Wirtschaften
planvolles handeln und entscheiden von Wirtschaftssubjekten mit dem Ziel bei Knappheit von Gütern ein Optimum von Bedürfnissen zu befriedigen
Kernelemente der Planung
Analyse (=Zustandsbestimmung), Ziel, Strategie, zeitlicher Rahmen
Warum ist Arbeit der wichtigste Produktionsfaktor?
1. Arbeitswerttheorie nach Ricardo und Marx: Arbeit schafft mehr Wert, als sie selbst wert ist
Was muss AG seinen AN bezahlen? Existenzminimum, damit Arbeiter nicht ausfällt und Mehrwert produziert
Warum sollte AG mehr bezahlen? damit AN Kinder zeugt und somit neue AN --> Erhalt des Produktionsfaktors Arbeit
2. Humankapitaltheorie: gesamte geistige und körperliche Potenzial, das eine soziale Gruppe hat.. gemessen als BIP (derzeit 2.800 Mrd. €)
Fehlfunktionen
1. Überbevölkerung
-absolute und relative Verelendung
2. Unterbevölkerung
besonders betroffen: Europa
Ursache: weniger Kinder --> neuer Gesamtansatz wird benötigt
3. Zerfall der Einheit
· in hochentwickelten Ländern leben Menschen nicht mehr in Familien sondern Single-Haushalten
· Kind muss bis 25 Jahre versorgt werden
· je kleiner die Einheit, desto größer die Fixkosten
Definition Mikroökonomie
einzelne Wirtschaftssubjekte und ihre inneren Prozesse sowie ihre Beziehungen nach außen werden analysiert
Definition Makroökonomie
Gesamtheit der Wirtschaftssubjekte und ihre Interaktionen/ Wechselbeziehungen
Grundfragen des Wirtschaftens nach Samuelson
1. Was soll in welchen Mengen produziert werden
Grundüberlegungen/ -motive:
- Wie mache ich Profit? (Adam Smith)
- Welche Bedürfnisse/Nachfrage haben Menschen?
- Innovationskraft
2. Wie soll produziert werden?
-Quantität und Qualität d. Produktionsfaktoren
- welche Energie, welche Arbeitskräfte, welches Material wird verwendet
z.B. Kombination Arbeit & Kapital (bzw. Mensch & Maschine):
- Tendenz, dass immer mehr automatisiert wird --> Ausbeutungsgrad wird gigantisch, jeder Arbeitsplatz wird mit immer mehr Kapital ausgestattet --> Freisetzung von AN
3. Für wen soll produziert werden?
Hauptverteilungsstellen: Markt u. Staat
Markt verteilt nach marktwirtschaftlichem Verteilungsprinzip, Staat nach sozialer Bedürftigkeit
Historische Quellen, ökonomische Denkschulen
1. Aristoteles: (1. schriftl. Aufzeichnungen)
Grundsätze: 3 Bücher der Hauswirtschaft
entwickelte Nikomachische Ethik
war kein Demokrat; starke Rolle des Staates
2. Römisches Reich: (3. Jh.)
starke Entwicklung, ökologische Produktion u. Bauweise, Verteilungsstrukturen für Arm u. Reich --> praxisorientierte Wirtschaftspolitik, Demokratiesysteme --> hohe Produktivität des römischen Reiches (damals höchstentwickelte Region)
3. Thomas von Aquin: (11. Jh.)
- alles Wissen wurde immer religiös gebunden; knüpfte an Aristoteles an
- Gesellschaftsbild: 7:1
- Arbeitsteilung: Bildung von Grundberufen wurde untersucht
Markt = Angebot + Nachfrage (beide bestimmt durch den Preis)
- Lehre vom gerechten Preis: Preis einer Ware bestimmt sich durch Zeit bei der Herstellung
- entwickelte Zinsverbot
- Gesellschaft wurde geteilt in produktive Christliche Bauern u. „unreine“ Händler, die Juden überlassen wurden
4. Entwicklung des Handels: Luca Pacioli (Renaissance)
- entwickelte doppelte Buchführung --> Grundlage einer modernen Kaufmannslehre
- Rechnungswesen wurde von großen Kaufleuten übernommen
großen Denkschulen:
1. Merkantilismus: (16.-18. Jh.)
- starke Zentralisierung der Macht
--> Frage der Schatzbildung (Spanien): Schätze wurden primär „verkonsumiert“ durch Militär u. Führungseliten
--> Außenhandel (England u. Niederlande): Thomas Munn leitete englische Handelskompanie, Export v. Gold u. Silber
-->Frage des Menschen als produktive Kraft (Frankreich): Jean-Baptiste Colbert: Ausbeutung der Bauernschaft
2. Physiokratie (=Herrschaft der Natur): (18. Jh.)
- Hauptvertreter: Quesnay, Turgot
- Hauptfaktor: Boden u. damit verbundene Klassen
François Quesnay (Arzt u. Ökonom): „Tafel der Ökonomie“: entwickelte analog zum Blutkreislauf ein wirtschaftliches Kreislaufsystem
Anne Robert Jaques Turgot: war überzeugt von Quesnays Theorien; führte Landesvermessung durch um Steuern gerecht einschätzen zu können; verlangte völlige Freiheit von Handel u. Industrie
3. Englische politische Ökonomie:
- Hauptvertreter: Adam Smith: „Volkswohlstand“ 1776, David Ricardo, James Mill
- Hauptkategorien: Arbeit, Boden, Kapital sowie Arbeitsteilung
- Smith: invisible hand des Marktes
- Ricardo: Theorie der komperativen Kostenvorteile; ist für den Wohlstand der Mehrheit
- Hauptquelle der Produktivität: Freiheit des Unternehmertums/des Individuums
4. Wissenschaftlicher Sozialismus: (1. Hälfte des 19. Jh)
- Hauptvertreter: Karl Marx, Friedrich Engels
- Hauptwerke: „Das kommunistische Manifest“ 1848
- 1858: Kritik an politischer Ökonomie; „Das Kapital“ (Marx)
- Arbeitswerttheorie: führt modernes Bankenwesen ein; Wirtschaftskreisläufe wurden in Industrie überführt
5. Historische Denkschule: (2. Hälfte 19. Jh.)
- Hauptvertreter: Gustav von Schmoller
- Marxismus u. englische Ökonomie stark kritisiert
- „es gibt keinen homo oeconomicus“: kein idealer Mensch, sondern einer der Fehler macht (reeller Mensch)
- „es gibt keine allgemeingültige Wirtschaftslehre, sondern jede Epoche hat ihre eigene“
6. Grenznutzen-Denkschule:
- Hauptvertreter: Leon Walras
- Mathematisierung der Ökonomie
Gemeinsamkeit aller Denkschulen:
- ähnliche oder gleichartige Ziele; Hauptziel = Stabilität der Volkswirtschaft u. Wohlstandsmehrung der Gesamtbevölkerung
- untersuchen Verhältnis von Markt und Staat
- Einheit von Wirtschaftstheorie, -geschichte u. –politik
- müssen alle von konkreten historischen Hintergrund gesehen werden
- haben sich gegenseitig nicht ausgelöscht oder ersetzt, sondern „aufgehoben“ (Aufheben = 1. Negation, 2. Übernehmen, 3. Weiterentwickeln)
Kreislaufdarstellungen
1. Einfacher Wirtschaftskreislauf: m=a+n
- 2 Wirtschaftssubjekte: Haushalte (private u. öffentliche), Unternehmen (Bank+U)
- wir betrachten nur den Kreislauf der Konsumgüter (Produktionsgüter realisieren sich zwischen Unternehmen)
- kein Sparen und Investieren (da Banken wegfallen)
- Güterstrom vom Haushalt zum Unternehmen (das Gut „Arbeit“ und der Lohn fließen)
- Ableitung des Kreislaufaxioms: Wert aller in einen Sektor hineinfließenden Ströme ist gleich aller Werte der in einem Sektor herausfließenden Ströme (=“ich kann nur ausgeben, was ich verdient habe“) Grundsatz des Kreislaufgedankens
2. Erweiterter Wirtschaftskreislauf:
- Vielfalt von Geld- und Güterströmen
- Güterstrom wird weggelassen, wir erfassen nur die Geldströme!
Definition Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
=zeitraumbezogene (auf 1 Jahr bezogen) Quantifizierung des volkswirtschaftlichen Kreislaufmodells. Mit Hilfe eines Instrumentariums von Definitionen, Konten, Gleichungen, Tabellen werden die wirtsch. Aktivitäten eines Landes oder einer Staatengruppe in Form statistischer Daten erfasst u. als Zusammenwirken der Sektoren bei der Entstehung, Verwendung u. Verteilung des Nationaleinkommens (Sozialprodukt = national income) bzw. des Volkseinkommens ausgewiesen.
Entstehungsrechnung (Wertschöpfungsrechnung)
Neuwerte werden erfasst und es muss die Wertschöpfungskette betrachtet werden
Berechnung:
Bruttoproduktionswert erfassen
– Vorleistungen
= Nettoproduktionswert
--> Nettoproduktionswert gleich Bruttowertschöpfung
--> die gesamte Volkswirtschaft wird erfasst
Verwendungsrechnung
dort wo die entsprechenden Güter verbraucht werden
- privater Verbrauch, private Haushalte (zw. 55-58% Verbrauch, mehr als die Hälfte wird verbraucht)
- Staatsverbrauch (zw. 15-18%)
- Bruottinvestitionen (zw. 15-20%)
- Saldo aus Ex- und Importe (6-10%)
Verteilungsrechnung
dort wo die entsprechenden Güter verteilt werden
Berechnung:
BIP zu Marktpreisen
- Ersatzleistungen / Abschreibungen
=Nettoinlandsprodukt zu Marktpreisen
- indirekte Steuern
+ Subventionen
=Nettoinlandsprodukt zu Faktorkosten
NIP zu Faktorkosten:
=für die Arbeitskraft: Lohn und Lohnnebenkosten
=für Boden und Natur: Miete und Pacht
=für Kapital: Zinsen und Einkommen der Unternehmen (Gewinne)
Volkseinkommen
Bruttoeinkommen aus Unternehmertätigkeit (Gehalt):
Vermögen
-Abgaben und Steuern
=Nettoeinkommen / verfügbares Einkommen
Verteilung des Volkseinkommens
Gewinnquote und Lohnquote
Gewinnquote (durch anteilige Berechnung)
Bruttoeinkommen aus Unternehmertätigkeit (Gehalt des Unternehmens)
+Vermögen
- Abgaben/Steuern
=Nettoeinkommen (=verfügbares Einkommen)
Lohnquote
Bruttoeinkommen aus abhängiger Tätigkeit (Angestellter)
- Abgaben/Steuern
=Nettoeinkommen
+Subventionen (=Kindergeld, Sozialhilfen, etc.)
=verfügbares Einkommen
Club of Rome
Gegründet 1968 durch Meadows
1.Umweltkonferenz 1982: Studie „Grenzen des Wachstums“
- Untersuchungen über Weltzivilisation, Welternährungslage, Umweltsituation,...
- Aussage: „wenn wir so weiter machen, wird es zum Kollaps kommen“
- Kernforderung: 0-Wachstum
2.Umweltkonferenz 1992 in Rio: Studie „Neue Grenzen des Wachstums“
- erheblich qualifiziertere Studie, bleibt aber bei Kollaps-These
- Kernforderung: Minus-Wachstum, da Überlastung der Erde; es sollen keine Überproduktionen mehr produziert werden
--> These wurde nicht verstanden, bis Brundtlandstudie
Brundtlandstudie der UNO: (=Studie über nachhaltiges Wachstum)
- Globalstudie, die alle Länder beinhaltet
- Hauptaussage: 3. Welt muss sich entwickeln
- UNO entwickelte „Humanen Entwicklungsindex“ (HDR)
- „30-Jahre-Update“ 2002: ökologischer Fußabdruck
2012: Studie „2052“
- geht 40 Jahre zurück und 40 Jahre nach vorn
- Prognosen über die Zukunft
- Verabschiedung von Kollapsthese, sagt gesteuerten Niedergangsprozess voraus
- geht nur von regionalem/kontinentalem Zusammenbruch aus
Indikatoren für Wohlstand
Humaner Entwicklungsindex (objektiver Maßstab):
setzt sich zusammen aus:
1.Kaufkraft pro Kopf (Kernelement BIP) --> bestes Land bekommt Kennziffer 1, geht runter bis 0,25
2.durchschnittliches Lebensalter (Ausrottung von Massenseuchen, Kindersterblichkeit, gesamtes Gesundheitswesen) --> jedes Land bekommt wieder Kennziffer
3.durchschnittliche Bildung (Schulsystem, Bildungssystem) --> erneute Kennziffer
Kennziffern werden miteinander addiert (Kanada und Norwegen führend)
Bei hochentwickelten Ländern reichen 3 Indikatoren nicht aus, wichtig ist Weltmaßstab
Cross-National-Happiness (subjektiver Maßstab):
- jährliche Umfrage über Zufriedenheit über sozialökonomische Situation der Bevölkerung
- führend sind Bangladesch, Nepal (unterentwickelte Länder)
Grund: Entwicklungsländer haben höhere Zufriedenheit über Entwicklungen/Fortschritte, hochentwickelte Länder „bekommen nicht genug“
Ausgangspunkt dieser Indikatoren: Wachstumskritik des Club of Rome
Produktionsfaktor Arbeit
jegliche menschliche Tätigkeit zur Erstellung von Gütern und Dienstleistungen mit dem Ziel, Einkommen zu erwirtschaften und Bedürfnisse zu befriedigen
Arten der Arbeit
- selbstständig und unselbstständig
- leitend und ausführend
- körperlich und geistig
Arten der Arbeitslosigkeit
a) friktionelle Arbeitslosigkeit (=kurzfristig, unter halbes Jahr)
- auf dem Arbeitsmarkt herrscht Nachfrage nach kurzfristiger Arbeit
- volkswirtschaftlich nicht von zentraler Bedeutung
- z. B. durch Arbeitsplatzwechsel, Umzug
--> Nachfrageverhalten am Markt ändert sich nicht
--> Flexibilität des Arbeitsmarktes gewährleistet
b) saisonale Arbeitslosigkeit (= abhängig von Jahreszeitenwechsel und Menschen und ihren traditionellen Bräuchen)
- z.B. in Landwirtschaft, Tourismus, Weihnachten
- volkswirtschaftlich nicht von zentraler Bedeutung
- hohe Flexibilität
c) konjunkturelle Arbeitslosigkeit (=Nachfrageschwankungen in gesamter Wirtschaft)
- von großer Bedeutung!
- z.B. Maschinen- und Automobilbau
- derzeit 2,7 Mio. AL, davon ca. 800 konjunkturell bedingt
aber: Massen-AL nicht konjunkturell bedingt
b) strukturelle Arbeitslosigkeit / wissenschaftlich-techn. AL / RationalisierungsAL
(=Berufe / Wirtschaftszweige verschwinden)
- z.B. Fließbandtätigkeit, Textilindustrie
- derzeit 2/3 der Arbeitslosen
- Hauptfaktor der Arbeitslosigkeit
- neue Berufe müssen erlangt werden --> Langzeitarbeitslosigkeit
- strukturelle AL kann durch Investitionen überwunden werden
Arbeitslosenquote
= AL 1. Arbeitsmarkt / (abhängig Beschäftigte + AL 1. u. 2 Markt) * 100
1. Arbeitsmarkt = abh. Beschäftigte (derzeit 42 Mio) + AL die unmittelbar zur Verfügung stehen können (ca 2,7 Mio)
2. Arbeitsmarkt = 1. Arbeitsmarkt + AL die noch in Qualifikationen stecken (ca 1 Mio)
3. Arbeitsmarkt = 2. Arbeitsmarkt + stille Reserve
stille Reserve = schwer zu erfassen, bekommen kein Geld vom Arbeitsamt; sind zu Hause u. haben Qualitfikationen; bieten ihre Kraft an aber nur zu Job den sie wollen
Indikatoren des Arbeitsmarktes
1. Arbeitslosenquote
2. Zahl der offenen Stellen (gibt es nur in D)
- Zahlen melden Unternehmen an Arbeitsamt
- höher qualifizierte Stellen besetzen Unternehmen selbst
3. Beschäftigungsquote (gibt es in allen Staaten)
- derzeit 65 - 68%
- wie viele von denen arbeiten, die es könnten (20-65jährige)
- 70 – 75% optimal
3-Sektoren-Hypothese nach Fourastié
1. Sektor: Urerzeugung (Land-, Forstwirtschaft, Bergbau, Fischerei, Energiewirtschaft)
2. Sektor: Verarbeitung (Industrie u. Handwerk)
3. Sektor: Dienstleistungen
Arten von Dienstleistungen
a) traditionelle (derzeit 25 %, zu früher stark gesunken)
- z. B. Friseure, einfache Verkäufer
- nur ausführende Tätigkeiten
- sind relativ stabil
b) produktionsnahe (derzeit 20 %, zu früher stark gesunken)
- z.B. Reparaturen, Verpackung
c ) moderne (derzeit 55 %, zu früher gestiegen)
- z.B. Beratung, Bildung, Ärzte
Geld in der Wirtschaft
geldlose Wirtschaft:
1. Phase: Natural-Eigenwirtschaft
- geringe Produktivität, geringe Arbeitsteilung
- keine Mehrprodukte --> kein Austausch von Gütern
- was ich produziere konsumiere ich selbst
2. Phase: Natural-Tauschwirtschaft
- leichte Überschussproduktion
- Austausch von Gütern
Geldwirtschaft
Eigenschaften von Geld:
- allgemein anerkannt
- transportierbar
- teilbar und aufbewahrbar
Grundfunktionen des Geldes
- Transaktions- und Zahlungsmittelfunktion
- Wertmaßstab für Alles (Rechenfunktion)
- Wertaufbewahrungsfunktion
Liquiditätsfunktion
Erklärungsfunktion für Geldwert
1. Theorie des Metallismus
Geldwert wird bestimmt durch Metallwert
2. Nominalismus
Geldwert beruht auf staatlichem Recht (Staat bestimmt Wert)
3. psychologische Wertdefinition
realer Ansatz (Grenznutentheorie des Geldes; mein subjektives Empfinden hängt von meinem Einkommen ab)
Zentrale Elemente in der Geldordnung
1. Was für eine Währung? /Welche Stückelung?
2. Wer hat die Geldhoheit? (Wer darf drucken/prägen?)
3 Hauptausrichtungen:
1. historisch / traditionell = Staat (heute noch so in autoritären Systemen)
2. Mischsystem = Staat & Zentralbank (ist in Mehrheit der Staaten vertreten)
3. allein nur die Zentralbank (vor 1999 nur in 3 Staaten vertreten: D., Schweiz, Österreich)--> ist eine Geldautonomie --> diese Staaten hatten geringste Inflationsrate
3. Die Geldordnung muss das Wechselkurssystem bestimmen versch. Wechselkurse weltweit--> dominant heute: freies Wechselkurssystem
Funktionen der Zentralbank
1. Notenbank:
- Herstellung von Banknoten
- Herstellung von Münzen
- Zuständig für Geldmenge
2. Bank der Banken:
- versorgt Geschäftsbanken mit Geld
- Geschäftsbanken können Geld von EZB für den Leitzins kaufen
3. Hausbank des Staates (bzw. der Staaten):
- Staat geht zur Zentralbank um Geschäfte zu beschließen (jeweilige ZB des Staates)
- Staat kann keine Kredite bei Zentralbank aufnehmen
4. Währungsbank:
- ab 1996 Europäische Währungsfonds
- Währungsreserven der Länder in EZB buchhalterisch zusammengeführt --> EZB verwaltet diese
- gleichartige Bewertung der Reserven (Goldwert schwankt beispielsweise)
- tägliche Bewertung -sehr aufwendig
- Durchschnittswerte über mehrere Jahre
- Tiefpunkt im Zufluss wird bewertet---> Minimalwertmethode: in Wirklichkeit ist der Wert dann höher als vorher bewertet
Definition Inflation
Prozess anhaltender Preisniveausteigerung; respektiver Verlust der Kaufkraft
Definition Deflation
Prozess anhaltender Preisniveausenkung; respektiver Anstieg der Kaufkraft
Preisniveaustabilität
Summe aller Preise bleibt stabil (Durchschnitt); einzelne Preise steigen u. fallen individuell
Preisstabilität
jede Ware hatte (früher) einen festen bestimmten Preis (aufgedruckt auf Geld)
Index der Lebenserhaltungskosten
– 3 Stufen/Schritte:
1. typische Indexhaushalte
erfassen von 3 Haushaltstypen:
- 4-Personen-Haushalte, Arbeiter, Angestellte, mittleres Einkommen
- 4-Personen-Haushalte, Angestellte, Beamte, höheres Einkommen
- 2-Personen-Haushalte, Rentner, Hartz IV
seit 2001 werden noch Singlehaushalte und Alleinstehende mit Kind berücksichtigt
Verrechnungen: 4-Personen-Haushalte nicht mehr typisch, deshalb wird mit 3,2-Personen-Haushalt gerechnet
--> von jedem Typ werden 30.000 – 70.000 befragt (Panel)
2. Warenkorb der Konsumgüter
über 750 Einzelwaren werden „abgefragt“ --> werden in 20 Gruppen zusammengefasst
3. Basisjahr wird gebildet
im Basisjahr der Konsumgüter wird gesammelt und auf 100 Punkte gebracht
Warum Basisjahr bilden?
- Technologieentwicklung
- Veränderung der Löhne
- Bevölkerungsentwicklung (überaltert, zu jung, etc.)
- andere Massenkaufkraft
- Veränderung des Zeitgeisten à Mode, Trends
Man kann nicht alles einzeln jedes Jahr berücksichtigen, deswegen neues Basisjahr bilden (neue Produkte und Bedürfnisse werden im neuen Basisjahr im Warenkorb berücksichtigt)
Inflationsarten auf der Nachfrageseite
1. Konsuminflation:
- durch die Haushalte selbst ausgelöst
- Menschen kaufen aber die „Neuerscheinungen“ sofort --> U. reagiert --> setzt Preise hoch an (bzw. steigert sie) = Inflation
- Strategie oft genutzt bei Prämiummarkenprodukten
2. Investitionsinflation:
- vom U. ausgelöst
- Konjunktur steigt, deswegen investieren die U. in Investitionsgüter --> Baumärkte profitieren “wollen alle glücklich machen“ --? Preise steigen
- u. a. auch bei Computertechnik
3. Fiskalinflation:
- Staatsverschuldung
- Staat tritt selbst als Nachfrager auf (z.B. Rüstung)
4. importierte Konsuminflation:
z.B. importierte Muscheln (Wert 0,20€) --> werden aber für 5 € wieder verkauft
Inflationsarten auf der Angebotsseite
1. Kosteninflation:
Energiekosten
1. importierte Kosteninflation:
Rohstoffe (Erdöl, etc.)
Entwicklung alternativer Energieressourcen
Eindämmung der Staatsverschuldung
3. Gewinninflation:
- dort wo zu wenig Wettbewerbskonkurrenz ist (z.B. wenn „Monopol“ entsteht
4. Anspruchsinflation:
Lohn-Preis-Spirale -->Tarifverhandlungen etc
Kriterien der Inflation:
z.B. Geschwindigkeit:
- beschleunigte Inflation (bis 10 %)
- trabende Inflation (bis 100%)
- galoppierende Inflation (bis 200%): destabilisiert Wirtschaft politisch und ökonomisch
- Hyperinflation (über 200%) --> Zusammenbruch der Wirtschaft
z.B. Sichtbarkeit:
- offene Inflation (wesentl. Elemente gehen in Berechnung)
- verdeckte Inflation (in Mangelwirtschaft, oft in autoritären Systemen) --> bei Berechnung entstehen Fehlfunktionen
Hauptziel EZB
Geldwertstabilität nach innen und außen --> Geld wurde durch Inflation in Vergangenheit mehrfach entwertet (in Europa)
1.Mal: 1914-1923
2.Mal: 1927-1933
3.Mal: 1948
Kapitalmarkttheorie
(entwickelte sich in 50er/60er)
- untersucht Zusammenhang zwischen Risiko und Ertrag in Geldanlagen in risikobehafteten Vermögensgütern
- wesentliche Elemente der Theorie entwickelte Markowitz: Planungsmethode bei Zusammenstellung von Wertpapierbündeln nach verschiedenen Kriterien --> optimale Verzinsung von Kapital; Entwicklung von Portfolios
Quellen des Kapitals
1. Ansatz: Ersparnis (Grundansatz)
- Lebenszyklushypothese (Grundsatzentscheidungen wie Familie, Arbeit, Wohnort)
- Ersparnis = Konsumverzicht --> Investitionstätigkeit
- Probleme: z.B. Klassenverhalten; Mehrheit der Menschen gelingt kein Aufstieg, weil sie sich zu sehr an eigenen Klassen orientieren
1900: 5% der Bevölkerung in Führungselite
2000: 25-35%
- etwa 10 % des Einkommens (Sparquote) werden gespart; je höher Einkommen umso weniger wird gespart, aber umso höher ist Anteil (durchschn. Einkommen 2000€)
2. Ansatz: Kapitalübertragung
- Intragenerationsproblem, also mehrere Generationen beteiligt --> Erbschaft, Besteuerung, demographische Entwicklung, Schenkung, Verzinsung
- Problem: Wie bleibt Kapital erhalten?
3. Ansatz: Wertänderung
- Frage nach technischem Fortschritt, Inflation und Deflation
Basisstrategien des Kapitalmarktes
1. Klassische Strategie (15./16. Jh.)
geht aus von Drittelung des Gesamtkapitals:
- 1. Drittel: Immobilien und Grundbesitz, Edelmetalle und Sammlungen z.B. Kunst
-->Sachwerte
- 2. Drittel: Investmentfonds, festverzinsliche Wertpapiere, Aktien
--> Finanzwerte
- 3. Drittel: Liquidität, kurzfristige Verfügbarkeit von Kontoguthaben
2. Stabilitätsstrategie
- geht aus vom magischen Dreieck der Kapitalanlage
- Sicherheit (50%) + Rentabilität (35%) + Liquidität (15%)
- Grundstrategie der Europäer
- Sicherheiten: Immobilien, Lebensversicherung, Banksparpläne, Bausparer, Gold
1-5 % Verzinsung
- Rentabilität: ab 6% Verzinsung, Aktien + Aktienfonds, gemischte Fonds
Liquidität: Minimalzins, Bargeld
3. Rentabilitäts-/Risikostrategie
= amerikanische Vorsorgeformel; konzentriert sich auf Rentabilität
- geht aus von Rentabilität – Lebensalter; kein gesicherter Sozialstaat
Aufbau eines Kapitalstocks
1. Situationsanalyse:
- alles sollte schriftlich festgelegt werden
- Ausgangspunkt: einfache Einnahmen- und Ausgabenaufstellung
--> Einnahmen sollten größer als Ausgaben sein
- Aufstellung aller Kapital- und Vermögenswerte
z.B. Sammlungen, Immobilien, Versicherungen
-->Werte mit aktuellen Kennziffern versehen
- Einkommenssituation und Zukunft analysieren
-->Werte ebenfalls mit Kennziffern versehen
- eigene Familiensituation versehen, haben Partner einheitliche Ziele?
2. Bestimmung der Anlageziele
- Zeitstrahl: Ziele festlegen für nächsten 20-25 Jahre
z.B. Abschluss, Auto, Wohnung, Urlaub, etc. + Kosten abschätzen
Lebenszyklusmodell: Leben in 4-5 Phasen eingeteilt mit jeweiligen Zielen in den Phasen
3. Strategiefestlegung
- Basisstrategie + Ziele festlegen
2. Realisierung und Kontrolle
2 Kontrollmechanismen:
- Endkontrolle: nach Prozess Einschätzung (nicht sinnvoll)
- Parallelkontrolle: Steuerungsinstrument in Zukunft (mind. halbjährlich)
+ Entscheidungen über Umschichtung, etc.
Neoklassik
- primär mathematisch-statistisch
- Gleichgewichtszustand in Wirtschaft
- Selbstheilung des Marktes bei Instabilitäten
- Ausgangspunkt: unternehmerische Aktivität
- Gesamtgesellschaft wird ökonomisiert
- jegliche staatlichen Eingriffe sind Systemschädigend --> Absolutisierung des Marktes
- Marktwirtschaft ist preislich berechenbar
Krise der Neoklassik Ende des 19. Jh.: Tendenz zur Monopolbildung auf Angebotsseite; auf Nachfrageseite Massenarbeitslosigkeit--> Kaufkraft der Bevölkerung geht zu Boden -->Verelendungsprozess -->keine Balance am Markt --> ökonomische Krise --> Systemkrise der Marktwirtschaft
Realkassenhaltung (=in Krisenzeiten muss man abwarten, bis sich Märkte erholen)
Malthus
- untersuchte Gesellschaftsprozesse
- Bevölkerungsexplosion, aber Landwirtschaft steigt nur linear --> Verteilungskämpfe, moderne Gesellschaft wird instabil
--> Bevölkerung muss reguliert werden um Schere zwischen Bevölkerungswachstum und Landwirtschaft zu schließen
--> kann These nicht durchsetzen, da durch Mechanisierung d. Landwirtschaft diese auch explodiert
1800: 4 Bauern versorgten 1 Haushalt
1900: 1 Bauer versorgte 4 Haushalte
2000: 1 Bauer versorgt 160 Haushalte
Keynes
- Staatsregulierung muss eingeführt werden, da freie Marktwirtschaft gescheitert ist
- knüpft an Malthus an: bei Krise muss Staat eingreifen
- untersucht Krisenszenario im 19. Jh., Inflation
- fasst Erkenntnisse in Hauptschrift von 1936 zusammen
- Grundsatz: Instabilität des marktwirtschaftlichen Systems (keine Selbstheilungskräfte!) ist Normalzustand
- entscheidend für Keynes ist Nachfrage: Nachfrage schafft das Angebot
- verbindet Massenpsychologie mit ökonomischen Handlungsoptionen
- zu untersuchen sind:
1. Nachfrage nach Konsumgütern
2. Nachfrage nach Investitionsgütern
3. Nachfrage des Staates
4. Nachfrage aus dem Ausland
--> regt Produktion an, schafft Arbeitsplätze, steigert Volkseinkommen
- Keynes sieht aktive rolle des Staates im Markt
- antizyklische Globalsteuerung: bei Rezession muss Staat Nachfragelücke füllen
hat er nicht genügend Kapital: „Defecit Spending“ = Staatsverschuldung (im Aufschwung wird Geld durch Steuern zurückgeholt)
- Vorschlag Keynes: Schaffung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM)
- Multiplikatoreffekt BIP: mehrfache Reaktion im BIP wenn Staat eingreift
Neokeynesianische Denkschule
- Staatsregulierung wurde extrem ausgeweitet
- antizyklische Steuerung wird zu Grundsituation gemacht und nicht nur in Krisen angewandt (vom Bedarfsdeckungsinstrument zum Staatsregulierungsinstrument)
- statt Investition im Abschwung permanente Investitionen, also permanente Staatsverschuldung à Steuererhöhungen
5 Bereiche, wo Unternehmen effizienter als Staatsregulierung
- Entwicklung neuartiger Produkte und Qualitäten
- Einführung neuer Organisationsmethoden der Produktion
- Aufbau von Großorganisationen
- Erschließung neuer Absatzmärkte
- Eroberung neuer Bezugs- und Einkaufsquellen
Definition Fiskalpolitik
alle staatlichen Maßnahmen mit dem Ziel, Ausgaben im Staatshaushalt durch Einnahmen zu decken--> sehr kassenorientiert (kurzfristige Stabilisierung)
Definition Finanzpolitik
alle Maßnahmen des Staates, den Wirtschaftsverlauf stabilisierend zu beeinflussen (langfristig)
Problematik der Staatsverschuldung
- an sich ist Verschuldung vernünftig (schwarze 0 ökonomisch falsch, da Investitionsspielräume wegfallen)
aber: Problem, wenn immer mehr Verschuldung ohne Rückzahlung
- seit 1951 Staatsverschuldung permanent gestiegen (heute über 2.100 Milliarden €)
- stärkste Steigerung in 60er und 70er Jahren
- sollen Schulden getilgt werden, wird Wirtschaftswachstum ausgebremst
- Staatsverschuldung ist lösbares Problem
- negative Verschuldung = Geld wird für konsumtive Zwecke ausgegeben, Geld wird nicht wieder reingeholt
Ursachen der Staatsverschuldung
- Überlastung des Staates: Aufbau des Sozialstaates, der nicht durch laufende Ausgaben abgetragen werden kann
- Verteilungsproblem des BIP: Umverteilung zu sehr auf obere 15 %
- Frage der Staatsausgaben: Militär, Rüstung, Katastropheneinsätze
- staatliche Investitionen und Subventionen
produktive Subventionen z.B. Elektroauto
konsumtive Subventionen z.B. Förderung von Kohle
- Personal und Pensionen
- Zins und Zinseszins auf Verschuldung
- kurzfristige staatliche Verschuldung
Lösungsansätze Staatsverschuldung
- Verbot der Neuverschuldung (schwarze 0 in Gesetz vorgeschrieben!)
- massiv sparen in allen Bereichen --> Sparphilosophie
- Verkauf von Staatseigentum (Post, Bahn, etc.)
- innere Struktur: 2/3 für Konsumausgaben und nur 1/3 Investition in Bildung, etc.
- Staatsanleihen auf Gewinne
Instrumente der Finanz- und Fiskalpolitik
a) automatische Stabilisatoren:
- sind in Gesetzen verankert und funktionieren unabhängig/automatisch, ohne dass jemand eingreifen muss --> automatisch-antizyklisch
- Ausgangspunkt: Stabilitätsgesetz (i. V. m. Grundgesetz)
- Instrumente wirken wie selbstständige Regelkreisläufe
z.B. Arbeitslosenversicherung (=Konjunkturrücklagefond): stabile Kaufkraft garantiert bei Ausfall der Arbeitskraft; Rentenversicherung; Krankenversicherung
b) gesteuerte Stabilisatoren:
1. Einnahmenpolitik des Staates
2. Ausgabenpolitik
3. Förderung von Privatinvestitionen
4. Budgetpolitik