Nachteile von Anaerobien in Kultur.
stinken
wachsen langsam
sauerstoffempfindlich
Nenne 3 Typen von Bakterien, die anaerobe Infektionen verursachen. (Und die entsprechende Infektion)
Actinomyceten (Leitkeim der Aktinomikose)
Bacteroides (intra und extraabdominale Infektion)
Clostridium (Gasbrand, Tetanus, Botulismus)
Wo kommen anearobe Infektionen statt?
Mundhöhle, Darmbereich, Perianal, Harnröhre, Blutgefäße, Herzbeutel
Anaerobiose, wie wird der Bedarf an Stoffwechselenergie eines anaeroben Bakteriums gedeckt?
Der Bedarf an Stoffwechselenergie wird über Gärung oder anaerobe Atmung gedeckt.
-> Nekrose des betroffenen Gewebes zur Energiedeckung
->rapider Verlauf der Infektion
Gärung:
Organische Spaltprodukte der Glykolyse werden als H-Akzeptor genutzt.
- ATP entsteht fast ausschl. durch Glykolyse -> langsames Wachstum
z.B.: Pyruvat + 2(H) > Lactat
𝐴𝑐𝑒𝑡𝑎𝑙𝑑𝑒ℎ𝑦𝑑 + 2(𝐻) > 𝐸𝑡ℎ𝑎𝑛𝑜𝑙
Anaerobe Atmung: Nutzung eines oxidierten anorganischen H-Akzeptors wie Nitrat, Sulfat, Fumarat, Carbonat anstelle von Sauerstoff (Übertratung von Wasserstoff auf Wasserstoffakzeptor)
Gasbrand-Infektion
Welcher Erreger?
Welche Morphologie?
Hämolyseverhalten?
Welche Toxine?
Gasbraund-Erreger: Clostridium perfringens
Morphologie: Grampositive, plumpe Stäbchen, kapselbildend, unbeweglich, Sporen selten (in Kultur, in der Natur schon)
Hämolyse: Doppelzonenhämolyse -> Zwei Zonen der Hämolyse im Ausstrich erkennbar: vollstänidig (beta) und unvollständig
Toxine: Alpha-Toxin (Lezithinase), Hämolysin, Kollagenase, DNase-> Myonekrose
Clostridien
anaerob, Spoten!
Gasbrand-Infektion
Pathogenese (Verlauf und Schweregrade)
Pathogenese
3 Schweregrade:
- einfache Wundinfektion (Mischinfektion)
- Clostridium-Zellulitis: Gasbildung, nicht invasiv (Oberflächlich)
- Clostridium-Myonekrose: Toxinämie = Gasbrand i.e.S. (tiefe Wunden)
Verlauf:
- exogen: kontaminierte, tiefe Wunde, Fremdkörper
- endogen: Darmerkrankungen, D.-Karzinom, Durchblutungsstörungen, Immunsuppressiva
Circulus vitiosus:
Toxine > Nekrosen > anaerob > Wachstum > Toxine
Gasbrand-Infektion
Klinische Symptomatik?
Therapie und Diagnose?
Klinische Symptomatik
- Inkubationszeit: 5-48 Stunden
- exogen: Schwellung der Wunde, verfärbt, Gasbildung (Krepitus), Ödem, häm. Exsudat, Wundschmerz, Fieber, Unruhe, erhöhter Puls, Hautgangrän, Muskelabbau, bei Sepsis auch Gelbsucht.
- endogen: Peritonitis(Bauchfellentzündung), Sepsis
Therapie + Diagnose
- Therapie: klinische Symptome -> Wundversorgung, Entfernung des nekrot. Gewebes, Inzision ggf. Amputation, O2.
- Antibiose: Penicillin G, alt. Tetrazykline evtl. plus Antitoxin
- Labor: Präparat: grampositive Stäbe (sofort Mitteilung), Doppelzonenhämolyse der anaeroben Kultur, Biochemie
Pseudomembranöse Kolitis
Welcher Erreger?
Welche Morphologie?
Welche Toxine?
Pseudomembranöse Kolitis-Erreger: Clostridium difficile (CD)
Morphologie:
Grampositive Stäbchen, beweglich, subterminale Sporen, keine Hämolyse
Toxine:
Toxin A (Enterotoxin)-> erhöht Permeabilität des Darms
Zoxin B (Zytotoxin) -> durch einen Toxin-spezifischen ELISA werden die Keime im Stuhl indirekt nachgewiesen
Pseudomembranöse Kolitis
Pathogenese
durch Gabe von Breitspektrum-Antibiotika ausgelöst (Antibiotika assoziierte Colitis=AAC)
Pseudomembranöse Kolitis
Klinische Symptomatik
Therapie und Diagnose
Symptome:
Fieber, Diarrhoe, Krämpfe, selten: Schock, Kolonperforation,Megakolon, Darmschleimhaut ödematös verändert, gelbliche Plaques
Therapie: Vancomycin p.o., in leichten Fällen Metronidazol
Epidemiologie- Epidemiologie: gesunde Träger: Erwachsene: 3-10%, Säuglinge: 25-60%- Wichtiger Nosokomialkeim
Diagnose:über Toxinnachweis, da aussagekräftiger als reiner Erregernachweis (Selektivmedien, Biochemie, Gaschromatographie [Capronsäure]), Latex-Agglutination.- CD (in hochvirulenter Variante O27) breitet sich aus, CD wichtiger als MRSA- Neue Behandlungsmethode: Fecal Transplantation
Tetanus
Welcher Erreger?
Welche Morphologie?
Hämolyse?
Toxine?
Tetanus-Erreger: Clostridium tetani
Welche Morphologie?
grampositive-labile, schlanke Stäbchen; stark beweglich; terminale, auftreibende Sporen (Trommelschlegel)
Hämolyse?
Hämolyse bei Einzelkolonien
Toxine?
Tetanospasmin
Hämolysin (Tetanolysin)
DNase.
Tetanus
Pathogenese
Pathogenese:
- Verletzungen + “Schmutz” (Tetanussporen)- Auskeimen, Vermehrung, Toxinproduktion, Bindung an Ganglioside der lokalen NZ, Wanderung zum ZNS, Blockierung von Erregungs-hemmenden Transmittersubstanzen für motorische Neuronen -> Krämpfe- Tierversuch (Robbenstellung): 0,1 ng wirken tödlich auf Maus
Tetanus
Klinische Symptomatik
Diagnose
Therapie
Inkubationszeit: 4-14 Tage
Symptome:
Starre der Kau-, Sprech-, Schluck-, Nacken-, Rücken-, Bauch-, Schlund-, Zwerchfell- Muskulatur -> Erstickungstod bei vollem Bewußtsein
Therapie:
- Wundtoilette, Antibiotika, Letalität hoch- Aktive Schutzimpfung und Passive Immunisierung
Diagnose:
Toxinnachweis im Tierversuch, IFT
Botulismus
Welcher Erreger?
Welche Morphologie?
Hämolyse?
Toxine?
Botulismus-Erreger: Clostridium botulinum
Morphologie:
grampositve, teilw. leicht gebogene Stäbchen, beweglich, Sporen subterminal, sehr hitzeresistent
Hämolyse:
7 toxinogene Typen (A-G, Neurotoxine), teilw. hämolysierend
Toxine:
Toxin A: stärkstes bakterielles Gift
Botulismus:
Pathogenese
Pathogenese:
Intoxikation: verdorbenes Gemüse, Fisch, Fleisch unter anaeroben Bedingungen (z.B. Konserven),
botul. Toxin hemmt Acetylcholin-Freisetzung, Lähmung derAtemmuskulatur
Botulismus:
Klininsche Symptomatik
Diagnose
Therspie
Klinische Symptome:
Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Pupillenstarre u.a. Paralysen, Letalität: 25-70% (nach 3-8 Tagen)
Diagnose:
Toxinnachweis im Tierversuch, Erregeranzucht (toxinogen), IFTo selten, z.B. 500 Fälle in 14 Jahren (USA)
Therapie:
Antitoxingabe sofort, Magenspülungen- Meiden von allen bombierten Konserven- Impfstoff auf Basis eines Toxoidpräparates für Tiere (+ Laborpersonal)