Sozialpsychologie
Sie erforschen das Erleben und Verhalten von Menschen in Interaktion mit ihrer sozialen Umwelt - diese umfasst andere Personen, Situationen sowie Objekte. Individuen werden als Akteure im sozialen Kontext betrachtet, insbesondere auf den Einfluss.
Soziologie
Sie untersuchen gesamtgesellschaftliche Phänomene, d.h. sie untersuchen soziale Gemeinschaften und Gesellschaften in ihrer Struktur und Funktion.
Persönlichkeitspsychologie
Sie untersuchen die Unterschiedlichkeit der Menschen und erforschen, wie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale erworben werden und in welcher Form sie das Verhalten des Individuums beeinflussen
Grundsätze der Sozialpsychologie
- Menschen kontruieren ihre eigene Realität
- das gesamte Erleben und Verhalten wird von sozialen, also zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflusst
Forschungsbereiche der Sozialpsychologie
- Soziale Rollen
- Sozialer Einfluss
- soziale Kognition
- Soziale Wahrnehmung
- Das Selbst
- Einstellungen/ Bewertungen
Forschungsmethoden
- Beobachtung: Beschreibt Verhalten
- Korrelation: Zusammenhänge werden aufgezeigt und daraus eine Vorhersage abgeleitet
- Experiment: beantwortet Kausalfragen, indem der Versuchtsleiter bei dieser Methode absichtlich eine Veränderung einer Situation herbeiführt, um die Konsequenzen einer Veränderung zu untersuchen und somit Aussagen über Ursache und Wirkung treffen zu können
Zentrale sozialpsychologische Experimente
- Forschung beginnt mit einer Vermutung oder Hypothese
- Formulierung von Gesetzesmäßigkeiten und Prüfung des Experiments an der Realität
- Experiment: absichtliches Herbeiführen der Veränderung einer Situation; Konsequenzen der Veränderung werden untersucht -> unabhängige Variable wird also modifiziert
- Experimentalgruppe = Probanten/ Versuchsteilnehmer
- Kontrollgruppe: identische Variablen werden zum selben Zeitpunkt erhoben, aber keine Manipulation durchgeführt
Konformitätsstudien von Solomon Asch
Er interessierte sich dafür, wie sehr sich Personen durch ein von der eigenen Meinung abweichendes Urteil der Mehrheit beeinflussen lassen, sich also vom Urteil anderer anschließen, selbst wenn es falsch ist.
Milgram - Experiment zum Gehorsam
Er wollte die Bereitschaft durchschnittlicher Personen testen, autoriätren Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen.
Zimbardos Stanford-Prison-Experiment zur Rollenkonformität
Hypothese: soziale Rollen üben großen Einfluss aus und die Kontrolle über die persönliche Identität von Individuen übernehmen können - diese würden sich mit der Rolle identifizieren, die sie gerade spielen
Sozialer Einfluss
Wirkung einer Person oder Personengruppe auf die Gefühle, Gedanken und Verhalten einer anderen Person bzw. Personengruppe.
Wirkungsquelle kann eine tatsächlich anwesende, eine implizit anwesende (Person ist in der Vorstellung der anderern mit eingerechnet z.B. Verstorbener) oder eine nur vorgestellte Person sein
Affiliation/ Anschluss / Angliederung
Ist ein grundlegender Mechanismus menschlichen Verhaltens und meint die Aufnahme sozialer Kontakte zu anderen Menschen aufgrund des jedem Menschen innewohnenden Bedürfnisses nach Zugehörigkeit und Geborgenheit sowie den Wunsch, von anderern Personen akzeptiert zu werden.
Affiliationsbedürfnis
Unterscheidet sich nach Stärke und Richtung - manche streben in einer Gemeinschaft Anschluss mit positiven Gefühlen an und manche sind geprägt von der Furcht vor Zurückweisung
Beiläufiger sozialer Einfluss
Effekt, dass allein die Anwesenheit anderer Menschen einen Einfluss auf das Verhalten eines Einzelnen hat.
Fragestellung: Welche Auswirkung hat die Anwesenheit anderer Menschen auf die Leistung des Einzelnen?
Es wird unterschieden in sozialer Erleichterung und soziales Faulenzen
Soziale Erleichterung/ Social Faciliation
Dies passiert, wenn Menschen Aufgaben bei der Anwesenheit anderer erfüllen müssen und es sich dabei um Aufgaben handelt, wo die Einzelleistung gemessen werden kann
Einzelleistung messbar -> Aufmerksamkeit, Bewertungsangst, Ablenkungskonflikt -> Erregung
Führt zu:
- Leistungssteigerung bei einfachen Aufgaben
- Leistungsabfall bei komplexen Aufgaben
Soziales Faulenzen/ Social Loafing
Dies entsteht, wenn die individuelle Leistung bei einfachen Aufgaben nicht mehr messbar ist und eine Person deswegen keine Angst vor der Bewertung ihrer Leistung hat - die Person entspannt sich und strengt sich weniger an
- Leistungsabfall bei einfachen Aufgaben
- Leistungssteigerung bei komplexen Aufgaben
Konformität
Übereinstimmung eigener Verhaltensweisen oder der eigenen Meinung mit der der Bezugsgruppe. Je nach Art des zugrunde liegenden Motivs handelt es sich um normativen oder informativen sozialen Einfluss.
Normativer sozialer Einfluss
Liegt vor, wenn sich ein Individuum nach der Mehrheit richtet, um akzeptiert zu werden und um negative Sanktionen der Gruppe zu vermeiden.
Man richtet sich nach den sozialen Normen der anderen um nicht aufzufallen und dazuzugehören.
z.B. Kleidung am Arbeitsplatz und Verhalten
Faktoren für normativen Einfluss
Ob und in welchem Maß normativer Einflluss wirkt hängt ab von:
- Art des Urteilsgegenstands
- persönliche Bedeutsamheit eines korrekten Urteils
- Bedeutsamkeit der Gruppenzugehörigkeit
- Glaubwürdigkeit der anderen Personen
- Gruppengröße
- Einmütigkeit
Soziale Normen
Regeln und Standards, die von den Mitgliedern akzeptiert werden. Sie können explizit formuliert sein oder nicht und sind Ausdruck der gemeinsamen Erwartungen von Gruppenmitgliedern hinsichtlich erwünschter Aktivitäten.
Effekt:
- wirken strukturierend
- geben Handlungssicherheit
- geben Orientierung
z.B. wie Verhalte ich mich in der Kirche, im Kino, etc.
Informativer sozialer Einfluss
Liegt vor, wenn sich jemand konform verhält, weil er wegen Unwissenheit oder Unsicherheit die Mehrheit als nützliche Informationsquelle betrachtet.
Sie denkt, dass andere eher Recht haben und orientiert sich deshalb an ihnen und passt sich ihrer Meinung an.
Informativer Einfluss führt zu privater Akzeptanz oder Konversion d.h. innerlicher Zustimmung
Öffentliche Compliance (Zustimmung)
Person ist nicht davon überzeugt, was die Gruppe tut und passt sich trotzdem öffentlich an das Verhalten anderer an.
Bedürfnis nach Anerkennung wird befriedigt, jedoch nicht das Bedürfnis nach Korrektheit.
Gruppen
Grund für Gruppenbildung:
- gemeinsame Ziele oder Interessen verfolgen
- Sicherheit und Schutz
- Macht
- Bedürfnis nach Zugehörigkeit wird befriedigt
- Selbstwertgefühl wird gesteigert
Innerhalb einer Gruppe existieren Rollen und gültige Normen
Rollen
Ein sozial definiertes Verhaltensmuster, das von einer Person, die eine bestimmte Funktion in einer Gruppe hat, erwartet wird.
Eine gesellschaftlich vorgegebene Rolle legt fest, welche Spiel- und Handlungsfreiheiten einem Individuum zustehen.
Individuum nimmt verschiedene Rollen in der Gesellschaft ein und muss den Rollenerwartungen gerecht werden.
Rollenkonflikt
Entsteht, wenn verschiedene Rollenerwartungen von einer Person diametral entgegengesetzte Verhaltensweisen erfordern
Status
Defininiert die Position eines Individuums innerhalb der Gruppe, also welchen Rang jemand einnimmt und über wie viel Macht und Freiheit jemand verfügt.
Status beeinhaltet die sozial bewertete Stellung aus Sicht der Gruppenmitglieder und gibt auskunft über die interne Machtverteilung.
Unterscheidung in Hochstatus; Tiefstatus; und Gleichstatus
Hochstatus: eigene Überlegenheit oder Unterlegenheit des Gegenübers wird mit dem Verhalten demonstriert
Gleichstatus: Ebenbürtigkeit bezüglich des Gegenübers demonstrieren
Tiefstatus: eigene Unterlegenheit oder Überlegenheit des Gegenübers wird durch Verhalten demonstriert
Minderheiteneinfluss
Konsistenzes Verhalten (Menschen werden mit abweichenden Meinung oder Verhaltensweise kontinuierlich konfrontiert) ist ausschlaggebend für den Einfluss von Minderheiten und bedeutet, dieselbe Position über die Zeit hinweg aufrechtzuerhalten.
Konsistentes Verhalten
Es bewirkt, dass Einstellungen überdacht und Alternativen in Betracht gezogen werden z.B. Helm tragen oder Müll trennen (war ursprünglich eine Idee der Minderheit) -> Konversion (private Akzeptanz) hat stattgefunden
Konversion
Änderung der Einstellung aufgrund echter Überzeugung.
Menschen wollen nicht negativ auffallen und beachten deshalb diese Gruppennorm. Die Glaubwürdigkeit von Minderheiten steigt mit
- der Konsistenz
- Größe der Minderheit
- Qualität ihrer Argumente
- Vermeiden von Widerständen durch ungeschickte Präsentation
Kommunikation
Das wechselseitig aufeinander bezogene Handeln von Akteuren, also das Geschehen zwischen Personen, die aufeinander reagieren, miteinander umgehen, einander beeinflussen und steuern
Das Sender-Empfänger-Modell
1. Sender codiert seine Gedanken d.h. überträgt sie in eine Form, die der Empfänger verstehen kann
2. Sender wählt einen Kommunikationskanal, über den die Nachricht übertragen wird
3. Empfänger decodiert die Botschaft, die er aufgenommen hat
4. von ihm verstandene Botschaft bildet schießlich die Grundlage seiner Reaktionen und Rückmeldungen
Störungen bei Sender-Empfänger-Modell
Enkodierung ist ungeschickt oder der Kommunikationskanal ist ungeeignet -> Botschaft könnte verzerrt ankommen
Sender ist verantwortlich dafür, wie die Botschaft beim Empfänger ankommt!
Kommunikationskanäle
Nachrichten werden über einen Kommunikationskanal übertragen. Es gibt drei Kanäle:
- verbal: durch Inhalt, Wortschatz und Sprachstil
- nonverbal: Haltung, Mimik, Gestik, Blickkontakt
- paraverbal: Sprachfluss, Stimmlage, Tonfall, Melodie und Atmung
Eisbergmodell
Sichtbarer Teil: Sachebene
verborgener Teil: Beziehungsebene
Kommunikationsprozess befriedigend und ausgeglichen, wenn die Themen auf der Sachebene bekannt sind und dich die Beteiligten auf der Beziehungsebene wohl fühlen -> alle Bereiche ICH; DU; ES werden berücksichtigt und kann erreicht werden durch:
- Verständlichkeit in der Sache -> ES: klare Darstellung der Sachverhalte, kurze und prägnante Sätze, lebendige Beispiele
- Mut zur Echtheit -> ICH: Ehrlichkeit, natürliches Verhalten, Authentizität, Engagement und Überzeugung
- Verschätzung des Partners -> DU: Interesse zeigen, aktives Zuhören und gezieltes Fragen
Vier-Ohren-Modell von Fiedemann Schulz von Thun
Jede Botschaft hat immer vier verschiedene Seiten, sowohl auf der Sender- als auch Empfängerseite.
Vier Ohren des Empfängers:
- Selbstoffenbarungsohr: Was ist das für einer? Was ist mit ihm?
- Beziehungsohr: Wie redet er eig. mit mir?
- Sachohr: Wie ist der Sachverhalt zu verstehen?
- Appellohr: Was soll ich tun, denken, fühlen aufgrund seiner Mitteilung?
Die vier Seiten einer Nachricht
- Informationssachverhalt -> Sachinhalt
- Beziehungsaspekt -> Beziehung spiegelt wider, wie die beiden Personen zueinander stehen
- SelbstoffenbarungIch-Aussage -> Gibt etwas vom Sender selbst preis
- AppellLenkung -> enthält klare Handlungaufforderung, selbst wenn diese oft nicht klar ausgedrückt wird
Wege zu einem besseren Verständnis
Sach-Aussage -> Fakten -> Klarheit (präzise, Kind beim Namen nennen, Verniedlichungen weglassen)
Ich-Aussage -> Selbstoffenbarung -> Offenheit (eigenen Standpunkt vertreten, ich sagen statt "man")
Du-Aussage -> Beziehung -> Wertschätzung (Anerkennungssachlich Akzeptanzkonstruktive Kritik)
Appell-Aussage -> Direktheit (Aufforderung klar aussprechen, Betroffene direkt ansprechen)
Axiome der Kommunikation von Watzlawick
Annahme: jeder Einzelne lebt in seiner selbst konstruierten Wirklichkeit, die er selbst zu jeder Zeit positiv oder negativ beeinflussen kann -> daraus leitet er 5 Axiome ab
1. Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren
Immer wenn sich Menschen begegnen, kommunizieren sie auf irgendeine Weise, sei es verbal oder nonverbal. Nicht nur Inhalt ist entscheidend, sondern wie etwas gesagt wird und wie man sich verhält.
2. Axiom: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und eine Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersten bestimmt
Qualität der Beziehung ist entscheidend für das inhaltliche Ereignis
3. Axiom: Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
Kommunikation beginnt immer mit einem Reiz als Ursache. Dieser löst eine Reaktion aus, die Wirkung -> die Reaktion auf den Reiz kann widerum als neuer Reiz fungieren -> Kreisförmiges Muster
4. Axiom: Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten
Nicht nur das Gesprochene Wort als digitale Kommunikation, sondern auch die analogen, also nonverbalen Äußerungen wie Lächeln oder Wegblicken, sagen etwas aus
5. Axiom: Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär
Beziehungen zwischen Partnern können auf Augenhöhe stattfinden oder auf Über- und Unterordnung beruhen
Kommunikationsstörungen
Oft werden Botschaften ausgetauscht, die zu Missverständnissen und Irritationen führen können. Man unterscheidet zwichen zwei Arten von Kommunikationsstörungen:
- Teufelskreis der Kommunikation
- Doppelte Botschaft
Teufelskreis der Kommunikation
alles, was gesagt, getan oder unterlassen wird, sowohl zur Vermeidung einer Lösung als auch zu einer negativen Stimmung beiträgt. Wenn niemand diese Spirale stoppt könnte sie sich weiterentwickeln, bis eine positive Kommunikation unmöglich wird
Doppelte Botschaft
Hier passen entweder verbale und nonverbale Signale nicht zusammen oder die sprachlichen Inhalte widersprechen sich gegenseitig
Kommunikationsstörungen vermeiden
im Vorfeld Kommunikationsregeln miteinander vereinbaren
Kommunikationsregeln in Anlehnung an Ruth Cohn
- ich bin für mich selbst verantwortlich
- ich beachte nicht nur den Kopf, also meine inhaltliche Aussage, sondern auch meine Körpersignale
- meine Störungen sind wichtig - sagen sie offen wenn sie sich nicht konzentrieren können
- ich spreche per ICH nicht per MAN
- ich formuliere eigene Meinungen statt Fragen
- ich spreche andere direkt an
- ich teile mit, wie andere auf mich wirken
- ich bin offen, wenn andere mir ihre Reaktion auf mich mitteilen
weitere Kommunikationsregeln
- richtig zuhören
- andere ausreden lassen
- wertschätzend kommunizieren
- die Meinung anderer respektieren
- nicht über jemanden, sondern mit ihm sprechen
Selbstbild
Stellt die Vorstellung über die eigene Person dar und beinhaltet Eindrücke über das eigene Aussehen, die Persönlichkeit und Charakterzüge.
Es kann je nach Lebensbereich oder aktueller Situation unterschiedlich ausfallen.
Das Selbstbild einer Person beeinflusst ihr Denken, Fühlen und Handeln im sozialen Kontext.
Fremdbild
Gibt Auskunft darüber, wie eine Person von anderen gesehen wird, und basiert im Allgemeinen darauf, wie diese ihr Gegenüber in Bezug auf Aussagen, Verhalten und Köpersprache wahrnehmen. Entspricht einer subjektiven Brille. Die Meinungen, Vorurteile, Erwartungen und Erfahrungen sowie aktuelle Stimmung fließen in das Bild vom anderen ein.
Selbst- und Fremdbild stehen in wechselseitigem Zusammenhang und beeinflussen sich während des Kommunikationsprozesses gegenseitig.
Feedback
Bildet eine Brücke zwischen Selbst- und Fremdbild. Spiegelt in Form einer Rückmeldung den aktuellen Eindruck wider, den jemand von dem Verhalten und der Wirkung einer anderen Person gewonnen hat.
Feedback baisert auf subjektiven Eindrücken und ist auch abhängig von der aktuellen Situation und Befindlichkeit des Feedbackgebers.
Empfehlungen für Feedbackgeber
- Inhalte als eigenen Eindruck bennen und subjektiv formulieren
- beobachtetes Verhalten konkret beschreiben
- die eigene Wahrnehmung lediglich beschreiben, nicht Interpretieren oder Bewerten
- Feedback positiv und konstruktiv formulieren
- Sandwich Theorie nutzen (neg. Kritik zwischen zwei Schichten von positiven Aussagen verpacken)
- einen positiven Abschluss finden
Das Johari-Fenster
- Analysemodell, um den Vergleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung zu ermöglichen
- Klassifiierung von Verhalten und Eigenschaften in die Kategorien "mir selbst bekannt" und "anderen bekannt", bevor sie in einem Modell von vier Bereichen zugeordnet werden
- Ziel: Bereich A vergrößern indem eine Person etwas preisgibt, das bis dahin in der Öffentlichkeit nicht bekannt war; Bereich C verkleinern
Bereiche des Johari-Fensters
A: Die öffentliche Person - umfasst alle Eigenschaften, Fähigkeiten und Charakterzüge, die ein Menschn von sich preisgibt. Sie sind ihm und anderen bekannt. Hier verhalten sich Menschen frei und unbeeinträchtigt von Ängsten oder Vorbehalten.
B: Die private Person - beinhaltet alle bewusste Denken, Fühlen und Handeln einer betreffenden Person, dessen Inhalte diese jedoch bewusst oder unbewusst vor anderen verbirgt. Hier klaffen Selbst- und Fremdbild auseinander, weil der Betroffene es bewusst so entscheidet
C: Unbewusste Anteile - Der blinde Fleck umfasst alle Eigenschaften und unbewussten Gewohnheiten eines Individuums, die ihm selbst nicht bekannt, aber für andere Personen erkannbar sind. Das sind Merkmale die entweder physisch nicht warhgenommen werden können oder aus anderen Gründen ausgeblendet werden.
D: Bereich des Unbekannten - Dazu gehören alle Merkmale und Eigenschaften, die weder der eigenen Person noch anderen bekannt sind z.B. verborgene Talente und Begabungen oder auch Ängste
Soziale Dilemmas
Interesse liegt bei der Zusammenarbeit und Entscheidungsprozessen in Gruppen weil hier eine gegenseitige Beeinflussung stattfinden. Konsequenzen des Handelns hängen nicht nur beim Einzelnen, sondern auch bei der Kommunikation untereinander.
Annahme: Jeder Einzelne will seinen Nutzen maximieren -> könnte zu einem sozialen Dilemma führen, d.h. einen Konflikt, bei dem sich die für den Einzelnen vorteilhafteste Lösung schädlich auf alle auswirkt
Spieltheorie
Teilgebiet der Mathematik und hilft dabei, das rationale Entscheidungsverhalten in sozialen Konfliktsituationen besser zu verstehen. Dabei werden in unterschiedlichen Spielen Entscheidungssituationen detailliert simuliert und die Reaktionen der Spieler analysiert.
z.B. Gefangenendilemma
Nutzungsdilemma
Liegt vor, wenn es um den Verbrauch gemeinschaftlicher Güter geht.
z.B. begrenztes warmes Wasser in Wohngemeinschaft; öffentliche Güter (Fischbestand im Meer)
Beitragsdilemma
Kennzeichnet sich dadurch, dass viele individuelle Beiträge notwendig sind, um ein gemeinnütziges Gut zu schaffen oder zu erhalten
Lösung für Dilemmas
Sozialpsychologen nutzen ihre Erkenntnisse und wollen soziale Dilemmas überwinden.
Aufgabenstellung: Wie können Meschen dazu bewegt werden, sich zugunsten des Allgemeinwohls zu entscheiden, selbst wenn es für sie kurzfristig Einbußen mit sich bringt?
Aggressives Verhalten
Aggression und Gewalt gab es schon immer, obwohl sich Menschen gleichzeitig nach Fieden und Harmonie sehnen.
Sozialwissenschaftler untersuchen sie biologischen, sozialen und situationsbedingten Ursachen von aggressivem Verhalten und deren Zusammenhänge mit anderen Faktoren wie der Sozialisierung oder dem Konsum von Alkohol
Aggression
Jede Form von Verhalten, das darauf abzielt, einem anderen Lebewesen zu schaden oder es zu verletzen
Erscheinungsformen
- physische und verbale Aggression
- spontane und reaktive, also provozierte Aggression
- Aggression zwischen Individuen und Aggression zwischen Gruppen
- direkte, also offene und indirekte Aggression
Ursachen
- genetische Anlage
- Sozialisationserfahrungen im Laufe der individuelle Entwicklung
- Umweltfaktoren (verantwortlich, ob genetische Dispositionen zum Tragen kommen)
- physiologische Einflusse (Kälte, Hitze, Schmerz, Alkohol etc.)
Entstehung nach Lerntheorie
Sie besagt, das aggressives oder friedliches Verhalten erlernt werden kann durch positive Verstärkung.
Entstehung nach Modelllernen
Wenn Menschen in eine neue soziale Umgebung kommen orientieren sie sich zunächst daran, wie andere handeln.
Frustrations-Aggressions-Hypothese
Sie geht davon aus, dass erlebte Furstration die Wahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens erhöht. Ausschlaggebend ist dabei ist die subjektive Wahrnehmung, etwas nicht zu erhalten oder nicht zu erreichen
Aggressionsverschiebung
Andere Menschen oder Dinge werden in der Folge zur Zielscheibe der durch die Frustration ausgelösten Aggression
General Aggression Model (GAM)
In diesem Modell werden einige der Theorien zur Aggression zusammengefasst.
Es zeigt, wie persönliche und situative Faktoren den Zustand einer Person beeinflussen.

Gewalt in den Medien
Jugendliche und Kinder erleben häuftig durch die Mediennutzung:
- das Aggression als wirksames Mittel zur Zielerreichung führt
- das Aggression ohne Kritik und oft auch ohne Konsequenzen für die Täter bleibt
- dass aggressives Verhalten somit normativen Charakter bekommt, als angemessen gilt
- dass sie sich als Zuschauer mit dem Täter identifizieren (können) und das umso intensiver, je größer die Ähnlichkeit zwischen ihnen ist
Die beobachteten Personen in den Medien wirken dabei wie Modelle
Bullying in der Schule und Mobbing am Arbeitsplatz
Verhaltensweisen, die darauf abzielen, eine andere Person über einen längeren Zeitraum hinweg in ihrem Wohlbefinden zu beeinträchtigen.
Opfer können sich aufgrund der körperlichen Unterlegenheit oder des Machtgefälles zum Täter nicht zur Wehr setzen.
Auswirkungen von Mobbing
- niedriges Selbstwertgefühl
- Depressionen
- psychosomatische Krankheiten und Ängste
- normaler Ablauf am Arbeitsplatz/ Schulplatz wird gestört -> Ziele können nicht erreicht werden
Cyberbullying
Mithilfe moderner Kommunikationsmitteln werden andere Personen gedemütigt oder genötigt
Partnergewalt
Gehört zur häuslichen Gewalt. Definiert sich als Einsatz oder Androhung körperlicher Gewalt eines Partners gegenüber dem anderen Partner innerhalb einer Paarbeziehung.
Körperliche Gewalt häufig erkennbar aber psychische nicht.
Sexuelle Aggression
Unterschiedliche erzwungene sexuelle Aktivitäten unter Einsatz verschiedener aggressiver Strategien, etwa Androhung oder Anwendung körperlicher Gewalt, des Ausnutzens der Unfähigkeit des Opfers isch zu wehren oder der Verwendung von verbalem Druck.
Offenbarung findet häufig nicht statt weil
- die Opfer sich schämen
- sie sich mitschuldig fühlen
- haben Angst, dass die Familie auseinanderbricht
- ihnen wird mit schlimmen Konsequenzen gedroht
Kollektive Gewalt
Instrumentellen Einsatz von Gewalt durch Personen, die sich mit einer bestimmten Gruppe identifizieren, zur Durchsetzung politischer, wirtschaftlicher oder sozialer Ziele.
Oft steckt das Bedürfnis nach Anerkennung oder Zugehörigkeit dahinter und den Einfluss von Gruppen.
Aggression im Fußballstadion
- Alkohol
- Pyrotechnik
- Hinweisreize werden mit Gewalt assoziiert
- Atmosphäre läd sich immer stärker auf
- instrumentelle Aggression: dient dazu, einen streit zu beginnen
- Hitze, Kälte, Regen wirken auf die Reizbarkeit
- Verlust normaler Verhaltensbeschränkungen, weil jeder Einzelne Teil einer Masse und somit anonym ist
Die Psychologie des Bösen
Die Gesichter des Bösen ähneln sich, und kein Mensch oder Staat ist wirklich frei davon.
Annahme von Psychologen: Menschen, die eine furchtbare Tat begehen, haben eine schlechte Veranlagung oder eine Persönlichkeitsstörung
Sozialpsychologen: Stellen sich die Frage, welche Bedingungen zu bestimmten Reaktionen geführt haben könnten. Welche Umstände könnten bei der Entstehnung gewisser Verhaltensweisen eine Rolle spielen?
Theorie der moralischen Abkoppelung (Bandura)
Sie besagt, dass manche Menschen in Ausnahmesituationen ihre moralischen Überzeugungen von ihrem tatsächlichen Verhalten abkoppeln können. Nach Beendigung der Situation kuppeln sie wieder ein und setzen ihre Fahrt fort, leben also weiter wie zuvor (nicht bei jedem so)
Modell der individuellen Disposition (Veranlagung) gegenübergestellt zum Modell der situativen Dynamik
Es besagt, dass jeder Mensch zu solchen Gräultaten fähig ist, wenn entsprechende Umstände vorliegen z.B. ein Täter fühlt sich und seinesgleichen von außen bedroht, Gruppendruck zeigt konformität.
Für den situativen Anteil trägt nach diesem Modell derjenige die Schuld, der die Situation herbeigeführt hat
Konfliktlösung durch Verhandeln als Mittel der Kooperation
Wenn sich verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Interssen zusammenschließen, kommt es zwangsläufig auch zu Interessenkollisionen
Vier verschiedene Konstellationen der Ergebnisse sind möglich:
- ich gewinne und du verlierst (Win-Lose)
- ich verliere und du gewinnst (Lose-Win)
- ich verliere und du verlierst (Lose - Lose)
- ich gewinne und du gewinnst (Win - Win)
Merkmale die auf Auseinandersetzungen hinweisen
- Jeder hat vorher schon eine Lösung im Kopf
- Jeder will seine Idee durchsetzen
- es geht um Macht, Positionen, Gefühle und das Bedürfnis, sein Gewicht wahren zu wollen
- Die Auswirkungen belasten die Beziehung der Konfliktpartner
Verhandeln
Voraussetzug einer guten Verhandlung ist der Wille, den oder die Geschäftspartner zu verstehen. Hierbei kommt es neben dem Inhalt des Gesagten vor allem auf innere Grundhaltungen an z.B:
- wir haben einen Bedürfniskonflikt
- ich achte auf deine Bedürfnisse
- ich darf meine eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigen
- ich will die Macht nicht missbrauchen
- ich kann dich nicht auf meine Kosten gewinnen lassen
- wir wollen gemeinsam nach einer Lösung suchen
Empfehlung für Verhandlungen: "jeder-gewinnt-Methode"
Helfende Unterstüzung
Hilfeverhalten: umfasst alle Verhaltensweisen, die eine Person mit der Absicht ausübt, anderen Menschen einen Nutzen zu bieten oder ihr Wohlbefinden zu verbessern z.B. Pfleger
Prosoziales Verhalten: umfasst Formen zwischenmenschlicher Unterstützung z.B. Kooperation, Hilfeverhalten oder Dienstleistungen. Das Verhalten wird von der Gesellschaft als nützlich für andere Menschen und/ oder das soziale System erachtet - kann aufgrund egoistischer oder selbstloser Motivation erfolgen
Altruismus: beschreibt ein selbstloses und uneigenütziges Handeln, das aus freien Stücken aufgrund von Empathie erfolgt, um anderen Menschen einen Nutzen zu bringen - der Helfende erwartet selbst keine Belohnung und hat auch keinen offensichtlichen Nutzen
Empathie
beschreibt die Fähigkeit, sich selbst in die Situation einer anderen Person hineinzuversetzen und Ereignisse und Emotionen aus deren Perspektive zu erleben
Empathie-Altruismus-Hypotzhese
C. Daniel Batson geht davon aus, dass es helfenden Personen ausschließlich darum geht, das Leiden einer anderen Person zu lindern, ohne dabei für sich selbst zu profitieren zu wollen.
Menschen mit hoher Empathie können sich auch dann für andere einsetzen, wenn sie sich der Situation entziehen könnten.
Menschen mit schwacher Empathie hingegen sind egoistisch motiviert und fliehen aus der Situation, wenn sich ihnen die Möglichkeit bietet - sie helfen dann, wenn sie keinerlei Möglichkeit haben zu fliehen
Argument von R. B. Cialdini - Modell des Abbaus negativer Stimmung
er argumentiert, dass Menschen nicht empathisch sind. Sie leisten nur hilfe, um die eigene unangenehme Stimmung angesichts des Notfalls abzubauen.
Es besagt, dass Menschen einen angeborenen Trieb haben, ihre eigene negative Stimmung abzubauen.
Hilfeverhalten im Alltag
- Situative Determinanten der Hilfeleistung
- Personale Determinanten der Hilfeleistung
Situative Determinanten der Hilfeleistung
- Menschen die auf dem Land oder in Kleinstädten aufwachsen haben eher altruistische Werte
- Urban-Overload-Hypothese: Großstädter werden ständig mit Reizen überflutet und ziehen sich deshalb mehr in sich zurück, um nicht von ihnen überwätligt zu werden
- Wirkung von Medien auf Hilfsbereitschaft: jene Menschen sind hilfsbereiter gegenüber anderen, die gerade Liedertexte mit prosozialen Inhalten hören oder solche Videospiele spielen
Personale Determinanten der Hilfeleistung
sie werden auf drei Ebenen betrachtet
1. intraindivideulle Niveau: beschreiben, wie biologische Mechanismen das Hilfeverhalten beeinflussen. Genetike gehen von der Verwandschaftsselektion aus und sagen, dass Menschen, in lebensbedrohlichen Situationen eher genetischen Verwandten als Nichtverwandten helfen
-> jemandem zu helfen ist der Reziprozitätsnorm folgend eine Investition in die Zukunft und besagt, dass man eines Tages Hilfe von anderen erhält, wenn man sie benötigt + Art der Beziehung beeinflusst, ob und wie Menschen sich helfen
3. Hilfeverhalten auf Gruppenniveau innerhalb und zwischen Gruppen. Die Binnengruppe ist die Gruppe, mit der sich eine Person als Mitglied identifiziert. Fremdgruppe: jede Gruppe, mit der sich ein Mensch nicht identifiziert
->momentane Stimmung: Personen mit guter Laune helfen verstärkt, weil sie in positiver Stimmug positiver Denken und gern etwas Gutes tun, um diese positive Stimmung zu erhalten. Außerdem steigt die Selbstaufmerksamkeit,sodass sie sich eher an ihren Werten und Idealen orientieren.
2. intrapersonelles Niveau = die Beziehung zwischen Helfendem und Hilfeempfänger. Gemäß der Theorie des sozialen Austauschs helfen Menschen nur dann, wenn der erwartete Nutzen höher ist als die erwarteten Kosten der Hilfeleistung - das können auch nicht materielle Belohnungen sein - erstrebenswert ist auch die soziale Achtung anderer Menschen zu erhalten
Drei grundlegende prosoziale Normen
- die Norm sozialer Verantwortung "Hilfe denen die Hilfe benötigen"
- Die Gerechtigkeitsnormn "Hilf denen, die Hilfe verdient haben"
- Das Reziprozitätsprinzip "Hilf denen, die dir helfen"
8. Einstellungen - Inhalt, Struktur und Zweck von Einstellungen
- Inhalt von Einstellungen
- Struktur von Einstellungen
- Zweck von Einstellungen
Inhalt von Einstellungen
Menschen betrachten die Welt nicht als neutrale Beobachter sondern bewerten alles, das ihnen begegnet, vor dem Hintergrund ihres Wissens, ihrer Erfahrungen und ihrer aktuellen Stimmung, Gegenstände, Menschen, Verhaltensweisen, Gruppen oder Ideen werden als Einstellungsobjekte bezeichnet.
Einstellungen
Die Sicht auf Einstellungsobjekte, also ihre positiven oder negativen Bewertungen, sind die Einstellungen.
- Explizite Einstellungen: sind einer Person bewusst und können deshalb benannt werden
- implizite Einstellungen: unwillkürlich, unkontrollierbar und mitunter unbewusst sind
Entstehung von Einstellungen basiert vorwiegend auf sozialen Lernprozessen und Erfahrungen - sie setzen sich alle aus affektiven, kognitiven und verhaltensbezogenen Komponenten zusammen
sie können sich kontinuierlich verändern und spiegeln somit immer nur eine Momentaufnahme wider
affektiv basierte Einstellungen
- sie beruhen auf Gefühlen und Wertvorstellungen über die Eigenschaft des Einstellungsobjekts und zeigen sich als emotionale Reaktion z.B. Begeisterung, Ablehnung oder Ärger auf Themen wie Politik, Urlaubsform oder Mode
kognitiv basierte Einstellungen
- beruhen auf den Annahmen über die Eigenschaften des Einstellungsobjekts. Inhalte sind Gedanken und Überzeugungen. Vor- und Nachteile eines Objekts werden z.B. zur Entscheidungsfindung einander gegenübergestellt
Verhaltensbasierte Einstellungen
- beruhen auf Beobachtungen darüber, wie man sich selbst dem Einstellungsobjekt gegenüber verhält oder früher verhalten hat
Struktur von Einstellungen
- manche haben eine klare Einstellung zu einem Thema oder Objekt ( positiv oder negative Bewertung) -> eindimentionale Sichtweise von Einstellungen
- oft aber schwierig, eindeutig Stellung zu beziehen, denn es gibt sowohl positive als auch negative Aspekte zu einem Thema
Zweck von Einstellungen
Sie befriedigen verschiedene Bedürfnisse von Menschen. Es werden fünf Funktionen als wichtig erachtet:
1. Einschätzungsfunktion: dient dem Zweck, das Beurteilen von Einstellungsobjekten zu erleichtern, diese also energiesparend einschätzen zu können
2. Instrumentelle Einstellungen: dienen dem Zweck, das Verhalten zu steuern, um Belohnungen zu maximieren und Kosten zu minimieren
3. Soziale Anpassungsfunktion: dient dem Zweck, sich mit sympathischen anderen Personen zu identifizieren oder von unsympathischen zu distanzieren
4. Ich-Verteidigungsfunktion: dient dem zweck, sich selbst positiv wahrzunehmen und so das Seblstwertgefühl zu schützen
5. Wertausdrucksfunktion: dient dem Zweck, Wertvorstellungen zum Ausdruck zu bringen
Einstellungsänderungen
Es gibt verschiedene Prozesse, die erklären, unter welchen Bedingungen und auf welche Weise Einstellungen veränderbar sind.
- Lernprozesse
- Schlussfolgerungen
- Nähe-Effekt
- Konsistenzstreben
- Persuasive Kommunikation
Lernprozesse
- besonders bei emotional, affektiv basierten Einstellungen (sie können durch klassische Konditionierung entstehen oder verändert werden)
- bei operanten Konditionierung wird eine Einstellung durch positive oder negative Verstärkung verändert
- Modelllernen: Person ändert Einstellung, wenn sie entsprechende Verhaltensweisen und Äußerungen von Menschen beobachtet, die ihr wichtig sind
Schlussfolgerungen aufgrund von Selbstwahrnehmung
-> Selbstwahrnehmungstheorie
Veränderung der Einstellung einer Person, indem sie wahrnimmt, wie sie in diesem Moment handelt und das damit vergleicht, wie sie in einer vergangenen Situation gehandelt hat
Nähe-Effekt / Mere-Exposure-Effekt
Einstellungen können sich auch durch diesen Effekt verändern d.h. je mehr eine Person einem bestimmten Stimulus ausgesetzt ist, desto vertrauter wird er diesem. Die wiederholte aufdringliche Darbietung führt also dazu, dass etwas positiver bewertet wird.
z.B. ich sehe überall eckige Waschbecken und kaufe mir dann selbst eins
Konsistenzstreben von Leon Festinger
Eine Person erlebt starke Dissonanz, wenn sie sich konträr zu ihren Einstellungen verhält. Sie ist ist dann motiviert, wieder einen Zustand der Konsistenz zu erleben. Dies wird erreicht, indem das Verhalten im Nachhinein rechtfertigt und somit auch sich selbst überzeugt
Persuasive Kommunikation
= die bewusste Anstrengung, Einstellungen anderer Personen zu verändern
Dies kann auf dem Weg der Überzeugung oder der Überredung - demenstrechend werden zwei Wege der Beeinflussung unterschieden im Likelihood Model
Likelihood Model von Richard Petty und John T. Cacioppo
1. Die zentrale Route der Überzeugung: wird gewählt, wenn eine Person dazu bereit und in der Lage ist, sorgfältig über Argumente nachzudenken (High Elaboration). Deren Überzeugungskraft führt dann zu einer stabilen Änderung der Einstellung
2. Die periphere Route: wird z.B. in der Werbung gewählt, um Menschen anzusprechen, die weder Zeit haben und noch motiviert sind, sich mit Argumenten zu befassen, sondern nur oberflächlich auf situative Reize reagieren. Sie verlassen sich auf Aussagen von Experten oder wenden Heuristiken an.
Einstellungen und die Vorhersage von Verhalten
Es bedeutet nicht, dass sich eine Person auch so verhält wie ihre Einstellung zu einem Objekt. Dies hängt auch oft mit der Vorhersage spontanen Verhaltens ab und wie zugänglich einer Person ihre Einstellungen bezüglich eines Objekts ist.
Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen)
1. Einstellung gegenüber dem Verhalten: hier hängt es von der Absicht einer Person ab, ob sich ihr Verhalten (zuvor geplantes Verhalten) vorhersagen lässt
2. Subjektive Norm: es hängt auch davon ab, wie das Umfeld dazu steht
3. Wahrgenommene Verhaltenskontrolle: drittens kommt es darauf an, inwieweit man glaubt, das Vorhaben tatsächlich zu realisieren
z.B. ich will nach Bali fliegen (geplantes Verhalten) und meine Eltern würden dies befürworten