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Sozial-psychologie Modelle

1.Theorie der Medienwahl

2.Theorie zu Medienmerkmalen

3.Theorien zum medialen Kommunikationsverhalten

1.Theorien der Medienwahl

Was steuert Personen einen gewissen Ihalt zuzuwenden?

  • Modell der rationalen Medienwahl
  • Theorie der normativen Medienwahl
  • Modell der interpersonalen Medienwahl

2.Theorien zu Medienmerkmalen

  • Modell der Kanalreduktion
  • Filtermodelle
  • Digitalisierungsmodelle

3.Theorien zum medialen Kommunikationsverhalten

  • Theorie der sozialen Informationsverarbeitung
  • Simulationsmodell
  • Modell der sozialen Identität und Deindividuation (SIDE)
  • Netzkulturmodell
  • Modelle des Internet-Sprachgebrauchs

Theorie der Medienwahl

Modell der rationalen Medienwahl:

Aussgangssituation 1:

  • Konfrontation mit Kommunikations- und Kooperationsaufgaben
  • Aufgaben besitzen zumindest 

a) sachlich-inhaltliche 

b) sozioemotionale Ebene

  • Aufgaben sind unterschiedlich anspruchsvoll
  • herausfordernd Aufgaben besitzen unterschiedliche Wichtigkeit/Priorität
  • Mediennutzung/ Einsatz von Telekommunikation: verursachen unterschiedlich hohe Kosten

Ausgangssituation 2

  • Kommunikation über Medien: unterschiedlich komplex und aufwendig 
  • Von Kommunikation werden unterschiedliche Gratifikationen erwartet
  • Kommunikation hat unterschiedliche Erwartungen
  • Kommunikationsmedien haben unterschiedliche Anzahl an Rückkanäle (je weniger Rückkanäle: mehr Infos gehen verloren)
  • Kosten-Nutzen: nicht konstant, abhängig von Situation und Kontext

rationale Medienwahl nach Nicole Döring

  • wird immer dann getroffen, wenn man in einer konkreten Situation: genau das Medium wählt, das den sachlichen & sozialen Anforderungen der Kommunikationsaufgabe am besten gerecht wird 

media appropriatness

gewähltes Medium, das den sachlichen und sozialen Anforderungen der Kommunikationsaufgabe am besten gerecht wird

Probleme rationale Medienwahl

  • Menschen: keine rational-choice-Wesen
  • Kosten und Nutzen können nicht quantifiziert werden
  • Habitualisiertes Verhalten verhindert oder erschwert Einbeziehung von Handlungsalternativen

Teiltheorie der rationalen Medienwahl

  • Media-Richness-Theory
  • Backchannel-Feedback-Modell
  • Media-Sychronicity-Theory

Media-Richness-Theory

Medienreichhaltigkeitstheorie

  • umso mehrdeutiger, unzuverlässiger übertragbar und vielschichtiger ein zu kommunizierender Sachverhalt ist, desto reichhaltiger muss auch das gewählte Medium sein

Backchannel-Feedback-Theory

je mehr Ausdrucksmöglichkeiten ein Medium den Kommunikationspartnern für eine Rückmeldung zur Verfügbar stellt, umso leichter fällt der Aubau einer gemeinsamen Wissensbasis als Verständigungsgrundlage

Media-Synchronicity-Theory

Mediensynchronizitätstheorie

  • nicht die Reichhaltigkeit an die Kommunikationsaufgabe, sondern an den Kommunikationsprozess steht im Vordergrund
  • Konvergente Prozesse (Informationsverdichtung - Vermeidung von Ambiguität) erfordern eine hohe Synchronizität.
  • Divergente Prozesse: erfordern eine geringe Synchronizität

Theorie der normativen Medienwahl

  • beschreibt Medienbewertungen nicht als Funktioen von Medienmerkmalen, sondern als soziale Konstruktionen, die durch soziale Bewertungen geprägt sind
  • Medienwahl ist durch Bedingungskompetenz und soziale Normen überformt
  • Zugeschriebene Nützlichkeit oder häufiger Einsatz haben Einfluss auf die Medienbewertung und Medienbenutzung 

AST

adaptive Structuartion Theory 

Modell der interpersonalen Medienwahl

  • Medienwahl muss nicht nur mit sozialen Normen harmonieren, sondern auch auf Kommunikationspartner abgestimmt sein
  • beschäftigt sich mit der Abstimmung der Medienwahl auf das Gegenüber
  • Erfolg davon abhängig: wie einvernehmlich die Kommunikationspartner ihre jeweiligen bzw. situations- oder aufgabenbezogene Medienpräferenzen miteinander aushandeln

Zu was gehört das Modell der Kanalreduktion?

Theorien zu Medienmerkmalen

Modell der Kanalreduktion

  • bei Computervermittelter Kommunikation sind die meisten Sinnesmodalitäten ausgeschlossen

-Sinnesmodalitäten existieren in Richtung Technik, aber nur bedingt auf das kommunikative Gegenüber 

  • Kanalreduktion auf physikalischer Reizebene fürht auf psycho-sozialer Ebene zu einer Verarmung der Kommunikation und damit zu einer Reduktion gemeinsamer Handlungsmöglichkeiten und verfügbaren Zeichensysteme
  • Ent-Sinnlichung, Ent-Emotionalisierung,Ent-kontextualisierung, Ent-Menschlichung, Ent-Räumlichung, Ent-Zeitlichung, Ent-Wirklichung 

Filtermodelle

  • Grundidee des Kanal-Reduktionsmodells: 

-Verinngerung der Kommunikaitonskanäle ist ein Informationsverlust verbunden, dieser verändert die Wahrnehmung des Gegenübers

  • Hinweisreize werden bei CvK herausgefiltert 
  • Hierarchischer Nivellierungseffekt sorgt für Abbau von sozialen Hemmungen, Hürden, Privilegien, Kontrollen etc. 
  • Enthemmungseffekt entsteht
  • Modell geht von Kommunikation zwischen unbekannten aus

Für was sorgt der Nivellierungseffekt

Abbau von sozialen Hemmungen, Hürden, Privilegien, Kontrollen etc.

Was verstärkt der Enthemmungseffekt

  • Offenheit
  • Ehrlichkeit
  • Freundlichkeit
  • Partizipation
  • Egalität

Digitalisierungsmodell (Beobachtung)

  • konzentriert sich auf technische Datenformat:
  • Hohe Transportgeschwindkeit
  • Kollaborative X-to-many-Kommunikation
  • Computergestützte Verarbeitung
  • geht von Hybdirisierung der Individual-,Gruppen-,und Massenkommunikation aus 
  • Modell fehlt noch das Finish

Theorien zum Medialen Kommunikationsverhalten

Theorie der sozialen Informationsverarbeitung

  • Menschen stimmen ihr Kommunikationsverhalten auf technischer Systemeigenschaften ab
  • Mediale Einschränkungen wurden durch Informationsfülle aktiv kompensiert 
  • zur Verfügung stehenden sozialen Reize stehen im Vordergrund und werden genutzt
  • Entwicklung neuer sozialer Fertigkeiten bei der Textproduktion und -Interpretation
  • Medienbedingte Informationslücken werden antizipiert und explizit gefüllt
  • Paraverbale und nonverbale Botschaften müssen verbalisiert werden

Simulationsmodell

  • Beschränkung auf den Textkanal: Nutzer erhalten vgl. große Kontrolle darüber, welche Informationen sie in sozialen Kommunikationsprozessen über sich preisgeben wollen
  • Identität und Lebenszusammenhänge können konstruiert und simuliert werden
  • Textvermittelte Kommunikationsräume können als Hyperrealität interpretiert werden 

Modell der sozialen Identität und Deindividualität

 

  • Anonymität führt werden zu einem (temporären) Identitätsverlust noch zu normverletzendem Verhalten
  • Nicht Medienmerkmale, sondern die im Bewusstsein aktivierten salienten Identitäten der Nutzer stehen im Vordergrund 

-Ist soziale/kollektive Identität salient, folgt die Eigenwahrnehmung als Mitglied der Gruppe

-Ist individuelle Identität salient, erfolgt eine Abgrenzung über Individualität 

Was bedeutet soziale Identität und Deindividualität?

SIDE

Kritik SIDE-Modell

  • Internet-Kommunikation: nicht allgemein durch Anonymität und Deindividuation geprägt
  • Neben Salienz müsste auch Deindividuationssgrad bestimmt werden
  • unklar ob konstante oder variable Größe handelt 

Netzkulturmodell

  • Computernetze werden als Kulturräume begriffen
  • Internet hat als größtes Netz eine genuine, binnendifferenzierte Netzkultur
  • Organisationsinterne Netzwerke sind durch Unternehmenskultur geprägt
  • orientiert sich an kultursoziologischen und medienanthropologischen Ansätzen
  • Cyberkulturelle Phänomene sind der Internet-Humor

Modell des Internets-Sprachgebrauchs

  • Spezifische Sprachvariation
  • zerfällt de facto in verschiedenen dienstspezifische Internet-Sprachen
  • Abweichung Rechtschreibregeln: darf nicht als mangelnde Schreibkompetenz interpretiert werden 

Sprachfunktionen : 3 Funktionen

  • Ökonomiefunktion: Kurzformen, Kleinschreibung, keine Satzzeichen
  • Identitätsfunktion: Identifikation mit Netzkultur über Sprache
  • Interpretationsfunktion: Syntaktische und grammatikalische Fehler besitzen informelle und ungezwungene Ausstrahlung