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AK

Welche Ernährungsempfehlungen werden für das Frühdumpingsyndrom herausgegeben?

-6-8 kleine feste Mahlzeiten

-proteinreich, kohlenhydratarm (vor allem schnell resorbierbare KH meiden), reich an Polysacchariden und BS

-keine Flüssigkeitsaufnahme zu den Mahlzeiten

-langsames Essen, anschließend Hinlegen für 20-30 Minuten

-Milchprodukte mit Vorsicht genießen (sekundäre Lactoseintoleranz)

-hypotone, zuckerfreie Getränke  zwischen den Mahlzeiten

-Eisen- und Folsäurereiche Lebensmittel

-B12 Supplementation intramuskulär

-Meiden unverträglicher Nahrungsmittel

AK

Welche Erkrankungen zählen zu den nicht infektiösen Darmerkrankungen?

Enteritiden:

-Zöliakie

 

Kolitiden:

-Divertikulitis

-CED

-Kurzdarmsyndrom

-Reizdarmsyndrom

-chronische Obstipation

AK

Was ist Divertikulitis?

-zählt zu den nicht infektiösen Kolitiden

-akute Entzündung von Divertikeln im distalen Colon

-linksseitige Bauchschmerzen und intestinale Blutungen

-Divertikelbildung ist genetisch prädisponiert und teilweise lebensstilbedingt

-zur Prophylaxe ballaststoffreiche Kost, Gewichtsnormalisierung und Bewegung

-in akuter Phase keine Vollkost oder ballaststoffarme Kost

AK

Welche Speisen schädigen das Alveolarepithel und sollten daher bei Aspirationsgefahr gemieden werden?

-Säure- und fetthaltige Speisen

AK

Wonach werden infektiöse Darmerkrankungen unterschieden?

-Bakterielle, virale oder parasitäre Infektion

AK

Was wird bei einer Gastrektomie substituiert und auf welche Weise?

B12 intramuskulär

AK

Welche Erreger infektiöser Darmerkrankungen gibt es?

Viren:

-Rotavirus

-Norovirus

Bakterien:

-Salmonellen

-Cholera

-Tuberkulose

-EHEC

-Listerien

-Clostridien

Parasiten:

-Protozoen

-Würmer

AK

Was sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen CED?

-komplexe Barriere-Erkrankung

->Störung der antimikrobiellen Abwehr und Veränderung des Mikrobioms

->eindringende Bakterien induzieren Entzündungsantwort

->multifaktorielle Genese

 

=>Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa

AK

Was ist eine Enterokolitis?

-kombinierte Entzündung des Dünndarms und des Kolons

AK

Was kann zur Ballaststoffanreicherung beim Frühdumpingsyndrom/Gastrektomie verwendet werden?

-Pektin

-Guar

AK

Welche Faktoren fördern den Reflux?

-Hiatushernie

-Rauchen, Alkohol

-Medikamente 

->Sedativa, Spasmolytika, Anticholinergika

-opulente Mahlzeiten

-Aerophagie (Luftschlucken)

-Adipositas

-Bauchpresse

-Obstipation

-enge Kleidung

AK

Wie unterscheiden sich Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa?

Morbus Crohn:

-Befall von Mund bis Anus möglich

-alle Wandschichten können von Entzündung betroffen sein

->transmural

Colitis Ulcerosa:

-Befall des Colons

->nicht transmurale Entzündung

AK

Was ist bei nasogastralen/PEG Sonden in Bezug auf die Aspirationsgefahr zu beachten?

-sie können Aspirationen von Speichel, Sekreten, Refluat oder Erbrochenem nicht verhindern

->Aspirationspneumonien können trotzdem auftreten

AK

Was sind Enteriden, Enterokolitiden und Kolitiden?

Enteriden= Entzündungen des Dünndarms

Kolitiden= Entzündungen des Dickdarms

Enterokolitiden= Kombination aus Entzündung des Dünn- und Dickdarms

AK

Was sind GERD, NERD und ERD?

GERD= Gastroösophageale Refluxkrankheit

NERD= nicht erosive Refluxkrankheit

ERD= erosive Refluxösophagitis verschiedener Schweregrade

AK

Wie sollten bei Dysphagie die Nahrungseigenschaften verändert werden?

Bolusgröße

-kleinere Bolusgröße

-Flüssigkeiten in kleinen Schlucken

 

Fließfähigkeit der Nahrung

-dünnflüssige Konsistenzen erleichtern die pharyngeale Passage und können bei Aspiration leichter abgehustet werden

-dichtere Konsistenzen wirken sich positiv auf die Schluckreflexauslösung aus

 

Sensorische Eigenschaften der Nahrung

-Geschmacksreize und temperierte Speisen verbessern die Schluckreflexauslösung

-kohlensäurehaltige Getränke verringern Penetrationen/Aspirationen

-salzige und säurehaltige Speisen fördern die Produktion von serösem Speichel

-Milchprodukte, Getreide und Süßes wirken schleimbildend

 

Pulmotoxische EIgenschaften der Nahrung

-Säure- und fetthaltige Speisen schädigen das Alveolarepithel und sollten bei Aspirationsgefahr gemieden werden

AK

Welche Komplikationen treten beim Dumpingsyndrom auf?

Frühdumping:

-abdominelle Beschwerden

->Völlegefühl, Übelkeit, Diarrhoe

-kardiovaskuläre Symptome

->Tachykardie, Blutdruckabfall

Spätdumping

-Hyperglykämie

-reaktive Hypoglykämie

->Schwäche, Müdigkeit,  Schweißausbruch, Übelkeit, Kollapsneigung

AK

Wann treten das Frühdumping- und Spätdumpingsyndrom auf?

Früh: 10-30 Minuten

Spät: 1,5-4 Stunden

AK

Was ist das Kurzdarmsyndrom?

-Darmversagen nach ausgedehnter Resektion

-eingeschränkte resorptive Kapazität des Darms

-Unfähigkeit die Protein-, Energie-, Flüssigkeits- und Mikronährstoffbilanz mit einer konventionellen Diät aufrechtzuerhalten

-Ausmaß und Therapie abhängig von dem Verlust an resorptiver Oberfläche und der anatomischen Lokalisation der Resektion

AK

Welche Folgen können bei Dysphagie auftreten?

-Malnutrition

-Dehydratation

-Lungenentzündungen

AK

Wann wird eine ergänzende (par-)enterale Ernährung empfohlen?

-bei ausgeprägtem Verschluckungsrisiko

In welche Phasen ist der Schluckvorgang unterteilt?

1. Orale Vorbereitungsphase

-Zerkleinerung und Einspeichelung der Nahrung bis zur geeigneten Konsistenz zum Abschlucken->Bolusformung

->willentlich beeinflussbar

2. Orale Transportphase

-Bolusbeförderung in den Oropharynx

->willentlich ausgelöster reflektorischer Ablauf

3. Pharyngeale Phase

- Bolustransport durch den Pharynx unter gleichzeitigem Schutz der Atemwege

->reflektorischer Ablauf

4. Ösophageale Phase

-Bolustransport durch den Ösophagus in den Magen

->reflektorischer Ablauf

Was ist Penetration?

Flüssigkeit oder Nahrungsbestandteile gelangen in den Kehlkopfeingang

Welche klinischen Anzeichen gibt es bei Schluckstörungen?

-Speichel oder Speise/Flüssigkeit läuft aus dem Mund

-stark verzögertes Kauen

-häufiges Ausspucken oder Hochwürgen von Speichel

-verminderte Kehlkopfhebung oder -vorwärtsbewegung

Welche klinischen Anzeichen gibt es bei Aspiration?

-verstärkte Verschleimung im Hals- und Kehlkopfbereich

-Husten ohne oder mit Begleiterscheinungen wie tränende Augen oder Würgen

-Räuspern

-gurgelndes Atemgeräusch im Hals- und/oder Bronchialbereich

-raue, gurgelnde, feuchte Stimme

-Kurzatmigkeit

-unklare Körpertemperaturerhöhungen

Was ist Aspiration?

Flüssigkeitseintrag in die Trachea

Welche Begleitsymptome kann eine Dysphagie haben?

-Schluckschmerzen-Sodbrennen-Speichelfluss-Brechreiz-Erbrechen-Regurgitation-Bei schweren Fällen: Hustenreiz und Aspirationssymptome

Welche Ursachen kann eine Dysphagie haben?

-neuromuskuläre Störung

-mechanische Obstruktion

Wie kann eine Dysphagie diagnostiziert werden?

Klinische Diagnostik

-Screeningverfahren zur Einschätzung des Aspirationsrisikos

-ausführliche klinische Schluckuntersuchung

Instrumentelle Diagnostik

-Videoendoskopie

-Videofluoroskopie

-Manometrie des Pharynx

Welche Präventions- oder Therapiemaßnahmen gibt es bei der Dysphagie?

-optisch ansprechende Wunschnahrung

-gut gewürzte Nahrung

-abwechslungsreiche Nahrung mit hoher Nährstoffdichte

-Anreicherung mit kalorienträgern wie Maltodextrin oder Eiweißkonzentraten

-appetitanregende Getränke

-Konsistenzen die der/die Patient*in aspirationsfrei schlucken kann

-bei schwerer Dysphagie evtl. Entscheidung  zur vorübergehende oder dauerhaften Sondennahrung

Welche Ernährungsformen gibt es bei der Dysphagie?

-Voll-orale Ernährung mit Anpassung der Kostform

-Teil-orale Ernährung mit Anpassung der Kostform ergänzt durch (par-)enterale Nahrungszufuhr

-Enterale oder parenterale Ernährung

Welche Schluckkostformen SKF gibt es?

SKFa:-Normalkost

-kein Verschluckrisiko gegeben

SKFb:

-leichtes Verschluckrisiko, Ernährung mit Konsistenzeinschränkung

-weich gedünstet oder gekocht, lassen sich auf der Zunge zerdrücken

SKFc:

-mittelschweres Verschluckrisiko, Schlucken mäßig eingeschränkt, Nahrung weichgekocht

-grobpürierte/ breiig weichgekochte Kost

SKFd:

-schweres Verschluckrisiko, Nahrung ggfs. püriert

-feinpassierte Kost

SKFe:

-massives Verschluckrisiko

-keine orale Ernährung, Sondenernährung notwendig

Welche Becher sind bei Dysphagie am besten geeignet?

Becher mit Nasenkerbe

->keine Schnabeltasse!

Was ist die Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)?

-störende Symptome/Komplikationen durch ständigen Reflux von Mageninhalt

->Leitsymptom: Sodbrennen

-Relaxation des unteren Ösophagussphinkters

-15% der Bevölkerug betroffen

Welche Symptome treten bei GERD auf?

-Sodbrennen

-Brennen im Rachen

-Saures oder nicht saures Aufstoßen

-Regurgitation von Mageninhalt

-retrosternale Schmerzen, Dysphagie, Reizhusten, belegte STimme, Heiserkeit, Asthmaanfälle

Wodurch wird die Refluxösophagitis ausgelöst?

-langdauernder pathologischer Reflux von saurem Mageninhalt führt zu Epitheldefekten und Entzündungen des Ösophagus

Was ist der Barett-Ösophagus?

-Ersatz des durch Reflux zerstörten Plattenepithels durch Zylinderepithel

-Ausgangspunkt für Blutungen und Ösophaguskarzinome

Welche Risikofaktoren begünstigen GERD?

-Übergewicht

-Hiatushernie

-genetische Faktoren

Wie kann GERD diagnostiziert werden?

-Anamnese der Refluxbeschwerden

->Empirische Protonenpumpenhemmertherapie

-Endoskopie

-24h-ph-Metrie mit Impedanzmessung

Wie werden Refluxsymptome ernährungsmedizinisch behandelt?

-Normalisierung des Körpergewichts

-mehrere kleinere über den Tag verteilte proteinreiche Mahlzeiten

-kleine Abendmahlzeiten

-Anti-Refluxlagerung zur Nacht

->mit erhöhtem Oberkörper schlafen

-Fettreiche Mahlzeiten, Alkohol, Nikotin, Kaffee, Schwarz- und Pfefferminztee, Schokolade, Zitrusfrüchte und Obstsäfte bei Unverträglichkeiten meiden

->keine Evidenz, nur allgemeine Empfehlung

Was ist eine partielle/totale Gastrektomie?

-Entfernung des gesamten Magen oder von Teilen des Magens bei Ulkus oder Magenkarzinom

Welche Beschwerden treten beim Postgastrektomiesyndrom auf?

-Dumpingsyndrom

->Sturzentleerung des Magens in den Darm

-Alkalische Refluxgastritis

->Zurückfließen von alkalischem Dünndarminhalt in den operierten Magen

-Postoperative Refluxösophagitis

-Pankreatikozibale Asynchronie

->Pankreasenzyme erst im Jejenum und nicht schon im Duodenum

-Bakterielle Fehlbesiedelung

->durch fehlende Magensäure

-sekundäre Lactoseintoleranz 

->durch Lactasemangel

-postoperative Diarrhoe

-Gewichtsverlust

-Postgastrektomie-Anämie

->durch Eisen- und Vitamin B12 Mangel

Wodurch kann eine Mangelernährung nach einer Gastrektomie ausgelöst werden?

-Dumpingsyndrom, Refluxgastritis, Refluxösophagitis

->Angst vor Nahrungsaufnahme, reduzierte Nahrungszufuhr

-Tumorrezidiv, Folgetherapien

->katabole Stoffwechsellage, Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn

-Spezifischer Nährstoffmangel

->Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn, Anämie, geschwächte Immunabwehr

Wie wird das Spätdumpingsyndrom medikamentös behandelt?

-Therapieversuch mit α-Glucosidase-Hemmern (Acarbose)

->Dämpfung von Blutzuckerspitzen und überschießender Insulinantwort

Welche Formen der Malassimilation gibt es?

Malabsorption

-Störung der Resorption von Nährstoffen durch die Darmschleimhaut

->verursacht durch Erkrankung des Darms

Maldigestion

-Störung der Verdauung von Nährstoffen im Darm

->verursacht durch Erkrankung des Darms oder am Verdauungsproozess beteiligten Organe

Welche extraintestinalen Erkrankungen sind mit einer Malassimilation assoziiert?

-Gallensäuremangel

-Pankreasenzymmangel

Welche intestinalen Erkrankungen sind mit einer Malassimilation assoziiert?

-Primäre Malabsorption (z.B. Lactoseintoleranz)

-Sekundäre Malabsorption (alle erworbenen Dünndarmerkrankungen)

-Maldigestion (bakterielle Fehlbesiedelung)

Wie ist die Flüssigkeitsbilanz im GIT?

Sekretion: 7L

Nahrung: 2L

Absorption Dünndarm: 7-8L

Absorption Kolon: 1-2L

Stuhl: 0,1-0,2L

Wie werden infektiöse Darmerkrankungen behandelt?

-Hygienemaßnahmen

-Identifikation von Dauerausscheidern

-Flüssigkeitssubstitution

->parenteral wenn oral nicht möglich

-ärztliche Konsultation bei schweren Verläufen

-> >6 Stuhlentleerungen/Tag

->Blutbeimischungen

->anhaltendes Fieber

->massives Erbrechen

->Dehydratation

->starke abdominelle Schmerzen

-Einsatz von Antibiotika bei bakteriellem Ursprung

Wie werden CED therapiert?

-medikamentöse Therapie

->Kortikosteroide, 5-Aminosalicylsäure-Derivate, Immunsuppressiva

-OP bei Therapieversagen oder Komplikationen

->Entfernung des gesamten Dickdarms und Formung eines Reservoirs (Pouch) aus Dünndarm bei CU

-Ernährungstherapie

Welche Ernährungsempfehlungen gibt es bei CED?

-Mangelernährung vermeiden

-Eisensubstitution

-bei Diarrhö: Wasser- und Elektrolytausgleich, später Eiweißzufuhrund Zufuhr leicht verdaulicher Fette

-bei Gallensäureverlustsyndrom: Medikamente (Cholestyramin,Vitamin-B12-Substitution), MCT-Fette und kalziumreiche,oxalatarme Diät

-bei Blähungen: Hülsenfrüchte, Milchzucker und ggf. Ballaststoffeeinschränken

-bei Fisteln: zur Überbrückung bis zur Operation enterale/parenterale Ernährung

-bei Ileostoma: fundierte Ernährungsberatung, viele kleineMahlzeiten, ausgiebiges Kauen, abends weniger essen, umnächtlichen Stuhlgang zu vermeiden; faserige Nahrungsmittel inMaßen (Verstopfungsgefahr), ebenso Obst und Obstsäfte(abführende Wirkung), bevorzugt Bananen, Brot und Nudeln zum„Eindicken“

Was ist das Reizdarmsyndrom?

-Funktionsstörung des Darms mit Stuhlveränderungen, abdominellen Schmerzen, Blähungen

->nur durch Ausschlussdiagnose weil bisher keine Marker

-Zusammenhänge mit der Ernährung sind nicht eindeutig

>individuelle und symptomorientierte Ernährungsempfehlungen