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Setsuden Japan

  • Sommer 2011 Nationale Bewegung in Japan zur Stromeinsparung und energienachhaltiger Lebensstil für Unternehmen und zivile Bevölkerung
  • Reaktion auf Fukushima Katastrophe im März 2011, da Kernenergieversorgung um 30 % reduziert durch Wartungsarbeiten anderer Kraftwerke
  • Einbezug von Beleuchtung und Klimatisierung
  • Lastreduktion 19% und Verbrauchsreduktion 14 %

Begriffsdefinition Thermische Behaglichkeit

EN ISO 7730 & ASHRAE-Standard 85: Gefühl der Zufriedenheit mit Umgebungsklima

Intermediäre Bedingungen der thermischen Behaglichkeit

  • primär: Kleidung, Tätigkeitsgrad
  • sekundär: Raumbesetzung, psychosoziale Faktoren
  • zusätzliche Faktoren: Adaptiv. und Akklimat., Tages- und Jahresrythmus

Physikalische Bedingungen der thermischen Behaglichkeit

  • primär: Lufttemperatur, Umschließungsflächentemperatur, Rel. Feuchte und Luftbewegung
  • sekundär: Luftdruck, Luftzusammensetzung, Luftelektrizität, akustische und optische Einflüsse

Physiologische Bedingungen der thermischen Behaglichkeit

zusätzliche Faktoren: Nahrungsaufnahme, Körperliche Verfassung, Geschlecht, Alter, Ethnische Einflüsse, Konstitution

Spannungsfeld von Effizienz und gesundem Raumklima

  • primäre Zweck eines Gebäudes ist nicht (Energie-)effizienz, sondern die Bereitstellung eines gesunden und produktiven Arbeitsraums
  • Optimum zwischen Energieeffizienz und individuellen Nutzerbedürfnissen

Warum ist Energieeffizienz nicht allein eine Technikfrage? (Stichwort Nutzerverhalten)

  • das komplexe und individuelle Nutzerverhalten stellt die Gebäudetechnik vor große Herausforderungen, so ist diese nicht in der Lage die wechselnden Bedürfnisse vollständig zu befriedigen
  • aus unterschiedlichen Präferenzen resultieren unterschiedliche Energieverbräuche (=unterschiedliche Heizkosten)

Problematik von nicht-intendierten Konsequenzen oder auch "Warum eine systemische Perspektive wichtig ist"

  • Eine kurzfristige Lösung („fix“) sorgt zunächst für einen Rückgang der Symptome
  • Zeitverzögert („delay “) werden jedoch unbeabsichtigte Konsequenzen hervorgerufen, welche das Symptom verstärken
  • Bsp: Schlangen-Plage und Kopfgeld

Modell von Hancock und Warm

  • Anwendbar auf eine Vielzahl von Umgebungsstressoren
  • Komfortzone liegt zwischen Über- und Unterbeanspruchung
  • Die maximale physiologische Adaptionszone ist weiter als psychologische (Überleben des Organismus)
  • Kognitive Beeinträchtigung tritt früher als physiologische ein, oftmals ohne äußerlich gut erkennbare Anzeichen
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Auswirkungen ("schlechtes") Umgebungsklima auf die Leistungsfähigkeit

  • Meta-Analysen sprechen für eine Leistungsverschlechterung
  • Hancock et al.: Für erhöhte Temperaturen (30-35°C) Verschlechterungen bei Aufgaben zu Wahrnehmung, Kognition und Motorik

Übertragbarkeit der Setsuden-Studie auf Deutschland

  • Energiemix / Stromerzeugung, Netzinfrastruktur (z.B. europaweite Strombörse)
  • Ausbau der erneuerbaren Energien stagniert (zumindest Windkraft im ersten Quartal 2022)
  • Einstellung in der Gesellschaft gegenüber solchen Maßnahmen, z.B. Befürchtung eines Verlustes von Freiheitsrechten (vgl. Maskentragen während Corona)

Wirkkette thermische Behaglichkeit

Wärme-/Stoffübertragung --> Physiologie --> Wahrnehmung

Das thermischen Gleichgewicht ist erreicht, wenn..

..die im Körper erzeugte Wärme gleich der an die Umgebung abgegebenen Wärme ist

 Input-Größen Wärmebilanz des Menschen (6)

  • Strahlungstemperatur
  • Lufttemperatur
  • Strömungsgeschwindigkeit
  • Luftfeuchtigkeit
  • Aktivitätsgrad
  • Bekleidungsisolation

Output Wärmebilanz des Menschen

Predicted Mean Vote (PMV) = (tatsächlicher Wärmestrom des Körpers) – (erforderlicher Wärmestrom für optimalen Komfort)

Normative (rechtliche) Grundlagen zur Temperatur am Arbeitsplatz

  • Mehrere Rechtsquellen relevant:
    - BGB 
    - ArbSchG
    - ArbStättV [Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR) A3.5]
  • da Rechtsquellen unscharf formuliert Orientierung an Gerichtlichen Beschlüssen zu Temperatur in Innenräumen: Grenzwert von 26°C (Lufttemperatur im Raum), ab einer Außentemperatur von 32°C (oder höher) muss mindestens eine 6°C Differenz zu dieser gewahrt werden.

Maßnahmenhierarchie beim Schutz gegen zu niedrige Temperaturen in Arbeitsräumen

(TOP-Reihenfolge)

  1. Technische Maßnahmen
  2. Organisatorische Maßnahmen
  3. Persönliche Maßnahmen

Regelungsmöglichkeiten Körpertemperatur

  • Wärmeabgabe (Hautdurchblutung, Schwitzen, Hecheln)
  • Wärmeproduktion (Kältezittern)
  • Verhalten (Größter Einfluss! Willentliches Verhalten wie Pullover anziehen oder Fenster auf Machen)

Weswegen für Auswertungen die (Körper-)Kerntemperatur verwenden?

Die Hautoberflächentemperatur ist vielen Schwankungen unterlegen (wegen Lüftung / Kleidung)

Probleme von kurzfristigen Lösungen: Fixes that fail
(= Problematik von nicht intendierten Konsequenzen)

  • Eine kurzfristige Lösung („fix“) sorgt zunächst für einen Rückgang der Symptome
  • Zeitverzögert („delay “) werden jedoch unbeabsichtigte Konsequenzen hervorgerufen, welche das Symptom verstärken
  • Bsp: Schlangen-Plage und Kopfgeld