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Max Weber





​Definition Macht:

Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eignen         Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.


  • ​Macht ist Akt sozialen Handelns
  • ​Gewalt: Mittel (Chance) Macht durchzusetzen,
  • ​keine normative Wertung von Gewalt(anwendung)

  • ​Macht beruht auf einer asymmetrischen Beziehung
  • ​Ist an eine konkrete soziale Beziehung gebunden
  • ​Keine Beziehung unter Gleichen
  • ​Immer: Macht (Akteur a) > Macht (Akteur b)
  • ​Ist nicht an Zustimmung gebunden

  • ​Weber Handlungstheorie

          • Menschliches Handeln ist zweckrational

          • Streben nach Macht und Ressourcen

          • ABER: auch wertrational bestimmt

          • Ideologien, Traditionen, Ideale

          • Heutige politikwissenschaftliche Positionen: Politik ist Streben nach Macht,   aber auch beeinflusst durch Werte, Ideologien, Traditionen usw


  • ​Unterscheidung zwischen Macht und Herrschaft
  • ​Der Begriff »Macht« ist soziologisch amorph. Alle denkbaren Qualitäten eines Menschen und alle denkbaren Konstellationen können jemand in die Lage versetzen, seinen Willen in einer gegebenen Situation durchzusetzen       

Herrschaft Definition:

Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehlbestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsamzu finden


• Befehl / Gehorsam

• Herrschaft als institutionalisierte und verfestigte Form von Macht

• Herrschaft ist angewiesen auf die Zustimmung der Beherrschten

• „Legitimitätseinverständnis“

• Macht kann auch ohne Zustimmung / ohne Legitimität auskommen!

• Herrschaft funktioniert nicht nur über Zwang, auch über Kooperation, Konsens


• Besondere Form von Macht

• Herrschaft als institutionalisierte und verfestigte Form von Macht

• Problem: Im Alltagsgebrauch werden Macht und Herrschaft oft synonym gebraucht, oder gar verwechselt


3 Typen von Herrschaft:


• 1. Traditionale Herrschaft

       • Gehorchen beruht auf Glauben an die Geltung der Tradition der durch sie    legitimierten Ordnung

       • Menschen leisten aus Tradition dem Fürsten, Kaiser, König Folge


• 2. Charismatische Herrschaft

       • Gehorchen beruht auf dem Glauben an die Heiligkeit oder Heldenkraft der Person eines charismatischen Führers (z.B Hitler)

       • Menschen gehorchen dem charismatischen, außergewöhnlichen Führer, der seine Anhänger durch sein Charisma in den Bann zieht

       • Menschen folgen einer „Lichtgestalt“


• 3. Rational-legale Herrschaft / auch: rationale Herrschaft

       • Gehorchen beruht auf Glauben an Legalität der Ordnung und der Gesetze

       • Menschen gehorchen der „gesatzten Ordnung“

       • Moderner Verwaltungsstaat – Bürokratie, fachkundiger Beamtenapparat

Menschen gehorchen durch als verbindlich erachtete Regeln einer legalen Ordnung

Heinrich Popitz




• Popitz unterscheidet auch zwischen Macht & Herrschaft

• Führt Weber´sche Konzepte weite und differenziert diese


Definition Macht:


• "Macht meint etwas, was der Mensch vermag"

• "...das Vermögen, sich gegen fremde Kräfte durchzusetzen" !!!


Wichtig: Verhältnis zwischen Mensch und Natur


• Macht formt bzw. konstituiert menschliche Beziehungen

• Macht ist Teil der menschlichen Natur und prägt das menschliche Zusammenleben

• Macht als Notwendigkeit zur Entstehung und Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Ordnungen

• Macht lässt sich nur durch Macht begrenzen

• Macht ist notwendig für den Schutz einer gesellschaftlichen Ordnung nach Außen und nach Innen

• Keine Verteufelung von Macht! Notwendigkeit von Machtkonzentration

Popitz unterscheidet vier anthropologische Grundformen von Macht: Typologie von Macht


• 1. Aktionsmacht/ Verletzungsmacht

• 2. Instrumentelle Macht

• 3. Autoritative Macht

• 4. Datensetzende Macht


1. Aktionsmacht (Prügelei)

• wenig voraussetzungsvoll: " Menschen können über andere Macht ausüben, weil sie andere verletzen können"

• "Physische Gewalt"

• "Das Tier gehorcht, weil es fürchten muss, verletzt zu werden"


2. Instrumentelle Macht (Bestrafen/Belohnen -> Erziehung)

• am häufigsten ausgeführte Form der Machtausübung

• Voraussetzungsvoller als Aktionsmacht

• "das Geben- und Nehmen - Können, die VErfügung über Belohnung und Strafen"

• "die für die Betroffenen glaubhafte Verfügung über Strafe und Belohnungen. Die Strategie instrumenteller Machtausübung besteht im Aufbau und im Bewahren dieser Glaubhaftigkeit"

• Formulierungeiner Alternative, eines Entweder - Oder


3. Autoritative Macht (Religion/Sekte)

• Benötigt keine Anreize mehr (Belohnung/Srafe)

• Sie braucht keine äußeren Vor- und Nachteile mehr

• Sie basiert auf der Orientierungsbedürftigkeit des Menschen

• "Erzeugt auch dort Konformität, wo Handlungen nicht kontrolliert werden können"

• "Man trägt sie als verinnerlichte Kontrolle mit sich herum"

• Allgemeine anthropologische Grundlage des MEnschen als Voraussetzung: " Orientierungsbedürftigkeit des Menschen"

• Autorität <- -> Autoritätsabhängige

• Bedürfnis nach handlungsleitender Sicherheit



4. Datensetzende Macht / auf technischem Fortschritt beruhend (Facebook)

• Technischer Fortschritt: ungeahnter Anstieg der Macht von Menschen über Menschen

• "und zweifellos hat sich das Ausmaß möglicher Machtausübung mit zunehmender technischer Effizienz vergrößert"

• "Damit werden aber die Probleme der AMchtkontrolle immer schwerer zu lösen. Zugleich wird immer gewisser: Der Angelpunkt jeder MAchtkontrolle in modernen Gesellschaften ist die Kontrolle technischen Handelns"

Hannah Arendt



Gemeinsamkeiten zu Max Weber und Heinrich Popitz


• Arendt betont die anthropologischen Grundlagen der Macht

• Arendt begreift Macht als soziales Phänomen, das fluide ist

• Unterscheidung von aus ihrer Sicht „Schlüsselbegriffen“ wichtig: Macht, Stärke, Kraft, Autorität, Gewalt


Macht


• Macht ist nichts Statisches, kann nicht besessen werden

• Macht ist ein Phänomen, „das erst in menschlichem Handeln entsteht und nur in diesem Handeln existiert“ (Anter 2017, S. 95)

• „Macht ist immer ein Machtpotential, und nicht etwas unveränderliches, Meßbares, Verläßliches wie Kraft und Stärke“ (Arendt)

• Stärke besitzt jeder Mensch in gewisser Weise von Natur aus (Arendt)

  • ​• ​„Macht (…) besitzt eigentlich niemand, sie entsteht zwischen Menschen, wenn sie zusammen handeln, und sie verschwindet, sobald sie sich wieder zerstreue
  • ​Macht ist am Größten, wenn man keine
  • ​Gewalt benötigt
  • ​• Unterschied zu Weber: Gewalt Machtlosigkeit – Ohnmacht
  • ​• Gewalt ist keine Macht

Macht und Politik


• Macht zentral für Politik

• „Was einen politischen Körper zusammenhält, ist sein jeweiliges Machtpotential, und woran politische Gemeinschaften zugrunde gehen, ist Machtverlust und schließlich Ohnmacht“ (Arendt)

• „Alle politischen Institutionen sind Manifestationen und Materialisationen von Macht, sie erstarren und verfallen, sobald die lebendige Macht des Volkes nicht mehr hinter ihnen steht und sie stützt“ (Arendt)



Was ist denn nun Macht?


• „Macht entspricht der menschlichen Fähigkeit (…) sich mit anderen zusammenzuschließen und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln. Über Macht verfügt niemals ein Einzelner“ (Arendt)

• Macht ist nicht etwas asymmetrisches

• Macht ist nicht etwas schlechtes

• Einvernehmlichkeit von Machtbeziehungen

• Soziale Aspekte von Macht

.....

Michel Foucault



• Herrschaft der sozialen Institutionen, Diskurse und Praktiken zur Beherrschung und Kontrolle des Individuums (Bevc 2007, S. 296)  -> „Disziplinarmacht“

• Gefängnis als Abbild eines Mechanismus, der die ganze Gesellschaft durchzieht -> Disziplinargesellschaft

• Heute: Überwachungssystem nicht auf Gefängnisse begrenzt, durchzieht die gesamte Gesellschaft (z.B. Digitalisierung, „datensetzende Macht“ (Popitz)



Foucaults Machttheorie


• Neues Verständnis von Macht: Macht ist nicht an eine soziale Beziehung zwischen Personen gebunden (im Unterschied zu Weber, Popitz!), nicht an Asymmetrien (Anter 2017, S. 105)

• Was ist Macht bei Foucault? „Vielfältigkeit von Kraftverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren. Das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kraftverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt (…). Weil sie von überall kommt, ist die Macht überall“ (Der Wille zum Wissen, zitiert nach Anter 2017, S. 104).

• Macht muss durch ihre Widerstände studiert werden: „Widerstand gegen die verschiedenen Formen von Macht“, um das Wesen der Macht zu erkennen (Anter 2017, S. 107)



Pastoralmacht


• Staat als „totalisierende Form von Macht“, die Individuen zu Subjekten unterwirft

• Staat als Feindbild um Bürger zu unterdrücken und zu bestrafen

• „Pastoralmacht“ greift Techniken christlicher Institutionen auf und will Individuen disziplinieren

• Aktuell: „Paternalismus“, „Wohlfahrtsstaat“


Gouvernementalität


• Gouvernementalität: die Regierung betreffend

• „Regieren“ in einer totalen Form: Politik, Lenkung des Verhaltens von Individuen, Gruppen


-> Bio - Macht/ Biopolitik


• Disziplinarmacht: zielt auf das Individuum

• Bio-Macht (Biopolitik): zielt auf die ganze Bevölkerung als „Staatskörper“

• Bio-Politik ist »die sorgfältige Verwaltung der Körper und die rechnerische Planung des Lebens« (Foucault, Wille zum Wissen, 167).

Foucaults Analytik der Macht


• Vier Eigentümlichkeiten typisch für Foucaults Machtmodell des Kampfes


1) Macht ist kein Privileg einer Person, einer Gruppe, einer Klasse oder Institution

• Macht ist keine Substanz, die man besitzen, weitergeben, tauschen oder anhäufen kann (wie bei Popitz, Weber, Arendt!)

2) Innerhalb einer Gesellschaft existiert kein machtfreier Raum

• Macht ist allgegenwärtig, überall

• Macht verläuft nicht nur von oben nach unten (Staatsapparat)

• Macht formt vielmehr sämtliche gesellschaftliche Beziehungen, sie reicht bis in die kleinsten Mikrostrukturen einer Gesellschaft

• Macht wird zum „differenzlosen“ Begriff (Kneer 2012, S. 268) – rein logisch gibt es keinen Ausstieg aus der Macht, keine „Null-Macht“ (oder „Ohnmacht“ wie bei Arendt)

3) Es gibt einen internen Zusammenhang zwischen Macht und Wissen

• Wenn es keinen Zustand außerhalb der Macht gibt, dann existiert auch kein Wissen außerhalb von Machtbeziehungen

• Ausübung von Macht benutzt und generiert Wissen; Wissen geht mit bestimmten Machtwirkungen einher

4) Keine Gleichsetzung von Macht mit Zwang, Gewalt und Unterdrückung

• „Macht ist nicht ausschließlich auf repressive Wirkungen eingeschränkt. Macht schließt nicht nur aus – verhindert nicht nur –vielmehr bringt Macht auch umgekehrt etwas hervor“

• Macht ist bei Foucault handlungsorientiert (wie bei anderen Machttheoretikern), er beschreibt Macht aber als gestaltlose, komplexe strategische Situation, die sich durch die gesamte Gesellschaft zieht

• Weites Verständnis von Macht -> „Steuerung“ (Anter 2017, S. 106)

Niklas Luhmann




Grundannahmen:


• Gesellschaftliche Differenzierung

• Gesellschaft besteht aus autonomen Teilsystemen (Wirtschaft, Politik, Recht, Wissenschaft usw.) von außen kaum steuerbar

• Systeme bestehen aus Kommunikationen

• Jedes System funktioniert anhand eines eigenen Codes

• Wissenschaft: wahr/unwahr

• Politik: Macht/Nicht-Macht

• Wirtschaft: Rentabel/nicht-rentabel


Machttheorie ist Teil der Systhemtheorie


• Macht als Code, der Kommunikation steuert (Anter 2017, S. 121)

• Machtverhältnis, „wenn das Verhalten der Beteiligten sich einem symbolischen Code zuordnet, der eine Situation als Machtsituation beschreibt“

• Macht steuernde und stabilisierende Wirkung

• Ohne Macht keine politische Gemeinschaftsbildung

• Macht ermöglicht die Existenz von Systemen

• Positives Machtverständnis Luhmanns (wie Arendt und Foucault)


Macht


• Gegen Kausalität der Macht / Willen des Machtausübenden

• Macht ist nur „erkennbar und praktizierbar (…), wenn das Verhalten der Beteiligten sich einem symbolischen Code zuordnet, der eine Situation als Machtsituation beschreibt. Macht ist also immer dann und nur dann gegeben, wenn die Beteiligten ihr Verhalten durch Bezug auf ein entsprechendes Kommunikationsmedium definieren“

Macht und Gewalt


• Primäre gesellschaftliche Machtquelle: Kontrolle über sicher überlegene physische Gewalt

• Monopolisierung der Gewalt ist „Grundlage von Recht und Politik und damit unentbehrlich für gesellschaftliches Zusammenleben“

• Physische Gewalt „allen anderen Machtmitteln überlegen“

• Androhung negativer Sanktionen nur solangewirksam wie sie nicht realisiert wird

• Ausübung physischer Gewalt „keine Anwendung von Macht, sondern Ausdruck ihres Scheiterns“ -> Parallele zum Denken Hannah Arendts

• Macht ist wirkungsvoller, wenn sie ohne Gewalt auskommt

• Macht ist dort am mächtigsten, wo man gar nicht an sie denkt und sie evtl. gar nicht wahrnimmt. Je unscheinbarer der Machtcharakter einer Ordnung, desto erfolgreicher und stabiler kann sie langfristig sein


Macht und Kommunikation der Organisation


• Wer an die Macht will, benötigt eine gute Organisation, muss sich organisieren

• Politik: Parteien, Verbände

• Machtstruktur in Organisationen: „die Macht wird der Spitze zugeschrieben, während in Wahrheit schwer durchschaubare Machtbalancen vorliegen“ (Luhmann)

• Schon der Anschein der Macht hat bestimmte Wirkungen

• „Um als mächtig zu gelten, muss man also nicht wirklich über Macht verfügen; es reicht aus, wenn man als mächtig angesehen wird“ (Anter 2017, S. 131)

• Verhalten gegenüber jemandem, den man als mächtig ansieht, anders, als gegenüber anderen (gleichwohl ob er es wirklich ist)

• Fazit:

• Der als mächtig geltende muss nicht zwangsläufig mächtig sein

• Machtbeweis muss nur selten angetreten werden, Anschein reicht auch

Robert Dahl




Definition Macht:


A hat die Power B zu  beeinflussen, etwas zu tun, was B sonst nicht getan hätte


• Kausalanalytische Machtbetrachtung:

• Abhängige Variable: Handeln des Akteurs B

• Unabhängige Variable: Macht (des Akteurs A)

• Akteure: Individuen, Gruppen, Verwaltungen Regierungen, Staaten


• Power over (Asymetrie: Jemand ist stärker als der andere -> Sklaven)

• Power to (Produktive Seite der Macht -> Pyramiden Bau)

• Power with (Menschen agieren zusammen und können Macht entfalten -> Proteste)

• Übergänge fließend, Machttheoretiker können verschiedene dieser Dimensionen von Macht gleichzeitig analysieren/ als wichtig erachten


Vier Elemente der Macht


• 1. Ursprung oder Basis der Macht

• Ressourcen (Finanzen, Einfluss, Charisma, Legitimation...)

• 2. Mittel der Machtausübungen

• Drohungen

• Versprechungen

• "Mittel" - Einsatz zwischen "Basis" von A und Antwort von B

• 3. Umfang der Macht

• Wahrscheinlichkeitsstatement in Bezug auf die Antwort B

• Wenn - dann - Aussage

• 4. Reichweite der Macht

• Umfasst die Antworten von B


Bedingungen einer Machtbeziehung


• 1. "Time lag" zwischen As Aktion (Machtausübung) und Bs Reaktion (Antwort)

• 2. In irgendeiner Form muss eine Verbindung zwischen A und B bestehen (formal, informal)

• 3. A beeinflusst B erfolgreich, etwas zu tun, was B sonst nicht getan hätte


(Three faces of power) -> gehört mehr zu Bachach


  • ​​​​Ausgabe: Das erste Gesicht (oder die erste Dimension), wie es von Theoretikern wie Dahl vorgeschlagen wurde, der Macht als eine „Beziehung zwischen Menschen“ betrachtete.        
  • ​Agenda: ​​Die zweite Seite, wie sie von Theoretikern wie Bachrach und Baratz vorgeschlagen wurde, fügt das subtilere System der Macht hinzu, bei dem Entscheidungen innerhalb eines komplexen Systems getroffen werden.  In dieser Situation geht es bei Macht nicht nur darum, Entscheidungen zu treffen, sondern auch darum, die Agenda festzulegen, die zu Entscheidungen führt.  Mit anderen Worten: Wenn Sie den Kontext kontrollieren können, in dem Entscheidungen getroffen werden, können Sie diese Entscheidungen beeinflussen
  • ​​​Manipulation: Lukes fügt ein drittes Gesicht hinzu, nämlich das eines noch subtileren Aspekts der Manipulation der Psychologie aller Betroffenen.  Dies kann als ähnlich der marxistischen Sichtweise der ideologischen Macht angesehen werden, bei der die Fähigkeit, zu kontrollieren, was Menschen für „richtig“ halten, dazu führen kann, dass voreingenommene Entscheidungen ohne Frage akzeptiert werden.

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Bachach/Baratz/Lukes




Three Faces of Power


• 1st: Decision making (sichtbar)

• 2nd: Non decision making (Agenda Setting) (unsichtbar, hinter verschlossenen Türen)

• 3rd: Shaping Desires (Insidious face) (heimtückisch, manipulativ)


• First Face (Dahl u.a.): Entscheidungen z.B. durch Macht der Mehrheit lösen

• Sichtbarer, beobachtbarer Konflikt

• “Messbar”

• Mächtigste Akteure gewinnen die meisten Konflikte

• A bringt B etwas zu tun, was er ohne As Handeln nicht tun würde

• Second Face (Bachrach/Baratz): Machtvolle, beabsichtigte Reduzierung von Issues (Möglichkeitsräumen), über die in der Politik diskutiert wird

• Unsichtbare Aspekte der Machtausübung

• Nicht ohne weiteres “messbar”

• Vorstufe zu “Entscheidungsmacht”

• A reduziert aktiv Spektrum der politischen Lösungen, die im politischen Prozess diskutiert werden, auf diejenigen, die vergleichsweise harmlos für ihn sind.

• B kann sich nur noch für die A gegenüber unschädliche Lösungen entscheiden

• Third Face of Power (Lukes): Das “second face of power” weitergeführt: Akteure und der Staat können zentrale Perzeptionen und Interessen von Akteuren durch Ausübung hegemonialer Ideologien beeinflussen.

• Ähnlichkeiten zum Konzept Foucaults: Hegemoniale Diskurse, die Verhalten Einzelner beeinflussen und diese dann von sichaus bestimmte Alternativen von vornherein ausschließen

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Parteien



Definition: (sehr kurze) Definition von modernen Parteien:


• Eine Partei ist „… eine Gruppe gleichgesinnterBürger, die sich die Durchsetzung gemeinsamerpolitischer Vorstellungen zum Ziel gesetzt hat.“Schultze (1985)

• „Parteien sollen heißen auf (formal) freier Werbung beruhende Vergesellschaftungen mit dem Zweck, ihren Leitern innerhalb eines Verbandes Macht und ihren aktiven Teilnehmern dadurch (ideelle oder materielle) Chancen (der Durchsetzung von sachlichen Zielen oder der Erlangung von persönlichen Vorteilen oder beides) zuzuwenden.“ Weber 1972



-> Welche Funktionen haben Parteien in einer Demokratie?


• Rekrutierung des politischen Personals

• Rekrutierung und Auswahl politischer Eliten (Ortschaftsrat bis Kanzleramt)

• Häufig abgewertet, dass Parteien Patronageorganisationen waren/sind

• Erst moralisch anrüchig, wenn Machtpositionen ihrer selbst wegen angestrebt/vergeben werden

• Interessenartikulation, -repräsentation und -aggregation (Stichwort: Responsivität)

• Ansichten/Interessen verschiedener Gruppen vereinen (Kompromissfindung) und eigentliche „parteiliche“ Position formulieren

• Parteien organisieren und integrieren einen Gruppenwillen

• Bestimmung von politischen Inhalten (Policy-Funktion)

• Parteien entwickeln konkrete Alternativen politischer Maßnahmen und tragen diese federführend in den öffentlichen Diskurs ein

• Regierungsbildung/-arbeit und Oppositionsarbeit

• Parteien bilden und stellen Regierungen

• Oppositionsparteien übernehmen über ihre gewählten parlamentarischen Vertreter*innen die Kontrolle der Regierung und bringen Alternativvorschläge ein

• Mobilisierung und Integration von Wähler- und Mitgliedschaft

• Parteien mobilisieren Wähler*innen und ihre Mitglieder zur politischen Partizipation

• Und integrieren diese damit in den politischen Willensbildungsprozess

• (sehr ausführliche) Definition (moderne) Parteien

• „Parteien sind auf Dauer angelegte, freiwillige Organisationen, die politische Partizipation für Wähler und Mitglieder anbieten, diese in politischen Einfluss transformieren, indem sie politisches Personal selektieren, was wiederum zur politischen Integration und zur Sozialisation beiträgt und zur Selbstregulation führen kann, um damit die gesamte Legitimation des politischen Systems zu befördern.“ von Alemann (2013)

Ausgehend von den Funktionen: inwiefern üben die Parteien idealtypisch Macht aus?


• Face of Power

    1.Entscheidungen

    2. Entscheidungsmöglichkeiten

    3. Hegemionale Diskurse


  • ​Parteienfunktion

             zu 1: Regierungs-/Oppositionsfunktion (Interessenrepräsentation)

             zu 2:  Policy-Funktion

             Regierungs-/Oppositionsfunktion (Interessenrepräsentation)

             zu 3:  Policy-Funktion

             Regierungs-/Oppositionsfunktion

Macht und Herrschaft der Verbände



Definition: Akteure sind diejenigen Personen, sozialen Gruppen oder Organisationen, die im politischen Prozess handeln

• Politikwissenschaftliche Grundannahme: Die Ergebnisse des politischen Prozesseswerden durch das Handeln politischer Akteure beeinflusst


Typologie politischer Akteure


• Individuelle Akteure: Individuen, die ihre Interessen / Ideen politisch verwirklichen wollen

• Kollektive Akteure: Gruppen von individuellen Akteuren mit gemeinsamen Interessen (ohne formale Organisation)

• Korporative Akteure: Vereinigung individueller Akteure, die ihre Ressourcen teilen und formale Organisationen aufbauen (Juristische Person)


Politische Akteure

• Wie handeln Akteure?

• Akteure verfolgen ihre politischen Interessenund versuchen Macht zu erlangen und diese impolitischen Prozess (auch gegenüber anderen Akteuren) durchzusetzen.

• Interessen

• Präferenzen der Akteure  Politische Interessen

• Investition von Zeit, Geld und Arbeit mit dem Ziel, Politik zu beeinflussen und die Eigeninteressen verwirklicht zu sehen.

• Interesse meint aktive Zuwendung zu einem Gegenstand und die Erwartung, mit dieser Zuwendung auch persönlichen Nutzen zu mehren (v. Alemann 1987)


Verbände oder „Interessengruppen“


• Zusammenschluss gleichgesinnter Einzelinteresse, um diese „durch Mitwirkung und Einwirkung auf Regierung, Parlament, Parteien und Öffentlichkeit im politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozeß zur Geltung zu bringen.“ (Pipers Wörterbuch der Politik 1985, S. 388)

• Verbände streben im Gegensatz zu Parteien keine Übernahme von Regierungsverantwortung an

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