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Von Governce zu Gouvernementalität

  • Governance Perspektive: Wie werden Akteure koordiniert und gesteuert? Wie verhandeln sie miteinander --> kooperative und kollektive Akteure
  • Gouvernementalitäts-Perspektive ist quasi vorgeschaltet:
    • Man stellt sich individueller Personen vor
    • Wie werden AkteurInnen überhaupt zu Subjekten ("Subjektivation", "Individualisierung")
    • Welche Anordnungen (Diskurse (z.B. lifelong learning, "gute Bildung", "inklusive Bildung"), Räumen (nicht naturgegeben sonder arrangiert, Räume schaffen Möglichkeiten und Einschränkungen), Ereignisse) machen bestimmte Identitäten und bestimmtes Handeln möglich bzw. machen sie wünschenswert
    • Rolle und Machtkonstellationen beim (Un-)Möglichmachen von Handeln und Identitäten --> explizite Frage wird in der Governance-Forschung relativ selten gestellt

 

  • Governance-Forschung
    • Rolle des Staates
    • Kooperation zw. Akteuren
    • Koordination von Akteuren
    • Ebenen der Interaktion
    • Typen/Logiken von Akteuren
    • Neue Akteure als "Ressourcen"

 

  • Gouvernementalität
    • Koordination? Ebenen?
    • Typen und Logiken von Akteuren
    • Das, was Governance Forschung untersucht, wird in diesem Kontext in einem Raum (möglicherweise einem Diskurs) betrachtet

Breite Definition von "Government" (im Sinne von Gouvernementalität)

  • Begriff der Rationalität und Mentalität
  • Im Zitat versteht der Autor etwas anderes als "Regierung" - hier geht es um Techniken von Wissen und Macht, die Verhalten in der Bevölkerung beeinflussen und schaffen, indem sie Wünsche, Interessen verschiedener AkteurInnen hervorbringen
  • Es geht weniger um Gesetze, sondern um Erwartungshorizonte

Gouvernementalität: Die Rationalität (Denkweise) hinter Steuerung

  • Aspekte der Rationalität werden näher erleutert
  • Wenn man sich als Subjekt bestimmten Erwartungen unterordnet zu einem bestimmten Menschen werden will und eine gewisse Identität entwickeln möchte, dann tut man das auf der Grundlage einer angenommenen Rationalität (man akzeptiert, dass diese Diskurse einen rationalen Hintergrund haben)

Gouvernementalität als "Verhaltensmaschine"

  • Als Technologie Maschinerie, die ein bestimmtes Verhalten hervorruft
  • Conduct of conduct: Die Arbeit an sich selbst, um bestimmten Normen, Erwartungen etc. zu entsprechen --> self government
  • Beispiel: Ball's Lebenslanges Lernen (zeigt diesen conduct of conduct)
    • Allgegenärtige Kommunikation erwünschter eigenschaften (EU, ECD, UNESCO etc.) --> das unternehmerische Selbst
    • Responsibilisierung: Individuum allein für sich selbst verantwortlich, Vorbereitung durch "total mothering" (viele Prozesse der Erziehung und Sozialisation zielen darauf ab, einen idealen Lernenden zu erziehen)
    • "Totally pedagogised society" (Bernstein): Gesellschaft wird eine Art Schule in der BürgerInnen sozialisiert werden, in einer gewissen Art zu denken --> durchdrungen von diesem Veränderungsdiskurs "flexploitaion" (man hat ständig flexibel zu sein, um dazuzulernen)

Was ist Macht in diesem Zusammenhang

  • Gouvernementalitätsforschung ist interessiert an "soft power"

Vergleich: Fichte aus der 1. VO

  • Man könnte argumentieren, dass Fichte eine Art von Gouvernementalität imKopf hatte
  • SchülerInnen sollen geformt werden, sodass sie Regeln als positives wahrnehmen, da sie eine gewisse Identität entwickelt haben, die Erwartungen entsprechen möchte
  • Gouvernementalität hängt stark zusammen mit der Rolle von Bildung
  • Wie kann Bildung fungieren (als Instrument der Subjektivierung)