzeptkrediten

--> Zentral: Einlagen & Kreditgeschäft
Funktionen von Banken
- Aktivseite: Gewährung langfristiger, informationssensitiver, nicht handelbarer Kredite

- Passivseite: Finanzierung über kurzfristige, nicht verbriefte Einlagen (Sichteinlagen)

- Transformation von Vermögensgegenständen:
1. Losgrößentransformation
2. Fristentransformation
3. Risikotransformation
--> Transformation von kleinen, liquiden, sicheren Einlagen in große, illiquide riskante Kredite
Losgrößentransformation
Pooling kleiner Einlagen zu großen Krediten
Fristentransformation
Einlagen: liquide
Kredite: illiquide
--> nur ein kleiner Teil der Sparer zieht i.d.R. kurzfristig Einlagen ab

Aber: Bank illiquide (evtl. Bank Runs)
Zinsänderungsrisiko
Bank Run
- Plötzlich wollen viele Anleger ihr Geld bei Bank abziehen
--> Liquiditätsengpass
--> Solvente Bank kann in Konkurs geraten
Zinsänderungsrisiko
- Durch Marktzinsänderungen herbeigeführte negative Entwicklung des Zinserfolgs (Zinserträge - Zinsaufwendungen)

- Unterschiedliche Zinsbindungen auf Aktiv- & Passivseite

Zinsanstieg --> hohe Zinsaufwendungen für Einlagen, niedrige Zinserträge durch langfristige Kredite
Risikotransformation
- Einleger erwerben bei Einlage Anspruch ggü. Bank, nicht ggü. Kreditnehmer

- Bank hat bessere Informationen als Einzelanleger
Losgrößentransformation durch Märkte
- ebenfalls möglich aber im Vergleich zu Banken für kleine Beiträge unattraktiv

- Aufspaltung großer Beiträge in kleinere Beiträge
Risikotransformation durch Märkte
- durch Diversifikation möglich

- Durch Informationsprobleme schwer für kleine Unternehmen an Kapitalmarkt zu gehen
Fristentransformation durch Märkte
- Über Sekundärmärkte möglich

- Anleger trägt Zinsänderungsrisiko --> nicht gewollt
Banken in vollkommenen Kapitalmärkten
- In vollkommenen Kapitalmärkten gibt es keine Transaktions- & Informationskosten

- Anleihen (Markt) und Kredite (Banken) sind vollständige Substitute

--> In vollkommenen Kapitalmärkten sind Banken irrelevant
Lösungen für asymmetrische Informationen
1. Abbau der Informationsasymmetrien
--> Kontrollkosten

2. Anreizkompatible Verträge (Strafzahlungen)
--> Second-best-Lösung (Kosten)

--> besser anreizkompatible Verträge mit nicht-monetären Strafen (Gefängnis, Jobverlust etc.)
Optimaler Finanzkontrakt
- Strafe hoch genug um Anreizwirkung zu erzielen

- Strafe so niedrig wie möglich um unnötige Wohlfahrtskosten zu minimieren

- Optimale Strafe: Differenz zwischen vereinbarter und tatsächlicher Rückzahlung
--> Unternehmer indifferent zwischen Lügen und Nicht-Lügen

--> Unternehmer zahlt alles an Kapitalgeber wenn Einnahmen < Kredit, wenn Einnahmen > Kredit darf er Differenz behalten

--> Wohlfahrtskosten = erwartete Strafe (wenn Einnahmen zu gering)
Vertrag mit Kontrolle
Kontrolle besser als anreizkompatibler Vertrag wenn wenige Investoren und schlechte Projekterträge wahrscheinlich
Indirekte Finanzierung über Finanzintermediär
- Kontrollkosten von m*K auf 1*K senken

- Weitere Kosten: Delegationskosten
Kontrollosten für Finanzintermediär

--> lohnt sich nur bei mehreren Investments

--> für viele Investments konvergieren Delegationskosten gegen 0 (Rückzahlungswahrscheinlichkeit = 1)
Zusammenfassung Finanzintermediär-Kosten
- Einzelanleger verfügen nur über geringe Beiträge im Vergleich zur Kreditsumme --> durch Delegation an Finanzintermediär werden Kontrollkosten gespart

- Bei nicht perfekter Korrelation verschiedener Kredite sind Kosten der Delegation gering und fallen mit Anzahl finanzierter Kredite

---> Delegation der Kontrolle kann sinnvoll sein
(trotz neuer Ebene mit Informationsproblemen)
Trends im Finanzsystem
- zunehmende Vernetzung (Kreditrisikotransfer durch Verbriefung)
- Konsolidierung zu großen Banken (M&A)

- Wachstum Schattenbankensektor
(Geldmarkt-/ Hedge Funds)

- Disintermediation (Unternehmensfinanzierung über Märkte, Wertpapiere als Investment für Haushalte)
Finanzstabilität
- Durch Banken kann Wohlfahrt relativ zu einer Marktlösung erhöht werden
(durch Fristentransformation)

- Krisen haben regelmäßig Auswirkungen auf die VW
Einlagenproblem
- Haushalte sind planlos wann sie das Geld benötigen

--> Banken bieten jederzeitige Abhebemöglichkeit an

--> Gefahr von Bank Runs
Einlagensicherung
(Deposit Insurance)
- Verluste der Einleger durch Einlagensicherung ausgeglichen (Sicherheit bieten --> kein Anreiz mehr für Bank Runs)

- in Europa 100.000€

- Im GGW keine Bank Runs: keine Prämien für Versicherung nötig
Probleme der Einlagensicherung
- Möglicher Moral Hazard (Anleger keinen Anreiz Verhalten der Bank zu überwachen)

--> evtl. übermässige Risikoübernahme der Bank
--> Verluste auf Einlagensicherung abwälzen
Gründe für Bankenkrisen
(systemisches Risiko)
- Bankensektor (alle Banken) leiden unter (Makro) Schock (Zinsanstieg, Rezession)

- Ansteckung --> Probleme einzelner Banken weiten sich aus

- systematische Risiken = Begründung für Regulierung
Kanäle der Ansteckung im Bankensektor
- Information: Zusammenbruch einer Bank gibt Zustand anderer Banken preis

- Interbankenverbindlichkeiten: durch vertragliche Verpflechtungen kann die Krise einer Bank sich auf andere Banken auswirken (Dominoeffekt)

- Makroökonomische Rückkopplung: Zusammenbruch einer Bank beeinflusst Preise/Zinsen --> Solvenz anderer Banken betroffen
Ansteckungseffekte über Informationen
- Zusammenbruch einer Bank
--> uninformierte Anleger projizieren dies auf alle Banken und ziehen Geld ab
--> auch informierte Anleger müssen Geld abziehen
Ansteckungseffekte über Interbankenverbindlichkeiten
- durch anfänglichen Liquiditätsschock getroffene Bank ist gezwungen ihre (liquiden) Interbankenforderungen und (illiquiden) Vermögensgegenstände zu liquidieren (mit Verlusten)

--> Bank Run

--> überträgt Schock auf andere Banken (Verluste übertragen)
Funktion von Interbankenmärkte
- versichern Banken gegen regionale Liquiditätsschocks

--> aber macht Finanzsystem durch unvollständige Marktstrukturen instabil
Ansteckungseffekte über makroökonomische Rückkopplung (Fire Sales)
- gleichzeitig viele Banken gezwungen Assets zu verkaufen --> Preise fallen unter fundamentalen Wert

- Preise abhängig von Marktliquidität (liquidity pricing)

--> triff alle Halter (Banken) der Assets

--> vor allem bei Bewertungen zu Marktpreisen gefährlich

--> solvente Banken können aufgrund von notwendiger Neubewertung insolvent werden
Ansteckungseffekte über makroökonomische Rückkopplung (Deleveraging)
- Rezession: Banken reduzieren Kreditvergabe (Bilanz)
(Deleveraging)

--> Rückgang der Nachfrage --> Rezession verstärkt
(Finanzieller Akzelerator)

--> Fallendes EK --> Deleveraging --> Verschärfung Rezession --> Kreditausfälle
Lender of Last Resort
- Idee: Bereitstellung der Liquidität durch ZBs verhindert, dass intrinsisch solvente, aber illiquide Banken zusammenbrechen

- Keine Zuführung von EK zur Wiederherstellung der Solvenz (Bail-Out)

--> Anreizprobleme: Verlass auf Rettung in Krisen
Evtl. unzureichende Liquiditätshaltung
Too-big-to-fail
- Zusammenbruch einer großen Bank --> besondere Gefahr für Stabilität des Bankensystems

- starke Ansteckungseffekte über alle 3 Kanäle

--> Staat hat Anreiz große Banken zu retten
--> Implizite Staatsgarantien
Zeitkonsistenzproblem der Bankenrettung
- Erwartung einer Rettung (Bail-out) --> Gläubiger kaum Anreiz Banken zu kontrollieren
--> Schwächung der Marktdisziplin
--> evtl. Erhöhte Risikoübernahme

--> Drohungen des Staates gegen eine Rettung nicht glaubwürdig
Wirtschaftspolitische Implikationen für große Banken
- Kernfrage der Regulierung

- Hauptinstrument: Spezielles Abwicklungsregime

- weitere Instrumente: Aufspaltung, verschärfte Regulierung
Bankenregulierung
- Bankensektor gehört zu den am stärksten regulierten Sektoren

Regulierungen:
- Marktzutrittsbarrieren (Zulassungen)
- Eigenkapitalregulierung (Basel 1,2,3)
- Liquiditätsregulierung
- Regulierung der Kreditvergabe
- Verbraucherschutz (Anlageberatung)

Aufsicht:
- BaFin
- deutsche Bundesbank
- EZB
Bankenregulierung Ziele
- traditionell: individuelle Bankrisiken minimieren (mikroprudenzielle Regulierung)
--> Idee: jede Bank sicher, geringe Gefahr für Sektor

- Aber: systematisches Risiko nicht Summe der Einzelrisiken

- Seit Finanzkrise: makroprudenzielle Regulierung hinzugefügt (systematisches Risiko)
Gründe für Bankenregulierung
- Hohe Kosten der Finanzkrisen
- teilweise durch Ansteckungseffekte
(Systematisches Risiko)

- Anreizprobleme machen Regulierung notwendig (Anlegerschutz)
Vergleich mit Nicht-Banken
- Zusammenbruch sollte nicht verhindert werden
--> schwache Marktteilnehmer scheiden aus dem Markt aus (keine Ansteckungseffekte)

--> Rückwirkungen auf VW deutlich kleiner
Eigenkapitalregulierung
- wichtigste Bankenregulierung

- Verhandlungen auf internationaler Ebene
--> Schaffung eines globalen Level Playing Field
(gleiche Wettbewerbsbedingungen, Verhinderung regulatorischem Arbitrage)
Basler Ausschuss für Bankensicherheit
- Ort: Bank for International Settlements (BIS)

- gibt nicht bindende Empfehlungen heraus
--> werden teilweise in nationales Recht umgesetzt

Financial Stability Board
- 2009 gegründet

Ort: Bank for international Settlements (BIS)

- Ausgestaltung internationaler Finanzarchitektur (G20)
CET 1
(Core equity tier 1)
- hartes Eigenkapital

- steht uneingeschränkt und unmittelbar zur Deckung von Risiken und Verlusten zur Verfügung

Positionen
- Stammaktien
- Aufgeld aus Stammaktien
- Gewinnrücklagen, offene Rücklagen
- Minderheitenanteile Dritter am harten Kernkapital (eingeschränkt)
- Korrekturposten/Abzüge
AT 1
(Additional tier 1)
- erweitertes Kernkapital

- Verlustdeckung und Fortführung des Geschäftsbetriebs
(Nachrangig, dauerhaft)

Positionen
- Kapitalinstrumente (ggf. Vorzugsaktien)
- Aufgeld aus Kapitalinstrumenten
Minderheitenanteile Dritter (eingeschränkt)
Tier 1
- CET 1 + AT 1 = Kernkapital
Tier 2
- Ergänzungskapital

- Gläubigerschutz bei Insolvenz
(Mindestens 5 Jahre eingezahlt, nachrangiger Rückzahlungsanspruch bei Insolvenz)
Gesamtkapital
Tier 1 + Tier 2
Basel 1
- regulatorische EK 8%

- zusätzlich Kernkapital (Tier 1) mindestens 4%

Jeweils im Verhältnis zu risikogewichteten Aktiva

Kritik:
- grobe Risikokategorien --> adverse Risikoanreize
- keine Berücksichtigung von Strategien zur Risikominderung
- geringe Behandlung von Marktrisiken
Basel 2
- Neuerung: höhere Risikosensitivität der EK-Anforderungen

2 Ansätze:
1. Standardansatz (wie Basel 1)
2. International Ratings-Based Approach (IRB)

IRB
- interne Modelle zur Risikogewichte für Vermögenswerte
- lange Liste an Anforderungen
- hohe Fixkosten --> nur große Banken

Kritik:
- Spielräume für große Banken
- Wahlrecht --> Wettbewerbsverzerrung
Basel 3
- Schärfere Anforderungen an Qualität der regulatorischen EK (hartes Kernkapital wichtiger)

- 4,5% CET 1 (vorher 2%)
- 6% Tier 1 (vorher 4%)
Gesamtanforderung Tier 1+Tier 2 = 8%
Prozyklität der EK-Regulierung
- EK-Regulierung beschränkt implizit Kreditvergabekapazität

- Rezession --> Verluste der Banken --> EK reduziert sich

--> Banken müssen Bilanzen zurückführen wenn keine EK-Aufnahme möglich (Deleveraging)

--> eingeschränkter Kreditzugang --> verstärkt Rezession -->Rückkopplung auf Bankensektor

--> Lösung: Antizyklische Kapitalpuffer, Kapitalerhaltungspuffer
Basel 3: Kapitalpuffer
- Kapitalerhaltungspuffer (2,5%)
--> Wenn hartes KK unter 4,5+2,5=7% fällt --> Gewinnausschüttung begrenzt

- Antizyklischer Puffer (max. 2,5%)
--> Im Boom zusätzliche Puffer aufbauen, können in Rezession auf 0 gesenkt werden
Funktion der EK-Regulierung
1. Puffer gegen Verluste

2. Frühe Eingriffsmöglichkeit der Bankenaufsicht

3. Anreizeffekte
Puffer gegen Verluste
- schützt Gläubiger, Einlagensicherung und Steuerzahler

- Kein Puffer für die Bank selbst!
--> nicht unter regulatorisches Minimum
--> nur EK oberhalb des Minimums ist Puffer für Bank
Frühe Eingriffsmöglichkeit der Bankenaufsicht
- Sobald EK die regulatorischen Anforderungen unterschreitet kann Aufsicht in Geschäftsbetrieb eingreifen
--> Extremfall: Abwicklung der Bank
Anreizeffekte
- Reduzierung des Moral Hazard bei Übernahme von Risiken

- Schuldenfinanzierung mit Haftungsbeschränkung führt sonst zu übermäßiger Risikoübernahme (asset subtitution)
--> möglicher Gewinn unendlich hoch
--> möglicher Verlust: eingesetztes Kapital
--> Verluste teilweise auf Gläubiger oder Einlagensicherung abwälzbar
Refinanzierungrisiken
- Betreffen Verhältnis zwischen Aktiv- & Passivseite

- Lösung: Basel 3 Liquiditätsregulierung
Liquiditätsregulierung
(Basel 3)
- Liquidity Coverage Ratio: genug liquide Mittel für Einlagenabzüge über 30 Tage

- Net Stable Funding Ratio: Vermögenswerte mit langen Laufzeiten über ein Jahr stabil finanziert
Leverage Ratio
(Basel 3)
3% der nicht risikogewichteten Aktiva über Kernkapital finanziert
Regulierung systematischer Finanzinstitute
- Kapitalzuschlag i.H.v. 1-2,5%
Systemisches Risiko
- Versuch einer Bank eigene Stabilität zu sichern kann Systemstabilität gefährden (z.B. Notverkäufe von WP)
Regulierung systematisch wichtiger Finanzinstitute
Drei Kategorien
1. individuell systemisch
(too big to fail, too interconnected to fail, too important to fail, too complex to fail)

2. In der Gruppe systemisch
(too many to fail)

3. In Krise systemisch

--> Regulierung z.B. mittels EK-Zuschläge
Ziele Regulierung systemrelevanter Banken
1. Senkung systemisches Risiko

2. Schaffung Puffer für zukünftige Krisen

3. Finanzierung der Krisenkosten

4. Reduzierung der Anreize um systemisch zu werden
Mögliche Regulierungsmaßnahmen für große Banken
1. Pigou-Steuer: systematic risk tax, Bankenabgabe

2. höhere EK-Anforderungen

3. Regulierung der Geschäftsmodelle (z.B. Größenbeschränkung)

4. Abwicklungsmechanismen
Abwicklungsmechanismen
- Zentrales Instrument um Rettungserwartungen zu reduzieren --> senkt systemisches Risiko

- Bei international tätigen Banken Abwicklung schwierig

--> Internationale Abwicklungsmechanismen erforderlich
(Euroraum: Single Resolution Mechanism)
Bankregulierung
(Zusammenfassung)
- Hauptziel: Begrenzung des sytemischen Risikos

- EK-Regulierung wichtigstes Instrument
--> Puffer senken Kosten von Krisen
--> Frühzeitige Intervention möglich
--> verbesserte Risikoanreize der Banken