Alliteration
Häufung von Wörtern mit gleichem Anfangslaut: Männer wie wir, Wicküler Bier
Assonanz/Halbreim
Gleichklang oder Wiederholung derselben Vokale: Aber man sah da... / Schwindsucht – Bindung
Konsonanz
Häufung gleicher Konsonanten: Stummen, murmeln, flüstern, rieseln
Onomatopoesie (Lautmalerei)
Imitation natürlicher Laute: Rickeracke, rickeracke geht die Mühle mit Gekracke
Archaismus
Veralteter Ausdruck; altertümelnder Sprachstil: Mond, weil er diese Karte so oft in die Hand bekam, und den guten, weil er mit ihr statt den anderen sich selbst einen Schaden zufügte, sintemalen er sie sehr oft vom Sküs fangen ließ.
Anapher
Wortwiederholung am Anfang von Sätzen oder Versen: Er schaut nicht die Felsenriffe Er schaut nur hinauf in die Höh ́
Epipher
Wortwiederholung am Ende von Sätzen oder Versen: Doch alle Lust will Ewigkeit Will tiefe, tiefe Ewigkeit!
Geminatio
Unmittelbare Wortwiederholung: Meiner blühenden Jugend Jugend nach
Epanalepse
Gleiches Wort an Anfang und Ende eines Satzes oder Verses: Erhaben will ich sein, schlichtweg: erhaben
Anadiplose
Wiederaufnahme des Endes des vorhergehenden Satzes oder Verses: Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen Wind und Wellen spielen nicht mit seinem Herzen
Polyptoton
Wiederholung eines Wortes in verschiedener Flexionsformen: Das Beste vom Besten
Figura etymologica
Wiederholung eines Wortstammes in verschiedenen Wortarten: Wer Anderen eine Grube gräbt
Enallage
Verkehrte Zuordnung von Wörtern innerhalb eines Ausdruckes: Das braune Lachen ihrer Augen
Ellipse
Auslassung von Satzteilen: Je eher, desto besser
Zeugma
Ein Verb regiert mehrere Objekte, zu denen es in unterschiedlichen Beziehungen steht: Ich heiße Heinz Erhard und Sie herzlich willkommen
Inversion
Umkehrung der normalen / korrekten Wortstellung
Hysteron proteron
Umkehrung der natürlichen Folge von Ereignissen: Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen
Parallelismus
Aneinanderreihung gleichartiger syntaktischer Strukturen: Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht.
Chiasmus
Spiegelbildliche Anordnung ohne Konjunktionen: Ich schlafe am Tag, in der Nacht wache ich
Asyndeton
Aneinanderreihung ohne Konjunktionen: Alles rennet, rettet, flüchtet
Polysyndeton
Aneinanderreihung mit Konjunktionen: Es wallet und siedet und brauset und zischt
Euphemismus
Beschönigende Umschreibung: „Einschlafen“ statt „Sterben“
Periphrase
Erweiternde, ausholende Umschreibung: O silberner Mond, schöner, stiller Gefährte der Nacht
Pleonasmus
Überflüssige Verdopplung sinngleicher oder ähnlicher Ausdrücke: Weißer Schimmel; alter Greis
Oxymoron
Unmittelbare Verbindung widersprüchlicher Ausdrücke: Schwarze Milch
Paradoxon
Scheinbar widersinnige Aussage: Vor lauter Individualismus trägt sich Uniform
Antithese
Parallele Anordnung von Gegensätzen: Was dieser heute baut / reißt jener morgen ein
Synästhesie
Vermischung mehrerer Sinneswahrnehmungen: Sehe mit fühlenden Aug ́, fühl mit sehender Hand
Katachrese
Verbindung nicht zusammenpassender Wendungen: Der Zahn der Zeit, der schon so manche Träne getrocknet hat, wird auch über diese Wunde Gras wachsen lassen.
Personifikation
Belebung oder Vermenschlichung eines Dings oder Abstraktums: Die Kirche hat einen guten Magen, hat ganze Länder aufgefressen und doch noch nie sich übergessen
Synekdoche
Ersetzung eines Begriffs durch einen engeren (pars pro toto) oder weiteren (totum pro parte)
Pars pro toto: Ein Dach über dem Kopf haben
Totum pro parte: China holt die Goldmedaille im 110m Hürdenlauf -> Nur der Läufer gewinnt die Medaille, nicht die ganze Nation
Hyperbel
Übertreibung: Ein Meer von Tränen
Litotes
Ironische Untertreibung; Negation des Gegenteils: Nicht schlecht
Paronomasie
Wortspiel: Spiel mit gleich oder ähnlich klingenden Sprachelementen: Die Fenster waren dem Sankt Nitglas gewidmet
Klimax
Reihung nach dem Prinzip der Steigerung: Verliebt, verlobt, verheiratet
Antiklimax
Reihung mit stufenweiser Abschwächung: Um den Papst zirkulieren die Kardinäle. Und um die Kardinäle zirkulieren die Bischöfe. Und um die Bischöfe zirkulieren die Sekretäre.
Apostrophe
Anrufung/Anrede einer Person oder eines Gegenstandes: Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes / Wo ehedem ein Gras war, da sitzest jetzt du, Öltankl
Rhetorische Frage
Frage, deren Antworte überflüssig ist: Wer ist schon perfekt?
Epimythion
Lehrsatz am Ende eines Textes, häufig bei Fabeln: Wer Anders eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Ironie
Unwahre Aussage, die das Gegenteil der wörtlichen Bedeutung meint: Bravo, mein siegreicher Alkibiadis, bravissio! Das hast du wieder glanzvoll gebracht.