Speicher und Funktions Gedächtnis (Jan und Aleida Assmann)
Die 4 Medienfunktionen nach Knut Hickethier
1. Medien der Beobachtung 2. Medien der Speicherung und Bearbeitung 3. Medien der Übertragung 4. Medien der Kommunikation
Was ist Medienwissenschaft?
-Aus den Geisteswissenschaften entstanden -Eine der Grundlagen ist die Lasswell Formel zur Kommunikation von 1948
Funktionen von Medien in unserer Gesellschaft
-Sie stellen Öffentlichkeit her (Jürgen Habermas) -Sind historisch für Demokratisierungsprozess -Niklas Luhmann: "alles was wir wissen, erfahren wir durch Medien"
Dimensionen der Medienwissenschaft
Theorie: Verallgemeinernde Aussagen über Struktur und Funktion der Medien Geschichte: Enwicklung von Medien(-Konstellationen) Ästhetik: Formen und Formung medialer Texte
Was ist Geschichtsschreibung?
-Geschichte (abgeschlossen) als Gegenstand der Geschichtsschreibung -Vergangenheit nur rekonstruiert und gedeutet KEIN Objektivitätsanspruch (19. Jhd.)
Wozu Geschichtsschreibung?
Verstehen wie etwas geworden ist; aus Geschichte lernen, Identitätsbildung
Quellenkritik
Erfragung, Autorschaft, Entstehung, zeitliche Einordnung, Echtheit von historischen Quellen
Fact of the past
Alles, was jemals passiert ist
historical fact
Auswahl, Deutung, Verwendung
Historische Zeit
Zyklische Zeit Lineare, historische Zeit Kontingenzerfahrung Identitätsbildung
Zyklische Zeit
Wiederholung und gesetzförmig
Lineare, historische Zeit
Offene Zukunft, die historiographische Beschreibung erfordert
Kontingenzerfahrung
Erfahrung der Vergangenheit
Identitätsbildung
Gleichbleibende Charakteristika aufzeigen
Quellen
Artefakte aus Vergangenheit (Texte, Objekte)
Ist Geschichtsschreibung eine Zeitreise?
Geschichtsschreibung ist immer deutend und wandelbar
Prägt das Erkenntnisinteresse und ist nicht objektiv
Probleme einer Kunst Geschichtsschreibung der Medien: zentrale Kategorien
Autor (Genie) Werk (authentisch, Kunstobjekt, zeitlos) Kanon (selektiert nach Ästhetik, Autorschaft)
Probleme einer Kunst Geschichtsschreibung der Medien: Entstehung
Avantgardbewegung (Film als Kunstform) Politique des auteurs (Regisseur als Autor) Institutionalisierung Film- und Medienwissenschaft
Kanon
Maßstab/Maßstab, Richtschnur
Selektionskriterien
Ästhetik der Werke Autorschaft Persönliche Handschrift der Autoren
Cultural Studies
Verschiedene Methoden, Populärkultur und soziokulturelle Merkmale
New Film History
Frühes Kino, Revision der Ansätze und Methoden
Gebrauchsfilm/Useful Cinema
Instrumenteller Charakter, nicht Kunst oder Ware
Entstehung der Kunstgeschichtsschreibung der Medien: neue Tendenzen ab 1990er Jahre
Autorschaft als Konstrukt Regisseur als Autor ist ein Konstrukt der Regisseure, Filmindustrie & Filmkritik
Probleme der Kunst Geschichtsschreibung der Medien
Problematisierung des Autors (schöpferische Instanz liegt nie bei Autor allein) Problematisierung des Werkbegriffs Problematisierung des Kanons (Ausschluss von Massenmedien und Sozialen Medien
Problematisierung der Erfindung des Kinos
Ereignis: vernachlässigt Vorgeschichte, Bedingungen, keine klaren Grenzen Kausalität: gibt nicht nur eine Kausalkette Handlungsfähigkeit: Struktur vs. Individuum
Entwickelte aus Chronofotografie das Kinetoskop (1892)
Kinematograf
Hat sich durchgesetzt, da bessere Vermarktung (zahlendes Publikum)
Das Dispositiv
Französisch: Anordnung, Apparatur...
Le dispositif (Baudry)
Räumlich-technische Anordnung der Apparate und Auswirkung auf Wahrnehmung
Apparatustheorie (Baudry)
Frankreich, Ende 1960er Dispositiv Teil des Basisapparat & Ideologieträger nicht Film, sondern Kinoapparatur Künstliche Regression als Ziel
Hickethiers Dispositivbegriff
Kino als DAS Dispositiv; Mediendispositiv: historisch, wandelbar, nicht mehr verbindlich
Stationen der Dispositivgeschichte des Fernsehens
Dispositiv 1: Fernsehen im Privatraum (Leitdispositiv) Dispositiv 2: im öffentlichen Raum Dispositiv 3: das mobile Fernsehen
Das modifizierte Fernsehdispositiv
Aktivierung vs. Kinematographisierung: Aktivierung 1: Auswahlsteigerung durch Maus Aktivierung 2: Rückkommunikation in den massenmedialen Strom
Geschichte und Konzepte türkischer Medien: Okzidentalismus
-westlich und anti-westlich--> das "Anders" zur Definition des Selbst -Von der Elite genutzt um sowohl den Westen als auch die anderen Klassen zu kritisieren
Türkei
-Osmanisches Reich--> Türkische Republik & Kemalistische Reformen -Diskursive Konstruktion von Ost und West durch die Eliten und sichtbar im Radio -Brückenmetapher (Türkei/Istanbul--> Aufgabe der Elite
Metamedien/Re-Mediation
Medien über andere Medien
Mimese
Plato: Mimese vs. Diegesis
Zum Verhältnis von Fernsehen und Videoästhetik
-das deutsche öffentlich rechtliche Fernsehen hat die Videokunst nicht gefördert -der Hörfunk dagegen hat die zeitgenössische Musik unterstützt -Auch die deutsche Kunst-Avantgarde verhielt sich ablehnend dem Fernsehen gegenüber
Phasen des künstlerischen Umgangs mit dem Fernsehen (Daniels)
1. 1962-1969: Kampf mit der Fernsehkiste--> Politisierung der Fernsehkultur 2. 1968-1979: Künstler gehen aus Sendung--> institutionelle Rahmung der Medienkunst in Deutschland 3. Ab 1975: Habitualisierung des Mediums--> Fernsehen als fester Bestandteil des Alltags
Medienumbrüche
-Neue Medien als Irritation die Wandel auslösen--> Neudefinition von gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnissen
Verdrängungsthese (McLuhan)
Ablösung von Leitmedien ABER neue Medien lassen alte nicht verschwinden
Pixel, immaterielle Daten, Umwandlung, unterteilt in Einheiten, abstrakte Signale, generisch
Digitale Fotobearbeitung
Leichter durch Adressierung einzelner Bildpunkte ABER schon immer möglich --> Fred Ritchin sieht Wahrheitsgehalt bedroht
Mitchells neue Eigenschaften digitaler Bilder
Begrenzte Datenmengen, verlustfreie Reproduzierbarkeit und schnellere Manipulierbarkeit
LEV Manovich (Bruch in Bildproduktion durch digitale Technik)
Nicht verlustfrei, sondern Komprimierung Auflösung nicht begrenzt, sondern unbegrenzt
Knipserfotografie
Erinnerungen über Bildinhalt und nicht Anlass vermittelt; Bilderflut; kommunikative Funktion
Bildmediengeschichte der Wirklichkeit (von analog bis KI): Transmedialität
medienunspezifisches Wanderphänomen
3 Bildregime
-Metaphysisches Bild (Genie)≠Echte Welt -Mechanisches Bild (Wissenschaftler)= Fotorealismus -Interpretiertes Bild (Experten)--> nur Experten können Bild lesen
Geschichte des Fotorealismus: Mumienkomplex (Bazin)
Geschichte der Kunst ist eine Geschichte der Ähnlichkeit/Realismus
Renaissance
Medienumbruch der Bildmedien durch Erfindung der Perspektive
Chemie
Darstellung durch Reaktion von Silberiod auf einer Kupferplatte
'Erfindung' der Fotografie (19.Jhd.)
Befriedigung des Verlangens nach Realismus
20 Jhd.
Maler sind von Ähnlichkeitskomplex befreit
Fotorealismus
Transmedialer Stil
Ontologischer Realismus
Mediale Eigenschaft die unsere Wahrnehmung beeinflusst
KI-generierte Bilder
Durch machine learning Systeme aus Datenmengen generiert
KI-Bilder als Remediation des Fotografischen?
Sind keine Fotografien aber haben ein Referenzbild
KI-Bilder als Kompositbilder (Francis Galton)
Zusammenführung mehrerer Einzelbilder in ein einziges synthetisches Bild; Das Unbewusste: Verdichtung von Bewusstseinsinhalten--> fotorealistisch aber auch traumähnliche Unschärfe
Formgeschichte Transmedial (Splitscreen): Formen der simultanen Montage
Transversale Montage, Montage im Bild durch Mise-en-scène, Intradiegetische Bildschirme, Splitscreen
Splitscreen Definition
Mehrere sichtbar geteilte Bilder, zusammengefasst in einem Gesamtbild
Splitscreen Funktionen
Spiegel der Handlung, Agent des Wandels, Allegorie der Zuschauerposition
Intradiegetisch
Narrative Ebene innerhalb der narrativen Welt der Figuren
Diegetische Welt
Räumlich-zeitliche Welt der Figuren einer Geschichte
Mise-en-scène
Alles, was in der Szene für das Bild arrangiert wird --> wirkt wie ein Splitscreen, ist aber ein zusammenhängender Raum
5 Charakteristika des Splitscreen
-Modularität: zusammengesetzt aus verschiedenen Bereichen -Multitasking: mehrere Aktionen auf einmal -Echtzeit: Bilder repräsentieren eine Parallelität von Ereignissen -Interaktivität: zwischen Zuschauer und Bild -Flexibilität: Ordnung der Bilder ist nicht festgelegt
Splitscreen als symbolische Form
Splitscreen als Bildform, poröser Grenzen, Splitscreen als Form des elektronischen Bildes, Splitscreen als Bildform der Ablenkung
Splitscreen Anwendung in den 1960ern
-Sex Comedies (Unterwanderung der Sittengesetze in den USA) -Krisenbekämpfung im Hollywood Kino -Thematische Ausstellungen -Darstellung von Problemen der Komplexität, Steuerung und Kybernetik
Der lange Weg des Rechners zum Medium
Gottfried Wilhelm von Leibniz entwickelte die digitale Rechenform
Francis Bacon
Minimaler Code, Bacon-Ciffre
Gottfried Wilhelm Leibniz
Alles ist binär konstruierbar, Vordenker des Digitalen