Arbeitsdefinition von Supply Chains
“ […] eine Gruppe von drei oder mehr Einheiten (Organisationen oder Einzelpersonen),…
…die direkt an den vor- und nachgelagerten Strömen…
…von Produkten, Dienstleistungen, Finanzmitteln und/oder Informationen…
…von einer Quelle bis zu einem Kunden beteiligt sind.”
Welche Typen von Supply Chains lassen sich abgrenzen?

Theorie der Supply Chain
Modell der Supply Chain (Ebenen)
Welche Managementaufgaben werden in der Supply Chain umgesetzt?
Generelle Managementaufgaben:
Zielorientierung
Kundenorientierung
Kollaboration, Kooperation ->„Coopetition“?
Koordination: Ausrichten der Handlungen der Supply Chain Akteure, sodass die Gesamtaufgabe zielgerichtet gelöst wird.
Was versteht man unter dem Supply Chain Management?
Supply Chain Management beschreibt die an den Kundenbedürfnissen ausgerichtete, kooperative Planung, Steuerung & Implementierung und Kontrolle von Supply Chains mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit sowohl der einzelnen Supply Chain Akteure als auch der gesamten Supply Chain zu erhöhen. Supply Chain Management umfasst dabei sowohl die zielgerichtete Gestaltung der einzelnen Supply Chain-Ebenen als auch die zielgerichtete Koordination der Prozesse in der Supply Chain.
Welche grundlegenden und aktuellen Herausforderungen treten im Supply Chain Management auf?
1.Generelle Herausforderungen im Supply Chain Management
2.Zusätzliche Wirtschaftstrends und -entwicklungen forcieren die Herausforderungen
Wie steht das Supply Chain Management zu den „traditionellen“ betrieblichen Funktionen?
Das Supply Chain Management kann die betrieblichen Funktionen eines Unternehmens unterstützen, die unternehmensinterne und unternehmensübergreifende Koordination zu verbessern. Es ersetzt diese jedoch nicht
4 Perspektiven zum Verhältnis von SCM und Logistik
1) Re-labelling (6%):
2) Unionists (47%):
3) Traditionalists (19%):
4) Intersectionists (28%):
SCM & betriebl. Funktionen
SCM umfasst:
Supply Chain Planung
....umfasst alle Handlungen des geistigen Vorwegnehmens und rechtzeitigen Durchdenkens zukünftiger Handlungsalternativen zur Koordination von Geschäftsprozessen sowie das Festlegen auf die richtigen Handlungsoptionen in Supply Chain Strukturen.
Supply Chain Performance
Erreichungsgrad der aufgestellten SCM-Ziele unter Vorgabe der Wirtschaftlichkeit
Zielsystem nach Göpfert/Wellbrock
Supply Chain Configuration – Gesamtkonzept
Wie wird strategischer Fit erreicht?
a) Verstehen der Produktart („Nachfrageunsicherheit“)
b) Verstehen der Supply Chain Struktur („Reaktionsfähigkeit“)
c) Erzielung des strategischen Fits
Strategischer Fit
a) Verstehen der Produktart („Nachfrageunsicherheit“)
-> Funktionale Produkte: geringe Nachfrageunsicherheit, Lebenszyklus >2J
-> Innovative Produkte: große Nachfrageunsicherheit, Lebenszyklus 3M-1J
Verstärkende Effekte auf die Nachfrageunsicherheit
Strategischer Fit
b) Supply Chain Struktur („Reaktionsfähigkeit“)

Strategischer Fit
c) Strategischer Fit
Zone des strategischen Fits: „der Bereich, in dem die Supply Chain-Struktur zu den Produkten und Dienstleistungen passt, mit denen gemäß Wettbewerbsstrategie der Markt bearbeitet werden soll.“
Das gewünschte Maß an Reaktionsfähigkeit, das in der gesamten Lieferkette erforderlich ist, kann dadurch erreicht werden, dass jeder Stufe der Lieferkette ein anderes Maß an Reaktionsfähigkeit und Effizienz zugewiesen wird (Bsp IKEA)

Supply Chain Configuration – Entscheidungen
Koordination im SCM
Koordination bedeutet im Kontext von Supply Chain Management, die einzelnen Handlungen der Supply Chain-Akteure so auszurichten, dass die Gesamtaufgabe zielgerichtet gelöst wird
zentrale vs. dezentrale („marktliche“) Koordination
Monozentrische Supply Chains
Polyzentrische Supply Chains
Supply Chain Planning – Master Planning
strategischen Planungsprozess zur Abstimmung von Angebot und Nachfrage über die gesamte Lieferkette hinweg
Unterschiedliche Durchführung des Zentrales Master Planning
2 Vor-/Nachteile
1) Zentrale Planung durch das fokale Unternehmen
+ Skaleneffekte ggü Dezentraler Planung
+ Hohe Güte Ergebnisse
-Planungsaufgabe gehört ggf. nicht zu Kernkompetenz
-Hohe Investitionen in Hard/Software
2) Zentrale Planung durch einen Logistikdienstleister
+ Neutralität
+ hohe Skaleneffekte
+ Outsourcing logistischer Aufgaben
-möglicher Interessenkonflikt (bei Planung mehrere SC durch LDL)
- LDL trägt nicht das primäre Risiko für Fehlplanungen
-keine Durchsetzungsmacht
3) Zentrale Planung durch einen Softwareanbieter
+ Neutralität
+ hohe Kompetenz in Bezug auf Systemintegration
-generell fehlendes Praxis-Know-how im Bereich der Planung und Steuerung
-keine Durchsetzungsmacht
Supply Chain Execution
Handlungen der Steuerung
Steuerungshandlungen setzen Pläne in Aktion um, indem Handlungen von Akteuren entsprechend beeinflusst werden
Ausprägungen:
Supply Chain Steuerung
umfasst alle Handlungen der zielorientierten Beeinflussung (bspw. über Verträge, Verhandlungen, Beziehungsmanagement, Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Leadership/ Personal) von Akteuren zur Koordination in unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen. Die Supply Chain Steuerung ist dabei das Ergebnis unternehmensübergreifender Maßnahmen, Konzepte und Anwendungen.
Agency-Theorie
Konzept, das die Beziehung zwischen einem Prinzipal (Auftraggeber) und einem Agenten (Auftragnehmer) beschreibt. Sie befasst sich mit den Problemen, die entstehen, wenn der Agent eigene Interessen verfolgt, die nicht mit denen des Prinzipals übereinstimmen.
Informationsasymmetrien zwischen Transaktionspartner durch unvollständiges Wissen und Unsicherheit:
Verträge in der SC
Formen:
Verhandlungsprozess
Verhandlungsstil

Beeinflussung Verhandlungsergebnisse
Konfliktmanagement - Konflikte
Konflikte werden ausgelöst, wenn die Handlung eines Akteurs die Zielerreichung eines anderen oder mehrerer negativ beeinflusst.
Es existiert: Präventives (Konflikte frühzeitig zu vermeiden oder ihre Eskalation zu verhindern) vs. Kuratives (nachträglichen Lösung von Konflikten) Konfliktmanagement
Konfliktmanagement - Konfliktursachen
Konfliktmanagement - Konfliktlösungsmechanismen
Supply Chain Relationship Management
Supply Chain Relationship Management (SCRM) bezieht sich auf die strategische und operative Steuerung von Beziehungen zwischen den verschiedenen Partnern innerhalb einer Lieferkette. Ziel ist es, durch enge Kooperation und transparente Kommunikation eine effiziente, widerstandsfähige und wettbewerbsfähige Supply Chain zu gewährleisten.
Umfang des Beziehungsmanagements
Beziehungen der SC
Supplier Relationship Management
Customer Relationship Management
Supply Chain Organisation
umfasst alle Handlungen der Planung, Einführung und Durchsetzung organisatorischer Regelungen, die zu beständiger Ordnung führen.
Teilbereiche der Organisation
Determinanten einer SCM-Aufbauorganisation
Typen von SCM-Aufbauorganisationen
1) Keine aufbauorganisatorische Verankerung des Supply Chain Managements
2) Supply Chain Management als Funktionsbereich
3) Supply Chain Management als Querschnittsfunktion
4) Supply Chain Management als Stab
5) Supply Chain Management als Hauptfunktion
Supply Chain Leadership
Fähigkeiten der Supply Chain Manager
Dem allg. Management und Business Skills werden aktuell und zukünftig im Gegensatz zu fachlichen (insb. Logistics) Skills eine höhere Bedeutung beigemessen.
Supply Chain Management Konzepten nach SCOR-Modell
Konzepte im SCM
Collaborative Engineering (CE)
Entwicklungsstufen Collaborative Engineering (CE)
Value Added Partnership (VAP)
Postponement (PP)
(Aufschubstrategie) ist eine Strategie im Supply Chain Management, bei der bestimmte Prozesse (z. B. Produktion, Montage oder Verpackung) bewusst verzögert werden, um Flexibilität zu erhöhen und die Nachfrage besser bedienen zu können.
Grundlegende Fertigungsstrategien: make-to stock, assemble-to-order, make-to-order, purchase-and-make-to-order
Vor-/ Nachteile Postponement (PP)
Vorteile/Nutzen:
Nachteile/Schwierigkeiten:
Order Penetration Point (OPP)
Punkt in der Supply Chain, der den Übergang zwischen auftragsbezogener Pull Produktion und auftragsneutraler Push Produktion darstellt.
Mass Customization
Mass Customization (Massenindividualisierung) ist eine Strategie, bei der Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen in großen Mengen herstellen, aber dennoch individuelle Anpassungen für Kunden ermöglichen. Sie kombiniert die Effizienz der Massenproduktion mit der Flexibilität der Individualfertigung.
Erzielung von Skaleneffekten hoher Stückzahlen & Umsatzpotenziale durch Individualisierung
Ausprägungen der Mass Customization
Soft Customization (offene Individualisierung)
Hard Customization (geschlossene Individualisierung)
Mass Customization
Vor-/ Nachteile
Vorteile:
Nachteile:
Kanban
Voraussetzungen:
Kanban
Vor-/ Nachteile
Vorteile/Nutzen:
Nachteile/Schwierigkeiten:
Just in Time (JIT) / Just in Sequence (JIS)
Just in Time (JIT) / Just in Sequence (JIS)
Vor/ Nachteile
Vorteile/Nutzen
Nachteile/Schwierigkeiten
Efficient Consumer Response (ECR)
Vertikale unternehmensübergreifende Kooperation zur effizienten Kundenreaktion
Strategiebündel als Kombination: Logistikorientierte Komponenten, Marketingorientierte Komponenten, Informationstechnologien
Informations- und Kommunikationstechnologien, sowie Planungssysteme
Efficient Replenishment (ER)
• unternehmensübergreifendes Bestandmanagement zwischen einem Hersteller und Handel
• Ausrichtung der Bestellrhythmen an der tatsächlichen Nachfrage und nicht an zeitlich verzögerten Prognosen
• Vermeidung von „Out-of Stock“ Situationen
Cross Docking (CD)
Cross Docking (CD)
Vor-/ Nachteile
Vorteile/Nutzen:
Nachteile/Schwierigkeiten:
Arten des Cross Dockings
Artikelreines Cross Docking
Einstufiges Cross Docking
Zwei-Stufen-Prinzip
Vendor Managed Inventory (VMI)
Vendor Managed Inventory (VMI)
Vor-/ Nachteile
Vorteile/Nutzen:
Nachteile/Schwierigkeiten:
Konsignation (KON)
Konsignation (KON)
Vor-/ Nachteile
Vorteile/Nutzen:
Lieferant:
Abnehmer:
Nachteile/Schwierigkeiten:
Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) – ECR der nächsten Generation
Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR)
Vor-/ Nachteile
Vorteile/Nutzen:
Nachteile/Schwierigkeiten:
Supply Chain Kontrolle
umfasst alle Handlungen der Überwachung von Handlungen zur Planung, Steuerung und Implementierung der Koordination in unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen sowie die Überwachung der Wirkung dieser Handlungen.
Kontrollinstrumente in der Supply Chain
Kennzahlen & Kennzahlensysteme in Supply Chains
Häufige Unterscheidung von Kennzahlen:
Risikomanagement
frühzeitige präventive Identifikation und proaktives Management von Risiken in einer Supply Chain
Supply Chain Event Management (SCEM)
permanente Überwachung von Supply-Chain-Aktivitäten durch Frühwarnmechanismen zur Aufdeckung von Störungen und Engpässen in Echtzeit
Effekte des SCEM
Überwachung der Wirkung von SCM-Aktivitäten
Kostenmanagement in Supply Chains
Total Cost of Ownership in Supply Chains
Vor der Entscheidung (potenzielle Entwicklungskosten) + Entscheidung (Einkaufspreis) + Nach der Entscheidung (Inspektion und Überwachung)
Total Cost of Ownership in Supply Chains
Vor-/ Nachteile
Vorteile:
Nachteile
Performance-Management in Supply Chains
1) Framework: Identifizierung der grundsätzlichen Ziele der Leistungsebenen
2) Design: Festlegung von Zielkomponenten („Oberziele“) zwischen den Mitgliedern einer Wertschöpfungskette
3) Managing: Ableitung von Zielen für die jeweiligen Austauschprozesse („Unterziele“) zwischen den Leistungsebenen für die einzusetzenden Ressourcen
4) Measurement: Messung der Oberziele und Unterziele einer Supply Chain über geeignete Kennzahlen
5) Control: Leistungsüberwachung und Kontrolle
Supply Chain Risiko
Das Konzept des Supply Chain Risikos wird oft als die Wahrscheinlichkeit und der Einfluss unerwarteter makro- oder mikroökonomischer Ereignisse beschrieben, die negative Auswirkungen auf Teile der Lieferkette haben und zu operativen, taktischen oder strategischen Störungen führen können.
Supply Chain Risikomanagement (SCRM)
umfasst die Identifikation, Bewertung, Überwachung und Steuerung von Risiken innerhalb der Lieferkette, um Störungen zu minimieren und die Resilienz zu erhöhen.
Supply Chain Risikotypen
Risikomanagement-Prozess
1) Risikoidentifikation (risk identification)
2) Risikobewertung (risk assessment)
3) Risikominderung (risk mitigation)
4) Risikokontrolle (risk monitoring)
Supply Chain Resilienz
Fähigkeit einer Supply Chain sich auf unvorhergesehene Ereignisse vorzubereiten, schnell auf potenzielle Störungen zu reagieren und sich davon zu erholen, um entweder auf das ursprüngliche oder ein verbessertes Leistungsniveau zurückzukehren.
Eigenschaften einer resilienten Suppply Chain
• Proaktive Eigenschaften: Redundanz, Transparenz/Sichtbarkeit,…
• Reaktive Eigenschaften: Agilität, Flexibilität, Geschwindigkeit,…
Robustheit SCM
Robustheit im Supply Chain Management bezeichnet die Fähigkeit einer Lieferkette, stabil und leistungsfähig zu bleiben, selbst wenn sie unerwarteten Störungen oder Belastungen ausgesetzt ist. Eine robuste Lieferkette minimiert Risiken, indem sie widerstandsfähige Strukturen, Prozesse und Strategien nutzt.
Supply Chain Antifragilität
Antifragilität beschreibt die Fähigkeit einer Lieferkette, nicht nur widerstandsfähig gegenüber Störungen zu sein (Resilienz), sondern sich durch Unsicherheiten, Schocks und Krisen aktiv zu verbessern.
Eine Lieferkette wird durch Stressfaktoren stärker.
Sustainable Supply Chain Management
Nachhaltiges Lieferkettenmanagement (Sustainable Supply Chain Management, SSCM) bezeichnet die Integration von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Prinzipien in die gesamte Lieferkette. Ziel ist es, langfristige Wertschöpfung zu schaffen, Ressourcen effizient zu nutzen und ethische Standards einzuhalten, ohne dabei die Umwelt oder zukünftige Generationen zu belasten.
Bestandteile Sustainable Supply Chain Management
Green Supply Chain Management
Green Supply Chain Management (GSCM) bezeichnet die Integration umweltfreundlicher Praktiken in alle Phasen der Lieferkette, von der Beschaffung über Produktion und Logistik bis hin zur Entsorgung. Ziel ist es, negative Umweltauswirkungen zu minimieren, den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren und nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen.
Umweltstrategien
1) Vermeidung von Umweltverschmutzung
2) Produktverantwortung
3) nachhaltige Entwicklung
Green Bullwhip-Effekt
Supply Chain Position Paradox
Corporate Social Responsibility
-> Ausrichtung an (aktuellen) Forderungen der Gesellschaft
Soziale Probleme in der Supply Chain
Handhabung Soziale Probleme – Supply Chain Maßnahmen
1) Kommunikationsstrategien
2) Compliance-Strategien
3) Lieferantenentwicklungsstrategien
Herausforderungen bei der Umsetzung sozialer Aspekte in der Supply Chain
Supplier Diversity
Die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen von Unternehmen, die einer sichtbaren Minderheit gehören und von dieser betrieben werden
Umsetzung Supplier Diversity Programme
Phase 1: Initialisierung und Vorbereitung
Phase 2: „Matchmaking“
Phase 3: Beschaffung und Beziehungsmanagement