Foeva
Ort des schärfsten Sehens
Das Auge

Zapfen
Stäbchen
Visuelle Verarbeitung (Schaubbild)

Wesentlicher Verarbeitungspfad
Retina -> Corpus geniculatum laterale
(Thalamus) ->Visueller Cortex (striärer Cortex): V1, V2
Rezeptive Felder
Rezeptive Felder (=Mehrzahl von Sinnenszellen) konvergieren, d.h. leiten Informationen an einzelne nachgeschaltete Neuronen / Ganglien weiter.
Retinotopie
Retinotopie: Räumlich benachbarte Lokationen auf der Retina korrespondieren mit räumlich benachbarten Lokationen im CGL (Thalamus) und vis. Kortex.
Chiasma Opticum
Kreuzung der Sehnerven
Bei Primaten kreuzen ca. 50% der Sehnerven
Gleiche Hirnseiten erhalten Signale korrespondierender Retinaareale beider Augen
->Signale können gemeinsam verarbeitet und integriert werden
->unterstützt räumliches Sehen
Verarbeitungskanäle
zwei relativ unabhängige Verarbeitungskanäle:
P-Pfad (parvozellulärer Pfad)
M-Pfad (magnozellulärer Pfad)
P-Pfad (parvozellulärer Pfad)
besonders sensitiv für Farbe und Detailinformation
-> erhält vor allem Input von Zapfen
• Weiterleitung in den parietalen Informationsstrom
-> „WAS-Pfad“: Form- und Farbverarbeitung, Objekterkennung
M-Pfad (magnozellulärer Pfad)
besonders sensitiv für Bewegung
-> erhält vor allem Input von Stäbchen
Weiterleitung in den dorsalen/temporalen Informationsstrom
WO-Pfad: Bewegungsverarbeitung
Laterale Inhibition
Funktionale Spezialisierung
Zekis Theorie funktionaler Stabilisierung:
Beispiel Funktionale Spezialisierung
Kognitive Neuropsychologie der Farbverarbeitung:
Binding Problem
Wie werden verschiedene Attribute integriert, um den Eindruck kohärenter Wahrnehmung zu erzeugen
Erklärungsansatz: Binding by synchroy: Neuronen, die Merkmale des selben Objekts erkennen, feuern gleichzeitig -> sich asubreitende, synchronisierte neuronale Aktivierung führt zu erleben der Wahrnehmung eines "ganzen".
Kritik: Vermutlich zu einfach erklärt das "wie" und "warum" nicht

Perception-Action Modell
Vision-for-perception („what“): Basiert auf ventralem Pfad; zum Identifizieren von Objekten
Vision-for-action („how“): Basiert auf dorsalem Pfad; zum visuell geleiteten Handeln
Erweiterung des Konzepts der "what" und "where" Pfade
Experimentelle Prüfung des Perception-Action-Modells
Option 1: Neuropsychologisch durch Betrachtung der Einschränkungen von Patienten mit Schädigungen in den spezifischn Kortextbereichen
Option 2: Prüfung mittels Müller-Lyer Täuschung (pfeilspitzen)
->Täuschungseffekte bei Handlungen (zeigen/greifen) eliminiert
Farbsehen: Warum sehen wir Farbe?
Evolutionsbiologischer nutzen
Erleichtert Erkennung bzw. Verdeckung
Kategorisierung (basierend auf Erwartung)
Drei Eigenschaften von Farben
Farbton (Hue): die eigentliche Farbe (rot grün blau,...)
Helligkeit (Brightness): Die wahrgenommene Intensität des Lichts
Sättigung (Saturation): Wie kräftig oder blass eine Farbe ist
Trichromatische Theorie
Alle Farben werden durch drei Farben gebildet (rot grün blau)
3 verschiedene Zapfentypen, die für Licht unterschiedlicher Wellenlängen empfindlich sind
Gegenfarbentheorie
Nachbilder:
Nach längerer Fixierung einer Illusion ein Nachbild in der Gegenfarbe
Man kann nicht gelichzeitig blau und gelb/ grün und rot sehen, andere Kombinationen gibt es aber schon
Gegenfarbkanäle in höheren Verarbeitungsstufen
Zwei-Prozess-Theorie
Gegenfarbentheorie +Trichromatische Theorie
Farbkonstanz
Tendenz, die Oberfläche eines Objekts als gleichfarbig wahrzunehmen, auch wenn die Beleuchtung sich hinsichtlich ihrer Lichtzusammensetzung verändert hat
• Ohne Farbkonstanz würden sich wahrgenommene Farben ständig ändern
• Farbkonstanz zeigt, dass Farbwahrnehmung nicht ausschließlich davon abhängt, welche Wellenlängen des Lichts von einem Objekt reflektiert werden
• Aber: Voraussetzung ist, dass wir die Beleuchtung akkurat einschätzen können.
Tiefenwahrnehmung
Wir sehen ein zweidimensionales Netzhautbild, können daraus aber eine dreidimensionale Welt konstruieren
Wir verwenden dazu verschiedene Hinweisreize:
Monokulare Tiefenhinweisreize
Lineare Perspektive:
- Parallele sich entfernende Linien konvergieren
- Objekte werden mit der Distanz kleiner
Texturgradient:
-Die Oberflächenbeschaffenheit von Objekten verändert sich charakteristisch mit der Distanz (z.b Kopfsteinpflaster)
Verdeckung:
- nähere Objekte verdecken Teile entfernterer Objekte
- starker Mechanismus, der sogar zur Illusion führt
Vertraute Größe:
- ist die größe eines Objekts bekannt, kann aus dem retinalen Bild seine Distanz geschätzt werden
Luftperspektive:
- Objekte, die weiter entfernt sind, werden unschärfer, heller und bläulicher (z.B Bergpanorama)
Bewegungsparalaxe:
- Bewegt sich der Beobachter, ziehen nahe Objekte schneller am Auge vorbei, als weiter entfernte Objekte
Binokulare Hinweisreize
Binokulare Disparität:
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Positionen sind die retinalen Bilder in beiden Augen leicht seitlich verschoben (Querdisparation)
Stereokopisches Sehen:
Die leicht unterschiedlichen Bilder beider Augen könen genutzt werden, um daraus eine Entfernung der Objekte zu errechnen (funktioniert nur bei geringen Entfernungen)
Okulomotorische Hinweisreize
Akkommodation:
- Anspannung bei Nahfokussierung des Ziliarmuskels
-Entspannung bei Fernfokussierung des Ziliarmuskels
> Für Distanzschätzungen von Objekten bis 2m Entfernung
Konvergenz:
Augen drehen nach innen bei der Fokussierung naher Objekte
muskuläre Aktivität wird interpretiert
für Distanzschätzungen von Objekten bis 10 m Entfernung
Größenkonstanz
Objekte werden in einer Größe wahrgenommen, egal ob das retinale Bild groß oder klein ist
Bsp: Person, die auf einen zukommt wirkt gleich groß
Distanz wird bei Größeneinschätzung berücksichtigt
Wahrgenommene Größe hängt ab von:
- Erinnerter/ vertrauter Größe
- Eingeschätzter Distanz
Größenkonstanz kann nicht aufrechterhalten werden, wenn wahrgenommene Distanz stark von der tatsächlichen Distanz abweicht (Bsp.: Ames Room)
Subliminale Wahrnehmung
Wahrnehmung, die unterhalb der Schwelle des Bewusstseins bleibt, kann das Verhalten beeinflussen
Ansatz der kognitiven Neuropsychologie: Blindsight-Patienten
• Rindenblindheit: (Lokale) Schäden im primären visuellen Cortex
(V1)
• Patienten sehen insgesamt sehr schlecht, haben aber weiterhin Fähigkeit, Stimuli im blinden Sehfeld zu erkennen, zu lokalisieren und zu unterscheiden, ohne sie bewusst wahrzunehmen
• Im Selbstbericht keine Wahrnehmung von Reizen im blinden Bereich. Im Forced-Choice Test überzufällige Leistung beim „Erkennen“ von Reizen („present vs. absent“?)
Experimenteller Ansatz der kogn. Psychologie bei gesunden
Personen
Vergleich von Leistungs- und Bewusstseinsmaßen
• Leistungsmaß der Wahrnehmung (Geschwindigkeit oder Genauigkeit der Reaktion)
• Bewusstseinsmaße:
• Subjektive Maße (Selbstbericht)
• Objektive Maße (z.B. soll „geraten“ werden, ob der präsentierte Stimulus in eine bestimmte Kategorie gehört)
• Schlussfolgerung auf subliminale Wahrnehmung, wenn überzufällige Leistung bei nicht vorhandenem Bewusstsein auftritt
• Naccacheetal.(2002):
• Aufgabe:Reaktion,obgezeigteZahlgrößeroderkleiner5
• Manipulation:VorZielzahlwirdsehrkurzeine(späteronden Teilnehmern nicht bewusst berichtbare) andere Zahl gezeigt.
• KongruenteTrials:KurzgezeigteZahlebenso<>5wieZielzahl
• InkongruenteTrials:WennZielzahl<5,dannkurzgezeigteZahl>5 und umgekehrt.
• Messung:Reaktionszeit
• Ergebniss:SchnellerbeikongruentenalsinkongruentenTrials(obwohl kurz gezeigte Zahl nicht bewusst berichtbar ist!)
Probleme der subliminalen Wahrnehmung
• konservatives Antwortkriterium (response bias)
• Insensitive Maße für Bewusstsein
• Reorganisation des Gehirns (bei Blindsight-Patienten)