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Vollständiger Wettbewerb

große Anzahl von Anbietern und Nachfragern (Marktteilnehmer), alle Akteure sind Preisnehmer (keinen Einfluss auf die Preisbildung)


Entscheidungsvariable: Menge

 

Eigenschaften:

  • Viele Anbieter und Nachfrager
  • Homogene Produkte
  • freier Markteintritt / -austritt
  • vollständige Informationen
  • Preisnehmer
  • Rationalität der Akteure
  • keine externen Effekte


Unvollständiger Wettbewerb

Zahl auf einer Marktseite (Anbieter oder Nachfrager) klein --> diese Akteure haben Einfluss auf Preis --> Marktmacht


Entscheidungsvariable: Menge oder Preis

Entscheidungsvariablen im unvollständigen Wettbewerb

  • Menge
  • Preis
  • Produkteigenschaften

Monopol

Ein Verkäufer, viele Käufer

z.B. lokale Wasserversorger, patentgeschütze Medikamente


Ergebnis unabhängig von Entscheidungsvariable (Menge oder Preis)



Oligopol

Wenige Verkäufer, viele Käufer

z.B. Mobilfunkmarkt, Markt für Spielekonsolen

Duopol

Zwei Verkäufer, viele Käufer (Oligopol)

z.B. Coca Cola + Pepsi, Android + iOS

Monopson

Viele Verkäufer, ein Käufer

z.B. Fleischverarbeitungsbetrieb in bestimmter Region, der Fleisch von Viehzüchtern für die Weiterverarbeitung und Vermarktung erwirbt

Oligopson

Viele Verkäufer, wenige Käufer

z.B. wenige große Lebensmitteleinzelhändler (wie Supermarktketten), die landwirtschaftlichen Produkte von Bauern und Lieferanten kaufen

Bilaterales Monopol

Ein Verkäufer, ein Käufer

z.B. spezielle Maschinenherstellung

Cournot-Oligopol

Oligopol mit Entscheidungsvariable Menge


(je mehr Verkäufer umso geringer Ineffizienz!)

Bertrand-Oligopol

Oligopol mit Entscheidungsvariable Preis


(Kritik: Gelichgewicht, vollk. elastische Nachfrage --> keine Produktdifferenzierung)

Produktdifferenzierung

Vermeidung von Konkurrenz durch Wahl der Produkteigenschaften

Vertikale Produktdifferenzierung

Produkte eindeutig nach Qualität einzuordnen

z.B. Langlebigkeit der Produkte

Horizontale Produktdifferenzierung

Käufer mit verschiedenen Präferenzen bzgl. Produkteigenschaften

z.B. rotes vs. schwarzes Auto

Marktkonzentration

Anzahl und Größe der Konkurrenten

Herfindahl-Index

Maß für Marktkonzentration:

Summe der Quadrierung der Marktanteile der einzelnen Unternehmen:

 

H = 0 : vollständiger Wettbewerb

H = 10,000 : Monopol

Je kleiner H, umso mehr Wettbewerb!

Contestability (Bestreitbarkeit)

Misst Möglichkeiten von potenziellen Konkurrenten, in den Markt einzutreten


Abhängig von: Markteintrittsbarrieren, Patenten, etc.

Collusiveness

Misst Möglichkeiten der im Markt aktiven Firmen zu expliziten oder stillschweigenden Kartellbildung z.B. Preisabsprachen

Inverse elasticity pricing rule

beschreibt Beziehung zwischen der Preiselastizität der Nachfrage und dem optimalen Aufschlag, den ein Unternehmen für sein Produkt festlegen sollte

gibt Hinweise darauf, wie ein Unternehmen seinen Preis anpassen sollte, um auf Veränderungen in der Preiselastizität der Nachfrage zu reagieren

 

Monopol:

Je elastischer die Nachfrage, umso geringer Preisaufschlag

Nachfrageelastizität

Misst Reaktion der Nachfragemenge auf Änderung des Preises eines Gutes / Dienstleistung


Geringe Elastizität: unelastische Nachfrage

Hohe Elastizität: elastische Nachfrage


Nachfrageelastizität kann Marktmacht beschränken!

Konsumentenrente

Misst Nutzen / Mehrwert, den Konsumenten durch den Kauf und Konsum von Gütern / Dienstleistungen erzielen (Zahlungsbereitschaft – Marktpreis)

 

Graphisch:

Fläche unter Nachfragekurve und über dem Marktpreis

Mathematisch:

Integral der Nachfragekurve von der Menge 0 bis zur tatsächlichen Menge, die auf dem Markt gehandelt wird

 

Positive Konsumentenrente: Marktpreis < Zahlungsbereitschaft (Konsumenten sind bereit, mehr für ein Gut zu zahlen, als es tatsächlich kostet)

 

bei vollständigen Wettbewerb (Effizienz) > unvollständigen Wettbewerb (z.B. Monopol)

Produzentenrente

Misst Gewinn / Überschuss, den Produzenten durch Verkauf von Gütern / Dienstleistungen auf einem Markt erzielen (Marktpreis - Grenzkosten)

 

Graphisch:

Bereich zwischen dem Marktpreis und der Grenzkostenkurve bis zur tatsächlich auf dem Markt gehandelten Menge

 

Mathematisch:

Integral der Differenz zwischen dem Marktpreis und Grenzkosten über die produzierte Menge ist (Bereich zwischen der Angebotskurve /Grenzkostenkurve und Preisachse bis zur Gleichgewichtsmenge auf dem Markt)

 

Positive Produzentenrente: Marktpreis > Grenzkosten (Produzenten machen Gewinn über Produktionskosten hinaus)

 

bei vollständigem Wettbewerb (Effizienz)= 0 < unvollständigen Wettbewerb (z.B. Monopol)

Wohlfahrtsgewinn

Misst gesamten Nutzen / Gewinn für die Gesellschaft, der sich aus Änderungen in bestimmten wirtschaftlichen Größen oder aus politischen Maßnahmen ergeben kann

 

Wohlfahrtsgewinn

= Konsumentenrente + Produzentenrente

= Summe der Differenz zwischen Zahlungsbereitschaft und Verkaufswert

 

Graphisch:

 Gesamtbereich zwischen der Angebot- und Nachfragekurve nach einer Veränderung

 

Wohlfahrtsgewinn > 0

wenn durch Veränderung in einer Volkswirtschaft sowohl Konsumenten als auch Produzenten bessergestellt sind (oft wenn Märkte effizienter werden)

 

Konsumentenrente steigt --> Wohlfahrtsgewinn steigt

Produzentenrente steigt --> Wohlfahrtsgewinn steigt

Wohlfahrtsverlust / „dead weight loss“

Misst Verlust an gesamtwirtschaftlichem Wohlstand / Wohlfahrt, der durch eine Marktineffizienz oder eine Suboptimalität in der Ressourcenallokation entsteht

(tritt auf, wenn tatsächliche Marktpreis und tatsächliche Menge nicht Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge entsprechen z.B. durch Monopole, externe Effekte, Steuern)

 

Wohlfahrtsverlust = Wohlfahrtsgewinn bei vollständigen Infos - Wohlfahrtsgewinn bei asymm. Infos


Graphisch:

Bereich zwischen Angebots- und Nachfragekurve und der tatsächlichen Preis- und Mengenebene nach einer Marktstörung

 

Mathematisch:

Integral von Nachfragekurve – Angebotskurve (Verlust an Konsumenten- und Produzentenrente, der durch eine ineffiziente Ressourcenallokation entsteht)

Monopol Regulierung

Subventionslösung:

Staat zahlt Monopolist fixe Subvention pro Einheit Output

--> Grenzkosten sinken + Anreiz mehr zu produzieren

ABER es werden die belohnt, die das Problem verursachen

 

Wettbewerbspolitik:

IDEE: Schaffung von Konkurrenten

· Zerschlagung des Monopolisten

(z.B. US Anti-Trust-Law: Bell System aufbrechen)

· Senkung rechtlicher Markteintrittsbarrieren

(z.B. Concentration Plan: weniger Wettbewerb in japanischer Autoindustrie um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern)

· Senkung technologischer Markteintrittsbarrieren

(z.B. Verbot für Microsoft, Internet Explorer als einzigen Browser unter Windows laufen zu lassen)

 

PROBLEM: Möglichkeiten eingeschränkt bei „natürlichem“ Monopol

„natürlichem“ Monopol

Marktstruktur, in der es effizienter ist, dass nur ein Unternehmen den gesamten Marktbedarf bedient aufgrund der Kostenstruktur (hohe Fixkosten)


z.B. Wasser- / Stromversorger, Telekommunikationsunternehmen, Bahn, etc.

Oligopol Regulierung

Subventionslösung:

Staat zahlt Oligopolisten fixe Subvention pro Einheit Output

Subvention > 0 impliziert Effizienz

 

Wettbewerbspolitik:

IDEE: Schaffung von Konkurrenten

· Zerschlagung des Monopolisten

(z.B. US Anti-Trust-Law: Bell System aufbrechen)

· Senkung rechtlicher Markteintrittsbarrieren

(z.B. Concentration Plan: weniger Wettbewerb in japanischer Autoindustrie um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern)

· Senkung technologischer Markteintrittsbarrieren

(z.B. Verbot für Microsoft, Internet Explorer als einzigen Browser unter Windows laufen zu lassen)

 

Collusion (Absprachen):

Firmen können sich auf hohe Preise einigen --> illegal!

(ABER stillschweigende Absprachen meist schwer nachzuweisen)

 

Merger (Firmenzusammenschluss):

Führt meist zu Reduzierung des Wettbewerbs

--> Monopolkommission (Deutschland), Kartellrecht und Beihilferecht (EU)

Preisdiskriminierung

Praxis, dass ein Unternehmen unterschiedliche Preise für dasselbe Produkt / Dienstleistung an verschiedene Kundengruppen oder individuelle Kunden berechnet


 ZIEL: Zahlungsbereitschaft der Kunden ausnutzen --> Gesamtgewinn des Unternehmens maximieren