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Heterogenität

Verschiedenheit der SuS im Hinblick auf

ein oder mehrere Merkmale (Scholz, 2012)

 

vertikale Heterogenität

- Leistungsniveau

 

horizontale Heterogenität

- Interessen, Lernwege

Formen der Heterogenität 

(Largo, 2007)

(Prengel, 2004)

interindividuelle Variabilität

- Vielfalt zwischen Kindern

            (Schlafdauer, Gewicht,

            Reifeunterschiede, Sprachbeginn)

 

intraindividuelle Variabilität

- Vielfalt innerhalb eines Kindes 

            (variierende Schulleistungen,

             je nach Neigungen/Interessen)

Heterogenitätsdimensionen 

(Rehle/Thoma, 2003)

- somative (körperliche)

- kognitive

- emotionale

- kulturelle + religiöse 

- soziokulturelle

- biografische 

- in sozialen Einstellungen und Verhaltensweisen

- geschlechterspezifische

Aspekte der Vielfalt

(Scholz, 2012)

- kulturelle und nationale Identität

- religiöse Sozialisation

- familiärer/sozioökonomischer Kontext

- Kenntnisse/Lernvoraussetzungen

- Lernwege/Lernstrategien

- Lern- und Arbeitsverhalten

- Leistungsmotivation

- Temperamentunterschiede

- geschlechterbedingte Unterschiede

- Erfolgs-/Misserfolgsattribution

 

Egalitäre Differenz

(Prengel, 2004)

= Anspruch, Unterschiede als

   Verschiedenheit hinzunehmen,

   ohne hierarchisierende Wertungen

   vozunehmen

Lern- und Kooperationsformen in heterogenen Gruppen

(Rehle, 2009)

kommunikativ:

- jeder ist dabei und gehört dazu

 

kooperativ:

- SuS arbeiten an gemeinsamen Aufgaben und Themen

 

subsidiär:

- SuS helfen sich gegenseitig

 

koexistent:

- jeder Schüler verfolgt seinen eigenen Lerngang

 

Modell nach Sander, 2006

Exklusion:

AUsgrenzung von SuS mit Behinderung von jeglichem Schulbesuch

 

Separation:

Aussonderung in sogenannte Sonder- bzw. Förderschulen

 

Integration:

Eingliederung von SuS, die bisher ausgeschlossen wurden

 

Inklusion:

verzichtet auf jegliche Einteilung;

will gemeinsamen und individuellen Bedürfnissen der SuS gerecht werden

Innere Differenzierung 

(Scholz, 2012)

(Binnendifferenzierung)

- Prinzip der Modifkation/Integration

- Anpassung des Unterrichts/der Lernwelt an die SuS

- z.B.: differenzierende Aufgabenstellungen,

           Unterrichtsformen, Sozialformen

Äußere Differenzierung 

(Scholz, 2012)

- Prinzip der Selektion/Segregation

- Bildung möglichst homogener Lerngruppen

  (über längeren Zeitraum räumlich getrennt)

- z.B.: unterschiedliche Schulformen

           leistungshomogene Lerngruppen 

           geschlechtshomogene Gruppen (Sportunterricht)

           neigungshomogene Gruppen (AGs, Leistungskurse)

Erziehung

(Matthes, 2014)

= Herausziehen des Edukanden aus der Unmündigkeit

Erziehender Unterricht 

(Matthes, 2014)

= Einheit von Erziehung und Unterricht

- Aneignung von Inhalten in erzieherischer Absicht

- LK haben Vorbild-/Modellcharakter

Fremderziehung

+Selbsterziehung

(Matthes, 2014)

= prozessuale Ermächtigung des Edukanden

--> unterstützt Edukanden dabei, sich zunehmend selbst aus seiner Unmündigkeit zu befreien (=Selbsterziehung)

Merkmale des erzieherischen Verhältnisses 

(Matthes, 2014)

1. sui generi (mit keinem anderen Verhältnis gleichzusetzen)

2. nie nur 2 Personen, 3. Faktor (Wissen, Haltung, Fertigkeit)

3. Lernender und Lehrender sind gleichwertige Subjekte, aber es herrscht Wissensgefälle

4. Dreiecksbeziehung ist überzeitlich

5. Alter des Lernenden ist für die Gestaltung des Lernprozesses ausschlaggebend

6. von Interesse, Respekt und Empathiefähigkeit geprägt

7. gegenseitige Beeinflussung

8. Aneignung von Wissen ist nie passiv

    (Eigentätigkeit des Lernenden)

Reaktionsformen auf Heterogenität

(vgl, Weinert, 1997)

zitiert nach Wischer, 2009

- Ignorieren der Lern- und

  Leistungsunterschiede

  = passive Reaktionsform

 

- Anpassung der SuS an die

  Anforderungen des Unterrichts

  = substitutive Reaktionsform

 

- Anpassung des Unterrichts

  an die lernrelevanten Unterschiede

  zwischen den SuS

  = aktive Reaktionsform

 

- gezielte Förderung der einzelnen

  SuS durch adaptive Gestaltung

  des Unterrichts 

  = proaktive Reaktionsform

Relevante Aspekte für 

Didaktik der heterogenen

Lerngruppe

(Prengel, 2004)

Atmosphäre der Anerkennung

Respekt

- bei Fehlverhalten keine aversiven Strafen,

  sondern Wiedergutmachung

 

Schulleben und offenen Ordnungen

demokratische und innovative 

   Rituale

-->Strukturen schaffen,

    die Halt und Sicherheit

    geben, aber auch

    Freiräume ermöglichen

 

Didaktische Formen

innere Differenzierung

- Freiarbeit

- fächer- und klassenübergreifende Projekte

- mehrperspektivische Leistungsreflexion

  und -bewertung

Elemente kindgemäßer

Gestaltung von Unterricht

und Schulleben

(Schorch, 1998)

Raumgestaltung

- Flure und Freiflächen nutzen

- Licht-, Sicht- und Hörverhältnisse

- angemessene Möbel

- Aktivitätsecken im Klassenzimmer

 

Zeitgestaltung

- Rhythmisierung des Schullebens

- Schule vermittelt hilfreiche Gewohnheiten,

  Sitten und feste Normen

 

sozial-emotionale Atmosphäre

- Vertrauen und Offenheit

- Wissen um Sozialstruktur der Klasse

- Vermeidung von Schulangst

- Wahrung der Intimsphäre des Kindes 

Berücksichtigung

altersspezifischer Merkmale 

(Schorch, 1998)

- körperlicher Bereich

  (Gestaltwandel, Bewegungsbedürfnis, 

   Grob- und Feinmotorik)

- kognitiv-intellektueller Bereich

  (von egozentrischen zu mehr sachbezogenen 

  Einstellungen;

  von wenn-dann-Denken

  zu Kausalbeziehungen)

- sozialer Bereich

  (Entwicklung von sozialbezogenen EInstelungen)

- Arbeitsverhalten

  (von der Spiel- zur Arbeitshaltung;

   wachsende Aufmerksamkeitsspanne)

Merkmale der Unterrichtsqualität 

(Helmke, 2010)

  1. Klassenführung
  2. Klarheit, Vertsändlichkeit, Strukturierung
  3. Üben, Konsolidierung
  4. Aktivierung
  5. Motivierung
  6. Lernförderliches Klima
  7. Schülerorientierung
  8. Umgang mit Heterogenität
  9. Angebotsvielfalt
  10. Kompetenzorientierung

Tabus über dem

Lehrerberuf

(Adorno, 1977)

- Akademiker zweiter Klasse

- Kleinkariertheit

- Weltfremdheit

- Infantilität

- Prügler

 

Überwindung der Tabus:

- besprechen, dass LK nur Menschen sind

- klare Trennung von Rollenbildern

  (Lehrerrolle vs. Privatperson)

Charakteristika des Lehrerberufs

und des Arbeitsplatzes Schule

(Rothland, 2013)

- Zweiteilung des Arbeitsplatzes

- unvollständig geregelte Arbeitszeit

- prinzipielle Offenheit (man kann immer

  mehr, besser, tiefgehender vorbereiten)

- erzwungene Zusammenarbeit (asymmetrisches

  Verhältnis von L-S)

- Beruf ohne Karrieremöglichkeiten

- fehlendes Berufsgeheimnis 

Antinomien des Lehrerhandelns

(Helsper, 1996&2000)

zitiert nach Rothland, 2013

Nähe vs. Distanz

Person vs. Sache

Einheitlichkeit vs. Differenz

Organisation vs. Interaktion

Autonomie vs. Heteronomie

Aufgabenfelder für Lehrkräfte

(KMK, 2000)

(1) unterrichten

(2) erziehen

(3) beurteilen

(4) beraten

(5) weiterentwickeln der eigenen

      Kompetenzen

(6) weiterentwickeln der eigenen

      Schule

 

Grundformen professionellen

Handelns von Lehrerinnen

und Lehrern

(Kiper, 2001)

- unterrichten

- erziehen

- pädagogisches Diagnostizieren

- beraten

- Leistung messen und beurteilen 

       - soziale Bezugsnorm

       - kriteriale Bezugsnorm

       - individuelle Bezugsnorm

- sich fortbilden

- Schulleben gestalten

- sich an der Schulentwicklung beteiligen

- eine Berufsethik formulieren

- mit Eltern kooperieren

Ziele und Aufgaben 

der Grundschule

(SMK, 2009)

Bildungs- und Erziehungsauftrag

- grundlegendes Wissen vermitteln

- Entwicklung und Ausbildung von

  Methoden-, Lern- und Sozialkompetenz

 

BIldungs- und Erziehungsziele

- Kulturtechniken erlernen (lesen, schreiben, rechnen)

- Fremdprache

- Kommunikation

- Probleme mehrperspektivisch erfassen

- Regeln und Normen des sozialen Miteinanders kennen

- Umweltbewusstsein, Verantwortung

 

Gestaltung des Bildungs- und Erziehungsprozesses

an Lebenswelt der Kinder anknüpfen

- aktives, selbstständiges Lernen

- Differenzierung und individualisierender Unterricht

- Rhythmisierung des Unterrichts

- Schule und Schulleben mitgestalten

- Persönlichkeitsentwicklung unterstützen

2 Modellvorstellungen des Erziehers

Treml, 1991

in Matthes, 2014

Erzieher als Handwerker

- gestaltet Menschen nach

  seinen Vorstellungen

 

Erziehr als Gärtner

pflegt und schützt

- unterstützt natürlichen

  Entwicklungsprozess

Erziehung 

(Glöckel, 1990)

- Hinführung zum verantwortlichen Handeln

- sittliche moralische Gewissens- und Werterziehung

- intentionale vs. funktionale Erziehung/Sozialisation

 

- übergeordnetes Ziel

  pädagogischen Handelns:

  = mit Wissen und Können (=Macht)

 verantwortungsvoll umgehen

Kompetenzorientiertes Lernmodell

(Scholz, 2012)

Handlungskompetenz bildet sich aus:

- inhaltlich-fachlichen

- methodischen

- sozialen 

- personalen Kompetenzen

 

beeinflusst durch:

- gesellschaftlichen Kontext

- schulischen Kontex

- familiären Kontext

- Vorgaben des Bildungsplans

Subjektive Fehlerquellen 

(Scholz, 2012)

Tendenz zur Mitte vs. Tendenz zu Extremurteilen

 

Tendenz zur Milde vs. Tendenz zur Strenge

 

Einfluss von Geschlecht und Sympathie

 

Einfluss von Voreingenommenheit und Zusatzinformationen

Differenzierung

(Inckemann, 2014)

= merkmalsbezogene Gruppierung

   (Alter, Geschlecht, Leistung, Interessen)

- Ausrichtung des Lernangebots nach der Gruppe

- findet in allen Unterrichtsphasen statt

- Unterscheidung in 

  • innere Differenzierung (Binnendifferenzierung)
  • äußere Differenzierung

Innere Differenzierung

(Binnendifferenzierung)

(Inckemann, 2014)

= Differenzierungsformen innerhalb einer gemeinsam unterrichteten Klasse

- LK unterteilt SuS in Gruppen 

- es werden unterschiedliche Angebote für unterschiedliche Gruppen bereitgestellt

Individualisierung

(Inckemann, 2014)

= individuelle Lernangebote

- SuS wählen selbst aus

- z.B. Freiarbeit, Wochenplanarbeit

Adaptiver Unterricht

(Inckemann, 2014)

= Anwendung von Individualisierung und Differenzierung

- Anpassung des Lehrangebots an individuelle Vorausstzungen

- zielt auf Steigerung fachlicher Leistung

- z.B. Schüler coachen Schüler; Expertengruppen

Leistungsermittlung

+ Leistungsbewertung

(COMENIUS-INSTITUT, 2005)

Leistungsermittlung

= quantitative Ermittlung von Leistungen

- wertfrei

 

Leistungsbewertung

= interpretative Einordnung der Leistung in einen Maßstab

- wertend/vergleichend

Funktionen von Leistungsermittlung + Leistungsbewertung

(COMENIUS-INSTITUT, 2005)

- Rückmeldung

- Grundlage für individuelle Förderung

- Entscheidungshilfe für Schullaufbahnentscheidungen

- Auskunft über Lernstand der Klasse

- Wirksamkeit des Unterrichts

erweitertes Leistungsverständnis

(COMENIUS-INSTITUT, 2005)

- fachlich-inhaltliche Leistungen

- methodisch-strategische Leistungen

- sozial-kommunikative Leistungen

- persönliche Leistungen (Selbstvertrauen, Werthaltungen entwickeln)

Beurteilung

(Zumhasch, 2014)

= zielgerichteter und kontrollierbarer Prozess

 

Was wird bewertet?

- fachspezifische Bildungsziele

- nichtkognitive Bildungsziele

 

Prüfverfahren zur schulischen Leistungsfeststellung

+

Zielrichtung

(Zumhasch, 2014)

Prüfverfahren

- schriftliche Verfahren

- mündliche Verfahren

- praktische Verfahren

 

Zielrichtung

- produktorientiert

- prozessorientiert

Bewertungs-/Bezugsnormen schulischer Leistungsfeststellung

(Zumhasch, 2014)

soziale

- soziale Referenzgruppe

- Klassennorm

 

kriteriumsorientierte 

- festgelegtes Anforderungskriterium

 

individuelle

- individuelle Lernentwicklung 

Bildung als KAPITAL 

BORDIEU, 1973

Kapital

- kulturelles (Bildung, Wissen)

  • inkorporiert
  • objektiviert
  • institutionalisiert

- soziales (Beziehungen, Familie, Freunde)

- ökonomisches (Geld, Haus, Auto)

Demokratischer Allgemeinbildungsbegriff

(KLAFKI, 1985)

- Aufgabe der Pädagogik: Gesellschaft demokratisch weiterentwickeln

- Bildung befähigt zu: Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Solidarität

 

Allgemeinbildung:

  • Bildung für ALLE
  • Bildung im MEDIUM des ALLGEMEINEN
  • Bildung in allen Grunddimensionen menschlichen Interesses

 

materiale Bildung: Faktenwissen

formale Bildung: Können, Methoden

kategoriale Bildung: Dialektik von Wissen und Können

gelingender Schulanfang

LIEBERS, 2008

- Erwerb grundlegender schulischer Kompetenzen

- Wohlbefinden in der Rolle als SuS

- positives Selbstkonzept entwickeln

- überdauernde Lernfreude und Anstrengungsbereitschaft entwickeln

- soziale Integration in die Klasse erleben

Herausforderungen des Schulanfangs 

Veränderung der ...

- Zeit- und Raumstrukturen

- Lernarrangements

- Verpflichtungen

- Sozialbeziehungen

- Leistungs- und Verhaltenserwartungen

 

veränderte Leistungserwartungen:

- Eintritt in die Welt der Leistungsanforderungen

- SuS kommen mit erhöhtem Selbstbild

- in sozialen Gruppem werden Leistungshierarchien erlebt und Leistungsvergleiche mit Gleichaltrigen vorgenommen 

--> Leistungsdruck durch Eltern

- Selbstkonzept ist von Bezugspersonen abhängig

- SuS können nicht unterscheiden zwischen Anerkennung und Leistungsevaluation durch LK

Transition am Schulanfang

- Transition auf 3 Ebenen für Eltern und Kinder

  • personal-individuelle Ebene
  • interaktionale Ebene
  • Systemebene

Schulfähigkeit

KAMMERMEYER, 2000

- Sozialverhalten

- Grob-/Feinmotorik

- Aufmerksamkeit/Konzentration

- Gedächtnis/Wahrnehmung

- phonologische Bewusstheit

- Sprache

- Resilienz (Übergangsbewältigungskompetenz)

Schulfähigkeit als gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten

= Produkt der Interaktion zwischen Kindern und einer Vielzahl an Umweltbedingungen/kulturellen Erfahrungen

historische Entwicklung von SCHULREIFE (KERN, 1951) zu Schulfähigkeit

- Schulreife (KERN, 1951)

 

- Schulfähigkeit

  • Eigenschaftstheorie (1960er)
  • Lerntheorie (1980er)
  • Systemtheorie (NICKEL, 1988)

Leitideen und Funktionen der Schuleingangsdiagnostik

PRENGEL/LIEBERS, 2005

  1. Anerkennung
  2. Didaktische Diagnostik
  3. Nutzung domänenspezifischer Stufenmodelle
  4. Berücksichtigung der Interessen von Kindern
  5. Kind-Umfeld-Diagnose
  6. Förderung der Selbstevaluation
  7. Arbeitshypothesen

   (Arbeitskreislauf zum Erstellen inklusiver Angbeote)

Definition: Schuleingangsdiagnostik

= Verfahren zur Feststellung der individuellen Erfahrungen und Lernvoraussetzungen

ZIEL:

- dem Kind einen reibungslosen Schulstart ermöglichen + individuell fördern

durch:

  • Beurteilung des Entwicklungsstandes
  • frühes Erkennen von möglichen Defiziten
  • ableiten gezielter und geeigneter Maßnahmen zur Verbesserung

 

1. Zustand des Kindes

2. Untersuchen des Kindes -->Befund (=Ergebnis der Untersuchung)

3. Maßnahmen festlegen

Pädagogische Prinzipien für die ersten Schulwochen

KNÖRZER/GRASS, 1992/2007

  1.  Gefühl vermitteln, willkommen zu sein
  2. Ausgewogenheit zwischen persönlicher Einmaligkeit und Regeln der Gruppe/Unterordnung unter allgemeingültige Regeln
  3. Schule als Ort des aktiven Lernens
  4. Schule als Ort, an dem jeder die benötigte Lernzeit erhält
  5. Schule als Ort, an dem Fehler nicht entmutigen, sondern Hilfenn für weiteres Lernen darstellen
  6. Klassenzimmer/Schule als Raum des Wohlfühlens und Raum, der zum Lernen herausfordert

 

Definition: Rituale 

 

= besondere sozial gestaltete, situative und aktionale Ausdrucksformen von Kultur

Bedeutung und Funktion von Ritualen 

RIEGEL, 1994

- geben psychischen Halt

- sollen Arbeit im Unterricht strukturieren, Schulzeit gliedern und im Zusammenleben Orientierung geben

 

PIPER, 1996

- stiften gemeinsamen Bezugspunkt, Zugehörigkeit und Einheit

Kriterien von Ritualen 

VON DER GROEBEN, 1999

- geben Ordnung und Orientierung

- vermitteln gemeinschaftliche Werte

- zeichnen sich durch Kern der Veränderbarkeit aus

- sind altersspezifisch

- sind gemeinsachaftsstiftende Erlebnisse 

Chancen und Grenzen von Ritualen

KAISER, 2012

+ erleichtern Ablauf von Unterricht

+ sind Strukturierungs- und Orientierungshilfen

+ regeln soziales Miteinander

+ fördern den Weg zur Selbstständigkeit

 

- fixieren SuS auf LK

- esoterisch, abgehoben

- disziplinieren SuS

- unterwerfen SuS

- stereotypisieren 

- sind überholt

 

Definition: Unterrichtskonzeptionen

= sind Gesamtorientierung methodisch-didaktischen Handelns

- geben Aufschluss über Zusammenhänge von Ziel-, Inhalts- und Methodenentscheidungen

 

- auch als: Gestaltungsformen, Stilformen, Profilierungen, Orientierungen oder Inszenierungsmuster bezeichnet

Elemente von Unterrichtskonzeptionen

JANK/MEYER, 1991

Unterrichtskonzepte...

  • definieren grundlegende Prinzipien (Kindgemäßheit, Motivierung, Anschaulichkeit)
  • formulieren Rollenverhalten von LK und SuS
  • geben Empfehlungen über organisatorisch-institutionelle Gestaltung (Klassenstärke, Räume, Ausstattung)

3 Formen von Unterrichtskonzeptionen 

WIATER/WERNER, 2006

Lehren als direkte Steuerung 

  • lehrergesteuert aber schülerorientiert
  • ZIEL: Erwerb von intelligentem Wissen
    • Schriftspracherwerb mit der Fibel

 

Lehren als indirekte Steuerung 

  • LK:
    • Vorbereitung von Lernmaterialien und Lernumgebungen 
    • Einführung in Lernumgebungen 
    • Diagnostizieren, beobachten und begleiten von Lernprozessen
  • SuS:
    • arbeiten und kontrollieren sich selbstständig
  • ZIEL:
    • selbstständiges, eigenverantwortliches und selbst kontrolliertes Lernen des SuS
    • Erwerb metakognitiver Kompetenzen
      • Wochenplan-, Stationsarbeit

 

Lehren als kooperative Steuerung

  • lehrer- und schülergesteuert
  • LK:
    • plant Unterrichtseinheiten 
    • beteiligt aber SuS demokratisch an der Planung, Themenfindung, Durchführung und Ergebnissicherung
  • SuS:
    • erarbeiten auch eigenständige Beiträge
    • Voraussetzung: haben kognitive+metakognitive Kompetenzen
  • ZIELE:
    • erwerben Strategien der Wissensnutzung
    • erwerben lebensnahe Wissensgenerierung
    • entwickeln eigenständige Frage- und Analysekompetenz
      • Projektunterricht, offener Unterricht

Stufen der Öffnung von Unterricht

PESCHEL, 2006

Stufe 0: Vorstufe (= geöffneter Unterricht; Öffnung von Zeit, Raum und Sozialform)

 

Stufe 1: methodische Öffnung

 

Stufe 2: methodisch-inhaltlich Öffnung 

 

Stufe 3: politisch-partizipative/sozial-integrative Öffnung 

Definition: Offener Unterricht

PESCHEL, 2006

Freigabe von:

  • Zeit
  • Raum
  • Sozialform

Wissenserwerb erfolgt:

  • an selbst gewählten Inhalten
  • auf methodisch individuellem Weg

 

ZIEL: möglichst hohe Mitbestimmung/Mitverantwortung der SuS hinsichtlich

  • Infrastruktur der Klasse
  • Regelfindung in der Gemeinschaft
  • gemeinsamer Gestaltung der Schulzeit

Definition: Reformpädagogik

= pädagogische Bewegung, die von der Psychologie des Kindes ausgehend, seine eigene Aktivität und Kreativität fördern will

- wendet sich gegen die Lernschule

 

Reform = Umgestaltung, Verbesserung des Bestehenden

Pädagogik = Bildung und Erziehung

Montessori-Pädagogik

MARIA MONTESSORI

(1870-1952)

"Hilf mir, es selbst zu tun!"

- geht vom Willen jedes Kindes aus, etwas zu lernen

(Freude an der Arbeit)

 

Zentrale Aspekte:

  • Freiarbeit
  • vorbereitete Umgebung
  • LK als Helfer/Anreizgeber
  • Polarisation der Aufmerksamkeit (keine Unterbrechungen, FLOW-Erlebnis ermöglichen)
  • sensible Phasen 

Waldorf-Pädagogik

RUDOLPH STEINER

- 1919 in Stuttgart: Projektansatz, um Kinder der Waldorf-Zigaretten-Fabrik zu lehren

 

Zentrale Aspekte:

  • Block-/Epochenunterricht
  • Fachunterricht (erweiterter Lehrplan: Musik, Handwerk, Eurythmie, ...)
  • keine Noten, sondern Worturteile + Elterngespräche
  • kein Sitzenbleiben

 

Ziel: freie, aber verantwortungsvolle Kinder hervorbringen

 

Prinzipien:

  • Ganzheitlichkeit
  • Entwicklungsprozesse des Einzelnen im Mittelpunkt
  • Kinder sollen lernen sich auf verschiedenste Weise auszudrücken (Eurythmie, Bilder, Musik, Theater, Bewegung, ...)

Definition: Spiel

HUIZINGA, 1938/1991

- freiwillige Handlung oder Beschfäftigung

- in einem gewissen zeitlichen und räumlichen Rahmen

- unter selbst festgelegten, aber bindenden Regeln

 

- Sinn in sich selbst

- von Spannung + Freude begleitet

- Bewusstsein für das "Anderssein" als das gewöhnliche Leben geschaffen

Wesensmerkmale des Spiels

SCHEUER, 1979

Moment der ...

  • Freiheit (Spiel hat keinen anderen Zweck außer dem Spielen selbst)
  • inneren Unendlichkeit (man kann endlos spielen)
  • Scheinhaftigkeit (man ist in anderen Welten und kann Dinge ausprobieren, die in der Realität nicht möglich sind)
  • Ambivalenz (offene Situationen, das Glück kann entscheiden)
  • Geschlossenheit (Regeln)
  • Gegenwärtigkeit (man befindet sich in der Zeit des Spiels)

Sozialisationstheoretische Bedeutung des Spiels

KRAPPMANN, 1992

= Erlernen der Voraussetzungen für erfolgreiches Rollenhandeln

  • Rollendistanz
  • Empathie
  • Ambiguitätstoleranz
  • Identitätsdarstellung

Funktionen des Spiels

- übernimmt Aufgaben der Lebensbewältigung, wenn andere Techniken noch nicht zur Verfügung stehen (OERTER, 2007)

 

- als Angstabwehr/-Verarbeitung

- als Flucht vor der Realität

- als Erfüllung von Triebwünschen

Einbindungsmöglichkeiten für das Spielen in der GS

PETILLON, 1999

- Vermittlungsfunktion zwischen KITA und GS

- zur Diagnostik, Förderung und Differenzierung = Sonderfunktion

- Begleitfunktion beim Lernen

- Ausgleichs- und Erholungsfunktion

Gründe für das Spielen in der GS 

PETILLON, 2008

  1. Erschließung der Lebensumwelt
  2. gleitender Übergang von KITA in GS
  3. fördern konzentriertes Handeln
  4. schaffen Bewegungsanreiz
  5. üben + vertiefen wird durch spielen motivierender
  6. Kinder können miteinander und voneinander lernen
  7. neue Wege ausprobieren
  8. Umgang mit Emotionen schulen 

Definition: Inklusion

KMK, 2010

= gemeinsame Lernen von SuS mit und ohne Behinderungen

- Ziel: grundlegende Bildung aller Kinder

 

inklusiver Unterricht beinhaltet:

- Lernprozessdiagnostik

- Differenzierung und Individualisierung von gemeinsamen Lehr-Lernsituationen 

ausgewählte Qualitätsmerkmale von Inklusion

LIEBERS, KOLKE, SCHMIDT, 2017

- verlässliche und responsive Beziehungen zwischen SuS + LuL

 

- Pflege respektvoller Peer-Beziehungen 

 

- individualisierende Didaktik und Materialien

(Kooperationsformen in heterogenen Gruppen - REHLE, 2009)

 

- Assessment for Learning (mehrperspektivischer Leistungsbegriff)

Definition: Förderschwerpunkt

Förderschwerpunkt, wenn...

  • Probleme über einen längeren Zeitraum (Mind. 6 Monate) beobachtbar sind
  • Probleme von verschiedenen Personen wahrgenommen werden
  • es in mehreren Situationen beobachtbare Probleme gibt

 

Förderschwerpunkte:

  • soziale und emotionale Entwicklung
  • Hören
  • Sehen
  • körperlich-motorische Entwicklung
  • geistige Entwicklung
  • Lernen
  • Sprache
  • autistisches Verhalten
  • kranke SuS

Definition: Unterricht

WIATER, 2007

Unterricht ist ein Interaktionsgeschehen

  • bei dem Kinder und Jugendliche (SuS)
  • unter Anleitung professioneller Erwachsener (LuL)
  • durch planmäßig initiierte, unterstützte und überprüfte Lernprozesse
  • in einer dazu errichteten gesellschaftlichen Institution (Schule)
  • zum Zwecke ihrer Qualifikation, Personalisation, Sozialisation & Enkulturation
  • ausgewählte Inhalte der Wissenschaft und der Lebenspraxis aufnehmen & erarbeiten sollten

Definition: Didaktische Modelle

- zeigen Handlungsmöglichkeiten

- sind Aussagesysteme über Lehr-Lernprozesse

- dienen als Orientierungshilfe (Planung, Durchführung von Unterricht)

- dienen dem Verständnis von Abläufen & Zusammenhängen

 

  • normative = vorschreibend
  • deskriptive = beschreibend (Didaktisches Dreieck, Berliner Modell)

Didaktisches Dreieck

WIATER, 2007

Lernprozess setzt sich zusammen aus

  • Inhalt/Stoff
  • Lehrkraft
  • Schüler:innen

beeinflusst durch: Unterricht, Schule, Gesellschaft

Berliner Modell der Didaktik

HEIMANN, OTTO, SCHULZ, 1965

- konditionierende Faktoren (wie soziokulturelle und individuelle Voraussetzungen) wirken sich auf die organisatorischen Faktoren (die Planung von Unterricht betreffende Faktoren) aus

- Unterricht/Lernprozesse haben soziale & individuelle Folgen, welche wiederum ausschlaggebend für folgende Unterrichtsstunden sind

(werden wieder zu Voraussetzungen von Lernen)

Angebot-Nutzungs-Modell

HELMKE, 2003/2007

- guter Unterricht bedeutet nicht automatische gute Schülerleistungen

  • Angebot = Unterricht
  • Nutzung = Lernaktivitäten der SuS
  • Ertrag = Leistungen der SuS     

 

- Unterricht wird von der LK gestaltet und angeboten

- SuS müssen dieses Angebot wahrnehmen und sich Wissen aktiv aneignen, um es zu verinnerlichen

-->sowohl Unterrichtsgestaltung, als auch Lernaktivitäten sind von KONTEXTEN (Schulform, Klassenzusammensetzung, kulturelle Rahmenbedingungen, regionaler Kontext) abhängig

 

Epochaltypische Schlüsselprobleme 

(KLAFKI, 1985)

 

= Folgerungen aus der Bestimmung Bildung für ALLE und Bildung im Medium des ALLGEMEINEN

 

  1. Friedensfrage
  2. Umweltfrage
  3. gesellschaftlich produzierten Ungleichheit
  4. Gefahren und Möglichkeiten der neuen Steuerungs-, Kommunikations- und Informationsmedien
  5. Frage des zwischenmenschlichen Umgangs
  6. Weltbevölkerungswachstum
  7. Sinn und Problematik des Nationalitätsprinzips & Kulturspezifik & Interkulturalität

Definition: Kompetenzen

(WEINERT)

  • die bei den Individuen vorhandenen oder durch sie erlernbaren kognitiven
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • um bestimmte Probleme zu lösen
  • und die damit verbundenen motivationalen, sozialen und volitionalen Bereitschaften
  • um die Problemlösestrategien in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll anzuwenden

Kompetenzmodell

LERSCH, 2007

vertikaler Transfer (Wissen)

 

horizontaler Transfer (Können)

 

lateraler Transfer (überfachliche Kompetenzen = lernen lernen, Schlüsselqualifikationen)

 

reflexiver Transfer (selbstregulative Kompetenzen = Allgemein- und Persönlichkeitsbildung, soziales Lernen)

Klassenmanagement

HAAG & BROSIG, 2012

= Lernumgebung schaffen, die schulisches, soziales und emotionales Lernen ermöglicht

- durch Vorstrukturierung der Lernumgebung zu selbstreguliertem, konstruktiven und aktiven Lernprozess

11 Punkte eines effektiven Klassenmanagements

EVERTSON et. al 2006

  1. Klassenraum vorbereiten 
  2. Unterricht vorbereiten
  3. unterrichtliche Klarheit
  4. Verfahrensweisen festlegen
  5. Regeln und Prozeduren unterrichten
  6. Konsequenzen festlegen
  7. Unterbindung von unangenehmen Verhalten
  8. Überwachung des Schülerverhaltens
  9. Verantwortlichkeit der SuS
  10. Strategien für Probleme
  11. gemeinschaftsfördernde Aktivitäten fördern

Classroom-Management 

KOUNIN, 1970

Allgegenwärtigkeit & Überlappung

Reibungslosigkeit & Schwung

Aufrechterhaltung des Gruppenfokus

programmierte Überdrussvermeidung

Abwechslung und Herausforderung in der Stillarbeit

Definition: Klassenführung

HAAG & BROSIG, 2012

= Schlüsselqualifikation für Lehrkräfte, die zur Professionalität beruflichen Handelns zählt = zentrale Lehrerkompetenz

- hoher Anspruch, da im Klassenzimmer viele Prozesse zeitgleich oder schnell aufeinanderfolgend stattfinden

 

Definition: Unterrichtsstörungen

LOHMANN, 2011

= Ereignisse, die den Lehr-Lernprozess beeinträchtigen, unterbrechen oder unmöglich machen

- Ursachen werden von SuS und LuL unterschiedlich gedeutet

Arten von Unterrichtsstörungen

LOHMANN, 2011

  • verbales Störverhalten
  • aggressives Verhalten
  • motorische Unruhe
  • mangelnder Lerneifer

Prävention von Unterrichtsstörungen

NOLTING

  • transparente Klassenregeln
  • breite Aktivierung (Lern-Management)
  • Unterrichtsfluss
  • Präsenz- und Stoppsignale

Intervention bei Unterrichtsstörungen

LOHMANN, 2011

= Unterricht wird unterbrochen und Störung wird explizit zum Thema gemacht

= Handlung, die gegen Störung unternommen wird

  • direktiv (lehrergesteuert)
  • kooperativ (mit Klasse)

10 Regeln für Intervention bei Unterrichtsstörungen

LOHMANN, 2011

  1. Intervention nicht größer als Störung
  2. Null-Toleranz-Politik-Liste (Verhalten, das nicht geduldet wird)
  3. Konsequenz
  4. Eskalationsleiter
  5. statt Ermahnung, beschreibende Rückmeldung
  6. keine Drohungen, die nicht umgesetzt werden 
  7. nicht erpressen --> Wahlmöglichkeiten lassen
  8. Konsequenzen mit Klasse absprechen
  9. statt Strafe, Konfrontation mit logischer Konsequenz
  10. wenn Strafe, dann sachlich begründet

Schulische Inklusion

PRENGEL, 2013

institionelle Ebene (=Besuch einer wohnortbahen Schule)

 

professionelle Ebene (=multiprofessionelles Kollegium erzieht und unterrichtet, fördert die SuS)

 

didaktische Ebene (=individueller, leistungssteigernder Unterricht für alle Kinder)

 

sozialisationstheoretische Ebene (=jedes Kind wird respektiert und demokratische Sozialisation realisiert)

Empfehlungen für eine gelingende Kooperation der Schule nach AUßEN

JMK, 2004

  • schriftliche Vereinbarungen treffen
  • gegenseitiger Austausch
  • gemeinsame Entwicklung, Gestaltung und Realisierung von Angeboten für SuS
  • gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen

Kindgemäßheit

SCHORCH, 1998

= anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen der SuS erfassen und Bildundsangeboten berücksichtigen

  • Sprachvermögen
  • Lebensraumerfahrungen
  • Vorkenntnisse
  • aktuelle Interessen

Unterrichtsgrundsätze

SCHORCH, 1998

  • Anschauung
  • Motivation
  • Handlungsorientierung
  • Individualisierung und Differenzierung
  • Kooperation und soziale Integration

Erziehung

GLÖCKEL, 1990

= Hinführen zum verantwortungsbewussten Handeln

  • sittliche und moralische Gewissens- und Werterziehung
  • Schule: Erziehungsauftrag
  • Jugendliche: Erziehungsbedürfnis

 

Erziehung erfolgt

  • durch Inhalte im Unterricht
  • durch emotionales Nachempfinden
  • durch Zusammenleben/soziales Miteinander

 

übergeordnetes Ziel der Pädagogik:

= verantwortungsbewusster Umgang mit Wissen + Können (=Macht)

12 Bausteine inklusiver Pädagogik

PRENGEL, 2013

  1. ​Besuch der wohnhortnahen Schule
  2. ​Kooperation mit Kita und weiterführender Schule
  3. ​Professionelle Kooperation
  4. ​inklusive Didaktik
  5. ​inklusive Materialien
  6. ​inklusive Diagnostik
  7. ​inklusive Leistungsbewertung
  8. ​pädagogische Beziehungen von Respekt geprägt
  9. ​kindliche Nöte
  10. ​Kerncurriculum: feste Vorgaben und Freiräume
  11. ​Ritualisiertes Klassenleben
  12. ​...

Veränderungsrichtungen in der Leistungsbewertung

von Informationen über SuS zu Informationen für SuS

von konkurrzenorientiertem Leistungsverständnis zu gemeinsamer Arbeit an Aufgaben

von Fremdbewertung zu Selbst- und Mitbewertung

von nur ergebnisorientiertem Lernen hin zu Prozess- und Ergebnisorientierung

Methoden formativer Leistungsmessung

WELLENREUTHER, 2013

  • ​klären von Absichten und Bewertungskriterien
  • ​führen eines effektiv-fragenden Unterrichts
  • ​lernwirksames Feedback
  • ​Aktivierung der SuS

Positive L-S-Beziehungen spiegeln sich in...

  • ​Gestaltung des Klassenraums
  • ​respektvoller Kommunikation
  • ​der Orientierung an Erfahrungen und Lernbedürfnissen der SuS
  • ​partizipativen Strukturen des Schullebens
  • ​Humor im Klassenzimmer
  • ​zuverlässigem Classroom-Management

L-S-Beziehungen haben Einfluss auf die sozial-emotionale Entwicklung und auf die Leistungsentwicklung der SuS

AIDA-STUDIE 2009

  • ​Leistungsdruck und Angst vor LuL & schlechte Noten
  • ​Bedürfnis von Erleben von Unterstützung und Interesse am persönlichen Wohlergehen und Lernfortschritt

KAUAI-Studie 1992

  • ​untersucht Relevanz der LK für gute Lernergebnisse und erfolgreiche Sozialisation der SuS
  • ​hohe Bedeutung von LuL als Bezugsperson
  • ​Bedeutung der LK fur Selbstvertrauen und Zufriedenheit
  • (besonders für Kinder aus Risikofamilien)

Definition: Ganztagsschule

= Schulen (Primar-&Sek. I) an denen

  • an mind. 3 Tagen die Woche 
  • ein Angebot bereitsgestellt wird, das mind. 7h/täglich umfasst
  • ein Mittagessen bereitgestellt wird
  • GTA unter Verantwortung der Schulleitung organisiert werden
  • GTA in einem engen konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht stehen

Formen von Ganztagsschulen 

  • vollgebundene (alle SuS sind verpflichtet)
  • teilweise gebundene (ein Teil der SuS verpflichtet sich)
  • offene Form (SuS erhalten die Möglichkeit, freiwillige Teilnahme, dann aber verpflichtend für HJ oder SJ)

Gründe für Ganztagsschulen

  • sozialpolitische
    • Vereinbarung von Berufs- und Familienleben
    • Unterstützung Alleinerziehender

 

  • bildungspolitische
    • Betreuung der SuS
    • individuelle Förderung und Forderung
    • Interessen und Neigungen fördern und entwickeln
    • Verbesserung der Sozial- und Werteerziehung
    • Integration von Migrantenkindern

Ziele von Ganztagsangeboten

  • Betreuung der SuS
  • individuelle Förderung und Forderung
  • Ausweitung der pädagogischen Praxis
  • soziale Integration

Unterscheidung leistungsfördernder und freizeitbetonter Ganztagsangebote

  • leistungsfördernd
    • lernen lernen
    • Begabtenförderung
    • fächerübergreifende Kompetenzen (Medienkompetenz)

 

  • freizeitbetonte
    • musisch-kulturelle
    • bewegungsorientierte
    • Aktiv- und Entspannungsangebote

Rhythmisierung als Kernstück einer Schule mit Ganztagsangeboten

= pädagogisch sinnvolle Gestaltung des Schultags

- Wechsel von...

  • Bewegung - Ruhe
  • kognitive - praktische Arbeitsphasen
  • Konzentration - Entspannung
  • individueller Arbeit - Gruppenarbeit
  • gelenkter Arbeit - selbsttätiger Arbeit

Unterschiede Ganztagsangebote und Fachunterricht

Fachunterricht

  • leistungsfördernd
  • nur von LuL
  • fachorientiert
  • =Hauptaufgabe der Schule

 

Ganzagsangebote

  • eher freizeitbetont, in spielerischer Form leistungsfördernd
  • von Eltern, Erziehern, außerschulischen Bildungspartnern
  • fachübergreifend - höhere Kompetenzorientierung
  • =unterstützende Angebote (ergänzend)

Definition: Kooperation

SANTEN/SECKINGER 2003

= Verfahren, bei dem durch Abstimmung der Beteiligten eine Optimierung von Handlungsabläufen oder eine Erhöhung der Handlungsfähigkeiten/Problemlösekompetenz angestrebt wird

Bedeutung von Kooperation INNERHALB der Schule

  • kooperierendes Team = Antrieb für Schulentwicklung
  • Fähigkeit zur Kooperation = Teilkriterium für professionelles Lehrerhandeln

Gründe für Kooperation nach AUßEN

  • Erschließung außerschulischer Lernorte
  • aus Lernort Schule wird Lebensbereich Schule (merhperspektivisches Lernen und anknüpfen an Interessen ermöglichen)
  • Schule als LEBENSRAUM (FUHS/BRAND, 2014)
    • curriculare Lerninhalte außerhalb der Schule
    • Entgrenzung außerschulischen Lernens
    • interne Öffnung der Schule
  • Lebensweltbezug erhöhen
  • neue Zugänge für Lehren und Lernen
  • Erweiterung von formellen Lernprozessen hin zu informellen Lernanlässen
  •  

Kooperationspartner 

  • Inklusionsassistenten
  • Eltern
  • Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Insitutionen
  • Privatpersonen (Selbstständige)

Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit

VODAFONE STIFTUNG 2013

  • Willkommens- und Begegnungskultur
  • vielfältige und repektvolle Kommunikation
  • Erziehungs- und Bildungskooperation
  • Partizipation der Eltern

Empfehlungen für eine gelingende Kooperation 

JMK 2004

  • schriftliche Vereinbarungen treffen
  • gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen
  • gegenseitiger Austausch
  • gemeinsame Entwicklung, Gestaltung und Realisierung von Angeboten für SuS
  • Thematisierung von Kooperation in der Lehrerbildung