Lernziel des Rechtschreibunterrichts: orthografisch richtige Schreiben
In Regeln gefasste System der Orthografie:
Durch kulturelle Aktionen vorgegeben und somit formale Komponente
System der Rechtschreibung bleibt veränderbar
Im deutschsprachigen Raum: 2006 letzte Veränderung
Das phonografische (phonologische) Prinzip
Prinzip der Kennzeichnung von Lauten durch Buchstaben (beherrschende Prinzip der deutschen Sprache)
System der Laute wird durch System von Buchstaben (Grapheme) wiedergegeben
(40 Phoneme der deutschen Hochlautung)
Das rein phonografische Prinzip
kennzeichnet Einzellaute
Einzellaut (Phonem) wird durch Einzelbuchstaben repräsentiert
Bsp.: Lautfolge /b/, /u/, /n/, /t/ erscheint als Buchstabenfolge im wort
Das kombinatorische Prinzip
Prinzip der Kennzeichnung von Lauten durch Buchstabenkombinationen bzw. das der Kennzeichnung von Lautverbindungen durch Buchstaben oder Buchstabenkombinationen
Laut- und Buchstabensystem stimmen zahlenmäßig nicht überein (40 Phoneme, 30 Buchstaben)
viele Buchstaben in B.kombinationen wiedergegeben
Bsp: /ks/ durch
nach kurzvokalischem Phonem bzw. kurz und betontem Stammvokal folgen entweder zwei gleiche oder mehrere verschiedene Buchstaben, die Konsonanten abbilden (kann nicht ungehindert ausgesprochen werden
- duzen, heizen, Kranz - Katzen, kratzen - Fremdwörter Skizze, Pizza - nichts, rechts - abends - vor in FW Portion, Station - nach n Gans
Das morphologische (morphematische) Prinzip
Gleichschreibung von Wortstämmen
Unabhängig von Aussprache bleibt die Schreibung der Wortstämme gleich (damit Bedeutungsgleiches rasch als Gleiches erkannt werden kann)
Bsp: Schreibung der Umlaute oder Zweilaute Rad-Räder, bauen-Gebäude, beißen-beißt
Schreibung der Auslaute (Auslautverhärtung bei der Aussprache von /b/, /d/, /g/ Mehrzahlbildung: Kalb-Kälber, Kind-Kinder, Weg-Wege
Das silbische Prinzip
verweist auf Besonderheit von /s/ vor /p/ oder /t/ am Beginn der ersten Silbe eines Wortes
als /sch/ ausgesprochen
Bsp: spielen, Stall, Stufe
Das grammatikalische (syntaktische) Prinzip
fasst als Prinzip der Kennzeichnung von Wort- und Satzformalien alle Rechtschreibfälle zusammen, die sich aus Satzbau ergeben
Bsp: Groß- oder Kleinschreibung (Angst haben, Angst machen) Getrennt- oder Zusammenschreibung (sitzenbleiben, sitzen bleiben) Großschreibung von Satzanfängen, bei Substantivierung, Zeichensetzung
enge Querverbindung zum Lernbereich Sprachbetrachtung erkennbar
Das historische (etymologische) Prinzip
wird meist noch bei Fremdwörtern sichtbar
Wie das Wort bisher geschrieben wurde
Bsp: charmant, Tourist
Oder bei Fachbegriffen aus dem Griechischen
Das semantische Prinzip
Prinzip der Kennzeichnung von Bedeutungsunterschieden auf gleichklingende, aber bedeutungsverschiedene Wörter
Bsp: Wal-Wahl, Seite-Saite, Lied-Lid
für Kinder keine Gegenüberstellung vornehmen, da sonst Verwirrung
Das ökonomische Prinzip
Sparschreibung bei Wörtern wie im, am, man, hat
Das graphisch-formale Prinzip
ließ bis vor kurzem eine Verdreifachung eines Buchstaben nicht zu
Seit 2006 erlaubt
Bsp: Schifffahrt, Seeelefant
Das pragmatische Prinzip
Kennzeichnung von Adressaten-/Adressatinnen-bezügen
Verweist auf Großschreibung aller Anredepronomen in Briefen im Sinne der Höflichkeitsform