Flashcards in the set

Haven't started (13)

Prinzipien der deutschen Orthografie
  • Lernziel des Rechtschreibunterrichts: orthografisch richtige Schreiben
  • In Regeln gefasste System der Orthografie:
Durch kulturelle Aktionen vorgegeben und somit formale Komponente
  • System der Rechtschreibung bleibt veränderbar
  • Im deutschsprachigen Raum: 2006 letzte Veränderung
Das phonografische (phonologische) Prinzip
  • Prinzip der Kennzeichnung von Lauten durch Buchstaben (beherrschende Prinzip der deutschen Sprache)
  • System der Laute wird durch System von Buchstaben (Grapheme) wiedergegeben
  • (40 Phoneme der deutschen Hochlautung)
Das rein phonografische Prinzip
  • kennzeichnet Einzellaute
  • Einzellaut (Phonem) wird durch Einzelbuchstaben repräsentiert
  • Bsp.: Lautfolge /b/, /u/, /n/, /t/ erscheint als Buchstabenfolge im wort
Das kombinatorische Prinzip
  • Prinzip der Kennzeichnung von Lauten durch Buchstabenkombinationen bzw. das der Kennzeichnung von Lautverbindungen durch Buchstaben oder Buchstabenkombinationen
  • Laut- und Buchstabensystem stimmen zahlenmäßig nicht überein (40 Phoneme, 30 Buchstaben)
  • viele Buchstaben in B.kombinationen wiedergegeben

Bsp: /ks/ durch
  • nach kurzvokalischem Phonem bzw. kurz und betontem Stammvokal folgen entweder zwei gleiche oder mehrere verschiedene Buchstaben, die Konsonanten abbilden (kann nicht ungehindert ausgesprochen werden
Bsp: Herr-herb-Herbst-stumm
  • langvokalischer Phoneme
  • Doppelvokal (Saal)
  • Dehnungs-h (drehen)
  • Anfügen an (riesig)
  • entsprechender Buchstabe ohne zus. Merkmal (Wal)
Das kombinatorische Prinzip
  • Abbildung /ks/-Laute /ts/-Laute
  • /ks/
- wachsen, Fuchs
- Hexe
- Keks, links
- Klecks, Knicks
- tags
  • /ts/
- duzen, heizen, Kranz
- Katzen, kratzen
- Fremdwörter Skizze, Pizza
- nichts, rechts
- abends
- vor in FW Portion, Station
- nach n Gans
Das morphologische (morphematische) Prinzip
  • Gleichschreibung von Wortstämmen
  • Unabhängig von Aussprache bleibt die Schreibung der Wortstämme gleich (damit Bedeutungsgleiches rasch als Gleiches erkannt werden kann)
Bsp: Schreibung der Umlaute oder Zweilaute
Rad-Räder, bauen-Gebäude, beißen-beißt

Schreibung der Auslaute (Auslautverhärtung bei der Aussprache von /b/, /d/, /g/
Mehrzahlbildung: Kalb-Kälber, Kind-Kinder, Weg-Wege
Das silbische Prinzip
  • verweist auf Besonderheit von /s/ vor /p/ oder /t/ am Beginn der ersten Silbe eines Wortes
  • als /sch/ ausgesprochen

Bsp: spielen, Stall, Stufe
Das grammatikalische (syntaktische) Prinzip
  • fasst als Prinzip der Kennzeichnung von Wort- und Satzformalien alle Rechtschreibfälle zusammen, die sich aus Satzbau ergeben

Bsp:
Groß- oder Kleinschreibung (Angst haben, Angst machen)
Getrennt- oder Zusammenschreibung (sitzenbleiben, sitzen bleiben)
Großschreibung von Satzanfängen, bei Substantivierung, Zeichensetzung

  • enge Querverbindung zum Lernbereich Sprachbetrachtung erkennbar
Das historische (etymologische) Prinzip
  • wird meist noch bei Fremdwörtern sichtbar
  • Wie das Wort bisher geschrieben wurde
  • Bsp: charmant, Tourist
  • Oder bei Fachbegriffen aus dem Griechischen
Das semantische Prinzip
  • Prinzip der Kennzeichnung von Bedeutungsunterschieden auf gleichklingende, aber bedeutungsverschiedene Wörter

Bsp: Wal-Wahl, Seite-Saite, Lied-Lid
  • für Kinder keine Gegenüberstellung vornehmen, da sonst Verwirrung
Das ökonomische Prinzip
  • Sparschreibung bei Wörtern wie im, am, man, hat
Das graphisch-formale Prinzip
  • ließ bis vor kurzem eine Verdreifachung eines Buchstaben nicht zu
  • Seit 2006 erlaubt
Bsp: Schifffahrt, Seeelefant
Das pragmatische Prinzip
  • Kennzeichnung von Adressaten-/Adressatinnen-bezügen
  • Verweist auf Großschreibung aller Anredepronomen in Briefen im Sinne der Höflichkeitsform
Bsp: Sie, Ihren