Durchschnittlicher Fortschritt
Gewusst0
Nicht gewusst0
Noch nicht gestartet51

Empfohlene Karteikarten-Sets

Karteikarten im Karteikarten-Set

Noch nicht gestartet (51)

Grammatik

  • untersucht natürliche Sprachen unter dem Gesichtspunkt des Systems 
  • natüliche Sprache = Ausdrucksweise, die von einer Gruppe Menschen tagtäglich verwendet wird (z.B. Ruhrdeutsch)
  • Sprachsystem = Menge aller sprachlichen Einheiten und ihrer Verknüpfungsregeln (z.B. Sprachlaute, Silben, Wörter usw.)
  • die Regeln beschreiben, inwiefern wir Einheiten verknüpfen müssen, damit andere uns verstehen 

Sprachverwendungsforschung (Pragmatik und Stilistik)

  • untersucht natürliche Sprachen unter dem Aspekt ihrer Verwendung 
  • Pragmatik =warum verwenden wir bestimmte Begriffe?
  • Stilistik = es gibt verschiedene Stilebenen

Sprachvarietätenforschung (Dialektlogie, Soziolinguistik, Fachsprachenforschung) 

  • untersucht Sprachen unter dem Aspekt der Variationen
  • Sprache variiert im Rahmen der Entwicklung, dem Umkreis, der Sprecher usw.

Sprachpsychologie (=Psycholinguistik) 

  • untersucht Zusammenhänge zwischen natürlichen Sprachen und pyschischen Faktoren 

Sprachbiologie (=Neurolinguistik)

  • untersucht den Zusammenhang von natürlichen Sprachen und biologischen Faktoren 

Sprachphysik (=Akustische Phonetik)

  • untersucht physikalische Aspekte bei der Verwendung von natürlichen Sprachen

Kernbereiche der Linguistik

  • Grammatik
  • Sprachverwendungsforschung 
  • Sprachvarietätenforschung
  • Sprachpsychologie 

Kern der Kernbereiche

  • Grundlage für alle anderen Disziplinen 
  • Grammatik

Interdisziplinäre Linguistik

  • Sprachwissenschaftler brauchen Hilfe von anderen Fachbereichen
  • Sprachvarietätenforschung 
  • Sprachpsychologie 
  • Sprachbiologie 
  • Sprachphysik

Teilbereiche der Grammatik

  • Syntax
  • Morphologie
  • Phonologie 
  • Graphematik 
  • Semantik
  • Lexikologie 

Syntax

  • Wissenschaftliche Anaylse der Regeln einer Sprache, nach denen Sätze in ihr gebildet werden 

Morphologie

  • Wissenschaftliche Analyse der Regeln einer Sprache, nach denen Wörter gebildet werden 

Phonolgie 

  • Wissenschaftiche Analyse der Regeln einer Sprache, die die lautliche Form der Ausdrücke festlegen 

Graphematik

  • Wissenschaftliche Analyse der Regeln von einer Aprache, die die schriftliche Form der Ausdrücke festlegt

Semantik

  • Wissenschaftliche Analyse der Regeln einer Sprache, die die Bedeutung der Ausdrücke festlegen

Lexikologie 

  • Wissenschaftliche Analyse der Wortschatzes (oder Lexikons) einer Sprache

Synchrone Sprachwissenschaft 

  • Beschreibung von sprachlichen Einheiten und Regeln zu einem bestimmten Zeitpunkt

Diachrone Sprachwissenschaft

  • beschreibt den Sprachwandel im Laufe der Zeit 
  • es können entweder einzelne sprachliche Einheiten durch andere ersetzt werden oder einzelne sprachliche Einheiten verändern sich im Laufe der Zeit 

Ferdinand de Saussure (1857-1913)

  • Begründer der modernen Linguistik und des Strukturalismus 
  • (1916): Cours de linguistique générale
  • (1967): Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, Berlin: de Gruyter 
  • Begründer der synchronen Sprachwissenschaft => beschäftigt sich mit der Gegenwart 

Zeichen

  • ein Zeichen ist eine sinnlich wahrnehmbare Form mit Bedeutung
  • wir müssen ein Zeichen mit unseren Sinnen wahrnehmen können und es muss eine Bedeutung haben --> ein Zeichen ist ein x, das für ein y steht 

Symptom

  • natürliches Zeichen 
  • x ist ein Symptom für y, wenn x durch y verursacht wird
  • Beispiel: nasse Dächer sind ein Symptom für  Regen

Symbol

  • künstliches Zeichen
  • x ist ein Symbol für y, wenn x per Vereinbarung für y steht 
  • Beispiele: Verkehrzeichen, alle Wörter 

Ikonisch

  • ein Zeichen ist ikonisch, wenn es eine Ähnlichkeit zumzu Bezeichnenden aufweist 
  • Beispiel(Verkehrszeichen Radweg, Fußabdrücke)

Arbiträr

  • ein Zeichen ist arbiträr, wenn es keinerlei Ähnlichkeit zum zu Bezeichnenden aufweist
  • Beispiel: Verkehrszeichen Vorfahrt gewähren, die meisten Worte sind arbiträr

Das sprachliche Zeichen (Saussure)

  • besteht aus Ausdruck und Inhalt (Bedeutung)
  • Ausdruck und Inhalt sind eng miteinander verknüpft und können nicht getrennt werden -->an einem bestimmten Ausdruck ist eine bestimmte Bedeutung geknüpft, wird also der Ausdruck verändert, dann verändert sich auch der Inhalt oder wird vollkommen zerstört 
  • sprachliche Zeichen sind immer Symbole und können keine Symptome sein
  • können ikonisch oder arbitrar sein 

Das semiotische (Lehre der Zeichen) Dreieck (Odgen und Richards, 1923)

  • Begriff (existiert nur in den Vorstellung und kann bei allen anders aussehen (Kern muss gleich bleiben) --> abstraktes Gedankenkonstrukt) bezieht sich auf ein Ding (in außersprachlichen Welt) 
  • Symbol (Ausdruck+Inhalt) steht für Ding und erweckt Begriff 
  • Zusammenhang zwischen Symbol (Zeichen), Begriff (Gedanke) und Ding (Denotat/Referent) 
  • es besteht keine unmittelbare Relation zwischen Zeichen und Denotat
  • Sprachliche Zeichen lassen sich nur über ihr begriffliches Konzept auf die Wirklichkeit beziehen 

Drei Funktionendes sprachlichen Zeichens 

  • Symbol (Darstellung)
    • Zeichen stehen für Gegenstände, Sachverhältnisse etc. in der außersprachlichen Welt
  • Symptom (Ausdruck)
    • der Sprecher sagt etwas über sich selbst aus, der Sprecher drückt seine Innerlichkeit aus 
  • Signal (Appell)
    • Bezug auf den Empfänger und Appell an ihn 
    • Minimalappell: Hör mir zu

Drei Funktionen der menschlichen Sprache

  • Darstellung 
  • Ausdruck
  • Appell
  • bei der Kommunikation sind alle Funktionen gleichzeitig aktiv, aber eine der Funktionen kann auch dominieren 

Langue und Parole

  • zwei unterschiedliche Erscheinungsformen von Sprache nach Saussure 

Langue

  • Sprache
  • abstraktes Sprachsystem, welches aus Zeichen und Regeln besteht 
    • Sprachsystem ist statisch (verändert sich nicht), zwar kann es sich verändern, aber die Veränderungen dauern so lange und kommen nicht häufig vor --> so wissen wir, dass wir andere verstehen und sie uns
  • Einzelsprachenspezifisch --> jede Sprache hat ihre eigene Langue 
  • überindividuell gültig --> alle Sprecher einer Sprache müssen sich an die Langue halten, da sie sonst nicht verstanden werden 
  • abstrakt

Parole

  • Sprechen
  • konkrete Realisierung der Langue 
  • die Parole kann variieren, je nachdem wer spricht, worüber man spricht, mit wem man spricht usw. 
  • kann auch von der Langue abweichen, z.B. wenn wir uns versprechen oder wenn wir uns eine Grammatikregel/ein Wort falsch eingeprägt haben --> die Parole darf nicht zu weit von der Langue abweichen, da man sonst nicht mehr verstanden wird 
  • über die Parole kann die Langue untersucht werden 

Syntagma und Paradigma (Saussure)

  • Syntagma und Paradigma sind linguistische Grundbegriffe, die die komplexe Struktur des Sprachsystems beschreiben 
  • Werden an zwei Achsen dargestellt
    • Syntagma horizontal 
    • Paradigma vertikal

Syntagma 

  • Menge von sprachlichen Einheiten, die miteinander kombiniert sind 

Paradigma 

  • Menge von sprachlichen Einheiten, die an einer bestimmten Position ausgetauscht werden können
  • paradigmatisch aufeinander bezogene Elemente können zwar potenziell im selben Kontext vorkommen, sie schließen sich aber in einem aktuellen Kontext aus, d.h. sie stehen in Opposition

Natürliche Sprache (Varietät) 

  • Ausdrucksweise, die von einer Gruppe oder Menge von Personen in der alltäglichen Kommunikation benutzt wird 
  • Beispiel: Fachsprache, Jugendsprache

Ganze Sprache (Diasystem)

  • Menge von Varianten, die sich in wesentlichen Merkmalen ähnlich sind, weil sie gemeinsame historische Entwicklungen in einem gemeinsamen geographischen Raum zurückgehen 
  • man muss andere Varianten verstehen können
  • Beispiele:  Deutsch, Englisch, Französisch usw.

Normvarietäten

  • Entweder etwas ist Standartvarietät oder non-Standardvarietät
  • Alles, was nicht Standartdeutsch ist 

Regionale Varietäten

  • Varietäten, die an eine bestimmte Region gebunden sind 
  • Beispiele: Dialekte, Regiolekte (Bayrisch, Hessisch, Ruhrpott, Berlinerisch)

Historische Varietäten

  • z.B. Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch (ca. 1050-1350), Frühneuhochdeutsch (ca. 1350-1650), Neuhochdeutsch (seit ca. 1650)

Soziolekte

  • typisch für soziale Gruppen

Fachsprachliche Varietäten

  • Fachsprachen

Standartvarietät

  • sprachliche Norm in öffentlichen und formellen Situationen d.h. in der öffentlichen Kommunikation allseitig akzeptiert 
  • überregional d.h. sie ist gültig in der ganzen Nation
  • Präskriptiv kodifiziert d.h. jemand schreibt und vor, wie wir die Standartvarietät zu verwenden haben und was dazu gehört 
    • kodifiziert: alle Wörterbücher und Grammatikbücher, die eine Sprache beschreiben --> eine Sprache ist kodifiziert, wenn sie in Wörter- und Grammatikbüchern steht 
    • präskriptiv: vorschreibend, jemand schreibt uns vor, wie wir Sprache richtig zu verwenden haben 
  • amtlich institutionalisiert d.h. in Ämtern, Behörden und Bildungseinrichtungen muss sie verwendet werden 
  • ist Unterrichtsgegenstand und Unterrichtssprache in der Schule 
  • wird für überregionale Kommunikation und Verständigung benötigt 

Variante

  • eine Variante ist eine für eine bestimmte Varietät typische sprachliche Einheit 
  • können in allen Ebenen der Sprache auftauchen (Sprache, Grammatik und Wortschatz)

Sprechakte

  • John L. Austin  (1911-1960) 
  • "Zur Theorie der Sprechakte" 
  • performative und konstative Äußerungen 
  • Kernpunkt: Mit Äußerungen vollzieht man Handlungen 

Performative Äußerungen 

  • durch das Benennen der Handlung wird die Handlung vollzogen 
  • sollte von einer autorisierten Person ausgesprochen werden 
  • sollte an einem geeigneten Ort stattfinden 
  • muss im Präsens erfolgen 
  • muss in der ersten Person formuliert sein
  • "Hiermit" ist typisch für performative Äußerungen 
  • Beispiele: taufen, danken, kündigen, behaupten, versprechen, bitten u.a

Konstative Äußerungen

  • Aussagen über die Welt, bei der keine Handlung vollzogen wird 
  • können wir nach Wahrheitsgehalt beurteilen

John Searle

  • arbeitete die Sprechakttheorie seines Lehrers Austin aus 
  • Teilakte des Sprechaktes:
    • Lokution
    • Proposition
    • Illokution
    • Perlokution
  • der Sprechakt besteht aus diesen vier (fast) gleichzeitig sich vollziehenden Teilakten

Lokution - lokutionärer Akt (Äußerungsakt)

  • das Aussprechen oder Ausschreiben von Äußerungen 
  • kann nach grammatikalischer Wohlgeformtheit beurteilt werden 

Proposition - propositionaler Akt (=Aussage über die Welt)

  • man bezieht sich mit der Sprache auf Dinge in der Welt (Referenz)
  • man äußert sich über diese Dinge (Prädikation)
  • können wir nach Wahrheitsgehalt bewerten 
  • entspricht konstativen Äußerungen nach Austin

Illokution - illokutionärer Akt (=zentraler Aspekt des Sprechaktes)

  • kommunikative Funktion einer Aussage 
  • Was will ich bezwecken/erreichen?
  • können nach Erfolg bewertet werden 

Perlokution - perlokutionärer Akt 

  • bezieht sich auf die Reaktion der angesprochenen Person 
  • können nach Erfolg bewertet werden 
  • es ist schwer Illokution und Perlokution zu trennen