Markt
Virtueller oder realer Ort des Zusammentreffens eines Angebotes an Produkten mit der Nachfrage nach diesen Produkten, durch das sich Preise bilden
Bezugsobjekt des Marketing
Märkte stellen Rahmenbedingungen für Marketing eines Unternehmens dar: Marketing findet auf Märkten statt. Dort auftretenden Kunden, Wettbewerber und sonstige Akteure prägen den Handlungsspielraum des Marketing.
Zielobjekt des Marketing
Unternehmen streben mit Marketingaktivitäten an, Märkte und Akteure zu gestalten/ beeinflussen. Ziel ist: Verhalten potentieller Kunden und Wettbewerber zum Vorteil des eigenen Unternehmens zu steuern
Akteure auf einem Markt
Anbieter: aktuelle und potentielle
- Vertriebspartner
- Staatliche Einrichtungen
- Interessenvertretungen
- Nachfrager: private Verbraucher und organisationale Kunden
Kriterien für die Abgrenzung von Märkten
NACH RICHTUNG DER TRANSAKTION - NACH GÜTERN
- Beschaffungs- und Absatzmärkte
NACH REGIONALER AUSDEHNUNG
- Regionale Märkte
- Ländermärkte
- Internationale Märkte
- Globale Märkte
NACH GÜTERN
- Konsumgütermärkte
- Business-to-Business-Märkte
- Märkte für Dienstleistungen
NACH MACHTVERTEILUNG
-Käufermärkte
-Verkäufermärkte
Kriterien für die Abgrenzung des relevanten Marktes
ANBIETER: - Definition des Marktes über Gruppen von Anbietern
- Bsp.: „Chemiemarkt“ = Markt, der von Chemieunternehmen bedient wird
PRODUKTE: - Def. des Marktes über bestimmte Produkte oder Produktgruppen
- Bsp.: „Markt für Fernreisen“ = Alle Fernreisen Produkte oder Dienstleistungen
NACHFRAGER: - Def. des Marktes über bestimmte Nachfrager(-gruppen)
- Bsp.: „Markt vermögender Privatkunden“ = Nachfrager mit überdurchschnittlichem
Einkommen
BEDÜRFNISSE: - Def. des Marktes über bestimmte Bedürfnisse der Nachfrager
- Bsp.: „Markt für Unterhaltung und Freizeit“ = Bedürfnisse der Freizeitgestalt
Aktivitätsorientiertes Marketing
Bündel von marktgerichteten Aktivitäten eines UN
→Betonung des Marketingmix
Beziehungsorientiertes Marketing
Aufbau, Erhalt und Stärkung von Kundenbeziehungen
→Hervorhebung Kundenbeziehungen
Führungsorientiertes Markting
Führung des ges. UNs nach der Leitidee der
Marketingorientierung
→Betonung der unternehmensinternen Rahmenbedingungen
Integratives Markting
unternehmerisch interne- und externe Facette
Externe Facette:
Marketing = Konzeption & Durchführung marktbezogener Aktivitäten eines Anbieters gegenüber potentiellen Nachfragern. Marktbezogenen Aktivitäten beinhalten systematische Informationsgewinne über Marktgegebenheiten sowie die Gestaltung des Marketingmix.
Interne Facette:
Marketing = Schaffung Voraussetzungen im UN für Durchführung der marktbezogenen Aktivitäten, Insbesondere Führung des gesamten UN nach der Leitidee der Marktorientierung.
→Beide zielen auf optimale Gestaltung von Kundenbeziehungen im Sinne der Unternehmensziele ab
4 Ps des Marketingmixes
Product (Produktpolitik): Innovationsmanagement (Einführung neuer Produkte) Management etablierter Produkte (Veränderungen etc.)
Markenmanagement (sinnvolle Nutzung anderer Produktgruppen)
Price (Preispolitik): Preisdifferenzierung (Abschöpfung unterschiedlicher Zielgruppen)
Promotion (Kommunikationspolitik): Kommunikationsinstrumente Kommunikationsbudget und -kontrolle
Place (Vertriebspolitik): Gestaltung des Vertriebssystems (Vertriebskanäle) Gestaltung der Beziehung zu Vertriebspartnern (Kooperationen etc.)
Customer Lifetime Value (CLV)
Wie viel ist ein Kunde dem UN langfristig Wert? - Berechnung aller erwarteten Umsätze und die Kosten
- Aussortierung bei negativer CLV möglich // Konzentration auf Kd. mit hoher CLV
Customer Equity (CE)
Wert des Kundenstammes
-Summe aller CL V der Kundenbasis – Möglichkeit zur langfristigen Planung
5 Ansätze zur Marktsegmentierung
Soziodemographisch: Alter, Familienstand, Einkommen
Geographisch: Städte, Länder
Psychographisch: Lebensstil, Persönlichkeitsmerkmale, Einstellung
Verhaltensorientiert: tatsächliches Kaufverhalten (Preisbewusstsein)
Nutzenorientiert: Gewichtung verschiedener Nutzerkriterien (Cluster)
Anforderung an die Marktsegmentierung
Verhaltensrelevanz: deutliche unterschiede im Kaufverhalten
Ansprechbarkeit der Mitglieder der Segmente: verschiedene Kundengruppen können sich in
unterschiedlichen Medien informieren und haben Zugang zu unterschiedlichen Informationen
Trennschärfe: eindeutige Abgrenzbarkeit zwischen den Clustern
Messbarkeit der Segmentierung: Betrachtete Kriterien lassen sich nur durch Conjoint-
Analyse messen →kostenintensiv, zeitaufwendig
Zeitliche Stabilität: Prognose schwierig/ unsicher, kein Trend, sondern fester Kundenstamm
Wirtschaftlichkeit: mit bisherigen Angaben schwer zu bewerten, tatsächliche Größe der Segmente und deren Nachfrage unbekannt
Clusteranalyse
- Mittelwertberechnung von Cluster X
- Mittelwert Preis (alle Preise von einem Cluster) : Anzahl der Kunden im Cluster
→Fokus auf Cluster, das höchste Zahlungsbereitschaft und stärkstes Wachstum aufweist
„Preisaffine Kunden“
können nur über Preis gewonnen werden
- Angebotspakete anpassen, um wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können - Rabatte und Sonderpreisaktionen sprechen diese Kunden an
„Serviceorientierte Kunden“
- Achten vor und nach dem Kauf auf Service
- Betonung aller Leistungen, die der Kunde beim Kauf erhält
„Individualisten“
Suchen nach optimalen an ihre Bedürfnisse angepasste Produkte
- Transparente Kommunikation und individuelle Lösungen bereitstellen
- Bewerbung bereits erfolgreich durchgeführter
-Spezialaufträge
Konsumentenverhalten
Alle beobachteten Handlungen von Individuen im Zusammenhang mit dem Kauf oder Konsum wirtschaftlicher Güter.
Aktivierung
Erregungszustand (psychische Aktivität), der den Konsumenten zu Handlungen stimuliert und in einen Zustand der Leistungsfähigkeit versetzt.“
Lambda-Hypothese
Aktivierung nimmt Einfluss auf die Informationsverarbeitung und die Leistung des Individuums. Bei zunehmender Stärke der Aktivierung steigt die Leistung zunächst und fällt ab einer bestimmten Aktivierungsstärke wieder ab.
4 Hypothesen/ Phasen der Aktivierung im Vergleich zur Leistung
1. Minimalaktivierung: Leistung des Individuums setzt Mindestmaß an Aktivierung voraus
2. Normalaktivierung: zunehmende Aktivierung = steigende menschliche Leistung
3. Überaktivierung: ab bestim. Aktivierungsgrad sinkt mit steigender Aktivierung die Leistung
4. Maximalaktivierung: extreme Überaktivierung, keine Leistung mehr möglich
1-3 = Für Wirkungseffizienz der Kommunikationspolitik wichtig
3-4 = Für Beschwerdemanagement relevant
Emotion
„Augenblicklicher oder anhaltender Gefühlszustand, der meist mit (mehr oder minder) körperlicher Erregung verbunden ist.“
Arten von Emotionen: Affekt
Situationsabhängiges, kurzzeitiges Erleben mit starker körperlicher Beteiligung, Bsp.: Schreck
Arten von Emotionen: Empfinden
Situationsabhängiges, bewusstes wie unbewusstes emotionales Erleben mit bestimmtem
Bedeutungszusammenhang, Bsp.: Freude über ein Ereignis
Arten von Emotionen: Leidenschaft
Tendenziell situationsübergreifend, aber für Situationsimpulse sensible, intensive
Gefühlslage, Bsp.: Begeisterung beim Sieg bei leidenschaftlichen Fußballfan
Arten von Emotionen: Stimmung
Situationsübergreifende, relativ überdauernde emotionale Lage, bewusstes
persönlichkeitsspezifisches emotionales Erleben, Bsp.: gute/schlechte Laune
Arten von Emotionen: Grundstimmung
Situationsunabhängiges langfristig überdauerndes, unbewusstes bis bewusstes
persönlichkeitsspezifisches Erleben, Bsp.: Depressivität
Arten von Emotionen: Lebensgefu
ituationsunabhängiges temperamentbestimmte und persönlichkeitsspezifische, von
verschiedenen Grundstimmungen geprägte Dauertönung des Erlebens,
Bsp.: Optimismus, positives Denken
Relevanz von Emotionen im Marketing
Konsumenten entscheiden sich selten „rational“ eher impulsiv
- Emotionalisierung in Zeiten technisch austauschbarer Produkte häufig Entscheidungsfaktor
- Emotionen können Ursache eines Entscheidungsverhaltens sein (spontane Überraschung etc.)
Motivation
Aktivierende Ausrichtung eines Individuums auf einen als positiv (oder negativ) bewerteten Zielzustand
- Motivation ist auf Befriedigung von Bedürfnissen ausgerichtet
- Motivationstheorie nach Maslow
- Welche Motive bestimmen Verhalten von Konsumenten?
Bedürfnispyramide nach Maslow

Gängige Bedürfniskategorien im Marketing
Hedonistische Bedürfnisse:
Sozial: Genießen; Spielen
Nicht-Sozial: Stimulation der Sinne; Kognitive Stimulation; Neuartigkeit
Symbolische Bedürfnisse:
Sozial: Status; Zugehörigkeit; Erfolg
Nicht-Sozial: Selbstkontrolle; Unabhängigkeit
Funktionale Bedürfnisse:
Sozial: Vorbilder; Unterstützung
Nicht-Sozial: Sicherheit; Ordnung; Gesundheit
Involvement
Zielgerichtete Form der Aktivierung des Konsumenten zur Suche, Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen
low involvement
high involvement
Langfristiges Involvement
Interesse des Konsumenten gegenüber einem Bezugsobjekt über längere Zeit Situatives Involvement: Vorübergehendes, situationsabhängiges Interesse am Bezugsobjekt
Einstellung
Relativ zeitbeständige innere Denkhaltung des Konsumenten gegenüber einer Person, Verhaltensweise, Idee oder Sache, verbunden mit einer Wertung oder einer Erwartung.
Arten von Einstellungen
Komponente:
- emotional
- kognitiv
Bezugsobjekt:
- spezifisch
- kategorial
Ursprung:
- übernommen
- erfahrungsbasiert
Zeitliche Stabilität:
- stabil
- instabil
Elaboration Likelihood Model (ELM)
- Erklärt Einstellungsänderung als Folge von Verarbeitung & Beurteilung aufgenommener Informationen
- Art der Informationsverarbeitung kann je nach wahrgenommenem Nutzen variieren
→ Zwei Wege der Informationsverarbeitung
- Zentrale Route (central route processing): Verarbeitung und
Beurteilung der Information mittels kognitiver Prozesse
- Periphere Route (peripheral route processing): Oberflächliche,
stärker emotional geprägte Verarbeitung und Beurteilung
→ Wahl des Weges abhängig von Elaborationswahrscheinlichkeit →Elaboration: Umfang zu dem eine Person die relevanten
Informationen sorgfältig kognitiv verarbeitet. →Elaborationswahrscheinlichkeit wird beeinflusst von Motivation
und Fähigkeit zur Informationsverarbeitung

Kundenzufr
Spezielle Form der Einstellung des Kunden bzgl. der Zufriedenheit mit der Transaktion bzw. der Beziehung zum Anbieter.
C/D-Paradigma

Umweltfaktoren des Konsumentenverhaltens
Physisches Umfeld:
- natürliches Umfeld (Klima)
- vom Menschen geschaffenes Umfeld (z.B. Infrastruktur)
Soziales Umfeld:
- näheres soz. Umfeld (Familie)
- weiteres soziales Umfeld (z.B.soziale Schicht)
Kulturelles Umfeld:
- Werte, Normen, Haltung, typische Verhaltensweisen
- Sprache, Symbole, Religion
Werte
Dauerhafte Überzeugung, dass ein bestimmtes Verhalten wünschenswert oder gut ist.
- Gesellschaftliche Werte vs. persönliche Lebenswerte
- Werte stellen Beurteilungsmaßstäbe dar und wirken sich (in)direkt auf das Verhalten aus
Lebensstil
Nach außen wahrnehmbare Verhaltensmuster, die durch persönliche und gesellschaftliche Werte geprägt werden.
- Zusammenfassung von Kunden zu Kundensegmenten anhand unterschiedlicher Lebensstile
- Bsp. Lebensstiltypologie: Sinus Milieus der Sociovision Group
5 Schritte der Informationsverarbeitung
I.Informationssuche
Suche nach externen Informationen im Umfeld des Individuums
Für Marketing vor allem Ausmaß der Suche relevant, um Infos entsprechend bereitzustellen.
Ausmaß der Infosuche hängt ab von:
a. Fähigkeit des Konsumenten zur Suche b. erwarteter Nutzen der Suche
c. erwarteter Aufwand der Suche
d. Erfahrung mit dem Produkt e. Involvement
Märkte sind durch Unsicherheit und unvollständige Informationen geprägt !!
Unsicherheitsarten:
-Ereignisunsicherheit
- Marktunsicherheit
- Verhaltensunsicherheit
- Unsicherheit der Qualitätsbeurteilung von Leistungen
→ Abbau von Unsicherheiten verursacht Informationskosten
→Strategien zur Überwindung von Unsicherheiten in Abhängigkeit von der Güterart
Informationssuche je nach Güterart
Sachgüter:
Bsp. PC, Notebooks
- Qualitätsunsicherheit aufgrund der Vielzahl an Varianten, unter- schiedlichen Ausgestaltungen der Komponente und Services
- Strategie der direkten Infosuche: Vergleich der Konfiguration der Geräte im Fachhandel oder auf der Homepage der Hersteller
Erfahrungsgüter:
Bsp. Werkstattbesuch
- Qualitätsunsicherheit, da Re- paratur erst im Nachhinein be- urteilt werden kann
- Strategie der leistungsbezogenen Infosubstitute: Garantie des Händlers, Auftreten der Mitarbeiter, Markenimage, Preis
Vertrauensgüter:
Bsp. Steuerberater
- Qualitätsunsicherheit bzgl. der Güte der Beratung, auch im Nachhinein keine Möglichkeit zum Vergleich
- Strategie der leistungsüber- greifenden Infosubstitute: Re- putation, Empfehlungen von Bekannten
II.Informationsaufnahme
Sämtliche Vorgänge, in denen Infos bzw. Reize aus der Umwelt zunächst in das sensorische Gedächtnis und dann in das Kurzzeitgedächtnis gelangen.
Ausmaß der Informationsaufnahme hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab:
Exposure: Rezipient muss mir Info physisch in Kontakt kommen, ihr ausgesetzt sein
Aufmerksamkeit: Ausmaß, zu dem sich ein Konsument auf einen Reiz konzentriert
Theorie der Kognitiven Dissonanz
Zentrale Aussage: Individuen streben nach innerem (kognitivem) Gleichgewicht
- Kognitives Gleichgewicht (Konsonanz) = kognitives Element (Wissen etc.) sind miteinander vereinbar - Kognitives Ungleichgewicht (Dissonanz) = unangenehmer Zustand, erzeugt Druck der Reduktion
- Je stärker Dissonanz, desto stärker Druck zur Dissonanzreduktion
- Konsonante Infos werden besser aufgenommen als dissonante Infos
Reduktion der Dissonanz durch:
- Suche konsonanter Informationen
- Vermeidung dissonanter Informationen
- Einstellungsänderungen
- Interpretation von Infos in dissonanzvermeidender Weise
- Handlung
III. Informationsbeurteilung
Interpretation der aufgenommenen Sinnesreize und Entscheidung im Kurzzeitgedächtnis über deren Relevanz, Bewertung und Gewichtung.
Interpretation: (=Enkodierung)
- Neue Infos werden mir vorhandenem wissen in Verbindung gebracht - Neue Infos werden identifiziert, kategorisiert und verstanden
Entscheidung im Kurzzeitgedächtnis:
- begrenzte kognitive & zeitliche Ressourcen: Infobeurteilung in sinnvollem Verhältnis zu Nutzen
- Ausmaß der Bildung, Beibehaltung oder Veränderung der Einstellung hängt davon ab
- Aufwand, zur Beurteilung von Infos, kann stark variieren
IV. Informationsspeicherung
Speicherung von Infos im Langzeitgedächtnis durch einen Prozess des Lernens.
Lerntheoretische Ansätze Informationsspeicherung
Klassische Konditionierung: - Verhaltensweisen als Re- aktion auf gemeinsame Auf- treten zweier Reize erlernt (Reiz-Reaktionsverknüpfung)
- kurzfristige und flexible An- passung an Umwelt möglich - Anwendung Marketing: z.B. emotionale Konditionierung
Instrumentelle Konditionierung:
- Lernen aus Konsequenzen
des V erhaltens
- man wiederholt eher Verhalten für das man belohnt wurde bzw. vermeidet V erhalten in Zukunft für das man bestraft wurde
- Anwend. Marketing: Prämien, für besonders treue Kunden
Lernen am Modell:
- Unmittelbare Erfahrungen und Beobachtungen
- Verhalten wird wahrge- nommen und in ähnlichen Situationen nachgeahmt
- Anwend. Marketing: z.B. Werbung mit Promis oder Sportlern
→Beobachtung des Modells →Erinnerung an Beobacht. →Gleiches/Ähnliches Verhalt
V. Informationsabruf
Prozess des Erinnerns, sodass Infos im Kurzzeitgedächtnis zur Verfügung stehen.
Implizit
Explizit: Erinnerung (recall)→Erinnerungen werden explizit aus dem Gedächtnis abgerufen
→Ungestützte Erinnerungen (free/ unaided recall) „Welche Baumarkt-Marken kennen Sie?“
→Gestützte Erinnerung (cued/ aided recall) „Welche der folgenden Marken kennen Sie?“
Kaufentscheidungen
Kauf oder Nichtkauf → Wahl Produktkategorie → Auswahl Produkt → Entscheidung Menge
3 Zentrale Annahmen über Produktwahlverfahren von Kunden:
„Begrenzte Rationalität“:
- Entscheider mit begrenzten Ressourcen zur Informa- tionsverarbeitung
- „Satisficing“ statt „Maximizing“
„Heuristiken “:
- „Info overload “
- Reaktion: Verwendung von Heuristiken
- Bsp.: Anchoring heuristic
Availability heuristic, Eliminating by aspects
„Variety seeking“:
- Verschiedenheit von Produkten schafft Nutzen an sich
- Neigung zu „variety seeking“ veriiert von Konsument zu Konsument
Typologie der Kaufentscheidung je nach Involvement
- Vier Typen von Kaufentscheidungen
- Infosuche und -beurteilung bei
Kaufentscheidung
mit hohem Kognitiven Involvement sind umfassender als bei geringem kognitiven Involvement.
- Bei extensiven Kaufentscheidungen (z.B. Hauskauf) besonders starke Ausprägung

Theory of Reasoned Action (TRA)

Markov Modell
- Darstellung der Käuferfluktuation in Bezug auf verschiedene Marken in verschiedenen Perioden
- Grundannahme: Zwischen zwei Perioden wandern Käufer einer Marke (z.B. A) zu anderen Marken (z.B.
B und C). Ebenso können Käufer der anderen Marken (B, C) zu Marke A wandern.
- Zentrale Fragestellung: Wie sieht der Gleichgewichtszustand aus, wenn sich nach einer gewissen Zeit
Abwanderungen und Zuwanderungen bezüglich einer Marke gerade kompensieren?
Marktforschung
Systematische Sammlung, Aufbereitung, Analyse und Interpretation von Daten über Märkte und Marktbeeinflussungsmöglichkeiten zum Zweck der Informationsgewinnung für Marketing Entscheidungen.
Ziele der Marktforschung
• Kontinuierliche Verbesserung des entscheidungsrelevanten Informationsstandes der Entscheidungsträger im Hinblick auf
− Aktualität − Objektivität − Präzision − Relevanz
• Rechtzeitige Erkennung von Trends, Chancen und Risiken auf den Märkten des Unternehmens • Einschränkung des Risikos von Fehlentscheidungen
• Unterstützung der Willensbildung im Unternehmen
Messen
- Systematische Beobachtung und Aufzeichnung von empirischen Sachverhalten
- Ergebnis der Messung: systematische Zuordnung von Zahlen oder Symbolen zu beobachteten
Ausprägungen bestimmter Merkmale
Daten
Ergebnis der Messung
- Zahlenmäßig erfasste Merkmalsausprägungen von Untersuchungseinheiten (Messwerte)
Skalen
- Um Messungen vornehmen zu können, wird ein Instrument benötigt, mit dem die Zuordnung von Zahlenwerten zu den Merkmalsausprägungen geleistet werden kann, d. h. man braucht einen Maßstab.
- Einen solchen Maßstab liefert die Skala, die in der jeweiligen Untersuchung verwendet wird.
– Ziffernblatt eines Messinstrumentes
– Vorgefertigte Antwortmöglichkeiten helfen bei der Erfassung von Skalenwerten, die entsprechenden
Merkmalsausprägungen zahlenmäßig abzubilden
Manifeste Variablen
- in der Realität objektiv beobachtbar, einem Objekt ganz einfach eine Zahl zugeordnet werden kann
- Beispiel: Erfassung des Alters, Erfassung des Geschlechts, etc.
Latente Variablen
- lassen sich nicht direkt messen, weil sie in der Realität nicht objektiv erfasst werden können.
- Beispiel: Psychologische Konstrukte wie Einstellungen, Intentionen, Zufriedenheit
„true score“-Modell
- Messung ist nicht der wahre Wert der Merkmalsausprägung, für die man sich interessiert, sondern eher die Beobachtung der Merkmalsausprägung.
- Eine Reihe von Faktoren können Messfehler verursachen, die wiederum dazu führen, dass die Messung oder der beobachtete Wert vom wahren Wert der gemessenen Eigenschaft abweichen.
→Ziel der Messung: Minimierung von systematischen und zufälligen Fehlern

Gütekriterien der Marktforschung
Objektivität
- Ergebnisse des Messvorgangs sind unabhängig vom Durchführenden
- Mehrere Personen, die unabhängig voneinander sind, kommen zum gleichen Ergebnis
Reliabilität
- Das Messverfahren ist frei von Zufallsfehlern
- Bei Wiederholung unter gleichen Rahmenbedingungen wird das gleiche Messergebnis erzielt
Validität
- Das Messergebnis ist frei von systematischen Fehlern
- Konzeptionelle Richtigkeit der Messung: tatsächlich interessierende Sachverhalt wird erfasst
→Reliabilität ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für Validität
10 Schritte des Marktforschungsprozesses
Arithmetisches Mittel – „Durchschnitt“

Median (Zentralwert)
- Merkmalsausprägung desjenigen Elements, das in der, der Größe nach geordneten Beobachtungsreihe,
in der Mitte steht. Bei ungerader Anzahl:

Modus/Modalwert
häufigster Wert
Streuungsparameter
Varianz -arithmetisches Mittel der abweichungsquadrate

Variationskoeffizient
relatives Streuungsmaß; Zweck: Vergleich der Streuungen zweier oder mehrerer Verteilungen mit unterschiedlichen Mittelwerten.
Korrelationsanalyse
- Verfahren zur Bestimmung der Stärke linearer Zusammenhänge zw. 2 metrisch skalierten Variablen - Grundlage vieler multivariater Verfahren
• Korrelationskoeffizient r bei einer Stichprobe n mit Wertepaaren im Wertebereich zwischen [-1;1]
Regressionsanalyse
• Einfache (bivariate) Regressionsanalyse:
- Analyse einseitiger Abhängigkeiten zwischen 2 Variablen: unabhängige Var. (x) & abhängige Var. (y) - Ermittlung einer (linearen) Schätzfunktion: y = a + b∙x
- Ermittlung der Koeffizienten a & b zu möglichst guten Anpassung der Regressionsgeraden an die
empirischen Daten
- Schätzung mit der Methode der kleinsten Fehlerquadratsummen
Variation der abhängigen Variablen = erklärte Streuung + nicht erklärte Streuung: - Erklärte Streuung: auf unabhängige Variable zurückzuführen
- Nicht erklärte Streuung: Effekte anderer Einflussfaktoren
• Bestimmtheitsmaß 𝑟2:
- Wertebereich zwischen [0; +1]
- Beurteilung der Güte der Regressionsfunktion
Produkt
ist ein Bündel von Eigenschaften, das auf die Schaffung von Kundennutzen (jedweder Art) abzielt.
Substanzieller Produktbegriff
Bezieht sich auf Kernprodukt als Bündel von physisch-technischen
Eigenschaften. Im Mittelpunkt steht die Befriedigung funktionaler Kundenbedürfnisse durch physische Produktmerkmale.
Erweiterter Produktbegriff
Versteht unter Produkt ein Leistungspaket aus ph ysischen Produkten und/oder physischen Leistungen durch die die umfassende Befriedigung funktionaler Kundenbedürfnisse angestrebt wird.
Generischer Produktbegriff
Umfasst sämtliche immaterielle und materielle Produktfacetten, aus denen Kundennutzen resultieren kann. Neben funktionalen Nutzen werden auch andere Nutzenkategorien, wie z.B. der emotionale oder soziale Nutzen berücksichtigt.
Typologisierung von Produkten

Lebenszyklus Modell
Das Lebenszyklusmodell besagt im Kern, "dass jedes Produkt am Markt bestimmte Lebenszyklusphasen durchläuft, die unterschiedliche Absatz- und Gewinnpotenziale aufweisen.

Marktneuheit
Neue oder merklich verbesserte Produkte, die ein Unternehmen als erster Anbieter auf dem Markt eingeführt hat.
Innovation
Jedes Produkt (bzw. jede Produktidee), das (die) von den Kunden als neu wahrgenommen wird
Quellen für Neuproduktideen: Intern
• Vorschlagswesen des Unternehmens
• Innovationsworkshops
• Mitarbeiter des F&E-Bereichs (z.B. im Hinblick
auf Technologietrends)
• Mitarbeiter des Außendienstes
• Mitarbeiter des Kundendienstes/der Service-
Hotline
• Beschwerdeinformationen
+ kostengünstig
+ schnell verfügbar
- „Betriebsblindheit“
Quellen für Neuproduktideen: Extern
• Kunden (Befragung, Fokusgruppen, Beobachtungen der Produktnutzung, Anregungen von Kunden, Toolkits)
• Wettbewerber (z.B. Analyse von Ausstellungen, Messen und Neuprodukten und -ankündigungen der Wettbewerber)
• Marktneuheiten auf anderen Märkten
• technologische Entwicklungen
• Experten (z.B. Befragung von Branchenexperten) • Erkenntnisse von Trend- und
Marktforschungsinstituten Unternehmensberatungen und Werbeagenturen
+ tendenziell innovatievere Lösung
- tendenziell höhere Kosten
- tendenziell zeitaufwändiger
Conjoint Analyse
Idee:
- Gesamtbeurteilung von Produkten (Gesamtnutzen) erlaubt Rückschlüsse auf die Bedeutung einzelner
Merkmalsausprägungen (Teilnutzen).
- Aussagen über die Wirkung von Änderungen einzelner Merkmalsausprägungen auf den
wahrgenommenen Nutzen
- Quantifizierung der Wichtigkeit einzelner Produktmerkmale für den Kunden
- Ermittlung von Zahlungsbereitschaften von Kunden für Produktverbesserungen
• Vergleich von Produktprofilen
- Ergebnis: Teilnutzenwerte für einen Befragten. (Welches Produktmerkmal beeinflusst die
Kaufentscheidung am stärksten?)
Diffusion
Ausbreitung von Innovationen im Zeitablauf

Optionen zur Veränderung des Produktprogrammes
Veränderung und Ausweitung
- Variation
- Differenzierung
- Diversifikation
Gestaltung der Verbundenheit
- Produktbündelung
- Produktplattform
Reduktion
-Eliminierung
Marke
Eine Marke stellt eine im Bewusstsein des Kunden verankerte Vorstellung dar, die das Angebot eines Unternehmens von Wettbewerbsangeboten differenziert.
Formale Betrachtungsweise einer Marke
Identifizierung eines Produktes und Differenzierung zu einem Wettbewerbsprodukt durch:
• Namen • Zeichen • Symbol • Design
• Kombination dieser Elemente
Wirkungbezogene Betrachtungsweise einer Marke
Differenzierung durch:
• verankerte Vorstellung der Marke im
Bewusstsein des Kunden
Marken aus Herstellersicht
Abgrenzung vom Wettbewerb und Qualitätssignal
• Aufbau von Präferenzen und Kundenloyalität
• Generierung von Markteintrittsbarrieren
• Schaffung eines Preispremiums
• Erzeugung einer Plattform für neue Produkte,
die unter der etablierten Marke eingeführt werden
Marken aus Handelssicht
• Minderung des Absatzrisikos
• Imagetransfer
• Einschränkung der Beratungsfunktion des Handels
Markenstrategie
Markenreichweite
− geographisch
− vertikal
– kooperationsgerichtet
Markenpositionierung
− Markenkern
− Markennutzen
− Markenpersönlichkeit
Markenarchitektur
− Einzelmarke
− Dachmarke
− Familienmarke
Markenauftritt
Markierung
− Markenname
− Markenzeichen
− Verpackung
− Produktgestaltung
Marketinginstrumente
− Preis
− Kommunikation
− Vertrieb
Markenkontrolle
• Potenzialbezogene Erfolgsgrößen (z.B. Markenbekanntheit)
• Markterfolgsbezogene Erfolgsgrößen (z.B. Marktanteil)
• Wirtschaftliche Erfolgsgrößen (z.B. Markenwert)
Markenpositionierung
Gestaltung eines Markenkerns, d.h. Inhalt/Versprechen einer Marke
Aspekte:
Markenkern (Wer bin ich)
- repräsentiert Kernwerte
der Marke
Markennutzen
- Nutzenversprechen der
Marke bei Nachfragern
Markenpersönlichkeit
- menschliche Eigenschaften
die von den Kunden mit
Marke assoziiert werden
5 Erfolgsfaktoren der Markenpositionierung
Relevanzbedingung: herangezogene Nutzenmerkmale müssen für Zielgruppe aus deren Sicht relevant sein und subjektiv wahrgenommen werden
Fit-Bedingung: gewählte Merkmalsausprägungen müssen von potenziellen Kunden positiv beurteilt
werden und zum angestrebten Erscheinungsbild passen
Nachhaltigkeit: Positionierung muss sich langfristig (strategisch) beibehalten lassen - Differenzierung: positive Abhebung von konkurrierenden Marken
Prägnanz: Beschränkung auf wenige markante Merkmale
Markenarchitektur
Anordnung aller Marken eines Unternehmens, durch die die Rolle der Marken und ihre Beziehungen untereinander festgelegt werden
EInzelmarkenstrategie

Dachmarkenstrategie

Familienmarkenstrategie

Erfolgsfaktoren Line Extension
Basismarke mit hoher Bekanntheit
• Basismarke mit starkem emotionalen und
symbolischen Image
• Zur Erschließung neuer Märkte beitragen
• Kompensation der Kannibalisierungseffekte
durch Absatzsteigerung
• Unterstützung durch Werbung und
Verkaufsförderung
• früher als Wettbewerbsprodukte im Markt
Erfolgsfaktoren Brand Extension
• Image-Affinität/Fit zwischen Hauptund Transfermarke (→ Glaubwürdigkeit des Transfers)
• Qualitätswahrnehmung
• Hauptmarke ist kein „Prototyp“ einer
Produktgruppe
Markenauftritt
Erscheinungsbild der Marke am Markt
Aspekte:
Markierung
• Markenname
• Markenzeichen
• Verpackung und Design
Marketinginstrumente
• Kommunikationspolitik
• Vertriebspolitik
• Preispolitik
Markenerfolg
Umfasst den Erfolg einer Marke im Hinblick auf potenzialbezogene, markterfolgsbezogene sowie wirtschaftliche Erfolgsgrößen
Potenzialbezogene Erfolgsgrößen (Brand Assets)
• Markenbekanntheit bei den Nachfragern
• Markenimage bei den Nachfragern
• Markenbezogene Einstellungen bei den Nachfragern
Markterfolgsbezogene Erfolgsgrößen
• Marktanteil der Marke
• Marktpenetration
• Loyalität der Kunden
gegenüber der Marke
• Erzielung einer Preisprämie für
die Marke
• Anteil der Produkte /
Varianten, die Handel nicht auslisten kann
Wirtschaftliche Erfolgsgrößen (Brand Value)
Mit der Marke erzielter Umsatz und Gewinn
• Markenwert (Wert der Marke in Geldeinheiten)
Preispolitik
Die Preispolitik umfasst alle Entscheidungen im Hinblick auf das vom Kunden für ein Produkt zu entrichtende Entgelt (Preis).
Charakteristika preispolitischer Entscheidungen
- schnelle Umsetzbarkeit
- große Wirkungsstärke
- hohe Wirkungsgeschwindigkeit
- schwere Revidierbarkeit
Preispolitik in der Unternehmenspraxis
- Wachstumsmärkte
- Globalisierung
- Sättigungstendenz
- Anstieg der Preistransparenz
- Qualitätsangleichung der Produkte
Entscheidungsfelder der Preispolitik
- Preisbestimmung für neue Produkte
- Preisänderung für bestehende Produkte
- Durchsetzung der Preise
- Preisbestimmung für das Produktprogramm
- Preisdifferenzierung
- Gestaltung des Rabatt- und Bonussystems
Skimmingstrategie
1. Angebot der Produkte in der Markteinführungsphase zu relativ hohen Preisen
2. Abschöpfung von Zahlungsbereitschaften der Nachfrager
3. schnelle Amortisation der Investitionen für die Produktentwicklung
Penetrationsstrategie
1. Angebot der Produkte zu einem relativ geringen Preis
2. rasche Diffusion des Produktes im Markt
3. Erreichen eines hohen Marktanteils
Grundlegende Formen einer PAF
Allgemein: 𝑥 = 𝑥(𝑝) mit x: Absatz und p: Preis
- Lineare Preis-Absatz-Funktion - Multiplikative Preis-Absatz-Funktion - Gutenberg-Funktion (doppelt-geknickte PAF)
Lineare Preis-Absatz-Funktion
Allgemeine Form: 𝑥 = 𝑎 − 𝑏 ∗ 𝑝 mit b>0

Multiplikative Preis-Absatz-Funktion
Allgemeine Form: 𝑥 = 𝑎 ∗ 𝑝−𝑏 mit b>0

Gutenberg-Funktion
- doppelt-geknickte PAF
- Flacher mittlerer Teil (monopolistischer Bereich) und zwei steile Randbereiche.

Preiselastizität
Maß für die Stärke der Wirkung des Preises p auf den Absatz x. Sie gibt das Verhältnis der relativen Änderung des Absatzes zu der sie verursachenden relativen Änderung des Preises an
Punktelastizität

Bogenelastizität

Preiselastizität bei einer linearen PAF

Preiselastizität bei einer multiplikativen PAF

Preiselastizität bei einer Gutenberg-Funktion

Verhaltenswissenschaftliche Preistheorie
Untersucht, wie Kunden Preise tatsächlich wahrnehmen, beurteilen, speichern und erinnern
Abgrenzung zur klassischen Preistheorie
- Konsumentenverhalten weicht häufig ab, was gemäß der klassischen Preistheorie zu erwarten wäre.
- Diese Abweichung wird in der verhaltenswissenschaftlichen Preistheorie thematisiert, welche psychologische Faktoren miteinbezieht.
Bewertung von Preisnachlässe
Die Darstellung des Preisnachlasses (absoluter Geldbetrag oder relativ, in Form eines prozentualen
Nachlasses auf den Preis) übt einen Einfluss auf die wahrgenommene Signifikanz der Preissenkung aus.
- Absolute Preisnachlässe erscheinen den Kunden bei hochpreisigen Produkten höher als die
entsprechenden relativen Preisnachlässe, während es sich bei niedrigpreisigen Produkten genau
umgekehrt verhält
Bewertung von Preiserh
- Das von Kunden vermutete Motiv einer Preiserhöhung ist ein wesentlicher Einflussfaktor auf die wahrgenommene Fairness des Preises
- Als fair werden Preise tendenziell beurteilt, wenn Kunden hinter einer Preiserhöhung ein gerechtfertigtes Motiv (z.B. Ausgleich von Kostensteigerungen) vermuten.
- Wird hingegen ein negatives Motiv (z.B. Ausnutzen der Abhängigkeitsbeziehung von Kunden) bei einem Preisanstieg angenommen, betrachten Kunden dies als unfair.
Preisschwellen
Preise, bei denen sich die Preisbeurteilung durch den Kunden sprunghaft verändert
Absolute Preisschwellen
Stellen die Ober- und Untergrenzen des Bereichs der vom Kunden als
akzeptabel beurteilten Preise dar, außerhalb derer das Produkt nicht gekauft wird.
→Was muss ein Produkt mindestens kosten, bzw. was darf es höchstens kosten?
Relative Preisschwellen
Beziehen sich auf die Bewertung der Preise innerhalb des akzeptierten
Preisbereiches. → Vereinfachung der Preiswahrnehmung durch Orientierung an Wahrnehmungskategorien (z.B. teuer, normal, billig).
→Wie groß muss der Unterschied zwischen zwei Preisen sein, damit diese vom Kunden tatsächlich
unterschiedlich wahrgenommen werden?
Zero-Price-Effekt
Wenn der Preis eines Produktes Null ist, steigt der Anteil der Konsumenten, die das günstigere Produkt wählen an, während gleichzeitig der Anteil derer, die das teurere Produkt wählen, sinkt.
Referenzpreis
Preis, den der Kunde bei der Beurteilung anderer Preise als Vergleichsmaßstab heranzieht
Externer Referenzpreis
bildet sich in bestimmter Kaufsituation auf Basis der beobachtbaren Preise in der Kaufumgebung, z.B.:- Preise gleichartiger Produkte desselben oder eines anderen Anbieters
-Preisempfehlungen auf Verpackungen oder Angebotsschildern
Interner Referenzpreis
Bildet sich auf Basis von im Gedächtnis gespeicherten Preiskonzepten, z.B.:
- früher bezahlte Preise, Preisbereitschaft, als fair empfundener Preis, von Personen berichtete Preise
Preisdifferenzierung
Gleiche oder sehr ähnliche Produkte werden verschiedenen Kunden (Segmenten) zu unterschiedlichen Preisen angeboten
Liegt vor:
→wenn ein Anbieter ein Produkt, das hinsichtlich der - räumlichen, zeitlichen, leistungs- und
mengenbezogenen Dimensionen identisch ist, zu unterschiedlichen Preisen verkauft
→wenn ein Anbieter Varianten eines Produktes, die sich zumindest in einer der vier Dimensionen
unterscheiden, ohne dass dabei andere Produkte entstehen, zu unterschiedlichen Preisen verkauft
→Ziel: Zusätzlicher Gewinn durch das Abschöpfen unterschiedlicher Preisbereitschaften
Kostenorientierte Preisbildung
- Kosten-Plus-Preisbildung: p = Selbstkosten x (1 + Aufschlagsatz)
• Verkauf der Produkte zu einem Preis, der anhand eines Zuschlags auf die Selbstkosten berechnet wird • Höhe des Zuschlagssatzes ist determiniert durch die Unternehmensstrategie
• Ermittlung der Selbstkosten auf Teilkosten- oder Vollkostenbasis:
- Zuschlagskalkulationen
- Prozesskostenrechnung
auch abgeschwächte Formen möglich (z.B. durch Bildung eines Preiskorridors)
- Kurzfristige Preisuntergrenze: leitet sich aus den variablen Stückkosten ab - Langfristige Preisuntergrenze: bestimmt sich auf Basis der Vollkosten
Wettbewerbsorientierte Preisbildung(Preiskriege)
Marktcharakteristika: - Wettbewerbseintritt - Konzentrationsgrad (sehr hoch und sehr niedrig) - Überkapazitäten, geringes bzw. negatives Marktwachstum
Firmencharakteristika: - Hohe Marktaustrittsschranken - Kein klarer Preisführer im Markt - ein nahezu bankrotter Anbieter im Markt - Übertriebene Fokussierung auf den Marktanteil
- Fehleinschätzungen von Reaktionen der Wettbewerber auf eigene Preissenkungen
- Verzerrte Wahrnehmung und Fehlinterpretation der Signale von Wettbewerbern
• Produktcharakteristika: - Hohe strategische Bedeutung des Produktes für den Anbieter
- Geringe Produktdifferenzierung (z. B. Commodities) - Markteintritt eines me too-Produktes
• Kundencharakteristika: - Geringe Markenloyalität - Hohe Preissensitivität
Vermeidung von Preiskriegen
Preisaktionen:
• Vermeidung von Überreaktionen auf Preissenkungen von Wettbewerbern
• Antizipation der Reaktionen der Wettbewerber bei eigener Preissetzung
• „tit for tat“-Strategie („Wie Du mir, so ich Dir“; Setzen wohldosierter Konterschläge, um dem Wettbewerb zu verdeutlichen, dass er sich durch sein aggressives Verhalten selbst schadet)
• Schaffung komplexer Preissysteme • Bundling
• Preisgarantien
Nicht-Preisaktionen:
• Systematische Erhebung von Wettbewerbspreisen
• Vermeidung von Strategien, die den Wettbewerb herausfordern
• Klare Signale an den Markt:
− Offenlegung der strategischen Intention
− Offenlegung eines potenziellen Kostenvorteils
− Kommunikation im Markt (Wettbewerber,
Kunden, Stakeholder), dass ein Preiskrieg
schädlich ist („jawboning“ – „Verteufelung“) • Schaffung von Zusatznutzen durch Produktveränderung
• Differenzierung des Produktprogramms • Marktnischen suchen und besetzen
Kommunikationspolitik
Die planmäßige Gestaltung und Übermittlung von Informationen, die die Adressaten der Kommunikation im Bereich Wissen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen im Sinne der
Unternehmensziele beeinflussen sollen.
Idealer Prozess der Kommunikationspolitik

Kategorisierung anhand des AIDA-Modells

Budgetierung
Prozess, der die Höhe der Gesamtaufwendungen für die Kommunikation in einer Planperiode festlegt
Zusammenhänge zwischen Werbebudget (W) und Absatz
Linearer Verlauf:
-Eher unwahrscheinlich, da durch Steigerung der Werbemittel der Absatz unendlich steigerbar wäre
Degressiv steigender Verlauf:
-Sinnvoll, da Widerstand mit Erhöhung der Werbemittel steigt
S-förmiger Verlauf:
-Bei geringem Werbebudget bleibt der Absatzerfolg aus, da Werbung nicht ausreichend wahrgenommen wird
Gewinnfunktion in Abhängigkeit des Kommunikationsbudget

Werbeelastizität des Absatzes

Budgetallokation
Verteilung eines gegebenen Kommunikationsbudgets
Tausenderkontaktpreis (TKP)
Zentrale Frage: Wie hoch ist der Preis, den man zahlen muss, um mit einem Medium 1.000 Personen zu erreichen?
C = Kosten je Belegung des j-ten Mediums, K = Nutzer pro Ausgabe des j-ten Mediums 𝑇𝐾𝑃 = 𝑐𝑗 ∗ 1000
Printwerbung
Vorteile:
- Hohe Reichweite
- Genaue Zielgruppenansprachen • Langlebigkeit
- Detaillierte Informationen
Nachteile:
• Nicht sehr aufdringlich
• Nur begrenzte Darstellungsmöglichkeiten
Fernsehwerbung
Vorteile:
• Hohe Reichweite
• Schnelle Wirkung
• Produkt kann in Gebrauch gezeigt werden
• Möglichkeit der hohen Aktivierung
• Hohe Verfügbarkeit und Nutzen
Nachteile:
• Hohe Kosten
• Relativ hoher Struverlust
• Einige interessante Zielgruppen kaum erreichbar • Reaktanz / Zapping
Radiowerbung
Vorteile:
• Regionale Segmentierung
• Hohe Reichweite
• Radio als „Überallmedium‘
• Geringer Preis
Nachteile:
• Keine visuellen Möglichkeiten
• Nicht für alle Produkte geeignet
Aussenwerbung
Vorteile:
• Jüngere, mobile Schichten erreichbar
• Effektiver für lokal/regional Werbung
• Neue Möglichkeiten der Messung des Erfolgs • Personalisierbar
• Erfolgsbasierte Vergütungsmodelle
Nachteile:
• Kurze Betrachtungszeit
Online-Werbung
Werbemaßnahmen, die Mittels Webseiten im Internet durchgeführt werden.
• Wichtigste Online-Werbeformen:
- Integrierte Ads (Banner etc.)
- Layer Ads
- New-Window-Ads
- Affiliate-Werbung
Personalisierung
jegliche Form von Online-Marketingmaßnahmen, die ein Werbetreiber auf Basis persönlicher Infos über den Online-Nutzer durchführt, und dadurch gezielt auf den Nutzer zugeschnitten sind.
Direktmarketing
Marktbezogene Aktivitäten, die sich einstufiger direkter Kommunikation bedienen, um Zielgruppen in Einzelansprache gezielt zu erreichen. Typische Medien sind Werbebriefe, Werbepostkarten, E- Mail, Fax.
→Nicht überschneidungsfrei mit anderen Instrumenten wie Online-Werbung oder Mobile Marketing
Verkaufsförderung
Promotion, Zeitlich befristete Maßnahme mit Aktionscharakter, die andere Marketingmaßnahmen unterstützt und den Absatz bei Händlern bzw. Endkunden fördern soll.
Absatzwirkung von Verkaufsfoerderung
Kurzfristige Absatzwirkung
• Erstkauf des Produktes
• Wiederkauf des Produktes/ Produktwechsel • Mehrkonsum des Produktes
• Wechsel zum Aktionsgeschäft
Langfristige Ansatzwirkung
• Vorverlegen von Produktkäufen
• Steigerung der Loyalität zum Produkt • Steigerung der Loyalität zum Geschäft
Public Relations
Öffentlichkeitsarbeit; planmäßige Gestaltung der Beziehungen zwischen dem Unternehmen und verschiedenen öffentlichen Zielgruppen mit dem Ziel, diese im Sinne der Unternehmensinteressen zu beeinflussen.
Ziele von PR
Erhöhung der Bekanntheit des UN -
Bereitstellung von Infos über das UN
- Gestaltung und Pflege der Beziehung des UN zur Öffentlichkeit
- Verbesserung UN-/Produktimage
- Erhöhung von Glaubwürdigkeit/ Vertrauen zum UN
- Anregung positiver Medienberichterstattungen
Guerilla Marketing
Kunst, den von der Werbung übersättigten Konsumenten größtmögliche Aufmerksamkeit durch unkonventionelles bzw. originelles Marketing zu entlocken
- Oft außerhalb der klassischen Werbekanäle und Marketing-Traditionen
- Verwandte Ansätze: Virales Marketing, Ambush Marketing, Trojanisches Marketing
Messe
Zeitlich und örtlich festgelegte Veranstaltung, bei der sich mehrere Anbieter an Zielgruppen präsentieren.
Können anhand folgender Dimensionen typologisiert werden:
- Angebotsbreite
- Angebotsschwerpunkt
- Funktion
- Reichweite
- Absatzrichtung
- Zielgruppe
Events
Ein organisiertes Ereignis, die dem Zielgruppen etwas Interessantes geboten wird.
• Ermöglicht persönliche Kontakte mit den Angesprochenen in einer für sie zwangslosen Situation
• Emotionen der Zielgruppe können gezielt angesprochen werden
• Grenzen zwischen Messen und Events sind teilweise fließend
Sponsoring
Sämtliche Aktivitäten zur Förderung von Personen/Organisationen in den Bereichen Sport, Kultur, Soziales, Umwelt oder Medien“, die einen Beitrag zur Erreichung der Kommunikationsziele leisten sollen.
• Forschungsergebnisse zur „Markenwirkung von Sponsoring“
- Sponsor muss einen inhaltlichen Fit zum Unternehmen haben
- Sponsoring Maßnahme muss langfristig ausgelegt sein
- Vermeidung der Rolle des fünften Sponsors in derselben Kategorie
Product Placement
Werbewirksame Integration von Produkten in den Handlungsablauf diverser Medienprogramme ( Filme, Serien, Sendungen, etc.)
• Unterscheidung verschiedener Arten von Product Placement nach
− Art des Produktes (Markenartikel, Unternehmen, unmarkiertes Produkt, neues Produkt, Ort)
− Grad der Integration (Grad der Einbindung Handlung, Ausrichtung des Filmthemas auf Produkt)
− Art der Informationsübertragung (visuelle oder verbale Informationsübermittlung bzw. Kombination) − Grad der Anbindung an den Hauptdarsteller
• Ziele: − Die Steigerung der Bekanntheit − Imagetransfer sowie − Absatzsteigerung
gestaltbaren Elemente eines Kommunikationsmittels
Inhaltliche Elemente
• Sprachliche Sachen(Slogan, Werbetext)
• Testimonials
• Humor
• Furcht
Visuelle Elemente
• Hauptkomponenten
• Ergänzende Bildelemente • Farben
• Schriften
• Animationen
Auditive Elemente
• Musik
• Geräusche
• Lautstärke
Sonstige Elemente
• Geruch
• Geschmack
• Gefühl
• Klang
prominente Testimonials
- Trustworthiness: The property of being perceived as believable, dependable – as someone who can be trusted.
- Expertise: The characteristic of having specific skills, knowledge, or abilities with respect to the endorsed brand.
- Physical attractiveness: The trait of being regarded as pleasant to look at in terms of a particular group’s concept of attractiveness.
- Respect: The quality of being admired or even esteemed because of one’s personal qualities and accomplishments.
- Similarity (to target audience): The extent to which an endorser matches an audience in terms of characteristic pertinent to the endorsement relationship (age, gender, ethnicity, etc.)
- Reliability: There is a low risk that the endorser causes trouble and damage to the brand (due to an unstable lifestyle, etc.)
Faktoren von Wirkungsunterschieden
Involvement der Angesprochenen
Geringes Involvement: Peripherer Weg der Beeinflussung am wichtigsten, d.h. „Gefallen geht über alles“
• Hohes Involvement: Inhalt der Werbung, Glaubwürdigkeit, Argumentation und Nutzenversprechen sind wichtig
Beeinflussungsmodalität
• Verarbeitung der Reize beim Menschen erfolgt in unterschiedlicher Form, daher:
• Sprache:
rational argumentieren
• Bild:
emotional beeindrucken
Zahl der Wiederholungen
• Mere-Exposure-Effekt:
Je öfter wir einem Reiz ausgesetzt sind, desto eher mögen wir ihn
Vertriebspolitik
Marktgerichtete akquisitorische Aktivitäten
- Akquisition von Nachfragern
- Herbeiführung eines Kaufabschlusses
- Nachkaufbetreuung
Vertriebslogistische Aktivitäten
- Überbrückung räumlicher Distanzen
- Sicherstellung der Verfügbarkeit des Produktes beim Kunden
3 zentrale Entscheidungsfelder im Rahmen marktgerichteter akquisitorischer Aktivitäten
I.Gestaltung des Vertriebssystems
Das Vertriebssystem ist die institutionelle & strukturelle Grundlage der Vertriebspolitik
- Komponenten
- Vertriebsorgane, die zu Vertriebswegen kombiniert werden
Vertriebsweg
Weg, auf dem das Angebotsprogramm eines Herstellers an die Nachfrager gelangt
II.Gestaltung der Beziehungsstrukturen
Erhöhung der Macht des UN gegenüber Vertriebspartnern durch:
- Präferenzschaffung beim Kunden
- Einschränkung der Alternativen des Vertriebspartners/ Key Accounts - Erweiterung der eigenen Handlungsalternativen
- Steigerung der eigenen Expertise
Kooperation mit Vertriebspartnern
Vertikales Marketing Bereich des Absatzmarketing, der sich spezifisch auf die von Herstellern und Händlern gemeinsam geplanten und gemeinsam durchgeführten endkundengerichteten Marketingaktivitäten bezieht

Key Account Management
Einführung des „One face to the customer“-Prinzips
• Zentralisierung des Wissens über den Kunden in der Organisation
• Vereinfachte Kommunikation für den Kunden
Umsetzung:
- Spezielle organisatorische Einheit
- Spezielle Marketingaktivitäten (z.B. angepasste Preise, spezielle Produktvarianten)
- Spezielle Aktivitäten für den Kunden
III.Gestaltung der Verkaufsaktivitäten
Management der Vertriebskontakte
- Grundlegende Entscheidungsinhalte:
• Form der Vertriebskontakte
• Intensität der Vertriebskontakte
Verlaufstechnicken:
Character Selling (Kern ist das Produkt)
Benefit Selling (Kern ist der Nutzen für Kunden)
Integrative Definition nach dem Drei-Phasen-Ansatz
(Dienstleistungen)
Dienstleistungen sind selbstständige, marktfähige Leistungen, die mit der Bereitstellung (z.B.Versicherungsleistungen) und/oder mit dem Einsatz von Leistungsfähigkeiten (z.B. Friseur) verbunden sind (Potenzialorientierung)
- Interne und externe Faktoren werden im Rahmen des Erstellungsprozesses kombiniert
(Prozessorientierung)
- Die Faktorenkombination des Dienstleistungsanbieters wird mit dem Ziel eingesetzt, an den externen Faktoren, an Menschen und deren Objekten nutzenstiftende Wirkungen zu erzielen (Ergebnisorientierung)
Abgrenzung auf Basis konstitutiver Merkmal
(Dienstleistungen)
Intangibilität: Das Ergebnis einer Dienstleistung ist nicht tangibel/greifbar
Integration des externen Faktors: Kunde bringt externen Faktor in die Erstellung der Dienstleistung bzw. der Information
- Hoch: Mitwirkung des Kunden an der Erstellung der Dienstleistung ist zwingend notwendig
- Mittel: Dienstleistungen, die die durchgängige Anwesenheit oder Aktivitäten des Kunden erfordern
Gering: Erstellung der Dienstleistung ist unabhängig vom Kunden, Dienstleistungen sind standardisiert
Heterogenität: Qualität Dienstl. abhängig von Art/ Zeitpunkt der Durchführung & Durchführenden - Qualität kann von Produzenten zu Produzenten und Konsumenten zu Konsumenten variieren
- Standardisierung und Qualitätskontrolle nur schwer durchzuführen
- Insbesondere für Dienstleistungen, mit hohen Grad an persönlicher Dienstleistungserstellung
- Hoch: Hoher Maß an persönlicher Interaktion, Dienstleistungen sind personalisierte Lösungen - Mittel: Qualität ist eher homogen, kann jedoch zwischen Anbietern variieren
- Hoch: Hoher Standardisierungsgrad der Dienstleistung. Niedrige Variabilität
Verderblichkeit:
- Dienstleistungen sind Prozesse und können nicht gelagert werden
- Zudem Kapazitätsbegrenzung
- Herausforderung: Balance von Nachfrage und Kapazität bei Gewinnmaximierung - Kleines bis kein Problem bei digitalen Dienstleistungen
Service-Process-Matrix

3 weiter Ps des Dienstleistungsmarketing
Personal:
- Mitarbeiterkompetenz - Motivation
- Loyalität
- Leistungsfähigkeit
Physisches Umfeld
- Vermittlung Images der Leistungsfähigkeit
- Schnelles Zurechtfinden der Kunden
- Angemessene räumliche Nähe zu den Kunden
- Schaffung einer dienstleistungskonsistenten Atmosphäre
Prozesspolitik
- Fehlerfreiheit von Prozessen
- Transparenz
- Kostengünstigkeit von Prozessen
- Flexibilität
- Angemessene Zeitdauer
Service-Profit-Chain
Verbindung zwischen internener Dienstleistungsqualität und unternehmerischen Erfogsgrößen her
Service Blue-print
Tool, um Dienstleistungsprozesse, Kundenkontaktprozesse und den „Evidence of Service“ aus Sicht des Kunden darzustellen
Wahrgenommene Dienstleistungsqualität (DLQ) SERVQUAL Ansatz

Berechnung der DLQ
(1) Berechnung Differenz zw. wahrgenommener Leistung & Leistungserwartung pro SERVQUAL Dim. (2) Berechnung des arithmetischen Mittels über alle Dimensionen
5 Aspekte des GAP-Modells
I.Listening Gap
Erwartete Dienstleistung vs. Kundenerwartung in der Wahrnehmung des Managements
- Potenzielle Ursachen: unzureichende Marktforschung, schlechte Kommunikation, keine
Kundenorientierung, schlechte Service Recovery
• Lernen was der Kunden erwartet
• Verbesserung der Kommunikation
II.Service design & Standard Gap
Spezifikation der DL vs. Kundenerwartung in der Wahrnehmung des Managements
- Unzureichende Konzeption des DL-Prozesses, keine Integration der Kundensicht, unzulängliche
Dienstleistungsumgebung
• Festlegen von Leistungsstandards, die die Kundenerwartungen widerspiegeln
• Incentivierung von Verbesserungsvorschlägen und Integration von Kundenideen
III.Performance Gap
- Spezifikation der DL vs. Tatsächlich geleistete DL
- Schlechtes HR-Management, mangelnde Abstimmung zwischen Angebot und Nachfrage, fehlerhafte
Kundenintegration, Probleme in der Vermittlung der DL (Intermediäre)
- Mitarbeiter- und Kundentraining, klare Rollenbeschreibungen, Incentivierung
IV.Communication Gap
- Tatsächlich geleistete DL vs. Kommunikation
- Keine einheitliche Kommunikationspolitik, unhaltbare Versprechungen, kein effizientes Management
von Kundenerwartungen, nicht abgestimmte Preispolitik
- Realistische Aussagen in der Kommunikation, integratives Kommunikationskonzept
V.Customer Gap
- Erwartete vs. wahrgenommene DL - Potenzielle Ursachen: Gaps 1-4
- Schließen der Gaps auf Anbieterseite, um Kundenerwartungen zu entsprechen
Business to Business Marketing
Marketing gegenüber organisationalen Kunden. Schließt Vermarktung an Groß- und Einzelhandel sowie Dienstleistungen mit rein.
Besonderheiten des organisationalen Beschaffungsverhaltens
- Abgeleiteter Charakter der Nachfrage
- Langfristigkeit der Geschäftsbeziehung
- Hoher Individualisierungsgrad
- Hoher Grad der Interaktion
- Multi Personalität/ Multiorganisationalität
- Hoher Formalisierungsgrad
- Besondere Bedeutung von Dienstleistungen
Prinzip des Buying Centers
- Zum Kauf von Industriegütern bilden bestimmte Mitglieder der Organisation problembezogene Gruppen
- Informelle Gruppen, i.d.R. nicht institutionell verankert sind
- Gedankliche Zusammenfassung aller am organisationalen Kaufentscheidungsprozess beteiligten Personen und Rollen dar
- Mehrere Personen können die gleiche Rolle wahrnehmen, eine Person kann aber auch mehrere Rollen haben
Produktgeschäft
Vorgefertigte, meist in Mehrfachfertigung erstellte Leistungen zum isolierten Einsatz →Bsp. Schrauben, Motoren
Systemgeschäft
Leistungen, die auf Basis einer Systemarchitektur miteinander vernetzt werden sollten
→Bsp. Informationssysteme
Zulieferergeschäft
Nachfrage von Herstellerunternehmen (Erstausrüster) an industriellen Vorprodukten, um sie in die eigenen Endprodukte einzubauen. I.d.R. individualisierte Leistungsangebote
→ Bsp. Heckleuchte (Auto)
Anlagengeschäft
Vermarktung komplexer Systeme. Kaufentscheidung ist mit der Projektrealisierung abgeschlossen →Bsp. Getränkeabfüllanlagen, Kernkraftwerke
Industrielle Dienstleistungen
Immaterielle Dienstleistungen, die ein Industriegüterhersteller seinen Kunden zur Förderung des Absatzes seiner Sachgüter anbietet