ist hauptsächlich eine mündliche konzipierte Varietät (diamesische Dimension)
-Eigene Sprachliche Eigenschaften/Phänome:
1. Exotismen: (Anlehnung von anderen Sprachen) Freak, fuck, creepy 1.1 Luxusanglizismen: cringe 2. Rituelle Beschimpfungen: ey, du spasti 3. (Geschriebene) Visualität und Abkürzungen: Emojis und zb WTF
(Lautliche) phonetische Phänomene des Gesprochenen
Apokope: Wegfall Ende (ich) habe- hab, sage- sag Synkope: Wegfall Mitte guten- gutn Aphärese: Wegfall Anfang da war´ne Frau Assimilation: Anpassung eben- ebem Enklise: Anlehnung gibt es- gibt´s
Syntaktisches Phänomenen
-Modalpartikel: (Hervorheben) Pass MAL auf, der ist JA ein Gauner, ..halt.., .. denn.. -Heckenausdrücke: (vagheitsausdrücke) so, naja, irgendwie, oder so, was weiss ich -Interjektionen: (Ausrufe- empfingsungswörter) ach, aha, oh, ui, Mist, oh Mann, oje Anakoluth: nicht vollendete Sätze Kausal- und Konzessivsätze mit verbzweitstellung: ..., weil/obwohl/wobei+ Verb 2stelle
Morphologisches Phänomene
-Verweis mit demonstrativem: -Alternation Genitiv:
Sprache der Nähe: -Duzen -Kommunikationssituation vertraut (persönliche Erfahrungen, kein Ziel/ bestimmtes Thema) -Angesicht zu Angesicht (Status gleich) -Selber Raum -Register niedrig
Sprache der Distanz: -Siezen -Räumlich getrennt -bestimmtes Ziel/ Thema -Publikum ? ( Öffentlichkeit) -Status unterschiedlich (Lehrer, Schüler) -Register hoch
Register
Register bezieht sich in der Varitätenlinguistik auf die Funktions- und Situationsebene, d.h für einen bestimmten Kommunikationsbereich charakteristische Sprech- oder Schreibweise, z.B. Lehrer und Schüler
Formen wie "Grüß Gott!, Moin!" sind...
lexikalische Varianten der variable Grußformel (diatopisch)
Soziolekt
Soziolekte umfasst Subsprachen, die von bestimmten sozialen Gruppen verwendet werden (alter, Geschlecht, Beruf) (-> Identität des Sprechers und identitätszugehörigkeit) Z.b Genderlekte, Fachsprache, Jugendsprache
Zweite Lautverschiebung
Nur im hochdeutschen (oberdeutsch, Mitteldeutsch) Hat Nicht in niederdeutsche Varietät hast stattgefunden
Wie viele Dimensionen gibt es ?
Es gibt 5 Variationsdimensionen: Diamesische, Diatopische, Diastratische, Diachrone und die Diaphasische Variation.
Diamesische Variation
-hängt vom Medium ab -wird zwischen geschriebene vs gesprochene Sprache unterschieden -zudem wird eine schriftlich o. Mündlich produzierte Nachricht von Faktoren, wie von der Konzeption (Art der Entstehung eines Textes) und der Nähe/ Distanzsprachlichkeit des Textes (diaphasisch determiniert), beeinflusst Z.b WhatsApp Nachricht medial: schriftlich konzeptionell: mündlich o. schriftlich, Nähe o. Distanz
Diatopische Variation
-hängt von dem Ort ab, wo der/die Sprecher/in seine/ihre L1 erworben hat -komplex, da sie eine wesentliche Zunahme der sozialen/ räumlichen Mobilität hat und es resultiert historisch aus der diachronen Dimension Z.b die Person die in Kiel geboren ist und die erziehungsberechtigte auch aus der Region kommen, spricht eine niederdeutsch Variation und nicht die oberdeutsche v.
Diachronische Variation
-In der diachronen Dimension variiert ein Sprachsystem wie auf allen Ebenen (Lexik, Semantik, Morphosyntax, Phonologie usw.) auf einem Zeitkontinuum und weist in unterschiedlichen Momenten unterschiedliche Merkmale auf, die es erkennbar machen -diese Art muss nicht im historischen Sinne verstanden werden -sie betrifft den Sprachwandel impliziert eine dynamische Sicht der Sprache -das Lexikon ("Wortschatz einer Sprache") ist Komponente unserer sprachfähigkeit, die sich (zb aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen) am schnellsten verändert hat Zb. Fräulein- Frau, nietenhose-Jeans -die historischen Perioden heißen "historiolekte" und umfassen zb das althoch-, das mittelhochdeutsche- und das frühneuhochdeutsche
Diastratische Variation
-ist eine Ar t der sprachlichen Variation, die mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe zusammenhängt. -in verschiedenen sozialen Gruppen werden verschiedene Soziolekte gesprochen und/oder geschrieben, z.b Jugendsprache, Fachsprache, genderlekte usw.
Diaphasische Variation
-bezieht sich auf die Situation, in der gesprochen wird -relevant ist hierbei der Kontext und der Adressat, dabei umfasst das Element, wie "sprecher(in), "hörer(in)", "Register", "Hierarchie" usw. Zb der Sprecher weiss das Eriks nicht duzen kann der in Eiferer höheren Position befindet - die verschiedenen Register können als einzelne Varietäten angesehen werden. -Zudem verfügt Herder ein eigenen "Idiolekt"
Varietät
-sind Subsprachen einer gesamtsprache -zb das geschrieben und das gesprochene deutsch sind zwei Varietäten des deutschen -zb auch Jugendsprache, Fachsprache , bairische Dialekte, althochdeutsch, mittelhochdeutsch, frühneuhochdeutsche
Variante
-sind alternative Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb ein und derselben einzelsprache -Varianten gibt es auf alle sprachlichen Ebenen, sie können als prosodische- phonologische (a), morphosyntaktische (b), und lexikalische Varianten (c) auftreten (a) wat-was// och-auch// Katz-Katze (b) Peters Freund- der Freund von Peter- dem Peter sein Freund (c) Metzger-Fleischer- Schlachter
Variable
-sind die abstrahierten Konzepte, die spezifischen Varianten zugrunde liegen Zb in der Mathematik gibt es sprachliche variabel (x,y,z) die unterschiedliche Werte annehmen können : sprachliche Varianten
Hochdeutsch
Der Begriff Hochdeutsch hat im Gegenwartsdeutsch zwei unterschiedliche Bedeutungen. 1. Er kann sich auf den dialektologischen begriff beziehen, der alle diatopisch markierte Varietäten, die im Mitteldeutschen und im Oberdeutschen Gebieten gesprochen werden. Eine 2te Lautverschiebung geschah nur in den Dialekten Süd. Der Benrather Linie, nördlich (niederdeutsch) wurde es nicht gesprochen. 2.Er kann sich auch im alltäglichen Gespräch beziehen. Sie wird als "neutrale" Varietät empfunden und als Synonym für "Standardsprache". Es geht um die dialektfreie Aussprache. Die Standardisierung der deutschen Sprache basiert auf Hochdeutsche Varietäten (ostoberdeutsch und ostmitteldeutsch)
Standardsprache
-Die deutsche Standardsprache gilt als Dachsprache/ Gesamtsprache für alle Subsprachen (Varietäten) -ist eine (standardisierte) Varietät, während z.b Dialekte, Soziolekte usw. nicht standardisierte Varietäten darstellen -ist eine Varietät mit den wenigsten Variationen ( Konsequenzen von standardieserungsprozess im allgemeinen)
Wann beginnt die deutsche Standardsprache ?
-Erfindung der Druckerpresse (1450) -Lutherbibel (1522)
-Diese Sprache war eine Mischung aus Ostmitteldeutsch und Ostoberdeutsch -Ostmitteldeutsch meist in Druckereien -Luther sprach Ostmitteldeutsch -ostmitteldeutsch wurde besser verstanden als die anderen Dialekte
-Ab dem 19. jhd dann die "deutsche standardardsprache"
Standard-Dialekt-Kontinuum
Im Hinblick auf das Sprachverhalten eines Sprechers bilden die Varietäten "Standardsprache" und "Dialekt" ein Kontinuum. Das bedeutet, dass man nicht entweder DIE Standardsprache oder einen Dialekt spricht, sondern es gibt diatopisch markierte Abstufungen, die generell als regionale Varietäten bezeichnet werden.
Jugendsprache
-Subsprache der dachsprache "deutsch", die vom alter des Sprechers abhängt - "Umgangssprache der Jugendlichen": Schnittstelle zwischen Diastratische und diaphasischer Variation -Diskussion ob es eine Varietät ist oder ein Stil oder ein Varietätsbündel (gemischte Varietät)
Genderlinguistik
Subdisziplin der (Soziolekte)Linguistik, die sich mit geschlechtsspezifishen Varietäten von Sprache befasst
Beschäftigt sich mit 3 Dimensionen: -Genus: Gramm. Geschlecht -sexus: biol. geschlecht -geschlechtsidentität: soziales Geschlecht
Hauptargument: sexus und Geschlecht sind nicht das gleiche. Sexus = biologisch und Geschlecht = sozial determiniert
2 Erklärungen für das unterschiedliche Sprachverhalten: 1. sozialisationstheoretische Modell: sozialisation durch gleichaltrige und Umwelt 2. interaktive Modelle: (doing gender) nicht biologisch determiniert, performativität (Judith Butler)
Funktion von Genus
Zwei Theorien : 1. semantisch-sexualistische Genustheorie: natürliche Geschlecht bestimmt das grammatische Geschlecht (grimm) 2. formal-grammatische Genustheorie: Einfluss auf Genus und sexus sekundär ( Brugmann)
Genuszuweisung
-tritt in vielen Sprachfamilien nicht auf (nord- und Ostasien, japanisch, koreanisch..) -oder verlorengegangen (armenisch) -das System hat nur 2 genera ( französisch, italienisch, spanisch..) -komplexer (Tamil, dyirbal..)
Migrantendeutsch und seine Entwicklung
Phasen 1: Gastarbeiterdeutsch -> Imperfekten Erwerb, Muttersprache im Vordergrund - lernervarietät= kein soziolekt Phase 2: Kanak Sprak -> Kind von 1, muttersprache : deutsch und die weitere, Kommunikation mit Leuten mit selben Hintergrund, muttersprache sehr präsent - soziolekt Phase 3: Kiezdeutsch -> beliebiger Sprecher, muttersprache deutsch und evt. Von Phase 2, Kommunikation mit anderen die diese Varietät beherrschen -Soziolekte
Kanak sprak und Kiezdeutsch
-kann man nicht leicht unterscheiden : viele Gemeinsamkeiten -Sprecher der Kanak sprak bilingual, deutsch und eine weitere Muttersprache; gleichen Migrationshintergrund -Sprecher des Kiezdeutsch müssen nicht bilingual sein; keinen migrationshintergrund -Kiezdeutsch ergibt aus Kanak sprak, Anpassung zb in schule -Kiezdeutsch wird in Medien vertreten und ist zu einem eigenen Soziolekt geworden -Kanaksprak/Kiezdeutsch als subvarietät einer Varietät (Jugendsprache) -häufig sprachspezifischen Elemente der 2ten Muttersprache "oglum"
Gemeinsamkeiten Kiezdeutsch und Kanak Sprak
1. Eigenschaften der Jugendsprache 2. Postalveolarisierung von [ç] bsp. isch, natürlisch 3. Weglassung bestimmter und unbestimmter Artikel bsp. hast du Handy ? 4. gleichzeitige Weglassung von Artikel und Präposition bsp. Wir gehen park 5.aufforderungspartikeln lassma und musstu 6.partikel ischwör(e)als wahrheitsverstärker 7. ausrufpartikel ey 8. verbdritt bsp. Danach isch rund Disch an 9. pseudovokativ Alter! 10. Exotismen "oglum"
Nonverbale Kommunikation
-Körpersprache (Zeichen, Signale) -teil der medial gesprochene Sprache -Funktionen: Unterstützung von (gesprochener) Sprache, Selbstdarstellung, Ersatz für Sprache, Ausdruck von Emotionen und Kultur bei Zeremonien oder Riten -Unterschied in der interkulturelle Kommunikation: "high context cultures" ( Kommunikation Kontextabhängig) und "low context cultures" ( sprachliche Informationen der Hauptkanal der gesprochenen Kommunikation) - Merkmal: paralinguistische Signale ( Tonfall, lachen, seufzen..) -wirkt echter las sprachliche Kommunikation -Körperbewegung 55%, parasprache 38%, rein sprachlicher Input 7% (7-38-55REGEL) -wichtige Bereiche: Kinesik (mimik und Gestik), proxemik (Verwaltung des Raumes, Distanz etc.) , haptik (taktile Kommunikation, Berührungen Körper Sprache), parasprache (wie was gesagt wird, lachende seufzend)
Isoglossen
-Speyer und benrather linie sind isoglossen --imaginäre Linie im sprachatlas, die zwei diatopisch markierten Ausprägungen eines sprachlichen Merkmals markieren -Speyrer Linie: "Appel-Apfel-Linie" -Benrather Linie: "ik-ich-Linie"