Soziale Kognition
Soziale Kognition – Definition
Ein umfassendes Thema innerhalb der Sozialpsychologie, das sich damit beschäftigt, zu verstehen, wie wir über uns selbst und über andere Menschen denken und wie die beteiligten Prozesse unsere Urteile und unser Verhalten in sozialen Kontexten beeinflussen.
Schema
Kognitive Struktur; enthält Informationen über Objekte oder Personen -> Sozusagen bestimmte Einheiten im Kopf
(Bsp: Jeder hat eine Vorstellung von einer Arztpraxis → bestimmtes Schema, was ein Wartezimmer enthält)
Stereotyp
Kognitive Struktur, die Wissen, Überzeugungen und Erwartungen über eine soziale Gruppe von Menschen enthält
-> Best. Annahmen, dass best. Menschengruppen bestimmte Eigenschaften haben
-> Stereotyp kann Untertyp von Schema & Heuristik sein
Aktivierung von Stereotypen
Heuristik
Eine oft genutzte, nicht optimale kognitive Faustregel, die Menschen verwenden, um zu einem Urteil zu gelangen, die in vielen Fällen effektiv ist, jedoch nicht in allen. Häufig wird gesagt, dass Stereotype als Heuristiken wirken
Automatischer Prozess
Ohne Absicht, Anstrengung, Bewusstheit und Mühe! (es passiert automatisch, dass wir eine Vorstellung entwickeln) Bsp: Fahrradfahren bei Studenten → soziale Kognition kann als automatischer Prozess verlaufen
Kontrollierter Prozess
Absichtlich, anstrengend, bewusst, aufwändig! Bsp: Fahrradfahren bei kleinen Kindern, die es gerade erst lernen
Kategorisierung
Die Tendenz, Objekte (einschließlich Menschen) aufgrund gemeinsamer charakteristischer Merkmale in diskrete Gruppen einzuteilen. -> Nützliche Vereinfachung für die Ordnung der Umwelt
Ist soziale Kategorisierung automatisch?
Devine 1989: Stereotype werden automatisch aktiviert!
-> siehe Experiment
Heuristiken
Verfügbarkeitsheuristik
Leichtigkeit der Erinnerung dient als Entscheidungsgrundlage wie schnell uns Informationen über ein bestimmtes Ereignis in den Sinn kommen, daraus schließen wir auf die Häufigkeit bzw. Wahrscheinlichkeit dieses Ereignisses.
Anker und Anpassung
Urteile liegen häufig zu nah am Anker = werden nicht genug angepasst
Kognitive Heuristik, die uns den ursprünglichen Standards/ Schemata (Ankern) ein bestimmtes Gewicht beimessen lässt, und dazu führt, dass das endgültige Urteil häufig zu nahe am Anker liegt
… andere Bsp, die uns etw. über Stereotype sagen…
Kognitive Kontrolle
Stereotype werden erst aktiviert, wenn man Informationen semantisch verarbeitet
Bewusstsein + Motivation + kognitive Ressourcen: -> (Über-)Korrekturprozesse
chronisch egalitäre Weltsicht
(alle sollten die gleichen Chancen haben) ->Hier werden Stereotype nicht automatisch aktiviert ->“Motivation zur Vorurteilskontrolle”
Kontinuummodell
Faktoren für individuumsbasierte Informationsverarbeitung
-> Faktoren: Abhängigkeit, Verantwortlichkeit
Unterdrückung von Stereotypen
= der Versuch, der Beeinflussung durch aktivierte Stereotype zu entgehen
-> Modell der paradoxen Prozesse mentaler Kontrolle
Modell der paradoxen Prozesse mentaler Kontrolle
Wegner, 1994 1. Absichtlicher, operative Prozess (kontrolliert) 2. Paradoxer Überwachungsprozess (automatisch)
->Bei Müdigkeit (Mangen an Aufmerksamkeit) funktioniert (1) nicht mehr, aber (2) ->Bumerangeffekt: Stärkere Stereotypnutzung
Bumerangeffekt
-> Stärkere Stereotypnutzung Wenn Unterdrückungsversuche eines Stereotyps scheitern, kann sich ein unterdrücktes Stereotyp u.U. wieder bemerkbar machen & noch größeren Einfluss auf die Urteile eines Menschen über eine Person aus einer stereotypisierten Gruppe ausüben.
Verzerrungen – Fehler bei sozialer Kognition
Negativitäts-Bias
Negative Information wird stärker betrachtet als positive!
Optimismus-Bias
Die Erwartung, dass es gut gehen wird!
Overconfidence
Menschen überschätzen die Qualität ihrer Urteile!
Planungs-Fehlschluss
Unterschätzen, wie lange eine Aufgabe dauern wird!
Gründe hierfür: man beachtet nicht, wie lange man das vorherige mal gebraucht hat; man übersieht gewisse Hindernisse (z.B. Word-Datei stürzt plötzlich ab)