Methodenlehre der Psychologie

InhaltsĂŒbersicht
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Vielleicht interessierst du dich fĂŒr Psychologie oder einfach fĂŒr psychologische Forschungsmethoden. In diesem Beitrag sollen dir knapp die unterschiedlichen Forschungsmethoden der Psychologie vorgestellt werden. In der Psychologie gibt es quantitative und qualitative Methoden. Manche Psychologen sind der Meinung, dass man sich fĂŒr eine der beiden Varianten entscheiden muss, andere setzen eher auf Mixed Methods, also eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden. Aber was sind jetzt quantitative und qualitative Methoden in der Psychologie?
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Quantitative Methoden
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Quantitative Methoden sind meist mathematische Modelle bzw. statistische Verfahren, wie etwa Korrelationen, Strukturgleichungsmodelle oder auch der arithmetische Mittelwert oder der Median. Mit quantitativen Methoden möchte man Daten quantifizieren bzw. mit Zahlen beschreiben oder Sachverhalte anhand von Zahlen (harten Daten) belegen. UrsprĂŒnglich kommt die quantitative Psychologie aus der Experimentalpsychologie. Psychologie galt nicht immer als (solide) Wissenschaft. Der Philosoph Immanuel Kant sprach der Psychologie ab, eine Wissenschaft zu sein, denn sie könne keine genauen Experimente am menschlichen Verstand vornehmen. PrĂ€zise Forschungen am menschlichen Verstand hielt Kant fĂŒr unmöglich. Die quantitativen Methoden und die Experimentalpsychologie spielten eine bedeutende Rolle, um die Psychologie zu einer anerkannten Wissenschaft zu machen. Doch neben der Statistik, die mancher vielleicht in ihren GrundzĂŒgen aus dem Mathematikunterricht der Schule noch kennt, bieten quantitative Methoden die Grundlage fĂŒr die Entwicklung und Validierung (psychologischer) Tests. So zĂ€hlen zu den quantitativen Methoden der Psychologie folgende Bereiche:
- Deskriptive (beschreibende) Statistik (Beschreibung und Zusammenfassung vorliegender Daten)
- Induktive oder Inferenzstatistik (man schlieĂt von den Eigenschaften einer Stichprobe auf die Eigenschaften der Grundgesamtheit)
- Explorative oder hypothesen-generierende Statistik (hierbei handelt es sich um eine Art Kombination aus Deskriptiv- und Inferenzstatistik. Man bildet anhand deskriptiver Daten und Statistiken Hypothesen und versucht diese mit Daten zu belegen oder zu widerlegen.)
- Klassische und probabilistische Testtheorie (befasst sich mit der Entwicklung und statistischen Validierung von Tests)
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Es geht in quantitativen Untersuchungen darum quantitative Daten (etwa Anzahl bzw. HĂ€ufigkeit eines Merkmals oder PhĂ€nomens) zu erheben und mit mathematischen bzw. statistischen Methoden auszuwerten und hier im Idealfall, etwa in der Inferenzstatistik, noch SchlĂŒsse zu ziehen. Doch diese Messungen und Erhebungen unterliegen hĂ€ufig Messfehlern, die man durch geeignet statistische MaĂnahmen versucht zu korrigieren. Wichtig ist, dass man möglichst reprĂ€sentative (Zufalls-)Stichproben erhebt. Ein Beispiel fĂŒr die Anwendung quantitativer Methoden in der Psychologie sind Intelligenztests und deren statistische Auswertung fĂŒr eine Stichprobe, wie einen bestimmten Jahrgang einer Schule.
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Qualitative Methoden
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Qualitative Methoden fokussieren nicht so sehr auf harte Daten, wie die quantitativen Methoden. Das heiĂt nicht, dass sie keine zuverlĂ€ssigen oder validen Daten erfordern oder im Idealfall erheben, nur handelt es sich eben um qualitative Daten wie aus ErzĂ€hlungen oder Interviews, die oft subjektiv(er) eingefĂ€rbt sind und nicht so objektiv wie quantitative Daten. Qualitative Methoden sehen den âProbandenâ als Experten, nicht den Untersucher. Sie beobachten und befragen Personen. Sie interpretieren die Antworten und ErzĂ€hlungen der Befragten. Teilweise erstellen sie fĂŒr die Interpretation Kategorien oder vorab einen Interviewleitfaden. Ein bekannter Psychologe, der sich mit qualitativen Methoden befasste, heiĂt Philipp Mayring. Er ist ein MitbegrĂŒnder der qualitativen Inhaltsanalyse. Diese zielt darauf ab latente und manifeste Daten zu ordnen und zu strukturieren.
Qualitative Methoden sollen dazu beitragen subjektive oder auch objektive Sinnstrukturen zu verstehen. Es gibt keine Erhebungsinstrumente wie Intelligenztests oder dergleichen, die bei quantitativen Methoden vorkommen. Eher gibt es strukturierte oder (halb-)standardisierte InterviewleitfĂ€den. Wichtig ist, genau zuzuhören, zu dokumentieren und zu verstehen. Man darf nachfragen, sollte aber keine Suggestivfragen stellen. Auch sollte man das GesprĂ€ch am Laufen halten, aber ohne penetrant zu werden. Wie stark der Erheber eingreift bzw. sich einbringen darf, hĂ€ngt von der angewandten Methode ab. So darf er sich bei Gruppendiskussion oder narrativen Interviews im Grunde nicht aktiv einbringen, sondern fungiert ausschlieĂlich als Beobachter. Allerdings kann es auch hier zu einer Ergebnisverzerrung kommen, aufgrund der Tatsache, dass beobachtet wird. Aus ethischen GrĂŒnden muss man aber i.d.R. die Beobachteten ĂŒber die Beobachtung in Kenntnis setzen oder bei Kindern die Erlaubnis ihrer Eltern, Lehrer etc. besorgen. (Das gilt auch fĂŒr quantitative Untersuchungen.) Allerdings hat man hier öfter vorselektierte Teilnehmer und weniger Zufallsstichproben als bei quantitativen Methoden. Zu den Methoden der qualitativen Forschung zĂ€hlen
Qualitative Methoden finden oft in den Sozialwissenschaften ihre Anwendung. Dennoch haben sie es nicht immer leicht sich gegen die quantitativen Methoden zu behaupten, da qualitative Daten statistisch gesehen weniger harte Daten liefern als quantitative Erhebungen.
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Mixed Methods
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- Narratives Interview
- Gruppendiskussionen und Fokusgruppen
- Grounded Theory
- Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
- Man muss allerdings quantitative und qualitative Methoden nicht zwingend strikt voneinander getrennt halten. Als Mixed Methods bezeichnet man einen Ansatz, der zur Untersuchung eines Gegenstands oder einer Fragestellung und deren Beantwortung sowohl quantitative als auch qualitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden nutzt.
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