Heterogenität
Verschiedenheit der SuS im Hinblick auf
ein oder mehrere Merkmale (Scholz, 2012)
vertikale Heterogenität
- Leistungsniveau
horizontale Heterogenität
- Interessen, Lernwege
Formen der Heterogenität
(Largo, 2007)
(Prengel, 2004)
interindividuelle Variabilität
- Vielfalt zwischen Kindern
(Schlafdauer, Gewicht,
Reifeunterschiede, Sprachbeginn)
intraindividuelle Variabilität
- Vielfalt innerhalb eines Kindes
(variierende Schulleistungen,
je nach Neigungen/Interessen)
Heterogenitätsdimensionen
(Rehle/Thoma, 2003)
- somative (körperliche)
- kognitive
- emotionale
- kulturelle + religiöse
- soziokulturelle
- biografische
- in sozialen Einstellungen und Verhaltensweisen
- geschlechterspezifische
Aspekte der Vielfalt
(Scholz, 2012)
- kulturelle und nationale Identität
- religiöse Sozialisation
- familiärer/sozioökonomischer Kontext
- Kenntnisse/Lernvoraussetzungen
- Lernwege/Lernstrategien
- Lern- und Arbeitsverhalten
- Leistungsmotivation
- Temperamentunterschiede
- geschlechterbedingte Unterschiede
- Erfolgs-/Misserfolgsattribution
Egalitäre Differenz
(Prengel, 2004)
= Anspruch, Unterschiede als
Verschiedenheit hinzunehmen,
ohne hierarchisierende Wertungen
vozunehmen
Lern- und Kooperationsformen in heterogenen Gruppen
(Rehle, 2009)
kommunikativ:
- jeder ist dabei und gehört dazu
kooperativ:
- SuS arbeiten an gemeinsamen Aufgaben und Themen
subsidiär:
- SuS helfen sich gegenseitig
koexistent:
- jeder Schüler verfolgt seinen eigenen Lerngang
Modell nach Sander, 2006
Exklusion:
AUsgrenzung von SuS mit Behinderung von jeglichem Schulbesuch
Separation:
Aussonderung in sogenannte Sonder- bzw. Förderschulen
Integration:
Eingliederung von SuS, die bisher ausgeschlossen wurden
Inklusion:
verzichtet auf jegliche Einteilung;
will gemeinsamen und individuellen Bedürfnissen der SuS gerecht werden
Innere Differenzierung
(Scholz, 2012)
(Binnendifferenzierung)
- Prinzip der Modifkation/Integration
- Anpassung des Unterrichts/der Lernwelt an die SuS
- z.B.: differenzierende Aufgabenstellungen,
Unterrichtsformen, Sozialformen
Äußere Differenzierung
(Scholz, 2012)
- Prinzip der Selektion/Segregation
- Bildung möglichst homogener Lerngruppen
(über längeren Zeitraum räumlich getrennt)
- z.B.: unterschiedliche Schulformen
leistungshomogene Lerngruppen
geschlechtshomogene Gruppen (Sportunterricht)
neigungshomogene Gruppen (AGs, Leistungskurse)
Erziehung
(Matthes, 2014)
= Herausziehen des Edukanden aus der Unmündigkeit
Erziehender Unterricht
(Matthes, 2014)
= Einheit von Erziehung und Unterricht
- Aneignung von Inhalten in erzieherischer Absicht
- LK haben Vorbild-/Modellcharakter
Fremderziehung
+Selbsterziehung
(Matthes, 2014)
= prozessuale Ermächtigung des Edukanden
--> unterstützt Edukanden dabei, sich zunehmend selbst aus seiner Unmündigkeit zu befreien (=Selbsterziehung)
Merkmale des erzieherischen Verhältnisses
(Matthes, 2014)
1. sui generi (mit keinem anderen Verhältnis gleichzusetzen)
2. nie nur 2 Personen, 3. Faktor (Wissen, Haltung, Fertigkeit)
3. Lernender und Lehrender sind gleichwertige Subjekte, aber es herrscht Wissensgefälle
4. Dreiecksbeziehung ist überzeitlich
5. Alter des Lernenden ist für die Gestaltung des Lernprozesses ausschlaggebend
6. von Interesse, Respekt und Empathiefähigkeit geprägt
7. gegenseitige Beeinflussung
8. Aneignung von Wissen ist nie passiv
(Eigentätigkeit des Lernenden)
Reaktionsformen auf Heterogenität
(vgl, Weinert, 1997)
zitiert nach Wischer, 2009
- Ignorieren der Lern- und
Leistungsunterschiede
= passive Reaktionsform
- Anpassung der SuS an die
Anforderungen des Unterrichts
= substitutive Reaktionsform
- Anpassung des Unterrichts
an die lernrelevanten Unterschiede
zwischen den SuS
= aktive Reaktionsform
- gezielte Förderung der einzelnen
SuS durch adaptive Gestaltung
des Unterrichts
= proaktive Reaktionsform
Relevante Aspekte für
Didaktik der heterogenen
Lerngruppe
(Prengel, 2004)
Atmosphäre der Anerkennung
- Respekt
- bei Fehlverhalten keine aversiven Strafen,
sondern Wiedergutmachung
Schulleben und offenen Ordnungen
- demokratische und innovative
Rituale
-->Strukturen schaffen,
die Halt und Sicherheit
geben, aber auch
Freiräume ermöglichen
Didaktische Formen
- innere Differenzierung
- Freiarbeit
- fächer- und klassenübergreifende Projekte
- mehrperspektivische Leistungsreflexion
und -bewertung
Elemente kindgemäßer
Gestaltung von Unterricht
und Schulleben
(Schorch, 1998)
Raumgestaltung
- Flure und Freiflächen nutzen
- Licht-, Sicht- und Hörverhältnisse
- angemessene Möbel
- Aktivitätsecken im Klassenzimmer
Zeitgestaltung
- Rhythmisierung des Schullebens
- Schule vermittelt hilfreiche Gewohnheiten,
Sitten und feste Normen
sozial-emotionale Atmosphäre
- Vertrauen und Offenheit
- Wissen um Sozialstruktur der Klasse
- Vermeidung von Schulangst
- Wahrung der Intimsphäre des Kindes
Berücksichtigung
altersspezifischer Merkmale
(Schorch, 1998)
- körperlicher Bereich
(Gestaltwandel, Bewegungsbedürfnis,
Grob- und Feinmotorik)
- kognitiv-intellektueller Bereich
(von egozentrischen zu mehr sachbezogenen
Einstellungen;
von wenn-dann-Denken
zu Kausalbeziehungen)
- sozialer Bereich
(Entwicklung von sozialbezogenen EInstelungen)
- Arbeitsverhalten
(von der Spiel- zur Arbeitshaltung;
wachsende Aufmerksamkeitsspanne)
Merkmale der Unterrichtsqualität
(Helmke, 2010)
Tabus über dem
Lehrerberuf
(Adorno, 1977)
- Akademiker zweiter Klasse
- Kleinkariertheit
- Weltfremdheit
- Infantilität
- Prügler
Überwindung der Tabus:
- besprechen, dass LK nur Menschen sind
- klare Trennung von Rollenbildern
(Lehrerrolle vs. Privatperson)
Charakteristika des Lehrerberufs
und des Arbeitsplatzes Schule
(Rothland, 2013)
- Zweiteilung des Arbeitsplatzes
- unvollständig geregelte Arbeitszeit
- prinzipielle Offenheit (man kann immer
mehr, besser, tiefgehender vorbereiten)
- erzwungene Zusammenarbeit (asymmetrisches
Verhältnis von L-S)
- Beruf ohne Karrieremöglichkeiten
- fehlendes Berufsgeheimnis
Antinomien des Lehrerhandelns
(Helsper, 1996&2000)
zitiert nach Rothland, 2013
Nähe vs. Distanz
Person vs. Sache
Einheitlichkeit vs. Differenz
Organisation vs. Interaktion
Autonomie vs. Heteronomie
Aufgabenfelder für Lehrkräfte
(KMK, 2000)
(1) unterrichten
(2) erziehen
(3) beurteilen
(4) beraten
(5) weiterentwickeln der eigenen
Kompetenzen
(6) weiterentwickeln der eigenen
Schule
Grundformen professionellen
Handelns von Lehrerinnen
und Lehrern
(Kiper, 2001)
- unterrichten
- erziehen
- pädagogisches Diagnostizieren
- beraten
- Leistung messen und beurteilen
- soziale Bezugsnorm
- kriteriale Bezugsnorm
- individuelle Bezugsnorm
- sich fortbilden
- Schulleben gestalten
- sich an der Schulentwicklung beteiligen
- eine Berufsethik formulieren
- mit Eltern kooperieren
Ziele und Aufgaben
der Grundschule
(SMK, 2009)
Bildungs- und Erziehungsauftrag
- grundlegendes Wissen vermitteln
- Entwicklung und Ausbildung von
Methoden-, Lern- und Sozialkompetenz
BIldungs- und Erziehungsziele
- Kulturtechniken erlernen (lesen, schreiben, rechnen)
- Fremdprache
- Kommunikation
- Probleme mehrperspektivisch erfassen
- Regeln und Normen des sozialen Miteinanders kennen
- Umweltbewusstsein, Verantwortung
Gestaltung des Bildungs- und Erziehungsprozesses
- an Lebenswelt der Kinder anknüpfen
- aktives, selbstständiges Lernen
- Differenzierung und individualisierender Unterricht
- Rhythmisierung des Unterrichts
- Schule und Schulleben mitgestalten
- Persönlichkeitsentwicklung unterstützen
2 Modellvorstellungen des Erziehers
Treml, 1991
in Matthes, 2014
Erzieher als Handwerker
- gestaltet Menschen nach
seinen Vorstellungen
Erziehr als Gärtner
- pflegt und schützt
- unterstützt natürlichen
Entwicklungsprozess
Erziehung
(Glöckel, 1990)
- Hinführung zum verantwortlichen Handeln
- sittliche moralische Gewissens- und Werterziehung
- intentionale vs. funktionale Erziehung/Sozialisation
- übergeordnetes Ziel
pädagogischen Handelns:
= mit Wissen und Können (=Macht)
verantwortungsvoll umgehen
Kompetenzorientiertes Lernmodell
(Scholz, 2012)
Handlungskompetenz bildet sich aus:
- inhaltlich-fachlichen
- methodischen
- sozialen
- personalen Kompetenzen
beeinflusst durch:
- gesellschaftlichen Kontext
- schulischen Kontex
- familiären Kontext
- Vorgaben des Bildungsplans
Subjektive Fehlerquellen
(Scholz, 2012)
Tendenz zur Mitte vs. Tendenz zu Extremurteilen
Tendenz zur Milde vs. Tendenz zur Strenge
Einfluss von Geschlecht und Sympathie
Einfluss von Voreingenommenheit und Zusatzinformationen
Differenzierung
(Inckemann, 2014)
= merkmalsbezogene Gruppierung
(Alter, Geschlecht, Leistung, Interessen)
- Ausrichtung des Lernangebots nach der Gruppe
- findet in allen Unterrichtsphasen statt
- Unterscheidung in
Innere Differenzierung
(Binnendifferenzierung)
(Inckemann, 2014)
= Differenzierungsformen innerhalb einer gemeinsam unterrichteten Klasse
- LK unterteilt SuS in Gruppen
- es werden unterschiedliche Angebote für unterschiedliche Gruppen bereitgestellt
Individualisierung
(Inckemann, 2014)
= individuelle Lernangebote
- SuS wählen selbst aus
- z.B. Freiarbeit, Wochenplanarbeit
Adaptiver Unterricht
(Inckemann, 2014)
= Anwendung von Individualisierung und Differenzierung
- Anpassung des Lehrangebots an individuelle Vorausstzungen
- zielt auf Steigerung fachlicher Leistung
- z.B. Schüler coachen Schüler; Expertengruppen
Leistungsermittlung
+ Leistungsbewertung
(COMENIUS-INSTITUT, 2005)
Leistungsermittlung
= quantitative Ermittlung von Leistungen
- wertfrei
Leistungsbewertung
= interpretative Einordnung der Leistung in einen Maßstab
- wertend/vergleichend
Funktionen von Leistungsermittlung + Leistungsbewertung
(COMENIUS-INSTITUT, 2005)
- Rückmeldung
- Grundlage für individuelle Förderung
- Entscheidungshilfe für Schullaufbahnentscheidungen
- Auskunft über Lernstand der Klasse
- Wirksamkeit des Unterrichts
erweitertes Leistungsverständnis
(COMENIUS-INSTITUT, 2005)
- fachlich-inhaltliche Leistungen
- methodisch-strategische Leistungen
- sozial-kommunikative Leistungen
- persönliche Leistungen (Selbstvertrauen, Werthaltungen entwickeln)
Beurteilung
(Zumhasch, 2014)
= zielgerichteter und kontrollierbarer Prozess
Was wird bewertet?
- fachspezifische Bildungsziele
- nichtkognitive Bildungsziele
Prüfverfahren zur schulischen Leistungsfeststellung
+
Zielrichtung
(Zumhasch, 2014)
Prüfverfahren
- schriftliche Verfahren
- mündliche Verfahren
- praktische Verfahren
Zielrichtung
- produktorientiert
- prozessorientiert
Bewertungs-/Bezugsnormen schulischer Leistungsfeststellung
(Zumhasch, 2014)
soziale
- soziale Referenzgruppe
- Klassennorm
kriteriumsorientierte
- festgelegtes Anforderungskriterium
individuelle
- individuelle Lernentwicklung
Bildung als KAPITAL
BORDIEU, 1973
Kapital
- kulturelles (Bildung, Wissen)
- soziales (Beziehungen, Familie, Freunde)
- ökonomisches (Geld, Haus, Auto)
Demokratischer Allgemeinbildungsbegriff
(KLAFKI, 1985)
- Aufgabe der Pädagogik: Gesellschaft demokratisch weiterentwickeln
- Bildung befähigt zu: Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Solidarität
Allgemeinbildung:
materiale Bildung: Faktenwissen
formale Bildung: Können, Methoden
kategoriale Bildung: Dialektik von Wissen und Können
gelingender Schulanfang
LIEBERS, 2008
- Erwerb grundlegender schulischer Kompetenzen
- Wohlbefinden in der Rolle als SuS
- positives Selbstkonzept entwickeln
- überdauernde Lernfreude und Anstrengungsbereitschaft entwickeln
- soziale Integration in die Klasse erleben
Herausforderungen des Schulanfangs
Veränderung der ...
- Zeit- und Raumstrukturen
- Lernarrangements
- Verpflichtungen
- Sozialbeziehungen
- Leistungs- und Verhaltenserwartungen
veränderte Leistungserwartungen:
- Eintritt in die Welt der Leistungsanforderungen
- SuS kommen mit erhöhtem Selbstbild
- in sozialen Gruppem werden Leistungshierarchien erlebt und Leistungsvergleiche mit Gleichaltrigen vorgenommen
--> Leistungsdruck durch Eltern
- Selbstkonzept ist von Bezugspersonen abhängig
- SuS können nicht unterscheiden zwischen Anerkennung und Leistungsevaluation durch LK
Transition am Schulanfang
- Transition auf 3 Ebenen für Eltern und Kinder
Schulfähigkeit
KAMMERMEYER, 2000
- Sozialverhalten
- Grob-/Feinmotorik
- Aufmerksamkeit/Konzentration
- Gedächtnis/Wahrnehmung
- phonologische Bewusstheit
- Sprache
- Resilienz (Übergangsbewältigungskompetenz)
Schulfähigkeit als gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten
= Produkt der Interaktion zwischen Kindern und einer Vielzahl an Umweltbedingungen/kulturellen Erfahrungen
historische Entwicklung von SCHULREIFE (KERN, 1951) zu Schulfähigkeit
- Schulreife (KERN, 1951)
- Schulfähigkeit
Leitideen und Funktionen der Schuleingangsdiagnostik
PRENGEL/LIEBERS, 2005
(Arbeitskreislauf zum Erstellen inklusiver Angbeote)
Definition: Schuleingangsdiagnostik
= Verfahren zur Feststellung der individuellen Erfahrungen und Lernvoraussetzungen
ZIEL:
- dem Kind einen reibungslosen Schulstart ermöglichen + individuell fördern
durch:
1. Zustand des Kindes
2. Untersuchen des Kindes -->Befund (=Ergebnis der Untersuchung)
3. Maßnahmen festlegen
Pädagogische Prinzipien für die ersten Schulwochen
KNÖRZER/GRASS, 1992/2007
Definition: Rituale
= besondere sozial gestaltete, situative und aktionale Ausdrucksformen von Kultur
Bedeutung und Funktion von Ritualen
RIEGEL, 1994
- geben psychischen Halt
- sollen Arbeit im Unterricht strukturieren, Schulzeit gliedern und im Zusammenleben Orientierung geben
PIPER, 1996
- stiften gemeinsamen Bezugspunkt, Zugehörigkeit und Einheit
Kriterien von Ritualen
VON DER GROEBEN, 1999
- geben Ordnung und Orientierung
- vermitteln gemeinschaftliche Werte
- zeichnen sich durch Kern der Veränderbarkeit aus
- sind altersspezifisch
- sind gemeinsachaftsstiftende Erlebnisse
Chancen und Grenzen von Ritualen
KAISER, 2012
+ erleichtern Ablauf von Unterricht
+ sind Strukturierungs- und Orientierungshilfen
+ regeln soziales Miteinander
+ fördern den Weg zur Selbstständigkeit
- fixieren SuS auf LK
- esoterisch, abgehoben
- disziplinieren SuS
- unterwerfen SuS
- stereotypisieren
- sind überholt
Definition: Unterrichtskonzeptionen
= sind Gesamtorientierung methodisch-didaktischen Handelns
- geben Aufschluss über Zusammenhänge von Ziel-, Inhalts- und Methodenentscheidungen
- auch als: Gestaltungsformen, Stilformen, Profilierungen, Orientierungen oder Inszenierungsmuster bezeichnet
Elemente von Unterrichtskonzeptionen
JANK/MEYER, 1991
Unterrichtskonzepte...
3 Formen von Unterrichtskonzeptionen
WIATER/WERNER, 2006
Lehren als direkte Steuerung
Lehren als indirekte Steuerung
Lehren als kooperative Steuerung
Stufen der Öffnung von Unterricht
PESCHEL, 2006
Stufe 0: Vorstufe (= geöffneter Unterricht; Öffnung von Zeit, Raum und Sozialform)
Stufe 1: methodische Öffnung
Stufe 2: methodisch-inhaltlich Öffnung
Stufe 3: politisch-partizipative/sozial-integrative Öffnung
Definition: Offener Unterricht
PESCHEL, 2006
Freigabe von:
Wissenserwerb erfolgt:
ZIEL: möglichst hohe Mitbestimmung/Mitverantwortung der SuS hinsichtlich
Definition: Reformpädagogik
= pädagogische Bewegung, die von der Psychologie des Kindes ausgehend, seine eigene Aktivität und Kreativität fördern will
- wendet sich gegen die Lernschule
Reform = Umgestaltung, Verbesserung des Bestehenden
Pädagogik = Bildung und Erziehung
Montessori-Pädagogik
MARIA MONTESSORI
(1870-1952)
"Hilf mir, es selbst zu tun!"
- geht vom Willen jedes Kindes aus, etwas zu lernen
(Freude an der Arbeit)
Zentrale Aspekte:
Waldorf-Pädagogik
RUDOLPH STEINER
- 1919 in Stuttgart: Projektansatz, um Kinder der Waldorf-Zigaretten-Fabrik zu lehren
Zentrale Aspekte:
Ziel: freie, aber verantwortungsvolle Kinder hervorbringen
Prinzipien:
Definition: Spiel
HUIZINGA, 1938/1991
- freiwillige Handlung oder Beschfäftigung
- in einem gewissen zeitlichen und räumlichen Rahmen
- unter selbst festgelegten, aber bindenden Regeln
- Sinn in sich selbst
- von Spannung + Freude begleitet
- Bewusstsein für das "Anderssein" als das gewöhnliche Leben geschaffen
Wesensmerkmale des Spiels
SCHEUER, 1979
Moment der ...
Sozialisationstheoretische Bedeutung des Spiels
KRAPPMANN, 1992
= Erlernen der Voraussetzungen für erfolgreiches Rollenhandeln
Funktionen des Spiels
- übernimmt Aufgaben der Lebensbewältigung, wenn andere Techniken noch nicht zur Verfügung stehen (OERTER, 2007)
- als Angstabwehr/-Verarbeitung
- als Flucht vor der Realität
- als Erfüllung von Triebwünschen
Einbindungsmöglichkeiten für das Spielen in der GS
PETILLON, 1999
- Vermittlungsfunktion zwischen KITA und GS
- zur Diagnostik, Förderung und Differenzierung = Sonderfunktion
- Begleitfunktion beim Lernen
- Ausgleichs- und Erholungsfunktion
Gründe für das Spielen in der GS
PETILLON, 2008
Definition: Inklusion
KMK, 2010
= gemeinsame Lernen von SuS mit und ohne Behinderungen
- Ziel: grundlegende Bildung aller Kinder
inklusiver Unterricht beinhaltet:
- Lernprozessdiagnostik
- Differenzierung und Individualisierung von gemeinsamen Lehr-Lernsituationen
ausgewählte Qualitätsmerkmale von Inklusion
LIEBERS, KOLKE, SCHMIDT, 2017
- verlässliche und responsive Beziehungen zwischen SuS + LuL
- Pflege respektvoller Peer-Beziehungen
- individualisierende Didaktik und Materialien
(Kooperationsformen in heterogenen Gruppen - REHLE, 2009)
- Assessment for Learning (mehrperspektivischer Leistungsbegriff)
Definition: Förderschwerpunkt
Förderschwerpunkt, wenn...
Förderschwerpunkte:
Definition: Unterricht
WIATER, 2007
Unterricht ist ein Interaktionsgeschehen
Definition: Didaktische Modelle
- zeigen Handlungsmöglichkeiten
- sind Aussagesysteme über Lehr-Lernprozesse
- dienen als Orientierungshilfe (Planung, Durchführung von Unterricht)
- dienen dem Verständnis von Abläufen & Zusammenhängen
Didaktisches Dreieck
WIATER, 2007
Lernprozess setzt sich zusammen aus
beeinflusst durch: Unterricht, Schule, Gesellschaft
Berliner Modell der Didaktik
HEIMANN, OTTO, SCHULZ, 1965
- konditionierende Faktoren (wie soziokulturelle und individuelle Voraussetzungen) wirken sich auf die organisatorischen Faktoren (die Planung von Unterricht betreffende Faktoren) aus
- Unterricht/Lernprozesse haben soziale & individuelle Folgen, welche wiederum ausschlaggebend für folgende Unterrichtsstunden sind
(werden wieder zu Voraussetzungen von Lernen)
Angebot-Nutzungs-Modell
HELMKE, 2003/2007
- guter Unterricht bedeutet nicht automatische gute Schülerleistungen
- Unterricht wird von der LK gestaltet und angeboten
- SuS müssen dieses Angebot wahrnehmen und sich Wissen aktiv aneignen, um es zu verinnerlichen
-->sowohl Unterrichtsgestaltung, als auch Lernaktivitäten sind von KONTEXTEN (Schulform, Klassenzusammensetzung, kulturelle Rahmenbedingungen, regionaler Kontext) abhängig
Epochaltypische Schlüsselprobleme
(KLAFKI, 1985)
= Folgerungen aus der Bestimmung Bildung für ALLE und Bildung im Medium des ALLGEMEINEN
Definition: Kompetenzen
(WEINERT)
Kompetenzmodell
LERSCH, 2007
vertikaler Transfer (Wissen)
horizontaler Transfer (Können)
lateraler Transfer (überfachliche Kompetenzen = lernen lernen, Schlüsselqualifikationen)
reflexiver Transfer (selbstregulative Kompetenzen = Allgemein- und Persönlichkeitsbildung, soziales Lernen)
Klassenmanagement
HAAG & BROSIG, 2012
= Lernumgebung schaffen, die schulisches, soziales und emotionales Lernen ermöglicht
- durch Vorstrukturierung der Lernumgebung zu selbstreguliertem, konstruktiven und aktiven Lernprozess
11 Punkte eines effektiven Klassenmanagements
EVERTSON et. al 2006
Classroom-Management
KOUNIN, 1970
Allgegenwärtigkeit & Überlappung
Reibungslosigkeit & Schwung
Aufrechterhaltung des Gruppenfokus
programmierte Überdrussvermeidung
Abwechslung und Herausforderung in der Stillarbeit
Definition: Klassenführung
HAAG & BROSIG, 2012
= Schlüsselqualifikation für Lehrkräfte, die zur Professionalität beruflichen Handelns zählt = zentrale Lehrerkompetenz
- hoher Anspruch, da im Klassenzimmer viele Prozesse zeitgleich oder schnell aufeinanderfolgend stattfinden
Definition: Unterrichtsstörungen
LOHMANN, 2011
= Ereignisse, die den Lehr-Lernprozess beeinträchtigen, unterbrechen oder unmöglich machen
- Ursachen werden von SuS und LuL unterschiedlich gedeutet
Arten von Unterrichtsstörungen
LOHMANN, 2011
Prävention von Unterrichtsstörungen
NOLTING
Intervention bei Unterrichtsstörungen
LOHMANN, 2011
= Unterricht wird unterbrochen und Störung wird explizit zum Thema gemacht
= Handlung, die gegen Störung unternommen wird
10 Regeln für Intervention bei Unterrichtsstörungen
LOHMANN, 2011
Schulische Inklusion
PRENGEL, 2013
institionelle Ebene (=Besuch einer wohnortbahen Schule)
professionelle Ebene (=multiprofessionelles Kollegium erzieht und unterrichtet, fördert die SuS)
didaktische Ebene (=individueller, leistungssteigernder Unterricht für alle Kinder)
sozialisationstheoretische Ebene (=jedes Kind wird respektiert und demokratische Sozialisation realisiert)
Empfehlungen für eine gelingende Kooperation der Schule nach AUßEN
JMK, 2004
Kindgemäßheit
SCHORCH, 1998
= anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen der SuS erfassen und Bildundsangeboten berücksichtigen
Unterrichtsgrundsätze
SCHORCH, 1998
Erziehung
GLÖCKEL, 1990
= Hinführen zum verantwortungsbewussten Handeln
Erziehung erfolgt
übergeordnetes Ziel der Pädagogik:
= verantwortungsbewusster Umgang mit Wissen + Können (=Macht)
12 Bausteine inklusiver Pädagogik
PRENGEL, 2013
Veränderungsrichtungen in der Leistungsbewertung
von Informationen über SuS zu Informationen für SuS
von konkurrzenorientiertem Leistungsverständnis zu gemeinsamer Arbeit an Aufgaben
von Fremdbewertung zu Selbst- und Mitbewertung
von nur ergebnisorientiertem Lernen hin zu Prozess- und Ergebnisorientierung
Methoden formativer Leistungsmessung
WELLENREUTHER, 2013
Positive L-S-Beziehungen spiegeln sich in...
L-S-Beziehungen haben Einfluss auf die sozial-emotionale Entwicklung und auf die Leistungsentwicklung der SuS
AIDA-STUDIE 2009
KAUAI-Studie 1992
Definition: Ganztagsschule
= Schulen (Primar-&Sek. I) an denen
Formen von Ganztagsschulen
Gründe für Ganztagsschulen
Ziele von Ganztagsangeboten
Unterscheidung leistungsfördernder und freizeitbetonter Ganztagsangebote
Rhythmisierung als Kernstück einer Schule mit Ganztagsangeboten
= pädagogisch sinnvolle Gestaltung des Schultags
- Wechsel von...
Unterschiede Ganztagsangebote und Fachunterricht
Fachunterricht
Ganzagsangebote
Definition: Kooperation
SANTEN/SECKINGER 2003
= Verfahren, bei dem durch Abstimmung der Beteiligten eine Optimierung von Handlungsabläufen oder eine Erhöhung der Handlungsfähigkeiten/Problemlösekompetenz angestrebt wird
Bedeutung von Kooperation INNERHALB der Schule
Gründe für Kooperation nach AUßEN
Kooperationspartner
Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit
VODAFONE STIFTUNG 2013
Empfehlungen für eine gelingende Kooperation
JMK 2004