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Defintion Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik sind alle staatlichen Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, das Wirtschaftsleben zu gestalten und zu ordnen.

Praktische und Theoretische Wirtschaftspoltik

Praktische:
zielgerichtete Eingriffe in den Bereich der Wirtschaft durch legitimierte Instanzen (z. B. Bundestag; EZB)

Theoretische:
Befasst sich mit der Entwicklung von Ansätzen und Instrumenten zur Erreichung von praktischen Zielen

Beispiel:

  • In der Theorie muss EZB Deflation verhindern (1,2 Prozent würden ausreichen)
  • In der Praxis 2% wegen Staatsgeldleihe

Verschiedene Politikbereiche

  • Wachstumspolitik (Wirtschaftswachstum erzeugen durch Steuersenkung bzw. Subventionen
  • Geldpolitik (Maßnahmen der EZB bspw. Veränderung Leitzins)
  • Fiskalpolitik (Staatliche Einnahmen- und Ausgabenpolitik durch Steuern, Gebühren und Beiträge)
  • Sozialpolitik (Staatliche Transferleistungen wie Arbeitslosengeld)
  • Außenwirtschaftspolitik (Zölle, Sanktionen, Handelsabkommen)
  • Engergiepolitik 

Ordnungs- und Prozesspolitik

Ordnungspolitik (Rahmenpolitik)
Beeinflussung der Faktoren, die den Rahmen der ökonomischen Aktivitäten und der möglichen wirtschaftspolitischen Eingriffe abstecken. (Vorgegebene Rahmen und Regeln; keine aktive Einmischung bspw. im Wettbewerbsrecht. Staat soll nur im Notfall eingreifen, am Besten überhaupt nicht)

Prozesspolitik (Ablaufpolitik)
Beschreibt direkte Eingriffe in den Wirtschaftsprozess z. B. Mietpreis- und Gaspreisbremse. 
Kann in Krisensituationen vorteilhaft sein, wenn schnelle Maßnahmen nötig sind. 
Jedoch meist schlechter als Ordungspolitik zu bewerten, da 

  • keine Anreize für Innovationen
  • kein Vertrauen in den Markt aufgrund allumfassender Regulierung
  • Bsp. 3-Wege-Katalysator

Ziele der Wirtschaftspolitik - Gesellschaftspolitsche Ziele

  • Freiheit (freie Willensbildung und Handlungsmöglichkeiten ohne Einschränkung von Rechten anderer)
  • Gerechtigkeit (subjetive Gerechtigkeitseinschätzung)
  • Sicherheit (stabile Steuersätze)
  • Wohlstand
  • Sozialer Friede
  • Fortschritt

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Trade-Off: Manche Ziele stehen im Widerspruch (Gläsener Bürger = Freiheit muss für Sicherheit eingeschränkt werden)
 

Ziele der Wirtschaftspolitik - Das magische Viereck der Wirtschaftspolitik

  1. Welche Ziele (Bereiche) werden beschrieben?
  2. Warum wird es als "magisch" bezeichnet?
  3. Operationalisierung der Ziele (Welcher Indikator und Zielwert?)

1. Wirtschaftswachtum; Preisniveustabilität; Vollbeschäftigung; Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

2. Magisch, weil sich die Ziele nie alle gleichzeitig erreichen lassen.

3. 

  • Wirtschaftswachtum: BIP -->  >2%
  • Preisniveustabilität: HVPI (Harmonisierter Verbrauchpreisindex): <2% (Warenkorb; Vermeidung von Inflation)
  • Vollbeschäftigung: ALQ (Arbeitslosenquote): So niedrig wie möglich
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: Keine negativen wirtschaftlichen Auswirkungen durch Handel mit dem Ausland. (Keine Importabhängigkeiten wie Gas aus Russland; keine importierte Inflation wie Smartphones; keine Wirtschaftskrisen)

Ziele der Wirtschaftspolitik - Das magische Sechseck der Wirtschaftspolitik

  1. Welche 2 Ziele wurden ergänzt?
  2. Unterschied Einkommen und Vermögen
     

1. In jüngerer Vergangenheit wurde das Viereck um 2 Ziele ergänzt:
Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung
Nachhaltigkeit / Umweltschutz
2.  Einkommen: (regelmäßiger Zufluss von Geld in Haushalt)
     Vermögen: (Gegenwartswert aller Güter, die eine Person besitzt)
      
     Einkommen ist nicht vererbbar, Vermögen hingegen schon.

Ziele der Wirtschaftspolitik - Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung

  1. Welches Instrument zur Veranschaulichung und wie nennt man das integrierte Maß für die Ungleichverteilung?
  2. Ist die Einkommen- oder Vermögensverteilung ungleicher und warum?

1. Die Lorenzkurve zeigt die "ungerechte" Einkommenverteilung anhand daran, wie viel % der Bevölkerung, wie viel % des gesamten Einkommens bekommen.
Der Gini-Koeffizient berechnet die Ungleichverteilung. (Fläche zwischen Diagonale (Linie der totalen Gleichheit) und Lorenzkurve) geteilt durch (Fläche zwischen Diagonale und x-Achse)

2. Die Vermögensverteilung ist deutlich ungleicher, da Vermögen immer weitervererbt wird und Einkommen von jedem selbst aufgebaut werden muss. Große Konzerne mit vielen Tochtergesellschaften gehören heute wenigen Personen bzw. Familien in welchen immer Weitervererbt wird. Dadruch stetige Anhäufung und Vermehrung von Vermögen

Ziele der Wirtschaftspolitik - Nachhaltigkeit

  1. Definition Nachhaltigkeit
  2. Die 3 Säulen der Nachhaltigkeit

1. Bedürfnisse der Gegenwart so befriedigen, damit für zukünftige Generationen keine Nachteile entstehen. Gleiche Bedürfnissbefriedigung und mindestens das selbe Wohlfahrtsnivau der jetzigen Generation.

2.  

  • Ökologie: Sicherung der natürlichen Lebensgrundlage; Erhalt der Biodiversität; Klimaschutz; Ressourcenschutz
  • Ökonomie: Stabile wirtschaftliche Entwicklung; Schaffung einer dauerhaften Grundlagen für Erwerb und Wohlstand
  • Soziales: Gerechte Verteilung der Güter und Lebenschancen; Schaffung gesellschaftlicher und sozialer Werte

Systematik der Zielbeziehungen: Vertikale Zielbeziehungen

Ziele haben einen Mittelcharakter und sind damit nach anderen Zielen hinterfragbar

 

Systematik der Zielbeziehungen: Horizontale Zielbeziehungen

a) logische
- Identität (unterscheiden sich inhaltlich nicht)
- Vereinbarkeit (Ziele sind widerspruchsfrei)
- Unvereinbarkeit (eins ist die Negation des anderen)

b) technologische
- Zielneutralität: Anäherung an ein Ziel, betrifft das andere gar nicht (extrem selten)
- Zielkomplementarität: Annäherung an ein Ziel, fördert das andere (selten)
- Zielkonflikte: Annäherung an ein Ziel, beeinträchtigt das Erreichen eines anderen 

Was sind die Träger der Wirtschaftspolitik?

Entscheidungsträger 
- alle staatlichen Personen und Institutionen, die wirtschaftspolitische Entscheidungen treffen (z.B. Bundestag, Bundesrat)
Einflussträger
- Organisationen und Interessensverbände
- versuchen Wirtschaftspolitik durch Beeinflussung mitzugestalten

Was sind jeweils die Vorteile von dezentraler und zentraler Aufteilung?

dezentrale Aufteilung (Bundesländer, Bildungspolitik..)
- man kommt besser klar mit regionalen Präferenzunterschieden
- Wettbewerb herrscht
- Nutznießer & Kostenträger von Kollektivgütern sind nahezu deckungsgleich

zentrale Aufteilung (Bundesebene)
- bessere Übersicht, wer öffentliche Güter benötigt
- Umsetzbarekit stabilitätspolitischer Ziele (Bekämpfung von Krisen besser zentral)
- Verwirklichung verteilungspolitischer Ziele (Faire Verteilung von Gütern)

Erläutere die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik

  • Privater Sektor (Haushalte) tendiert nach exogenen Schocks von allein zum Gleichgewicht
  • Saysche Theorem: Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst (neue Technologien: PC, iPhone)
  • Staatseingriffe sind oft falsch dosiert, führen zu Begehrlichkeiten und zum Anstieg der Staatsverschuldung (Konjunkturpaket)
  • setzt an der Angebotsseite der Wirtschaft an
  • Wachsstumsschwäche wird durch langfristig verbesserte Produktionsbedingungen begegnet (keine kurzfristigen Eingriffe in die Wirtschaft durch Konjunkturpakete)

Maßnahmen: gute Infrastruktur, gutes Bildungssystem, niedrige Steuern für Investoren

Erläutere die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik

  • Privater Sektor tendiert nach exogenen Schocks nicht in tolerierbarer Zeit zum Gleichgewicht
  • Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hängt von der Nachfrage ab 
  • setzt an der Nachfrageseite der Wirtschaft an
  • kurzfristige konjunkturpolitische Maßnahmen werden eingesetzt (Wirtschaft soll angekurbelt werden)

Keynesianismus - Damit man vermeidet , dass volkswirtschaftliche Kosten (Arbeitslosigkeit, höhere Sozialausgaben) entstehen, soll der Staat in einer größeren konjunkturellen Krise Gegenmaßnahmen ergreifen --> Konjunkturpakete

 

keynesianische Position oft fehlinterpretiert: Staat soll in jeglichen Konjunkturkrisen Fiskalpolitik betreiben, dies führt zu extremer Staatsverschuldung

 

nachfragepolitische Maßnahmen: Expansive Geldpolitik (Leitzins wird gesenkt), Subventionserhöhungen. Umverteilung zu Gunsten der Ärmeren

Defintion von Arbeitsmarkt, Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage

Arbeitsmarkt: fiktiver Ort des Aufeinandertreffens von Arbeitsangebot (private Haushalte) und Arbeitsnachfrage (Unternehmen)

 

Arbeitsangebot: Private Haushalte bieten Arbeitskraft an und entscheiden anhand von Faktoren ob sie arbeiten oder nicht (Lohn, Freizeit, Gesundheitszustand)

 

Arbeitsnachfrage: Unternehmen fragen den Produktionsfaktor Arbeit nach, den sie zur Produktion von Gütern oder Dienstleistung benötigen. Nachfrage nach Arbeitskräften richtet sich nach der Nachfrage der Konsumenten und nach rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen ( Arbeitsrecht, Mindestlohn)

Klassifikation von Arbeitsmärkten - 1. und 2. Arbeitsmarkt

1. Arbeitsmarkt:
Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage ohne staatliche Einmischung (Freier Arbeitsmarkt)

2. Arbeitsmarkt: Unterscheidet sich durch, dass dort nur Arbeitsplätze und Beschäftigungsverhältnisse mithilfe von öffentlichen Fördernmitteln geschaffen und erhalten werden können. z.B. für Menschen mit Beeinträchtigungen oder Kurzarbeitergeld. Soll außerdem nur als Übergang in den 1. Arbeitsmarkt gesehen werden.

Klassifikation von Arbeitsmärkten - Abgrenzung nach Qualifikation

  • ohne Schulabschluss
  • Hauptschulabschluss
  • Realschulabschluss
  • Allgemeine Hochschulreife
  • Akademischer Abschluss (Bachalor/Master)
  • Promotion (Dr.- Titel)

Klassifikation von Arbeitsmärkten - Abgrenzung nach Regionen

  • Stadt
  • Kreis/Kommune
  • Bundesland
  • Deutschland
  • Europa

Wo ist die Arbeitslosigkeit am Höchsten und welche Qulifikationen haben das höchste Risiko auf Arbeitslosigkeit?

Höchstes Risiko auf Arbeitslosigkeit:
Heutzutage deutlicher Unterschied. Im 20 Jahrhundert kaum Qualifikation entscheidend. Heute sehr viele ohne Berufs- bzw. Schulabschluss

 

Die Arbeitslosigkeit ist in den Ostdeutschen Gebieten, wie Berlin, Bremen und Mecklemburg-Vorpommern am Höchsten. 

Erkläre das neoklassische Arbeitsmarktmodell

  • beschreibt Zusammenhang zwischen Reallohn und Produktionsfaktor Arbeit L (Anzahl Beschäftigte)
  • je höher Lohn, desto höher ist Arbeitskräfteangebot, dadurch hat Arbeitsangebot steigenden Verlauf
  • je niedriger Lohn, desto höher die Nachfrage nach Arbeitskräften, dadurch hat Arbeitsnachfrage sinkenden Verlauf (steigende Löhne = Gefahr der Automatisiering)
  • Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage finden allein ins Gleichgewicht
  • Arbeitslosigkeit als Folge zu hoher Reallöhne, Konsequenz ist, dass es keine lange unfreiwillige Arbeitslosigkeit gibt

Arbeitsmarktempfehlugen: 
- zurückhaltende Lohnpolitik
- Lockerung des Kündigungsschutzes
- statt flächendeckenden Mindestlohn, besser nach Regionen unterscheiden
working poor: trotz sinkender Löhne wollen Menschen mehr arbeiten, da Geld vom 1. Job nicht reicht

Dimensionen der Arbeitslosigkeit 

Ökonomische Dimension:

  • Arbeitsplatzverlust führt zu Einkommenseinbußen. Dadurch weniger Kaufkraft und somit negativ für gesamtwirtschaftliche Nachfrage und Arbeitslosigkeit steigt weiter
  • Arbeitslosigkeit reduziert Steuereinnahmen und belastet die Sozialen Sicherungssysteme doppelt durch weniger Einzahler aber mehr Empfänger
  • Lang anhaltende Arbeitslosigkeit führt zu Verlust von Humanvermögen (Bsp. Steuerberater oder Anwälte bleiben nicht auf dem aktuellen Stand und können sich schwerer integrieren)

Soziale Dimension:

  • Arbeitsplatzverlust bedeutet Verlust sozialer Beziehungen
  • Durch die Einkommensbußen verringen sich die Möglichkeiten der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Medizinische und insbesondere psychische Probleme durch Arbeitslosigkeit:

  • Psychische Problemen infolge von Verlust sozialer Beziehungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Depressionen

Dimensionen der Arbeitslosigkeit - Gesamteinschätzung Arbeitslosigkeit

Soziale und Psychische Probleme stellen für die Arbeitslosen meist größeres Problem dar, da die monetären (finanziellen) Nachteile durch Sozialleistungen aufgefangen werden. Deshalb weniger Motivation nach einem Job zu suchen.

Erkläre die Ziele, Herausforderungen, Lösungen und Bewertung der Stabilitätspolitik

Ziele: Preisniveaustabilität sowie Vermeidung von starken Konjunkturschwankungen
aktuelle Herausforderungen: Konjunkturschwankungen und Anstieg der Staatsverschuldung
Lösungsvorschlag: Schuldenbremse und ankurbeln der Wirtschaft durch Konjunkturpakete
Bewertung: Schuldenbremse sinnvoll, für Investiotionen ist höhere Verschuldung angemessen