Implizit = sozialer Einfluss, den Personen nicht strategisch oder kontrolliert über ihr Verhalten ausüben Explizit = kontrollierter, bewusster und strategischer Versuch auf Andere einzuwirken
Wozu sind Normen da und was machen sie mit uns?
- Orientierungsfunktion - Soziale Identität durch Gruppennormen - Homogenisierung individueller Urteile in Gruppen
Bsp. Für Mehrheitseinfluss
Mehrheitseinfluss & Konformität
- Konformität: Annäherung des eigenen Verhaltens, Denkens und Fühlens an die Gruppe - Compliance: Willfährigkeit (öffentliche Zustimmung) - Konversion: Überzeugung (private Zustimmung)
Konformitätsexperiment von Asch (1951)
• Versuchsperson sollte in Anwesenheit anderer Teilnehmer in verschiedenen Durchgängen einschätzen welcher der drei Linien ABC gleich lang wie die Referenzline ist • Kontrollgruppe: Andere Teilnehmer sollten ein möglichst korrektes Urteil abgeben -> VP machten kaum Fehler • Experimentalgruppe: Andere Teilnehmer sollten bei 2/3 der Durchgänge einstimmig ein falsches Urteil abgeben -> VP passten sich bei 1/3 der Durchgänge dem falschen Urteil an; nur ¼ der VP blieb gänzlich unbeeinflusst
Personale Moderatorvariablen Interviews von Asch – 4 Kategorien
- Selbstsicher-Unabhängige (sind sich sicher) - Unsicher-Unabhängige (stehen zu ihrem „Fehler“) - Wahrnehmungskonforme (ungläubig bei Aufklärung) - Urteilskonforme (gaben nach)
Situationale Moderatorvariablen
- Anwesenheit anderer Personen - >Andere echte VP senkte die Konformität (Fehlerrate) von 36,8% auf 10,4% -> Andere Konföderierte, die immer richtig antworten senke sie auf 5,5% - Größe der Majorität -> Eine einzige andere Person hat keinen Einfluss -> Nimmt zu je mehr Mitglieder die Gruppe hat (nur bis 4 Personen Anstieg) - Öffentliche vs. Anonyme Urteilsabgabe -> Schriftliche Abgaben senken die Konformität auf 12%
Deindividuation = Gruppenzugehörigkeit überlagert eigene Persönlichkeit, so dass Gruppennormen maximal zugänglich werden Bedingungen - Uniform, Gruppengröße, wahrgenommene Anonymität (Nicht-Identifizierbarkeit) - Einzelner wird vermutlich nicht zur Rechenschaft gezogen - abhängig von Gruppennorm
Minoritäteneinfluss
- Können Minderheiten die Mehrheit beeinflussen? - „Innovation“ - informativer Einfluss / Konversion - abhängig von -> konsistentem Verhaltensstil (zeitlich überdauernd und ohne Abweichungen innerhalb der Minderheit) -> flexiblem Verhandlungsstil (Kompromissbereitschaft)
Moscovici, Lage & Naffrechoux (1969)
-Farbe von 36 blauen Dias (unterschiedlicher Helligkeit) zu benennen - 6 Teilnehmer, darunter 2 Konföderierte, die 24x „grün“ antworteten - 56 % der Gruppen blieben standhaft, Rest ließ sich beeinflussen
Kritik an Asch´s Experiment
-Moscovici kritisierte Aschs „Konformität“ - Konformität sank wenn Urteile anonym abgegeben werden Ist das dann überhaupt noch Konformität? Oder „gibt man nur nach“?
Wie unterscheiden sich Konformität & Gehorsam?
Gehorsam: Experiment von Milgram (1974)
- 18 Studien - angeblich: Untersuchung von Lerneffekten durch Strafen für Fehler - Lehrer / Schüler: angeblich ausgelost; Versuchsperson als „Lehrer“; „Schüler“ war Konföderierter - 30 Elektroschockstufen von 15 bis 450 Volt („äußerst schmerzhaft, aber ohne dauerhaft schädigende Wirkung“) - 45 Volt für echte Versuchsperson zur Probe
Moderation im Milgram Experiment: - Physische und psychologische Nähe zum Opfer - Kontext, in dem die Untersuchung stattfand - Der Status des VL - Die Anwesenheit einer anderen VPn
Gründe für Gehorsam
- Wir lernen, Autoritäten zu gehorchen, halten sie für vertrauenswürdig - Foot-in-the-door (graduelle Steigerung) - Abschieben von Verantwortung?
Manipulationsstrategien
- Schaffen von Verbindlichkeit - Commitment - Problembewusstsein & persönliche Betroffenheit - Reziprozitätsnormen - Gemeinsame soziale Identität -Appell an die soziale Verantwortung