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Faktoren bei der Produktion von Vokalen Faktoren bei der Produktion von Vokalen 

1. Zungenhöhe 

2. Zungenlage (vorne, zentral, hinten)

3. Lippenrundung 

1. Zungenhöhe 

2. Zungenlage (vorne, zentral, hinten)

3. Lippenrundung 

Zungenhöhe

- beschreibt dabei die Position des höchsten Punktes der Zunge bezüglich der vertikalen Lage

- bei einer hohen Zungenposition spricht man von einem hohen Vokal, bei einer tiefen von einem tiefen Vokal

 

Zungenlage

- beschreibt dabei die Position des höchsten Punktes der Zunge bezüglich der horizontalen Lage

• Vorder(zungen)- (auch Palatalvokale)

• Zentral-

• und Hinter(zungen)vokalen (auch Velarvokale) 

 

Bsp.: Der Laut [i] wird weiter vorne artikuliert als [u]

Lippenrundung

- Lippen können gespreizt, neutral, vorgestülpt oder gerundet sein

- Man unterscheidet zwischen gerundeten und ungerundeten Vokalen

Minimalpaare

Unterscheiden sich nur in einem Aspekt voneinander <Dose> → ['doː$zə] 

<Rose> → ['ʀoː$zə] 

Phonem

- bei ihnen handelt es sich um die kleinste bedeutungsunterscheidene (distinktive) Einheit

- haben keine Bedeutung sondern nur Funktionen

- Darstellung mit Schrägstrichen /.../

Phon/Laut

- die lautlichen Realisierungen und damit hörbare Laute 

- kleinstes auditiv, akustisch oder artikulatorisch unterscheidbares Element der gesprochenen Sprache

- werden in Klammern angegeben [p, b, m]

Aspiration

- Stimmlose Plosive vor Vokalen werden am Wortanfang aspiriert

- Dieser phonetische Unterschied korreliert nicht mit einem semantischen:

 

<Pein> = [‚ph͜aɪn]  vs.  <Bein> = ['b͜aɪn] 

Oberklassenmerkmal 

  • [+/-konsonantisch]
  • [+/- sonorant]


 

[+konsonantisch]

Laute, zu deren Realisierung der Luftstrom oberhalb der Glottis behindert wird, tragen das Merkmal [+konsonantisch]

—> Konsonanten

[-konsonantisch]

Laute, bei denen der Luftstrom durch die Glottis oder gar nicht behindert werden, sind hingegen [-konsonantisch]

—> Vokale

[+sonorant] 

[+sonorant] sind alle Laute, die nur stimmhaft auftreten

 

 Sonoranten = Nasale, Laterale, Vibranten, Vokale

[-sonorant] 

sind jene Laute, die i.d.R. auch stimmlose Varianten aufweisen. 

- Obstruenten

 

Obstruenten = Plosive und Frikative (Affrikaten) 

[+/- kontinuierlich] 

- erlaubt die Unterscheidung von zwei Unterklassen der Obstruenten: Plosive ([-kont]) und Frikative ([+kont])

- repräsentiert die totale Schließung des Mundraums

Klassifizierung Vokale

- Merkmale [+/-hoch], [+/-tief], [+/-vorn], [+/-hint], [+/- rund] und [+/-gesp] 

Auslautverhärtung

- Alle Obstruenten werden im Deutschen im Silbenauslaut stimmlos realisiert, auch wenn sie eigentlich stimmhaft sind

 

<Tod> = ['to:t] vs. <Tode> = ['to:$də]

Schema: A→ B / X Y 

A = Input (das, was verändert wird)

B = Output (das Ergebnis der Regelanwendung)  

X und Y = den Kontext/die Umgebung

—> X den vorangehenden und Y den nachfolgenden Kontext. Alternative Kontexte werden in geschweiften Klammern übereinander dargestellt.

- Der In- und Output wird jeweils anhand von Merkmalsbündeln dargestellt.

Bsp. Auslautverhärtung:
[+kons, -son, +sth] → [+kons, -son, -sth] / ______$ 

Regressive Assimilation

<Senf> = [‚zɛmf]

 

könnte wie folgt dargestellt werden:

[+alveolar] → [+labial] / _____[+labio-dental] 

       A                  B                           Y

Progressive Assimilationen

lassen sich ähnlich abstrahieren, nur dass hier der vorangehende Kontext (nach Schwa-Tilgung) entscheidend einwirkt: <Farben> - ['faʀ$b,m]

 

[+alveolar] → [+labial] /[+labial] _____ 

      A                    B           X

Epenthese- und Tilgungsregeln

Regeln, die anzeigen, dass Laute hinzugefügt oder getilgt werden 

a) Tilgung b) Epenthese 

a) X → Ø / Y ___Z

 

b) Ø → X / Y ___Z 

Glottal Stop

[-kons, +son]____[-kons,+son]

#____[-kons,+son]

Prosodische Phonologie 

- eine nicht-lineare Phonologie, die nicht einfach eine lineare Kette von Segmenten, die durch Merkmalsbündel repräsentiert werden, untersucht

- Stattdessen analysiert sie die Informationen zur Aussprache von Worten oder Sätzen auf mehreren Ebenen. 

Silbenstrukturschichten (3)

  1. Silbenschicht = Gliederung der Silbe(n) 
  2. CV-Schicht = V ist die Position für Segmente, die den Silbengipfel (silbische Elemente) darstellen und C „unsilbische“ Elemente.
  3. Skelettschicht = Informationen zu den Positionen der Segmente innerhalb der Silbe (manchmal Auskunft über Artikulationsart, -ort und Stimmton)

maximale Silbenschema 

Eine Silbe besteht mindestens aus einem Silbengipfel mit jeweils zwei optionalen vorangehenden und zwei optionalen nachfolgenden C-Positionen

 

[fi:lm] —>CVCCC das wort gibt es nicht im deutschen, da es gegen das Silbenschema verstößt

[film] —> CVCC

 

Achtung: Bei Diphthongen wird nur der erste Vokal in der Position des Silbengipfels positioniert.

Extrasilbische Positionen  

—> Appendix

- Stimmlosen koronalen Obstruenten (/t/, /s/, /∫/, ͡/ ts/ & /st/) und Obstruentenclustern stehen jedoch extrasilbische Positionen zur Verfügung

 

 

 

Sonoritätsskala nach Wiese

Plosive < Frikative < Nasale < /l/ < /r/ < hohe Vokale < restliche Vokale 

Konstituentenstruktur der Silbe

Besteht aus: Onset (Ansatz) und Reim, der nochmals aus Nukleus und Koda besteht 

Wann wird glottal Stop eingesetzt

Bei einem leeren Onset wird im Deutschen ein Gottal-Stop eingefügt 

 

Onset-Maximierung 

- Bei Zweifel bezüglich der Positionierung der Silbengrenze werden entsprechende konsonantische Laute eher dem Onset als den Koda-Positionen im Silbenauslaut zugeordnet

 

z.B. Lam.pe anstatt Lamp.e oder Ma.se.rung anstatt Ma.ser.ung