— Zerstörung des ventromedialen PFC — vollständige Heilung — Persönlichkeitsveränderung — insbesondere verändertes Sozialverhalten
Welche Ursachen gibt es für Probleme mit sozialen Kognitionen?
— Schädigungen im ventromedialen PFC bzw. im orbitofrontalen Cortex aufgrund von z.B. • Schlaganfall • Tumor • traumatischer Hirnverletzung
Welche typischen Probleme treten bei Patienten mit derartigen Läsionen auf?
— reduzierter Affekt — reduzierte vegetative Reaktionen — geringe Frustrationstoleranz — sozial unangemessenes Verhalten — kein Regret (Gefühl des Bedauerns) —> Veränderungen des Sozialverhaltens —> oft keine Einsicht in die Probleme
Welche Prozesse und Hirnareale sind bei Prozessen der sozialen Kognitionen involviert?
— soziale Kognitionen erfordern u.a. Prozesse der Selbst- und Fremdwahrnehmung — frontale Hirnregionen scheinen dabei eine besondere Bedeutung zu haben • soziale kognitive Fähigkeiten sind eine besondere Stärke des Menschen und unterscheiden ihn von anderen Spezies • der DLPFC und der VMPFC sind bei Prozessen mit Bezug zum Selbst und bei Prozessen mit Bezug zu Anderen involviert — außerdem spielen Regionen der Emotionsverarbeitung eine wichtige Rolle (OFC, ACC, Amygdala, Insula, Areale zur Steuerung vegetativer Funktionen) — Bezug zu Gedächtnisinhalten: HC und medialer PFC — Regionen, die vor allem für das Verständnis anderer wichtig sind: superiorer temporaler Sulcus, Temporoparietal Junction, , medialer PFC
Wie hängen Selbst- und Fremdwahrnehmung zusammen?
— korrekte Wahrnehmung von Eigenschaften, körperlichen und mentalen Zuständen anderer Personen setzt das Wissen darüber bei sich selbst voraus — Selbstwahrnehmung ist ein komplexer Prozess, bei dem die wahrnehmende Person und der Gegenstand der Wahrnehmung identisch sind — gleichzeitig müssen wir zwischen Informationen, die uns selbst betreffen und solchen, die andere betreffen unterscheiden können (Vorlieben, Gefühle)
Was ist der Self-Reference Effect?
— Gedächtnisphänomen — Probanden behalten Informationen besser, wenn sie sie zu sich selbst in Beziehung setzen
Welches neuronale Korrelat hat der Self-Reference Effekt? Experiment und Ergebnis
— Präsentation von Persönlichkeitsadjektiven, drei Bedingungen • trifft diese Eigenschaft auf dich zu? (Bedingung mit Selbstbezug) • trifft sie auf den amerikanischen Präsidenten zu? • ist das Wort groß geschrieben?
—> besseres Gedächtnis für Eigenschaften, die die Probanden auf sich selbst beziehen sollten —> Aktivierung des medialen PFC für Bedingung mit Self-Reference —> für die anderen Bedingungen hingegen gab es eher eine Deaktivierung —> Aktivierung sagt die Erinnerungsleistung vorher
Welche Annahme gibt es über die Zuschreibung von Persönlichkeitseigenschaften auf uns selbst und auf Andere?
— wenn wir uns selbst Persönlichkeitseigenschaften zuschreiben, nutzen wir andere Informationsquellen, als wenn wir Anderen Eigenschaften zuschreiben — in Bezug auf Andere müssen wir spezifische Episoden aus dem Gedächtnis abrufen — in Bezug auf uns selbst haben wir direkten Zugang zu Informationen über unsere Persönlichkeit
Welche Evidenz gibt es zu der Annahme, dass wir andere Informationsquellen nutzen, wenn wir uns selbst Persönlichkeitseigenschaften zuschreiben, als wenn wir Anderen Persönlichkeitseigenschaften zuschreiben? Experiment
— Abruf von Persönlichkeitseigenschaften ist kein Prime für den Abruf von Gedächtnisinhalten, in denen die Eigenschaft eine Rolle spielt 1) Schätze deine Persönlichkeitseigenschaften ein 2) Beschreibe ein Ereignis in der Vergangenheit, in dem du die folgende Eigenschaft gezeigt hast — Idee des Experiments: wenn wir für die Entscheidung, ob eine Eigenschaft zutrifft eine Episode erinnern müssen, dann Reaktionszeitvorteil in der zweiten Bedingung für vorher gefragte Wörter — zeigt sich nicht
—> Einschätzung eigener Eigenschaften ist ohne Zugang zum Gedächtnis möglich
Welche weitere Evidenz gibt es für die Annahme, dass wir andere Informationsquellen nutzen, wenn wir uns selbst Persönlichkeitseigenschaften zuschreiben, als wenn wir Anderen Persönlichkeitseigenschaften zuschreiben?
— Amnesie Patienten mit komplettem Verlust des autobiographischen Wissens können die eigene Persönlichkeit gut einschätzen • Einschätzungen stimmen mit denen von Verwandten überein — im Gegensatz dazu waren bei einem Patienten die Einschätzungen zu Eigenschaften seiner Tochter signifikant weniger zutreffend — Wissen über eigene Persönlichkeitseigenschaften scheint sehr wenig anfällig zu sein für Effekte von Hirnschäden — auch im Vergleich mit anderem semantischen Wissen mit Bezug zur eigenen Person — Wissen über das Selbst ist in vielen neuronalen Strukturen repräsentiert, die jeweils einen bestimmten Aspekt kodieren • episodisches (autobiographisches) Gedächtnis • semantisches Gedächtnis • Agancy -> Gefühl, etwas selbst getan zu haben
Wann zeigt sich Aktivität im Default-Netzwerk?
— viele fMRT-Studien, die nach der Subtraktionsmethode ausgewertet werden, haben eine "Baseline" oder "Ruhe" Bedingung — in einigen Hirngebieten ist die Aktivität während einer Ruhe Bedingung zuverlässig größer, als während einer kognitiven Aufgabe — Korrelat selbstbezogener kognitiver Prozesse —> immer dann aktiv, wenn wir grade nichts anderes zu tun haben —> ist aktiv bei Beschäftigung mit Dingen, die etwas mit uns selbst zu tun haben
Was ist die Wachposten-Hypothese?
— Default-Netzwerk stellt sicher, dass wir immer über uns, unsere Situation und unsere Handlungsmöglichkeiten informiert sind
Was führt noch zu einer Aktivierung oder Deaktivierung des Default-Netzwerks?
— Deaktivierung des Netzwerks während aktiver Aufgabenbearbeitung • Vermeidung von Interferenz — weniger starke Deaktivierung im medialen PFC bei Aufgaben mit Selbstbezug (medialer PFC gehört zum Default-Netzwerk) — Default-Netzwerk kann auch während anderer Aufgaben aktiv sein • autobiographisches Gedächtnis • Zukunftsdenken • persönliche moralische Dilemmata —> Gemeinsamkeit: sich in andere Situationen hineinversetzen —> Voraussetzung, um sich in andere Personen hineinversetzen zu können
Wie kann man die Bedeutung des Default-Netzwerks für Soziale Kognitionen experimentell nachweisen?
— Versuchspersonen sollten entweder die mentale oder die körperliche Aktivität einer Person auf einem Bild beurteilen (Kontrollaufgabe: Beurteilung einer Matheaufgabe) — dabei fMRT — Reaktionszeitaufgabe - Aussage beurteilen - ja vs. nein — vor der Präsentation gab es jeweils eine 20s Ruhe-Baseline-Phase — Zeit für Aktivierung des Default-Netzwerks — tatsächlich zeigte sich eine Aktivierung des Default-Netzwerks für die Baseline (relativ zur Mathe-Aufgabe) — ähnlich wie bei der Beurteilung des mentalen Zustands Anderer (im Vergleich zum körperlichen Zustand) — stärkere Aktivierung des dorsomedialen PFC während der Baseline führt zu schnelleren Reaktionszeiten für die Beurteilung des mentalen Zustands Anderer im folgenden Trial — Aktivierung des Default-Netzwerks ist hilfreich als Vorbereitung für soziale Kognitionen
Welches Phänomen zeigt sich bei positiver vs. negativer Selbstwahrnehmung?
— Selbstwahrnehmung ist nicht (immer) besonders akkurat — meist liegt ein positiver bias vor: • wir schreiben uns mehr positive, als negative Eigenschaften zu • wir halten es für wahrscheinlicher, dass wir selbst in einem Glücksspiel gewinnen, als dass ein Anderer gewinnt
Welches neuronale Korrelat des positiven bias lässt sich finden? Experiment
— Selbsteinschätzung gesunder Probanden, ob • positive oder negative Eigenschaften • auf einen selbst zutreffen (Rating 3 oder 4) oder nicht (1 oder 2) — Aktivität des ventralen ACC spezifisch für positive Eigenschaften mit Selbstbezug —> verantwortlich für positiven bias — Selbstwahrnehmung ist aber nicht völlig unrealistisch — angemessenes Sozialverhalten wäre sonst nicht möglich
Wie ist die Selbsteinschätzung bei Personen mit OFC Läsionen?
— Patienten mit OFC-Läsionen zeigen neben unangemessenem Sozialverhalten auch unrealistische Selbsteinschätzung — Defizit betrifft nicht das Wissen um soziale Normen, sondern eher die spontane Selbsteinschätzung
Wie gut ist unsere Fähigkeit uns in Andere hineinzuversetzen?
— Fähigkeit ist nicht perfekt — oft liegen wir daneben oder werden getäuscht — bei Fremden gelingt uns eine korrekte Zuschreibung von Gedanken/ Gefühlen in ca. 20 Prozent der Fälle — bei engen Freunden oder Lebenspartner steigt die Quote auf 30 — 35 Prozent
Wie können wir Zugang zu Gedanken und Gefühlen Anderer bekommen?
— durch Beobachtbares müssen wir auf Nicht-Beobachtbares schließen
Was ist die Theorie Theorie?
— Mental State Attribution Theory — eher bewusster Prozess — wir stellen Theorien über mentale Zustände unserer Gegenüber auf — dabei berücksichtigen wir unser gesamtes Wissen über die andere Person
Was ist die Simulationstheorie?
— Experience Sharing Theory — eher unbewusst — schnell und automatisch — durch Imitation des Verhaltens Anderer wird ein subjektives Erleben hervorgerufen — dies gewährt uns Zugang zu Gedanken/ Gefühlen des Gegenübers — auch möglich, indem man sich vorstellt, in der Situation des Anderen zu sein — überlappende neuronale Korrelate für Selbst- und Fremdwahrnehmung
Was meint der Begriff "Theory of Mind"?
— Begriff bezieht sich vor Allem darauf, die Gedanken anderer Personen einzuschätzen — er wurde geprägt von Premack & Woodruff die sich fragten, ob Affen (Schimpansen) zu ToM fähig sind — das Konzept hat viel Forschung beim Menschen stimuliert — oft geht es bei der Beurteilung mentaler Zustände Anderer vor Allem um deren Intentionen — bereits Neugeborene interagieren sozial, z.B. durch Imitation
Wann entwickelt sich die Theory of Mind? Sally-Anne-False-Belief Task
— Aufgabe wurde entwickelt, um die Entwicklung von ToM-Fähigkeiten zu untersuchen — erst ab einem Alter von 4 Jahren können Kinder diese Aufgabe zuverlässig lösen — aber: viele Studien sprechen dafür, dass Kinder schon viel früher Zugang zu den Gedanken Anderer haben (Überraschung wird ausgelöst, wenn Personen etwas tun, was nicht ihrem mentalen Zustand entspricht) — Aufgabe könnte zu schwierig sein und andere kognitive Prozesse erfordern, die sich erst später entwickeln
Wann entwickelt sich die Theory of Mind? Experiment von Kovacs et al.
— ToM-Fähigkeit ist angeboren und ToM wird automatisch ausgelöst, auch wenn die Aufgabe es nicht erfordert — Präsentation kurzer Filmsequenzen mit einem Agent — unterschiedliche Bedingungen bzgl. des Beliefs des Agents über die Lokalisation eines Balls — Proband weiß immer die Wahrheit über die Lokalisation des Balls — Messung der Reaktionszeit (der Probanden) zur Entdeckung des Balls in Abhängigkeit von Belief des Agents und der Versuchsperson — Ball ist nur in der Hälfte der Trials vorhanden beim Outcome
Ergebnisse — Theory of Mind Exp.
— Reaktionszeit ist in der Bedingung am längsten, in der weder VPn noch Agent denken, dass der Ball da ist — in allen anderen Bedingungen sind die Reaktionszeiten signifikant schneller — wenn Versuchsperson weiß, dass der Ball nicht vorhanden ist und Agent denkt dass der Ball vorhanden ist, wird der Ball von der Versuchsperson schneller entdeckt
—> RZ hängt ab von Belief der VP und von Belief des Agents —> wenn einer von beiden glaubt, dass der Ball da ist, wird er schneller entdeckt —> ein ähnlicher Effekt fand sich in einer Untersuchung mit 7-Monate alten Kindern —> ToM könnte angeboren sein
Welche neuronalen Korrelate der Experience Sharing Theory gibt es? Experiment
— Versuchspersonen lasen Persönlichkeitsbeschreibungen zweier, unbekannter Personen • eine hatte eine ähnliche politische Einstellung, wie die Versuchsperson • eine andere hatte unterschiedliche Einstellungen
— später wurde mit fMRT Hirnaktivität gemessen, während die Versuchspersonen Fragen zu • den eigenen Präferenzen oder • den wahrscheinlichen Präferenzen ähnlicher oder unähnlicher anderer Personen beantworten
— für ähnliche Andere zeigte sich erhöhte Aktivität im ventromedialen PFC, überlappend mit den Aktivierungen für Selbsteinschätzungen x für unähnliche Anedre — Aktivität eher im dorsalen Teil —> Simulationsprozesse nur für ähnliche Andere —> weitere Studien zeigten, dass nicht die Ähnlichkeit, sondern die Verbundenheit eine Rolle spielt
Was meint der Begriff der Empathie?
— Nachvollziehen der Gefühle Anderer — erster Schritt ist die Einnahme der Perspektive des Anderen
Was ist das "Perception-Action" Modell?
— Wahrnehmung des Gemütszustands einer anderen Person löst den gleichen Gemütszustand in uns aus, zusammen mit den begleitenden physiologischen Reaktionen — in Einklang mit Experience Sharing Theorie, aber spezifischer für Gefühle — dadurch "teilen" wir den Gemütszustand der anderen Person
Welche Rolle spielen Mirror Neurons für die Empathie?
— Verbindung zwischen Mirror Neuron System und Strukturen zur emotionalen Verarbeitung durch die Insula — wenn wir z.B. einen emotionalen Gesichtsausdruck sehen, werden die Mirror Neurons aktiv -> wir zeigen den gleichen Gesichtsausdruck -> über die Insula kann das physiologische Reaktionen auslösen, die ähnlich sind den physiologischen Reaktionen, welche die beobachtete Person zeigt
Durch welche Hirnregionen wird die Eigen- und Fremdwahrnehmung von Ekel beeinflusst?
— Insula und ACC sind involviert bei der Wahrnehmung von Ekel bei sich selbst und bei Anderen — nach Insula Läsionen, ist die Fähigkeit Ekel zu erkennen beeinträchtigt
Welche Hirnregionen sind an der Eigen- und Fremdwahrnehmung von Schmerz beteiligt? Experiment Singer et al.
Welche Hirnregionen sind an der Eigen- und Fremdwahrnehmung von Schmerz beteiligt? Experiment Singer et al.
— ACC und Insula Aktivierung auch bei Schmerzreizen — selbst erlebt und beobachtet beim Lebenspartner — Stärke der Aktivierung bei Beobachtung moduliert durch Empathiefähigkeit — andere Hirnregionen sind nur bei selbst erlebtem Schmerz aktiv — in anteriorer Insula und ACC gibt es sowohl überlappende, als auch spezifische Aktivierungen für verschiedene unangenehme Erfahrungen, wie Schmerz, Ekel und wahrgenommene Unfairness
Welche Regionen können zwischen Gefühlen Anderer und den eigenen Gefühlen unterscheiden?
— Aktivierungen in der anterioren Insula und dem ACC für eigenen und beobachteten Schmerz sind nicht identisch — außerdem fehlt bei Beobachtung die direkte sensorische Komponente
— anteriore Insula ist involviert bei Verarbeitung von Informationen über uns selbst, sowie bei nahen Anderen
— Unterscheidung zwischen dem Selbst und engen Freunden bzw. öffentlichen Personen im ACC
— zusätzlich Unterscheidung der Aktivierung im medialen PFC • ventromedial: rechts für selbst , links für nahe Andere • dorsomedial für öffentliche Personen
Wie funktioniert die Modulation empathischer Reaktionen nach dem Modell von Decety et al.?
— die Handlung bei Wahrnehmung von Emotionen anderer wird durch zwei Prozesse beeinflusst • top-down Prozesse zielgerichteten Verhaltens • bottom-up Prozesse der Wahrnehmung von Emotionen anderer — Interaktion von Empathie und kognitiver Kontrolle: • kognitive Kontrolle ermöglicht Flexibilität von Handlungen bei empathie-induzierenden Reizen • verhindert rein stimulusbezogenes Verhalten —> Modulation empathischer Hirnaktivität
Welche Umweltfaktoren/ Kontexte sorgen für eine Modulation der empathischen Reaktion?
— Untersuchung von empathischer Reaktion auf Schmerzreize bei Anderen — zwei Untersuchungsgruppen • Ärzte, die Akupunktur anwenden • Kontrollpersonen — zwei Bedingungen • Bilder von potenziell schmerzhaften Situationen mit Nadeln • Kontrollbedingung mit Wattestäbchen statt Nadeln — Aktivierung schmerzbezogener Areale nur bei Kontrollpersonen — stattdessen bei Ärzten Aktivierung von Arealen für kognitive Kontrolle, Aufmerksamkeit und Attribution mentaler Zustände bei Anderen
— in anderen Kontexten werden durch wahrgenommene Schmerzen oder andere negative Ereignisse bei anderen Personen auch Areale der Belohnungsverarbeitung aktiviert
Welche neuronalen Korrelate der Mental State Attribution Theory gibt es?
— oft können mentale Zustände Anderer nicht direkt aus Hinweisreizen entnommen werden — stattdessen müssen sie aus einer Viehlzahl von Informationen erschlossen werden — in Studien sollen Probanden z.B. Fragen beantworten zu den mentalen Zuständen Anderer, basierend auf Geschichten — oben stehen die kack Hirnareale
Welche Rolle spielt der dorsomediale PFC für das Nachdenken über Andere?
Welche Rolle spielt die TPJ für die Wahrnehmung mentaler Zustände Anderer? Und welche Unterschiede bestehen zur Rolle des medialen PFC?
— rechte TPJ wird zuverlässig durch False-Belief Aufgaben aktiviert — medialer PFC hat allgemeinere Rolle beim Nachdenken über Andere — TPJ war im Experiment spezifisch aktiv bei der Beschreibung mentaler Zustände anderer Personen — medialer PFC war aktiv für die Beschreibung der Physis, sowie interner physiologischer Zustände — TPJ könnte auch zuständig sein für die Neuausrichtung der Aufmerksamkeit, weg von nicht-sozialen, hin zu eher sozialen Reizen — Studien legen nahe, dass TPJ aus zwei Unterregionen besteht, eine für die Repräsentation mentaler Zustände und eine für die Neuausrichtung der Aufmerksamkeit
Welche Rolle spielt der STS für die Wahrnehmung der Blickrichtung Anderer?
Was ist die Autismus Spektrums Störung?
— Sammelbegriff für eine Reihe von Störungen der Entwicklung des Gehirns, charakterisiert durch Veränderungen des Sozialverhaltens
Welche strukturellen und funktionellen Veränderungen gibt es im Gehirn von Personen mit ASD?
Was fanden Lombardo et al. über die Veränderung der Wahrnehmung des mentalen Zustands Anderer bei Autismus heraus?
— funktionelle Bildgebung während einer Mentalizing Task (ToM) — bei Gesunden war die rechte TPJ spezifisch aktiv für die Einschätzung der Gedanken Anderer im Vergleich zu einer Kontrollaufgabe
— bei Personen mit ASD zeigt die TPJ • generell weniger Aktivierung • keine Spezifität für Einschätzung der Gedanken Anderer (gleich aktiv während Kontrollaufgabe und der Mentalizing Task)
— verändertes Aktivitätsmuster hing mit Beeinträchtigungen bei der Mentalizing Task zusammen (je weniger stark der Aktivierungsunterschied zwischen Mentalizing Task und Kontrollaufgabe, desto schlechter waren die Personen Jauch in der Beantwortung der Fragen in der Mentalizing Aufgabe
Wie hängt die Veränderung bei der Wahrnehmung des mentalen Zustands Anderer bei Autismus mit dem superioren temporalen Sulcus zusammen?
— weniger Aktivität im STS während ToM Aufgaben bei Personen mit ASD — STS-Aktivität weniger spezifisch — für jede Augenbewegung, unabhängig vom Kontext
Wie ist die Verarbeitung von Gesichtern bei Personen mit ASD?
— frühere Studien berichten, dass Personen mit ASD weniger auf die Augen achten — neuere Studien zeigen, dass vor allem soziale Stimuli vor allem dann nicht beachtet werden, wenn insgesamt mehr soziale Reize zur Verfügung stehen — frühe Verarbeitung von Gesichtern ist unbeeinträchtigt bei ASD — die FFA Aktivität zeigt aber nicht die typische Rechts-Lateralisierung —> Hinweis auf Top-Down Einfluss
Welche Unterschiede gibt es in der Beachtung des Aufmerksamkeitsfokus Anderer zwischen Personen mit und ohne ASD?
— Personen mit ASD • schauen später • weniger lange Objekte an, die von Anderen fixiert werden
Wie hängt Autismus mit dem Default Netzwerk zusammen?
— Personen mit ASD zeigen keine reduzierten Aktivierungen im medialen PFC und anderen Arealen des Default Netzwerks, wenn sie von selbstbezogenen Prozessen zu einer aktiven Task wechseln — der Grund dafür scheint zu sein, dass das Default Netzwerk ausgeschaltet ist — Personen mit ASD berichten auch weniger selbstbezogene Kognitionen, wenn sie sich in einer Ruhephase befinden — explizite Instruktionen ("Achte auf das Gesicht") steigern die Aktivität in Regionen des Default Netzwerks bei einer sozialen Aufgabe —> keine spontane, automatische Aktivierung des Default Netzwerks — geringere Beschäftigung mit sich selbst lässt Personen mit Autismus mehr Raum, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen
Welche Ideen gibt es über das Simulationsverhalten von Personen mit Autismus?
— Imitationsprozesse sind verändert bei Personen mit ASD — sie sind zwar in der Lage, Andere zu imitieren, zeigen aber keine spontane Imitation — Beeinträchtigung beim Zugang zu Gedanken/ Gefühlen Anderer?
Wie untersuchten Catteneo et al. die Simulationsprozesse bei Personen mit ASD? Experiment
— Mirror Neurons -> Zugang zu Intentionen durch Aktivierung von Handlungsketten — die erste beobachtete Handlung löst die Aktivierung einer Handlungskette aus — Probleme bei ASD liegen in der Aktivierung der Handlungskette
— Experiment mit aktiver Ausführung bzw. Beobachtung einer Greifbewegung, die zur Nahrungsaufnahme dient oder nicht ("eat" oder "place")
Was waren die Ergebnisse des Experiments?
— während aktiver Ausführung und Beobachtung -> Messung der Aktivierung des M. mylohydoideus (Mundöffnung) — Gesunde Kinder -> während Ausführung wird der Muskel zunehmend aktiv in eat Bedingung — Muskel zur Mundöffnung wird auch aktiv, wenn die Handlung nur bei anderen beobachtet wird -> Imitation — Kinder mit Autismus -> Muskelaktivität bei aktiver Ausführung -> später als bei anderen Kindern — bei Beobachtung findet sich keine Mundöffnung bei Kindern mit Autismus — keine Integration (beobachteter Handlungen in Handlungsketten bei ASD —> Defizit bei der Erkennung von Intentionen Anderer