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Prinzip der Ionenbindung

  • Bindung von Metall und Nichtmetallatomen
  • Die Metalle erreichen als elektropositive Elemente einen edelgasähnlichen Zustand durch Abgabe ihrer wenigen Außenelektronen & einer entsprechenden Ionisierung
  • Die elektronegativen Nichtmetallatome nehmen diese Elektronen ebenfalls unter einer Ionenbindung auf und besetzen ihre wenigen Außenelektronenplätze
  • => Es bilden sich Anionen und Kationen mit starken Anziehungskräften

Eigenschaften der Ionenverbindung

  • hohe Schmelz und Siedetemperatur
  • große Härte & Festigkeit
  • Sehr hohe Sprödigkeit


Prinzip der kovalenten Bindung

  • hauptsächlich bei Nichtmetallatomen
  • Nichtmetalle bestehen aus Atomen deren Außenschale noch wenige Elektronen zur vollen Besetzung fehlen
  • Da die elektronegativen Nichtmetallatome keine Annahme von Elektronen anstreben, kommt es zu einem edelgasähnlichen Zustand, wenn sie bei ihrer Wechselwirkung Elektronenpaare bilden
  • --> Elektronen werden von zwei Atoemn (Überlappung) beansprucht

Eigenschaften der kovalenten Bildung

  • sehr hohe Schmelztemperatur
  • große Härte & Festigkeit
  • hohe Sprödigkeit

Prinzip der metallischen Bindung

  • Atome metallischer Werkstoffe besitzen weniger als 4 Außenelektronen, die relativ leicht abgegeben werden können
  • Geben Metallatome ihre Valenzelektronen ab, so entstehen positive Metallrümpfe & freie Elektronen
  • die freien Elektronen besitzen keine Zuordnung mehr, sondern bilden ein Elektronengas
  • Das Elektronengas steht in Wechselwirkung mit den entstandenen positiven Atomrümpfen

Eigenschaften der metallischen Bindung

  • hoher Siedepunkt
  • plastische Verformbarkeit
  • gute thermische und elektrische Leitfähigkeit

Prinzip der zwischenmolekularen Bindung

  • Die zwischenmolekulare Bindung beruht nicht auf dem Austausch von Elektronen (--> sekundäre Bindung)
  • Sie wird dadurch verursacht, dass Ladungsschwerpunkte der Elektronenhülle nicht mit dem Mittelpunkt des Atomkerns zusammenfallen
  • Der dabei entstandene Dipol ermöglicht eine Bindung mit einem anderen Dipol

Eigenschaften der zwischenmolekularen Bindung

  • niedriger Schmelz & Siedepunkt
  • geringe Festigkeit

Kubisch-raumzentriertes Gitter

n = 8* 1/8 + 1 = 2

Packungsdichte 68%


1/8 = Ecke

1 = Mitte

1/2 = Fläche

kubisch-flächenzentriertes Gitter

n = 8*1/8 + 6*1/2 = 4

Packungsdichte 74%

hexagonal dichteste Packung

n = 12*1/6 + 2*1/2 + 3 = 6

Packungsdichte 74%

Was kan bei einigen Werkstoffen unter dem Einfluss von Temperatur &/oder Druck passieren?

Veränderung des Kristallgitters

In der Natur existieren keine fehlerfreien Kristalle, vielmehr Realkristalle. Welche Art von Gitterfehlern gibt es & was beeinflussen sie?

  • nulldimensionaler Art: Punktfehler
  • eindimensionaler Art: Linienfehler
  • zweidimensionaler Art: Flächenfehler
  • dreidimensionaler Art: räumliche Fehler

Gitterfehler beeinflussen die mechanischen Eigenschaften eines Werkstoffs maßgeblich

Arten von Punktfehlern

  • Leerstellen
  • Zwischengitteratome (gleiche Atomsorte)
  • Substitutionsatome
  • Einlagerungsatome (andere Atomsorte)

Wie werden Linienfehler noch genannt & wie entstehen sie?

Versetzungen; Sie entstehen beim Kristallisationsprozess durch Temperatur- und Spannungsgradienten oder mechanische Belastung

Stufenversetzung

  • eingeschobene Halbebene
  • Burgersvektor: Maß für die Richtung der Gitterverzerrung
  • Linienvektor: Begrenzungslinie der eingeschobenen Halbebene
  • Burgersvektor & Linienvektor stehen rechtwinklig zueinander
  • Scheerspannung entsteht
  • -->
  • n+1
  • n
  • <--

Schraubenversetzung

  • Burgersvektor und Linienvektor stehen parallel zueinander
  • Versetzung entlang der Versetzungslinie
  • => Vesetzungen sind Träger der plastischen Verformung

Was sind räumliche Fehler?

  • normalerweise viel größere als andere Fehlerarten
  • treten in vielen festen Werkstoffen auf
  • bspw. Poren, Lunker, Risse, Einschlüsse, Ausscheidungen

Korngrenze (Großwinkelkorngrenze)

  • während der Kristallisation bilden sich einzelne Kristallite (Körner), welche wachsen & sich an deren Grenzflächen berühren => Korngrenze > 15°

Kleinwinkelkorngrenze (Subkorngrenze)

  • das einzelne Korn kann in einzelne Subkörner unterteilt sein, deren Orintierung zueinander <15° sind.
  • vesteht aus flächig angeordneten Versetzungen

Phasengrenzen

  • unterscheiden sich durch eine Grenzfläche getrennte Gitterbereiche in ihrer chemischen Zusammensetzung oder strukturellen Anordnungihrer Atome
  • kohärent => Grenzfläche kann ausgebildet werden
  • teilkohärent => Grenzfläche kann ausgebildet werden
  • inkohärent => stark unterschiedliche Gitterstrukturen

Zwillingsgrenze (spezielle Form der Großwinkelkorngrenze)

  • durch diese Anordnung werden große Orientierungsunterschiede zweier Gitterbereiche mit geringen Verzerrungen überbrückt, da beide Gitterebenen unter einem Winkel spiegelbildlich zur Zwillingsebene orientiert liegen

Stapelfehler

  • Der Aufbau eines Kristallgitters kommt durch einen festgegebenen Aufbau zustande

Was ist eine Legierung?

  • Substanz mit noch überwiegend metallischem Charakter
  • besteht aus mindestens 2 Elementen
  • ein Element muss zur Ausbildung der metallischen Eigenschaften ein Metall sein

Zustandsgrößen von Legierungen

  • Temperatur
  • Druck
  • Konzentration einer Komponente

Vollständige Löslichkeit

  • beide Komponenten besitzen den gleichen Gittertyp
  • Differenz der Atomradien der Komponenten <15°
  • Hebelgesetz: Menge einer Phase = Länge des gegenüberliegenden Hebelarms/Konode

Vollkommene Löslichkeit

im flüssigen & festen Zustand

Eutektisches System

  • vollkommene Löslichkeit im flüssigen, vollkommene Unlöslichkeit im festen Zustand
  • im eutektischen Punkt zerfällt die Schmelze in die eutektische Zusammensetzung

Eutektisches System mit Mischungslücke

vollkommene Löslichkeit im flüssigen, begrenzte Löslichkeit im festen Zustand

Bildung des Eutektikums

  • aufgrund geringer Schmelztemperatur Bildung kleiner Keime
  • Kristallisation sehr schnell wegen fehlendem Erstarrungsintervall
  • A und B-Kristalle behindern sich bei der Erstarrung gegenseitig
  • => Gefüge: sehr feinkörnig, mit charakteristischer Ordnung

Was verändert reines Eisen beim Aufheizen & Abkühlen?

Atomordnung

Was bewirkt zugabe von 0,15 Kohlenstoff & wo lagern sich diese ein?

  • Zugfestigkeit von 100 MPa
  • +45MPa Streck- bzw Dehngrenze
  • Einlagerung in Zwischengitterplätzen
  • => Nur begrenzter Kohlenstoffgehalt im jeweiligen Eisengitter möglich

Kohlenstoff im krz-Gitter

  • im krz alpha+Eisen besitzt die Oktaederlücke eine Größe von 0,038nm; Kohlenstoff besitzt Atomdurchmesser von 0,155nm
  • => starke Verzerrung des Atomgitters
  • => geringe Löslichkeit (max. 0,02%)


Kohlenstoff im kfz-Gitter

  • mit 0,10nm große Oktaederlücke kann deutlich mehr Kohlenstoff gelöst werden
  • => max. Löslichkeit von 2,06%

Was ist Ferrit?

weiches, gut kaltumformbares Gefüge

Was ist Austenit?

sehr gut kaltumforbares Gefüge

Eutektische Reaktion

L=beta+Fe3C

Eutektoide Reaktion

beta=alpha+Fe3C

Was bewirkt die harte Phase des im Primär-, Sekundär-, Tertiärgebiet gebildeten, sowie im Ledeburrit und Perlit enthaltenen - nicht unterscheidbaren - Zementit?

  • vermindert Umformbarkeit
  • erhöht Festigkeit
  • in günstiger Verteilung erhöht sie den Widerstand gegen Verschleiß


Wann entsteht Perlit?

  • Eutektoid bei 723°C durch Zerfall von beta-MK mit 0,8% C in Phase
  • beta=alphaMK+Fe3C

Wann entsteht Ledeburrit?

  • Eutektikum bei 1147°C durch Zerfall der Schmelze mit 4,3%C in Phase betaMK+Fe3C
  • Schmelze (4,3%C) - -> betaMK(2,06%C).Fe3C(6,67%C)

Zusammenhang von Packungsdichte und Schubspannung

linear

Wo erfolgt die Gleitung der Versetzungen?

auf der dichtest gepackten Gitterebene & dichtest gepackten Richtung

Wie lässt sich plastische Verformung erklären?

Folge der Bewegung der Versetzung

Kaltverformung und Gleitsysteme kfz

  • sehr gute Kaltverformbarkeit
  • viele Gleitsysteme und Gleitebenen

Kaltverformung und Gleitsysteme krz

  • gute Kaltverformbarkeit
  • viele Gleitsysteme und Gleitebenen

Kaltverformung und Gleitsysteme

  • schlechte Kaltverformbarkeit
  • wenige Gleitsysteme und Gleitebenen

Verfestigung durch Versetzungen

  • aufgrund Spannungsfelder behindern sich Versetzungen gegenseitig
  • -> kann somit durch Steigerung der Versetzungsdichte geschaffen werden

Verfestigung durch Korngrenzen

  • ein schwer zu überwindendes Hindernis stellen für die Veraetzungsbewegung Korngrenzen dar. An den Korngrenzen kommt es zu einem Aufstau von Versetzungen

Verfestigung durch gelöste Fremdatome (MK Härtung) 2 Fälle

  • Fall a) Substitution: Fremdatome im Kristallgitter besitzen eine andere Größe --> Verzerrung des Gitters
  • Fall b): Einlagerung: Fremdatome im Kristallgitter besitzen eine andere Bindungskraft --> verändertes Schubmodul
  • => durch beide Effekte ergibt sich eine Hinderniswirkung für Versetzungen

Verfestigung durch Teilchen einer zweiten Phase (Ausscheidungsphase)

  • bei ähnlichen Strukturen der Phasen können kohärente oder teilkohärente Grenzflächen gebildet werden
  • sonst inkohärente

schneidbare Teilchen

  • liegen kleine kohärente oder teilkohärente Teilchen vor, können diese von Versetzungen geschnitten werden
  • --> aufzuwendende Grenzflächenenergie führt zu einer Festigkeitserhöhung, abhängig vom Volumenbruchteil und Teilchenradius

nicht schneidbare Teilchen

  • größere und inkohärente Teilchen werden nicht geschnitten, sondern von Versetzungen umgangen
  • --> Orowan-Umgehung: entscheidend für die Hinderniswirkung ist der Abstand zwischen den Teilchen
  • => größere Teilchen besitzen eine geringere Hinderniswirkung

Zusammenhang von Teilchenabstand und Streckgrenze

je kleiner Teilchenabstand, desto größer die Streckgrenze

Zusammenhang zwischen Energie und Stabilität in Bezug auf den Werkstoffzustand

Je höher die Energie, desto instabiler ist er

=> thermodynamisches Potenzial

Was ist eine Diffusion?

  • Konzentrationsausgleich durch atomare Platzwechsel
  • => direkter Platztausch
  • => Leerstellenmechanismus
  • => Zwischengittermechanismus

Wovon ist die Diffusion im starken Maße abhängig?

  • Temperatur & Zeit
  • Tmin = (0,3-0,4)*Ts

Was bewirkt plastische Verformung in Bezug auf Energiegehalt eines Werkstoffs

aufgrund der eingebrachten Verzerrungsenergie der Versetzungen wird der Energiegehalt erheblich erhöht

wodurch kann der Energiegehalt verringert werden?

  • Umordnung der Gitterdefekte (Erholung)
  • Kornneubildung (Rekristallisation)

Vorgang einer Energieverringerung

  1. hohe Temperatureinwirkung
  2. Diffusion von Zwischengitteratomen in Leerstellen
  3. Quergleiten von Schraubenversetzungen--> Möglichkeit zur Annikilation
  4. Klettern von Stufenversetzungen--> Klettern in andere Gleitebenen
  • 3. und 4. bietet Möglichkeit der Auslöschung

Was ist eine Rekristallisation und dessen Vorgang?

  • --> Gefügeneubildung
  • wandern von Korngrenzenvon Versetzungsarmen in versetzungsreiche Gebiete --> Bildung neuer, versetzungsarmer Körper --> Entspannung des Gefüges

Rekristallisationstemperatur

Tr = 0,4*Ts

Was versteht man unter kriechen?

unter Kriechen versteht man die zeitabhängige, fortschreitende plastische Verformung bei einer konstanten Belastung

Was ist primäres Kriechen?

  • Aufstau von Versetzungen an Hindernissen
  • gegenseitige Behinderung von Versetzungen
  • --> Kriechgeschwindigkeit sinkt

Was ist Sekundäres Kriechen?

  • dynamisches GG zwischen verformungsbedingten Verfestigungsvorgängen und thermischbedingter Entfestigungsvorgänge: Versetzungsklettern, Leerstellendiffusion, Korngrengzleiten
  • --> konstante Kriechgeschwindigkeit

Was ist tertiäres Kriechen?

  • ausgeprägte Korngrenzdeformation
  • Anhäufung von Leerstellen im Bereich der Korngrenze
  • Bildung von Korngrenzrissen und Poren
  • Erniedrigung des tragenden Querschnitts
  • Ausbildung eines kristallinen Zeitstandsbruchs
  • --> Erhöhung der Kriechgeschwindigkeit

Zugversuch ohne ausgeprägte Streckgrenze

  • im plastischen Bereich findet eine Versetzungsbewegung statt
  • mit zunehmender plastischer Verformung erhöht sich die Versetzungsdichte--> gegenseitige Behinderung der Versetzungen--> für eine weitere plastische Verformung muss die Spannung erhöht werden
  • nach dem Überschreiten des Spannungsmaximums schnürt sich die Probe ein--> Kontentration der Probendehnung auf den Bereich der Einschnürung--> Bruch im Bereich der Einschnürung

Zugversuch mit ausgeprägter Streckgrenze

  • oberhalb der Elastizitätsgrenze Abfall der Spannung mit Zunahme der plastischen Dehnung bei näherungsweise gleicher Spannung
  • obere und untere Streckgrenze
  • nach Überschreiten der Lüdersdehnung Kurvenverlauf analog zu "ohne Streckgrenze"

Erklärung obere & untere Streckgrenze

  • Blockieren einer Versetzung durch Fremdatome
  • --> Das Auftreten der Streckgrenzen ist auf gelöste Fremdatome, die sich in energetisch günstigeren Orten aufhalten
  • --> zum Loslösen der Versetzung aus der Cotrellwolke wird höhere Spannung als zum Gleiten benötigt

Lüdersdehnung

  • Loslösen der Versetzungen von Fremdatomwolken beginnt in Bereichen lokaler Spannungsüberhöhung
  • Aufstau von Versetzungen an Hindernissen --> Spannungsüberhöhung
  • Ausbreitung der Verformung in Richtung der maximalen Schubspannung
  • Bildung von Lüdersbändern im gesamten Probenvolumen
  • danach homogene Verfestigung

Entstehung & Charakteristik von Röntgenstrahlen

  • Durch den Beschuss mit Elektronen wird ein Elektron aus einer Schale des Atoms geschlagen
  • instabil, entstandene Lücke wird mit einem Elektron eines höheren Orbitals aufgefüllt
  • E-Differenz wird in Form eines Röntgenquants frei

Kerbschlagbiegeversuch

  • Arbeit die zum Zerbrechen einer Probe aufgebracht werden muss, ist ein Maß für die Zähigkeit des Werkstoffs
  • an einer Probe wird Verformungsarbeit bis zum Bruch gemessen
  • Temp. varriiert--> Zähigkeit temperaturabhängig

Vergüten - Härten & Anlassen

  • Prinzip: Wärmebehandlung unter der Ac1 Linie (Anlassen) nach dem Härten --> Entspannen des Martenits --> Vermeidug eines glasharten Zustands

Martensitstufen

Bei schneller Ablühlung aus dem Austenitgebiet:

  • Diffusion von C-Atomen und Eisenatomen nicht möglich
  • schlagartiges Umschlagen des Austenit Gitters (kfz) in krz
  • Zwangslösung des C´s: Verzerrung des Gitters

Was bewirkt zunehmender C-Gehalt?

  • Umwandlungsbeginn Ms & -Ende Mf werden nch unten verschoben
  • Absenkung der kritischen Abkühlungsgeschwindigkeit, da sich C-Atome gegenseitig bei der Diffusionsfähigkeit behindern