⭐ Nullhypothese
Es besteht in keinem Land und keinem Wirtschaftssektor ein systematischer Zusammenhang zwischen der Nachhaltigkeitsleistung und dem Unternehmenserfolg
⭐ Die "traditionelle" Hypothese
Negativer Zusammenhang (Unternehmenserfolg sinkt mit mehr Nachhaltigkeitsleistung, zusätzliche Kosten etc.)

⭐ Porter-Hypothese
Positiver Zusammenhang (vgl. Kapitel 2, Innovation Offsets, Erhöhung der Effizienz, Senkung der Kosten, Wettbewerbsvorteile)

⭐ Umweltökonomie
bis man sich am Markt etabliert hat: Unternehmenserfolg steigt
danach sind es nur noch Kosten
Unternehmenserfolg sinkt

⭐ Unternehmensstrategie
Kostenführerschaft (links)
= wenig Nachhaltigkeit, aber profitabel
Qualitätsführerschaft (rechts)

⭐ Zielintegration über Unternehmensbereiche
Neue Kompetenzen und bestehende/ generische Kompetenzen
Neue Kompetenzen mit Nachhaltigkeitsbezug entstehen parallel zur Anwendung bestehender Kompetenzen, die ebenfalls Nachhaltigkeitsinnovation ermöglichen (bestehende/generische Kompetenzen, z.B. technologisches Wissen)
⭐ Mitarbeiter als Champions des Umweltmanagements / für Nachhaltigkeitsinnovationen
▪ Nachhaltigkeitsthemen haben heute höhere Akzeptanz auf der mittleren Führungsebene und bei den F&E-Mitarbeitern u.a. aufgrund einer Verschiebung von nachsorgendem zu integriertem Umweltschutz
▪ Mitarbeiter als Promotoren oder Champions für Nachhaltigkeitsinnovationen benötigen ab einem gewissen Punkt die Unterstützung der Vorstandsebene
▪ Geschäftsbereichsunterstützung durch Zentralabteilungen mit speziellen Nachhaltigkeitskompetenzen wie z.B. Umweltleistungsmessung oder Ökobilanzierung
Schlussfolgerungen aus bisherigen empirischen Befunden
▪ Sowohl neue (spezifische) Nachhaltigkeitskompetenzen, als auch bestehende (z.B. technologische) Kompetenzen im Unternehmen sind relevant für Nachhaltigkeitsinnovationen und Nachhaltigkeitsleistung
▪ Sofern Nachhaltigkeitsinnovationen auf Kompetenzen basieren, die im Unternehmen lange bestehen (z.B. aus einem Anwendungsfeld in ein anderes übertragen) sind Entstehungsprozesse zumeist historisch und pfadabhängig
→ Strategische Ressourcen, da von Wettbewerbern nicht einfach imitierbar (und damit für den wesentlich für den Unternehmenserfolg und Wettbewerbsvorteile)
→ Der konkrete Prozess der Integration ist wg. Pfadabhängigkeiten und besonderer Unternehmenssituationen wichtig
→ Notwendigkeit, Ansätze (Instrumente, Methoden, Theorien, Tools) zu entwickeln, die eine spezifische Integration von ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten auf der strategischen Ebene erreichen
Integriertes Management mit der Balanced Scorecard (BSC)
▪ Ermöglicht integriertes Management knapper Produktionsfaktoren
▪ Die BSC definiert Zielgrößen für alle strategischen Erfolgsfaktoren in 4 Bereichen (sog. Perspektiven)
➢ Einführung einer zusätzlichen Perspektive ggf. notwendig für nicht über Märkte vermittelte Aspekte
⭐ Vorgehen zur Formulierung einer SBSC
Schritt 1: Strategische Geschäftseinheit auswählen
Schritt 2: Umwelt- und Sozialexponiertheit auswählen
Schritt 3: Strategische Relevanz von Umwelt- und Sozialaspekten ermitteln
⭐ Perspektiven der strategischen Relevanz
1. Finanzperspektive
2. Kundenperspektive
3. Prozessperspektive
4. Lern- und Entwicklungsperspektive
5. Nicht-Markt-Perspektive
⭐ Stufen der strategischen Relevanz
1. Kernaspekt: Umwelt/Sozialaspekte als strategische Kernelemente
2. Leistungstreiber: Umwelt/Sozialaspekte als Treiber angestrebter Ergebnisgrößen
3. Hygienefaktor: Umwelt/Sozialaspekte ohne Wettbewerbsvorteil
Defizit der Black-Box (u.a. des Business Case) wird vom SBSC-Ansatz überwunden, indem er
▪ die erfolgsrelevanten Umwelt- und Sozialaspekte identifiziert
▪ kausale Verknüpfungen der Umwelt- und Sozialaspekte mit dem Unternehmenserfolg herstellt
▪ das Management aller Umwelt- und Sozialaspekte entsprechend ihrer strategischen Relevanz ermöglicht – als Kernaspekt, Leistungstreiber oder Hygienefaktor (i.S.v. Herzberg)
▪ eine bessere Integration des Umweltschutzes & Corporate Social Responsibility in das Kerngeschäft ermöglicht
➢ SBSC als Instrument zur Realisierung integrierter Strategien insbesondere im Rahmen eines global ausgerichteten Nachhaltigkeitsmanagements
Paradoxtheorie und Spannungen im Nachhaltigkeitskontext
▪ Diskrepanz zwischen (scheinbarem) Fortschritt auf Mikroebene und Verschlechterung auf Makroebene
▪ Begriffe Paradox und Spannungen: “[…] widersprüchliche und doch miteinander verknüpfte Elemente - Elemente, die für sich genommen logisch erscheinen, aber absurd und irrational, wenn sie gleichzeitig auftreten.”
▪ Spannungen werden insbesondere dann paradox, wenn konkurrierende Elemente gleichzeitig widersprüchlich und miteinander verbunden sind und über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben
▪ Paradoxie-Perspektive zielt darauf ab, Wege zu finden, wie konkurrierende Ziele gleichzeitig angegangen werden können, d. h. ein „Sowohl-als-auch-Denken“
▪ nicht durch das Erreichen eines idealen Balance, die das Paradox "auflöst", sondern durch das „Durcharbeiten“ des Paradoxes
▪ Sind paradoxe Spannungen systemimmanent oder sozial/kognitiv konstruiert? → Frage der Salienz von paradoxen Spannungen
Saliente (ins Auge springend) vs. latente (unbemerkt) Spannungen
▪ Spannungen zwischen z.B. sozialen, ökologischen und ökonomischen Anforderungen sind im Kontext der Nachhaltigkeit universell
▪ Spannungen manifestieren sich aber, wenn sie „von organisationalen Akteuren bewusst beobachtet, artikuliert und erlebt werden“
Umgang mit Spannungen: Aktive Reaktionen auf diese Spannungen
▪ haben teilweise ihren Ursprung im Konzept der Ambidextrie (z. B. zeitliche/räumliche Trennung)
▪ stehen im Gegensatz zu defensiven/passiven Reaktionen
(Wenn das Nachhaltigkeitsengagement hoch ist, ist die Akzeptanz von Spannungen hoch)
Spannungen werden angenommen, "ein Paradox durchgearbeitet"
Umgang mit Spannungen: Defensive/Passive Reaktionen auf diese Spannungen
▪ z.B. als Teil der Arbeitsroutinen sind nicht unbedingt unerwünscht
Wenn das Nachhaltigkeitsmanagement gering ist, werden Spannungen maskiert
Spannungen werden geleugnet oder unterdrückt
Fokales Unternehmen
▪ Beherrscht/regiert die Kette
→ stärkstes Unternehmen der Kette
▪ Gestaltet Produkt/Service
▪ Stellt Marktzugang sicher durch direkten Kontakt zu (End-)Konsumente
Sustainable Supply Chain Management
▪ Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte
▪ Ganzheitlicher Stakeholder-Ansatz
▪ Anforderungen gelten für alle Akteure der Wertschöpfungskette
▪ Wettbewerbsvorteile durch Nachhaltigkeit
Die Bedeutung des SSCM
Zunehmende Globalisierung und fortschreitende Verflechtung der Märkt
→ Zunehmende (internationale) Arbeitsteilung
→ Zunehmende Komplexität der Lieferantenbeziehungen
Management von Supply Chains: Produkt-Beziehungs-Matrix
Zweidimensionaler Ansatz: Produktdimension und Beziehungsdimension
▪ 1. Phase betrachtet die (grundlegenden) Entscheidungen, die getroffen wurden, um das Produkt/die Wertschöpfungskette zu gestalten
▪ 2. Phase ist operativ, was bedeutet, dass die Material- und Informationsflüsse in der Kette ausgeführt werden
Werden die zwei Dimensionen und ihre Wechselbeziehungen zusammengeführt, entsteht die Produkt-Beziehung-Matrix
Dimensionen der Produkt-Beziehungs-Matrix
I. Konfiguration von Produkt und Netzwerk
II. Produktgestaltung in der Wertschöpfungskette
III. Bildung des Produktionsnetzwerks
IV. Prozessoptimierung der Wertschöpfungskette