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Epoche Barock

1600 - 1750


  • Frühbarock

- Erste Verwendung von Generalbass

- Ausdrucksstarke, emotionale Affekte


  • Hochbarock

- Voll entwickelte Affektenlehre

- Musiker aus italienischer Musikschule verbreiten Musik in Europa


  • Spätbarock

- Höhepunkt polyphoner Techniken

- Subjektiver Ausdruck nimmt zu

Barockmusik im historischen Kontext

  • Herrschaftsform -> Absolutismus

- Adelige bestimmen musikalisches Geschehen

- Musik -> politische und prunkvolle Repräsentationszwecke


  • Oper als Hauptattraktion


  • Mitwirken Musiker niedriger Stände in der Hofkapelle


  • Weiterentwicklung des humanistischen Gedanken -> Fokus auf das ICH (Gefühle...)


Gattungen:


  • Kantate
  • Musikalisches Werk für Gesangsstimmen und Instrumente, meist in mehreren Sätzen


  • geistliche Kantate -> für Gottesdienste (Bibeltexte)
  • weltliche Kantate -> weltliche Themen (Liebe, Politik...)


  • Meist 3-4 Sätze (Arie -Rezitativ-Arie)


Typischer Aufbau einer Kantate

  1. Instrumentalstück / Einleitung Oft eine kurze Sinfonia oder ein thematisches Vorspiel, das den Charakter vorgibt
  2. Chor Ein kraftvoller Auftakt oder zentrale Aussage – häufig am Anfang oder als Höhepunkt
  3. Rezitativ Erzählerischer Teil, der die Handlung oder den Inhalt vermittelt, meist vom Solisten gesungen
  4. Arie Vertieft Emotionen oder Gedanken des Solisten, musikalisch ausdrucksstark
  5. Weitere Rezitative und Arien Je nach Länge und Aufbau der Kantate können mehrere folgen
  6. Schlusschor / Choralsatz Fester Abschluss, oft mit einem bekannten Choraltext – bringt alle Stimmen zusammen


  • Oratorium
  • Großes musikalisches Werk für Solisten, Chor und Orchester, meist mit geistlichem Inhalt


Typischer Aufbau eines Oratoriums

  1. Sinfonia / Ouvertüre Instrumentaler Auftakt, stimmungsvoll und thematisch einleitend
  2. Rezitativ Erzählt die Handlung sprechähnlich, dient als Bindeglied zwischen den Nummern
  3. Arie Emotionale Vertiefung, meist solistisch, oft virtuos gestaltet
  4. Chor Kommentiert das Geschehen, vermittelt zentrale Aussagen oder wirkt als dramaturgischer Höhepunkt
  5. Instrumentalstücke Werden zur Verbindung einzelner Abschnitte oder zur musikalischen Reflexion eingesetzt


  • Concerto grosso
  • Musikform, bei der sich eine kleine Solistengruppe („Concertino“) mit dem größeren Ensemble („Ripieno“) abwechselt


  • Charakteristisch durch dynamischen Wechsel zwischen solistischen und tutti-Abschnitten


Besteht meist aus mehreren Sätzen, typischerweise drei:


  1. Schneller Satz – lebhaftes Allegro, stellt Themen und Kontraste zwischen Concertino und Ripieno vor
  2. Langsamer Satz – getragenes Adagio oder Largo, lyrisch und emotional
  3. Schneller Satz – schwungvoller Abschluss, oft tänzerisch oder fugiert


  • Solokonzert
  • Musikform, bei der ein einzelner Solist (z. B. Violine, Klavier, Trompete) im Mittelpunkt steht


  • Solist wird vom Orchester begleitet – es entsteht ein musikalischer Dialog zwischen beiden


Typischer Aufbau in drei Sätzen:


  1. Schneller Satz (Allegro) – stellt Themen vor, enthält oft virtuose Passagen
  2. Langsamer Satz (Adagio/Largo) – lyrisch, gefühlvoll
  3. Schneller Schlusssatz (Allegro/Presto) – lebendig, oft tänzerisch oder rondoartig


  • Suite
  • Instrumentalwerk, das aus mehreren Sätzen besteht


Typischer Aufbau:


  1. Ouvertüre (optional) – feierlicher Einstieg, oft mit langsamen Anfang und schnellem kontrastierendem Mittelteil
  2. Allemande – ruhiger, gemäßigter Tanz im 4/4-Takt, deutscher Ursprung, oft polyphon
  3. Courante – lebhaft im 3/2- oder 6/4-Takt, französischer Stil (verspielter Kontrapunkt); italienische Variante meist schneller (Corrente)
  4. Sarabande – langsamer Tanz im 3/4-Takt, mit Betonung auf dem zweiten Schlag, feierlich und ausdrucksstark
  5. Gigue – schneller Tanz im 6/8- oder 12/8-Takt, oft als lebendiger Abschluss, mit motorischem Rhythmus


  • Ouvertüre
  • Instrumentale Einleitung zu einem Bühnenwerk wie Oper, Oratorium oder Suite


Zwei Haupttypen im Barock:


  • Französische Ouvertüre:


  1. Langsamer Einleitungsteil mit punktiertem Rhythmus (majestätisch)
  2. Schneller, fugierter Mittelteil (polyphon, lebhaft)
  3. Rückkehr zum langsamen Tempo (optional)


  • Italienische Ouvertüre:


  1. Schneller Anfangssatz (Allegro, konzertant)
  2. Langsamer Mittelsatz (Adagio, arios)
  3. Schneller Tanzsatz (z. B. Menuett oder Gigue)


  • Fuge
  • Imitation eines Themas auf verschiedene Tonstufen durch verschiedene Stimmen
  • Rezitativ
  • Gesangsform zwischen Sprechen und Singen, dient der Erzählung und Handlungsvorantreibung in Oper, Oratorium, Kantate


Secco-Rezitativ („trockenes Rezitativ“)


  • Begleitung: nur durch Generalbass (meist Cembalo + Bassinstrument)
  • Stil: sprechähnlich, syllabisch, große rhythmische Freiheit
  • Funktion: Handlungsfortschritt, nüchtern und textzentriert


Accompagnato-Rezitativ („begleitetes Rezitativ“)


  • Begleitung: durch Orchester oder ausgewählte Melodieinstrumente
  • Stil: stärker auskomponiert, oft mit melismatischen Elementen
  • Funktion: dramatische Höhepunkte, emotionale Verstärkung


Unterschied:

  • Secco = textlich und rhythmisch frei, musikalisch schlicht
  • Accompagnato = musikalisch dichter, stärker an den Ausdruck gebunden


  • Arie
  • Solistisches Gesangsstück mit Instrumentalbegleitung, meist Teil eines größeren Werkes (Oper, Oratorium, Kantate)


Aufbau nach dem Schema A–B–A:


  1. Teil A: Hauptthema, meist klar strukturiert und affektgeladen
  2. Teil B: kontrastierender Mittelteil – andere Tonart, Stimmung oder Rhythmus
  3. Da capo („vom Anfang“): Wiederholung von Teil A, oft verziert und ausgeschmückt durch den Sänger


Musikalische Merkmale:


  • Generalbass/Basso continuo
  • begleitende Bassstimme, die von mehreren Instrumenten gespielt wird und die harmonische Grundlage eines Musikstücks bildet


  • Der Komponist schreibt nur die Basslinie auf – die Harmonien darüber werden nicht vollständig ausnotiert, sondern durch Ziffern ergänzt


  • Diese Ziffern zeigen an, welche Intervalle über dem Basston gespielt werden sollen – ähnlich wie moderne Akkordsymbole


Zwei Musiker arbeiten zusammen:


  • Ein Bassinstrument (z. B. Cello, Fagott) spielt die Linie
  • Ein Akkordinstrument (z. B. Cembalo, Orgel) ergänzt die Harmonien – oft frei und improvisiert


  • Konzertierendes Prinzip
  • Musikalisches Gestaltungsprinzip, bei dem ein Solist oder eine Solistengruppe im Wechsel mit dem Orchester musiziert


  • Typisch für Formen wie das Solokonzert und das Concerto grosso


Ziel:

  • Kontrast und Dialog zwischen den Klanggruppen – musikalisches „Wetteifern“ oder „Zusammenwirken“
  • Ornamentik
  • Verzierungen, die eine Melodie beleben, individualisieren oder emotional vertiefen


Zum Beispiel:

Triller – schneller Wechsel zwischen Hauptnote und oberer Nebennote

  • Affektenlehre
  • Grundlage: Vorstellung, dass Musik wie Sprache Affekte ausdrücken kann


Komponisten nutzen bestimmte Mittel, um Affekte zu erzeugen:


  • Tonarten (Dur = freudig, Moll = traurig)
  • Rhythmus & Tempo (schnell = lebhaft, langsam = ernst)
  • Melodieverlauf (aufsteigend = hoffnungsvoll, absteigend = klagend)
  • Dynamik & Artikulation (laut, leise, gebunden, gestoßen)
  • Instrumentierung (z. B. Streicher für Wärme, Trompeten für Glanz)


Ziel:

  • gezielte emotionale Wirkung beim Hörer – z. B. Freude, Trauer, Zorn, Liebe



  • Monodie
  • einzelne Gesangsstimme steht im Vordergrund, begleitet von akkordischer Instrumentalbegleitung (meist Generalbass)
  • Polyphonie
  • Bedeutet Vielstimmigkeit: mehrere gleichwertige, unabhängige Stimmen erklingen gleichzeitig


  • Fokus auf eine Melodie
  • Homophonie
  • Mehrstimmige Satztechnik, bei der eine Hauptstimme im Vordergrund steht und die anderen Stimmen begleitend oder akkordisch untergeordnet sind


  • Dialog zwischen Stimmen
  • Libretto
  • Bezeichnet den Text einer Oper, Operette, eines Oratoriums, Musicals oder einer Kantate


Enthält:

  • Gesangstexte (Arien, Rezitative, Chöre)
  • Dialoge und Handlungsverlauf
  • Szenenanweisungen (z. B. Bühnenbild, Regiehinweise)


Barockorchester

  • meist kleiner besetzt (10 bis 30 Musiker)


Typische Instrumentengruppen:


  • Streicher: Violine, Viola, Violoncello, Violone, Gamben
  • Bläser: Blockflöte, Traversflöte, Oboe, Fagott, Zink, Trompete, Horn
  • Generalbassgruppe: Cembalo!!!, Orgel, Laute, Theorbe + Bassinstrument
  • Schlaginstrumente: Pauken (selten, meist bei festlichen Werken)


Antonio Vivaldi

Geburtsdatum:1678 (Venedig)

Sterbedatum: 1741 (Wien)


Wichtige Lebensstationen:


  • Priester in Venedig – bekannt als „Il Prete Rosso“ (-> Der rote Priester, wegen seiner Haarfarbe)
  • Ab 1703: Violinlehrer am Ospedale della Pietà, Venedig
  • Ab 1711: internationale Druckausgaben (z. B. L’estro armonico)
  • Ab 1713: Opernkomponist in Italien & Mitteleuropa
  • 1740: Umzug nach Wien – dort verarmt gestorben


Werk: Opus 8 – „Il cimento dell’armonia e dell’invenzione“ (1725)


  • Sammlung von 12 Violinkonzerten
  • Bekanntester Teil: „Die vier Jahreszeiten“ (Konzerte Nr. 1–4)



Die vier Jahreszeiten (1725)

  • Form: 4 Violinkonzerte – Frühling, Sommer, Herbst, Winter

Jedes Konzert besteht aus 3 Sätzen:


1. Satz: Allegro – lebhaft, oft mit Ritornellform (Wechsel zwischen Tutti und Solo)

2. Satz: Largo/Adagio – langsam, lyrisch, meist mit ruhiger Begleitung

3. Satz: Allegro/Presto – tänzerisch oder dramatisch, oft mit pastoralen Elementen


  • Gattung: Programmmusik – jedes Konzert stellt eine Jahreszeit dar

- Tonmalerei: Natur wird hörbar gemacht


  • Besonderheit: Jedem Konzert ist ein Sonett vorangestellt, das musikalisch umgesetzt wird


Sonett-Erklärung (in Vivaldis Jahreszeiten):


  • Sonett = Gedichtform mit 14 Verszeilen, meist in 4 Strophen:

- 2 Quartette (je 4 Verse)

- 2 Terzette (je 3 Verse)


Inhaltlich oft:

  • Quartette = Beschreibung der Szene (z. B. Naturbild)
  • Terzette = Handlung oder emotionale Reaktion


  • Widmung: Graf Wenzel von Morzin
  • Besetzung: Solovioline, Streicher, Generalbass





Frühling (La primavera) – Op. 8 Nr. 1, RV 269


🔹 Sätze & Tonarten:


  1. Allegro – E-Dur
  2. Largo e pianissimo sempre – cis-Moll
  3. Allegro (Danza pastorale) – E-Dur


🔹 Inhalt & musikalische Bilder:


1. Satz:

  • Vogelgesang (Violintrio), Murmeln der Quellen, Frühlingsgewitter mit Donner und Blitz
  • Ritornellform mit virtuosen Soloeinsätzen


2. Satz:

  • Schlafender Hirte, sanftes Blätterrauschen, Hundebellen (Bratsche)
  • Lyrisch, ruhig, mit Naturlauten


3. Satz:

  • Hirtentanz mit Dudelsackklängen, Nymphen und Schäfer feiern den Frühling
  • Tanzrhythmen, pastorale Stimmung


Johann Sebastian Bach

Geburtsdatum: 1685 (Eisenach)

Sterbedatum: 1750 (Leipzig)


Wichtige Lebensstationen:


  • Stammt aus einer großen Musikerfamilie
  • Ab 1703: Organist in Arnstadt, dann Mühlhausen
  • 1708–1717: Hoforganist und Konzertmeister in Weimar
  • 1717–1723: Kapellmeister in Köthen – viele Instrumentalwerke
  • Ab 1723: Thomaskantor in Leipzig – Kantaten, Passionen, Motetten
  • Leitung des Collegium Musicum – Aufführungen im Leipziger Kaffeehaus
  • Lebte und wirkte ausschließlich in Deutschland


Kaffee-Kantate (1732)

  • Weltliche Kantate, entstanden um 1734 in Leipzig


  • Text von Picander (Christian Friedrich Henrici)


  • Aufführung durch Bachs Collegium Musicum im Zimmermannschen Kaffeehaus


  • Humorvolle Szene aus dem bürgerlichen Alltag – Debatte ums Kaffeetrinken


Inhalt & Figuren:


  • Vater Schlendrian (Bass): konservativ, polternd, will seiner Tochter das Kaffeetrinken verbieten
  • Tochter Liesgen (Sopran): charmant, eigensinnig, liebt Kaffee über alles
  • Erzähler (Tenor): kommentiert und verbindet die Szenen
  • Konflikt: Kaffee als „Laster“ vs. Lebensfreude – Generationenstreit mit augenzwinkerndem Ausgang
  • Lösung: Liesgen will nur heiraten, wenn ihr Mann ihr Kaffee erlaubt – sie gewinnt!



Musikalischer Aufbau (10 Sätze):


  1. Rezitativ (Tenor) – Szene wird eingeführt
  2. Arie (Bass) – Vater klagt über seine Tochter
  3. Rezitativ (Bass & Sopran) – Streit beginnt
  4. Arie (Sopran) – Liesgen preist den Kaffee („Ei! wie schmeckt der Coffee süße“)
  5. Rezitativ (Bass & Sopran) – Vater droht mit Verboten
  6. Arie (Bass) – Mädchen sind schwer zu erziehen
  7. Rezitativ (Bass & Sopran) – Heiratsverbot als Druckmittel
  8. Arie (Sopran) – Liesgen will heiraten
  9. Rezitativ (Tenor) – Liesgen trickst den Vater aus
  10. Terzett (alle) – „Die Katze lässt das Mausen nicht“ – versöhnliches, ironisches End


Charakterzeichnung durch Musik:


  • Schlendrian: polternd, stur – musikalisch durch Wiederholungen und Sprünge
  • Liesgen: verspielt, charmant – elegante Melodien, Flötenbegleitung


Tonmalerei: z. B. Hundebellen in der Bratsche, dampfende Kaffeetasse in der Traversflöte


Dialogform: fast wie eine kleine Oper


  • Vater Schlendrian verkörpert die bürgerliche Ordnung, Strenge und traditionelle Werte


  • Tochter Liesgen steht für Lebensfreude, Genuss und individuelle Freiheit


  • Liesgen gibt scheinbar nach, will auf Kaffee verzichten – nur um heiraten zu dürfen


Im abschließenden Terzett („Die Katze lässt das Mausen nicht“) wird augenzwinkernd festgestellt:

-> Genuss setzt sich durch


Epoche Wiener Klassik

1750 - 1820


  • Frühklassik (1730 - 1770)

- Übergang vom Barock zur Klassik

- Werke klar und leicht


  • Hochklassik (1770 - 1790)

- Klarheit, Ausgewogenheit, Formstrenge


  • Spätklassik (1790 - 1820)

- Beethoven als Brücke zur Romantik

- wieder mehr Ausdruckskraft


Wiener Klassik im historischen Kontext

  • Aufklärung: Vernunft, Bildung, Menschenrechte

-> Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen (Kant)


  • Französische Revolution (1789): Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit


  • Napoleonische Kriege und politische Umbrüche in Europa


  • Bürgertum gewinnt an Einfluss – Musik nicht mehr nur für Adel


  • Wien wird kulturelles Zentrum Europas


  • Humanistische Ideen flossen indirekt über die Aufklärung in die Musik ein


  • Wiener Klassik verkörpert das Ideal der absoluten Musik

-> harmonische Klarheit und Struktur als Ideal

-> keinen außermusikal. Inhalt (keine Texte, Programme, Bilder)

Gattungen:


  • Streichquartett
  • Vierstimmiger Satz mit gleichberechtigten Stimmen


  • Bedeutendste Gattung der Kammermusik seit der Wiener Klassik


  • Bezeichnet sowohl das Ensemble (4 Streicher) als auch die Komposition für diese Besetzung


Ensemble:

  • 2 Violinen (1. & 2. Geige)
  • 1 Viola (Bratsche)
  • 1 Violoncello (Cello)


  • Begründer: Joseph Haydn


Typischer Aufbau:


  • 1. Satz – Allegro (Sonatenhauptsatzform): Der erste Satz ist meist schnell und energisch.


  • 2. Satz – Langsamer Satz (Adagio, Andante, Largo): Der zweite Satz bringt Ruhe und Ausdruckstiefe. Er ist lyrisch, gesanglich oder meditativ.


  • 3. Satz – Menuett oder Scherzo mit Trio: Ursprünglich ein Menuett im Tanzstil (3/4-Takt), später oft durch ein Scherzo ersetzt – schneller, pointierter, manchmal humorvoll oder schroff.


  • 4. Satz – Finale (Allegro, Presto): Der letzte Satz bringt Schwung und Abschluss. Er ist meist lebhaft und virtuos. Typische Formen sind:

-> Rondo: ein wiederkehrendes Hauptthema wechselt mit neuen

Episoden

-> Sonatenform.


  • Oper
  • Musiktheaterform, bei der eine dramatische Handlung durch Gesang, Orchester, Bühnenbild und Schauspiel dargestellt wird


Opera seria („ernste Oper“)

  • Inhalt: Mythologische, historische oder heroische Stoffe
  • Figuren: Könige, Götter, Helden


Drei Akte:


Einleitung: Instrumentale Ouvertüre (oft französische Form: langsam – schnell – langsam)


Szenenstruktur:

  • Secco-Rezitativ (Sprechgesang mit Cembalo-Begleitung) → treibt die Handlung voran
  • Da-capo-Arie (ABA) → Ausdruck eines Affekts, musikalisch virtuos, oft mit Koloraturen
  • Abgangsarie: Sänger verlässt nach Arie die Bühne, Publikum applaudiert


Opera buffa („komische Oper“)

  • Inhalt: Alltagsnahe, komödiantische Szenen, oft mit Gesellschaftskritik
  • Figuren: Diener, Bürger, listige Frauen


Meist zwei Akte:


Einleitung: Ouvertüre, oft lebhaft und thematisch mit der Handlung verbunden


Szenenstruktur:

  • Secco-Rezitativ (schnell, dialogisch, parlandostil) → lebendige Handlung
  • Arien: kürzer, liedhaft, oft humorvoll oder emotional
  • Ensembles: Duette, Terzette, Quartette – zentrale dramaturgische Elemente
  • Finali: große musikalische Szenen am Ende der Akte mit mehreren Stimmen, Handlung verdichtet sich



  • Singspiel
  • Eine Form des Musiktheaters, die gesprochene Dialoge mit musikalischen Einlagen (Lieder, Tänze, Instrumentalsätze) kombiniert


  • bürgerliches Gegenstück zur höfischen Oper


  • Gesprochene Dialoge statt Rezitative


  • Alltagsnahe Themen, oft mit Humor oder Gesellschaftskritik


Meist in zwei Akten:


Einleitung: Instrumentale Ouvertüre – oft heiter und thematisch passend


Szenenfolge:

  • Gesprochene Dialoge treiben die Handlung voran
  • Musikalische Nummern (Lieder, Arien, Duette, Ensembles) vertiefen Emotionen oder kommentieren das Geschehen


  • Sinfonie
  • Große Instrumentalkomposition für Orchester


  • meist viersätzig


Typischer Aufbau:


1. Satz – Allegro (Kopfsatz)

  • In Sonatenhauptsatzform: Exposition – Durchführung – Reprise – Coda
  • Präsentiert Haupt- und Seitenthema, oft mit Kontrasten


2. Satz – Langsamer Satz (Adagio, Andante)

  • Lyrisch, ruhig, oft in Liedform oder Variationenform
  • Steht meist in einer verwandten Tonart


3. Satz – Menuett oder Scherzo mit Trio

  • Tänzerisch oder humorvoll, ABA-Form
  • Später ersetzt durch das schnellere Scherzo (z. B. bei Beethoven)


4. Satz – Finale (Allegro, Presto)

  • In Rondoform, Sonatenform oder Sonatenrondo
  • Bringt das Werk zu einem kraftvollen Abschluss


Musikalische Merkmale:


  • Sonatenhauptsatzform

Typischer Aufbau:


1.Exposition

  • Vorstellung von Hauptthema (in Grundtonart) und Seitenthema (in Kontrasttonart)
  • Dazwischen: Überleitung (Modulation)
  • Abschluss: Schlussgruppe
  • Wird oft wiederholt, um die Themen zu festigen


2.Durchführung

  • Verarbeitung der Themen oder einzelner Motive
  • Modulationen in entfernte Tonarten
  • Freie Gestaltung, oft dramatisch und kontrastreich


3.Reprise

  • Wiederkehr von Haupt- und Seitenthema – jetzt beide in der Grundtonart
  • Überleitung entfällt oder wird angepasst
  • Abschluss mit Schlussgruppe


4.Coda (optional)

  • Nachklang oder Zusammenfassung
  • Bei Beethoven oft wie eine zweite Durchführung


  • Motivisch-thematische Arbeit
  • Material wird kontinuierlich verändert, kombiniert, weiterentwickelt


Motiv = kleinste musikalische Einheit (z. B. kurze Tonfolge oder Rhythmus)

Thema = größere musikalische Einheit, oft aus mehreren Motiven aufgebaut


Motive werden verarbeitet durch:

  • Wiederholung
  • Variation (z. B. rhythmisch, melodisch, harmonisch)
  • Sequenzierung (Wiederholung auf anderer Tonstufe)
  • Umkehrung (Intervallrichtung wird gespiegelt)
  • Krebs (Motiv rückwärts gespielt)


  • Variation
  • musikalische Form, bei der ein Thema mehrfach wiederholt wird – jedes Mal verändert


Wichtige Variationstypen:

  • Melodische Variation → Veränderung der Tonhöhen, z. B. durch Umspielungen, Durchgangs- oder Wechseltöne
  • Rhythmische Variation → Veränderung der Notenwerte, Taktart oder Betonung
  • Harmonische Variation → Neue Akkordfolgen oder Reharmonisierung des Themas
  • Dynamische Variation → Lautstärkeveränderungen, z. B. von piano zu forte
  • Artikulationsvariation → z. B. legato statt staccato
  • Tempo-Variation → z. B. Thema in Adagio statt Allegro
  • Tongeschlechtsvariation → Wechsel von Dur zu Moll (Minore) oder umgekehrt (Majore)


  • Obligate Accompagnement
  • Begleitform, bei der die Begleitstimmen selbstständig geführt sind


  • Begleitung vollständig notiert ( nicht wie bei B.C)

Joseph Haydn

Geburtsdatum: 1732 (Rohrau, Niederösterreich)

Sterbedatum: 1809 (Wien)


Wichtige Lebensstationen:


  • aus einfachen Verhältnissen
  • Chor- und Instrumentalausbildung in Wien
  • Kapellmeister -> Hofkapellmeister bei Fürst Esterhazy (30 Jahre)
  • Entwicklung des Streichquartettformats
  • Eifluss auf Musik von Mozart und Beethoven
  • Freundschaft mit Mozart
  • Kompositionslehrer Beethovens
  • erfolgreich in ENgland
  • Scherz in Sinfonien (Paukenschlag)

Kaiserquartett (1797)

  • Teil der Erdődy-Quartette


1. Satz – Allegro (C-Dur)

  • Sonatenhauptsatzform mit klarer thematischer Gliederung
  • Hauptthema: energisch, in vier prägnanten Phrasen – motivisch dicht
  • Seitenthema: lyrisch, kontrastierend


2. Satz – Poco adagio cantabile (G-Dur)

  • Variationssatz über die Kaiserhymne (Gott erhalte Franz, den Kaiser)

4 Variationen, jede mit anderer Instrumentenführung:

- 1. Violine trägt die Melodie, andere begleiten schlicht

- Cello übernimmt das Thema, mit synkopierter Gegenstimme

- Bratsche spielt die Hymne in Moll, chromatische Begleitung

- 1. Violine erneut mit Thema, hohe Lage, fast hymnisch


3. Satz – Menuetto (Allegretto, C-Dur)

  • Tänzerisch, volksnah
  • klarer, fröhlicher Tanzfluss


4. Satz – Finale (Presto, Beginn mit C-Moll, dann C-Dur)

  • Sonatenform mit dramatischen Einstieg
  • energetisch -> Triolenjagd

Wolfgang Amadeus Mozart

Geburtsdatum:1756 (Salzburg)

Sterbedatum:1791 (Wien)


Wichtige Lebensstationen:

  • Musikalisch hochbegabt
  • Vater Leopold förderte ihn intensiv
  • Konzertreisen mit Vater und Schwester durch Europa
  • Italienreisen
  • starb sehr jung

Die Entführung aus dem Serail (1782)

  • Gattung: Singspiel in drei Akten


  • Libretto: Johann Gottlieb Stephanie d. J. (nach Bretzner)


  • Ort der Handlung: Türkische Küste, Mitte des 16. Jahrhunderts


Inhalt (kurz zusammengefasst):

  • Die Spanierin Konstanze, ihre Zofe Blonde und deren Freund Pedrillo wurden von Piraten entführt und an den türkischen Bassa Selim verkauft.
  • Konstanzes Verlobter Belmonte reist an, um sie zu befreien.
  • Mit Hilfe Pedrillos gelingt der Fluchtversuch beinahe – doch alle werden gefasst.
  • Überraschend zeigt sich Selim großmütig und schenkt ihnen die Freiheit.
  • Die Oper endet mit einem Jubelchor auf Toleranz und Menschlichkeit.


Typischer Aufbau (3 Akte):


1. Akt – Ankunft & Planung:

  • Belmonte sucht Konstanze und trifft auf Osmin, den grimmigen Aufseher.
  • Wiedersehen mit Pedrillo → Fluchtplan entsteht
  • Konstanze lehnt Selims Werbung ab
  • Belmonte wird als Baumeister eingeschleust


2. Akt – Konflikte & Vorbereitung:

  • Osmin bedrängt Blonde – sie wehrt sich selbstbewusst
  • Konstanze bleibt standhaft gegenüber Selim (Arie: „Martern aller Arten“)
  • Pedrillo macht Osmin betrunken → Flucht wird vorbereitet
  • Quartett: „Ach Belmonte! Ach, mein Leben“


3. Akt – Flucht & Vergebung:

  • Fluchtversuch scheitert – alle werden gefasst
  • Selim erkennt Belmonte als Sohn seines Feindes
  • Statt Rache: Vergebung und Freilassung
  • Finale: „Nie werd’ ich deine Huld verkennen“


Besonderheiten:

  • „Türkische Musik“: Janitscharenklänge mit Triangel, Becken, große Trommel
  • Sprechrolle für Bassa Selim – ungewöhnlich für eine Oper
  • Verbindung von Orientalismus & Aufklärung



Ludwig van Beethoven

Geburtsdatum:1770 (Bonn)

Sterbedatum: 1827 (Wien)


Wichtige Lebensstationen:


  • Übergang von Wiener Klassik zur Romantik
  • musikalisch gefördert durch Vater
  • Unterricht bei Joseph Haydn
  • Besonderheit: Ab ca. 1801 zunehmende Taubheit, später vollständig taub – komponierte dennoch weiter
  • Freundschaft mit Mälzel (geb. in Rgb)

- Musiker/ Mechaniker

- baut Beethoven Hörrohre

9. Sinfonie - Ode an die Freude (1824)

  • Textvorlage: Gedicht „An die Freude“ von Friedrich Schiller (1785)


  • Gattung: Sinfonie mit Chor (Sinfoniekantate)


  • Besonderheit: Erstmals wird in einer Sinfonie ein Chor mit Solisten eingesetzt – revolutionär!


Aufbau der 9. Sinfonie (4 Sätze):

  1. Allegro ma non troppo, un poco maestoso – dramatischer Kopfsatz in d-Moll
  2. Molto vivace – Scherzo mit Trio, rhythmisch prägnant
  3. Adagio molto e cantabile – langsamer Satz, lyrisch und weit ausschwingend
  4. Finale: Presto
  • siehe Bilddatei



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Epoche Romantik

1820 - 1910


  • Frühromantik (1800 -1830)

- Erste Programmmusik

- Emotionale Innigkeit


  • Hochromantik (1830 - 1870)

- Audrucksstarke Harmonik

- Große Orchester


  • Spätromantik (1870 - 1910)

- Erweiterung der Fomen

- Übergang zur Moderne

Romantik im historischen Kontext

  • Gesellschaftlicher Umbruch -> Industriealisierung, Urbanisierung


  • Romantik als Gegenbewegung zur Aufklärung


  • Gefühlsbetonte Musik als Ausdruck innerer Welten


  • Sehnsüchte -> Natur, bessere Welt, Verborgenes -> Flucht in Traumwelt


  • Beschäftigung mit sich selbst


  • Gattunsgrenzen werden durchlässiger


  • Ideenkunstwerk -> Ein Kunstwerk, das eine Idee verkörpert, nicht nur ästhetisch wirkt


Ziel: geistige Auseinandersetzung, nicht bloß sinnlicher Genuss

Das Romantische Symphonieorchester

  • Veränderung in Klang und Spielweise durch technische Innovationen und Weiterentwicklung


  • Streichinstrumente -> Violine (Bogen,neue Form), Cello (mit Stachel auf Boden)
  • Holzblasinstrumente -> Einführung Klappensystem
  • Blechblasinstrumente -> Ventiltechnik
  • Schlaginstrumente -> maschinelle Umstimmvorrichtungen z.B. Pauken
  • Tasteninstrumente -> größerer Tonumfang, Repitionsmechanik

Gattungen:


  • Symphonische Dichtung
  • Ein einsätziges Orchesterwerk, das ein außermusikalisches Thema (z. B. Gedicht, Sage, Landschaft, Gemälde) musikalisch erzählt


  • Gehört zur Programmmusik



  • Franz Liszt: prägte den Begriff


Merkmale:

  • Freie Formgestaltung – keine feste Satzstruktur wie in der klassischen Sinfonie
  • Motivtransformation: Themen werden verändert, um Stimmungen oder Handlungen darzustellen



  • Programmmusik
  • Instrumentalmusik, die einem außermusikalischen Programm folgt


  • Gegensatz zur absoluten Musik



Musikkalische Merkmale:


  • Tonmalerei


  • Tonmalerei ist die musikalische Nachahmung von Natur- oder Kulturerscheinungen
  • Sie nutzt Klang, Rhythmus, Melodie und Dynamik, um bildhafte Assoziationen zu erzeugen


Ziel:

  • hörbare Darstellung von Dingen wie Vogelrufen, Gewitter, Glocken, Landschaften oder Bewegungen
  • Thementransformation
  • Eine kompositorische Technik, bei der ein musikalisches Thema fortlaufend verändert wird
  • Leitmotive
  • Ein wiederkehrendes musikalisches Motiv, das mit einer Person, Idee, Stimmung oder Handlung verknüpft ist
  • Rondoform
  • A-Teil: Wiederkehrendes Hauptthema, meist in Grundtonart
  • B, C, D …: Kontrastierende Zwischenteile – neue Themen, Tonarten, Stimmungen

Richard Strauss

Geburtsdatum: 1864 (München)

Sterbedatum: 1949 (Garmisch-Patenkirchen)


Wichtige Lebensstationen:

  • Vater war Hornist, Mutter aus reicher Familie
  • frühe musikalische Ausbildung
  • Kapellmeister in München & Weimar
  • Berliner Hofoper, dann Wiener Staatsoper – internationale Dirigentenkarriere
  • Präsident der Reichsmusikkammer
  • Die Zerstörung der Musikkultur traf ihn schwer

Till Eulenspiegels lustige Streiche (1895)

  • Streiche in musikalischen Episoden (Klangbilder/Motive)


Inhalt:

  • Prolog: „Es war einmal ein Schalknarr“ – musikalischer Erzähler


1.Streich: Marktszene: Till reitet durch die Töpfe der Marktweiber – dargestellt durch galoppierende Rhythmen und chaotische Tonmalerei.


2.Streich: Predigt als Mönch: Er tritt als salbungsvoller Pastor auf – die Musik imitiert kirchliche Feierlichkeit, kippt aber ins Ironische.


3.Streich: Flirtversuch: Till wirbt um ein Mädchen, wird abgewiesen – musikalisch zart, dann wütend.


4.Streich: Streit mit Gelehrten: Er provoziert die „Philister“ mit absurden Thesen – parodistische Motive und akademisch klingende Phrasen.


Schluss: Gericht & Hinrichtung: Till wird verurteilt und gehängt – düstere Musik, Klarinette als Galgenmotiv.


  • Epilog: Rückkehr zum Anfang – Till lebt weiter im Klang, als unsterblicher Schelm.


Leitmotive:

  • Hornsolo: frech, aufsteigend – symbolisiert Tills Energie
  • D-Klarinette: rhythmisch versetzt, schelmisch – sein Spott und Witz


Form:

  • Freie Rondoform mit erzählerischen Einschüben
  • Elemente von Sonatenform, Variation und Scherzo


Tonmalerei:

  • Pferdegalopp, Marktgeschrei, Galgen, Lachen – alles klanglich dargestellt


Orchestrierung:

  • Großes Orchester mit ungewöhnlichen Farben (z. B. Ratsche, D-Klarinette)
  • Rasche Wechsel von Tempo, Dynamik und Charakter


Epoche Moderne

1910 - heute


  • Frühe Moderne (1910 -1945)

- erweiterte Harmonik

- Erste Abkehr Dur-Moll System


  • Klassische Moderne (ab ca. 1945)

- Durchbruch Atonalität und Zwölftontechnik

- Experimente mit Form, Klangfarbe, Rhythmus


  • Postmoderne

- Erweiterung des Instrumentariums

- Technikeinsatz

Musik der Moderne im historischen Kontext

  • Industrialisierung und Technisierung


  • 1. WK -> politische Instabilität


  • Zunehmende Abstraktion


  • Internationalisierung

Musik im Nationalsozialismus

  • Ideologishe Funktion -> Propaganda, MArschmusik, Verfolgung "entarteter Musik"


  • Reichskulturkammer, alle Musiker müssen Mitglieder sein


  • Werke werden kontrolliert


  • Förderung von deutschen Musikern

Musikalisches Schaffen im KZ

  • Theresienstadt wurde von den Nazis als „Altersghetto“ und Propagandalager genutzt


  • Viele jüdische Künstler, Musiker und Intellektuelle wurden dort interniert


  • Die SS gestattete ab 1942 offiziell kulturelle Aktivitäten – aus propagandistischen Gründen


  • Musik war Überlebenshilfe, Identitätsbewahrung und Ausdruck von Hoffnung


  • Diente auch der Solidarität unter Häftlingen – z. B. durch Konzerte in Altersheimen


  • Gleichzeitig wurde sie zynisch für NS-Propaganda missbraucht:

- Vorführungen für das Rote Kreuz (1944)

- Propagandafilm „Theresienstadt“ mit inszenierten Konzerten


Hans Krása

Geburtsdatum: 1899 (Prag)

Sterbedatum: 1944 (Auschwitz)


Wichtige Lebensstationen:

  • jüdische Familie
  • Arbeit am neuen deutschen Theater in Prag
  • Aufführung seiner Werke in Paris
  • Tscheslowakischer Staatspreis
  • 1938 Brunibar

- Humanistische Botschaft

- versteckter Protest gegen Nazis

  • 1942 Deportation nach Theresienstadt -> dann Auschwitz
  • nie die Tonalität verlassen

Brunibar (1938,1943)

  • Kinderoper


  • Sprache: Tschechisch (Original), oft auch in deutscher Übersetzung


  • Besetzung: Kinderchor, Solisten, kleines Orchester


  • Form: Zwei Akte mit gesungenen Nummern und gesprochenen Dialogen


Inhalt:

Zwei arme Geschwister, Aninka und Pepíček, wollen Milch für ihre kranke Mutter kaufen, haben aber kein Geld. Sie versuchen, wie der Leierkastenmann Brundibár mit Musik Geld zu verdienen, doch er vertreibt sie vom Marktplatz. Mit Hilfe eines Spatzen, einer Katze, eines Hundes und vieler Kinder gelingt es ihnen, Brundibár zu übertönen und zu vertreiben. Am Ende feiern alle den Sieg der Freundschaft und Solidarität in einem triumphalen Marsch.