Dimensionen von Heterogenität
1. Evaluative Dimension
2. Deskriptive Dimension
3. Didaktische Dimension
4. Ungleichheitskritische Dimension
„Etymologisch lässt sich Heterogenität aus dem Altgriechischen herleiten und bedeutet Verschiedenheit (heteros) in Bezug auf Klasse oder Art (genos).“
Inklusion Lexion, Stichwort Heterogenität
„Vergleiche setzen ihrerseits Gleichheit voraus. Heterogenität und Differenzen sind nur zu bestimmen und zu erkennen, wenn Homogenität, also Gleicheit, auf einer abstrakteren Ebene vorhanden ist.“
Tanja Sturm, Lehrbuch Heterogenität
„Diversity zielt auf die Wertschätzng sozialer Gruppenmerkmale bzw. -Identitäten für Oragnisationen. Diversity-Merkmale werden als positive Ressource für Bildungsorganisationen gesehen. Die Vielfalt der Organisationsmitglieder hält somit Anerkennung. Das pädagogische Ziel ist der positive Umgang mit Diversity sowie die Entwicklung von Diversity-Komptenzen.“
Walgenbach (2017): Heterogenität-Intersektionalität-Diversity. UTB.
Heterogenität als Belastung oder Chance
Evaluative Bedeutungsdimension
Heterogenität als soziale Ungleichheit
Ungleichheitskritische Bedeutungsdimension
Heterogenität als Unterschiede
Deskriptive Bedeutungsdimension
Heterogenität als didaktische Herausforderung
Didaktische Bedeutungsdimension
Evaluative Bedeutungsdimension
- Kompetenzen der Lernenden können sich ergänzen
- Unterschiedliche Kenntnisse ermöglichen voneinander lernen
- Vielfalt kann den eigenen Weg relativieren
- Inhaltliche Vielfalt als Bestandteil der Unterrichtskultur
- Oft ist Vielfalt das Lernziel
- Mehrdimensionaler Ansatz von Nöten
Altergemischte Gruppen, Rechnen mit Karteikarten, Kinder schreiben sich als Expertin*innen auf und befragen und prüfen die jüngeren Kinder, vertiefen dabei ihre Kenntnisse.
Ungleichheitskritische Bedeutungsdimension
- Beteiligung des MU an Ungleichheit wird analysiert
- Implizite Anfoderungen
- Modelle für gerechteren Unterricht
- Geringe Erwartungen an Schüler*innen
- Transparentmachung von Bewertungskriterien
Deskriptive Bedeutungsdimension
- Viertklässler*innen aus oberen sozialen Lagen haben in Mathe ca ein Jahr Lernvorsprung, in NaWi anderthalb Lernjahre gegenüber Kindern niedriger Sicht
- 1/5 untersuchter Familien fallen unter Armutsgefährdungsgrenze, besonders hohe Gefährdung bei Familien mit Migrationshintergrund oder niedrigen Bildungsniveau
- Hohe Geschlechterdisparitäten
Didaktische Bedeutungsdimension
Unterschiede bei SuS
Schüler*innen unterscheiden sich nicht nur in Bezug auf die Leistung, sondern auch:
- Wahl der Lösungswege und -darstellungen
- Anschauungen
- Problemlösestile
- Lösungsattribution uvm.
Didaktische Bedeutungsdimension
Gerechtwerdung der Unterschiede

Definition Diversität
Diversität bezeichnet die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Menschen in einer Gesellschaft, Organisation oder Gruppe. Sie umfasst Merkmale wie ethnische und kulturelle Herkunft, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, physische und mentale Fähigkeiten, religiöse Überzeugungen, sozioökonomischen Hintergrund und viele weitere individuelle Unterschiede. Diversität geht über die bloße Anerkennung dieser Unterschiede hinaus und beinhaltet auch das aktive Fördern eines Umfelds, in dem diese Vielfalt wertgeschätzt, respektiert und als Bereicherung wahrgenommen wird. Ziel ist es, eine inklusive Kultur zu schaffen, in der jede Person gleichberechtigt teilhaben und ihr Potenzial entfalten kann.
Diversität
- Unterschiede zwischen und in Individuen werden als positive Ressource betrachtet
- Es gilt nicht, Diversität an Schulen zu vermindern, sondern anzuerkennen
- weiterhin:
* Benachteiligende Strukturen und Praktiken reflektieren
* Barrieren an Bildung und damit Exklusion verringern
* Partizipation ermöglichen
- Analyse von Schüler*innenvielfalt anhand bestimmter Differenzdimensionen (mit Relevanz für das schulische-unterrichtliche Lernen)
- Differenzdimensionen nicht gleich Diversitätsfacetten
- Von besonderer Relevanz für Mathematikunterricht:
* Geschlecht/Gender
* Migrationserfahrungen und Herkunftssprache
* Sozio-ökonomischer Hintergrund
* Behinderung bzw. Sonderpädagogischer Förderbedarf