Arbeitspsychologie
Menschen bei der Arbeit abhängig von Arbeitsbedingungen, Aufgaben und Leistungsvoraussetzungen
Organisationspsychologie
Mensch in Organisation, Abhängigkeit von organisationalen
Wirkgrößen
Selbstverständnis
Grundlagenforschung, Praxisbezug, Angewandte Psychologie
- Streben nach allgemeingültigen Theorien & Nutzung systematischer Labor- und Feldstudien
- Entwicklung von Modellen und Methoden zur Problemlösung unter Bezug auf verschiedene
Theorien und Disziplinen
- Interesse an unmittelbarer Analyse und Intervention in konkreten Einzelfällen
Kernelemente des Forschungsprozesses
1 Formulierung der Problemstellung
2 Entwicklung von Hypothesen
3 Auswahl des Studiendesigns
4 Datensammlung
5 Interpretation der Ergebnisse
6 Kommunikation der Ergebnisse
7 Metaanalyse
Arbeitsgestaltung: Gestaltungsansätze
Motivational: Ganzheitlichkeit der Tätigkeit
Mechanistisch: Arbeitsteilung
Biologisch: Raumklima
Wahrnehmung bezogen–motorisch: kognitive Beanspruchung
Arbeitsgestaltung
Motivational vs. mechanistisch
Aus und Weiterbildung
low Fidelity-Trainings vs. High Fidelity-Trainings
Megatrends: Neue Formen von Arbeit
Gesundheit, Globalisierung, Konnektivität, Individualisierung, Mobilität, Urbanisierung, Silver
Society, Wissen, Kultur, Neo Ökologie, New work, gender Shift Sicherheit
Arbeit
Jede, auf ein wirtschaftliches oder organisationales Ziel gerichtete, planmäßige
menschliche Tätigkeit, bei der sowohl körperliche, als auch geistige Kräfte eingesetzt werden
mit dem Ziel, Aufgaben im Rahmen wirtschaftlicher oder organisationaler Prozesse unter
bestimmten Bedingungen und unter Nutzung unterschiedlicher Ressourcen (insb. Werkzeuge
bzw. technische Mittel sowie menschliche Fähigkeiten und Leistungen (Arbeitsteilung)) zu erfüllen.
Betrachungsebenen
Individuum: Verhaltens- und Leistungsbedingungen, Diagnose und Förderung
Gruppe: Interaktionsbeziehungen, Formen, Bedingungen und Prozesse
Organisation: Formen und Charakteristika, Beziehung zur Umwelt
Wann ist Forschung praxisrelevant
Inputanalysen:
- Analyse des Praxispotentials von Publikationen anhand von Indikatoren
- Zunehmende Praxisrelevanz von Publikationen
Prozessanalysen:
- Inwieweit nehmen Praxisvertreterinnen Potential wissenschaftlicher Befunde für Praxis wahr?
Outputanalysen:
- Inwieweit werden wissenschaftliche Erkenntnisse von Berufspraktikern umgesetzt?
- Trendstudien zur Nutzung, Validität, Praktikabilität und Akzeptanz psychologischer
Personalauswahlverfahren
Indikatoren von Praxisrelevanz
1) Zeitnähe der Veröffentlichung
2) 2) Praktische Implikationen
3) Art der Studie
4) Art des Themas
5) Autorschaft
6) Herkunft der Forschungsfrage
7) Struktur des Artikels
8) Anwendungsbezug
Bearbeitungsperspektiven:
1) Diagnose
2) Evaluation
3) Intervention
4) Grundlagen
Merkmale von Experimenten:
1) echte vs. Quasi Experimente
2) Feld- vs. Laborexperimente
3) Between- vs. Within-Subjects
Arten von Variablen im Forschungsprozess:
1) 2) Prädikator WENN: spezifische, schwierige, aber erreichbare Ziele
Mediator WARUM: Aufmerksamkeitsausrichtung, Aktivierung, Anstrengungssteigerung,
Erhöhung der Ausdauer
3) Moderator WANN: Ausreichende Fähigkeit
4) Outcome DANN: Leistung
Experimentelles Design:
„Königsweg der Erkenntnis“
- mind. 2 Gruppen (Experimental- und Kontrollgruppe)
- Manipulation der Untersuchungsbedingungen bzw. des Prädiktors
- Konstanthaltung von Variablen, die nicht untersuchungsrelevant sind (z.B. durch Randomisierung)
Korrelatives Design:
- Beobachtungsstudien / ex-postfacto Studien
- Erfassung von mind. 2 Variablen in ihrer natürlich vorhandenen Variation
- Erhebung von Kontrollvariablen als Alternative zum „Konstanthalten
Arten von Stichproben:
Querschnitterhebung: einmalige Datenerhebung an einem Zeitpunkt
Längsschnitterhebung: wiederholte Datenerhebung zu mehreren Zeitpunkten
Korrelation
Beziehung zwischen zwei oder mehreren Merkmalen, Zuständen oder Funktionen. Die Beziehung muss keine kausale Beziehung sein: manche Elemente eines Systems beeinflussen sich gegenseitig nicht, oder es besteht eine stochastische, also vom Zufall beeinflusste Beziehung zwischen ihnen.
Kausalität: Bedingungen
Gütekriterien
Überprüfung der Gütekriterien
Wo findet Ergebniskommunikation statt?
Konferenzen, Zeitschriftenartikel, Buchpublikationen, Medienkommunikation, Praxis-Projekte
Warum ist Ergebniskommunikation wichtig?
- Beitrag zum kollektiven wissenschaftlichen Erkenntnisprozess
- Grundlage für Diskussion, Kritik und Weiterentwicklung der Forschung
- Publikationen als Basis für Metaanalysen als quantitativer Review bisheriger Forschung
Arbeitsanalyse
Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeiten und ihrer Bedingungen sowie die Wirkungen der Arbeitsbedingungen und Anforderungen auf das Individuum. Dabei werden in
systematischer Form Informationen über die Tätigkeit eines arbeitenden Individuums erfasst und beurteilt.
Anforderungsanalyse
Bestimmung/Beschreibung erfolgskritischer Personenmerkmale für
bestimmte Stelle oder Laufbahn
Komponenten der Arbeitsanalyse
- Arbeitsaufgaben (Inhalte, Abläufe und Prozesse)
- Arbeitsumgebung (z.B. Arbeitszeit, Belastungsfaktoren)
- Aufgabenbezogene Verhaltensweisen/Anforderungen (z.B. Entscheidungserfordernisse, Handlungsspielräume, Denken…)
- Soziale Bedingungen (z.B. Kontaktmöglichkeiten, Klima)
- Methoden der Qualitätssicherung (Produktivitäts- & Fehlerraten)
- Erforderliche Leistungsvoraussetzungen (KSAs)
- Interaktionen mit Maschinen, Materialien und Werkzeugen
- Arbeitsprodukte
Methodische Zugänge
1. Analyse betrieblicher Daten und Dokumente
2. Befragungsmethoden
3. Beobachtungsmethoden
4. Beobachtungsinterviews (Kombination aus
Beobachtung und Befragung)
5. Physikalische und physiologische Messmethode
6. Laborforschung (Experimente und Simulation)
Anwendungsbereiche und Ziele
- Erhaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
- Optimierung der Arbeitsgestaltung und -organisation
- Bestimmung von personalen Fördermaßnahmen (Personalentwicklung)
- Bestimmung von Eignungsanforderungen (Personalauswahl)
- Vergleiche von Arbeitstätigkeiten (Kompensation/Entlohnungssysteme)
Befragungsmethoden
Unterschiedliche Standardisierung (voll, teil, unstandardisiert)
- mündlich: Einzelbefragung/Gruppenbefragung (Fokusgruppen)
- Vorteile: flexibel/individuell, Überwindung von Skepsis, vertrauensfördernd
- Nachteile: aufwändig (Durchführung & Auswertung), keine Anonymität vs. schriftliche
Befragung
- schriftlich (meist voll-standardisiert, mittlerweile meist online):
- Tagebuchstudien: Erfassung von dynamisch verändernden Untersuchungsmerkmalen
(intraindividuelle Veränderung erfassbar)
- Vorteile: relativ leicht zu entwickeln, verschiedene Arbeitsplätze erfassbar, große Anzahl von
Personen (ohne extra Aufwand)
- Nachteile: Schwierigkeiten bei Formulierung/Verständnis (va. wissenschaftlicher Sprache),
Abstraktionsniveau; Überbefragung
- Zeitlich versetzt, dadurch Erinnerungsprobleme (deswegen Tagebuchstudien)
- Sozial erwünschtes Antwortverhalten: Antworttendenzen (z.B. Tendenz zur Mitte)
Beobachtungsmethoden
Erfassung des Verhaltens bei der Arbeit → Ziel: objektivere Daten
- Direkte Beobachtung (Fraglich, ob, bei Beobachtung anderes, als Standardverhalten auftritt)
- Indirekte Beobachtung per Videoaufzeichnung
Kodierung von Beobachtungsdaten
Zeichensysteme (eindeutig beobachtbare Merkmale werden definiert)
Kategoriensysteme (Verhaltensweisen in Kategorien strukturiert)
Schätzungssysteme (quantifizierbare Skalen zum entsprechenden Verhalten)
Physikalische Messmethoden
Umgebungsbedingungen der Arbeit
- Lärm über Schallpegelmessungen
- Licht- und Beleuchtungsverhältnisse
- Klima (z.B. Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Wärmestrahlung)
Physiologische Messmethoden
körperliche und biochemische Reaktion des Organismus
- Kardiovaskuläre Aktivitäten (Herzschlagfrequenz, Blutdruck)
- Elektrodermale Aktivität (Hautleitfähigkeit)
- Muskuläre Aktivität
- Atmung
- Körpertemperatur
- Lidschlussfrequenz
Laborforschung
(Experimente und Simulation)
- Fokus auf einzelne Ausschnitte des Arbeitsverhaltens (häufig: Bedingungen der Arbeit und
technische Systeme)
- Simulationen, wenn Durchführung in der Realität gefährlich (z.B. Fahrsimulator)
Kriterien der Arbeitsbewertung
Ergonomisch-ingenieurswissenschaftliche Ausrichtung
1. Ausführbarkeit
2. Schädigungslosigkeit
Psychologische Ausrichtung
3. Beeinträchtigungsfreiheit (Gesundheit/Wohlbefinden)
a) Ohne bzw. zumutbare Beeinträchtigungen
b) Bedingt zumutbare Beeinträchtigungen
c) Nicht zumutbare Beeinträchtigungen
→ Maße der Befindensbeeinträchtigung (z.B. Gereiztheit, psychosomatische
Beschwerden), psychophysiologische Kennwerte)
4. Persönlichkeitsförderlichkeit: Weiterbildung und Erhaltung von Fähigkeiten und
Einstellungen oder deren Rückbildung
→ Ausreichender Spielraum für Lernen und Weiterentwicklung sowie zur
Bedürfnisbefriedigung (im Sinne von Wohlbefinden und Zufriedenheit)
→ Zeit für selbstständige Verrichtungen
5. Entlohnung, sozial-emotionale Aspekte (Spaß)
Arbeitsgestaltung
systematische Veränderung technischer, organisatorischer und/oder sozialer
Arbeitsbedingungen
→ mit dem Ziel, Arbeitsbedingungen an die Leistungsvoraussetzung arbeitender Menschen
anzupassen
→ Persönlichkeitsentwickung/Erhaltung und Gesundheitsschutz im Rahmen effizienter und
produktiver Arbeitsprozesse
Mitarbeiter*innenbezogene Ziele der
Arbeitsgestaltung
1) Ausführbarkeit
2) Schädigungslosigkeit
3) Beeinträchtigungsfreiheit
4) Persönlichkeitsförderlichkeit
Unternehmensbezogene Ziele der
Arbeitsgestaltung
1) Kostenziele
2) Organisatorische Ziele
3) Technische Ziele
Vier Ansätze der Arbeitsgestaltung
1. Mechanistisch: Effizienz, Geschwindigkeit, geringe Kosten
2. Motivational: Zufriedenheit, intrinsische Motivation
3. Biologisch: Komfort, weniger Stress, weniger Müdigkeit
4. Perzeptuell-motorisch: Verlässlichkeit, weniger Fehler & Unfälle
Bereiche der Arbeitsgestaltung
1) Arbeitsumgebung
2) Arbeitsmittel (Werkzeuge)
3) Arbeitsplatz
4) Arbeitsinhalte
5) Arbeitszeit
6) Arbeitsablauf bzw. Arbeitsorganisation
Mechanistisch: Teilarbeiten durch
Spezialisierung und Vereinfachung
Ziel: Effizienz, geringe Kosten, wenig Training nötig
- Vorteil: Effizienz, einfache Personalbesetzung, wenig Training, geringe Kosten
- Nachteil: Geringe Zufriedenheit und intrinsische Motivation
- Lean Production & Management: Reduzierung von Verschwendung bei Transport, Beständen,
Bewegung, Wartezeiten, Überproduktion, Verarbeitung und Fehlern
- Just-in-Time Produktion - Reduktion der Reservebestände an Materialien & Produkten zur
Kostensenkung + Minimierung der Zeitverzögerung zwischen Investition und Zahlungseingang
- Moderne Fertigungstechnik: computerbasierte Technologien → niedrigeren
Produktionskosten und erhöhtem Leistungsniveau
- Niedrigere Produktionskosten (Arbeitskräfte)
- Erhöhte Leistungsniveaus
- Konstante Produktqualität
- Erhöhte Flexibilität: Computer-Steuerung
Motivational
- Autonomie, Partizipation und soziale Interaktionen
- Intrinsisches und extrinsisches Job Feedback
- Klarheit von Aufgabe und Ziel
- Bedeutsamkeit der Aufgabe
- Vorteile: Zufriedenheit, intrinsische Motivation, Beibehaltung
- Nachteile: Stress, Trainingsbedarf, Fehler
- Aufgabenmerkmale bestimmen Ausmaß der Erlebniszustände:
1. Anforderungsvielfalt
- Job Rotation (= systematisches Wechseln von Aufgaben)
- Job Enlargement (= horizontale Erweiterung von Aufgaben)
2. Ganzheitlichkeit der Aufgabe: zusammenhängende (statt Teil-) Aufgaben
- Sichtbarmachen des gesamten Prozesses
3. Bedeutsamkeit der Aufgabe: Nützlichkeit für andere, z.B. Kund*innen/Kolleg*innen
- Teamwork
4. Autonomie: Selbstbestimmung bzw. Freiheiten bei der Arbeit
- Empowerment, Partizipation ...
- Job Enrichment (= vertikale Erweiterung von Aufgaben)
5. Rückmeldung aus der Tätigkeit: Feedback durch die Aufgabe an sich
- (z.B. lächelnde Kund*innen oder Rad dreht sich nach der Montage)
Job Characteristics Model
5 Aufgabenmerkmale:
1. Anforderungsvielfalt: Verschiedene Fähigkeiten anwenden
Job Rotation (systematischer Wechsel)
Job Enlargement (horizontale Erweiterung)
2. Ganzheitlichkeit: Zusammenhängende Aufgaben, kompletter Prozess
3. Bedeutsamkeit: Nützlichkeit für andere (Kunden, Kollegen, Teamwork)
4. Autonomie: Selbstbestimmung und Freiheit bei der Arbeit
Job Enrichment (vertikale Erweiterung)
5. Rückmeldung: Feedback durch die Aufgabe selbst
SMART-Modell
Stimulating, Mastery, Agency, Relational, Tolerable
Ergebnis: Höhere intrinsische Arbeitsmotivation, Zufriedenheit und weniger Stress
Gegensatz zum mechanistischen Ansatz - fokussiert auf Mitarbeitermotivation statt nur Effizienz
Biologisch
- Ziel: Komfort, weniger Stress, weniger Erschöpfung
- Ergonomie, Medizinische Wissenschaften, Anthropometrie, Biomechanik
- Reduktion physischer Anforderungen
- Reduktion von Umweltstressoren
- Gestaltung von Arbeitsplätzen, Sitzen, Werkzeugen, Anpassung an Körpermaße
(Anthropometrie), Optimierung von Intensität, Vibrationen, Lärm
- Vorteile: Physischer Komfort, Weniger körperlicher Stress, Weniger Erschöpfung
- Nachteile: Höhere Kosten, Mögliche Inaktivität
Perzeptuell-motorisch
- Ziel: Verlässlichkeit, weniger Fehler & Unfälle → Humanfaktoren, experimentelle Psychologie
- Reduktion von Anforderungen an die Informationsverarbeitung
- z.B. Beleuchtung, Display-Design, Bedienpult-Design, Warnungen, Aufmerksamkeit &
Ermüdung
- Vorteile: weniger Fehler/ Unfälle, geringere mentale Überforderung
- Nachteile: Langeweile, Monotonie
Motive
Wertungsdispositionen, die für einzelne Menschen charakteristische Ausprägungen
haben → d.h. bestimmte Personen suchen immer wieder die gleichen Person-Situations-
Interaktionen auf, z.B.
- Wollen Herausforderungen meistern (→ Kompetenzbedürfnis)
- Wollen selbst entscheiden, wie sie handeln (→ Autonomiebedürfnis)
- Wollen sich mit anderen verbunden fühlen, dazugehören (→ Bedürfnis nach sozialer
Eingebundenheit)
Anreize
- Merkmale der Situation, die Motive anregen können
- Situationen bieten Gelegenheit, Wünsche/Ziele zu realisieren, oder Bedrohliches signalisieren:
- Neue Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten durch Weiterbildungen (Kompetenzbedürfnis)
- Homeoffice, weniger Austausch im Team (Bedrohung soziale Eingebundenheit)
Motivation
=
Motive x Anreize
Motivation: Produkt aus individuellen Merkmalen von Menschen, ihren Motiven, und den
Merkmalen der Situation, in der Anreize auf die Motive einwirken und sie aktivieren
Arbeitszufriedenheit
- Ist eine Einstellung → Arbeit als Einstellungsobjekt
- Emotionale Reaktion
- Meinung über die Arbeit
- Verhalten bei der Arbeit
- Man unterscheidet:
- Globale Arbeitszufriedenheit
- Verschiedene Facetten von Arbeitszufriedenheit
Grundlegende menschliche Bedürfnisse
- Autonomie
- Kompetenz
- soziale Eingebundenheit
Arbeitszufriedenheit
Wahrnehmung der Arbeit durch Mitarbeiter*innen (eher retrospektiv)
Arbeitsmotivation
Engagement und Qualität der Arbeitsausführung (prospektiv ausgerichtet)
Warum sollten wir die Arbeitszufriedenheit unserer Mitarbeiter*innen „messen“?
- Prädiktor (= Ursache) für vieles, z.B. Arbeitsleistung, Kündigungen
- Evaluationskriterium
- Steigt oder sinkt sich Arbeitszufriedenheit in Veränderungsprozessen?
- Steigt Arbeitszufriedenheit bei Partizipation?
Theorien der Arbeitsmotivation:
Inhaltstheorien der Arbeitsmotivation (Was
motiviert uns?)
- Bedürfnispyramide (Maslow, 1954)
- Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan,
1985, 2008)
Prozesstheorien der Arbeitsmotivation
(Wie werden wir motiviert?)
- VIE-Theorie (Vroom, 1964)
- Zielsetzungstheorie (Locke, 1968; Locke & Latham, 2002)
- Equity-Theorie (Adams, 1965)
Kritische Reflexion
- Komplexe Theorie mit mehreren Untertheorien
- Empirische Studien, die zeigen wie die Art der Motivation und die Art der Regulierung Verhalten
im Arbeitskontext bestimmt
- Dabei sind die verschiedenen Arten der Regulierung nicht immer einfach voneinander zu
trennen und überlappen sich zum Teil
SDT als Inhalts- und Prozesstheorie!
- Erklärt Entstehung/Entwicklung von Motivation (Prozess der Internalisierung + Regulation):
- Wie machen Menschen fremde Ziele mit Zeit zu ihren? (Kontinuum der Selbstbestimmung)
- Welche sozialen und situativen Bedingungen beeinflussen Qualität der Motivation
Zielsetzungstheorie (Locke, 1968): Ziele können zu höherer Leistung führen
- Zielschwierigkeit: Herausfordernde, aber erreichbare Ziele (statt mittleren oder leichten Zielen)
- Zielspezifität: Präzise und spezifische Ziele (statt unspezifischen, schwammige Zielen)
Zentrale Einflussfaktoren auf Zielbindung
1. Partizipation an der Zielsetzung
→ Wenn eingebunden, erleben sie das Ziel als selbstbestimmt, was das Commitment erhöht.
2. Feedback
→
hilft, Ziel im Fokus zu halten und motiviert zur Weiterverfolgung („Ich komme voran!“)
3. Zielbedeutsamkeit
Je wichtiger und sinnvoller ein Ziel für die Person erscheint desto höher ist die Zielbindung
4. Selbstwirksamkeit (Self-Efficacy)
Menschen, die glauben, ein Ziel auch wirklich erreichen zu können entwickeln eher Zielbindung.
Kritische Reflexion
- Empirisch sehr gut bestätigt (mehrere Meta-Analysen)
- Klare Handlungsempfehlungen ableitbar Handlungsempfehlungen zur Zielsetzung
Ziele sollen smart sein
Specific, Measurable, Attainable, Relevant, Time-bound
1. Unterteile Aufgaben!
2. Feedback!
3. Herausforderungen & Selbstwirksamkeit
4. Zielbindung über Impact / Emotionen
5. Deadlines
Produktives Verhalten
Verhalten, das dazu führt, dass ein Mitarbeiter einen Beitrag zu den
Zielen der Organisation leistet
Leistung
Beiträge des/der Mitarbeiter zu den Zielen der Organisation
Leistung = f(Koennen, Motivation) → Addition (typische Leistung) oder sogar Multiplikation
(maximale Leistung)?
Maximale Leistung
unter leistungsevaluierenden Beobachtungen erbracht
(kurzzeitig, unter optimalen und gesteuerten Bedingungen)
Typische Leistung
Leistung wird nicht explizit evaluiert, keine Anweisung für Maximum
(langzeitige, alltägliche Leistung)
Theorie der beruflichen Leistung von Campbell et al. (1993)
PC = DK*PKS*M
Leistungskomponenten = Deklaratives Wissen * Prozessuales Wissen * Motivation
Komponenten der Arbeitsleistung
- Positionsspezifische Fertigkeit zur Aufgabenerfüllung
- Allgemeine Fertigkeit zur Aufgabenerfüllung
- Kommunikationsfähigkeit (schriftlich und mündlich)
- Anstrengung (Ausmaß und Konstanz)
- Persönliche Disziplin
- Kooperation und Unterstützung von Kolleg*innen/dem Team
- Mitarbeiterführung
- Management/Administration
Integratives Modell: The „Great Eight“
- Unternehmen & leisten
- Führen & entscheiden
- Unterstützen & kooperieren
- Interagieren & präsentieren
- Analysieren & interpretieren
- Kreieren & konzeptualisieren
- Organisieren & ausführen
- Adaptieren & bewältigen
Adaptives Arbeitsverhalten: Flexibilität und Fähigkeit, sich an wandelnde Umstände anzupassen
- Umgang mit Notfällen/Krisensituationen
- Umgang mit unsicheren/ unvorhersehbaren Arbeitssituationen
- Umgang mit Arbeitsstress
- Kreative Problemlösung
- Erlernen von Arbeitsaufgaben, Technologien und Verfahren
- Zwischenmenschliche Anpassungsfähigkeit
- Kulturelle Anpassungsfähigkeit
- Körperlich orientierte Anpassungsfähigkeit
Das Kriteriumsproblem: Schwierigkeit, Arbeitsleistung genau zu messen
- ultimative Kriterium: ideale, vollständige Leistung, die nicht direkt messbar ist
- beobachtete Kriterium: das, was tatsächlich gemessen wird
- Kriteriumsrelevanz: Teil des Beobachteten Kriteriums, der die wahre Leistung widerspiegelt.
- Kriteriumsdefizienz: Beobachtetes K. erfasst nicht alle wichtigen Aspekte wahrer Leistung
- Kriteriumskontamination: Beobachtetes Kriterium enthält irrelevante Faktoren
Gründe fuer Kriteriumsproblem
- Mehrdimensionalität des theoretischen Kriteriums & Ökonomie
- Unzuverlässigkeit der Leistung und Leistungsbeobachtung
- Stabile Verzerrungen, die Bewertung beeinflussen
Organizational Citizenship Behavior (OCB): Geht über die Erwartungen hinaus, freiwillig
Gestaltung positiver Umgebung, die zur Organisationsproduktivität beiträgt
- Hilfeverhalten: Altruismus, Höflichkeit, Friedensschaffung
- Sportsgeist: Unvermeidliche Negativität der Arbeit ohne Beschwerden tolerieren
- Organisationale Loyalität: Identifikation mit Orga.; Beitrag für den Namen der Orga. leisten;
Unterstützung & Verteidigung Organisationsziele
- Organisationale Konformität: Akzeptieren und Befolgen der Orga.regeln; Konformität mit den
Normen des “guten Mitarbeitenden”
- Eigeninitiative: Gewissenhaftigkeit; persönliche Industrie
- „Bürgerliche“ Tugend: Aktives Interesse am Geschehen innerhalb der Organisation &
Beteiligung an politischen Prozessen
- Persönliche Weiterentwicklung: Verbesserung von eigenem Wissen, Fähigkeiten und
Kompetenzen
Individuelle Konsequenzen
- Einfluss auf Leistungsbeurteilung
- Führungsaufgaben werden erleichtert
- Verteilung von Belohnungen
- Kündigungsabsicht und Absentismus
Kollektive Konsequenzen
- Fördert Kundenzufriedenheit und
verbessert Wahrnehmung der Kund*innen
- Erhöhte Produktivität und Effizienz
- Verringert Kosten und Fluktuation auf
Abteilungsebene
negative Auswirkungen von OCB
→ erhöhtes Unfallrisiko durch „Eigeninitiative“ bei Berufen mit strengen Regeln bzgl.
Arbeitsleistung; Erschöpfung bei Hilfeverhalten
Arbeitsumfeld und Führung beeinflussen Auftreten von OCB (hohe Autonomie und
unterstützendes Führungsverhalten förderlich; negatives Umfeld hinderlich)
Geschlechterunterschiede: Männer, die OCB zeigen, werden positiv gesehen; Frauen, die OCB
zeigen, „machen einfach nur ihre Arbeit“
Wissensaustausch: organisationale Ressource und Wettbewerbsvorteil
→ Teilen von Wissen (Senderrolle) / + Erhalt von Wissen (Empfängerrolle)
→ Sonderfall: Wissensaustausch zw. jüngeren & älteren MA → demografischer Wandel
Counterproductive Work Behavior (CWB) Kontraproduktive Verhaltensweisen:
Absichtliches Verletzen organisationaler Normen und Bedrohung des Wohlbefindens der
Organisation und/oder ihrer Mitarbeiter
1) Interpersonelles Fehlverhalten:
- Klatsch, Beschimpfung, Belästigung, Streit
2) Organisationales Fehlverhalten:
- Eigentumsfehlverhalten: Diebstahl, Sachbeschädigung, Sabotage
- Produktionsfehlverhalten: Fernbleiben, Lange Pausen, Langsamkeit, Schlamperei,
Substanzmissbrauch
Absentismus
Versäumnis, planmäßig zur Arbeit zu erscheinen oder dort zu bleiben ohne
triftige Gründe (z.B. Krankheit, Verletzung)
Präsentismus
Erscheinen am Arbeitsplatz trotz suboptimalem Gesundheitszustand
Workahomeismus
Trotz Krankheit von zu Hause aus arbeiten
Kontraproduktive Verhaltensweisen
Unsoziales: Verhalten, das der Orga. & MA schadet
- Abweichendes: unsoziales Verhalten, verletzt Normen
- Unhöflichkeit: wenig intensiv abweichendes/ unhöfliches Verhalten. Verletzt Normen. Zeugt
Mangel an Rücksicht & Respekt für andere. Absicht unklar.
- Aggression: abweichendes Verhalten mit der Absicht, Schaden zuzufügen
- Gewalt am Arbeitsplatz: Hohe Intensität, körperliche aggressive Verhaltensweisen, die
physischen Schaden verursachen können
- Sexuelle Belästigung: Sexuelle Belästigung & Nötigung, Belästigung aufgrund des Geschlechts
- Mobbing, Bullying: Wiederholtes feindliches (non)verbales, nicht-physisches Verhalten. Richtet
sich gegen Selbstwertgefühl als kompetente Person & Arbeitskraft
Entstehung von CWB: Persönlichkeit
Die „Big Five“ (OCEAN)
1) Offenheit für Erfahrungen (Openness): Interesse an neuen Erfahrungen, Erlebnissen und
Eindrücken, wissbegierig, kreativ
2) Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness): hohe Impuls- und Selbstkontrolle, ordentlich,
zuverlässig, ehrgeizig, hart arbeitend
3) 4) 5) Extraversion (Extraversion): gesellig, selbstsicher, aktiv, personenorientiert, optimistisch
Verträglichkeit (Agreeableness): altruistisch und harmoniebedürftig
Neurotizismus (Neuroticism): nervös, ängstlich, Sorgen machen
Die „dunkle Triade“
Machiavellismus, Psychopathie, Narzissmus
- Nur geringe Vorhersagekraft bezüglich Arbeitsleistung
- Abhängig von Moderatoren wie Kultur oder Autoritätsposition
Prävention von CWB: Trainings & Führung
Trainings
- Ziel: Kontrolle abweichenden Verhaltens
- Mögliche Inhalte: Verbesserung der sozialen Fähigkeiten im Umgang mit Aggressionen,
Konflikt- bzw. Stressmanagement
Führung
- Fokus auf Verfahrensgerechtigkeit & Respekt
- Partizipativer Führungsstil fördert Kontrollerleben
- Ethische Führung schwächt CWB, missbrauchende Führung fördert CWB
Leistungskomponenten
Allgemeine Fertigkeit zur Aufgabenerfüllung, Anstrengung (Ausmass
und Konstanz), Persönliche Disziplin
Deklaratives Wissen
Positionsspezifische Fertigkeit zur Aufgabenerfüllung,
Kommunikationsfähigkeit (schriftlich und mündlich), Kooperation und Unterstützung von
Kolleg*innen/ dem Team, Mitarbeiterführung, Management/Administration)
Ursachen Arbeitsunfälle
1. Umwelt
2. Aufgabe
3. Equipment
4. Person
5. Organisation
„Arbeitsschutz ist TOP“
1) Technische
2) Organisatorische
3) Persönliche
Massnahmen
1. Umwelt Arten von Umweltrisiken
1. Chemische Risiken
- Verschiedene Klassifikationen (z.B. Neurotoxine,
Karzinogene,…)
- Wissenschaftlich fundierte empfohlene und gesetzliche
Expositionslimits
2. Biologische Risiken
- Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten,…
- v.a. Berufsgruppen mit Kontakt zu Pflanzen, Tieren und
Menschen
3. Psychosoziale Risiken
- Ungleichgewicht zw. Leistung und
Belohnung, Mangel an Unterstützung,
lange Arbeitszeiten,
- Stress Grund für ca. 50% der Fehltage
4. Physikalische Risiken
- Ergonomische Gestaltung, Strahlung,
Temperatur, Vibration, Lärm
2. Aufgabe:
Schmerzhafte/ermüdende Haltungen
3. Equipment
Ergonomie: angemessene Passung zwischen den
Fähigkeiten der Menschen und den Produkten
→ Menschenzentriertes Design: Anatomie,
Physiologie, Psychologie
1) Biomechanik: Funktion von Muskeln und
Extremitäten
2) Anthropometrie: Maße des menschlichen
Körpers in verschiedenen Körperhaltungen
3) Psychologie: Mensch =
informationsverarbeitendes System
(Empfindung, Wahrnehmung,
Gedächtnisanforderungen
4. Person Verteilung der Arbeitsunfälle nach
Geschlecht, Alter, Verhalten
Generic-Error-Modeling-System (GEMS)
1) Fertigkeitsbasiert: Ausrutscher,
Versehen, Handlungsplan richtig,
Ausführung falsch
2) Regelbasiert: Verwechslungs-/
Erkennungsfehler, Handlungsplan falsch,
Ausführung richtig
3) Wissensbasiert: Denkfehler, Urteilsfehler,
Neuartige Situationen, ohne fertige Handlungspläne
Trugschluss "Mensch als Ursache“
Fokus auf individuelle Schuld statt systemische Faktoren
→ menschliches Verhalten oft durch organisationale Strukturen und Prozesse bedingt
5. Organisation
Transformationale Führung: Orientierung: Ziele, Werte, Einstellung, Wünsche Mitarbeitender
Transaktionale Führung: hohe Autonomität; ausnahmsweise Korrekturen durch Führungskraft
Sicherheitsklima: geteilte Wahrnehmung zwischen Mitgliedern einer Organisation hinsichtlich
sicherheitsbezogener…
- Strategien: Strategische Sicherheitsziele und Mittel zur Zielerreichung
- Praktiken: Taktische Richtlinien für handlungsbezogene Sicherheitsziele → explizite Normen
- Prozeduren: Ausführung Strategien / Prozeduren durch Management über organisationale
Hierarchie → Modelllernen → implizite Normen
Gefahrenanalyse: Regelmäßige & systematische Inspektion über Checklisten/Fragebogen
Vorteile: Motiviert Mitarbeitende, Identifiziert permanente Gefahren Nachteile: keine kurzzeitigen
Gefahren & ungeeigneten Verhaltensweisen
Krankheits- & Verletzungsstatistiken: Daten zu Beinaheunfällen, Fehlzeiten am Arbeitsplatz,
Versetzung an anderen Arbeitsplatz, Behandlung
Vorteile: Vergleich der Effektivität von Gesundheits- & Sicherheitsinterventionen
Nachteile: Selten Erfassung/ Analyse auf individueller & Abteilungsebene
Gesundheit
Körperliches, psychisches, soziales Wohlbefinden, nicht nur Fehlen von Krankheit
Stress
Unangenehmer Spannungszustand aus der Befürchtung, eine wichtige bedrohliche Situation nicht kontrollieren zu können.
Kurzfristig: Anspannung, Frustration, Ärger, Ermüdungs-, Monotonie-, Sättigungsgefühle
langfristig: Psychosomatische Erkrankungen, Unzufriedenheit, Resignation, Depression
Stressoren = Belastungen
Einflüsse, die von außen auf den Menschen einwirken
→ Externe oder interne Stimuli, die Stressreaktion auslösen können
Stressreaktion = Beanspruchung
Individuelle Auswirkungen der Belastung auf Mensch,
Erregungsreaktion, die Energie benötigt (Intensität, Dauer, Ressourcen)
Burn-out Syndrom: berufsbezogene chronische Erschöpfung
Emotionale Erschöpfung: Überbeanspruchung emotionaler Ressourcen
Depersonalisation: negative, gefühllose und zynische Einstellungen gegenüber anderen
Leistungseinbußen: Tendenz, eigene Arbeit negativ zu bewerten und schwacher Selbstwert
Stressmodelle und Modelle zur Stressbewältigung
1. Transaktionales Stressmodel
2. Anforderungs-Kontroll-Modell
3. Job-Demands-Resources (JDR)-Modell
4. Stressor-Detachment-Modell
Transaktionales Stressmodel
Bewertung findet zweimal statt (1. Situation/Anforderungen 2.
eigene Ressourcen/Coping Strategien)
Anforderungs-Kontroll-Modell
Richtiges Verhältnis von Anforderungen und Kontrolle
(Vermeidung Über- oder Unterforderung)
→ Gibt es verschiedene Arten von Anforderungen?
→ Gibt es noch mehr relevante Faktoren als Kontrolle um mit den Anforderungen umzugehen
Job-Demands-Resources (JDR)-Modell
Gesundheitsschädigender Prozess: Anforderungen → Beanspruchung
Motivationaler Prozess: Ressourcen → Motivation
→ Wichtig: Anforderungen und Ressourcen müssen im richtigen Verhältnis stehen, um
Beanspruchung zu reduzieren und Motivation zu fördern
Stressor-Detachment-Modell
Detachment: Mentale Distanzierung von der Arbeit in der Freizeit - nicht mehr an Job-Themen
denken und sich von arbeitsbezogenen Aktivitäten
fernhalten.
Detachment kann Beanspruchung/Stress abschwächen!
Bei der Arbeit
- Pausen (wenn möglich weg vom PC/Arbeitsplatz)
- Unterhaltungen (über nichtarbeitsbezogene Themen)
- Kurze Spaziergänge (wenn möglich in der Natur)
Nach der Arbeit
- Soziale Aktivitäten
- Sport, aktive Hobbys
- Abschalten von technischen Geräten, mit Verbindung zur Arbeit
Recovery Paradox
Wer am meisten Erholung braucht, kann am schlechtesten abschalten.
Personenbezogene Interventionen zur Änderung des Verhaltens → Training
Interventionen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen → Arbeitsgestaltung
Was ist neu an new work?
→ Ort der Tätigkeit (individuell und dezentral)
→ Entkopplung von Raum und Zeit (start ups, globale Projekte)
→ Definition von Arbeit (Work life Balance, Selbststeuerung)
demografischer Wandel
sehr viele Arbeiter, die kurz vor der Rente stehen, niedrige
Geburtenrate, Steigende Lebenserwartung, Wanderungssaldo (Migration)
Globale Integration
globale Verflechtung wirtschaftlicher, politischer, kultureller Zusammenhänge
Digitalisierung
Änderung von Geschäftsmodellen (Produkte/Dienstl.), Abbau Arbeitsplätzen
Wertewandel
wie möchten wir arbeiten und leben? Unterschiede der Einstellungen zwischen
Generationen und sozialen Milieus
Gesellschaftliche Veränderungen: Wertewelten
- 30% Sorgenfreie Arbeitsweise: Sicheres Zukunftsgefühl; Freiheit von materiellem Sorgen und
Leistungsdruck; Privates soll durch Arbeit unterstützt werden
- 09% Arbeiten in starker Solidargemeinschaft: Soziales & Gemeinwohl im Mittelpunkt;
Verwirklichung in der Gesellschaft (vs. privates Umfeld)
- 15% Für den Wohlstand hart arbeiten: Balance zwischen Sorgenfreiheit, Wohlstand und
Leistung; Arbeit als Weg, um Wohlstand & Lebensqualität zu verdienen
- 11% Engagiert Höchstleistungen erbringen: Wohlstand und Leistung im Mittelpunkt; Streben
nach Verantwortung; Positiver Blick auf Gegenwart & Zukunft
- 10% Sich in Arbeit selbst verwirklichen: Gestaltungsspielräume im Vordergrund; Arbeitswelt
als Ort unbegrenzter Möglichkeit zur Selbstentfaltung
- 14% Balance zwischen Arbeit und Leben: Arbeit, Familie und persönliche
Selbstverwirklichung; entspannt arbeiten und Wertschätzung/Anerkennung erhalten
- 13% Sinn außerhalb der Arbeit suchen: Sinn im Leben (statt nur in der Arbeit) finden;
empfundene Unsicherheiten bringen Chaos in Lebensplanung
Karriere
Entwicklungsprozess des Arbeitnehmenden entlang einer Reihe von Erfahrungen und
Tätigkeiten in einer oder mehreren Organisationen
Verschiebung von langfristig angelegten Karrierebeziehungen hin zu transaktionalen, kurzfristigen
Beziehungen zwischen Einzelpersonen und ihren Arbeitgebern
Veränderungen im psychologischen Vertrag (= Art der Austauschbeziehung zwischen Organisationsmitglied und der Organisation)
Multidrektionales Karrieremodell
(alternative Karrierevereinbarungen
ausserhalb organisationaler
Grenzen)
→ Outsourcing
→ Professional Partnerships
→ Start up-Ventures
→ Buy-out
→ Consulting
→ Temp Work
→ Self-Employment
→ Deal making
→ Secondments
Gig work
plattformgestützte Beschäftigung, bei der
digitale Technologien eingesetzt werden, um den Prozess
der Beauftragung, Steuerung, Ausführung und Entlohnung
der geleisteten Arbeit zu vermitteln (Popularität stetig
steigend, besonders beliebt in Indien, Bangladesh,
Pakistan)
→ projektbasiert, befristet, flexibel, technisches Netzwerk,
crowdwork, Remotework, Agency-based work
→ airbnb, über, vinted, deliveroo, taskrabbit, gorillas
Vor und Nachteile Gigwork
Vorteile: mobile work, saves ressources for business,
improved work life balance, flexibility
Nachteile: Modest pay, tax complication, no insurance
(Krankengeld), no fair wages and benefits
Welches Stressmodell unterscheidet in Primäre und sekundäre Bewertung?
a) Transaktionales Stressmodell X
b) Anforderungs-Kontroll-Modell
c) Job-Demands-Resources (JDR)-Modell
d) Modell der Ressourcenkonservierung
Was ist nach der Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 1985) kein grundlegendes menschliches Bedürfnis?
a) Sicherheit X
b) Kompetenz
c) Soziale Eingebundenheit
d) Autonomie
Welche(s) Motiv(e) ist/sind im folgenden Beispiel dargestellt?
Johann arbeitet in einem Projektteam mit fünf Kolleg*innen zusammen. In
Meetings und gemeinsamen Arbeitssessions übernimmt Johann gerne die
Leitung und organisiert die Arbeitsteilung. Generell bevorzugt Johann Arbeit im
Team gegenüber Einzelarbeit, weil er sich gerne mit den anderen austauscht.
a) Affiliationsmotiv und Leistungsmotiv
b) Leistungsmotiv und Machtmotiv
c) Machtmotiv und Affiliationsmotiv
d) Nur Machtmotiv
→ Inhalt aus der Frage nicht behandelt in der Vorlesung, inhaltlich irrelevant
Was bedeuten Belastung und Beanspruchung und in welcher Beziehung
stehen sie zu einander?
Belastung sind die äußeren Einwirkungen auf eine Person (z.B. Lärm, Zeitdruck, körperliche Anforderungen).
Beanspruchung ist die individuelle Reaktion der Person auf diese Belastung (z.B. Stress, Ermüdung, Anstrengung).
Beziehung: Belastung → Beanspruchung
Die gleiche Belastung kann bei verschiedenen Personen unterschiedliche Beanspruchungen hervorrufen, abhängig von individuellen Faktoren wie Fitness, Erfahrung oder Tagesform.
Die Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan beschäftigt sich mit der Art der Motivation und der Art der Regulierung. Was versteht man unter „intrinsischer Motivation“?
Intrinsische Motivation ist die Motivation, die aus der Tätigkeit selbst heraus entsteht. Man handelt aus eigenem Antrieb, weil die Aktivität Freude, Interesse oder Befriedigung bereitet - nicht wegen äußerer Belohnungen oder Zwänge.
Beispiele: Ein Hobby ausüben, lernen aus Neugier, kreativ sein, weil es Spaß macht.
Die Person ist von Natur aus motiviert und empfindet die Tätigkeit als selbstbestimmt und erfüllend.
Job Characteristics Model
- Aufgabenmerkmale (Autonomie, Aufgabenvielfalt)
- Wissensmerkmale (Komplexität des Jobs, Vielfalt in Fähigkeiten, Spezialisierung etc.)
- Soziale Merkmale (soziale Unterstützung, Feedback, Interdependenz)
- Kontextuelle Merkmale (Ergonomie, Technikgebrauch)