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Phonologie

  • Teilbereich der Linguistik, der die Funktion von sprachlichen Lauten untersucht
  • beschreibt bedeutungsunterscheidene Laute (Phoneme)

Segmentale Phonologie vs. prosodische Phonologie

  • segmentale Phonologie: einzelne Laute
  • prosodische Phonologie: größere Einheiten als einzelne Laute

Distinktive Funktion

  • bedeutungsunterscheidende Funktion

Phonem

  • das kleinste bedeutungsdifferenzierende Segment der gesprochenen Sprache 
  • Darstellung zwischen Schrägstrichen: /Phonem/ z.B. /b/

Minimalpaar

  • zwei Wörter, die sich nur durch einen Laut unterscheiden
  • Beispiel: Hund- bunt; bieten-bitten; Höhle-Hölle; spuken- spucken; Ofen-offen; Bahn-Bann; Hüte-Hütte 

Distinktives Merkmal

  • Was genau ist verantwortlich für den Bedeutungsunterschied?
  • bedeutungsdifferenzierende Lauteigenschaft
  • Beispiele:
    • Pein/Bein --> /p/ und /b/ sind Phoneme  --> /p/ [bilabial, plosiv, stimmlos]; /b/ [bilabial, plosiv, stimmhaft]
  • können sich alleine durch eine Lauteigenschaft unterscheiden 

Eigenschaften von Phonemen

  • abstrakte, funktionale Einheiten des Sprachsystems (Langue)
  • nicht mit einem konkreten Laut (Phon) identifizierbar 
  • bestehen aus Bündeln distinktiver Merkmale 

Phonem/Phon/Allophon

  • Phonem: abstrakte Lautklasse /t/
  • Phon: konkrete Realisierung eines Phonems [t]
  • Allomorph: Realisierungsvariante eines Phonems [t],[t^h]

Arten der Variation bei Allophonen 

  • a) komplementäre Distribution
    • Allophone kommen nie im gleichen Lautkontext vor
    • nur ein Allophon ist in einem bestimmten Lautkomplex richtig 
  • b) freie Variationen 
    • der Sprecher kann sich ein Allophon aussuchen 
    • Allophone sind im gleichen Lautkontext austauschbar 

Eigenschaften von phonologischen Merkmalen

  • 1. Binarität 
    • die Eigenschaft ist entweder vorhanden oder nicht 
    • z.B. Stimmton: entweder stimmhaft oder nicht
  • 2. Distinktivität 
    • Merkmal ist eine bedeutungsdifferenzierende Funktion 
  • 3. Universalität 
    • mit einer relativ kleinen Menge von Merkmalen können Phonensysteme aller natürlichen Sprachen beschrieben werden 

Phonologische Prozesse und Regeln

  • 1. Silbenstruktur
  • 2. Neutralisierung 
  • 3. Ellision
  • 4. Epenthese 
  • 5. Assimilation 

1. Silbenstruktur - Silbentypen

  • Vollsilbe vs. Reduktionssilbe 
    • Vollsilbe enthält Vollvokale und Reduktionssilbe enthält Schwa-Vokal
    • Beispiel: Ba-na-ne (Vollsilbe- Vollsilbe- Reduktionssilbe)
  • Haupt - vs. Nebensilbe 
    • Hauptsilben haben die Wortbetonung und Nebensilben sind unbetont 
    • Beispiel: Ba-na-ne (Nebensilbe- Hauptsilbe- Nebensilbe)
  • offene vs. geschlossene Silbe 
    • offene Silben enden auf einen Vokal und geschlossene auf einen Konsonanten 

1. Silbenstruktur - Silbenaufbau

  • Kern (abgekürzt auch K; auch: Nucleus) 
    • jede Silbe braucht einen Kern
    • Kern ist oft Vokal
    • besteht nur aus einem Laut 
  • Anfangsrand (AR; auch: Onset) 
    • alle Laute einer Silbe vor dem Kern
  • Endrand (ER; auch: Koda)
    • alle Laute nach dem Kern
    • muss nicht besetzt sein  

Skala der Sonorarität 

  • Vokale > Liquide > Nasale > Fritkative > Plosive 

Grundregeln für den Silbenaufbau

  • a) die Sonorarität steigt vom AR zum K an und nimmt vom K zum ER ab 
    • Sonorität muss im Kern am größten sein
  • b) Innerhalb des AR fällt die Sonorität nicht, innerhalb des ER steigt sie nicht 
    • Ausnahmsweise ist im Deutschen möglich: AR stimmloser Frikativ darf von einem Plosiv gefolgt werden 

2. Neutralisierung (am Beispiel der Auslautverhärtung)

  • Neutralisierung: Ein Kontrast, der zwischen zwei Phonemen per definitionem besteht, wird in einem bestimmten Lautkontext aufgegeben (neutralisiert), z.B.  Auslautverhärtung von Obstruenten 
  • Auslautverhärtung: Am ER einer Silbe gibt es keinen stimmhaften Obstruenten 

3. Ellision (Laut-Tilgung)

  • phonologische Prozesse 
  • es gibt Laute, die nicht ausgesprochen werden 

4. Epenthese (Laut - Hinzufügung)

  • nie standartsprachlich

5. Assimilation (Laut- Angleichung)

  • Angleichung eines Lautes an einen anderen Laut (z.B. durch Übernahme von Artikulationsort oder -art
  • Progressive Assimilation
    • Übertragung eines Merkmals auf den Folgelaut 
  • regressive Assimilation 
    • Übertragung eines Merkmals auf den vorangehenden Laut 

Phonologische Regeln 

  • A --> B/X___Y
  • Segment A wird zu B, wenn A in der  Umgebung X___Y steht
  • X oder Y kann leer sein