Defintion Wirtschaftspolitik
Wirtschaftspolitik sind alle staatlichen Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, das Wirtschaftsleben zu gestalten und zu ordnen.
Praktische und Theoretische Wirtschaftspoltik
Praktische:
zielgerichtete Eingriffe in den Bereich der Wirtschaft durch legitimierte Instanzen (z. B. Bundestag; EZB)
Theoretische:
Befasst sich mit der Entwicklung von Ansätzen und Instrumenten zur Erreichung von praktischen Zielen
Beispiel:
Verschiedene Politikbereiche
Ordnungs- und Prozesspolitik
Ordnungspolitik (Rahmenpolitik)
Beeinflussung der Faktoren, die den Rahmen der ökonomischen Aktivitäten und der möglichen wirtschaftspolitischen Eingriffe abstecken. (Vorgegebene Rahmen und Regeln; keine aktive Einmischung bspw. im Wettbewerbsrecht. Staat soll nur im Notfall eingreifen, am Besten überhaupt nicht)
Prozesspolitik (Ablaufpolitik)
Beschreibt direkte Eingriffe in den Wirtschaftsprozess z. B. Mietpreis- und Gaspreisbremse.
Kann in Krisensituationen vorteilhaft sein, wenn schnelle Maßnahmen nötig sind.
Jedoch meist schlechter als Ordungspolitik zu bewerten, da
Ziele der Wirtschaftspolitik - Gesellschaftspolitsche Ziele
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Trade-Off: Manche Ziele stehen im Widerspruch (Gläsener Bürger = Freiheit muss für Sicherheit eingeschränkt werden)
Ziele der Wirtschaftspolitik - Das magische Viereck der Wirtschaftspolitik
1. Wirtschaftswachtum; Preisniveustabilität; Vollbeschäftigung; Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
2. Magisch, weil sich die Ziele nie alle gleichzeitig erreichen lassen.
3.
Ziele der Wirtschaftspolitik - Das magische Sechseck der Wirtschaftspolitik
1. In jüngerer Vergangenheit wurde das Viereck um 2 Ziele ergänzt:
Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung
Nachhaltigkeit / Umweltschutz
2. Einkommen: (regelmäßiger Zufluss von Geld in Haushalt)
Vermögen: (Gegenwartswert aller Güter, die eine Person besitzt)
Einkommen ist nicht vererbbar, Vermögen hingegen schon.
Ziele der Wirtschaftspolitik - Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung
1. Die Lorenzkurve zeigt die "ungerechte" Einkommenverteilung anhand daran, wie viel % der Bevölkerung, wie viel % des gesamten Einkommens bekommen.
Der Gini-Koeffizient berechnet die Ungleichverteilung. (Fläche zwischen Diagonale (Linie der totalen Gleichheit) und Lorenzkurve) geteilt durch (Fläche zwischen Diagonale und x-Achse)
2. Die Vermögensverteilung ist deutlich ungleicher, da Vermögen immer weitervererbt wird und Einkommen von jedem selbst aufgebaut werden muss. Große Konzerne mit vielen Tochtergesellschaften gehören heute wenigen Personen bzw. Familien in welchen immer Weitervererbt wird. Dadruch stetige Anhäufung und Vermehrung von Vermögen
Ziele der Wirtschaftspolitik - Nachhaltigkeit
1. Bedürfnisse der Gegenwart so befriedigen, damit für zukünftige Generationen keine Nachteile entstehen. Gleiche Bedürfnissbefriedigung und mindestens das selbe Wohlfahrtsnivau der jetzigen Generation.
2.
Systematik der Zielbeziehungen: Vertikale Zielbeziehungen
Ziele haben einen Mittelcharakter und sind damit nach anderen Zielen hinterfragbar
Systematik der Zielbeziehungen: Horizontale Zielbeziehungen
a) logische
- Identität (unterscheiden sich inhaltlich nicht)
- Vereinbarkeit (Ziele sind widerspruchsfrei)
- Unvereinbarkeit (eins ist die Negation des anderen)
b) technologische
- Zielneutralität: Anäherung an ein Ziel, betrifft das andere gar nicht (extrem selten)
- Zielkomplementarität: Annäherung an ein Ziel, fördert das andere (selten)
- Zielkonflikte: Annäherung an ein Ziel, beeinträchtigt das Erreichen eines anderen
Was sind die Träger der Wirtschaftspolitik?
Entscheidungsträger
- alle staatlichen Personen und Institutionen, die wirtschaftspolitische Entscheidungen treffen (z.B. Bundestag, Bundesrat)
Einflussträger
- Organisationen und Interessensverbände
- versuchen Wirtschaftspolitik durch Beeinflussung mitzugestalten
Was sind jeweils die Vorteile von dezentraler und zentraler Aufteilung?
dezentrale Aufteilung (Bundesländer, Bildungspolitik..)
- man kommt besser klar mit regionalen Präferenzunterschieden
- Wettbewerb herrscht
- Nutznießer & Kostenträger von Kollektivgütern sind nahezu deckungsgleich
zentrale Aufteilung (Bundesebene)
- bessere Übersicht, wer öffentliche Güter benötigt
- Umsetzbarekit stabilitätspolitischer Ziele (Bekämpfung von Krisen besser zentral)
- Verwirklichung verteilungspolitischer Ziele (Faire Verteilung von Gütern)
Erläutere die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
Maßnahmen: gute Infrastruktur, gutes Bildungssystem, niedrige Steuern für Investoren
Erläutere die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
Keynesianismus - Damit man vermeidet , dass volkswirtschaftliche Kosten (Arbeitslosigkeit, höhere Sozialausgaben) entstehen, soll der Staat in einer größeren konjunkturellen Krise Gegenmaßnahmen ergreifen --> Konjunkturpakete
keynesianische Position oft fehlinterpretiert: Staat soll in jeglichen Konjunkturkrisen Fiskalpolitik betreiben, dies führt zu extremer Staatsverschuldung
nachfragepolitische Maßnahmen: Expansive Geldpolitik (Leitzins wird gesenkt), Subventionserhöhungen. Umverteilung zu Gunsten der Ärmeren
Defintion von Arbeitsmarkt, Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage
Arbeitsmarkt: fiktiver Ort des Aufeinandertreffens von Arbeitsangebot (private Haushalte) und Arbeitsnachfrage (Unternehmen)
Arbeitsangebot: Private Haushalte bieten Arbeitskraft an und entscheiden anhand von Faktoren ob sie arbeiten oder nicht (Lohn, Freizeit, Gesundheitszustand)
Arbeitsnachfrage: Unternehmen fragen den Produktionsfaktor Arbeit nach, den sie zur Produktion von Gütern oder Dienstleistung benötigen. Nachfrage nach Arbeitskräften richtet sich nach der Nachfrage der Konsumenten und nach rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen ( Arbeitsrecht, Mindestlohn)
Klassifikation von Arbeitsmärkten - 1. und 2. Arbeitsmarkt
1. Arbeitsmarkt:
Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage ohne staatliche Einmischung (Freier Arbeitsmarkt)
2. Arbeitsmarkt: Unterscheidet sich durch, dass dort nur Arbeitsplätze und Beschäftigungsverhältnisse mithilfe von öffentlichen Fördernmitteln geschaffen und erhalten werden können. z.B. für Menschen mit Beeinträchtigungen oder Kurzarbeitergeld. Soll außerdem nur als Übergang in den 1. Arbeitsmarkt gesehen werden.
Klassifikation von Arbeitsmärkten - Abgrenzung nach Qualifikation
Klassifikation von Arbeitsmärkten - Abgrenzung nach Regionen
Wo ist die Arbeitslosigkeit am Höchsten und welche Qulifikationen haben das höchste Risiko auf Arbeitslosigkeit?
Höchstes Risiko auf Arbeitslosigkeit:
Heutzutage deutlicher Unterschied. Im 20 Jahrhundert kaum Qualifikation entscheidend. Heute sehr viele ohne Berufs- bzw. Schulabschluss
Die Arbeitslosigkeit ist in den Ostdeutschen Gebieten, wie Berlin, Bremen und Mecklemburg-Vorpommern am Höchsten.
Erkläre das neoklassische Arbeitsmarktmodell
Arbeitsmarktempfehlugen:
- zurückhaltende Lohnpolitik
- Lockerung des Kündigungsschutzes
- statt flächendeckenden Mindestlohn, besser nach Regionen unterscheiden
working poor: trotz sinkender Löhne wollen Menschen mehr arbeiten, da Geld vom 1. Job nicht reicht
Dimensionen der Arbeitslosigkeit
Ökonomische Dimension:
Soziale Dimension:
Medizinische und insbesondere psychische Probleme durch Arbeitslosigkeit:
Dimensionen der Arbeitslosigkeit - Gesamteinschätzung Arbeitslosigkeit
Soziale und Psychische Probleme stellen für die Arbeitslosen meist größeres Problem dar, da die monetären (finanziellen) Nachteile durch Sozialleistungen aufgefangen werden. Deshalb weniger Motivation nach einem Job zu suchen.
Erkläre die Ziele, Herausforderungen, Lösungen und Bewertung der Stabilitätspolitik
Ziele: Preisniveaustabilität sowie Vermeidung von starken Konjunkturschwankungen
aktuelle Herausforderungen: Konjunkturschwankungen und Anstieg der Staatsverschuldung
Lösungsvorschlag: Schuldenbremse und ankurbeln der Wirtschaft durch Konjunkturpakete
Bewertung: Schuldenbremse sinnvoll, für Investiotionen ist höhere Verschuldung angemessen