platonischen Dialoge=
ersten philosophischen Werke
antike Begriff arete (Gutsein)
Werte der damaligen, erfolgsorientierten Gesellschaft Arete als "Tüchtigkeit"
Werte des Sokrates Arete als "Tugend"
arete als Tüchtigkeit
Politische Ämter/Ehre
Wirtschaftlicher Erfolg ->"Gut sein als Bürger"
„Freunden helfen, Feinden schaden“ -> man ist Gut ("tüchtig"), wenn man weiß wie man das macht
man hört auf: doxa der menge + auctoritas, der wichtigsten oder sophisten (überzeugende Reden)
arete als Tugend
Sokrates:
prüft im Sinne von Lebensfragen, ob man tugendhaft ist, gut ist
Ablehnung der Rache (Wschl. erste Aussprechung gegen Rache)
"dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube“
Nicht Überzeugungskraft, sondern Wahrheit ist wertvoll
(Anti sophisten)
Sokratische Haltung gegenüber Moral Teil1 (4 grundzüge)
Ablehnend- steht für andere werte
Ironisch- sok. ironie
Skeptisch- "dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube“ (aporetisches Ende der sok. dialoge)
Prüfend- Leben ohne Prüfung für Menschen nicht lebenswert
Sokratische Haltung gegenüber Moral Teil2
sokrates war ein?
atopos (outsider)
Individualethik
Ansprüche richten sich an das Individuum, das für sich selbst entscheidet und agiert
Sozialethik
Ansprüche richten sich an die Person als Mitglied einer Gemeinschaft / Gesellschaft
(-> Sozialphilosophie, politische Philosophie, Rechtsphilosophie).
Rechenschaft geben, begründen (justification)
bei sokrates:
existentielle Bedeutung - wie lebst du?
Was glaubst du? was hältst du für wahr? (Überzeugung, belief)
Sokrates akzeptiert keinen Relativismus, sondern sucht nach objektiver Wahrheit (Wahrheitsanspruch)
Die Suche nach einer Definition
Sok: „Welcher Art ist nach deiner Ansicht das [Fromme], im Hinblick auf Mord wie auch auf alles andere?“
Euthyphron: „das Fromme ist das, was ich jetzt tue, gegen einen Übeltäter nämlich gerichtlich vorzugehen
Sok: ohne Definition des Frommes kann die Handlung „X“ im besten Fall nur „zufällig“ fromm sei
man muss Handlung X definieren + einen Maßstab finden um moralisches Urteil zu begründen und über die Handlung Rechenschaft geben zu können
moralischer Intellektualismus (Sokrates)
Sobald ich weiß, was gut ist, werde ich auch das Gute tun
Gutsein ist Sache des Wissens
Wie verhält sich Ethik zur Moral?
Moral kann (zufällig) richtige Überzeugungen darüber umfassen, was gut ist bzw. wie man sich verhalten soll
Ethik(unterricht) ist nicht notwendig, um moralisch gut zu sein
In der Ethik geht es um: begründen, rechtfertigen zu können
Diese Begründung muss rational sein
-> Bei Sokrates:
z.B.Allgemeingültigkeit, Begriffliche Genauigkeit, Kohärenz, induktives Denken
rational=
logisch+ vernünftig
Suche nach einem Maßstab: Philosophieren =
Maßstäbe zu prüfen und festzusetzen
Ethik bei Sokrates
erreicht kein Wissen in der Ethik
seine Dialoge enden aporetisch
möchte aber weiterhin die Frage stellen
verweist auf göttliche schickung (daimon)
wofür "kämpft" Sokrates?
heuristischer wert des Ideals der Wahrheitssuche
heuristisch
Wissen durch Annahmen erlangt
dichotomisches Denken
"entweder oder denken"
Ethik bei Platon
Entwicklung einer Theorie der Gerechtigkeit, der Tugenden usw.
"Philosophen sehen das Gute"
kein Wissen mit Letztbegründung
Ursprung Philosophie als Ethik
2 Haupttheorien
1. Entstehung als Naturphilosophie
2. Entstehung mit Sokrates u der klassischen Antike
(Kierkegaardsokrati) sokratische Ironie als?
Entstehung der Subjektivität
Sokratische Untersuchung hat immer zugleich eine
existentielle und theoretische Bedeutung:
Wie lebst Du? Wie handelst Du?
->
Was glaubst Du? Was hältst Du für wahr? (Überzeugung, belief)
Voraussetzung der sokratischen/platonischen Untersuchung (5Pkt)
1 Es gibt ein Wissen (episteme) mit Bezug auf Fragen der Moral (Kognitivismus)
2 Ansicht, bloß subjektive Meinung (doxa) ist nicht genug
3 Selbst eine Meinung, die zufällig wahr ist, ist noch kein Wissen
4 Philosophie als Suche nach Wissen; Ethik als Suche nach Wissen über Fragen der Moral
5 Dialog ist wesentlich, damit ich meine Meinung durch die Vernunft des Anderen überprüfen lassen kann
Platon, Menon, [98a]: „[…] auch die wahren Meinungen sind eine schöne Sache und bewirken Gutes, solange sie bleiben. Lange Zeit wollen sie aber nicht bleiben, sondern entwischen aus der Seele des Menschen, so dass sie nicht viel wert sind, bis sie jemand anbindet durch eine begründende Argumentation“
Heute noch in der Philosophie?
justified true belief
Rechenschaft geben / begründen (justification)
(logon didonai ; reddere rationem)
„Mein Vater anzuklagen ist fromm / gerecht“: Meinung von Euthyphron
Die Meinung hat einen Wahrheitsanspruch, d.h. Anspruch darauf, Wissen/wahr zu sein
Sie kann aber erst dann als Wissen/wahr gelten, wenn sie begründet wird…
…und zwar so, dass die Begründung objektiv / intersubjektiv gelten kann.
Form der gesuchten Begründung (Fromm):
P1) Fromm ist alles, was die Eigenschaften x, y, z hat, und nur das [Definition von F. allgemein]
P2) In diesem konkreten Fall hat meine geplante Handlung die Eigenschaften x, y, z
K) Meine geplante Handlung ist fromm
(Zu beachten: das Verhältnis zwischen Allgemeinem und Konkretem)
Begründung durch Verweis auf das Allgemeine:
Ich muss angeben können (wissen), was das Fromme ist (Maßstab), um…
1. das moralische Urteil / die Überzeugung: „Die Handlung X ist fromm“ zu begründen und
2. über die entsprechende Handlung (X) Rechenschaft zu geben,
3. Beispiele von frommen Handlungen als solche zu erkennen
Sokrates: Du bist dir aber doch bewusst, dass ich dich immer wieder nicht dazu aufforderte, mich über eine oder zwei von den vielen frommen Handlungen zu belehren, sondern eben über jene Urform, durch die alles Fromme fromm ist? Denn du behauptetest doch, durch eine Urform (ἰδέα: idea) sei das Unfromme unfromm und das Fromme fromm; oder besinnst du dich nicht mehr darauf? […] So belehre mich doch, was es eben mit dieser Urform auf sich hat, damit ich, auf jene hinschauend und mich ihrer als Muster [παραδειγμα: paradeigma] bedienend, von dem, was du oder sonst jemand auch immer betreibt, alles für fromm erkläre, was von solcher Art ist […]“
=>
Begründung durch Verweis auf das Allgemeine, d.h., durch Festlegung eines Maßstabes
erste Bestimmungsversuch von Euthyphron:
„das Fromme ist das, was ich jetzt tue, gegen einen Übeltäter nämlich gerichtlich vorzugehen […]“
erste Bestimmungsversuch von Euthyphron - die Probleme sind?
Sokrates:
1 Das ist ein Beispiel, keine Definition.
2 Man kann ein Beispiel von F erst dann als solches erkennen, wenn man eine Definition von F hat!
3 Ohne Definition des Frommes kann die Handlung „X“ im besten Fall nur „zufällig“ fromm sein.
zweiter Bestimmungsversuch von Euthyphron
„Es ist also das, was den Göttern lieb ist, fromm, was ihnen aber nicht lieb ist, unfromm“
zweiter Bestimmungsversuch von Euthyphron - die Probleme sind?
1 Diese Definition ist nicht kohärent mit anderen Überzeugungen, die Euthyphron vorhin geäußert hat.
(Insbesondere mit der Überzeugung, dass sich Götter uneinig sind.)
2 Die Begründung scheitert: Ein System von Überzeugungen, das nicht kohärent ist, kann kein Wissen sein
Ethik ist eine Suche nach:
Wissen über das Gute und zugleich der Versuch, gut zu sein bzw. gut zu handeln.
Wer gut ist/handelt, führt ein gutes Leben.
Ethik bedeutet das Streben:
über eine bloß subjektive Meinung (doxa) hinaus hin zu einem objektiven/intersubjektiven Wissen zu kommen.
Moralischer Intellektualismus =
starke Form von Kognitivismus
Deduktives Denken
Ein Allgemeines (ein Begriff, eine Definition, ein Prinzip) wird festgelegt -> ist kohärent und nachvollziehbar
Das Einzelne (der konkrete Fall) wird anhand des Allgemeinen (Maßstab) beurteilt
Deduktives Denken Bsp:
„Diese konkrete Handlung ist gerecht, denn Gerechtigkeit allgemein ist…“ - „In diesem Fall sollen wir soundso handeln, weil das allgemeine Prinzip gilt…“
Induktive Formen des Denkens
Konkrete Einzelfälle werden beobachtet bzw. in Betracht gezogen
es wird dann verallgemeinert
auf einen weiteren konkreten Fall geschlossen
(Argument aus Analogie)
Induktives Denken Bsp:
…verallgemeinert: „Wenn die und die und die Handlung gerecht ist, dann ist Gerechtigkeit... (das, was sie gemeinsam haben)“
…auf einen weiteren konkreten Fall geschlossen: „Wenn die und die und die Handlung gerecht ist, ist auch die Handlung y, die ja ähnlich ist, gerecht“ (Argument aus Analogie)
In den sokratischen Gesprächen werden ... sichtbar?
wichtige Gütekriterien für eine rationale Untersuchung moralischer Fragen
Gütekriterien
1 Intersubjektive Gültigkeit / Objektivität (Definitionen und Begründungen sollen für alle vernunftbegabte Wesen nachvollziehbar sein)
2 Streben nach begrifflicher Genauigkeit (z.B. bei Definition von X: alle und nur die Fälle, für die X gilt)
3 Prüfen von Implikationen: Was folgt daraus, wenn ich das und das denke?
4 Ideal der Widerspruchlosigkeit und der Kohärenz: Sind meine Überzeugungen kohärent oder gibt es welche, die sich widersprechen
Ethik bei Sokrates und Platon. Und heute. (4Pkt)
1. Sokrates meint, er habe für die Überzeugung gekämpft, „…dass wir in dem Glauben, suchen zu müssen, was man nicht weiß, besser werden und mutiger und weniger träge, als wenn wir meinten, dass wir das, was wir nicht wissen, auch gar nicht finden können und dann erst gar nicht zu suchen brauchen […]“ [Menon, 86 b-c]
2. Heuristischer Wert des Ideals der Wahrheitssuche.
3. Dichotomisches Denken unangebracht, z.B. „Entweder objektive Wahrheit oder alles nur subjektive Meinung“; „Entweder Letztbegründung oder keine mögliche rationale Begründung“ usw. - Überzeugungen können mehr oder weniger plausibel/rational, Begründungen können mehr oder weniger gut sein!
4. Dass wir bisher zu keiner objektiven Wahrheit gekommen sind, heißt noch nicht, dass wir nie dazu kommen werden (Problem der Induktion)